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THEMA: Existenz K.P.E.V. / Preuss.Staatseisenbahnen

THEMA: Existenz K.P.E.V. / Preuss.Staatseisenbahnen
Startbeitrag
Dirk (LBF) - 12.01.10 15:55
Hallo,

um den Fleischmann-Neuheiten Thread nicht unnötig mit Nebenthemen zu verlängern hier etwas zur Reinhards weitergegebenen Behauptung dort http://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_show.php?id=431300#aw40 die KPEV hätte niemals existiert, hier als eigenes Thema.

Die Geschichte klingt so lustig  ("... 'KPEV' hat ein kleiner rheinischer Beamter sich ausgedacht ... hihihi ... helau helau ...") dass sie immer wieder gern ungeprüft weitergeben wird, auch auf Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%B6niglich_Pr...Eisenbahn-Verwaltung , obwohl K.P.E.V. als Eigentumsmerkmal auf hunderttausenden von preussischen Fahrzeugen - Güterwagen, Personenwagen, Loks - stand.

Natürlich hatte sich irgendjemand Bezeichnung und Abkürzung K.P.E.V. = 'Königlich Preußische Eisenbahn-Verwaltung' mal zuerst ausgedacht - logo . Der zuständige preussische Minister verordnete und bestätigte diese Bezeichnung aber mehrmals durch Veröffentlichung entsprechender Musterblätter in seinem Amtsblatt als an preussische Eisenbahnfahrzeuge anzubringende Eigentumsbezeichnung.

Wer mehr dazu wissen will kann die ältere Diskussion  (mit Quellen !) hier verfolgen http://de.groups.yahoo.com/group/LBF/message/3661 , der Themenbaum ist nicht vollständig, -> Suchfunktion, beginnt mit Message http://de.groups.yahoo.com/group/LBF/message/3588 - am Ende der Nachricht .  Und dann dort oder hier mit weiter diskutieren.  

Denke man kann aber auch ohne sich in die Diskussion allzu sehr einzulesen getrost weiterhin die Eigentumsbezeichnung KPEV weiterverwenden, z.B. neue KPEV T 13 von Fleischmann, wenn auch in Dokumenten hauptsächlich 'Preussische Staatsbahn' (in verschiedenen Variationen) auftaucht, und man auch diesen Begriff bei genaueren Beiträgen öfters verwenden sollte.

Die Sache ist echt nicht so wichtig, aber nachdem's immer wieder wichtig gemacht wird indem die andere Story immer mal wieder  ungebremst weitergegeben wird ( a la  "Begriff K.P.E.V. zu verwenden ist prinzipiell falsch") , wollte ich hier einfach mal auf ein paar Background-Informationen dazu verweisen.

Schöne Grüsse

Dirk


Da schreibt selbst Wiki nur ab, ohne es anscheinend genau zu prüfen.

Es stimmt zwar, dass die einzelnen Eisenbahn-Direktionen unabhängig aufgebaut waren, es gab KEINE stramme zentrale Verwaltung, AABER: alle Fäden liefen im "Ministerium für öffentliche Arbeiten" zusammen und dort wurde letztlich alles wirklich entscheidende vom Ministerium oder insgesamt vom Kabinett entschieden.
Im Ministerium war ein  Unterstaatssekretär nur für die Eisenbahn zuständig - zuständig für mehrere  Abteilungen im Ministerum  für Bau, Verkehr, Verwaltung und Finanzen der Staatsbahn direktionsübergreifend. Viele Dinge wie "Normalien" (also Standardisierung und Typisierung) Dienstregeln, Fahrplan usw. konnten nur zentral ausgearbeitet werden

Es ist auch bekannt, dass einige Direktionen für alle Eisenbahndirektionen  zentral einige Aufgaben übernommen haben (KED Hannover Zentralverkehrs-Abrechnungsbüro, KED Magdeburg Zentralwagenbüro und Zentralabrechnungsbüro).
Hmm, ich kann im LBF (trotz Anmeldung) die Links nicht öffnen -> Fehler 105...

Lavamat
Aus der Befürchtung von Copyrightverletzungen hat der Listenbetreiber mal das ganze Bildarchiv der Yahoo-Group gelöscht und die Funktion gesperrt. Danke, liebe Abmahnanwälte.

Grüsse,

Andreas
"K.P.E.V." ist bestimmt nicht schlimmer als "altrot" oder "Wagner-Bleche". Der gemeine Modelleisenbahner schimpft nur das eine als Todsünde in Grund und Boden und erhebt das andere als besonderes Fachwissen oder einfach Usus in den Stand des Üblichen.

Die Hersteller wollen doch kein wissenschaftliches Werk über die Verwaltungsstruktur preußischer Eisenbahnen verfassen, sondern dem potentiellen Modellbahner eine Einschätzung geben, wohin das Modell gehört. In sofern ist die Angabe genauso gut wie die Informationen, die man aus der Angabe der Epoche gewinnt oder aus der Angabe "DB", "DR", "DRG" oder was auch immer.

Das ist doch ein Hobby, das Spaß machen soll

Gruß
103er

Edit: Tippfehler... ;-/
Hallo,

woran merkt man, ob etwas existiert oder nicht?
Es gibt offiziell gegründete Institutionen, die sich in der Rücksicht als Totgeburten herausstellen und nur auf dem Papier bestanden haben.
Und die KPEV dagegen hat offenbar im Bewusstsein der Eisenbahner, der Direktionen und der Öffentlichkeit existiert, ob sie nun offiziell (d.h. per Verwaltungsakt) begründet wurde oder nicht.

Am 1908 eröffneten neuen Bahnhofsgebäude in Wuppertal-Vohwinkel ist noch heute eine großes KPEV-Wappen zu sehen. Man sieh es auf dem obersten Bild bei
http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnhof_Wuppertal-Vohwinkel
auch wenn es auf dem Foto (größeres Format wählen) leider nicht gut lesbar ist (hinfahren und selbst gucken).

Es gibt sicherlich zahlreiche weitere Beispiele.

Viele Grüße
Karl

Hallo Lavamat,

da war ein Komma hinten am Link, korrigiert, jetzt noch mal probieren. Funktioniert auch unangemeldet.

Schöne Grüsse

Dirk

Zitat

Da schreibt selbst Wiki nur ab


Nicht Wikipedia schreibt ab, sondern jemand der das ins Web eingetippt hat.
Wikipedia selbst weiß nichts!

Hier die Version vor der Überarbeitung:
http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=K%C3%...ng&oldid=9506437

Diskussion dazu:
http://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:K%C3%B6...Eisenbahn-Verwaltung
Danke, Dirk, aber das ist nicht das Problem.
Ich habe keinen Zugriff auf die Fotos... , nicht mehr...
Ein Erklärungsversuch:

Nicht als Name/Bezeichnung einer Behörde auslegen, d.h. es gab vielleicht keine Königlich preussische Staatseisenbahn-Verwaltung als solches. Aber es gab Staatseisenbahnen unter preuss. Verwaltung.

D.h. die Inschrift könnte auch so gedeutet werden: Das bezeichnete Gut seht in Verwaltung der königlich preussischen (Staats)Eisenbahn(en).

Vielleicht wollten die preuss. Eisenbahnern zur Verwechslungssicherheit ein etwas anderes Kürzel nehmen als die anderen schon hatten, wie etwa K.W.St.E. und V.K.P.E. gefiel nicht - klingt ja auch nicht gut (Vau-ka-pe-eh).

Grüße, Peter W.
Hallo zusammen,

"Königlich Preußische Eisenbahn-Verwaltung

Die Königlich Preußische Eisenbahn-Verwaltung (Abgekürzt K.P.E.V. ) war die Eisenbahngesellschaft Preußens zur Kaiserzeit .

Sie entstand um 1880 aus der Zusammenlegung einer Vielzahl von Privatbahngesellschaften und war zu ihrer Zeit eine der größten Eisenbahngesellschaften weltweit sowohl was die Länge des Streckennetzes als auch der zurückgelegten Kilometer anging.

Das Eisenbahnnetz der K.P.E.V. besaß v.a. eine Ausrichtung in Ost-West-Richtung mit dem Zentrum Berlin. Hier liefen die Strecken sternförmig zusammen und endeten in verschiedenen Kopfbahnhöfen wie dem Görlitzer Bahnhof (heute ein Parkgelände) dem Anhalter Bahnhof (heute nur noch S-Bahn-Tunnelbahnhof ) dem Schlesischen Bahnhof (heute Ostbahnhof) dem Stettiner Bahnhof (später Nordbahnhof heute nur noch S-Bahn-Tunnelbahnhof) dem Lehrter Bahnhof (heute Hauptbahnhof - Lehrter Bahnhof) dem Potsdamer Bahnhof (heute Tunnelbahnhof Potsdamer Platz ) und einer vielzahl anderer.

In Berlin betrieb die K.P.E.V. die Berliner Stadtbahn den direkten Vorläufer der heutigen S-Bahn.

Im Fernverkehr waren die wichtigsten Strecken der K.P.E.V. die Preußische Ostbahn an die russische Grenze die Lehrter Bahn nach Lehrte bei Hannover mit Fortsetzung ins Ruhrgebiet die Strecke ins oberschlesische Kohlerevier und die Strecke nach Hamburg . "

(www.uni-protokolle.de)

Gruß
Peter

@10

Tja, das ist aber leider auch nur eine Sekundärquelle.


Ich finde die Diskussion in Wiki und LBF sehr interessant.

Da ich keine historischen Quellen zur Verfügung habe, kann ich auch nur mutmaßen.

Die Erklärung von Peter (#9) erscheint mir zumindest logischer als die Herleitung (zu der mir auch die Quelle fehlt!) in Wiki.

Für mich ist das Gleichsetzten von "Zentralverwaltung der preussischen (Staats-) Eisenbahnen" mit "Königlich preussische Eisenbahn-Verwaltung" auch irgendwie naheliegend.
Ich bin kein Linguist, aber der Gebrauch der Sprache hat sich zwischen dem 19. Jhd. und heute sicher verändert.
So könnte ich mir vorstellen, dass je nachdem, was der Schreibende betonen wollte, er dies auch im Satzbau exponierte. Also "Zentralverwaltung ...."
Während offiziell wohl das "Köngliche..." voranzustellen war.
Wenn ich z.B. schreibe "Die Staatsbahn des Königreich Bayerns" um unterschiede zu Privatbahnen hervorzuheben, dann ist trotzdem jedem klar, was gemeint ist.

Aber we gesagt meine Interpretation.

Gruss
Lavamat
Also um ehrlich zu sein und das Ganze kurz zu halten, ich bin bis jetzt immer von einer Existenz der K.P.E.V ausgegangen...wird einfach überall erwähnt, Verkehrsmuseum Nürnberg etc. Kann aber genauso gut auch daran liegen, dass ich noch nie gegenteiliges gehört habe.

Die Bielefeld-Verschwörung lässt grüßen:

http://www.welt.de/vermischtes/article1047133/B..._doch_gar_nicht.html



Gruß,
Eisbrecher
Vielleicht hier noch ein Hinweis:

http://wapedia.mobi/de/Preu%C3%9Fische_Staatseisenbahnen?t=3.2.

und hier:
http://www.hamburg-hautnah.de/dampflokwerk2.html

Besonders lesenswert:
http://lexikon.calsky.com/de/txt/k/ka/ka_niglic...nbahn_verwaltung.php

Dass es so etwas die die KPEV gegegen haben muss, geht aus dem Staatsvertrag vom 30.4.1920 hervor:
http://www.hs-merseburg.de/~nosske/EpocheII/dg/e2d_2110.html

Recht anschaulich auch dies:
http://www.maerklin.de/media.php/de/pdfs/geschichtedereisenbahn.pdf

Vielleicht hätte auch schon der vollständige Wiki-Artikel geholfen statt der Kurzfassung:
http://de.wikipedia.org/wiki/Preu%C3%9Fische_Staatseisenbahnen
Gruß
Peter

@Peter,

ich will mal Sekundärquellen ausser Acht lassen.

Und die hier
http://lexikon.calsky.com/de/txt/k/ka/ka_niglic...nbahn_verwaltung.php
getätigte Aussage
"Die Königlich Preußische Eisenbahn-Verwaltung (KPEV) war die Behörde, ..."
wird in der Diskussion ja gerade bestritten, da anscheinend keine diesbezüglichen Dokumente aufzufinden sind.

Und in der zitierten primären Quelle (ich gehe mal davon aus, dass hier Wortgetreu zitiert ist)
Zitat

Dass es so etwas die die KPEV gegegen haben muss, geht aus dem Staatsvertrag vom 30.4.1920 hervor:
http://www.hs-merseburg.de/~nosske/EpocheII/dg/e2d_2110.html


Steht in §24 b 6. IV a)
Zitat

a) für den Bereich der bisherigen vereinigten preußischen und hessischen Staatseisenbahnen von den Eisenbahnabteilungen des Preußischen Ministeriums der öffentlichen Arbeiten unter der Bezeichnung "reichsverkehrsministerium, Zweigstelle Preußen-Hessen".


Also eher ein Beleg für die Nichtexistenz einer Behörde dieses Namens. Und nur um die Bezeichnung geht es ja. "So etwas" hat es sicher gegeben. Aber scheinbar nicht DIE "K.P.E.V.".

Ich bin mal gespannt, ob da noch was auftaucht.
Aber es müssen schon primäre Quellen sein.

Gruss
Lavamat
Ich sehe das als künstliches Problem. Der Begriff "KPEV", oder "Preussische Eisenbahnverwaltung(en)" wird etwa so verstanden worden sein, wie man heute z.B. kollektiv von der "Finanzverwaltung des Bundes und der Länder" spricht. Die umfasst sowohl das Bundesministerium der Finanzen als Oberbehörde, wie auch die einzelnen Oberfinanzdirektionen bis hinunter zum lokalen Finanzamt, bei dem man seine Steuererklärung abgibt.

Die sehr autonomen KEDen sind zum grossen Teil erst in den 1870er Jahren aus verstaatlichten, zuvor privaten Eisenbahnunternehmen (Aktiengesellschaften) hervorgegangen. Die Organisationsstrukturen wurden zumeist übernommen, das Beschaffungswesen beispielsweise wurde nicht zentralisiert. Dank dieser föderalen Struktur bildete sich eben kein Wasserkopf in Form einer "KPEV-Behörde" in Berlin heraus, sondern lediglich eine Art Koordinierungsstelle beim zuständigen Unterstaatssekretär im Ministerium für öffentliche Arbeiten, und ab 1907 das Kgl. Eisenbahnzentralamt Berlin (im Rang einer KED).

Grüsse,

Andreas
Hallo Andreas,

damit hast Du sicher Recht. Die Funktion einer KPEV ist aus den Dokumenten ja unbestritten, und ob eine Behörde gleichen Namens so existiert hat, ist eher zweirangig; zumindest hat die PEV - unter welcher Amtsbezeichnung auch immer - das heute noch bekannte KPEV-Logo vergeben.

Gruß
Peter
Hallo zusammen,

es ist richtig, daß es eine Behörde mit dem Namen "Königl. Preuß. Eisenbahn-Verwaltung" nicht gegeben hat.
Vielmehr war das Ministerium für die öffentlichen Arbeiten als obere Verwaltungsbehörde zuständig. Die konkrete Eisenbahnverwaltung wurde durch die Kgl. Preuß. Eisenbahn-Direktionen (z.B. in Elberfeld, übrigens eine der größen in der preußischen Provinz Rheinland) betrieben. Hintergrund ist, daß die vormaligen Privatbahnen (z.B. die Bergisch-Märkische Eisenbahn-Gesellschaft AG) zwar durch Übernahme von Aktienpaketen im Staatsbesitz waren, aber rechtlich bis in das 20. Jahrhundert nicht liquidiert wurden (also nach wie vor die Eisenbahnen juristisch Privatbesitz/Provatbahnen waren).
Auch wenn es eine (einheitliche) preußisch-staatliche Eisenbahn unter dem Dach des genannten Ministeriums gab, gab es keine K.P.E.V. im Sinne einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft. Die geläufige Abkürzung K.P.E.V rührt vielmehr daher, daß technische Normen seit den Normalien zwischen 1871 und 1895 erarbeitet wurden und zu ihrer Kennzeichung als Norm ein Kürzel benötigt wurde.
Erst ab 1905 (nach anderen Quellen 1907/08) gab es in Berlin ein "Eisenbahn-Zentralamt", das als zentrale Verwaltung der preußischen Staatsbahn fungierte und auch eine Eisenbahn Bau- und Betriebsordnung (EBO) erlassen hatte.
Insofern ist der Wikipedia-Artikel sachlich richtig. Leider fehlt die Darstellung des rechtlichen Hintergrundes (s.o.).

Wer sich für weitere Details interessiert, dem sei die ausführliche und fundierte Publikation von Hans-Ludwig Leers empfohlen:
"Die Verkehrsentwicklung im Wuppertal im 19. und frühen 20. Jahrhundert"
Verlag Dr. Kovac, ISBN 3-8300-2609-9

Viele Grüsse
Frank

Hallo,

vorhin zufällig wieder auf das hier gestossen, hatte schon mal jemand 2008 darauf hingewiesen:

http://img188.imageshack.us/img188/406/kpevvorschrifterschiene.jpg

Einband einer Vorschrift 'Weichen mit Schienen' der Preussischen Staatseisenbahnen/K.P.E.V. von 1900

Mir war auch nie ganz klar warum in manchen Beiträgen immer wieder formuliert wird ' ... nur weil KPEV auf ein paar tausend Achslagern eingeschrieben war ...', war doch wie auch die das schreiben wissen, 'KPEV' per Erlass des Ministers an 100 000en Fahrzeugen der Preussischen Staatsbahnen als Eigentümer angeschrieben, diese Fahrzeuge waren also als Eigentum/unter Verwaltung der, sicherlich nicht scharf innerhalb der staatlichen Behörden abgegrenzten, Königlich Preussischen Eisenbahn-Verwaltung gekennzeichnet.

Schöne Grüsse

Dirk


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