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Umbau einer Arnold Köf mit Glockenankermotor, Digitalisierung und Lichteinbau

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KH Modellbahnbau

Überblick

Motor: Maxon 08/16
Fräsarbeiten: Ja

Vorbemerkung

Es wurden gleichzeitig zwei Arnold-Köf II-Modelle umgebaut:
Köf II mit Originalmotor, Ledbeleuchtung und DCX74
Köf II mit Glockenanker-Motor, Ledbeleuchtung und Kühn N025


Meine Überlegung war, eine Köf II von Arnold mit Stirn und Heckbeleuchtung auszustatten - oder habt ihr schon mal abends an einem Rangierbahnhof eine Lok ohne Beleuchtung gesehen? Das sieht auch auf einer Modellbahn sehr unwirklich aus.

Ähnliche Umbauten habe ich schon durch, z.B. eine BR 80 von Fleischmann. Nur, da konnte ich noch auf herkömmliche Mittel wie flexible Lichtleiter zurückgreifen und konnte vor allem Platz für die Lichtquelle schaffen. Da bei der Köf überhaupt kein Platz mehr vorhanden ist, musste ich mir etwas Besseres einfallen lassen. Dazu kommt noch, dass ich Digitalbahner bin und der Decoder auch noch rein musste - beim Modell mit einem Originalmotor ein DCX74 von Tran, bei der Faulhaber-Köf ein Kühn N025, weil der Glockenankermotor im Durchmesser kleiner ist und tiefer liegt.

Die Beschreibung ist für beide Varianten gedacht da die Arbeitsabläufe in etwa gleich sind.

Benötigtes Material:

Lackdraht 0,1 mm für LED-Verkabelung
Lackdraht 0,3 mm für Decoderverkabelung
Led's Typ 603 weiß, noch besser warmweiß, sehr hell
Glockenankermotor Maxon Typ 08/16 12V
Stabiles Schreibpapier fürs Dach (Papier mit höherer Grammatur)
Dünnflüssiger Sekundenkleber
Elektroniklot
Imotec-Schleifer für verbesserte Stromaufnahme

Benötigtes Werkzeug:

Elektroniklötkolben mit geringer Leistung oder mit regulierbarer Leistung
Kleinstbormaschine (bei mir ist das eine Proxon)
Bohrer 0,3 mm, 0,4 mm und verschiedene Fräser
Und vor allen Dingen: Gute Nerven und eine ruhige Hand

 

Einbau des Glockenankermotors

Bei dem Modell mit Glockenankermotor fallen noch zusätzliche Arbeiten für das Einpassen des Motors im Gehäuse und auf dem Fahrgestell an. Wie auf den Fotos zu sehen ist, muss an den Stellen, an der der Motor im Gehäuse liegt am Motor und im Gehäuse jeweils zehntelmillimeterweise Material abgeschliffen bzw. abgefräst werden.



Dies ist mit sehr großer Sorgfalt zu geschehen, da die Wandungen beider Teile maximal 1 mm betragen und auf beiden Seiten zirka 0,2 mm (das müsste auf den Fotos gut zu erkennen sein) abgetragen werden müssen - zumindest so weit, bis der Motor von alleine in das Gehäuse rutscht.

Am Fahrgestell muss eine kleine Mulde eingefräst werden, in der der Motor leicht schräg liegt, wobei der tiefste Punkt hinten ist. Die Schnecke des Faulhabers habe ich von einer BR 98 von Fleischmann.



Die kleinere Schnecke aus der Fleischmann BR 98 ist notwendig, da der Glockenankermotor tiefer liegt als der Originalmotor. Auch aus diesem Grund konnte ich für die Glockenankermotor-Köf einen Kühn-Decoder N025 verwenden. Der Motor wurde nach dem Einpassen mit einen Zweikomponenten-Kleber aufgeklebt.



Bei beiden Köfs wurden die Kontakte der Radschleifer vom Fahrgestell zum Motor entfernt. Bei der Glockenankermotor-Köf habe ich das Mittelstück der Schleifereinheit komplett entfernt, da der Glockenankermotor ja tiefer liegen muss. Ich habe die Schleifereinheit dann mit etwas Sekundenkleber wieder fixiert.



Ein Vergleich der beiden Köf's - links das Modell mit dem Originalmotor, rechts mit dem Glockenankermotor von Maxon.



LED-Beleuchtung

Ich kam zu der Erkenntnis, dass die Beleuchtung nur dort Platz hatte, wo sie bisher schon angedeutet war, nämlich direkt bei den eigentlichen Stirnlampen und als Leuchtmittel kamen nur LED's in Frage. Also habe ich bei Ebay weiße 0,8 mm LED's, die schön hell leuchten, per praktischen Sofortkauf besorgt.

Während meine Leuchtmittel unterwegs waren, wurde eine der beiden Köf's erstmal entlackt (ursprünglich war diese rot) und die Dächer für den Decoder ausgefräst. Dann wurden alle Stirnlampen mit einem 0,4 mm Bohrer durchgebohrt - vorne wie hinten. Vorne aber vorsichtig, damit die feinen Haltestege nicht abbrechen. Nun wurde genau hinter den Haltestegen der vorderen Lampen ein 0,3 mm Loch gebohrt. Bei der mittleren Lampe musste ich dann noch von innen in einem zirka 30 °-Winkel eine weitere Bohrung machen, damit ich später oberhalb des Fahrgestells mit meinen feinen Drähten herausgehen kann. Das hier nur Lackdraht verwendet werden kann, war von vornherein klar. Also schnell mal in meiner Schatzkiste einen ausgedienten Arnoldmotor herausgekramt, vom Anker ein paar Wicklungen runtergewickelt und schon hatte ich einen superfeinen, isolierten Lackdraht - völlig ausreichend für den Strom der LED's.

Anschließen der LED's:

Meine Überlegung war, dass beim Rangieren vorne und hinten die Beleuchtung an sein sollte. Also entschloss ich mich, alle 6 bzw. 4 LED's in Reihe zu schalten (es sind zwei verschiedene Köf-Varianten), damit sie bei vor-und rückwärts-Fahrt durchgehend eingeschalten waren.
Bei Köf mit den 6 LED's (das ist die mit dem Original-Motor) brauchte ich dann auch keinen Widerstand einzubauen, da der Gesamtstrom der 6 LED's ideal auf die Spannung der Lichtausgänge passt (ohne Dimmen zu müssen) und ich kann die Lichtstärke durch Dimmen noch ein wenig anpassen.
Die Glockenankermotor-Köf mit den 4 LED's bekam einen Widerstand mit 270 bis 430 Ohm - je nach gewünschter Basishelligkeit - zwischengeschalten, auch wegen eventueller Spannugsspitzen beim Einschalten.

Endlich waren die LED's da - ich klebte die kaum sichtbaren "Mini-Dinger" hinter die Bohrungen der vorderen Lampen. Bei der Originalmotor-Köf musste ich feststellen, dass ich bei den hinteren Lampen im Gehäuse eine Vertiefung fräsen musste, damit die LED's ein wenig tiefer sitzen - sonst hätte ich Schwierigkeiten mit dem Motor bekommen. Das ging ohne Probleme, da die Rückwand genug Material hat.

Nun fädelte ich meine Drähte ein, "zitterte" sie mit etwas Lötzinn an die Kontakte der LED's, verlegte und drückte die feinen Drähte in die Ecken im inneren des Gehäuses. Dann noch mit Sekundenkleber fixieren, damit sie sich nicht mehr bewegen können, wodurch sie sich eventuell blank scheuern könnten - das würde den Decodern nicht gefallen. Die Lampenbohrungen füllte ich mit Sekundenkleber auf.

led-beleuchtung

Jetzt erstmal testen. Wahnsinn, ich hätte mir zuvor meine Schweißerbrille aufsetzen sollen - das ergibt einen fahrenden Flutlichtstrahler (siehe Foto weiter unten). Na ja, jedenfalls funktioniert es.

Bei der Gelegenheit habe ich alle Hand- und Rangiergriffe freistehend angebracht und danach die Lok neu lackiert. Zunächst wurde eine hauchdünne Grundierung mittels Airbrush aufgetragen und danach alles schwarz lackiert. Jetzt wird der Sekundenkleber in den Lampen mit einem 0,4 mm Bohrer wieder von Hand aufgerieben.

Die passende Beschriftung sowie ein Firmenschild habe ich im Internet herausgesucht, mit meinem Vektorprogramm "nachgebaut", auf Hinterdrucktransparentfolie ausgedruckt, ausgeschnitten und mit mattem Klarlack am Gehäuse fixiert.

Nun gibt es wieder einen Test - jetzt leuchten nur noch die Lampenöffnungen!

LED-Test

Digitalisierung

Bei der Köf mit dem Originalmotor passt nur ein Tran DCX74 unter das Dach, bei der Version mit dem Glockenankermotor kam ein Kühn N025 zum Einsatz.
Die Verdrahtung ist bei beiden Varianten gleich, also wie auf den Fotos zu sehen.

Decodereinbau

Wenn der Decoder fertig angeschlossen ist, gibt es eine erste Probefahrt. Damit das "Würmchen" genug Nahrung bekommt, habe ich ihr ein paar Imotec-Schleifer verpasst und nun ist sie ein echtes "Glühwürmchen".

imotec schleifer

Letzte Arbeiten

So, jetzt noch ein neues Dach aus festem Schreibpapier mit Sekundenkleber getränkt, auf das Köf-Dach aufgeklebt und silbern angemalt. Abschließend die ganze Köf noch ein bischen gealtert.

Köf Papierdach

So, jetzt kann ich auch im Dunkeln rangieren!

Der Vorteil der Köf mit dem Glockenankermotor ist eindeutig: Sie fährt sehr leise (nur Rollgeräusche), hat einen freien Durchblick in Längsrichtung und im Führerhaus konnten Radkästen eingebaut und die Handräder weiter nach innen versetzt werden - dies alles kommt der Optik sehr zu gute und sie hat eine akzeptable Höchstgeschwindigkeit (ohne sie mit dem Decoder drosseln zu müssen) und eine sehr weiche Regelung.

Die Köf mit dem Originalmotor im Einsatz:

Köf mit Glockenankermotor

Die Köf mit dem Glockenankermotor im Einsatz:

Köf mit Glockenankermotor

Und wenn euch noch mehr von meinen N-Fanatismus interessiert - demnächst dann wieder hier auf 1zu160. Ich habe auch eine kleine private Homepage www.hobbyinside.de, auf der ich einen Einblick in mein Hobby gebe.

Viel Spaß beim Nachbauen!
Euer Kawalano

Danke an Kawalano für die Zusendung.

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Das sagen User zu diesem Thema (4 Beiträge):

Von: Georges
Am: 11.11.07 21:35

Mein grosses Kompliment zu diesem Umbau!
Als Schweizer steht für mich zwar eher der SBB Tm" von Arnold im Visier, aber die Grössenverhältnisse sind dort ähnlich knapp.
Meine Frage: Wo hast du den Maxon Motor bezogen, und zu welchem Preis?
Am: 24.10.07 08:07

Großes Kompliment !!! Alle, die schon einmal eine arnold - köf in der Hand hatten, wissen, wie diffizil die Geschichte ist.
Vielen Dank für die klasse Reportage !
Roland Kiefer
Von: Mad
Am: 04.10.07 20:08

Hut ab! Nicht schlecht die Umbauten. Top Bildbericht !! Wer seine Arnoldköf's schon mal zerlegt hat weiß wieviel Platz darin ist....eigentlich gar keiner..;-).
Bin begeistert und wünsche weiterhin gutes Gelingen. Laß uns aber daran teilhaben..;-).
Grüße von Mad
Von: Felix G
Am: 21.09.07 21:02

Ganz grosse Klasse! Der Bericht macht mir Mut für eigene Frokeleien.
Felix

 


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