Um ein bestimmtes Gleis in einer Gleisharfe zu erreichen, müssen
die auf dem Fahrweg liegenden Weichen entsprechend gestellt werden. Eine
Fahrstraßenschaltung erleichtert den Betriebsablauf, weil nicht
jede relevante Weiche einzeln gestellt werden muss. Der Modellbahner wählt
das gewünschte Ziel-Gleis mit einer Drucktaste an, die Fahrstraßenschaltung
stellt alle relevanten Weichen, die entsprechenden Signale und meldet
das angewählte Gleis am Stelltisch zurück.
Beispiel 1 und Beispiel 2 zeigen zwei unterschiedliche Gleisanordnungen.
Die Diodenmatrix und die Verknüpfungsschaltung sind jeweils an den
Gleisverlauf angepasst. Die nachfolgende Funktionsbeschreibung ist allgemein
gehalten, damit das Prinzip klar wird und auch auf andere Gleisanordnungen
übertragbar ist.
Die Diodenmatrix ist eine recht einfache
aber dennoch wirksame Schaltung, um die relevanten Weichen einer Fahrstraße
korrekt zu stellen. Dabei entkoppeln die Dioden die Weichenantriebe voneinander.
Wenn viele Weichen gleichzeitig gestellt werden, ist der Strombedarf recht
hoch. Daher muss die Stromversorgung kurzzeitig ausreichend Strom liefern
können. Dies kann mit Speicherkondensatoren realisiert werden (Betriebsspannung
und Polung unbedingt beachten!).
Ist ein Antrieb "gerade" gestellt, so sind die Kontakte der
Endabschaltung für die Richtung"gerade" geöffnet und
für "abzweig" geschlossen, sodass dieser Anschluss auf
+Potenzial liegt.
Ist ein Antrieb auf "abzweig" gestellt, verhält es sich
genau umgekehrt.
Wichtig: Die hier gezeigte Fahrstraßensteuerung funktioniert nur
in Verbindung mit endabgeschaltenen Weichenantriegen. Weichen ohne Endabschaltung
müssen für die Rückmeldung um eine Speicherstufe (bistabiles
Relais oder "Flip-Flop") erweitert werden.
Siehe auch Weichenrückmeldung.
Liegt +Potenzial an einem Weichenanschluss an, schaltet der entsprechende
Transistor durch. Sind alle Transistoren in einem Zweig leitend, ist die
Und-Verknüpfung für die Gleisrückmeldung erfüllt,
der Signalausgang (Sn) liegt auf +Potenzial und die Stelltisch-LED leuchtet.
Für die Verknüpfung lassen sich auch freie Umschaltkontakte
der Weichenantriebe verwenden, sodass die Transistoren für die Rückmeldung
entfallen können.
Liegt der Signalausgang (Sn) auf +Potenzial leuchten neben der gelbe Stelltisch
LED auch die LED´s HP1,HP2 bzw. Sh1 des Signalbausteins auf. Der
npn-Transistor "T1" schaltet, "T2" sperrt und die
rote LED (HP0 bzw. Sh0) erlischt.
Liegt der Signalausgang (Sn) nicht auf +Potenzial, sperrt der Transistor
"T1", "T2" leitet und die rote LED leuchtet.
Die Beispiele 1 und 2 veranschaulichen die Funktion der Rückmeldung und Signalansteuerung (Lichtsignale). Diese lassen sich individuell erweitern. Sollen Hauptsperrsignale verwendet werden, so definiert ein Umschalter, ob das Signalbild für Zug "Z" oder Rangierfahrten "R" angezeigt werden soll.
Schaltet man parallel zu den LED´s (HP1, HP2, Sh1) ein Relais oder Opto-Relais, so ist auch eine Zugbeeinflussung möglich.
Die Antriebe der Flügelsignale verhalten sich wie Weichenantriebe
und können direkt mit der Diodenmatrix geschaltet werden. Eine Rückmeldung
kann direkt erfolgen wenn das Signal Endabschaltung hat. Ansonsten ist
ein Signalbaustein erforderlich.


