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THEMA: PIKO [V045] Modellbahnfertigung in Chashan, China

THEMA: PIKO [V045] Modellbahnfertigung in Chashan, China
Startbeitrag
Boa-FaN - 19.06.17 17:10
Ich fands interessant      https://www.youtube.com/watch?v=_r1-JDjDcts


LG Jörch

Ich auch. Sieht so aus als wären die Leute gerne dort tätig.

Mit Grüßen
Günter
Sieht ja alles sehr professionell aus.......und schon fast Massenfertigung.

Frage mich dann allerdings wie es bei den anderen Mobaherstellern aussieht. Wegen der  großen Qualitätsstreuung, falsche Lackierung u.s.w.

Gruß
Uwe
Hallo im Forum,

ein Filmchen, wie dieses birgt natürlich auch immer die Gefahren, daß die Sehenden nur das zu sehen bekommen, was sie erwarten und gerne so hätten...

Und wenn man den Faden ein wenig weiter "spinnt", wenn da alles so "himmlisch" ist, wie es suggeriert wird, warum zeige ich die Arbeiter dann nicht auch kurz mal in ihrer Pause/Freizeit, wie sie die Anlagen auch freudig annehmen? Kann dann immer noch "gefaked", gestellt sein, aber dieses sterile Abfilmen mit den Lobhudeleien dazu macht mich erst recht stutzig! Warum zeigt man nicht mal kurz das Wohnheim von innen, die Zimmer? So können 2 oder 20 in einem Zimmer "gastieren", weiß man es? Genauso hätte mich vielleicht interessiert, ob die Einkommen dort "auskömmlich" sind, im Vergleich zum Landesdurchschnitt, ob und was ihnen bei Wohnen auf dem Firmengelände und für's Essen angerechnet wird oder ob das vielleicht Sozialleistungen sind, zumindest die Verköstigung, etc., etc..
Wie viele Stunden müssen sie für uns schuften? Das alles wäre vielleicht mal interessant gewesen und hätte eventuell bei positivem Aspekt sogar dazu beigetragen, das Geschäft noch ein wenig zu heben...
So hinterläßt der Film zumindest bei mir trotzdem einen faden Beigeschmack... - ich mag da den Herren aus dem Hause Piko gar nichts unterstellen, es muß ja nicht so sein und vielleicht hat man sich auch einfach nur keine Gedanken dazu gemacht, weil man in erster Linie die an sich sehr professionelle Fertigung  vorstellen wollte...

Aber zumindest kann ich mir anhand der Fertigungsteile durchaus vorstellen, daß Herr Wülfer genau den schmalen Grat gefunden haben könnte, dem es ihm erlaubt, bei mittlerweile hervorragenden Modellen doch einiges günstiger zu sein, als die Konkurrenz. Denn, wenn ich so die Modellteile, Gehäuse so ansehe... - und dann einfach mal rekapituliere, daß derlei Produktion ja nicht nur "zweimal im Jahr" läuft, sondern ganzjährig in Vollzeit. Da kommt man schnell mal auf Stückzahlen, denen die Konkurrenz wohl schon Jahre hinterherläuft! Und bei entsprechenden Auflagen kommt man natürlich auch auf ein anderes Preisgefüge als Endpreis beim Kunden...

Wo wir dann wieder beim Anfang sind... - wenn die Umsätze stimmen, _kann_ es durchaus sein, daß die Arbeiter dort für chinesische Verhältnisse einen tollen Arbeitsplatz haben, entsprechend auch motiviert ihre Arbeit machen, für die Geschäftsführung ebenfalls ein sich lohnendes Salär "übrigbleibt" und der Kunde sich ebenfalls freut...

meint grüßend
Roland
Moin,
interessant?
Faszinierend!
Und das Film ist von 2015.  Viele Firmen würden sich heute noch nicht trauen so eine Offenlegung zu machen. (OK, es ist "schöne heile Firma" Werbung, aber trotzdem).

cheers
Norman
Hallo Roland,

einfach mal einen Flug dorthin buchen und wir alle freuen uns schon auf deine "Ganze Wahrheit im PIKO-Werk" Dokumentation.

lg
ismael
Einen schönen Tag,

welche Modelleisenbahn haben denn diese Piko Arbeiter und Arbeiterinnen in ihren Wohnungen? Womit spielen die Kinder der Angestellten?

Gruß
Rolf
Hallo,

die Tätigkeit des Piko-Mitarbeiters bei 2min 52s stelle ich mir toll vor. 8 Stunden pro Tag, 6 Tage die Woche Achsen zur Qualitätskontrolle über die Werkbank rollen lassen.

Grüße
Markus
Hallo,
Ich arbeite in der Nähe der Firma in Henglizhen.
Mir ist die Firma bekannt. Diese hat einen sehr guten Ruf als Arbeitgeber.

Deutsche Firmen werden in China sehr genau betrachtet, ob in Sozialen oder Umwelt oder Arbeitsuuicherheitsfragen dürften diese in China an der Spitze liegen.

Ich bin ebenfalls Modellbahner und find den Piko Standard sehr gut.
Ich denke, ich kann auch Beurteilen welcher Aufwand in China betrieben werden muss, um den Standard halten zu können bzw. zu erhöhen.

Gruss Armin
Moin,

was erwartet ihr eigentlich? Das ist minder qualifiziertes Personal, klar machen sie dann nur einfachere Tätigkeiten, zu günstigen Preisen.

@3, Roland, ein Film ist immer noch besser, als ein Bild
Ich persönlich finde es eigentlich ganz gut, dass die Mitarbeiter nur während der Arbeit gefilmt werden. Denn ich persönlich will in meiner Freizeit nicht von meinem Unternehmen gefilmt und dann veröffentlicht werden. Die Privatsphäre hätte ich schon ganz gerne und gönne sie auch jedem chinesischem Arbeiter. Zum anderen musst du sehen, dass hier viel mehr um die Produktion der Modelle geht, als um die Arbeitsbedingungen in China.
Mich würde ja interessieren, ob jetzt nur Piko den faden Beigeschmack hat, oder viel mehr die anderen Hersteller, wo du keine Einblicke hast, wie es da ablaufen könnte.

Ich finde es sehr spannend wie viel tatsächlich von Hand gemacht wird, aber wie wenig man das am fertigen Modell sieht. Wie groß da wohl die Wegwerfrate ist?

Gruß Moritz
Hallo zusammen!

Vorweg - es darf und soll natürlich gerne jeder seine ganz eigene Meinung zu dieser Thematik haben und auch vertreten.

Aber ich muss schon sagen:
Interessant finde ich hier wieder besonders die "Betrachtungsweisen" zu diesem Filmchen.

Zitat - Antwort-Nr.: 8 | Name: kaeferpilot

Mir ist die Firma bekannt. Diese hat einen sehr guten Ruf als Arbeitgeber.



Mir waren übrigens auch schon viele Firmen und deren guter Ruf als Arbeitgeber "bekannt".
Alles eine Frage der "Einstellung", wie ich finde.

Besonders interessant fand ich übrigens die letzten Sequenzen am Ende dieses "We are happy with our Job at Piko-China and we produce good Quality!" Werbe-Filmchens.
Die Aufnahmen der "Essensausgabe" an die uniformierten Arbeiter/innen erinnert mich doch eher an einen US-Knast, während der "Pseudo-Wellness-Außenbereich" dann eher wieder wie die Werbung eines Touristenhotels aus dem unteren Preissegment an der türkischen Riviera anmutet.

Entschuldigung, aber das ist kein "Billigurlaub" sondern in erster Linie "Fließbandarbeit", durchgeführt nach in China üblichem "Drill" von Menschen, die einfach nur froh sind Arbeit gefunden zu haben.

Die persönliche Bewertung eben dieser Tatsache obliegt natürlich jedem selbst!

Also Piko: 0 Sterne von mir für diesen "Film-Fauxpas"!

Ja, ich weiss.... jetzt kommt die böse Hexe Simone wieder und macht den Positivdenkern und Befürwortern solcher "Produktionen" ihre gedankliche Sandburg kaputt.

Mir wäre einfach lieber, man würde in Deutschland bzw. Westeuropa endlich Grundlagen für faire Beschäftigungsverhältnisse mit entsprechenden Produktionsmöglichkeiten- und Bedingungen für hier ansässige Unternehmen (und damit auch wieder Arbeitsplätze hier!!) schaffen, anstatt die Werbetrommel für China- bzw. Fernost-Fertigungen zu rühren durch solche filmischen "schönfärbereien"!

Wenn ein Produkt hierdurch dann etwas mehr kosten sollte, dann ist vielleicht für den Endverbraucher "weniger" einfach "mehr".
Bislang sind die hohen Preis für Modellbahnprodukte ja trotz Fernost-Fertigung jedenfalls sehr stabil "hoch"!

Zitat (als Metapher!):
"Wer glaubt, Marken werden in der Marketingabteilung geprägt, glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten."

Ich vertrete die Auffassung, dass es hier nicht um "günstigere Fertigung" geht, sondern dass das Thema (bzw. das Problem) ganz anders heißt: Nämlich "Konsum" und "Konsumverhalten" um jeden Preis.

Wie gesagt, mag jeder für sich sehen wie er/sie mag - ich sehe das halt nun einmal so!

Viele Grüße
Simone
Hallo Simone

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

ich sehe das halt nun einmal so!


Ist dein gutes Recht. Aber ich sehe auf den Bildern jetzt nichts, was mich an schlechte Arbeitsbedingungen glauben lässt. Die Halle ist hell und sauber, übermäßig viel Lärm scheints nicht zu geben. Die Angestellten haben Arbeitsklamotten und Schutzeinrichtungen. Da hat man anderswo schon erheblich andere Bilder gesehen.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Die Aufnahmen der "Essensausgabe" an die uniformierten Arbeiter/innen erinnert mich doch eher an einen US-Knast


Ich weiß ja nicht. Das sieht nicht wesentlich anders aus als in den Kantinen hiesiger Firmen, sofern die überhaupt noch sowas haben. Und bei den "öffentlichen" Kantinen findest du hier problemlos welche, die weniger angenehm aussehen. Dass Piko nicht Google oder Apple ist und deren Standard selbstverständlich nicht bieten kann dürfte wohl verständlich sein?

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

während der "Pseudo-Wellness-Außenbereich" dann eher wieder wie die Werbung eines Touristenhotels aus dem unteren Preissegment an der türkischen Riviera anmutet.


Was erwartest du? Die arbeiten dort, das ist kein Urlaubshotel! Ich bezweifle auch stark, dass so eine Anlage in China überhaupt Standard ist. Die Unterkünfte sehen zumindest von außen auch ordentlich und wohnlich aus.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Entschuldigung, aber das ist kein "Billigurlaub" sondern in erster Linie "Fließbandarbeit"


Ähm... Ja, selbstverständlich ist das Fließbandarbeit. Nochmal, was erwartest du da eigentlich? Wirfst du VW, Opel und Co. demnächst auch vor, dass sie ihre Autos am Fließband herstellen?

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

durchgeführt nach in China üblichem "Drill"


Das machst du woran fest?

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

von Menschen, die einfach nur froh sind Arbeit gefunden zu haben.


Und der Unterschied zu hier ist welcher? Die meisten Leute gehen nur deswegen arbeiten, weil sie müssen. Wer die Wahl hätte, der würde wohl eher was schöneres mit seiner Zeit anfangen.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Mir wäre einfach lieber, man würde in Deutschland bzw. Westeuropa endlich Grundlagen für faire Beschäftigungsverhältnisse mit entsprechenden Produktionsmöglichkeiten- und Bedingungen für hier ansässige Unternehmen


Da bin ich durchaus bei dir.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

anstatt die Werbetrommel für China- bzw. Fernost-Fertigungen zu rühren durch solche filmischen "schönfärbereien"


Ich sehe an diesem Film wirklich nichts anstößiges.

Viele Grüße
Carsten
Hallo Simone,

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Grundlagen für faire Beschäftigungsverhältnisse


"Fair" für wen? Für die Arbeitgeber?

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

dann etwas mehr kosten


Definiere mal, was wäre für Dich "etwas"? Wo liegt Deine persönliche Schmerzgrenze bei einem Wagen bzw. bei einer Lok?

Festhalten möchte ich, dass z.B. in der Elektronik-Branche (meine ureigenste Profession) der Produktionsstandort Deutschland noch Bestand hat. Man glaube nicht was geht. Viele rennen blind nach Osteuropa und Fernost - seit einiger Zeit gibt es sogar Leiterplattenproduktion in Südafrika. Ich will gar nicht wissen, wohin da die Chemie verklappt wird. In China haben sie den Dreck jahrzehntelang in den nächst gelegenen Fluss gekippt, Agrarstrukturen und Trinkwasser für Millionen sind kaputt. Das kann man auf Satellitenfotos sehen.

Natürlich sind aufwändige Kabelkonfektionierungen und Endmontagen im DACH Raum teuer. Elektronikproduktion bei der heute geforderten Flexibilität (kleine Stückzahlen, knappe Lieferfristen) zumindest nicht. Einfache Montagen kann man auch bei sozialen Einrichtungen machen lassen.

BTW: Bei VW in der Slowakei wird gerade gestreikt...

Grüße, Peter W.
Hallo Carsten,

was soll ich sagen, was ich nicht schon gesagt hätte:
Es ist eben eine Frage sowohl der Einstellung wie auch der Betrachtungsweise - und der u.a. auch daraus dann resultierenden, eigenen Meinung!

Doch, eines hatte ich meinem "faire Beschäftigungsverhältnisse (hier übrigens selbstverständlich für alle Beteiligten!) mit entsprechenden Produktionsmöglichkeiten- und Bedingungen" vergessen anzufügen.

Die offensichtliche Raffgier einer Vielzahl von Unternehmen und auch Einzelpersonen, für die - um ja bloß Gewinnmaximierung und/oder Aktienwert höchstmöglich halten zu können, alles mögliche und auch unmögliche denkbar und in Kauf genommen wird, oft auch, um etwa jahrelanges Missmanagement zu "kaschieren".

An dieser Stelle sage ich dann gerne auch ** Hallo Peter W. ***,

da er gerade VW anspricht, hierüber lässt sich all das weiterführend nämlich sehr gut "ergänzen":

Oder als für wie "Fair" lässt es sich einem Werks- oder Leiharbeiter bei VW (oder auch anderswo) "verkaufen", dass eine Frau Hohmann-Dennhardt (eine ehemalige SPD Ministerin!) für 1 Jahr "Tätigkeit" runde 13 Millionen "einsackt" (mein Anstand sowie mein Anspruch an gerechtes Denken verbietet mir hier von "verdient" zu sprechen!), während sich der Geringverdiener seinen (Mindest)Lohn zu gleicher Zeit allzu oft mit Hartz IV aufstocken muss um das Auskommen für sich und seine Familie (einigermaßen) sicher zu wissen.

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland...e-boni/19353182.html

Und für solche und ähnliche Zustände "beweihräuchern" sich die Damen und Herren in Politik und Wirtschaft dann auch noch. Unfassbar!

Wie verlogen ist das alles eigentlich?

Gerechtigkeitsdebatte, wenn ich das schon höre. Bei den "etablierten" Parteien hat man doch längst vergessen, was das Wort Gerechtigkeit überhaupt bedeutet!
Da wird sich alle paar Jahre um "Kopf und Kragen" gelabert um Wählerstimmen zu kassieren - und schaut man dann einmal 5 Minuten nicht richtig hin: Schwupps, wieder jemand 13 Millionen reicher!
So viel zum Thema "Gerechtigkeit". Schamlos nenne ich so etwas!

Welch Glück für alle, die sich solche "Fauxpas" erlauben, das sie in Deutschland leben - wo solche Dinge Dank der hiesigen Mentalität von der Masse meist sang und klanglos hingenommen werden.
Berichterstattung, Debatten, Aufreger, Widerstand? Wenn überhaupt nur von sehr kurzer Dauer!
Sanktionen oder nachdrückliche Veränderungsmaßen durch die Politik? Fehlanzeige - Nein!

Sorry, aber ich finde das alles einfach nur unfassbar! - und leider hängt es eben irgendwie alles zusammen.

Mir geht es defacto rein und alleine um eines; "Fairness" - hier wie da!
Fairness (und damit auch die Möglichkeiten, die dorthin führen!) wird von der Politik maßgeblich mitbestimmt - weshalb ich inzwischen einfach nur noch kotzen möchte, wenn ich "Berlin" nur schon höre!

Euch noch einen schönen Nachmittag und viele Grüße!
Simone




Hallo Simone,
ich habe irgendwie den Eindruck, dass deine Kritik an dem Piko-Video an die falsche Adresse geht. Man kann mit vielem hier unzufrieden sein, das von dir genannte Beispiel ist da ja nur die Spitze des Eisbergs. Bleibt aber die Frage, was das mit Piko zu tun hat?

Viele Grüße
Carsten
Hallo Carsten,

nach meiner Auffassung hängt das alles zusammen. Es ist die gesamte Entwicklung der vergangenen - Jahrzehnte - muss man ja sagen.

Das betrifft ja nicht nur Modellbahnhersteller wie Piko oder eben auch andere - das betrifft vielmehr den Gesamtzustand in dem sich irgendwie alles auf der Welt befindet. Das Piko-Video ist davon natürlich nur ein kleiner Teil.

Es tut mir leid, sollte ich hier zu weit ausgeschweift sein - aber dieser "rote Faden" ist in meinen Augen eben auch tatsächlich sehr lang - und der Zustand eben alles andere als schön.

Viele Grüße
Simone
Hallo


Was mich sehr erstaunt ist wie viele Mitarbeiter benötigt werden um die Teile entsprechend zu "Bearbeiten".
Die Entgratarbeiten sind doch arg "Massiv" und die Lackiererei der Teile ist auch irgendwie "seltsam" ...


Damals in Mühlhausen bei Arnold habe ich da deutlich andere Bearbeitungen der Teile in Erinnerung.

Es ist irgendwie Traurig das man in China so arbeitet bzw. so Arbeiten lässt.


Gruß Jens
Hallo Jens, hallo alle zusammen,


mir ist das von einem "Verantwortlichen" so erklärt worden und ist mir auch einleuchtend:

Man kann Formen sehr exakt, technisch aufwendig und vielseitig bauen. Das ist sauteuer. Aber diese Formen sind langlebig und man hat an den Produkten daraus wenig Nacharbeit. Das macht Sinn, wenn die Arbeitskraft für die Weiterverarbeitung und Montage eher teuer ist.

Tja und wenn die Arbeitskraft nicht viel kostet? Dann kann man an den Formen sparen, denn das Nacharbeiten bzw. der Ausschuß kostet ja nicht viel.


Aber sonst kann man nur sagen: Andere Länder, andere Sitten. Klar ist das Lohngefüge in China (und entsprechend) niedriger, der Lebensstandard niedriger, sicher auch (noch) die Ansprüche der Menschen. Von der sozialen Absicherung her sicher auch. Da braucht PIKO u. a. eben keinen europäischen bzw. deutschen Standard fahren um Mitarbeiter zu kriegen und zu halten.

Aber gehen wir ein kleines Stück weiter Richtung Osten nach Japan. Ist doch ein hoch entwickeltes Land, oder? Und wie arbeiten die dort? 6 Tage die Woche mit min. 10 Stunden/Tag. Wenn man Glück hat, bekommt man in 2 Jahren 10 Tage Urlaub und erholen kann man sich bei seiner Familie in der luxoriösen 30-qm-Wohnung.

Das muß man alles in Relation sehen und nicht immer nur den eigenen deutschen Maßstab anlegen. Hätten wir nicht die "Fernostproduktion" von diesen Leuten, die noch solche Arbeitsfähigkeiten haben, dann würden wir hier in Deutschland nicht einmal bei einer Petroleumlampe sitzen, weil wir inzwischen zu hochentwickelt (oder doch zu blöd) geworden sind, sowas zu produzieren.

Nur mal so als Denkanstoß.


Viele Grüße
Christian Strecker


PS: nochmal das Video angesehen.
Also ich kann da nicht sagen, daß da die Arbeiter(innen) in Uniform sich das Essen abholen. Nicht wenige bei uns hier wären über eine solche Kantine froh. Und Arbeitskleidung (hier sind es ja nur die Hemden) gibt es bei uns auch. Wird sie vom Arbeitgeber gestellt, dann arbeitet man so ca. 1 Stunde/Woche umsonst.
Und wer hat schon einen Park mit Springbrunnen und Sportmöglichkeiten bei uns am Arbeitsplatz?
Auch wenn ich davon ausgehe, daß so einiges hier in diesem Video gestellt bzw. gut vorbereitet ist, so kann ich mir auch nicht vorstellen, daß PIKO in China in Lehm/Strohhütten produziert.

Hallo, seltsame Diskussion im Land des Exportweltmeisters. Ist doch toll, dass Modellbahnartikel dort produziert werden. oft auf Maschinen aus Deutschland. Denn eines funktioniert eben nicht: alles und jedes Ding in Deutschland produzieren. Denn dann ist da in der Welt niemand mehr, der unsere Maschinen und Anlagenteile kauft. Sprich: wir können die Abteilung Export vergessen.
Daher gute Idee: nicht immer alle anderen Menschen für blöd halten, sich mal freuen, wenn es anderen Ländern gut geht. Denn das sind unsere besten Kunden. Und vom Exportüberschuss eifrig Modellbahnartikel importieren . Und ich finde die Piko Modelle nicht schlecht. Schade dass ich mir den 624 im Moment nicht leisten kann.

Zu China: das Land ist längst kein Niedriglohnland mehr und die Unternehmen haben zunehmend ein großes Interesse daran zufriedene Mitarbeitende zu haben. Die Billigunternehmen sind längst weitergezogen, z.B. nach Vietnam.

Grüße C

P.s. und bevor jetzt jemand mit Arbeitsplätzen kommt. Wir wollen Stellen besetzen. Bekamen zehn Adressen von der Arge. Fünf hatten schon einen Arbeitsplatz, vier haben sich nicht gerührt, einer kam und ging nach einer Woche. Wir hatten einen Mitarbeiter gesucht und keinen neuen Chef, der selbst entscheidet wann er mit wem wie arbeitet. Das wollte der betreffenden Person nicht in den Kopf. Übrigens bei den vorangegenagen Arbeitgebern war es das Selbe. Einzelfall: klar. Aber wir suchen immer noch, seit inzwischen einem Jahr.
Ach ja: wir bilden aus, Arbeit wäre aber eben noch mehr da.
Hallo Claus,
könnt ihr denn nicht einen der guten Facharbeiter aus Syrien, oder Irak an Land ziehen. Ich habe da immer wieder gelesen, dass dies unsere Rettung hinsichtlich zu besetzender Stellen sei. Die Einarbeitung der Afrikaner soll auch gut laufen und neue Facharbeiter für die Firmen anstehen. Ich hoffe, ihr habt bald Erfolg.
Gr.
H-W
Nicht so spitz
Hi Werni, im Bereich der Pflege wird genau das mit großem Erfolg bereits getan. Und auch für einen mir sehr gut bekannten Mittelständler (ok. bei 10.000 Mitarbeitern nicht mehr ganz Mittelstand) im Bereich Metall ebenfalls. Auch in meinem Bereich (Kita) beginnt das ganz gut zu funktionieren über Praktika und Ähnliches. Allerdings ist natürlich dazu eine wirklich sehr gute Kenntnis der deutschen Sprache nötig und genau daran arbeiten wir. Ich staune immernoch, wie schnell das zum Beispiel bei einer Freundin meiner Kinder (19Jahre alt) geht. Ich als alter Sprachakrobat breche mir schon mit Englisch einen ab ... . Und Hausmeisterdienste haben wir auch mit Erfolg durch jemanden aus Eriträa erledigen lassen. Arbeiten, für die wir damals auch niemanden gefunden haben. Dazu war allerdings nur wenig Deutsch nötig, der Rasenmäher versteht Super95 .

Dass das nicht für den größten Teil der Flüchtlinge gilt ist verständlich - und ging übrigens deutschstämmigen Flüchtlingen nicht anders. Zumindest ich erinnere mich noch lebhaft an ähnliche Diskussionen Anfang der 90ger. Und den Erzählungen der Altvorderen nach, war es zwischen 1945 und 1950 auch nicht anders.  

Doch lieber zurück zu unserem schönen Hobby: die Frage die mich wirklich beschäftigt: wie erspare ich mir den 624. Vielleicht ist es nach den Sommerferien soweit und er dreht bei mir seine Runden .

HG C
Hallo Claus,

mir fiel es unfassbar schwer, angesichts der Preissenkung, bzw. des Abverkaufsschnäppchens, mir den 624 zu ersparen.
Zur Premiere war er erfolgreich und offenbar beliebt während des Fremotreffens am langen Himmelfahrtwochenendes in Hanau im Einsatz. Da ich andere Aufgaben hatte, weiß ich nicht, wo sich der »Racker« rumgetriebwagend hatte.
Fast so mysteriös, wie eine Produktion in fernen Ländern

Schöne Grüße, Carsten
Moinsens,

schon spannend, was man in einen simplen Werbefilm so alles hinein interpretieren kann.

Wir kennen weder das Umfeld, die sozialen Versorgungen noch die Löhne der dort arbeitenden Menschen. Und schon gar nicht das Verhältnis von Lohn zu den dortigen Lebenshaltungskosten. Also sollte man den Ball mit allzu schneller Kritik an Piko, oder auch anderen europäischen Herstellern in Asien, etwas flach halten.

Und warum hackt man immer nur auf den bösen Unternehmern rum? Umgekehrt geht es doch auch. In meiner Nachbarschaft wohnen zwei Dutzend Polen, Kroaten und Slowenen die hier in umliegenden Betrieben arbeiten. Warum wohl? Na, weil sie hier eben deutlich mehr verdienen als in ihrer Heimat.  

Über wirtschaftliche Zwänge oder Verhalten einzelner Unternehmen braucht man sich m. E. nicht aufzuregen. Wenn wir gute Ware zu einem guten Preis bekommen fragen die Wenigsten, wo die Artikel herkommen. Das gilt für Billig-Textilien ebenso wie für Modellbahnen.

Brummi
Hallo,

den chinesischen Mitarbeitern bei Piko geht es doch augenscheinlich gut. Es sind saubere, helle, ergonomisch gestaltete und vor allem aus Sicht der Arbeitsschutzes sichere Arbeitsplätze. Piko in China ist aus dieser Sicht sogar ein Vorzeigeunternehmen. In China gibt es ganz andere Unternehmen wo man sich um die Gesundheit der Mitarbeiter wenig oder gar keine Gedanken macht. Das Video hier ist schon etwas älter aber finde ich besonders krass:

https://www.youtube.com/watch?v=aaJJ-K0sT8E

Da ist es doch ein Traum in der Fabrik bei Piko arbeiten zu dürfen...

Grüße
Markus



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