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THEMA: Fehler eines N-Modellbahners ...

THEMA: Fehler eines N-Modellbahners ...
Startbeitrag
Udo K - 10.08.15 18:46
Hallo,

ich nutze das Sommerloch hier einmal dazu, ein paar Gedanken dazu niederzulegen, was man als N-Modellbahner lassen sollte, um seinen Spaß am Hobby nicht unnötig zu trüben. Letztendlicher Auslöser ist die kürzliche Finalisierung eines langen Bastelprojekts mit noch längerer Geschichte, in deren Verlauf ich einige Fehler gemacht habe, die den Spaß schon etwas einbremsten.

Die eigenen Fehler waren nicht wenige, so dass ich das ganze in mehreren Teilen posten werde.

Beginnen werde ich heute mit dem Urfehler des N-Modellbahners.


Teil 1: Wahl eines konkreten Wunschvorbilds für ein Modell.

Vorweg: Ich gebe gerne zu, dass genau das bei mir den gesamten Spaß an der N-Bahnerei begründet, nämlich das Vorbild. Allerdings geht sowas gerne auch mal nach hinten los.

Zur Illustration (und als Bogen zum o.g. Bastelprojekt) habe ich in den Anhang Fotos gestellt, die ich am Nachmittag des 8. März 1987 am Münsteraner Hauptbahnhof gemacht habe. An dem Tag war ich etwas vom Glück verfolgt, weil sich binnen kurzer Zeit ein paar ansehnliche Fahrzeuge ablichten ließen. Diese waren:

1. 140 246, Doppellampen, keine umlaufende Griffstange / Tritt, Front-DB-Zeichen, Düsenlüfter, Festfenster, kein silbernes Dach, grüne Lackierung

2. 110 104, große Lampen, keine umlaufende Griffstange / Tritt, kein Front-DB-Zeichen, Schweigerlüfter, Festfenster, kein silbernes Dach, "Freimann"-blaue Farbgebung

3. 110 234, Doppellampen, umlaufende Griffstange / Tritt, Düsenlüfter, Festfenster, Lackierung in o/b

4. 140 126, große Lampen, umlaufende Griffstange / Tritt (gekürzt), kein Front-DB-Zeichen, Schweigerlüfter, Schiebefenster, silbernes Dach, grüne Farbgebung

5. 624 668, rote Farbgebung

6. MDyg mit glatten Wänden

Ich habe den Nachmittag sehr genossen und schon war der Wunsch geboren, die Fahrzeuge auf meiner N-Anlage zu sehen. Im Jahr 1987 unmöglich; natürlich gab es damals auch Modelle von 110 und 140, die allerdings mehr oder weniger stark von den abgebildeten Loks abwichen.

Besonders angetan hatte es mir damals die blaue 110 104. Die einzige seinerzeit verfügbare blaue 110 gab es von Fleischmann in Gestalt einer blau lackierte 140 mit Verschleißpufferbohle, umlaufender Griffstange und Klattelüftern - definitiv für mich keine hinnehmbare Annäherung an die 110 104.

Auch 28 Jahre später ist von den 6 fotografierten Fahrzeugen lediglich der 624 in rot zu haben (wobei es dann an den beiden folgenden Wagen des Zuges hapert) und als Annäherung an die 140 126 hat es die 140 107 von Hobbytrain zu mir geschafft.  Von den anderen Fahrzeugen kann ich weiterhin nur träumen.

Insgesamt also keine wirklich spaßfördernde Idee, Gefallen an konkreten Vorbildern zu finden und die sich als Modell zu wünschen ...

Viele Grüße,

Udo.


Fortsetzung folgt.

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Moin Udo

aus Münster ? Da wären ja auch noch Fotos vom Gebäude interessant, wer weiß wie das aussehen wird, wenn es jemals fertig wird ....

MfG Oliver
Moin Udo,

das nicht jeder exakt die Lok kriegen kann, die er gerade will, sollte klar sein. Da muss man halt Kompromisse eingehen...

Ich persönlich habe auch ein paar Loks auf meiner Wunschliste, die es (in Spur N) nicht gibt bzw. nur ähnlich.

Ich könnte jetzt natürlich auch einfach jammern oder ich baue mir bestehende Loks um, später vielleicht sogar komplett selber (man weiß ja nie).

Mir macht das eigentlich recht viel Spaß, ich kann aber auch verstehen, wenn es nicht jedermanns Sache ist...

Aktuell baue ich gerade einen ICE T von Fleischmann zu einem ICE TD um und ich werde demnächst mit einer 295 anfangen, die umlackiert wird und automatische Kupplungen bekommen soll. Die beiden Projekte werden sich etwas überschneiden, damit ich einen Decalbogen voll bekomme.

Ich kann mich da allerdings auch auf die Unterstützung von Vereinsmitgliedern verlassen, was das ganze etwas erleichtert ;)

Also nicht jammern, selber bauen ;)

Mit freundlichen Grüßen
Moritz

P.S.: Meinem Minitrix Taurus habe ich auch schon neue Puffer verpasst und teilweise lackiert... Teilweise etwas mehr als benötigt ;)
(Sieht auf dem Bild etwas übler aus, als es live ist ;) )

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In der Tat ist die Herangehensweise irgendwie verkehrt. Umgekehrt müsste das unterhaltsamer sein = von verfügbaren Modellen die realen Vorbilder suchen und ggf. aufsuchen. Obwohl auch hier sich recht rasch starker Frust einstellen kann...

Gruß
Eglod
@3 Das ist auch eine sehr gute Idee. Was freue ich mich, wenn ich nach Feierabend meine 218 362-2 in Doppeltraktion vorbeifahren sehe/höre :)

Allerdings liest man doch des öfteren, dass das eine oder andere Detail nicht 100%ig passt. Entweder bei der ganzen Baureihe hat der Hersteller etwas verhunzt oder er sich eine Schwesterlok rausgesucht, die ausgerechnet fünfeckige Puffer hat...

Gruß
Moritz
Hallo,

genau, spätestens wenn man sich die Vorbilder der schon vorhandenen "Modelle" anschaut wird es kritisch. Da ist man schnell bei "die Geister die ich rief". Dennoch, ich habe fast alles was ich jemals hier bei uns am Bahnhof (Mühlhausen/Thüringen) jemals gesehen oder von Fotos her kenne. Die eine oder andere Farbvariante einer 219 fehlt sicherlich aber damit muss man leben oder eben selber lackieren und vorher die kleinen Details ändern.

Genau so eine 140 wie du sie in Forn der 246 beschreibst hab ich mal gemacht, ist nach Aufgabe der DB-Sammlung (es gibt nun genug DR) in die Bucht gewandert und war da auch kein Flop.
Vor allem macht es irre Spaß die zu ändernden Details zu erforschen... Leider ist man damit nicht fertig wenn das Modell vermeintlich fertig ist.

Auf jeden fall ist es kein so schlimm teures Unterfangen ein Industriemodell optisch zu ändern. Billige, unansehnliche Fahrzeuge, die man dafür verwenden kann, gibt es zuhauf. Man muss sich nur ran trauen. Vor allem hat man dann eine Unikat, auf das man stolz sein kann.

Grüße Torsten
Jetzt laßt doch mal den Udo seine Geschichte erzählen!

Bin schon gespannt auf die Fortsetzung ...


Grüssle
Jürgen
Hallo miteinander,
ich sitze gerade auf der anderen Seite der Erdkugel und kann an keinem meiner Projekte weiterbasteln:
DSB Lyntog Litra MS auf Basis Bauart Hamburg
ÖBB 4045
ÖBB 1045
ÖBB 4010
SNCF 242 A1
ÖBB Rh 78
SNCF BB9200 (da gab es ja bei Ebay das Arnold-Gehäuse zu kaufen, den Rest will ich mir aus einer Roco 1044 und dem DelPrado-Modell zusammenklauben, die Arnold-Originalteile sind unbezahlbar)

In letzter Zeit habe ich mir so einiges parallel eingetreten, natürlich auch durch die vielen Anregungen hier im Forum... Ich denke, ich muss das etwas eingrenzen, zumal die Elektrifizierung auch noch nicht abgeschlossen ist. Es wird deutlich, dass man sich ganz gut verzetteln kann :)
Beste Grüße,
Hansjörg

Hallo,

ich danke für die Antworten.

@Oliver: Damals war ich im wesentlichen auf die Fahrzeuge fixiert, Bahnbauten (wie z.B. den Münsteraner Bahnhof) waren als Hintergrund gerne gesehen, sofern sie fotografisch passten, aber eigene Bilder waren sie mir damals nicht wert. Vielleicht auch ganz gut, sonst würden sich meine Modellwünsche vielleicht auch noch auf konkrete Gebäude beziehen ...

@Moritz: Bin gespannt, wie es mit Deinen Umbauten weitergeht, wäre schön, wenn man davon was hier im Forum zu sehen bekäme.

@Torsten: Hast Du ggf. Bilder der DDL-140 und/oder Informationen, wie Du die Lüfter gemacht hast? Oder war das Basismodell von Arnold?

@Hansjörg: Das Thema "Verzetteln" in vielen Umbauprojekten kommt mir irgendwie bekannt vor ...


Nun zum zweiten Teil dieses einen konkreten Bastelprojektes und der Fehler, die ich darin machte.


Teil 2: Überstürzte Auswahl eines Basismodells für das Bastelprojekt

Nur knapp 20 Jahre nachdem die Freimannblaue 110 104 zu meinem Wunschmodell geworden war, hat Hobbytrain die E10 / E40 in der Ursprungsversion herausgebracht.  Als diese Modelle im Preis stark nachließen, konnte ich dem Kauf der 110 145 als Ausgangsmodell für den Umbau zur 110 104 nicht widerstehen. Das war 2011.

Die Idee war: Regenrinne, umlaufende Griffstange samt Trittrost abschleifen, neue Griffstangen samt UIC-Dose an der Front anbringen, den blauen Teil neu lackieren, ggf. (je nach Abklebeerfolg) den Zierstreifen zwischen Blau und schwarz neu anbringen, neue Loknummern + DB-Zeichen anbringen, fertig.

Der Anfang war auch schnell gemacht, indem ich die überflüssigen Teile vom Gehäuse abgeschliffen habe.

Das Ergebnis sah gerade von vorne irgendwie komisch aus. Ich habe dann festgestellt, dass Hobbytrain formtechnisch nicht wirklich exakt gearbeitet hat: Die charakteristische Rahmenform der 110 im Frontbereich haben sie einfach ignoriert - was aufgrund des umlaufenden Tritts beim unbearbeiteten Modell kaum auffällt, nach meiner Schleiferei aber denn doch.

Die Behebung dieses Formfehlers des Basismodells "110 104" hat den Aufwand bei der Gehäusebearbeitung für mich in etwa vervierfacht. Ich habe die Rahmenecken aus Polystyrol ans Gehäuse geklebt und verfugt mit Sekundenkleber, Spachtelmasse und Farbe. Bis das glatt, einigermaßen gerade und richtig geformt war, ist einige Zeit ins Land gegangen.

Und alles nur, weil ich mir das Hobbytrain-Gehäuse nicht vorher richtig angesehen habe.

Wäre mir dieser Fehler vorher aufgefallen, hätte ich mir eine Freimannblaue 110 mit umlaufender Griffstange zum Vorbild genommen. Z.B. die im ersten Teil gezeigte 110 104 im Zustand nicht 1987, sondern 1985.  Oder die 110 184, die ihre Griffstange viel länger behalten hat.  

Nun denn, immerhin ließ sich dieser Fehler mit Mehraufwand noch einigermaßen ausbügeln und ich war um eine Erfahrung reicher.

Viele Grüße,

Udo.


Fortsetzung folgt.

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Hallo,

weiter geht es mit dem dritten Teil:

Teil 3: Unbedachter Einsatz von Lackentfernungsmitteln

Nachdem ich mit dem eigentlichen Bearbeiten des Gehäuses fertig war (siehe Teil 2), wollte ich das Gehäuse zum Lackieren vorbereiten, um anhand einer ersten, hellen Lackschicht Ungenauigkeiten bei der Gehäusebearbeitung entdecken und ausbessern zu können.

Aus einem mir nicht mehr nachvollziehbaren Grund störte mich dafür der stellenweise noch vorhandene blaue Ursprungslack des Basismodells. Also beschloss ich, diesen mittels Lux DLE90 zu entfernen.

Aus einem mir noch weniger nachvollziehbarem Grund ging ich dabei ungewöhnlich unaufmerksam und unbedacht vor. Infolgedessen durfte ich nach einiger Zeit des Lackentfernens feststellen, dass ich mit dem blauen Lack auch wesentliche Teile der Lüftergravur erfolgreich vom Gehäuse entfernt hatte. Was für eine Freude!

Um hier keinem Hersteller zu schaden, möchte ich nochmal explizit herausstellen, dass das Ganze mein eigener Fehler war. Mit dem Lackentferner von Lux habe ich - bei sorgsamer Anwendung - nur beste Erfahrungen gemacht. Ebensowenig wie Lux trifft Hobbytrain als Basismodellhersteller irgendeine Schuld.

Jedes Ende ist ein neuer Anfang: Das Projekt "110 104 ohne Griffstange" war mit dieser Aktion erstmal durch. Wir schrieben das Jahr 2012.

Gemacht habe ich dann Folgendes:

Das bearbeitete Gehäuse habe ich ganz von den Lüftern befreit, mit dem Ziel, es mit Klatte-Lüftern auszurüsten und so eine ganz andere Lok als ursprünglich gedacht nachzubilden. Eigentlich ein Modell in der Art, wie es Hobbytrain kürzlich herausgebracht hat (abgesehen vom Klattefenster). Dieses Projekt habe ich dann mit Erscheinen des HT-Modells denn auch geschlossen (Stichwort: Verzetteln und zu viele offene Projekte).

Das ursprüngliche Projekt der Freimann-blauen 110 104 habe ich neu angefangen, allerdings nun (aus eigenen Fehlern sollte man lernen, s. Teil 2) mit dem Ziel eine Lok mit Griffstange und umlaufendem Tritt zu basteln. Als Basis sollte mir ein als Ersatzteil bei Lemke bestelltes Gehäuse dienen, Ziel war nun "110 184".

Das Ersatz-Gehäuse habe ich bekommen, allerdings in Form der grünen "140 107". Ich habe mich gleich an die Arbeit gemacht. Total entgangen war mir dabei, dass das Gehäuse der 140 107 tatsächlich eine 140 und eben keine 110 darstellt. Aus eigenen Fehlern sollte man eigentlich lernen (s. Teil 2).

Viele Grüße,

Udo.


Fortsetzung folgt.




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Hallo,

hast Du schon mal mit Bremsenreiniger versucht?

Grüße, Peter W:
Hallo Udo,

das ist mir bisher auch noch nicht aufgefallen, dass der Versatz, wo die Trittstufe anfing, gar nicht eingearbeitet wurde von HT. So, da hast du recht, sieht das merkwürdig aus, als hätten die Kisten Mumps. 😁

Bin mal auf das Ergebnis des sehr interessanten Umbau gespannt.

Gruß
Marco
Bisher das beste Mittel zum entfernen unerwünschter Drucke ist in meiner Erfahrung Nagellackentferner. Funktionert wunderbar.

Misha
Hallo Misha,

ich bin war nicht Udo, aber ...
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Aus einem mir nicht mehr nachvollziehbaren Grund störte mich dafür der stellenweise noch vorhandene blaue Ursprungslack des Basismodells.


Es ging nicht um die Aufkleberchen. Aber trotdem danke für den Hinweis.


Grüssle
Jürgen
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:


Es ging nicht um die Aufkleberchen. Aber trotdem danke für den Hinweis.



Jürgen, ich habe ja auch kein Wort von "Aufkleberchen" gesagt. Nagellackentferner entfernt jeglichen Tampondruck hervorragend. Ob jetzt jede Grundfarbe damit auch abgeht kann ich nicht sagen. Das hängt von der Farbe ab, und die sind von Hersteller zu Hersteller verschieden. Bei Minitrix habe ich z.B. durch Zufall die Erfahrung gemacht, dass das verkehrsrot auch mit gewöhnilchem Acrylfarbenverdünner z.B. von Tamiya etwas abgeht. Habe ich dann zum Ausbleichen der Farbe bei der Alterung genutzt. Aber man sollte sowieso mit dem gewählten Mittelchen erstmal in einem unauffälligen oder nicht sichtbaren Bereich experimentieren bevor man sich an di eigentlich angedachte Stelle wagt.

Misha
Hallo Misha,

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Bisher das beste Mittel zum entfernen unerwünschter Drucke ist in meiner Erfahrung Nagellackentferner. Funktionert wunderbar.


Hier sprichst du aber von Drucke. Die blaue Ursprungsfarbe wurde aber nicht gedruckt  ;o). Egal, lassen wir Udo weiter erzählen ...


Grüssle
Jürgen
Hallo,

Zitat - Antwort-Nr.: 10 | Name: Peter W

hast Du schon mal mit Bremsenreiniger versucht?



Zitat - Antwort-Nr.: 12 | Name: Misha

Bisher das beste Mittel zum entfernen unerwünschter Drucke ist in meiner Erfahrung Nagellackentferner.



Obwohl, wie gesagt, ich mit dem Produkt von Lux sehr zufrieden bin, auch für die Druckentfernung,  werde ich eure Tipps bei Gelegenheit bestimmt testen. Danke dafür. Alles sehr passend für den vierten Teilfehler, den ich gemacht habe .

Teil 4: Angst vor neuen Methoden

Das geänderte Projekt "Freimann-blaue 110" sah nun eine Lok mit Frontgriffstangen vor. Die sind beim Hobbytrain-Modell angespritzt; das gefiel mir damals genausowenig wie heute. Wenn ich das Modell schon in der Mangel hatte, dann wollte ich das gleich mitändern und die Lok mit angesetzten Frontgriffstangen aus Draht ausrüsten.

Allerdings hatte ich bis dato keine Erfahrungen im Löten solcher kleinen Teile wie Griffstangen und deren Halter gemacht. Und leider habe ich all den Tipps im Forum und anderswo im WWW nicht getraut, ich hab's noch nicht mal ausprobiert.

Sondern ich habe gedacht, das ganze mittels Sekundenkleber zu lösen. Das ließ sich eigentlich erstmal auch ganz gut an, es war zwar auch ziemlich frickelig, aber die beiden Griffstangen waren irgendwann am Gehäuse dran und auch fest. Allerdings war ich nur solange damit zufrieden, wie ich mir das Ganze nicht genau angesehen hatte. Die Griffstangenhalter sind nicht nur ziemlich dick geworden durch den Sekundenkleber, sondern zudem kegelförmig, so dass da, wo die "Halter" am Gehäuse ansetzen, es zu wirklich unschönen Beulen am Gehäuse kam. Dagegen sah selbst die angespritzte Griffstange besser aus.

Kurz nachdem ich die Griffstangen für die 110 gemacht hatte, habe ich mich dann im Rahmen eines anderen Projektes (ÖBB 2050) doch dem Löten zugewendet. Das ging viel einfacher als ich gedacht hatte und das Ergebnis sieht um Welten besser aus als mein Sekundenklebergebastel. Damit war der Weg für die 110 vorgezeichnet: Ersatz der Sekundenkleber-Griffstangen durch gelötete. Ärgerlich eigentlich, dass ich das nicht gleich so gemacht hatte ...

Viele Grüße,

Udo.


Fortsetzung folgt.




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Hallo Udo,
Ich habe auch gerade so etwas vor mir. Wie hast du die Griffstangen gelötet? Sind die Halter selbst gebaut oder von einem Kleinserienhersteller? Die Halter selbst  hast du ja vermutlich dann erst nach dem Löten am Kunststoffgehäuse festgeklebt.
Beste Grüße,
Hansjörg
Hallo Hansjörg,

Zitat - Antwort-Nr.: 17 | Name: Hansjörg

Wie hast du die Griffstangen gelötet?


Gelötet habe ich mit ca. 320°C und Lötol & Lötzinnfaden von ndetail.

Zitat - Antwort-Nr.: 17 | Name: Hansjörg

Sind die Halter selbst gebaut oder von einem Kleinserienhersteller?


Die Halter sind Drahtstummel desselben Drahtes, der die Griffstange bildet (0,2 mm - 0,25 mm Messingfederdraht).

Zitat - Antwort-Nr.: 17 | Name: Hansjörg

Die Halter selbst  hast du ja vermutlich dann erst nach dem Löten am Kunststoffgehäuse festgeklebt.


Bei der ÖBB 2050 und der 1010 ja, bei der 110 nur den mittleren. Die äußeren 4 (zwei pro Seite) habe ich am Gehäuse gelötet (viel Lötöl, wenig Zinn am Lötkolben und sehr kurz erhitzen).

Viel Erfolg bei Deinem Projekt, würde mich freuen, hier etwas davon zu sehen zu bekommen.

Viele Grüße,

Udo.



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Hallo,

weiter geht es mit

Teil 5: Unachtsamkeit beim Bohren

Im Rahmen des Umbaus der 110 sollte die Lok auch ein modernisiertes oberes Spitzenlicht in Form einer bearbeiteten Aderendhülse bekommen. Hierzu muss die Originallampe aufgebohrt werden, damit die Aderendhülse hineinpasst.

Das Aufbohren der Lampe hat bei zwei HT-110ern vorher (und auch nachher) problemlos geklappt. Beim Projekt "110 184" nicht, da habe ich beim Bohrer daneben gegriffen und einen um 1/10 mm zu großen Bohrer aus der Schachtel geholt. In der Folge ist das Lampengehäuse gerissen.

Damit habe ich dieses Projekt nun ersteinmal weg gelegt, um mich anderen Bastelprojekten zu widmen, bei denen ich vielleicht nicht einen Fehler an den anderen reihen würde. Es beschlich mich das Gefühl, es soll einfach nicht sein mit mir und der Freimann-blauen 110.

Viele Grüße,

Udo.


Fortsetzung folgt.


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Moin Udo,

... und wo sind nun die Fehler? Ich lese nämlich aus Deinen posts eigentlich nur von Erfahrungen eines Modellbauers der sich passioniert, präzise und orginalgetreu an den Umbau von Loks wagt.

Chapeaux und Danke das Du uns an Deinen Erfahrungen teilhaben lässt.

Grüße Klaus
Hallo,

ich lese da schon heraus was Udo falsch gemacht hat (z.B. den Bohrer nicht nachgemessen) bzw. welche Techniken nicht funktioniert haben (z.B. das Kleben von Ätzteilen) und danke ebenfalls dafür, diese wertvollen Infos mit der Allgemeinheit zu teilen.

Die kleinen Bohrer sollte man übrigens immer nachmessen, schon alleine wegen der Toleranzen.

Dass manchmal etwas nicht gelingt muss man einfach akzeptieren. Wenn es einmal anfängt schief zu laufen, dann ist es meist nicht mehr aufzuhalten.

Grüße, Peter W.
Hi Udo,

sowas passiert halt. Ich kann jetzt mal einfach so ins blaue schreiben, was ich tun würde:

1) Außendurchmesser der geknackten Lampe mit der Schieblehre messen,
2) beten-hoffen-wünschen daß es diesen Durchmesser als Ms- oder Alurohr gibt
3) auf diesen Durchmesser aufbohren, aber gaaaanz vorsichtig (der Bohrer wird nämlich an der geplatzen Stelle ausbrechen wollen, ich mache sowas mit dem Bohrer in einer Handzwinge, dann kann man gegenhalten)
4) kurzes Röhrchen sägen, reinkleben, fertig.

Gibt natürlich keine Garantie, daß das auch perfekt wird, aber zumindest mir ist das lieber als ein Totalschaden. Bin allerdings auch bei kleinen Details generell nachsichtiger.

Gruß, ~Diane.
Hallo,

@Diane: Danke für Deinen Ausbesserungsvorschlag, sowas hatte ich auch in Erwägung gezogen (als Rohr hätte ich eine Aderendhülse genommen), hab's aber letztendlich mit Sekundenkleber, Rundfeile und Geduld geflickt. Aber vorerst habe ich erstmal eine Pause eingelegt.


Teil 6: Hoffen auf eine bessere Bastelgrundlage

Einige Monate danach hat Fleischmann dann die Kasten-E40 in Ursprungsausführung mit angesetzten Griffstangen angekündigt. Damit habe ich mein Bastelprojekt mit der unschönen selbstgebastelten Griffstange und der beschädigten Lampe zurückgestellt, da ich davon ausging, dass das Fleischmann-Modell so eine Griffstange ja schon mitbringen würde und ich mein Gebastel damit nicht auszubessern brauche. Darüberhinaus erwartete ich bei Fleischmann im Vergleich zur Hobbytrain-Lok eine korrekt tiefliegende, maßstäbliche Modellumsetzung mit sehr guten Fahreigenschaften, Kurzkupplungskulisse usw. so dass ich keinen Grund sah, am Hobbytrain-Modell auf Biegen und Brechen festzuhalten.

Nun, die Hoffnungen bezüglich der Fleischmann E40 erfüllten sich nicht, das Modell gefällt mir in den Proportionen gar nicht, angesetzte Griffstange hin oder her. Daher war klar, dass ich mein altes Hobbytrain-Projekt wieder ausgrabe und ich eigentlich nur Zeit mit Warten verloren hatte.

Stimmt natürlich nicht, schließlich bedeutet das Weglegen des einen Projekts den Fortschritt bei anderen. Allerdings stelle ich fest, dass die Hürde, ein einmal gut weggepacktes angefangenes Bastelprojekt wieder herauszuholen und da weiter zu machen, relativ hoch ist. Neue Projekte scheinen irgendwie immer interessanter zu sein ...


Viele Grüße,

Udo.
Folks!
Zum Entfernen von Drucken und noch mehr von Lackierungen verwende ich gerne Bremsflüssigkeit DOT 4 die bekommt man überall im KFZ Zubehörhandel. Das Zeugs habe ich von Z bis (G) in alles Spurweiten verwendet. Ein 1 Liter Gebinde kosten nur wenige Euronen.

Kurze Zeit mit dem Zeug an einem Modell, durchaus nur mit einem getränkten Wattestäbchen, kann man relativ schnell drucke entfernen ohne den Lack darunter stark anzugreifen. Meistens wird der nur etwas stumpf und das verschwindet wenn man nach dem Decal aufkleben das Modell versiegelt.

Längere Zeit das ganze Modell in Bremsflüssigkeit eingelegt löst den Lack an. Der bekommt Schrumpeln und kann mit einem Tuch, Wattestäbchen oder Borstenpinsel entfernt werden. Der Vorteil hier ist: ich hatte noch nie ein Modell bei dem Verklebungen aufgingen oder der Spritzling Schaden genommen hätte. Auch feine Details am Körper des Modells blieben erhalten. Wichtig bei Dachgravierungen, Lüftern Türspalte, Fenstergummi odglm.

Hoff' das rettet das eine oder andere Modell...
-AH-
Moin,

und womit entfernt man hinterher die Bremsflüssigkeit?

Gruß Kai
@25 Mit Wasser und etwa Spüli drin
-AH-
Zu Bremsflüssigkeit:

1. Längere Liegezeit zieht den Weichmacher aus dem Plastik und/oder verformt das Gehäuse. Würde das also nur mit dem Pinsel aufbringen.

2. Das Zeug ist giftig, auch für die Haut. Nur mit dichten Handschuhen arbeiten.

3. Das Zeug gehört nicht in den Abfluss.

Gruß,
Harald.

Hallo Udo,

wenn du diesem Thread einen aussagekräftigen Titel geben würdest  - z.B. "Umbau der 140" -, dann wären deine Beiträge einfacher zu finden für die Leute, die sich für dieses spezielle Thema interessieren.  

Oder soll der Thread eine umfassende Abhandlung werden über alle Fehler, die du in diesem Hobby in der Vergangenheit gemacht hast? Und die Sache mit der 140 ist nur der erste Punkt?   

Bei mir würde da eine ziemlich lange und unübersichtliche Liste heraus kommen, wenn ich alles aufschreiben würde, was ich in den letzten Jahren falsch gemacht habe

LG

  Andreas K.
Hallo,

@AH, Kai, Harald: Danke für die Präzisierungen zur Bremsflüssigkeit, werde ich sicher mal ausprobieren.

@Andreas K: Die Sache mit dem Thread-Titel ist überlegenswert. Allerdings ging bzw. geht es mir gar nicht um das Modell, sondern um das Tun (bzw. um das, was man lieber nicht tun sollte). Wenn es um die Modelle geht, versuche ich schon, das in den Threadtiteln klar zu machen.


Heute kommt auch schon der finale Teil von mir, ganz im Sinne von Peter:
Zitat - Antwort-Nr.: 21 | Name: Peter

Wenn es einmal anfängt schief zu laufen, dann ist es meist nicht mehr aufzuhalten.



Teil 7: Zu viel Hitze

Vor ein paar Wochen habe ich dann das Projekt wiederbelebt. Ursache war eigentlich der Zugang der Hobbytrain 110 143, die einer Aufhübschung unterzogen wird und ich dachte, es wäre schön, als Kontrast zu dieser stahlblauen, griffstangenlosen Klatte-Lüfter-Lok die Freimann-blaue 110 mit Schweigerlüftern und Griffstange in Dienst zu stellen.

Also habe ich mich an die Arbeit gemacht: Die Sekundenkleber-Griffstangen habe ich entfernt, die Sekundenkleber-Halter abgeschliffen und neue Griffstangen aus Messing-Federdraht gelötet und angebracht. Das gerissene Lampengehäuse habe ich mit Sekundenkleber-Gel geflickt und noch weitere Detailarbeiten am Gehäuse gemacht, wie z.B. UIC-Dosen an den Fronten, fehlendes Lüftungsgitter im Dachaufbau, Festfenster, Stromabnehmerantriebe.

Das ganze ging ziemlich zügig von der Hand, so dass ich mich schon fragte, warum ich mal gedacht habe, dass es mit mir und einer Freimann-blauen 110 nichts werden würde.

Die erste Lackschicht hat (erwartungsgemäß) einige Stellen offenbart, die nicht sauber geschliffen waren und der Nacharbeit bedurften.  Das hat wiederum ein paar Tage gedauert (man hat ja noch was anderes zu tun - leider ), bis es endlich zum nächsten, hoffentlich finalen Lackauftrag kommen sollte.

Vor dem Lackieren reinige ich die Gehäuse in der Regel in einer Seifenlauge, die ich mit klarem Wasser herunterspüle. Anschließend trockne ich das ganze mit einem Fön, wobei ich auch ggf. auf dem Gehäuse befindliche Fusel etc. dabei mit einem Pinsel löse und so herunterblase. Ein Verfahren, mit dem ich in den letzten Jahren recht gut gefahren bin.

Nicht so bei diesem Projekt.

Der Fön hat just an diesem Tag beschlossen, nun genug Schmutz angesaugt zu haben, und die Motordrehzahl stark reduziert. Dementsprechend gab es beim befönten Gehäuse weniger Luftaustausch, es wurde wärmer als gewöhnlich. Ich habe mir dabei gar nichts gedacht - eine Gedankenlosigkeit, zu der mich mir im Nachhinein nicht wirklich gratuliere.  

Während des Fönens kam mir das Gehäuse auf einer Seite irgendwie seltsam rundlich vor. Der genaue Blick darauf offenbarte schnell das Ausmaß der Deformationen am Gehäuse. Ich vermute, im Gehäuse gab es einen Hitzestau im Führerstandsbereich, woraufhin sich da das ganze Teil verzog.

Damit war nun wirklich das Ende dieses Bastelprojektes für mich erreicht, das verzogene Gehäuse ist mit meinen Mitteln nicht reparabel. Kurz entschlossen machte ich ein paar Abschiedsfotos des Malheurs, baute Griffstangen und UIC-Dosen ab und übergab den Rest dem Wertstoffkreislauf: Aus den Augen, aus dem Sinn. Wenn es so einfach wäre. Den Rest des Tages zähle ich nicht zu jener Zeit meines Lebens, in der mich mein Hobby mit tiefer Zufriedenheit erfüllte.

Mein Ärger über mein Unvermögen ist mittlerweile der erstaunten Erkenntnis gewichen, wieviele Fehler ich über die Jahre bei diesem einen Projekt gemacht habe. Einerseits natürlich schade, weil ich so zu keiner Freimann-blauen 110 kommen werde - ich glaube nämlich nicht, dass ich dieses Vorhaben noch einmal von vorne beginne. Schließlich liegen hier noch genug andere angefangene und vielversprechende Projekte herum, die etwas mehr Aufmerksamkeit gut gebrauchen können.

Andererseits ist es auch irgendwie gut, dass sich die Fehler auf ein einzelnes Projekt konzentrierten und andere Projekte von ihnen verschont blieben, so dass da dann sehr erfreuliche Modelle herausgekommen sind bzw. versprechen herauszukommen, die meinen Spaß an meinem Hobby drastisch erhöhen und zu einem wesentlichen Teil begründen. Zumindest ein paar Fehler werde ich nicht wiederholen - hoffentlich .

Das war's.

Viele Grüße,

Udo.



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Hallo Udo,

vielen Dank für diesen Beitrag, der einem viele AHA-Effekte darbringt.
Ist das jetzt wirklich das Finale gewesen?
...bin schon die ganze Zeit auf die Fahrzeuge aus #1 gespannt, besonders
"5. 624 668, rote Farbgebung"

Beste Grüße
Sven
Hallo Sven,

Zitat - Antwort-Nr.: 30 | Name: Sven

Ist das jetzt wirklich das Finale gewesen?


Ja, von meiner Seite schon.

Zitat - Antwort-Nr.: 30 | Name: Sven

...bin schon die ganze Zeit auf die Fahrzeuge aus #1 gespannt, besonders
"5. 624 668, rote Farbgebung"


Den 624 habe ich natürlich von Piko, siehe Anhang. Ganz original ist er nicht mehr, siehe
http://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_show.php?id=642504#63

Es ist zwar nicht der 624 668, aber das stört mich nicht, die von Piko nachgebildeten 626 624 und 624 660 sind mir auch wohl bekannt. Schade nur, dass Piko den 624 nicht in der Standard-o/b-Lackierung mit grauem Dach macht (und das Modell einen zu breiten Zierstreifen hat) ...

Dann der Vollständigkeit halber noch ein Foto der Hobbytrain 140 107 im Anhang.

Ich habe einfach zu viele offene Bastelprojekte hier im Verhältnis zur zur Verfügung stehenden Zeit, daher wird es die anderen Fahrzeuge bei mir nicht geben, es sei denn, ein Hersteller erbarmt sich. Wobei ich mich da besonders über den Packwagen freuen würde.


Viele Grüße,

Udo.

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