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THEMA: Verunkrautete Strecken

THEMA: Verunkrautete Strecken
Startbeitrag
RhönbahNer - 14.09.26 07:38
Hallo zusammen,

mein Sommerurlaub führte mich diesmal ins Berchtesgadener Land. Hierzu gehörten natürlich auch die Bahnanlagen in der Umgebung; neben der Lokwelt in Freilassing auch die Strecke Berchtesgaden - Bad Reichenhall. Hier jedoch war ich fassungslos über den Zustand der erst vor wenigen Jahren grundlegend sanierten Strecke: Die Gleise waren in Teilen derart verunkrautet, daß man die Schienen teilweise nicht mehr erkennen konnte, das Foto - leider kein Einzelfall - zeigt noch einen minderschweren Fall in der Umgebung von Bischofswiesen. Bei einer derart vernachlässigten Pflege der Anlagen dürfte die nächste Sanierung bereits programmiert sein...

Viele Grüße, Jürgen

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Hallo,

war im August auch mal mit dem Auto in Berchdesgaden und auf dem Weg dorthin konnte ich ab und zu einen Blick auf die Strecke werfen und sah das auch. Dafür war ich von der Sauberkeit des Bahnhofs in Berchdesgaden positiv überrascht.

Klaus
Das Problem hab ich zwischen meinen Gehwegplatten und Pflastersteinen im Garten auch. Wenn man nicht spritzt, kommt das grüne Ritzenterrorzeugs unbarmherzig durch 🤷🏽‍♂️

Abflämmen, auskratzen, Salz, Hochdruckreiniger… hilft alles nix. Nur die chemische Keule.

LG Mike - der vermutet dass die Bahn weniger Pestizide einsetzt.
Hallo Jürgen,

es zeigt aber auch, dass dieser Streckenabschnitt eben nicht frisch saniert ist oder dies aus betrieblicher Sicht schon wieder lange lange her ist.
Unkraut kann nur wachsen, wenn es sich in irgend einem Mehl aus aufgeriebenen Schotter und organischen Stoffen (Kompost) halten kann.
Insofern ist eine Stopfung und Nachschotterung angeraten.
Die Entscheidung zur Notwendigkeit entsteht aus der Streckenakte beim ALV, insofern dies aktuell überhaupt noch zur Debatte steht,

Gruß Sven
Guten Tag,

die chemische Kraut-Keule hat leider massive Folgewirkungen für Mensch und Umwelt, und deshalb sollte man vielleicht das Kraut zwischen Gehwegplatten und Pflastersteinen im Garten gelassen ertragen (wenn man sich schon nicht am Grün erfreuen kann).

Noch vor einigen Jahrzehnten hat die Bahn (fast) ihre gesamten Anlagen mit massivem Atrazin-Spritzen quasi vegetationsfrei gehalten. Leider gelangte das Gift über das Grundwasser auch ins Trinkwasser. Deshalb wird seither (nicht nur) bei der Bahn umweltschonender gearbeitet. Aber Arbeit kostet Geld, und das hat die Bahn nicht.

Ich zeige unten ein Bild von der S 6-Strecke im Ruhrgebiet beim Halt Essen Süd (2022, die Bahn fährt Richtung Essen Hbf). Man sieht, wie die Vegetation von der Seite her ins Gleis wächst. Brombeeren sind dabei besonders "gut". Aber auch das Buschwerk an der Strecke ist ein Problem. Gestern fuhr ich mit der S 6 in Gegenrichtung nach Essen Werden, und viele Büsche an der Strecke schrappten und schlugen gegen die Seitenwänd (bzw. umgekehrt).

Im vorige Jahr sah ich bei Köln - in einem ICE sitzend - einen pubertierenden Idioten über die Gleise rennen, und der TFZ-Führer hörte offenbar einen Schlag. Er befürchtete, der Bursche oder ein Begleiter könnten unter den Zug geraten sein. Nach dem daraufhin erfolgten Nothalt, dem Eintreffen von Rettungskräften, der - zum Glück ergebnislosen - Untersuchung der Strecke und des gesamten Zug-Fahrwerk, und dem schließlichen Eintreffen eines Ersatz-Lokführers ging es nach zwei Stunden Aufenthalt weiter. Ich sah und "spürte" dann den zwischen den Gleisen stehenden Busch, der deutlich ins Lichtraumprofil ragte und der wohl das Schlaggeräusch verursacht hatte.
"Kleine" Pflege-Nachlässigkeit, große Wirkung.

Es grüßt
Karl

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Hallo zusammen,
dieses Phänomen der verunkrauten und verdreckten Strecken und Bahnhöfe (teilweise) erlebt jeder, der in Deutschland eine Bahnreise unternimmt. Da die chemische Keule nicht mehr benutzt werden soll/ darf, holt sich die Natur in Null Komma Nix ihr eigentum wieder zuück und zeigt uns Menschen, das wir ohne Chemie nix machen können.
Jahrelang wurde aber auch seitens der Chefetage der DB bzw. Bundesverkehrsministerium nix, aber auch gar nix unternommen, um diesem Phänomen Herr zu werden. Wenn man dagegen in der Schweiz in die Bahn steigt und sieht wie toll dort die Strecken und Bahnhöfe in Schuß gehalten werden, kommen einem schon die Tränen...
Ich habe mal vor Jahren einen Brief an den Vorstand der Bahn, sowie an den Bundestagsabgeordneten meines Wahlkreises hinsichtlich der "Verdreckung" der Bahnanlagen geschrieben. Ergebnis: Mehr als ernüchternd. Vom Vorstand eine lapidare Antwort, dass das Schreiben eingegangen sei. Man werde sich wieder melden. Bisher nix! Vom Büro des Bundestagsabgeordneten die Mitteilung, man habe mein Schreiben zur Kenntnis genommen und es weitergeleitet..
Das die Bahnanlagen so verkrautet, so verdreckt sind, interessiert im Vorstand der DB m.E. niemand. Auch fühlt sich hier niemand dafür zuständig. Erst, wenn durch die "Rückeroberung er Natur" ein Unfall zustande kommt, weil durch Pflanzen und Baumwuchs die Sicherheit der Strecke nicht mehr gegeben war, wird etwas unternommen.
So ist es leider mittlerweile in Deutschland...
LG
Berthold
Hallo,

habe mal gelesen daß durch die "Verkrautung" des Gleis-Schotterbettes (Humusbildung) die Drainagewirkung behindert
wird.Das gefährdet die Sicherheit des Bahnverkehrs.Man sollte schon abwägen zwischen Umweltschutz und Sicherheit
im Bahnbetrieb!

Liebe Grüße
Werner V.
Guten Tag zusammen,

„Die Deutsche Bahn AG setzte nach eigenen Angaben[53] jährlich ca. 60 bis 70 Tonnen Glyphosat und andere Herbizide ein, um die Gleise Bewuchs frei zu halten. 2023 hatte sie bekundet, kein Glyphosat mehr ausbringen zu wollen.[54] Stattdessen soll ein „nachhaltiges Vegetationsmanagement“ durch Mäher-Maschinen und Pelargonsäure eingesetzt werden. Die alternative Unkrautbekämpfung verursacht Mehrkosten in Höhe von 16 Millionen Euro“ Zitat Wikipedia.
Man sollte zum Zustand vor 2023 zurückkehren und die idiologische Brille absetzen.

Viele Grüße
Bernd
Hmm...  das erklärt den Zustand wohl hinlänglich. Scheint ja bestens zu funktionieren...

Im ersten Augenblick, als ich beim Überqueren des Bahnüberganges die Strecke sah, dachte ich tatsächlich, sie sei stillgelegt.

Viele Grüße, Jürgen
@7: Moin Bernd,

was der Schutz der Schöpfung, in und von der wir leben, mit einer sog. "ideologischen Brille" zu tun haben soll, das wissen wohl nur Freunde billigen Populismus', welche meinen, Umweltschutz sei von einem linken Teufel.

Ich zumindest trinke gern sauberes Wasser, Bier gemäß Reinheitsgebot und genieße unbelasteten Fisch. Usw. usf.

Aber klaro: "Das eine hat doch nichts mit dem anderen zu tun."

Schutz der Lebensgrundlagen ist keine Ideologie.

Grüße wären hier m.E.: Auch schon vergiftet,

Norrskenet
Zitat - Antwort-Nr.: 6 | Name: Werner V.

habe mal gelesen daß durch die "Verkrautung" des Gleis-Schotterbettes (Humusbildung) die Drainagewirkung behindert
wird.Das gefährdet die Sicherheit des Bahnverkehrs.Man sollte schon abwägen zwischen Umweltschutz und Sicherheit
im Bahnbetrieb!

Hallo Werner,

das ist absolut richtig. Scheinbar ist das gewollt.

Viele Grüße,
Uwe

Hi !

Vor neun Jahren konnte ich dieses Sprühfahrzeug chippen.

Vorbildlich hat er in Bahnsteignähe mit dem Sprühen aufgehört, wo Personen am Bahnsteig waren.

Ok das war nur ich.🤔😅🤣😂😎

https://youtu.be/rklv_5_8pr0?is=MSNRDC6ami3_vBF9

Gruß Thomas

Hi,

@#9, volle Zustimmung,

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

was der Schutz der Schöpfung, in und von der wir leben, mit einer sog. "ideologischen Brille" zu tun haben soll, das wissen wohl nur Freunde billigen Populismus', welche meinen, Umweltschutz sei von einem linken Teufel.



und das werden leider immer mehr. Weil das ja so schön bequem ist.

Grüße Torsten
Hi,

@#9, volle Zustimmung,

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

was der Schutz der Schöpfung, in und von der wir leben, mit einer sog. "ideologischen Brille" zu tun haben soll, das wissen wohl nur Freunde billigen Populismus', welche meinen, Umweltschutz sei von einem linken Teufel.



und das werden leider immer mehr. Weil das ja so schön bequem ist.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Abflämmen, auskratzen, Salz, Hochdruckreiniger… hilft alles nix.



natürlich hilft das, es ist aber eben nicht bequem

Grüße Torsten
Moin nochmal,

logisch muss der Drainage- und soll der Federungs-Effekt des Schotterbetts erhalten bleiben - das steht außer Frage und Zweifel.

Doch existieren dafür inzwischen intelligentere Methoden, die eben keine Lebensgrundlagen vernichten.

Man muss das lediglich wollen, obwohl es rein BETRIEBSwirtschaftlich (d.h. ohne Betrachtung auch der unauffällig externalisierten Kosten) SCHEINBAR mehr kostet.

VOLKSwirtschaftlich (nämlich unter Betrachtung der GESAMTkosten) kommt der umweltschonende Ansatz die Gesellschaft, also uns alle, WEITAUS günstiger.

Man muss halt den Gesamtkontext sehen und rechnen können.

Beste Grüße, Norrskenet
Danke, Norrskenet,

Für die Klarstellung. Man kann es nicht besser erklären.

Gruß Reinhard
Guten Tag zusammen,

„Dieser Bewertung (Gefährdungspotential von Glyphosat) widersprachen andere Behörden und Organisationen, unter anderem die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA), welche die Bewertung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) übernahm. Ebenfalls kam ein Joint Meeting on Pesticide Residues (JMPR) der Weltgesundheitsorganisation (WHO), der USEPA, Health Canada und der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) zu dem Schluss, dass Glyphosat in Nahrungsmitteln nicht krebserregend ist.[11] . Wegen der starken Adsorption im Boden ist Glyphosat nur selten und meist in geringen Konzentrationen in Grundwasserproben nachweisbar.“ Zitate Wikipedia.
Gründliche wissenschaftliche Untersuchung ist das Gegenteil von Populismus. Es ist immer schade wenn man die sachlich Ebene verlässt.

Viele Grüße
Bernd
Im Land der Ökoextremisten, Klimapropheten und Regenbogen-Pinsler ist das so. Neben dem Verbot von Glyphosat, sind jetzt auch Rattengift und Insektengift verboten. Glyphosat bekommt man noch aus Polen und das originale Insektenspray wird in Italien produziert. Entsprechend hoch sind die Preise der Händler im Ausland.

Gruß von Aron



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