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THEMA: Welche Maßnahmen helfen bei ruckeligen FLM Dreipolern

THEMA: Welche Maßnahmen helfen bei ruckeligen FLM Dreipolern
Startbeitrag
Spätstarter - 26.10.26 22:37
Nachdem das Thema Fleischmann-Motoren in letzter Zeit gefühlt immer häufiger auftaucht, möchte ich mal einen anderen Weg gehen, was man damit machen kann.
Ich habe selbst inzwischen einige Erfahrungen gemacht, was hilft und was nicht lange hilft und möchte das zur Diskussion stellen und hoffentlich auch noch etwas dazu lernen.
Worum geht es? Die FLM-Dreipoler machen bei mir immer wieder Probleme. Nicht alle, ältere eher selten, neuere eher öfter.
Was passiert? Die Loks fahren ruckartig, fahren schlecht oder garnicht an, bleiben einfach stehen. Dabei läuft, sofern vorhanden, Sound weiter, auch Licht funktioniert. Manchmal passiert das nach kurzer Betriebszeit, auch bei neuen Loks. Mal im Laufe der Zeit.
Ich habe zuerst dann immer an den CV gewerkelt, was ich aber inzwischen als ziemlich sinnlos erkannt habe. Später habe ich die Kohlen ausgebaut, alles gereinigt, was aber langfristig nicht gereicht hat.
Die Ursache liegt imho an Kohleabrieb rund um den Kollektor, dieser wohl auch in den Spalten zwischen den Kollektoreinheiten.
Die Motoren sind nicht kaputt, sie sind kritisch verdreckt.

Hier nun meine konkreten Maßnahmen, was ich in so einem Fall mache. Ich nummeriere die einzelnen Aktionen mal durch, dann kann man darauf leichter Bezug nehmen.

1. Motor ausbauen, den Einbauraum um den Motor von Kohleabrieb reinigen, ggf. überflüssiges Öl entfernen.

2. Die Kohlehalterungen ausbauen, Kohlen samt Federn entnehmen. Die Kohleschächte im Motor reinigen (reinigen mache ich immer mit Benzin)

3. Die Kohlehalterungen auf Freigängigkeit prüfen, ob die Kohlen sich darin locker bewegen können.

4. Die Kohlen ausglühen. Dazu die Kohlen mit Pinzette oder kleiner Zange leicht auf eine flache Lötkolbenspitze drücken. Oft sieht man Öl verdampfen, manchmal auch nicht. Ich halte die Kohlen aber immer für ca. 1 Min auf die Lötkolbenfläche gedrückt. Neue Kohlen sind imho nicht nötig, sofern sie nicht gnadenlos abgenutzt sind.

5. Nun kommt die imho wichtigste Maßnahme. Ich versuche, die "Raspelkollektoren" zu begradigen (copyright bei Norrskenet )
Zuerst sollte der Kunststoffaufsatz des Motors vom Permanentmagnet abgetrennt werden. Nur damit ist der Motorkollektor gut zugänglich. So lässt sich auch der ganze Motorbereich um den Kollektor leicht und gut von jeglichem Kohleabrieb reinigen (mache ich wieder mit Benzin).
Dann schabe ich die drei Spalten zwischen den Kollektorelementen erstmal mit einem spitzen Zahnstocher aus.
Danach fahre ich mit einem Cuttermesser mehrmals in axialer Richtung über alle Kanten der drei Kollektorelemente, in unterschiedlichem Winkel. Ziel ist es, die Kanten zu brechen und die Kanten möglichst abzurunden.
Abschließend noch einmal mit dem Zahnstocher die Spalten ausschaben und mit Druckluft alles reinigen.

6. Motor wieder zusammenbauen, die beiden Achslager leicht ölen und einen analogen Funktionstest durchführen.
Bei gut behandeltem Motor sehe ich keinerlei Bürstenfeuer mehr bei diesem Analogtest!

Das ist natürlich schon ein ziemlicher Aufwand und gerade bei neueren Loks sicher nicht jedermanns Sache. Ich denke mal, daß eine Reparatur bei FLM oder ein Austausch langfristig nicht hilft.
Bei mir haben alle problematischen Motoren diese Prozedur (ich nenne das eine "Motorrevision") nicht nur überlebt, sondern laufen danach sehr gut und die Ruckel- oder Anhalteprobleme sind nicht mehr aufgetreten. Mal sehen, ob das dauerhaft (über Jahre hoffentlich) so bleibt.
Nur Reinigen der Kohle, Ausglühen oder neue Kohlen reicht nicht. Das hilft für eine Weile, mehr aber auch nicht. Die Raspelkanten führen früher oder später wieder zu den Problemen, habe ich selbst leidvoll erfahren müssen.
Nun interessieren mich eure Abhilfemaßnahmen. Vielleicht könnte ich geeigneteres Werkzeug benutzen ?!?
Was sind eure erfolgreichen Maßnahmen mit den Dreipolern?

Viele Grüße
Frank

Hallo.

Gute Vorschläge und Wratungstips für Kohlebürstenmotoren.

Fleischmann benutzt gerne mittlerweile die "wartungsfreien" Einwegmotoren, die Metallfederchen statt Schleifkohlen nutzen und voll gekapselt sind. Brennen die Federchen durch, kannst den Motor wegwerfen.

Ich bau solange es noch geht dann lieber sobald es Motorstörungen und Wartungsaufwand gibt auf einen wirklich wartungsfreien GAM von sb-modellbau.com oder micromotor.eu mit tollen Laufeigenschaften um und hab ganz lange meine Ruhe.

Wird auch bei anderen Herstellern umgesetzt.

Viel Spaß beim Warten und Pflegen.

LG

Frank
Zitat - Antwort-Nr.: 1 | Name: DCC-EX Freund

wirklich wartungsfreien GAM


Auch die GAM haben nur Metallfederchen. Bei mir, als Vielfahrer, halten sie 1 bis 2 Jahre. Deshalb kann ich das Bejubeln der GAM schon nicht mehrt hören. Es verleitet die Unerfahrenen, wie damals auch mich, auf das falsche Pferd zu setzen und sich eine blutige Nase zu holen.

Gruß von Aron
Hallo

Gute Beschreibung der Wartung eines Flm 3 Polers.

Ich mache es fast genauso ausser:

Ich nehme den Kunststoffaufsatz nicht weg.
Ich spüle erst alles um den Kollektor gut mit Bremsenreiniger aus.
Danach Schneide ich mir einen dünnen Streifen 2000er Autoschleipapier zurecht, und frimmele dies dann in die Öffnung,  so dass am Ende unten am Motor beide Enden rausschauen.
Danach an den Enden festhalten und Motor von Hand drehen.
Wenn fertig nochmals alles Auspülen.
Dazu befreie ich auch die Getriebe vom Fett.

Geschmiert wird alles mit PTFE Öl (Tockenschmiermittel)

Vorsichtig ein bißchen Auftragen Getriebe und Motor danach bewegen von Hand.
Warten, bis es Trocken aussieht, nochmals mit Zahnstocher und Küchenpapier mit Reiniger alles Entfetten wo kein Öl sein sollte.
Zusammen Bauen, fertig.

Dauert etwas länger, aber bis jetzt keine Probleme mehr.

Gruss

Hubert
Genau so eine Wartungsanleitung konnte man schon vor über zwanzig Jahren auf der Homepage von Herrn Stefan Glasmacher nachlesen, inklusive seinem Copyright zur Behandlung (anphasen) der Kollektorspalten.
Es ist die beste Vorgehensweise um die Dreipoler zu erhalten und zu warten.

Viele Grüße
Hallo Aron,
was machst du als Vielfahrer denn mit den FLM Dreipolern, wenn sie anfangen zu ruckeln?
VG Frank
Hallo Frank,

das haben wir ja gerade in mehreren Threads diskutiert und beschrieben.

Allerdings habe ich bei meinen vielen Motoren noch keinen zerlegen und auch keinen Kollektor nachbearbeiten müssen.

Wie Du schon sagst sind die Kohlen das Problem. Daher reichte es bei mir stets nur ein Reinigen des Kollektors und bei verölten Kohlen ein Austausch gegen neue Ersatzkohlen. Ausglühen o.ä. gibt es bei mir nicht. Das hat bisher immer zum Erfolg geführt.

Natürlich führt auch Dein ausgiebiger Weg zum gleichen Ergebnis. Der Aufwand ist meiner Meinung nach aber nicht nötig.

Ich lege auch selbst Hand an, weil ich es wie Du sehe, dass eine Reparatur bei Fleischmann nicht hilft.

Wie jeder andere Produzent plant auch Fleischmann einen kalkulierten Ausschuss bei den Produktionskosten mit ein. Das bedeutet, das ist im Kaufpreis intakter Produkte mit enthalten. Das wird dann zu den Fertigungsgemeinkosten gerechnet. Sofern der Ausschussanteil im kalkulierten Rahmen bleibt, wird sich vermutlich nicht viel ändern. Nur, wenn er höher wird, sinkt der Gewinn. Dann werden u.U. die Preise erhöht, um das auszugleichen.

So gesehen könnte der Umstand, dass einige Modellbahner die Fehler selbst beheben sogar dazu führen, dass die Preise der Modelle niedriger gehalten werden können, weil dadurch der Ausschussanteil sinkt.

Gruß
Jürgen

Zitat - Antwort-Nr.: 2 | Name: aron

Deshalb kann ich das Bejubeln der GAM schon nicht mehrt hören. Es verleitet die Unerfahrenen, wie damals auch mich, auf das falsche Pferd zu setzen und sich eine blutige Nase zu holen.



Naja, wenn der GAM dann kaputt geht kommt halt ein neuer rein. Der Austausch dürfte einfacher, sauberer und schneller sein als die o.g. Dreipoler-Rettungsaktion, wenn ich mir Eure Berichte so durchlese.

Arnold z.B. hat diese Problematik nicht. Kato auch nicht. Warum sollten wir also diese vorsintflutlichen Motoren mit viel Aufwand am Leben erhalten?

LG Mike
Hallo Mike,

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Naja, wenn der GAM dann kaputt geht kommt halt ein neuer rein. Der Austausch dürfte einfacher, sauberer und schneller sein als die o.g. Dreipoler-Rettungsaktion, wenn ich mir Eure Berichte so durchlese.



Das sehe ich anders. Ein GAM besteht in der Regel aus einem Baussatz, den Du erst einmal zusammensetzten musst. Aufkleben von Wellenadaptern und Schnecken und oft Umbauten an der Platine.

Und GAM sind auch keine Wunderwaffen. Wer garantiert, dass Du die passenden Motoren bis in alle Ewigkeit kaufen kannst? Sie haben nur eine begrenzte Lebensdauer.

GAM können geeignet sein, um Motoren mit minderwertiger Qualität zu ersetzen. Das ist ja bei einigen Herstellern üblich.

Gruß
Jürgen


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