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THEMA: LED-Beleuchtung für Roco Umbauwagen

THEMA: LED-Beleuchtung für Roco Umbauwagen
Startbeitrag
RF - 15.03.15 20:12
Hallo,

nachdem ich neulich im Wochenbericht meine beleuchteten Roco-Umbauwagen gezeigt hatte, bin ich nach Tipps und Bildern dazu gefragt worden. So habe ich das heutige Wetter und meinen aktuellen Gesundheitszustand (Lötzinndämpfe machen die Nase frei!) genutzt, um eine Anleitung draus zu machen. Dabei decke ich alles ab, beginnend bei der Stromabnahme über die Kupplungen bis hin zum Zugschluss. Die Bilder erreichen nicht die Qualität manch anderer Umbauberichte, aber ich denke, das wichtigste ist gut zu erkennen.

Also frisch ans Werk, freiwillig gemeldet wurde der Wagen, der auch schon offen ist. (Bild 1)

0. Materialliste
- SMD-LEDs, 0603, warmweiß, unbedrahtet. Gibt es beim ledbaron im preiswerten hunderterpack mit Farbschwankungen - also ideal zur Nachbildung von Waggonbeleuchtungen.
- SMD-LEDs, 0402, rot, bedrahtet. Auch vom ledbaron.
- SMD-Widerstände, 1kOhm, Bauform egal, ich habe 1210er verbaut.
- flexible Leiterplatte, einseitig, zweipolig, auch ledbaron.
- doppelseitiges Klebeband. Wenn möglich mit zusätzlichem Schutzpapier sodass es nicht gleich an den Fingern klebt.
- Aderendhülsen, 0,5x6, Conrad 611891.
- Stromleitende Kupplungen, in meinem Fall Prototypen von msfrog.
- flexible Litze, ich habe welche von Tams genommen.
- Löthonig oder ein anderes Flussmittel nach Wahl.
- Decoder, in diesem Fall ein Tams FD-R Basic.
- auf 1:160 verkleinerte Instanzen von homo sapiens sapiens, sitzend oder stehend.

1. Stromabnahme mit Aderendhülsen
Auf der isolierten Seite werden die Räder, z.B. mit einem Klauenabzieher oder roher Gewalt abgezogen (Bild 2) und eine Aderendhülse auf die Achse gesteckt. Die sich öffnende Seite zur Vermeidung von Kurzschlüssen dabei auf die nicht-isolierte Seite. Dann das isolierte Rad vorsichtig wieder aufstecken und die Achsen wieder ins Drehgestell einsetzen, dabei auf die Polung achten. Dann Flussmittel auf die Hülsen und wie im Bild 3 Drähte anlöten. Ein kurzer Draht als Verbindung zwischen Beiden, und ein Langer Draht der durch das mittlere Loch des Drehgestells in den Wagen geführt wird.

2. Stromführende Kupplung
Die Umbauwagen haben am Ende des Wagenkastens links und rechts ein Loch, durch das die Litze einer stromführenden Kupplung passt, auf Bild 4 ist hoffentlich der Kabelverlauf zu erkennen. Da die schwarzen Kabel im Betrieb nicht auffallen, wollte ich nicht extra für diese Anleitung weiße Litze nehmen.

3. Passagiere
Bevor die Leisten gefertigt werden, noch schnell die Wagen ausstatten. Das geschieht fachmännisch in drei Schritten: Füße ab, Holzleim an den Po, rein in den Wagen. Beweisbild 5.

4. LED-Leisten
Die LED-Leisten entstehen aus flexibler Leiterplatte und SMD-LEDs. Das ist kein Hexenwerk, ich verwende weder SMD-Lötpaste noch einen speziellen Lötkolben oder Lötspitze. Die Leisten entstanden mit einer Lötstation von Lux und kegelförmiger Lötspitze. Also nichts, was der durchschnittliche Modellbahner nicht schon im Haus hätte...
Als erster wird ein Stück Platine entsprechend der Wagenlänge minus 1cm abgelängt, und auf der Rückseite die Position der LEDs angezeichnet (Bild 6). Ich werde also 12 LEDs verlöten damit der Wagen gleichmäßig ausgeleuchtet ist. Anschließend wird die Platine halbiert und dann im Zickzack (immer abwechselnd eine Seite) eingeschnitten, siehe die linke Platine auf Bild 7. Ein Streifen doppelseitiges Klebeband auf dem Schreibtisch fixiert die Platine. Die rechte Platine im Bild ist etwas auseinandergefallen weil ich beim Schneiden abgelenkt war, die wird noch geflickt. Die linke sieht so aus wie sie aussehen soll. Auf Bild 7 ist auch schon zu sehen, was wir noch brauchen: Ein bisschen Litze zum späteren Verkabeln. Dafür eignen sich Litzenreste wie sie beim Digitalisieren anfallen, denn hier ist die Farbe egal - die Kabel sind später nicht zu sehen.
Entsprechend der eingezeichneten LED-Positionen wird ein Stück der Leiterbahn verzinnt (Bild 8). Anschließend werden die LEDs darauf gelötet, das geht recht simpel. Die LEDs haben auf der Rückseite einen Pfeil der die Stromrichtung anzeigt. Der Körper der LED lässt sich gut mit einer Pinzette fassen. Mit der Pinzette wird die LED mit je einem Pol auf einen verzinnten Abschnitt gelegt und dann mit dem Lötkolben das Lötzinn nochmal kurz erwärmt. Das lötet die LED recht zuverlässig fest und nach ein paar Lötstellen hat man dann auch raus, wie viel Lötzinn es braucht. Ein Photo vom Lötvorgang kann ich mangels dritter Hand leider nicht zeigen. Nach den LEDs kommen noch die Kabel dran und die Widerstände. Dieser werden einfach neben die Platine gelegt und durch Lötzinn mit dieser verbunden. Anschließend der Funktionstest siehe Bild 9

5. Einbau der Innenbeleuchtung
Das Klebeband vom Schreibtisch wird noch gebraucht. In kleine Stücke geschnitten wird es auf die Stege im Wagen geklebt und dann die LED-Leisten darauf gelegt, siehe Bild 10. Die schwarzen Kabel die da noch rumhängen sind von den Drehgestellen respektive der Kupplung. Jetzt nochmal zwei Platinenstücke ablängen und mit Doppelklebeband über die LED-Leiste kleben, Kupfer nach oben. Diese Platinen führen dann Schiene L/R sowie Licht- und Decoder+. Das erspart eine fliegende Verkabelung die in Anbetracht der zu verbindenden Kabel relativ kompliziert wird. Die Verkabelung erfolgt dann so wie in Bild 11 zu sehen. Im Vordergrund der vorbereitete Decoder, da ich gerade gelbe Reste hatte sind sowohl Schiene als auch + und Aux1 in gelb ausgeführt. Die 4 genannten Kabel werden dann an die entsprechenden Leiterbahnen angelötet. Zeit für einen ersten Funktionstest, siehe Bild 12. Ein lustiger Drahtverhau. Durch die stromführende Kupplung braucht es keinen Kondensator für den Decoder, wer auf Nummer sicher gehen will muss einen solchen jetzt einbauen.

6. Zugschluss
Aber da ist ja noch ein Kabel übrig. Das ist für den Zugschluss, der mit 0402-LEDs ausgeführt wird. Ich habe mir die bedrahtete Variante bestellt weil ich vor der Kombination 0402+KuLaDraht+das_muss_durch_ein_kleines_Loch_passen kapituliert habe.
Roco hat die Löcher für den Zugschluss nicht verschlossen, sondern einfach offen gelassen, sodass da genau die 0402er-LEDs hineinpassen, 0603 dürften zu groß sein. Die Drähte der LEDs müssen jetzt von außen durch die Löcher geschoben werden, innen mit einer Pinzette greifen und VORSICHTIG ziehen. Wer zu weit zieht hat einen neuen Versuch, denn die LEDs rutschen durch die Löcher durch. Sitzt die LED an der richtigen Position wird diese mit einem Klecks Holzleim fixiert und zwar so, dass der Holzleim einigermaßen bündig abschließt, Bild 13. Holzleim hat hier den Vorteil dass er den Kunststoff nicht angreift und relativ leicht entfernbar ist. ACHTUNG: Die LEDs lassen sich trotz Leim immer noch leicht nach hinten aus den Löchern ziehen. Ich habe den KuLaDraht nicht gekürzt weil ich ein etwas gespanntes Verhältnis zu diesem Zeug habe, wer da besser mit kann kürze die Drähte. Die Verkabelung ist recht simpel sodass ich sie nicht im Bild festgehalten habe: Beide LEDs werden in Reihe verbunden, der freie Pluspol kommt an die Decoder-Plus-Leiterbahn, der freie Minuspol an einen Widerstand, und dieser dann an den noch freien Draht vom Decoder. Funktionstest siehe Bild 14 und 15. Ist das Innenlicht an, sieht man das rückstrahlende Rot nicht mehr. Da könnte man wahrscheinlich mit schwarzer Farbe noch was machen.

7. Schluss
Ein abschließender Blick auf den Kabelverhau siehe Bild 16, kurzes Stoßgebet dass ich da nie wieder ran muss, und dann den Wagen zu. Das Abschlussbild 17 ist hoffnungslos überstrahlt weil die LEDs noch nicht Decoderseitig gedimmt sind. Diese Einstellungen mache ich erst, wenn ich alle Wagen des Zugs umgebaut habe.

Die einzelnen Schritte lassen sich auch für andere (Roco)-Wagen adaptieren. Die Altbauvierachser von Roco haben alle viel Platz unterm Dach und in der Mitte den freien Platz für einen Funktionsdecoder.

Grüße,
RF

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Hallo Rico,

tolle Bastelarbeit! Geniale Idee mit den Aderendhülsen als Schleifkontakt. Du solltest vielleicht noch erwähnen wie lange du pro Wagen benötigt hast.

Grüße
Markus
Hallo Markus,

die Idee mit den Aderendhülsen ist aus dem Forum geklaut

Insgesamt hat die Bastelei 4 Stunden gedauert, ich habe aber nicht streng durchgebastelt, sondern mich zwischendurch durchs Skispringen ablenken lassen - und natürlich die Photos nebenbei gemacht.

Grüße,
RF


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