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THEMA: Reisebericht ICE-L

THEMA: Reisebericht ICE-L
Startbeitrag
Westerland - 20.08.26 12:25
Hallo zusammen,
wir sind in diesem Sommer, nach Jahrzehnten im InterCity, zum ersten mal im ICE-L nach von Bremen nach Sylt gereist. Neben viel Licht gab es leider auch viel Schatten!

Die Optik der Zuggarnitur ist sicher Geschmackssache; uns gefiel er.

Besonders positiv fiel uns die perfekte WLan-Ausleuchtung auf. Das war super. Auch die Klimaanlage lief perfekt und sowohl auf der Hin- als auch auf der Rückfahrt war es mit über 30°C Außentemperaturen sehr heiß. Auch die Laufruhe war gut, auch wenn man gelegentlich über Vibrationen liest; wir konnten das nicht bestätigen. Ebenfalls klasse und attraktiv gestaltet ist das BordRestaurant.

Die Sitze dagegen fanden wir eher mittelmäßig und die Platzverhältnisse für einen Fernzug zu eng. Gut wiederum sind die Tische und Ablagen am Platz. Aufgrund der geringen Höhe ist auch der Platz für größeres Gepäck, was bei Zügen an die Nord- und Ostsee oder in die Alpen naturgemäß keine Seltenheit darstellt, nicht in ausreichendem Maße geboten.

Auch das Fahrradabteil ist mit wieder nur 8 Plätzen extrem klein. Die Plätze in den Zügen nach Westerland sind oft Monate vor Reiseantritt ausgebucht. Spontan geht definitiv gar nichts.

Das größte Problem stellt allerdings die Zuverlässigkeit dar. Unser Ferienhaus auf Sylt liegt in direkter Nähe zur Marschbahn und ich habe in den 14 Tagen kaum einen ICE gesehen, der Westerland pünktlich erreicht hat. Immer wieder fielen auch einzelne Verbindungen mit der immer gleichen Aussage "Technische Störung am Zug" komplett aus. Das war auch kein Einzelfall, sondern kam in den zwei Wochen gleich drei- oder viermal vor. Und wenn der Zug Westerland nicht erreicht, fällt natürlich auch der Gegenzug Richtung Festland aus!

Und bei den Verspätungen ging es oftmals nicht um 10 Minuten, sondern um 30 Minuten und mehr. Der Mittagszug aus Köln hat in Westerland 75 Minuten Wendezeit auf die Rückleistung nach Köln. Teilweise war der Zug so verspätet, dass man ihn in Niebüll hat enden lassen, damit der Gegenzug wenigsten pünktlich starten kann.

Da die ursprünglich vorgesehenen passenden Lokomotiven fehlen oder auf sich warten lassen, fährt der Zug häufig mit angemieteten, fremden Lokomotiven, was die Anfälligkeit erhöht. Immer wieder gibt es dann in Itzehoe beim Lokwechsel Probleme. Auf unserer Hinfahrt dauerte dieser 25 Minuten und damit deutlich länger als geplant.

Die Probleme scheinen vielfältig zu sein und sind in dieser Form echt indiskutabel. Schon bei den Bereitstellungsfahrten in Köln scheint es Probleme zu geben. Auf unserer Hinfahrt hatte der ICE in Bremen 20 Minuten Verspätung und das seit dem Startbahnhof Köln, wo der Zug, wegen "verspäteter Bereitstellung" gut 15 Minuten zu spät abfuhr.

Als es dann auch noch den deutlich zu langen Lokwechsel in Itzehoe und Probleme mit einer Tür in Husum gab, waren +60 in Westerland zu verzeichnen. Für eine Fahrt in einen zweiwöchigen Sommerurlaub nervig aber letztlich kein größeres Problem; bei "Alltags- oder Geschäftsreisen" definitiv inakzeptabel.

So ist der ICE-L, den ja auch die Dänische Staatsbahn und Flixtrain gekauft haben, kein Segen für die Reisenden. Mal sehen, ob sich bis nächsten Sommer etwas verbessert.

Viele Grüße,
Mathias


Ich bin neulich auch mal mitgefahren und würde mich der Innenraumbeschreibung anschließen. Ich fand aber das Fahren über Weichen teils auffällig. Das rummste, als ob jemand mit einem riesigen Vorschlaghammer auf den Zug kloppt.
Und an die Laufruhe eines "normalen" ICE kommt er auch nicht ganz ran. Man merkt den kurzen Weg zur Schiene schon.

Carsten
Moin,

Talgo hatte sich in der Vergangenheit mit seinen leichten, mittelflurigen Gliederzügen einen weithin guten Ruf auf gleich mehreren Spurweiten erarbeitet - bis hin zu Zügen in der klimatisch auf vielfältige Weise verdammt harten kasachischen Steppe.

Scheint man sich allmählich immer mehr in die leidliche Spur von Ansalso (heute Hitachi), und Alstom begeben zu "wollen"?

Hoffen wir, dass es sich um zeitnah behebbare Kinderkrankheiten handelt und die energiesparend-leichten Züge in Deutschland und Dänemark ein nachhaltiger Erfolg werden.

Vielleicht wird auch die Kombination mit der dem Talgo zugedachten 105er, die man bislang nur hier und da auf Testfahrten zu sehen bekommt, eine deutliche Besserung bringen.

Und ganz natürlich besitzen Einzelräder nicht die dämpfenden Eigenschaften von Drehgestellen, wie man es auch bei den ersten Niederflur-Trams beobachtet.

Beste Grüße, Norrskenet
Lokwechsel mag der ICE-L nicht. Wenn man sich die Verspätung der Züge nach/von Sylt anschaut, geht die Verspätungsanzeige häufig in Niebüll richtig hoch. Nicht umsonst fährt der Oberstdorfer derzeit auf der gesamten Strecke mit 2x248.
Ich glaube nicht, dass die BR 105 etwas ändert, da die BR 193 mit der gleichen Einrichtung fährt. Nicht umsonst ist die BR 101 nicht im Personenverkehr mit den Zügen im Einsatz.
Außerdem scheinen immer noch nicht genug einsatzfähige Garnituren vorhanden zu sein. Auch wenn in Berlin ca. 5 Garnituren vorhanden sind, kommt es häufig zum Ausfall, wenn am Vortag kein Zug angekommen ist.
Gruß Peter
Hallo zusammen,

Zitat - Antwort-Nr.: 2 | Name: Norrskenet

Talgo hatte sich in der Vergangenheit mit seinen leichten, mittelflurigen Gliederzügen einen weithin guten Ruf auf gleich mehreren Spurweiten erarbeitet  


So sehr die Talgos auch gelobt werden, so ganz ohne Probleme sind diese Züge auch nicht.
Als bei uns die ersten LEO-Expres Züge mit Talgos von Praha hl.n. nach Bratislava verkehrten wurden sie auch noch vom LEO-Expres angepriesen, doch bereits 3 Wochen nach der Aufnahme der besagten Strecke kam es zu Problemen die zu Verspätungen von über +120 Minuten führten. Ab Anfang Juli wurden die Züge dann auf normale Reisezugwagen umgestellt. Seither verkehren die LEO-Expres Züge Praha-Bratislava nur noch mit normalen Reisezugwagen und nicht selten bestehen sie nur noch auch 3 Wagen.

Die Angefügten Bilder zeigen den ersten Leo von Bratislava nach Praha in Hodonín und das zweite Bild nur 4 Wochen später den Leo in der Gegenrichtung zwischen Břeclav und Lanžhot. Seit Ende Juli ist bei uns kein Talgo mehr zu sehen.

Gruß aus Südmähren


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