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THEMA: Brücke mit Bruchsteinmauer Deko

THEMA: Brücke mit Bruchsteinmauer Deko
Startbeitrag
kuh56 - 14.12.08 19:03
In unserer Region, Graubünden, Schweiz, wurde zum Beginn des Bahnbaus (RhB) praktisch alle Brücken mit den Vorort vorkommenden Bruchsteinen erbaut. Diese Brücken dienten auch als Grundidee für die Brücken meiner N-Anlage im Gebirgsbereich.
Nach langen suchen und informieren habe ich mich zu folgender Konstruktion entschlossen:

1. Zuerst wurde die Brückenansicht (Konturen), auf Grund meiner Spezifischen Anforderungen (Höhe Länge Steigung), im MS-Wört erstellt (A3 Format) und dann mit dem Laserdrucker ausgedruckt.
2. Die Bruchsteinmauerstrucktur habe ich im Internet gefunden. Der Ausschnitt wurde soweit zurechtgezoomt, dass er Massstabgetreu war. Nun wurde der Mauerausschnitt mehrfach kopiert wobei ich darauf achtete, dass die Felder in Höhe und Breite versetz, jedoch mit den Fugen übereinstimmend, aneinander gefügt werden, damit keine Kopierkante erkennbar ist (die "Bildrandfarbe" wurde im Wort auf "keine" gestellt!). anschliessend wurde dieses Dekor auf A3 mit dem Farblaserdrucker ausgedruckt. Wenn man mit dem Finger über das Blatt fährt hat man das Gefühl, dass sogar leichte Konturen spürbar sind (vielleicht ist es auch so, denn die hellen Fugen haben natürlich viel weniger Toner bekommen als der Rest).
3. Die Brückenkonturvorlage wurde mit einem Klebestift (Haftkleber der es erlaubt das Papier nachträglich wieder abzulösen) auf zwei zuvor zusammengehefteten 4mm Pappelsperrholzplatten aufgeklebt. Nun wurde mit einer Stichsäge (0-1 Vorschub und Metallsägeblatt, dadurch praktisch kein ausfransen an der Schnittkante, oberes Brett wird als hinteres verbaut so das die oberste sägekante die eventuell leicht ausfranzt zur Mitte zu liegen kommt) die Brückenseitenteile ausgesägt (geht für mich viel besser mit der Stichsäge als mit einer Band oder Dekupiersäge). Nun kann die Schnittstelle und allfällige Unebenheiten noch verschliffen werden. Danach werde die Seitenteile auseinandergenommen und das Papier mit der Brückenkontur entfernt.
4. Als Distanzstück für zwischen die Brückenpfeiler habe ich Kartonstreifen ausgeschnitten
5. Als Schienenauflage habe ich eine Tanneholzlatte mit dem Querschnitt 26*5mm abgelängt. Die Schienenauflage wird zwischen die Zwei Seitenteile oben Bündig mit Weisleim eingeklebt und bis zum Trocknen mit Klammern fixiert. Die Karton Distanzhalter werden nun zwischen die Brückenpfeiler geklebt (siehe Bild 1) und mit einem Gummiring am unteren Brückenpfeilerende fixiert. Mittels zwei Holzlatten die an den Pfeilerenden längs zur Brücke fixiert werden, werden die Pfeilerenden in der Längsrichtung ausgerichtet.
6. Nach dem Austrocknen wird die Querseite des Brückenpfeilers mit Karton verkleidet. Der Karton sollte ca. 5mm auf jeder Seite übermass haben. Vor dem Aufkleben wird der Kartonteil der  im Bogenbereich zu liegen kommt über  eine Tischkante gezogen, so dass er anschmiegsam wird. Nun kann der Kartonstreifen mit Weissleim eingeklebt und fixiert werden.
7. Nach dem trocken wird der Karton mit einem sehr scharfen Messer bündig zum Sperrholzseitenteil abgeschnitten (wenn der abzuschneidende Kartonteil zu gross ist unter mehreren malen abschneiden, der letzte Kartonvorsprung vor dem letzten Schnitt sollte max. 2-3 mm betragen). Nun ist der Rohbau der Brücke beendet.
8. Nun wird die Brückenfrontseite "tapeziert". Das Blatt mit der Mauerstruktur wird grob zurechtgeschnitten (sauberer gerader Schnitt der Mauerfuge entlang am Brückenboden, damit das Deckbapier unten ausgerichtet werden kann und die Fugen auch horizontal verlaufen). Nach dem zurechtschneiden wird das Papier mit Fischkleister grosszügig eingestrichen. Nun wir das Deckpapier aufgelegt (Achtung auf horizontalen Fugenverlauf achten!) und zurecht gestrichen, so dass keine Falten auf dem Brückenuntergrund mehr sind. Anschliessend zweite Seite bedecken.
9. Nach dem austrocknen das Papier mit ca. 5mm überstand zur Pfeilerkontur abschneiden (Schere sehr scharfem Messer). Nun wird der Überstand auf der  Rückseite wieder grosszügig mit Fischkleister eingestrichen und abwarten bis das Papier "weich" wird. Es kann nun um die Pfeilerecken geklebt werden Bild 1). Auch im Bogenbereich lässt sich das weiche Papier sehr gut um die Kontur kleben.
10. Nun muss das Deckpapier für die Pfeilerverkleidung mit Übermass zurecht geschnitten werden. Danach wird das Papier grosszügig mit Fischkleister eingestrichen und aufgelegt. Im Pfeilerbereich wird das Papier nach dem trocknen bündig zur Kante abgeschnitten. Im Bogenbereich mit ca.3 mm überstand. Der Kantenbereich  wird nun wieder mit Fischkleister eingestrichen. Sobald das Papier weich ist im Pfeilerbereich  angeklebt und im Bogenbereich vorsichtig über die Kante drücken (eventuell unter mehreren malen und wenn zu trocken nachbefeuchten! Sehr wichtig Papier muss pfluderig sein!). So erhält man das üblichen im Bogen zum Bogenzentrum stehende Steinmauerbild (Bild 6).
11. Nach dem Austrocknen kann nun mit Wasserfarbe (Pinsel Schwamm Finger) noch das Altern vorgenommen werden. Nun können auch Wasserausspeier etc. angebracht werden.
12. Der Brückenabschluss mit Brückengeländer, einschottern etc. erfolgt bei mir erst zuletzt, wenn die Umgebung fertig ist.

Ich Hoffe man versteht wie ich vorgegangen bin.


Material:
• Pappelsperrholz ab 4mm
• Fichtenholzlatte 26*5mm (1-Spurig N)
• Karton grau (Schreibbblockrücken, Kalender etc.) sollte so gross sein, dass die     Einzelteil aus einem Stück geschnitten werden können.
• Kopierte Vorlagen (Brückenkonturen, Mauerwerkdekor) (kann ich Mailen wenn jemand will)
• Weissleim
• Fischkleister
• Wasserfarben

Werkzeug
• Stichsäge
• Scharfes Messer, Klinge (Cutter)
• Schere die sehr gut schneidet
• Gummiringe und Klammern zum Fixieren
• Pinsel für Fischkleister
• Pinsel für Wasserfarben
• PC zum Erstellen der Brückenkontur und des Mauerdekor
• Farblaserdrucker

Vielleicht noch die Frage weshalb diese Methode:
Fertigbrücken
1 Fertigbrücken passen sicher nicht in meine Anlage (zu Gross oder zu Klein und und und).
2 Sehen meiner Meinung nach immer nach Plastik aus, vor allem bei den aufgetürmten Pfeilern.
3 Kann das umliegende Gestein (Stutzmauer Fels) gleich einfärben.
4 Muss aus dem Katalog bestellen und wens da ist passt eim doch nicht.
5 Nicht gerade günstig (weis alles ist relativ).

Gips-Methode
Habe ich lange hin und her überlegt.
1. Der Aufwand zum erstellen der Mauerstruktur ist so denke ich ein mehrfaches.
2. Der Unterbauaufwand ist sicher midestens so gross.
3. Gefahr vom Gipsabbröckeln.
4. Das Ergebnis aus meiner Sicht aus 1m Distanz vergleichbar. Jedenfalls so gut, das der viel geringere Aufwand für mich gerechtfertigt ist (die Fotos wurden aus 10-20 cm Distanz erstellt, das Viadukt wurde an einem Nachmittag beklebt und gealtert).


Wäre noch froh um Euere Meinung.


Gruss


huk

Anbei noch ein paar Bilder (auf den Bildern wirkt die Alterung zu hart)

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Hallo,
Graubkünden ist ja schon ein etwas grüßerer Kanton.

Welche Bruchsteine geologisch sind dass denn.
Zentralapenmassiv oder Kalkalpen (Jura?)

Hans-G.
Hallo Hans
Bin nicht Geologe aber soviel weiss ich dass es sehr verschieden ist je nach Region (Granit in verschiedenen Farben, Schiefer, Gneis, Kalkgestein, Eisenhaltiges Gestein).
Mir gings auch mehr um die Idee.
Gruss

huk
Hier noch 3 bilder nach dem einbau der zwei viadukte. Der felsbereich ist noch nicht ausgearbeitet als undergrund dienten styroporplatten. Im hintergrund sieht man den geländeaufbau mit drahtgitter im rohbau. Die burgruine am fotorand muss nochmals aufgebaut werden...
Die brückengeländer werden am schluss mit der splintentechnik und gummifaden noch angebracht. Werde zu gegebener Zeit berichten.

MfG


huk

Ps die farbqualität der bilder ist nicht gut. in natura siehts zum glück besser aus. Bin wirklich kein fotograf...

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Hallo

Mir persönlich Gefallen deine Brücken, egal was das nun für eine Gesteinsart ist, Hauptsache es passt und der gesamt Eindruck stimmt und ich denke mal das wird schon nicht schlecht, nur mit deinen Bildern (sagtest du ja selbst), vielleicht hast du ja einen Bekannten oder Freund der das kann oder es dir Erklärt so schwer ist das nicht.

Gruß Bernd
Nun sind die Handwerker am Geländeraufbau. Splinten und grau eingefärbter Gummifaden, Fixiert mit Sekundenkleber. Zum einfädeln habe ich die Gummifadenspitze mit Sekundenkleber getränkt und wärend dem trocknen mit den fingern "spizig gerollt ".
Zuvor wurde der Laufsteg angebracht. Ich habe ihn aus 1mm Balsaholz zusammengeklebt (Sekkleber). Die einzelnen Bretter wurden auf ein Papierklebeband geheftet und anschliessend mit dünnem Sekundenkleber getränkt dadurch ziemlich stabiel, so das die Löcher für das Geländer gebort (1.5mm) werden konnten. Zum Schluss bemahlen und dann auf die Brückenflanke geklebt. Danach einschottern.

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hier nochmals ein paar Bilder
Brücke, Wasserfall, Bäche, Alphüte (Blechdachnut Faden aufgeklebt und dann grau angemahlt, Tipp aus dem Vorum)
Das Gewässer wurde mit Epoxiharz erstellt. Der "Schaum" wurde mit wenig weisser Farbe beim gelieren mit Zahnstocher eingearbeitet.
grüsschen

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Bilder 4-6

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