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THEMA: Wie ist vorwärts definiert - Esu vs. Zimo

THEMA: Wie ist vorwärts definiert - Esu vs. Zimo
Startbeitrag
Peter W. - 02.08.26 13:30
Hallo,

es geht im meine Erfahrungen mit dem Hobbytrain Railjet. In der Sound-Ausführung des Klimaticket-RJ habe ich einen Zimo MS in der Lok vorgefunden und einen Esu Fx im Steuerwagen. Grundsätzlich stimmt die Fahrtrichtung im Digitalbetrieb, allerdings passt es nicht im Analogbetrieb - im Steuerwagen sind die Schienenanschlüsse vertauscht.

Nach ÖBB Definition fährt nämlich ein geschobener Wendezug mit Steuerwagen voraus vorwärts. Hier gehen offensichtlich die Annahmen der Decoderhersteller auseinander.
Während bei Esu ein Funktionsdecoder das Richtungsbit sowie die Analogspannung exakt genau so auswertet wie ein Lokdecoder, nämlich vorwärts = Lv (weiß), läuft das bei Zimo anscheinend anders herum, nämlich vorwärts = Lh (rot).

Klar ist das für gezogene Steuerwagen bei Triebwagen von Vorteil, wenn man einen Zimo Decoder einsetzt, dann muss man nicht CV Bit 0 einschalten und alles funktioniert.

Kann diesen Unterschied jemand bestätigen?
Decoder ist ein MX671 mit aktueller FW 40.22

Grüße, Peter W

Hallo

Ein deutscher Steuerwagen fährt mit Führerstand voraus rückwärts.

Dietrich
Hallo,

Zitat - Antwort-Nr.: 0 | Name: Peter W.

Nach ÖBB Definition fährt nämlich ein geschobener Wendezug mit Steuerwagen voraus vorwärts.



Aber auch nur dann wenn der Führerstand des Steuerwagens der besetzte und aktive ist!

In der Realität wird die tatsächliche Fahrtrichtung eines Zuges oder Wedezuges wie hier, definiert sich ausschließlich aus der Tatsache welcher Führerstand besetzt und aktiv ist. Also aus sicht des Lokführers, denn da wo der Lokführer sitzt und regelt ist normalerweise vorne. Alles andere sind ausnahmen und/oder Sonderregelungen.
Dieses Definition gilt sowohl für ÖBB wie auch DB Land

Zitat - Antwort-Nr.: 1 | Name: Dietrich M.

Ein deutscher Steuerwagen fährt mit Führerstand voraus rückwärts.



Aus sicht des einzelen Steuerwagens betrachtet ja. Aber nur weil sich der Führerstand im allgemeinen am Wagenende 2 befindet, fährt er nicht unbedingt rückwärts, wenn er Führerstandsvoraus bewegt wird. Denn die Definition vorwärts/rückwärts habe ich ja schon obig dargelegt.

Die Decoderhersteller definieren jedoch die Fahrtrichtung über die Tatsache wie die Ausrichtung der Führerstände in der Decodertechnik hinterlegt ist. Normalerweise wird mit Führerstand 1 und bei dieser Fahrtrichtung voraus auch von Vorwärtsfahrt gesprochen. Dem zu folge ist dann Führerstand 2 voraus eine Rückwärtsfahrt, da ja bei einen Wendezug der Führerstand 2 einer Lokomitive durch den Führerstand des Steuerwagens ersetzt wird spricht man daher auch von  einer Rückwärtsfahrt, Aber nur in der Digitalen Steuerung!

Und genau das wiederspricht eigentlich der Definition vorwärts/rückwärts-fahrt von Zügen in der Realität. Aber man will ja nicht alles verkomplizieren, in welchen Führerständen bei den Modelleisenbahnen sitzt tatsächlich ein Lokführer und steuert das Gefährt?

Gruß Roland

Hallo,

 m
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

ja bei einen Wendezug der Führerstand 2 einer Lokomitive durch den Führerstand des Steuerwagens ersetzt wird



Eben nicht,  ein ÖBB Lokführer sagte mir, dass Steuerwagen voraus die Vorwärtsfahrt ist, die Lok schiebt hinten mit Führerstand 1 vorwärts an. Somit wird FS 1 vorwärts durch den Steuerwagen (oder eine zweite Lok) ersetzt.  Das ist oft bei den Railjets im Design auch so umgesetzt.

Nun gibt es offenbar eine Diskrepanz zwischen Esu und Zimo Funktionsdecodern. ESU macht es wie bei der ÖBB und fährt mit Steuerwagen geschoben vorwärts (Lv an),  wogegen ZIMO mit Steuerwagen gezogen vorwärts fährt (Lh an). In beiden Fällen ist die Richtung per CV 29 Bit 0 auf 0 (vorwärts). Oder die Schaltung der Platine im Steuerwagen ist bei den beiden vorliegenden Exemplaren (unterschiedliche Produktionsserien - einmal Klimaticket, einmal CD) unterschiedlich.

Dem oben gesagten entnehme ich also, dass bei der DB ein gezogener Wendezug mit Lokführerstand 1 vorwärts fährt (-Steuerwagen gezogen).

Weiß jemand,  wie das bei der CD definiert ist? Bei der CD 1216 (Fleischmann) ist das Muster am Lokkasten auch mit FS zum Zug gerichtet angebracht.

Grüße, Peter W
Hallo,
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:


in welchen Führerständen bei den Modelleisenbahnen sitzt tatsächlich ein Lokführer


Im Führerstand 1 der BR 159 von Sudexpress.

Grüße,  Peter W
Hallo,

bei ZIMO Funktionsdecodern ist Licht vorne bei vorwärts und Licht hinten bei rückwärts standard.

LG
Markus
Hallo Peter W.

da Du Deinen Einwand auf meine Auslassung zu den Decoderherstellern machst und das scheinbar auf die Realität beziehst ist mir das etwas unlogisch!

Daher glaube ich das meine Aussagen im obiger Antwort #2 wohl nicht ganz verständlich war, sorry war so nicht gewollt

Die Definition der Fahrtrichtung eines Wendezuges in der großen Eisenbahnwelt hat ausschließlich mit dem besetzten und aktiven Führerstand des TFZ oder des Steuerwagens zu tun. Dabei ist es unrelevant mit welchem Führerstand das TFZ tatsächlich an dem Wagenzug gekuppelt ist.

Fährt ein Wendezug mit besetzten und aktiven Führerstand im Steuerwagen voraus (geschobener Zugverband) ist die Fahrtrichtung voraus, ist das TFZ mit besetzten und aktiven Führerstand voraus (gezogener Zugverband) ist auch da die Fahrtrichtung voraus.
Ja, das ist etwas verwirrend ist aber so!

Beim Vorbild haben die Führerstandsnummern bei TFZ mit mehreren Führerständen / Führerpulten keine Relevanz in bezug auf die tatsächliche Fahrtrichtung.

Technisch wird der zum Wagenzug zeigende Führerstand durch den Führerstand des Steuerwagens ersetz!

Mir ist keine Vorschift der ÖBB bekannt die eine zwingende Richtungsbindung des TFZ am Wagenzug vorschreibt. Bei Wendezügen mit besonderen Außendesign könnte es eine vorgegebene Zug-Lok-Reihung möglicher weise geben. Aber aus technischer Sicht ist das unnötig, bei Tfz mit 2 Führerständen ist die Einreihung (Führerstand 1 oder 2 am Wagenzug) eigentlich irrelevant, da diese TFZ in dieser Hinsicht ja flexibel einreibar sind.

Das die Decoderhersteller unterschiedlich an dieses Szenario herangehen könnte an den unterschiedlichen Firmenphilosophien liegen, oder gibt es diesbezüglich eine Norm für die Decoder? Was ich mir nicht vorstellen kann da die Decoder wohl kaum wissen welcher Führerstand besetzt und aktiv ist. Daher werden die Dinge etwas vereinfacht dargestellt.

Gruß Roland
Hallo

Bei Digital ist Schornstein oder FS1 voraus vorwärts.

Bei der Bahn ist es mehr oder weniger Zufall, sogar bei den Railjets, welcher Führerstand am Zug hängt.

Dietrich
Hallo Peter,
Zitat - Antwort-Nr.: 0 | Name: Peter W.

Nach ÖBB Definition...

beim Vorbild fährt der Lokführer regelhaft vorwärts, wenn der Lokführer die Zugspitze vor sich und den Zug hinter sich hat. Das gilt selbst bei Loks mit  Mittenführerständen im Zugbetrieb so.

Im Modellbetrieb gibt es einschlägige Normen für den Betrieb auf Gleisen ohne Mittelleiter, die im Analogbetrieb (DC) die Zuführung von Plus und Minus, im Digitalbetrieb (DCC) von DCC1 und DCC2 zu den Schienen (Lokrädern) festlegt. Für Analogbetrieb ("analoge Zugförderung") sind die Räder direkt mit dem DC-Motor verbunden. Damit die Lok vorwärts fährt, muss im Analogbetrieb an den rechten Rädern Plus anliegen.
Die Verdrahtung eines Decoders ("digitale Zugförderung") ist in einer eigenen NEM beschrieben.

Die Definition beim Vorbild und beim Modell folgen unterschiedlichen Anforderungend können sich daher im Betriebsalltag widersprechen. Solange man nicht in den Loks als Lokführer sitzt, wird man den Konflikt aushalten und organisatorisch auflösen können.

MfG

vik
Hallo,

#5: Danke. dann sind Esu und Zimo betreffend den Lichtwechsel identisch.

Es hat sich heraus gestellt dass der Hersteller die Platine verändert hat.
Dazu ein eigenes Thema.

Danke auch an alle anderen Betrachtungen und Informationen.

Grüße, Peter W


Moin.

In Steuerwägen und sonstigen Fahrzeugen ohne Antrieb kommen bei mir nur TAMS Funktionsdecoder FD-R zum Einsatz.

Programmierbar inkl. ACK Impuls im eingebauten Zustand auf dem Programmiergleis und / oder POM mit RailCom (ACK)!

Basic Version https://tams-online.de/epages/642f1858-c39b-4b...e4/Products/42-0118x

Extended Version mit Soundfunktion https://tams-online.de/epages/642f1858-c39b-4b...e4/Products/42-0117x

Muss ja nicht immer alles von den Platzhirschen sein, oder? Haben alles was man braucht für kleines Geld.

Anschlüsse sind per Function Mapping tauschbar.

Bei meinem Fleischmann IC Steuerwagen ist dieser per hauseigener Definition als FS 2 verkabelt / geschaltet. Und vorwärts ist da wo der Lokführer im Modell geräde säße.

Grüße.


Hallo Roland,
Zitat - Antwort-Nr.: 6 | Name: Doppelgroschen

Das die Decoderhersteller unterschiedlich an dieses Szenario herangehen könnte an den unterschiedlichen Firmenphilosophien liegen, oder gibt es diesbezüglich eine Norm für die Decoder? Was ich mir nicht vorstellen kann da die Decoder wohl kaum wissen welcher Führerstand besetzt und aktiv ist.

natürlich gibt es Normen dafür,

Im Modellbahnanalogbetrieb sind sie so alt, wie die Normen dafür selbst. Im digitalen Betrieb seit den achtziger Jahren.
u. a. so weit ich das erinnere.:
NEM 610
NEM 620
NeM 630
NEM 640

Leider werden sie oftmals nicht beachtet. So hatte Arnold die Vedrahtung seiner Fahrzeuge noch lange genau umgekehrt zur Norm und haben das erst etwa zur Jahrhundertwende angepasst Insbesondere wenn man ABC oder Railcom nutzt sollte man sie dringend beachten!

MfG

vik



Hallo Peter
Das wird oft durcheinandergewirbelt.
Ok alle aufpassen, es wird kompliziert.

Lok voraus, ist vorwärts, Steuerwagen voraus ist rückwärts. ABER!

Wenn der Zug vorwärts fährt, fährt die Lok rückwärts, fährt der Zug rückwärts, fährt die Lok vorwärts.
WARUM?
Beim Fst 1 ist der Kompressor und das Luftgerüst.
Damits die Lokführer ruhiger haben, hat  man die Lok gedreht, sodass Fst 1 immer zum Zug zeigt.
Fst 1 ist vorwärts, Fst 2 ist rückwärts, aber nur für die Lok, nicht für den Zug.
Somit erklärt sich auch dieses durcheinander von vorwärts und rückwärts. 😉
Lg Peter
Hallo Bodi,

vielen Dank für die aufschlussreiche Erklärung. Jetzt verstehe ich das. Wenn man nun die Lichter im Steuerwagen so polt (rückwärts) und die Lok auf Fst1 zum Zug dreht (rückwärts), muss man die Richtung umdrehen (vorwärts). Alles klar

LG, Peter


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