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THEMA: Umbau BR 38 Wannentender

THEMA: Umbau BR 38 Wannentender
Startbeitrag
damp23Lok - 26.09.16 19:43
Hallo,

ich habe hier schon ein paar Umbauten an Dampfloks vorgestellt. Diesmal möchte ich euch häppchenweise mit Bildern direkt vom Umbau füttern. Mein derzeitiges Opfer ist eine P8 vom Fleischmann mit geschlossenem Führerhaus und Wannentender (die neuere Variante mit zwei angetriebenen Achsen).

Los geht es mit dem Tender. Nach mehrjährigem relativ ungepflegtem Einsatz und dann einer langen Standzeit musste erst einmal alles gereinigt werden. Danach werden Fahrgestell und Tendergehäuse für den Maxxon Motor von SB-Modellbau angepasst (die Anleitung von SB-Modellbau ist für die ältere Variante mit drei angetriebenen Achsen, den Motor sollte man besser nicht direkt an das hintere Motorlager setzten sondern etwa 1mm weiter vorher - aber zu spät gemerkt, nun ists mit den Lötfahnen ziemlich eng).
Vorher werden aber noch Radschleifer an die Achsen ohne Haftreifen auf der Seite angesetzt, auf dem noch kein Strom entnommen wird. Dafür wird an der Messingmotorunterlage ein bisschen Material weggenommen, damit es keinen ungewollten Kontakt gibt. Der Dekoder (DH10C) kommt direkt auf den Motor. Mit einem provisorisch angebrachten 220uF Kondensator fährt der Tender alleine schon recht passierlich.

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Dann Kondensatoren nach dem Motto "viel hilft viel" einbauen. Ich habe es geschafft 1300uF in dem doch nicht so geräumigen Tender unterzubringen. Das ganze dann Isolieren ist ein bisschen wie Geschenke-Einpacken nur in kleiner und mit seltsam geformten Geschenken. Die Ladeschaltung wird fliegend auf dem Dekoder verdrahtet.

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Dem Rahmen und den Rädern habe ich einen neuen Anstrich verpasst.

Nun braucht die Lok unbedingt neue Lampen. Also die alten entfernen und neue ansetzten. Ich habe mich dafür entschieden die Lok komplett mit DB-Neubaulaternen auszustatten (von denen hatte ich schon berichtet). Diese habe ich gleich in größerer Stückzahl gebaut, damit sie auch für die nächste Lok reichen.

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Das Füllen der oberen Lampenöffnung ist nicht ganz so schön geworden, wie ich es gerne hätte. Die untere rechte Lampe kann zusätzlich noch rote Zugschlussbeleuchtung. Die Beleuchtung kann über einen Stecker an den Dekoder angeschlossen werden.

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Dann wird noch ein bisschen Blei im Gehäuse untergebracht.

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Durch eine kleine Unachtsamkeit habe ich dann die obere Lampe kaputt gemacht und musste sie auf den herausschauenden Drahtstummeln neu aufbauen.

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Zu guter letzt habe ich die Kohlenachbildung mit einer dünnen Schicht Echtkohle überzogen (der Kleber trocknet noch). Eigentlich bemühe ich mich, nicht alle Loks mit dem maximal gefüllten Tender darzustellen, doch da das Gehäuse aus Metall ist, wollte ich a) das Gewicht behalten und b) war es mir zu mühsam, da groß Material zu entfernen.

Soweit von heute (bzw. den letzten drei Tagen). Demnächst geht es weiter. Viel Spaß beim Anschauen.

Grüße,
Moritz

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Hallo Moritz,

ein aufwendiger aber interessanter Umbau. Die Lok läuft in der Originalausführung seit über 30 Jahren (während etliche der Göppinger Soundsupermodelle bereits jetzt in der Werkstatt liegen oder auf neue Haftreifen warten...). Der Umbau der Fleischmann 38er auf Faulhaber scheint auch mir durchaus lohnenswert. Voraussetzung ist aber ein gut laufende und nicht klemmende Steuerung der Lok. Ich hätte da als Spenderlok vielleicht eine neuere Lok mit brünierten Fahrwerk genommen.

Wie viele Zentimeter ohne Stromabnahme kann die mit 1300uF gepufferte Lok denn überfahren?

Grüße
Markus

Ooh, ooh, meine Wannentender-P8 will sich anscheinend verdrücken. Hat wohl Schiss, dass ihr was ähnliches droht, recht hat sie. Ich hab zwar noch die mit den Tender mit drei angetriebenen Achsen, aber DH10- Einbau hatte ich auch schon geplant. Sorry altes Mädchen, Du bist wohl über den Winter dran.

Grüssle aus dem Schwabenländle

Bernhard
Hallo Markus,

meine Lok ist 2009 neu gekauft gewesen, mit dunkler Steuerung und Rädern (ich vermute, dass das vernickelt und nicht brüniert ist). Der Glockenankermotor hat wunderbare Fahreigenschaften und eine angemessene Höchstgeschwindigkeit (im Gegensatz z.B. zur BR 23, wo man für die Vorbildhöchstgeschwindigkeit mit SB-Umbausatz den Motorstark drosseln muss (CV 5 = 60 bei max 255)).

Ich weiß nicht, ob du mit 1300uF streckenmässig sonderlich viel komplett ohne Kontakt fahren kannst. Im Momemt, z.B., kannst du mit dem Tender ohne Pufferkondensator nicht fahren, er ruckelt und bleibt nach zehn Zentimetern bestimmt stehen (es wird ja nur von zwei Achsen Strom aufgenommen, die sind zwar federnd geklagert aber die Selbstbaustromschleifer kann man ja nicht beliebig stramm machen, da sich die Räder sonst nicht mehr drehen und man der federnden Lagerung entgegenwirkt, wenn nur auf ein Rad Druck ausgeübt wird), mit Kondensator fällt das nicht mehr auf. Aber von daher lässt sich das mit der konkreten Strecke zur Zeit nicht sinnvoll testen. Sicherlich, ich kann Kabel anlöten und schauen wie lange der Motor noch dreht - nur wird dann der Stromverbrauch geringer sein, da der Tender nicht auf dem Gleis steht.

Hallo Bernhard,

sag deiner P8, dass man vor diesen OPs eigentlich keine Angst haben braucht - bisher hat bei mir jeder überlebt und am Ende sind die Loks doch immer glücklicher als vorher :).

Grüße,
Moritz
Hallo Moritz,
vermute, dass Du Deine Wendezug- P8 superst. Tolle Arbeit!
Hast Du auch noch eine "normale" P8 mit Wannentender, von der es beim Vorbild über 400 Loks gab, auf dem Schirm?
Die kürzlich erschienene Wannentender P8 von Minitrix ist ja total verhunzt.
Typisch bei den Wannentender P8 war der abgeschrägte Kohlekasten, den auch Fleischmann bei seinen Wannentenderloks 38 1148 (#7162) und 38 3346 (#7826) vergessen hatte.
Beste Grüße
Klaus
moinsens,

meine hat.....
und den entsprechenden Tenderabstand.

mfG

Ralf

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Hallo Klaus,

ich weiß nicht, ob alle P8 mit geschlossenem Führerhaus auch eine Wendezugsteuerung bekommen haben, würde aber Sinn machen. Eine P8 mit offenem Führerhaus habe ich nicht und eigentlich bin ich nicht so der P8 Fan, dass ich noch eine mit Wannentender brauche :).
Mit Maxxonmotor ist auf jeden Fall genug Platz, um den abgeschrägten Kohlenkasten darzustellen. Da der (im Gegensatz zu dem alten Tender mit drei angetriebenen Achsen) nicht massiv dort ist, müsste man ihn selbst wieder schliessen. Ich weiß aber gar nicht, ob es die Kombination offenes Führerhaus und Wannentender mit 2-achs-Antrieb von Fleischmann gab.

Grüße,
Moritz
Hallo Moritz,

die meisten P8 im Wannentender waren nicht wendezugtauglich. Die Wannentender waren nach der Ausmusterung der Baureihen 42/52 bei der DB reichlich vorhanden. Die DB tauschte daher viele der alten, genieteten Kastentender gegen die moderneren geschweisten Wannentender aus. Es gab viele P8 mit Wanntender und offenen Führerhaus, nur wenige mit geschlossenem Führerhaus. Nur diese bekamen dann zusätzlich auch noch eine Wendezugsteuerung.

Die Kombination offenes Führerhaus und 2-Achs-Antrieb gab es vermutlich nicht. Fleischmann lieferte in den achtziger Jahren zuerst die 50er mit Wannentender und 3-Achs-Antrieb und dann auch die P8 . Dann wurde die 50er Ende der neunziger Jahre(?) überarbeitet und es kam der 2-Achs-Antrieb bei beiden Loks. Danach gab es nur noch die Wannentenderversion mit geschlossenem Führerhaus.

Grüße
Markus
Hallo,

nun ist es doch schon eine ganze Weile her. Es hat gedauert, bis ich alle Teile beisammen und dann Zeit und Muße hatte, mich noch um die Lok zu kümmern. Grobe Eckdaten des Umbaus:

- Schlotposition korrigiert
- Neue Lampen
- Gestänge verfeinert
- Leitungen am Kessel  und unter dem Führerhaus angesetzt
- Schaumstoff zwischen Lok und Tender um sichtbaren Spalt zu kaschieren
- Pufferbohlendetails
- Rote Farbe aufgefrischt

Das Vorläuferdrehgestell ist noch nicht fertig, dazu fehlen mir noch neue Achsen.
Die Lok hat so gute Laufeigenschaften, ruhig und sichere Stromabnahme (5 Achsen beidseitig, Vorläufer beide auf der selben Seite). Vorwärts zieht sie bis zu 6 beleuchtete Vierachser (aber das ist schon grenzwertig auf 3%iger Steigung, der Tender rutscht durch), rückwärts auch mühelos 10.

Die eingebaute Führerhausbeleuchtung ist zwar nett, da das Führerhaus aber nach unten offen ist, scheint das natürlich auf die Schienen durch. Entweder baue ich noch einen Fußboden ein, oder ich lasse sie eben aus.

Hier ein paar Impressionen (entschuldigt die schlechte Beleuchtung, im Winter ist es auf meiner Moba echt dunkel).

Grüße,
Moritz

PS: Dem erfolgreichen Wendezugeinsatz steht nun prinzipiell nichts mehr entgegen - abgesehen vom Fehlen eines geeigneten Steuerwagens :).

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Hallo Moritz,

sehr schön. Was hast du am Gestänge alles gemacht?

Viele Grüße
Georg
Hallo Georg,

hauptsächlich habe ich alles dünner gefeilt, also die Treib- und Kuppelstangen sowieso die angedeuteten Lager. Die Schwingstange ist so geblieben wie sie war, da man sie nicht gut demontieren konnte. (Man hätte die genieteten(?) Verbingungen lösen müssen, mit dranhängendem Gehäuse war es mir zu gefährlich).

Das Bild zeigt eine bereits bearbeitete und eine unbearbeitete Stange. Da man die dunkle Vernickelung mit wegfeilt, muss dann aber brüniert werden.

Viele Grüße,
Moritz

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Hallo Moritz,

danke, hast du eine Feile oder was von z.B. Proxon genommen? Jens Emmermann hat mal bei einer MTX 03 mit einer blauen Polierscheibe gearbeitet. Vor vielen Jahren habe ich an einer alten 50 und 94 mal die Stangen mit einer Feile verschmälert, war ein bisschen mühselig.

Die Leitungen unter dem Führerhaus sind von KH?

Falls mir mal eine FLM ÖBB 38 mit den Scheibenvorläufern günstig über den Weg läuft, würde ich auch ein bisschen was daran machen.

Viele Grüße
Georg
Hallo Georg,

ich habe mit einer feinen Feile gearbeitet (ich weiß nicht, ob die sich schon Uhrmacherfeilen schimpfen). Und ja, das ist mühseelig, eine Stange pro Tag, dann hat man genug. (Bei einer 94 habe ich die Übung auch schon hinter mir).

Die Leitungen sind von KH (wie auch der Schlot) und eigentlich auch recht nett. Allerdings passen sie nur zur 78 (also dem 38er Umbau, nicht der T18). Laut Photos scheint die Lokführerseite auch zur 38er zu passen, die Heizerseite ist bei der 38er etwas spärlicher (immer auf 38er mit Wtd bezogen) - aber das war mit dann egal. Ich habe diese Leitungen bei einer 01.10 selbst gebastelt, das dauert auch und ist relativ fragil. Die Lücke zwischen den Leitungen und der Leiter finde ich allerdings komisch, aber da sich die Leiter ja mit dem Tender bewegt ist mir noch nichts besseres eingefallen.

Viele Grüße,

Moritz
Hallo Moritz,

das Abfeilen der Treibstangen war sicher sehr fummelig. Der Umbau der Beleuchtung ist dir sehr gut gelungen. Glückwunsch zum gelungenen Umbau!

P.S
Die Lok sieht ungefähr so aus wie ich mir die neue Minitrix 38 eigentlich gewünscht hätte.

Grüße
Markus
Hallo,

hier wie Jens Emmermann die Stangen reduziert hat http://www.raw-nette.de/stangen.htm .
Die Leitungen unter dem FH bei 01.10 und auch 01 habe ich auch selber gemacht. Ging eigentlich ganz gut. Aber wenn es schon was halbwegs passendes gibt, wird es natürlich einfacher.

Viele Grüße
Georg


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