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THEMA: Erfahrungen mit ME Code 55 Weichen?

THEMA: Erfahrungen mit ME Code 55 Weichen?
Startbeitrag
tattoo - 22.02.09 22:47
Hm,

wer hat Code 55 Weichen von Micro Engineering Company in praktischer Verwendung auf seiner Anlage, Modul, Segment, Diorama und welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht?

Kann mir nicht vorstellen, daß diese ohne Nacharbeitung ohne Probleme funktionieren.
(Habe derzeit 8 Stk. und bei allen muß ich vermutlich die Zungen nacharbeiten, denn sie liegen nicht 100% an der Backenschiene an, bzw. haben zu breite Zungen und bilden somit ein Hinderniss für die Spurkränze. Bei 2 Stk. ist sogar die Stromverbindung in einzelnen Gleisteilen nicht verbunden [=logischerweise ein stromloser Abschnitt]. Ergo bei allen 8 Stk. sind nacharbeiten notwendig bevor sie überhaupt eingebaut werden können!)

Euere praktrischen Erfahrungen zu diesen Weichen würde mich jetzt interessieren.

mfG.
"tattoo"  

Hallo,
habe mir vor ein paar Jahren (Anfang 2007?) zwei Weichen zur "Probe" gekauft. An sich sind mir keine Fertigungstoleranzen aufgefallen, alles lief so ziemlich glatt drüber. Hierbei muss ich aber erwähnen, dass ich mein Rollmaterial penibel auf das Radsatzinnenmaß von 7,4mm eingestellt habe. Die Weichen wurden polarisiert, die Backenschienen erhielten eine Stromzufuhr. Daher sind Stromlücken auf folgende Gleisabschnitte nicht aufgetreten. Weiterhin möchte ich betonen, dass ME sehr in der Serienqualität seiner Gleise "unsauber", bzw. also nicht mit gleichbleibende Standards arbeitet. Bei den Flexgleisen, namentlich Code 40/55-Gleis, "kränkelt" schon einmal die Spurweite, mal ein bischen zu weit (teilweise schon mal 8,00mm bis  9,5 mm) oder zu eng. Auch die "Schienenägel", sprich "Kleineisen" sind zu knapp (kaum Halt am Schienenfuß) oder zu "dick" aufgetragen. Für Europa-Gleise sind die Weichen keine gute Wahl wegen dem kleinerem Schwellenabstand. Also prüfe zunächst Dein Radsatzinnenmaß und messe mal den Abstand von anliegender Zuge (Innenprofilkante) zur gegenüberliegenden Backenschiene. Das Maß sollte auf keinen Fall 8,1mm nicht unterschreiten. Siehe auch http://www.miba.de/morop/nem310bb2-d.pdf
Gruss
Ralf
Hm,

Ralf, danke für deine Info. Habe diese Weichen von Micro Engineering momentan auch nur Probe um entscheiden zu können welches Gleismaterial ich im sichtbaren Bereich verwenden könnte. (Unsichtbarer Bereich [Schattenyard, Oval-Gleiswendel] wird mit PECO Code 55 gebaut). Da ich US-Bahner bin ist der kleinere US Schwellenabstand für mich interessant, gegenüber dem Europ. wie ihn PECO hat. Das Problem bei den Weichen sehe ich jetzt nicht im Spurmaß, sondern an der Fertigung der Zunge. Bei einigen Weichen kann die gar nicht komplett an der Backenschiene anliegen, weil Lötzinn [Zunge ist an Stellschwelle angelötet] es behindert. Ergo muß zuerst das weggefräst werden, damit die Zunge satt anliegen kann. Weiters ist die Zungespitze zu breit und die Backenschiene hat keine Einkerbung. Ergo, entweder Kerbe in die Backenschiene fräsen oder Zungenspitze sehr dünn schleifen. Das Problem das auftritt, hatte ich auch schon bei einzelnen PECO Weichen erlebt (Zungenspitze zu breit oder Kerbe in Backenschiene zu gering) und tritt folgendermaßen auf. a.) Bei Dampfloks läuft der Spurkranz der Vorläufer direkt auf die zu breite Zungenspitze auf und wird durch diese ausgehebelt. Tritt vor allem bei den Loks mit RP 25 Radsätzen auf. b.) Bei langen Dampfloks mit starrem Rahmen (z.B. 2-10-0) ist das gleiche mit der ersten Achse. c.) Bei den langen Dieselloks mit am Rahmen montierten Kupplungen (haben alle neuen Modelle von KATO, ATLAS, ect.) ist der Kupplungsüberhang in der Einlenkung groß. Das bewirkt, daß das Drehgestell des folgenden Waggon nach außen gedrückt wird und logischerweise somit auch die Räder. Da jeder Radsatz ein kleines Spiel (Radsatzspur ist kleiner als Gleisspurweite) hat/haben muß, laufen beide Räder des Drehgestell nicht parallel, sondern leicht versetzt (z.B. bei linker Weiche: erster Radsatz/Spurkranz schleift an rechter Schiene, zweiter Radsatz/Spurkranz an linker Schiene). Bei breiter Zungespitze läuft logischerweise dieser Spurkranz des ersten Rades auf diese Zungenspitze auf, anstatt abgelenkt zu werden und wird dann ausgehebelt. Bei gerade eingebauten Weichen ist das kein Problem, aber bei Weichen die nach einer Kurve (auch großer Radius) oder in einer Weichenkombination sind, wird es extremer. [Bei den PECO Weichen wo dies auftratt, habe ich die Zungenspitze mittels Schlüsselfeile dünner gefeilt und seit her gibt es an diesen keine Probleme mehr.]

Bei zwei Weichen ist mir aufgefallen, daß eine der Schienen nach dem Herzstück, welche sonst elektrische Verbindung mit dem Herzstück hat, keine elektrische Verbindung hat. Wenn ich nun das Herzstück [ergo damit auch die Zunge, die Schienen nach der Zunge, das Herzstück und die Schienen nach dem Herzstück] polarisiere, muß ich eine Isolation setzen bevor ich das nächste Gleisstück an die Weiche montiere. Und dann ergibt sich eine einzelne stromlose Schiene, weil bei der Fertigung dieser Weiche geschludert wurde. Das ist logischerweise richtig ärgerlich, wenn ich die Weiche ohne Prüfung [also direkt aus der Verpackung] einbaue und dann bei der ersten Probefahrt die Lok stehen bleibt. Ergo muß jede Weiche vor Einbau genau geprüft werden.

Das frustrierenste für mich an der ganzen Sache ist, daß es kein Serien Code 55 Gleis mit US-Schwellenabstand gibt, wo alles Rollmaterial ohne Probleme darüber läuft. Die Wahl besteht nur zwischen PECO Code 55 oder Selbstbau. ATLAS Code 55 wäre toll, aber da laufen nur RP25 Radsätze. Selbst neu auf den Markt kommende Loks (z.B. Challenger und Big Boy von ATHEARN) rumpeln darüber (Spurkränze laufen auf den Kleineisen auf).

Ein "out of the Box and Play" mit Rollmaterial geht anscheinend nur mit PECO Code 55 Gleis. (höhere Codes will ich nicht) mfG.
"tattoo"
Hallo tattoo,
da hast Du wahrscheinlich wirkliche "Montags-Weichen" bekommen, traurig. Bei dem Zungenproblem fällt mir wirklich nur noch das "Planfeilen" ein. Die Zunge liegt an der Backenschiene an und dann mit einer feinen und kleinen Schlüsselfeile das, bzw. die Profile anpassen, ärgerlich! Die Stromversorgung, so rate ich, sollte immer verbessert werden. Also trenne die Herstellerverbindungen (mache ich bei Peco auch), füge einen Trennschnitt im zulaufenden Herzstückbereich ein und verkabele über den Antrieb (Polarität) neu. In der ganz neuen MIBA ist eine Umbaubeschreibung für Tillig H0 Weichen, das passt auch auf Peco N und andere. Tja, die Antwort auf Atlas C 55 hast Du Dir schon selbst gegeben. Doch: Ich würde als  aktiver US-Bahner (ich meine Dich!) den Schritt in Richtung RP 25 (da gibt es ja einen Haufen an Tauschradsätzen und Standard-Loks/ -Wagen) gehen. Nach jetzt 30 Jahren Spur N, fange ich presönlich an, auf fiNescale "umzuarbeiten". Das macht Mut und schafft Arbeit.. Egal, ich ermutige Dich, das Du Dich "bewegst", vergiss mal das "Schachtelbahnerdasein". Dein erster, eigener, erfolgreicher Umbau, egal wie, wird dich beflügeln "auch ohne "RedBull (TM)" . Denn: Du wirst nie glücklich, wenn Du nur aus der Packung heraus leben willst, Du wirst ein "Sklave" eines Herstellers.
Falls Fragen, mail mich mal an..
LG
Ralf, der Gleisselbstbau liebt
Hm,

ist schon einiges dran, aber...
... die gerade erst auf dem Markt erschienen Challenger (4-6-6-4) und Big Boy (4-8-8-4) Dampflok´s mit Sound von ATHEARN haben eigentlich (fast) RP 25 Radsätze und trotzdem rumpelt es bei den Kleineisen der ATLAS Code 55 Gleise wenn sie darauf fahren.
Jetzt diese Loks auseinander bauen und die Radsätze noch weiter abdrehen lassen? Sorry, da ist dann bei mir eine Grenze erreicht wo ich dann den ganzen N-Krempel in die Tonne trete und auf 0N3 wechsle.

Weiters soll meine neue Anlage so werden, daß alles Rollmaterial aus der Box darüber laufen kann.
Warum?
Ganz einfach, Bei mir zu Hause und im Moba-Kollegenkreis finden immer wieder Sessions statt.
Das sind Treffen über´s Wochenende mit Fachsimpeln, Modelle begutapfeln, Modelle fahren, Essen, Filme/Dias sehen, usw. halt Modellbahn komunikativ.
Und dazu soll jeder sein Rollmaterial mitbringen können und auf meiner Anlage fahren können.
Weiters habe ich absolut kein Problem damit, wenn auch mal ein ÖBB-Transalpin auf meiner Anlage läuft, welche eigentlich im Mittel-Westen der USA angesiedelt ist in der Zeitära 1940 - 1968.
Hauptsache der ÖBBler hat Spaß und bekommt dann ehrgeiz auch mit einer Anlage zu beginnen.

Darum die Problematik.

mfG.
"tattoo"

PS: bin an Gleisselbstbau dran, aber nicht mit Pertinax-Schwellen ohne Kleineisen, sondern Holzschwellen und US-Kleineisen (Ätzung). Leider sind die Ätzteile immer noch nicht geliefert.
Für die 100% Spurhaltung habe ich eine Lösung von einem H0er.


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