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THEMA: Messing löten

THEMA: Messing löten
Startbeitrag
Realist - 11.03.11 17:03
Hallo zusammen,

ich brauche mal kompetente Hilfe.

Ich bin gerade dabei mir ein paar Sonderbauarten Fahrleitungsmaste zu bauen. Die Einzelteile sind aus Messing. Eigentlich hatte ich mir vorgestellt, da ich schon häufig über gelötete Messingbaussätze gelesen habe, dass es beim Löten keine Problem geben sollte. Leider gelingt es mir nicht die Messingteile vernünftig  zu verlöten. Gibt es da spezielle Tricks? Reichen ein herkömmlicher Lötkolben und normales Lötzinn für Messing nicht aus? Oder muss ich noch etwas anderes beachten?

Wäre nett wenn ich von euch allgemeinverständliche Tipps bekommen könnte.

Gruß Volker

Moin Volker,

das wichtigste, wenn das Löten allgemein beherrscht wird, ist, daß das Messing blank ist. Gerade, wenn die Bausätze schon etwas älter sind, oxidiert die Oberfläche gerne mal, so daß das Lötzinn dann nur abperlt.

Gruß
Kai
Hallo,
ich verwende Lötwasser zum löten von Messing, damit habe ich noch keine Probleme gehabt.
Anschließend gut reinigen.
Gruß Rolf
S39, sind so kleine blaue Flschen. Das zeug ist wirklich super.
Aber Achtung, es gibt auch S39+cu, das ist rot und nicht so gut.
Hallo,
Lötwasser nimmt man zu Dachrinnenlöten, es hat im Modellbau und Elektronik nichts zu suchen.
Wie schon erwähnt Lötstellen blank machen und von Fett befreien ( Spiritus ) und dann je nach Stärke des Materials entweder mit entsprechendem Lötkolben erwärmen und Lötzinn zugeben .Als Flussmittel eignet sich Kolophonium (fest oder in Spiritus aufgelöst, als Tinktur)
Wenn es sich um Profile und Bleche handelt , macht sich Lötpaste (S-Pb60Sn40 mit Flußmittel DIN EN 29454-1) gut und dann mit der Flamme (Mikrobrenner)
LG Röhricht
Modellbahnservice
Zitat

Lötwasser nimmt man zu Dachrinnenlöten, es hat im Modellbau und Elektronik nichts zu suchen.


Hallo Röhricht,
gibts dafür auch nen Grund? Bei Elektronik seh ich das ja durchaus ein, da das Lötwasser die Platinen und Bauteile angreift. Aber warum nicht für Bausätze? Die lassen sich nach dem Löten einfach unter Wasser reinigen, so dass keine Rückstände bleiben.
Hallo,
das Lötwasser bei der Elektronik nichts zu suchen hat ist klar. Beim Löten von Messing- Blech oder -Profiele habe ich noch keine Probleme gehabt. Die Flasche habe ich bestimmt schon 25 Jahre oder länger und ich werde sie sicher noch lange verwenden.
Ist aber nur meine Erfahrung inzwischen gibt es mit Sicherheit bessere Produkte
Gruß Rolf
Hallo msfrog,
weil Lötwasser Säurehaltig ist (Salzsäure) und auch MS davon angegriffen wird.
LG Röhricht
Modellbahnservice
Hallo Röhricht

Es gibt verschiedene Arten von Lötwasser unter anderem auch welches zum Löten im Elektronik
Bereich wichtig ist aber das anschliesende Reinigen was aber bei Bauteilen die Lackiert werden Ohnehin notwendig ist ich verwende zum löten von Messing nur Lötwasser Privat als auch Beruflig.


Gruss Holger
Hallo Röhricht,

und wie kann ich Litzen an Edelstahlschienen löten?

HG Franz
Volker, nimm Lötpaste wie in #4 beschrieben, zum verzinnen optimal, lässt sich ausgezeichnet dosieren.  Klappt auch mit Lötkolben, aber mit kleiner Flamme gehts gleich nochmal besser.
Probieren sie mit Lötfett.Ich habe damit gute Resultate. Ganz minim auftragen z.b mit einem kleinen Pinsel oder Wattstäbchen. Gruss Dario
Hallo zusammen,
ich verwende das Lötöl von NDetail. Gibts auch woanders. Da Zeug ist mindestens genauso wie Lötwasser, weil das MS reduziert wird, nur nicht ganz so ätzend. Lässt sich auch mir Wasser oder Alkohol entfernen. Ich verwende es für Bausätze aus Neusilber, MS oder Schienen. Eigentlich für alle mechanischen und nicht elektrischen und nicht elektronischen Lötstellen.
Lötöl reduziert das zu lötende Material und wirkt dabei noch als Flussmittel indem es die Fließeigenschaften verbessert.
Als Lötzinn verwende ich normales 1mm Radiolot mit Kolophoniumkern.

Gruss Karl
Zitat

weil Lötwasser Säurehaltig ist (Salzsäure) und auch MS davon angegriffen wird.



Du sollst das Messing ja nicht tagelang darin einlegen. Eine durch die Säure gereinigte Oberfläche ist ja hier gerade gewünscht.
Danke für die vielen Tipps.

Werde ich probieren.

Werde dann mal schreiben ob es funktioniert hat.

Gruß Volker
Hallo,

wichtig ist auch, dass der Lötkolben die zu fügenden Teile vernünftig durchwärmt und Vorbereitung der Fügestelle (metallisch rein).

Im Hobbybereich kommt man dann im Grunde auch mit Flussmittel hatigem Lot gut weiter, wenn Lötstelle und Lötkolbenspitze blank sind.


Viele Grüße und gutes Gelingen,
Martin
Servus,

nach meinen kleinen Ausflügen in die Messinglöterei kann ich das Lötöl von NDetail sehr empfehlen. Ich hab auch schon anderes ausprobiert, aber damit gings bislang am besten.

Erst mit einem sauber dosierbares Flussmittel macht die Löterei mit dem Messingzeug richtig Spass. Da die Teile hinterher eh fürs lackieren gereinigt werden spielen andere Eigenschaften des Mittels keine wirkliche Rolle.

@Franz:
Stahl löten ist eher ne Tortur. Es geht, ist aber wohl mehr ein Kleben als ein Löten. Selbst mit speziellen Lötmitteln schwer und selbst dann brechen scheinbar gute Lötstellen doch wieder. Im Zweifel versuchen die Verbinder zu löten oder lötbares Schienenmaterial verwenden.

Grüßle
Elvis

@ Franz,

Hallo Franz,

Stahl kann man gut löten. Edelstahl hingegen nicht! Zumindest nicht mit Weichlöten. Hartlöten mit speziellen Flußmitteln scheidet bei Modellschienen aus. Wenn es sich um Stromanschlüsse handelt nimm Neusilberschienenverbinder. An denen kann man Litzen anlöten.

zum Thema "Lötwasser" noch folgendes. Ich verwende 25%ige Phosphorsäüre. Die gibt es manchmal in der Apotheke. Wenn man dort erklärt wofür man sie braucht, bekommt man meistens auch welche. Sie hat den Vorteil das sie sehr rein ist. Sie fördert die Fließeigenschaften des Lotes hervoragend. Wie bei allem bitte Sparsam verwenden.

Gruß Berni
@Dieselbär
@Elvis

Vielen Dank Euch beiden.

HG Franz
ich verwende für alle Lötungen die nicht zu groß sind generell Elektronik Lot mit Flussmittelseele  und da gabs noch nie Probleme.

Gruss Bernd
Hallo

In diesem Beitrag gibt es einige gute Tipps zum Messing löten: http://loeten-info.de/messing-loeten-anleitung-und-tipps/

Hier werden eigentlich schon sehr viele Fragen zu diesem Thema beantwortet! Vielleicht hilft das ja jemandem :)

Mit freundlichen Grüßen

Jochen

@Jochen
dieser Beitrag betrifft ausschließlich HARTLÖTEN mit Temperaturen weit über 400°C.
Damit haben Modelleisenbahner in der Regel nichts zu tun.
MfG
   HOLLA
Moin,

also ich baue mit Messingblechen und Profilen. Es gibt drei Faktoren, die beim Löten eine große Rolle spielen:

Das Material sollte an den Lötstellen sehr gut gereinigt sein. Hilfreich kann dabei auch ein Glassfaserstift sein. Aber bei der Arbeit mit diesen Dingern ist äußerste Vorsicht geboten, da hier wirklich feinste Glasfasersplitter entstehen. Bewährt haben sich Latexhandschuhe und Küchenrolle als Unterlage. Wenn die Stellen schwer zu reinigen sind spricht eigentlich nichts gegen Lötwasser, bei mir funktionierts auf alle Fälle.

Der zweite Punkt sind das Lot und das Flußmittel. Meiner Erfahrung nach lötet es sich mit einer dünnen Schicht Lötfett einfacher. Das Lot fließt besser in die Spalten.

Der entscheidende dritte Punkt ist die Temperatur. Ein Lötkolben oder eine Lötstation, die zum Löten von Kabeln und Platinen geeignet ist, wird in der Regel bei Messingteilen nicht wirklich gut funktionieren.  Schon besser, und manchmal auch optimal sind Lötkolben ab ca. 80 bis 120 Watt. Damit bekommt man schon relativ dickes Messingblech erwärmt. Mein persönlicher Favorit ist das Löten mit Flamme. Hier wird in sehr kurzer Zeit sehr viel Wärme erzeugt. Ich lege meistens schon ein Stückchen Lot an die Verbindungsstelle und erwärme diese indirekt mit dem Gasbrenner. Nach ein paar Sekunden sieht man schon, wie das Lot gerdezu in die Lötstelle eingesaugt wird. Dann schnell die Flamme wegziehen und dem Werkstück genügend Zeit zum abkühlen geben. Als Lötunterlage benutze ich einen Schamottstein aus einem Baumarkt, der sonst wohl zum Auskleiden von Öfen dient, da kann man die Flamme ruhig mal direkt draufhalten.

Grüße Klaus

Hallo,

es gibt einige Bausätze, die auch ich aus Messing baue.
Da kommt Neusilber imho von der Qualität nicht mit.

Kleinere, dünne Teile löte ich mit meinem regelbarem
ERSA Gerät und Lötzinn von NDetail.

Bei dickeren/stabileren Teilen löte ich mit Flamme von Dremel.
Funktioniert mit beliebiger Lötpaste auch sehr gut.

Nur ein Problem habe ich beim Löten mit Flamme. Es bleibt immer
so ein seltsames hartes Kurstoffzeug übrig. Nehme an, das sind
Reste vom Flussmittel. Mit kratzen, schleifen, polieren bekomme
ich das Zeug dann auch weg; ist aber wirklich eine verflixte Arbeit.
Muß das so sein, mache ich was flasch, geht das nicht mit
weniger Arbeit?

Gruß
Roland

Hallo,
ich habe mir vor einigen Jahren ein kleines Set zum Messing löten gekauft. Ich habe einen kleinen Koffer bekommen, in dem alles nötige drin war, also vom Brenner bis zu Weich- und Hartloten. Für kleinere Arbeiten, reicht die Ausstattung vollkommen aus und um ehrlich zu sein, so oft benutze ich sie auch nicht. Ich arbeite am liebsten mit Hartloten, habe auch schon Verschiedene ausprobiert. Hartlot ist mir sicherer, da habe ich das Gefühl, dass meine Arbeit ewig halten wird. :)
Beste Grüße

Hallo,
ich verwende für so was Lötöl von Sommerfeld (Nr.82). Beste Ergebnisse erziele ich da mit einer Meissellötspitze und 450 Grad Lötkolbentemperatur. Da muss man nicht so lange am zu lötendem Material bleiben.
Viele Grüße

Eisenbahnlumpi


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