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THEMA: Modulbauweise: gebogene Seitenbretter?

THEMA: Modulbauweise: gebogene Seitenbretter?
Startbeitrag
Roger - 02.10.07 17:26
hallo Modulbauer,
ich will Pappelsperrholz verwenden, für die Stirnbretter 12mm, für die Seitenteile und Trassenbretter 8mm.
Bei (einigen) Bogenmodulen möchte ich die Seitenteile biegen. Welche Brettstärke wäre zu empfehlen?
Ich tendiere zu 6mm - was meint ihr, was habt ihr für Erfahrungen gemacht?

Danke für eure konstruktiven Kommentare!

Gruß,
Roger

edit: Thema

Beitrag editiert am 02. 10. 2007 17:36.

Hallo Roger,

wir verwenden im Club nur eckige Kästen mit definiertem Winkel, auch für Bogenmodule. Das hat sich bislang bewährt.
Holz zu biegen halte ich für sehr schwierig ohne geeignete Einrichtungen (Dampfraum, Pressen, Biegeformen).

Grüße, Peter W.
hallo Peter,
am biegen selber störe ich mich jetzt weniger, da ich das eh einen Schreiner machen lasse. Falls der nicht kann/will gäbe es noch einen Cellobauer im Bekanntenkreis der mir da weiterhelfen könnte. Auch ist klar dass man zum biegen ein geeignetes Sperrholz braucht...

Meine Frage zielt daher ehr auf die Stabilität ab - okay, hätte ich so dazuschreiben sollen.

Dennoch danke für deinen Beitrag!

Gruß,
Roger
Es kommt auf die Höhe der Seitenteile an. Ein 6mm Seitenbrett 160mm hoch ist stabiler als ein 12mm Seitenbrett 80mm hoch. Das ist die Physik.

Der Pate meines Sohnes hat eine H0-Segmentanlage gebaut. Die Kästen hat er mit 4mm Pappelsperrholz gebogen verkleidet. Hält prima.

Für Module, mit denen man ja alle paar Tage umziehen will, ist 6mm vielleicht doch die bessere Idee.

Wie auch immer. Nach dem Zusammenbau das Imprägnieren mit Nitrozellulose nicht vergessen, zwecks Feuchtigkeit-Resistenz!

Felix
Hallo Roger,

ich hatte mal einen Schreiner besucht und konnte ein wenig in der Werkstatt herumschnuppern. Gerade waren Fenster in Arbeit, davon einige mit Bogen an an der Oberseite. Diese Bögen hat er aus massiven, ca. 8-10 mm starken, über Wasserdampf vorgebogenen Brettern (Kiefer?) in mehreren Lagen zusammengeleimt. Die Fertigen sahen perfekt aus.

An deiner Stelle würde ich ein Sandwich aus zweimal 4mm Sperrholz machen. Das lässt sich leicht biegen und zusammengeleimt dürfte es eine bombige Stabilität haben.

Schöne Grüße, Carsten
hallo Carsten,
das mit dem Sandwich ist natürlich eine feine Idee!
Sie hätte - mit dann wieder 8mm Stärke - noch den Vorteil, dass die sonstigen Standardmaße (Spanten) unverändert bleiben könnten...
Da werde ich mal genauer drüber nachdenken - danke für die Idee!

Gruß,
Roger
(der noch auf den Kommentar von jemandem hofft, der selber so gebaut hat... N-Bahner-Kreis??)
Hallo Roger,

da du ja einen Schreiner hast ,frage mal nach TOPAN MDF-Platte die ist bereits geschlitzt und damit kannst du fast alle Radien biegen.

Grüße Rüdiger
hallo Rüdiger,
danke, das ist ja ein ausgesprochen interessanter Tipp!
Eine erste Recherche im Web deckt aber gleich den Nachteil auf: Mit gut doppelter Dichte verträgt sich MDF nicht unbedingt mit der Absicht möglichst leicht zu bauen.
Dazu kommt dass ich doppelte Materialmenge einsetzen müßte, da sie erst ab 8mm Stärke zu haben sind und man ja so wie ich das jetzt verstanden habe 2 Stück gegeneinander leimen muß. Aber vielleicht überwiegt die leichte Verarbeitbarkeit ja gegenüber der Gewichtsersparnis, deinen Rat mal mit dem Schreiner drüber zu reden werde ich in jedem Falle nachkommen.
Danke für den wirklich interessanten Tipp!

Gruß,
Roger
Hallo Roger,

da du sowieso mit einem Schreiner sprichst, bin ich gespannt, was der dazu sagt. An geschlitztes MDF hatte ich auch gedacht, ist aber wesentlich schwerer, als Birkensperrholz.
Ich denke bei dünnem Sperrholz kann man auch ohne Dampf ganz gut biegen. Wenn es z.b. dreilagig wäre, die beiden Schichten gleicher Faserrichtung vertikal ausrichten, dann dürfte es sich leichter biegen. Ideal wäre natürlich eine Biegeschablone...

Viele Grüße, Carsten
Auf jeden Fall ist eine stabile Grundform im Radius des Bogens anzufertigen.
In Deinem Fall würde ich empfehlen, 3 Schichten nur aus 3 mm Sperrholz auf
diese Form zuvor verleimt und mit Schraubzwingen fest gespannt, austrocknen
zu lassen. Ruhig etwas länger lassen und erst nach Durchtrocknung ablängen.
Es gibt dafür auch PU Leime, die aber zügig verarbeitet werden müssen.
Wir verwenden die z.B. im Formenbau und für Bodenbretter in Schlauchbooten.
Da wird Festigkeit gegen Wasser und sonstige Feuchtigkeit gefordert.
Gruss E.F.
hallo Carsten,
also ich kannte die geschlitzten MDF-Platten bisher garnicht!

Und wie oben schon geschrieben, um das Biegen an sich mache ich mir weniger Sorgen, ehr um die Haltbarkeit oder Brauchbarkeit für diesen Zweck, da habe ich kein Gefühl für. Aussehen tun die gebogenen Teile für meinen Geschmack zumindest wesentlich besser als eckige "Näherungen", daher mein Ziel die Teile zu biegen.
Nur es kann ja auch sein, dass hier einige sagen "nie wieder, das Modul verzieht sich..." oder sowas in der Art
Falls hier schon welche Lehrgeld gezahlt haben sollten, will ich das ja nicht unbedingt nacheifern!

Zum Biegen selber: auch wenn alle Stricke reißen und ich selber biegen muß (also auch die Presse nicht mehr verfügbar sein sollte) gehen mir die Ideen so schnell sicher nicht aus, wenn Dampfstrahler (nicht Hochdruckreiniger!) nicht reicht, ist der Backofen dran, etc. ...

Und klar, den Kommentar des Schreiners werde ich mitteilen.

Gruß,
Roger
hallo datenbus,
klar, ohne Form oder zumindest formgebender Schablone geht es nicht, da können nur Eier rauskommen...

gruß,
Roger
ich würde zu 4mm Sperrholz raten.
lässt sich wunderschön biegen, leicht verarbeiten (ohne Vorarbeiten), sieht klasse aus
wenn du unbedingt zwei Schichten machen willst - geht auch
wenn das die Stirnfront z.B. eines Moduls sein soll, ist es wichtig, dass du an der Oberkante und Unterkante eine Leiste/Rahmen hast, an der du das Sperrholz festleimen/schrauben kannst.
ich habe mir im Sommer ein Ritterschild (für eine Kinderfreizeit) aus Sperrholz gebogen - auf der Rückseite hatte ich zwei kleine Leisten, die die Rundung vorgeben. Dort verleimt und verschraubt (die schrauben habe ich nach der Durchtrocknung des Ponal-Leims wieder herausgedreht) hält super! Hat auch kräftige Schläge oder sogar einen kleinen Regenschauer ohne Verformung ausgehalten.

MDF: würde ich unbedingt von abraten!
extremes Gewicht, bricht relativ schnell und bricht/platzz leicht auf. Zudem habe ich bei so manch einer MDF-Platte gesehen, dass sie sich in einzelne flache Schichten zerfasert, wenn man nicht aufpasst...

fabian
ich habe auch die Seitenteile mit 4mm Sperrholz hergestellt.
Das wird trotzdem sehr stabil, besonders wenn Du in Modulmitte eine zusätzliche Querverbindung (Maße wie die Kopfstücke) einbaust.
Gruß
Klaus
hallo Klaus und Fabian,
danke auch für eure Kommentare.
Nach Warnung vor MDF in die gleiche Kerbe wie ich in #7 schon gehauen habe... okay, dürfte sich dann erledigt haben.
Erfreulich aber eure Äußerungen zum 4mm Sperrholz! Wenn das schon stabil genug ist kann man sich ja noch richtig Gewicht sparen. Klaus, zusätzliche Streben habe ich in jedem Falle drin, da daran die Beine befestigt werden. Was ich aber nicht haben werde ist eine flächendeckende Deckplatte, das wird nur die Trasse. Nach euren Äußerungen gehe ich aber dann davon aus dass dann die Leisten als Rand reichen sollten.

Die Variante zweimal 4mm zu leimen lasse ich mir nochmal vor dem Hintergrund einheitlicher Streben durch den Kopf gehen.

Vielen Dank euch allen für eure Unterstützung!

Gruß,
Roger
Moin,

wie alt dieses Modul genau ist, weiß ich nicht, aber älter als 15 Jahre kann es schon sein:
http://666kb.com/i/asbdfo9vnfqx4f6e4.jpg

Gruß
Kai
hallo Kai,
und das ist auch 4mm Sperrholz?

fragt sich
Roger

außerdem frage ich mich gerade ob ich dann nicht gleich alle Seitenteile in 4mm machen sollte...
Roger, Die Hauptaufgabe bei Modulen ist zu verhindern dass die Spanten runterfallen.
Die Hauptkräfte werden durch den Kopf aufgenommen und auf die Beine weitergeleitet.
Für die Längskrafte ist die Materialhöhe zuständig. Ob das Seitenteil dabei eckig, gerade oder rund ist, spielt keine grosse Geige.

Wozu der ganze Aufwand mit dem Formenbau? Baue den Modulkasten so, dass die Rundung nur eine Verkleidung ist.

MfG
claus
naja Claus,
die Beine sind aber nicht am Stirnbrett und der Kasten hat keinen (stabilität gebenden) Deckel.
Der Modulkasten wird 100mm hoch, 1,20m lang - also im Prinzip wie beim Fremo.

Gruß,
Roger
Moin Roger,

ich habe von dem Modul nur Fotos von oben gemacht...
Aber wenn ich dran denke und demnächst mal wieder im Clubheim bin, schaue ich mal nach.

Gruß
Kai
das wäre nett von dir, Kai!

danke,
Roger
Roger, lass die Spanten das tragende Teil sein, meinte ich.

MfG
claus
ja schon, aber außer den Seitenteilen ist zwischen den Spanten ja nurnoch die schmale Trasse. Daher habe ich etwas Bedenken, die Luft dazwischen stabilisiert ja nunmal nicht.

grübelt
Roger
Wenn die Raketen aus Kohlefaser bauen können, können wir auch Module aus 4mm Sperrholz bauen. Holz ist ja eigentlich auch ein Faserverbundwerkstoff. Wichtig ist in jedem Fall die Krafteinleitung, auch bei Kohlefaser. Sonst reisst es ganz schnell an den Fügestellen.

Was heisst das jetzt?

Klebe in den Ecken (z.B. zwischen Stirnbrett und Seitenteil) Vierkantstäbe oder Dreieckstäbe an. Damit vermeidest du die Spannungsspitze in der Ecke und ausserdem können die Stäbe Fertigungsungenauigkeiten kompensieren, indem die Klebung nicht mehr über die Stirnfläche des 4mm Brettes geht, sondern über den Dreieckstab. Ähnlich wie bei einer Schweissraupe im Stahlbau.

Felix
hallo Felix,
das war ein klares Wort! danke!

Gruß,
Roger
... dann noch 2-3 Zwischenbretter ("parallel" zu den Strinseiten!) mit Dreiecksleisten an den gebogenen Seiten verkleben und das Modul dürfte absolut verwindungssteif sein.

Leg' los!

Schöne Grüße, Carsten
Das sagte ich doch!


claus
@ Claus
mag sein, aber verstanden hatte ich es wohl nicht

Zu Befehl Carsten, wird so gemacht!

Danke für eure - auch moralische - Unterstützung!

Gruß,
Roger
(der dann erst mal die ganzen Zeichnungen wieder ändert...)
Das liegt wohl an meiner verstopften Nase ..

Sorry
claus
Hallo Roger,

es gibt ein Biegesperrholz welches sich sehr gut biegen lässt. Die Stärke beträgt 4mm und muß aber verleimt werden. Es ist aber aus sehr leichtem Holz gefertigt . Durch die Stärkere Seitenwand kannst Du auch bessere Verbindungen Schaffen und es bleibt auch stehen und verzieht sich nicht.

Grüße aus Tirol

Georg, der schon oft damit gearbeitet hat!
Moin,

so, hier noch mal ein paar Bilder von unseren Bogenmodulen:
http://666kb.com/i/ascdx91o06ei3h2by.jpg
Das Modul aus # 15 von unten
http://666kb.com/i/asce16w7g7gjz718u.jpg
Ein anderes, das Weiße ist ein im passendem Bogen zugeschnittenes Stück Spanplatte, das seitlich an den Kopfstücken befestigt ist. An diesem Bogen wurde 6 mm Sperrholz geschraubt.
http://666kb.com/i/asce46yn6n0x2t7gu.jpg
Der Bogen unter der Spanplatte ist das Trassenbrett.

Gruß
Kai
hallo Kai,
herzlichen Dank für die schnelle Lieferung der Bilder!
Die sind aussagekräftig, damit kann ich was anfangen.
Da wurde praktisch die Schablone gleich "mit verbaut", im Prinzip wie die oben schonmal angesprochenen Profilleisten.
Wobei mir die recht große Preßspanplatte und dann auch noch 6mm Sperrholz ehr einen gewissen Eindruck von Erdbebensicherheit vermittelt

Gruß,
Roger
Moin Roger,

man kann es aber sogar alleine tragen...
Und eine gewisse Stabilität ist bei Modulanlage gewiß nicht verkehrt.

Gruß
Kai


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