Minitrix V200 mit Lichtumbau
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Überblick
| Decoder: |
CT Elektronik Tran DCX74V (alternativ Zimo MX 62) |
| Digitalformat: |
DCC |
| Schnittstelle: |
Ja |
| Fräsarbeiten: |
Nein |
Einbau
Bild: Minitrix V200 018, Minitrix BR 220 007-9
Diese Loks sind mit einer NEM651 Schnittstelle ausgerüstet, die allerdings
hier nicht empfehlenswert ist, da die Loks mit LED-Gruppen für Stirnlicht
UND Rücklicht ausgestattet sind. Standardmäßig würden
diese immer so leuchten, dass in Fahrtrichtung weiß und hinten rot
leuchtet. Sind aber Wagen angehängt (oder werden geschoben), ist es
wünschenswert, nur EINE Lichtgruppe einzuschalten. Darum ist dieses
Modell ideal geeignet, mehr Aufwand zu treiben und alle 4 Funktionsgruppen
einzeln zu schalten (3x weiß vorne, 3x weiß hinten, 2x rot vorne,
2x rot hinten). Wer sich diesen Luxus nicht gönnen möchte, findet
aber auch Hinweise für die einfache Umrüstung mit einem Steckdecoder.
Schon beim Öffnen der Lok gibt es erste Probleme. Die Schrauben, mit
denen die sehr schönen Metallgehäuse an das Chassis geschraubt
sind, sind so klein, dass normales Uhrmacherwerkzeug nicht mehr ausreicht.
Im Eisenwaren-Fachhandel (nicht im Baumarkt) gibt es aber dieses Werkzeug,
bekannt als Phillips-Recess Gr. PH00x60 oder auch Gr. PH000x40. Außerdem
besteht Verwechselgefahr, und dann hat man die Kinematik auseinander gebaut.
Also unbedingt das obenstehende Bild beachten.
Als weiteres Werkzeug empfehle ich eine gute Pinzette, einen Elektroniklötkolben
und Lötzinn. Es ist für diesen Umbau nicht notwendig, am Metallrahmen
zu fräsen. Die Platine muss aber beim vollen Umbau (Einzellichtsteuerung)
an einigen Stellen unterbrochen/gefräst werden. Lackdraht (im Elektronikfachhandel
erhältlich) eignet sich dann besonders gut zum Anschluss der LED-Gruppen.
Außerdem empfehle ich dringendst, den Bericht VOR dem Umbau einmal
komplett durchzulesen, dann weiß man über einige Arbeitsschritte
schon mal Bescheid. Ich bemühe mich zwar, die Reihenfolge genau einzuhalten,
weiß aber auch aus Erfahrung, dass so mancher Schritt erst deutlich
wird, wenn der Gesamtzusammenhang klar ist.
Die Lok selbst wird zuerst anhand der Minitrix-Anleitung auseinander genommen.
Wie schon erwähnt, benötigt man einen Spezialschraubendreher,
damit aber ist das Öffnen dann ein Kinderspiel.
Zum Vorschein kommt eine einzige Platine mit Schnittstelle:
Von links nach rechts sehen wir:
- Kunststoffabdeckung/Führerstand 1
- Hauptplatine mit aufgesetzter Stirnlichtplatine
- NEM651 Schnittstelle
- Analogplatine
- Kunststoffabdeckung/Führerstand 2.
Die einfachste Variante des Umbaus ist das Entfernen der Analogplatine und
das Einsetzen eines Steckdecoders. Ich habe dies einmal probiert, leider
wackelte der Decoder, so dass zumindest ein Einlöten empfehlenswert
wäre. Durch diese Variante können die zuvor beschriebenen Lichtfunktionen
nur gemeinsam geschaltet werden. Dafür ist der Umbau hiermit schon
fertig.
An dieser Stelle ist ein Warnhinweis angebracht:
Der nachfolgend beschriebene Umbau erfordert einiges Geschick an Lötarbeiten.
Wer damit nicht vertraut ist, sollte die Finger davon lassen, um sein Modell
nicht zu zerstören.
Wie gesagt, ich habe mich für die Komplettlösung entschieden -
daher wird alles Überflüssige entfernt. Von den jeweiligen LED-Gruppen
kommen jeweils ZWEI orangefarbene Kabel (D2+/D3+ und D1+/D4+). Diese Kabel
müssen wir später auseinanderhalten können, somit empfiehlt
sich eine Kennzeichnung. Ich habe einfach die Kabel an D3+ und D1+ (also
jeweils das außen liegende) mit einem Edding markiert.
Dann lötet man zuerst mal alle seitlichen Kabel von der Platine ab
(12 Stück). Die Verbindungskabel zum Motor am Besten direkt am Motor
ablöten. Die Platine ist auch noch mit zwei kleinen Schrauben gesichert,
auch diese bitte lösen (das Isolierstück zwischen Platine und Lokchassis
aufheben - es wird beim Zusammenbau wieder benötigt). Auf der anderen
Seite (zwischen LED Platine und Schnittstelle) ist die Platine in eine
kleine Nase eingehakt - nun kann die Platine vorsichtig abgenommen werden.
Als erstes sollte mal die aufgesetzte Platine mit den beiden Stirn-LEDs
entfernt werden. Hierzu werden die 4 Ecklötpunkte nacheinander erhitzt,
so dass irgendwann die Platine abgenommen werden kann. Übrig bleibt
die Platine, wie im nächsten Bild gezeigt.
Die Unterseite der Platine wird vom Gleichrichter befreit (Bild oben). Mehr
Arbeiten sind an der Platinen-Unterseite nicht nötig. Auf der Oberseite
müssen noch die SMD-Widerstände abgelötet werden. Sie werden
nachher wieder benötigt, allerdings anders angeordnet . Außerdem
müssen wir dort Leiterbahnunterbrechungen machen.
Nachdem die Platine also von allem befreit ist, beginnen wir mit den Leiterbahnunterbrechungen.
Es sind insgesamt 6 Unterbrechungen, die im nachstehenden Bild eingezeichnet
sind.
Nun wird der Decoder vorbereitet und angelötet. Einige der Kontaktpunkte
(1-5) können wir nutzen - insofern kann entweder eine Steckversion
benutzt werden, bei der der Stift #6 durch Kabel ersetzt wird oder (umgekehrt)
eine Kabelversion wird mit Stiften ausgestattet. Wird ein ZIMO MX62 verwendet,
müssen die Lichtausgänge 3 und 4 mit Lackdraht angeschlossen werden
(kommen normalerweise unbestückt, sind aber voll funktionsfähig).
Im näschsten Bild ist der Tran DCX74 zu sehen.
Dann bestücken wir die Widerstände. Achtung, es erfolgt eine andere
Bestückung als vorher! Von ganz links (R2) angefangen wird jetzt bestückt:
R2 = 1,5 kOhm, R1 = 1,5 kOhm, R4 = 560 Ohm, R3 = 560 Ohm
Die 560 Ohm Widerstande sind typischerweise bedruckt mit 5600, die 1,5kOhm
Widerstände sind entweder 1501 oder 15R1 bedruckt.
Die beiden Widerstände R2 und R1 werden an der Oberkante gebrückt,
außerdem erfolgt eine Verbindung von R4 nach R3 (blaues Kabel im Bild,
besser wäre auch hier ein Lackdraht).
Die Stirn-LEDs können auch wieder aufgesetzt werden (unbedingt kontrollieren,
dass die Leiterbahn darunter unterbrochen wurde).
Deutlich erkennbar im Bild ist die (gelbe) Verbindung vom Dekoder Kontakt
Nr.6 zum Lötpunkt oberhalb von D1-. Hier ist ebenfalls eine Lackdrahtverbindung
ratsam, da das gelbe Kabel etwas aufträgt und die Lichtleiter im Dachgehäuse
stören könnte.
Nun sind alle Platinenarbeiten beendet - wir können sie wieder einbauen.
Dabei auch wieder die Isolierung (ähnlich einem Isolierband) zwischen dem
Lokchassis und der Platine
einsetzen.
Die meisten der Kabel werden an ihrer alten Position angelötet. Beginnend
oben links an J4:
| J4 = rot, D2- = gelb, D3- = grau |
D1+ leer, D4+ leer, J5 = rot |
| J3 = braun, D2+ = orange, D3+ siehe unten |
D1- = grau, D4- = gelb, J2 = braun |
Das ehemalige Kabel D3+ (vorher mit Edding markiert) wird mit Lackdraht
verlängert, die Lötstelle isolieren. Dieses Kabel wird dann
an der Stirnlichtplatine D5B angelötet.
Das grüne Kabel (Funktion C) wird an die Leiterbahntrennung oberhalb
von der Beschriftung M1 gelötet, gleich darunter kommt das lila Kabel
(Funkt. D) an die Leiterbahn (siehe auch obiges Bild).
Das orangefarbene Kabel von ehemals D1+ (mit Edding markiert) kommt jetzt
direkt an den dicken Lötpunkt von D6B. Das andere orangefarbene Kabel
(vorher D4+) wird ebenfalls mit Lackdraht verlängert und dieser dann
an den jetzt freien Lötpunkt D3+ gelötet.
Wirkt alles etwas durcheinander, ist aber richtig so.
Nun kann alles wieder eingebaut werden - dabei drauf achten, dass keine
Kabel rechts und links vom Motorblock sind, denn dann passt das Gehäuse
nicht ordentlich rauf.
Probefahrt / Programmierung
Wie bei allen DCC-Decodern ist ab Werk die Digitaladresse 3 eingestellt,
somit "hört" die neue Digital-Lok erst mal auf den Namen
Nummer 3. Es sollte aber für den erfahrenen Digitalbahner kein Problem
sein, die Adresse zu ändern. Allen anderen kann ich an dieser Stelle
nur das Studium Ihrer Anleitung für die Digitalzentrale empfehlen,
meist ist das Umadressieren hier ausführlich beschrieben.
Die Lichtfunktionen müssen nun noch im Function-Mapping eingetragen
werden:
| Funktionstaste |
LED |
CV |
MX62 |
DCX74 |
| F0 |
Stirn weiß |
33 |
1 |
1 |
34 |
1 |
1 |
| F1 |
Heck rot |
35 |
2 |
2 |
| F2 |
Stirn rot |
35 |
4 |
4 |
| F3 |
Heck weiß |
37 |
1 |
8 |
Danke an Ralf
Landa Noël für die Zusendung.
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