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Workshop: Planung einer Anfänger-Anlage 90 x 152 cm - Betrieb machen

Der dritte Teil zeigt eine Modelleisenbahn, die grundlegende betriebliche Anforderungen erfüllt. Ausgehend von einer Einspurstrecke mit Ausweichstellen, wächst die Anlage zu einer kompletten Eisenbahn mit vielseitigem Betrieb und Industrieanschlüssen. Nebenbei werden elektrische Angelegenheiten und anderes besprochen.

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Eine Anlage für vorbildlichen Betrieb

In der Praxis benötigst du mindestens zwei Überholgleise bzw. Ausweichgleise (wenn es geht auch mehr), wenn du auf einer Anlage zwei Züge fahren willst. Es ist klar, dass die Länge der Ausweichgleise maßgebend für die Länge der Züge ist. So kann immerhin ein Zug im Ausweichgleis stehen, während der andere auf dem Hauptgleis vorbeifährt. Für ein "richtiges" Betriebserlebnis sollten die Ausweichgleise wenigstens eine Zuglänge auseinander liegen. Das nächste Bild zeigt, wie wir das alles erreichen können:

Zwei Überholgleise

Du wirst bemerken, dass die Ausweichgleise nicht gleich lang sind, und dass ein Teil der "Strecke" kürzer ist als die beiden Ausweichgleise. Dies ist einer der Kompromisse, wie sie bei der Anlagenplanung vielfach unumgänglich sind. Die Gründe hierzu werden deutlich, wenn wir die Anlage weiter entwickeln. Im Moment sehen wir, dass das kürzere Ausweichgleis für eine Lokomotive, etwa fünf Güterwagen und einen Schlusswagen (Güterzug-Begleitwagen) Platz bietet . Dies setzt voraus, dass wir wegen der kleinen Radien eher kleine Lokomotiven (ca. 100 mm LüP) und Güterwagen (ca. 90 mm LüP) verwenden. Bei kürzeren Güterwagen (ca. 60 mm LüP) können entsprechend mehr Waggons angehängt werden.

Gedanken zur Elektrik

Bauen wir die Anlage auf. Aber zuvor müssen wir eine wichtige Entscheidung für die Zukunft unserer Modellbahn treffen: Werden wir digital fahren (Selectrix bzw. DCC) oder konventionell (Analog)? Diese Frage wurde schon oft lang und breit diskutiert. Im Grunde geht es darum, ob man sich für kostspielige Geräte oder eine komplexe Verdrahtung entscheidet. Keine Angst - Ich sagte, du wirst einige neue Fähigkeiten erlernen, und das 1x1 der Verdrahtung ist eine davon. Lass dich nicht irre machen, wenn du etwas im folgenden Abschnitt nicht verstehst, sondern frage einen Freund um Hilfe, der etwas von Elektrik versteht, oder kauf dir eines der vielen guten Bücher zum Thema Modellbahnverdrahtung, beispielsweise "Modellbahn - Elektrotechnik (Alba-Modellbahn-Praxis Band 4)", ISBN 3-87094-238-X.

Der Workshop geht weiter in der Annahme, dass du die preiswerte analoge Verdrahtung wählst und Minitrix-Schalter zum Schalten der Gleisabschnitte verwendest. Wenn du stattdessen gewöhnliche Kippschalter verwendest, nehme ich an, dass du ein passendes Buch hast, das dir weiterhilft. Du kannst natürlich später problemlos auf digitales Fahren umsteigen, wenn du willst.

Unter der Annahme, dass du dir die Gleise für das doppelspurige Oval besorgt hast, benötigen wir folgende zusätzlichen Teile:
2 x Gebogenes Gleis Radius 430 mm (R4), 15° (Fleischmann Art.-Nr. 9136)
4 Paar Anschluss-Schienenverbinder (Minitrix Art.-Nr. 66520 oder selber löten)
12 x Isolier-Schienenverbinder (Fleischmann Art.-Nr. 9403, 12 Stück pro Beutel)
6 x Doppelfunktionsschalter gelb (Minitrix Art.-Nr. 66594)
ODER 6 x Kippschalter "2 x Um mit Mittelstellung 'Aus'" (aus dem Elektronikteilehandel)

Beachte, dass der Gleisplan in sechs separate Abschnitte unterteilt ist. Jeder Gleisabschnitt ist elektrisch von seinen Nachbar-Abschnitten isoliert und die für eine Zugfahrt gerade benötigten Abschnitte werden mit Schaltern auf das gewünschte Fahrgerät aufgeschaltet (Z-Schaltung - siehe auch Elektrik / Z-Schaltung).

Bau die neue Anlage durch Umordnen der Gleisstücke und stecke diese wiederum sorgfältig und sauber zusammen wie beim letzten Mal. Aber nun werden überall dort, wo sich die Farbe der Schienen im Gleisplan ändert, zwei Isolier-Schienenverbinder anstelle der metallenen verwendet. Vergewissere dich, dass jeder Gleisabschnitt mit einem Paar Anschluss-Schienenverbinder versehen ist - einem roten und einem blauen. Wenn du kannst, verwende nicht nur Rot, sondern für jeden Abschnitt eine andere Farbe. Die gemeinsame Masseleitung hat hingegen immer die gleiche Farbe - bei uns ist es Blau. Schließe die Kabel so an die Schalter, wie es im Schema dargestellt ist.

Elektrischer Anschluss der Gleisabschnitte

Wenn Kippschalter anstatt der gelben Minitrix-Schalter verwendet werden, müssen diese gemäß ihrer Anschlussbelegung angeschlossen werden (Im allgemeinen werden die Speiseleitungen der beiden Fahrgeräte an die äußeren beiden Anschlüsse gelötet, während der Abgang zum Gleis an den mittleren Anschluss angelötet wird). Halte dich jetzt nicht mit dem Bau eines Schaltpultes auf - dieses kannst du später immer noch bauen. Fixiere die Schalter für den Moment einfach irgendwie, z.B. mit einem Klebeband.

Fertig? Gut! Das war nicht so schwierig, wie es am Anfang klang (hoffe ich zumindest) und wir haben eine Lektion über Verdrahtung gelernt, die dich vermutlich in weiten Kreisen zum Experten macht.

Ist es den ganzen Aufwand wert?

Wetten, dass wir nun mehr Möglichkeiten haben als je zuvor? Wir können immer noch einen Zug um die Anlage fahren lassen, wenn wir dazu Lust haben, oder wir können bis zu drei Züge auf der Anlage haben, zwei in den Ausweichgleisen und einen fahrend. Aber der wirkliche Spaß beginnt dann, wenn zwei Leute mit zwei Fahrgeräten gleichzeitig fahren können. Es fahren dann zwei Züge gleichzeitig, in der gleichen oder entgegengesetzten Richtung, die sich begegnen, kreuzen oder überholen, wie es sich gerade ergibt. Denke daran, die Weichen rechtzeitig zu stellen und sei allzeit bereit, in einem Ausweichgleis auf den Gegenzug zu warten. Das ist gerade so wie bei der richtigen Eisenbahn und es benötigt Zusammenarbeit und Koordination, damit Zusammenstöße vermieden werden.

Das Wichtigste aber ist: Du hast den schwierigsten Teil des Anlagenbaus überstanden. Wir haben nun einen Basis-Gleisplan mit einer Verdrahtung, die unzählige Stunden Eisenbahnspielspaß für zwei oder mehr Leute ermöglicht.

Der Grund, weshalb die Züge fahren

Soviel Spaß es auch macht, mit zwei Zügen zu fahren (und ich nehme an, das hast du nun auch eine ganze Weile getan), braucht die Eisenbahn noch einen Grund, weshalb die Züge fahren. Es wäre auch schön, wenn wir noch etwas anderes tun könnten als zugucken, wie die Züge von dannen ziehen, vor allem auch dann, wenn wir die Anlage alleine betreiben.

Züge haben nur einen Zweck im Leben - Waren und Passagiere von einem Ort zum anderen zu transportieren. Kein Gleisplan ist vollständig, bevor er nicht diesen Verkehr darstellt. Aus diesem Grunde benötigen wir Abstellgleise oder Industrieanschlüsse, an welchen Güterwagen abgeholt und zugestellt werden können. Das nächste Bild zeigt, wie wir unserem Gleisplan vier solche Abstellgleise hinzufügen können.

Gleisplan mit Abstellgleisen

Das Symbol Brücke im Gleisplan stellt eine große Brücke dar, die von Schiffen unterquert werden kann. Mehr dazu unten. Es kann irgend eine Brücke aus dem Zubehörhandel verwendet werden, die dir gefällt. Schneide einfach eine passende Öffnung in den Hartschaum und setze die Brücke unter die entstandene Lücke.

Wir benötigen zusätzlich die folgenden Teile:

3 x Linksweiche mit stromleitendem Herzstück (Fleischmann Art.-Nr. 9178)
1 x Rechtsweiche mit stromleitendem Herzstück (Fleischmann Art.-Nr. 9179)
2 x Gerades Gleis 55,5 mm (Fleischmann Art.-Nr. 9103)
4 x Prellbock mit Gleis 57,5 mm (Fleischmann Art.-Nr. 9116)
4 x Gebogenes Gleis Radius 225,6 mm (R2), 15° (Fleischmann Art.-Nr. 9127)

Entferne die Drahtbügel aus den Weichen und setze die Gleisstücke entsprechend dem Gleisplan zusammen. Denke daran: Überall, wo im Gleisplan die Farbe wechselt, müssen Isolier-Schienenverbinder angebracht werden. Die Anschluss-Schienenverbinder sollten sich bereits am richtigen Ort befinden. Vergewissere dich dennoch, dass jeder Gleisabschnitt mit nur einem Paar Anschluss-Schienenverbinder versehen ist und dass die Anschluss-Schienenverbinder auf der "spitzen" Seite der Weiche angebracht sind (nicht auf der Seite mit den beiden Abgängen).

Herzlichen Glückwunsch! Unser Gleisplan ist nun herangereift und man kann ihn mit Fug und Recht als Modellbahnanlage bezeichnen.

Funktion der Gleise

Die Eisenbahn befördert eine große Zahl von Gütern und Materialien in einer dazu passenden Vielfalt von Wagen und nach kurzer Zeit hat auch der Modellbahner einen ebenso vielfältigen Wagenpark in seiner Sammlung.

Darum macht es Sinn, Industriebetriebe anzusiedeln, die ein Maximum an verschiedenen Güterwagen ermöglichen, ohne dass die Vorstellungskraft allzu sehr strapaziert wird. Es macht beispielsweise wenig Sinn, Öl in geschlossenen Güterwagen zu verschicken oder Hühnerfutter in Kesselwagen (es heißt zwar, dass man für jede Situation auch irgendwo ein passendes Vorbild findet, also sei nicht allzu überrascht, wenn dir jemand das Gegenteil beweist). Es ist wichtig, dass der Industriebetrieb und die von ihm verwendeten Güterwagen zusammenpassen. Es lassen sich viele Stunden beim Versuch zubringen, Industriebetriebe und Güterwagen auszuwählen, so dass eine ausgewogene Mischung für eine Modellbahnsituation entsteht. Aber es gibt bei der wirklichen Eisenbahn drei Orte, die ziemlich jeden Güterwagentyp empfangen oder versenden können. Betrachte den Gleisplan nochmals und lies die Bezeichnungen der Abstellgleise:

Verbindungsgleis: In Amerika, dem Land der Privatbahnen, gibt es nur wenige Bahngesellschaften, die für sich allein betriebsfähig sind. Die meisten von ihnen haben nur ein kleines Netz und daher eine oder mehrere Verbindungen zu einer anderen Bahngesellschaft. Diese Verbindungen werden "Interchange" (deutsch: Übergabegleis oder Verbindungsgleis) genannt und bestehen aus einem oder mehreren Gleisen, die von beiden Bahngesellschaften bedient werden können. Auf diese Weise können Wagen zwischen den beiden Bahngesellschaften ausgetauscht werden, ohne dass die jeweiligen Streckengleise blockiert werden.

In Europa, dem Kontinent der nationalen Bahngesellschaften, haben die Verbindungslinien zwischen zwei Teilen des nationalen Eisenbahnnetzes eine vergleichbare Funktion. Während das Netz mit den Bahnhöfen und Strecken im Lauf der Zeit gewachsen ist, wurden später an manchen Orten Verbindungslinien hinzugefügt, welche zusätzliche direkte Zugläufe ermöglichen. Die Verbindungslinie dient also nicht zum Abstellen von zu übergebenden Wagen, sondern zur fahrenden Übergabe von ganzen Zügen (an die Verbindungslinie lässt sich leicht ein Schattenbahnhof anschließen - doch das behandeln wir später). Mangels Platz könnten wir annehmen, dass unsere kleine lokale Eisenbahn aus der Lokalbahnzeit noch ein Verbindungsgleis (oder Übergabegleis) besitzt, wie oben beschrieben.

Auf unserem Gleisplan ist also nur "unsere" Seite der Verbindungsgleises dargestellt. Egal ob wir amerikanisch oder europäisch fahren, das Verbindungsgleis hat eine gedachte Fortsetzung außerhalb unserer Anlage.

Auf einer Modellbahn erfüllt das Verbindungsgleis drei wichtige Aufgaben:
  1. Es ist eine Quelle von Wagen, die ein Ziel (Empfänger) aber keinen Ausgangspunkt (Versender) auf unserer Modellbahn haben.
  2. Es ist ein Ziel für Wagen, die einen Versender aber keinen Empfänger auf unserer Modellbahn haben.
  3. Es fördert den Eindruck, dass unsere Anlage ein kleiner Ausschnitt aus einem riesigen Eisenbahnnetz ist.

Das Abstellgleis links oben auf unserer Anlage dient diesem Zweck.

Freiverlad: Nicht alle Betriebe, die Bahngüterverkehr empfangen oder versenden, haben ein eigenes Anschlussgleis. Gründe dafür können hohe Anschlussgleiskosten, schwieriges Gelände oder schlicht zu kleine Warenmengen sein. Trotzdem brauchen diese Kunden den Zugang zu einem Gleis, wo sie ihre Frachten aus- und einladen können. Diese "öffentlichen" Gleise werden von vielen verschiedenen Versendern und Empfängern benützt und daher können sie Ziel von allen möglichen Wagen sein, beladen oder leer. Es ist wirklich eine gute Idee, solch ein Freiverladegleis an jeder Ortschaft auf der Anlage vorzusehen. Es benötigt wenig Platz und trägt sehr viel zum realistischem Betrieb bei.

Das Abstellgleis rechts oben auf unserer Anlage ist unser Freiverladegleis.

Hafen: Eine andere dankbare Angelegenheit ist der Hafen. Dort erreichen die Schienen das Meer (oder auch einen Fluss) und die Ladegüger werden umgeladen, normalerweise im internationalen Verkehr. Was ist also der Nutzen für uns? Nun - zum einen sind wir nicht mehr bloß Teil eines riesigen Transportnetzwerkes, sondern wir sind jetzt Teil eines globalen Transportnetzwerkes. Wir können Bananen aus Mittelamerika empfangen und Fernsehgeräte nach Afrika versenden. Die Möglichkeiten für Güter von und nach dem Hafen sind nahezu unbegrenzt. Die Kehrseite ist natürlich, dass sich deine Eisenbahn beim Meer befinden muss. Es würde die Vorstellungskraft überfordern, wenn man einen Hafen z.B. in der Wüste baut. Der Zweite Punkt ist, dass die Schiffe oder Kähne eine Zugangsmöglichkeit zum Pier haben müssen. In unserem Fall rechtfertigt das die große Brücke an der Unterseite des Gleisplans. (Die Brücke ist auch der Grund, weshalb das Ausweichgleis unten rechts so kurz ist - ein weiterer Kompromiss, der hier für einen realistischeren Betrieb unumgänglich ist.)


Der Workshop geht mit dem Thema "Die Geheimnisse des Rangierens" weiter.


© 1999-2002 Chris Roper. Übersetzt und veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung. Die englische Originalausgabe ist auf http://tutorial.caroper.com erschienen. Übersetzung: © 2006 Felix Geering.

Das sagen User zu diesem Thema (4 Beiträge):

Von: PMAB
Am: 23.10.13 11:46

Hallo,
Ich bin Wiedereinsteiger und
die Anlage interessiert mich sehr, wobei ich ab dem Abschnitt mit der Z-Schaltung aussteige, ich kapier´s einfach nicht. Wieviele Trafos benötige ich denn ? Für jeden Stromkreis einen ? Man soll es ja tunlichst vermeiden mehrere Stromkreise an einen Trafo anzuschließen oder hab ich´s falsch verstanden ?
Ich hätte mehr Platz zur verfügung ( 340cm x 140cm), ist es möglich den Gleisplan zu strecken durch mehrere Geraden und evtl. größere Radien ? Ich traue mich nicht an einen Selbstentworfenen Gleisplan heran weil ich mit der Elektrik so meine Schwierigkeiten habe.
P.M.
Am: 23.02.10 18:39

schöne modellbahn mit vielen getrennten stromkreisen sieht gut aus
Am: 22.11.06 14:46

Echt eine wunderschöne Kleinanlage haben Sie gebaut, Herr Krümmel!
Mehr möchte nicht dazu erwähnen... :-)
Am: 16.11.06 21:43

Das neue Projekt ist mal wieder ein schönes Beispiel für Kleinanlagen, die wohl fast jeder irgendwo bzw. irendwie in seiner Wohnung unterbringen kann.
Auf meine HP unter http://www.kkruemmel.homepage.t-online.de/ovalingen/index.htm sehen Sie, wie eine Kleinanlage auf ca. 118 x 98 cm aussehen kann. Ich habe sie bereits vor einigen Jahren in offenener Rahmenbauweise erstellt.
Wenn ich damit spielen will, werden 4 dicke 4-Kantfüße an die Ecken geschraubt und die Trafos angeschlossen (einer für Fahrstrom und der andere für Beleuchtung und Weichenstrom), fertig !
Bei Betriebsruhe hängt "Ovalingen" wie ein dreidimensionales Bild an der Wand und nimmt so keinen Stellplatz ein !
MfG
Karlheinz Krümmel

 


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