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THEMA: Traktionswechsel beim "Langen Heinrich", Teil 2

THEMA: Traktionswechsel beim "Langen Heinrich", Teil 2
Startbeitrag
NMike - 31.07.26 11:27
Hier ist Teil 1:

https://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_show.php?id=1508864&ins#unten

Ist doch ein ziemlich interessanter Thread geworden. U.a. mit Augenzeugenberichten! Wer also noch was beisteuern möchte, hier geht´s weiter!

LG Mike

Moin uNdercover,

es gab mal einen Videobeitrag zum Thema 221 vor schweren Zügen. Darin wurde gesagt, dass die Getriebe leiden würden. Es wird auch immer wieder von harten Schaltvorgängen berichtet. Aber Du hast ja selbst viel Erfahrungen mit der 221 😀.
Wie sieht es mit dem Verschleiß aus? Das sind ja mechanische Klauenkupplungen. Leiden die nicht stärker als ein rein hydraulisches Getriebe? Hast Du da Erfahrungen sammeln können?

Auf jeden Fall zogen sie zum Schluss noch schwere Kalkzüge durch das Angertal.

Gruß
Jürgen
Hallo,

aus Teil 1:
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Interessant. Ich wohne Luftlinie nur 2km von den Kraftwerken Frimmersdorf und Neurath bei Gustorf entfernt. Allerdings habe ich da noch nie eine 221 gesehen, sondern nur die speziellen RWE Tagebau E-Loks. Wahrscheinlich war ich da gerade in Holland



Tja, Künstlerpech... Fuhr sporadisch (und nicht gerade selten) mit 221 135 - oft mehrmals wöchentlich - ab 1995 bis etwa 2008 für die Neusser Eisenbahn. Das waren die Gips-Züge. Vielleicht warst Du zu oft in Holland?
Die Aufnahmen zeigen die Lok im Neusser Güterbahnhof und im Kraftwerk Gustorf im November 1995.

zu #1, Jürgen:
Über die Getriebe könnte ich stundenlang erzählen. Da aber auch ein Alltag um mich herum stattfindet, fasse ich mich kurz: DIe Getriebe schalteten mit einer völligen Zugkraftunterbrechung, weshalb sich ein Ruck ergab. Das wurde durtch den Schaltversatz des anderen Getriebes kompensiert. Der Rätschvorgang während der Gangwechsel war zwar unfassbar prägnant (und ein Gast auf dem Führerstand sprang einmal erschrocken zur Seite 🤣), aber dennoch weitgehend verschleißfrei. Obwohl die 221 vorrangig für den (seinerzeit) schnellen, aber durchaus schweren Reisezugverkehr konzipiert war, so erwies sich die Lok auch im Güterverkehr als sehr solide.
Allerdings sei gesagt: Die Bedienung der 221 ist absolut nichts für "215-Kutscher": Erst Fahrstufe 2, dann Fahrstufe 15... Gerade das Getriebe verlangt eine sorgsame und erfahrene Fahrweise, kein stumpfes Aufschalten. Wer es als Lokführer versteht, kennt die Schaltpunkte genau und kann sich gezielt Gänge "holen". Das macht sich in der Praxis sehr bemerkbar.

Auf das vorhandene Ersatzgetriebe brauchte ich jedenfalls in all den Jahren nie zurückgreifen. Da gab es doch eher Motorprobleme, z.B. Lagerschäden, Kraftstoffeinbruch, abgelöste Ölpumpe (sehr ärgerlich!) - solche Sachen halt.

Viele Grüße
uNdercover




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Hallo uNdercover,

vielen Dank für Dein Erfahrungsbericht. Ich bekomme immer wieder das Video mit Dir auf YouTube eingeblendet, wie Du damals die 221 aufgearbeitet hattest und die Inbetriebnahme.

Gruß
Jürgen
Zitat - Antwort-Nr.: 2 | Name: uNdercover

zu #1, Jürgen:
Über die Getriebe könnte ich stundenlang erzählen. Da aber auch ein Alltag um mich herum stattfindet, fasse ich mich kurz: DIe Getriebe schalteten mit einer völligen Zugkraftunterbrechung, weshalb sich ein Ruck ergab. Das wurde durtch den Schaltversatz des anderen Getriebes kompensiert. Der Rätschvorgang während der Gangwechsel war zwar unfassbar prägnant (und ein Gast auf dem Führerstand sprang einmal erschrocken zur Seite 🤣), aber dennoch weitgehend verschleißfrei. Obwohl die 221 vorrangig für den (seinerzeit) schnellen, aber durchaus schweren Reisezugverkehr konzipiert war, so erwies sich die Lok auch im Güterverkehr als sehr solide.
Allerdings sei gesagt: Die Bedienung der 221 ist absolut nichts für "215-Kutscher": Erst Fahrstufe 2, dann Fahrstufe 15... Gerade das Getriebe verlangt eine sorgsame und erfahrene Fahrweise, kein stumpfes Aufschalten. Wer es als Lokführer versteht, kennt die Schaltpunkte genau und kann sich gezielt Gänge "holen". Das macht sich in der Praxis sehr bemerkbar.

Auf das vorhandene Ersatzgetriebe brauchte ich jedenfalls in all den Jahren nie zurückgreifen. Da gab es doch eher Motorprobleme, z.B. Lagerschäden, Kraftstoffeinbruch, abgelöste Ölpumpe (sehr ärgerlich!) - solche Sachen halt.

Viele Grüße
uNdercover



Jörg Haase (Der Silberling) hat neulich ein interessantes Video gepostet über das Maybach Mekydro Getriebe.
Techisch, aber unterhaltsam.
Als ich das Video sah musste ich auch an den schweren Einsätzen vor dem langen Heinrich denken.
https://www.youtube.com/watch?v=u42SjCLnDgA

Gruß, Victor



Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Vielleicht warst Du zu oft in Holland?



Das ist unmöglich. Man kann garnicht zu oft in Holland sein 😜🇾🇪

LG Mike
Hallo zusammen,

ich erlaube mir zum "Langen Heinrich" diese beiden Videos in den Topf zu legen.
https://youtu.be/fhHMtxhsQzI?si=6WZx5bSvqLAh4_zz&t=40
https://youtu.be/hDHNy4ltSP8?si=LlVr3cobkjfZ7nFa&t=15

Gruß Hans-Werner

Ganz toll, Hans-Werner! Die Loks mit Rauchgeneratoren machen richtig was her 👍👍👍

LG Mike
Hallo,

als der "Lange Heinrich" in den siebziger Jahren im Emsland unterwegs war fuhren dort auch lange Ganzzüge mit zweiachsigen Hochbordwagen. Die Wagenzahl war noch in den sechziger Jahren im Dampfbetrieb im regulären Betrieb auf 120 Achsen beschränkt, beim elektrischen Betrieb waren maximal 140 Achsen zulässig.

Für die Fans von langen DB-Güterzügen - mit 70 zweiachsigen Güterwagen:

https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?017,11509031

Grüße
Markus


Der neueste 1::160 Traktionswechsel 😎

https://youtu.be/1nQvfHLpkJY?is=ckeWqX6bS5f3iCaY

LG Mike
Hallo zusammen,

danke Mike für das unterhaltsame Video. Irgendwie fühle ich mich aber auf meinem Weg bestätigt weiter analog zu fahren anstatt digital-Sound. Aber das ist mein ganz persönliches Empfinden.

Hab da noch was -irgendwo- gelesen wegen Traktionswandel Teil 2, also von BR 220 Doppel auf BR 140 Doppel nach der Elektrifizierung. Gut, daß für die Lokführer der Dienst auf der 220 sauberer, etwas leichter, aber nicht unbedingt leiser war kann man sich denken. Mit der Elektrifizierung kam dann die Ablösung durch die BR 140, zur Freude der Lokfüher, da gleiche Zuglast aber rund doppelte Leistung, da geht das Fahren gleich einfacher ... denkste! Die haben die Züge nicht in Gang bekommen! Grund: Bei der 220 steigt durch die Trägheit der Dieselmotoren die Zugkraft gleichmäßig an, bei der 140er gibt's von Fahrstufe zu Fahrstufe Zugkraftsprünge und die brachten bei der Anfahrt die Lok zum Schleudern.
Folglich wurden die Züge leichter gemacht.


Viele Grüße
Christian Strecker


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