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Richtig Löten - aber wie?

Nach dem hier im Forum oft die Frage nach "wie richtig Löten?", oder "welcher Lötkolben / -Station ist der Richtige?" und so weiter und so fort gestellt wurde, möchte ich einmal versuchen einen "Workshop zum Löten" aufzuzeigen. Mein Meister sagte mir einmal: "Löten ist eine feste Verbindung!" Das sollte heißen, dass man die Lötstelle nicht durch Kraft wieder auseinander reißen kann. Eine Lötstelle, die Ihr durch Drücken oder Reißen wieder lösen könnt, taugt nichts! Probiert es aus.

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Richtig Löten - Schritt für Schritt:

  1. Das Werkzeug: der Lötkolben
    Der Lötkolben sollte für die zu lötenden Teile ausreichend dimensioniert sein. In unserem Fall der Modelleisenbahn sollten 50-60 W im geregelten Betrieb reichen. Ungeregelt sind 30 W besser geeignet. Ich würde allerdings eine geregelte Löt-Station empfehlen.
  2. Das Lötzinn
    Zum Verlöten unserer kleinen Drähtchen empfehle ich ein Lot von 0,5 mm im Durchmesser. Grundsätzlich sollte der Durchmesser des Lotes dem des Drahtes angepasst sein.
  3. Das Kabel / die Leitung
    Die Kabelenden sollten vorher verzinnt werden und dann auf die entsprechende Länge gekürzt werden.
  4. Die Löt-Fläche
    Das Anlöten von Drähten an einer Leiterplatte gehört mit zu den häufigsten Aufgaben im Modellbahnbereich. Auch hier empfiehlt sich das vorherige Verzinnen der Löt-Fläche.
  5. Vorbereitung der Lötstelle
    Oft ist die Lötstelle (Gleisverbinder, Leiterplatte o. ä.) oxidiert. In diesem Fall hilft eine kurze Reinigung durch Anschleifen und schon nimmt der Lötpunkt das Zinn an.
  6. Die Löt-Temperatur
    Ist man in der glücklichen Lage, der Besitzer einer Löt-Station zu sein, kann die Temperatur eingestellt werden. Die Temperatur richtet sich nach der aufzuwärmenden Masse (dicke Drähte oder dünne, viel Wärme ableitende Lötstelle) oder auch nach den Bauteilen. Ein SMD-Baustein wird schon schnell mal "verbraten" und das liegt nicht an der Temperatur, sondern an der Dauer, der dieser Baustein der Hitze ausgesetzt ist. Hier gilt: kurz aber "heftig"!
  7. Die Lötstelle
    Nach dem Verlöten sollte die Lötstelle glänzen und sowohl den Draht als auch die Lötfläche benetzen und sauber "umschließen".
    Eine "kalte" Lötstelle ist matt! Eine verbrannte Lötstelle zieht eine Spitze nach ("Widerhaken").


Um nun alle oben genannten Dinge mit dem notwendigen Gefühl für eine richtige Lötung zu verbinden, habe ich die aus meiner Lehre stammende Übung ausgekramt. Ich empfehle die Übung mit unterschiedlich dicken Drähten auszuführen. Auch eine Kombination von dicken und dünnen Drähten in einem Gitter ist hilfreich. Diese Übung funktioniert auch mit einem ungeregelten Lötkolben.

Ich habe aus einer Schreibtischunterlage das Millimeterpapier ausgeschnitten und auf eine 12 mm Spanplatte aufgeklebt. Man kann sich aber auch einfach ein Raster von 20 x 20mm auf die Platte zeichnen.

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Ich habe mich für ein Raster von 20 mm x 20 mm entschieden und die Nägel entsprechen eingeschlagen (Lotrecht geht vor Faustrecht :-) ).

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Den 0,5 mm Draht habe ich um jeden Nagel gewickelt und so ein Gitter erzeugt. Solltet Ihr verschiedene Drahtstärken verwenden wollen, dann fangt bitte mit dem Draht in der Mitte an, da dadurch Bereiche mit dünn/dünn, dick/dick und zwei mal dick/dünn entstehen.

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Hier noch einmal eine Nahaufnahme.

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Die Lötspitze kurz auf einem feuchten Schwamm reinigen und anschließend ganz wenig Lötzinn aufbringen.

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Weil die Drähte nicht 100%ig übereinander liegen, klemme ich einen kleinen Schraubenzieher zwischen die Drähte und drücke damit den unteren Draht hoch.

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Jetzt wird der Kreuzungspunkt der Drähte aufgeheizt und nach einem kurzen Moment das Lot dazugeführt.

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Hier noch ein Bild:

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Ich hoffe, man erkennt die Lötstellen. Das Lot hat sich an die Drähte "angeschmiegt" ist glänzend und es sind keine "Widerhaken" zu sehen.

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Ich möchte jedem Anfänger diese Übung empfehlen! Macht sie drei bis vier Mal und ihr bekommt das Gefühl der notwendigen Temperatur und der Dauer des Aufheizens (ob mit oder ohne Lötstation).

Die 4 bis 5 Euro für die Übung erspart so manche "verdampfte" LED oder gar den verbratenen Decoder.
Ich freue mich über Eure Anregungen und Verbesserungen.


Danke an Günter Osswald für den Artikel.


Das sagen User zu diesem Thema (4 Beiträge):

Von: Coira
Am: 05.04.16 01:57

Vielen Dank für den tollen Kurs. Übrigens wegen der pdf-Datei. Normal sollte das heute auch über das Drucken gehen. ( Drucken-> in Datei drucken[anstatt Drucker] und schon wird eine pdf Datei erzeugt. Zumindest unter Ubuntu. Grüsse aus der Schweiz
Admin-Anmerkung: Das geht mittlerweilen mit vielen Browsern standardmäßig - beim letzten Eintrag im Jahr 2011 war das noch nicht der Fall.
Von: Kai
Am: 29.05.11 10:21

Ich muß auch sagen das ist ein vernünftiger Lötkurs.
Wäre super wenns denn als PDF zum runterladen gäbe.
LG
Kai
TIPP: Wenn man einen PDF-Drucker installiert (gibt es kostenlos im Internet - z.B. PDFCreator - http://www.chip.de/downloads/PDFCreator_13009777.html), dann kann man die Seite einfach als PDF selbst abspeichern/ausdrucken.
Am: 22.05.11 01:06

Endlich mal eine Anleitung mit der auch ein " Lötunkundiger " etwas anfangen kann . Die Übung mit dem Gitter hilft insofern , dass man sich an die Lötarbeit herantasten kann ( Übung macht den Meister ) und dann auch die Erfolge sieht , bzw. seine Arbeit selbst kontrollieren kann . Durch die übung mit dem lötgitter bekommt man schnell das richtige Gefühl dafür .
Dank an den Verfasser .
Am: 01.04.11 11:51

...da kommen alte Erinnerungen hoch...:-))...in der Ausbildung zum Fernmelder hatten wir damals auch erst gefühlte 1000Drahtgitter zulöten, bevor man an den Rangierverteiler durfte...geschweige denn an den Hebdrehwähler oder die Chef-Sekretäranlage...da lagen nochmal 10.000Drahtgitter vor einem...:-)))
Aber ich muss sagen: Gut so...und diesen Tip sollte man wirklich ernstnehmen...denn der Draht kostet nicht viel...der Decoder schon...
In diesem Sinne
Gutlöt

 


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