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THEMA: Realistische Signalisierung im Bahnhof

THEMA: Realistische Signalisierung im Bahnhof
Startbeitrag
Andras - 09.07.26 19:15
Hallo,

ich befasse mich schon seit längerer Zeit damit, einen einigermaßen realistischen Bahnhof aus dem Salzburgischen nachzubilden. Ist eigentlich gar nicht so riesig. Seit einigen Tagen befasse ich mich mit dem Konzept der Signalisierung. Ursprünglich war ich analog unterwegs. Da war es klar und unrealistisch. Rot, der Strom war weg. Grün, der Strom war da und los ging es. So geht´s aber in der richtigen Welt nicht zu.

Daher meine Frage, baut jemand seine Bahnhöfe mit richtiger Signalisierung, also Blöcke werden auf grün geschaltet, Zug fährt ein, bleibt im Bahnhof stehen und fährt nach dem Halt weiter. Verschubloks fahren nach Verschubsignalen und wenn ja, wie habt Ihr das organisiert? Gibt es da verständliche Erläuterungen? Kann man dies irgendwie zumindest teilweise automatisieren?

Danke

Andras

Hallo Andras,

deine Frage ist größer als du dir es wahrscheinlich erhoffst. Ich beziehe mich jetzt mal ausschließlich auf Digital.

Die einfache Antwort ist: Alles ist möglich.

Bei mir fahren die Züge meist vollautomatisch. Der Rechner stellt die Weichen und Signale. Der Zug fährt automatisch aus dem Bahnhof. Erreicht die Lok bei der Ausfahrt einen Kontakt im Gleis, fällt das zurückliegende Signal automatisch auf Halt zurück.

Dazwischen ist alles möglich. Ein Anfang wäre, dass du deine Weichen und Signale z. B. per App stellst und den Zug selbst steuerst. Das praktische daran ist, dass die Lösungen aufeinander aufbauen.

Gruß
Samuel
Hallo Andras,

im digitalen Bereich ist alles machbar. Du kannst deine Weichen und Signalbilder manuell über Deine Zentralle oder über Tastenboard etc. selbst stellen. Danach deinen Zug selbst auch steuern. Möchte man aber bequemer haben, dann gibt es dazu eben PC-Steuerung, wo man einfach nur die Fahrstraße bestimmt und den Rest erledigt der PC (Weichenstellen, Signale stellen), vorausgesetzt der PC ist vernünftig konfiguriert.
Hallo Andras,

hilfreich für eine gute Antwort wäre, wenn Du uns mitteilst, welche digitalen Komponenten Du überhaupt einsetzt.

Grüße
Christian
Servus Christian,

ich bin immer noch mit einer Ecos unterwegs. Aber eigentlich ist meine Frage auf das künftige Projekt gerichtet. Ich habe mich von der klassischen Anlage verabschiedet und habe jetzt nur noch einen mittelgroßen Abzweigebahnhof mit Gleislängen und Gleisplan, der mit wenigen Abstrichen (Weichen statt Doppelkreuzweichen) - verkleinerte Zugförderung - dem Original entsprechen wird, nur halt in 1:160. Da stellt sich für mich die Frage, ob ich in den saueren Apfel beiße und das auch gleich mit einer realistischen Signalisierung versuche oder quasi als radikalen Gegenentwurf - überhaupt nur Signalattrappen verwende, was spieltechnisch keine Abstriche bedeutet,  viel Zeit, Nerven und Geld sparen würde aber natürlich den Realismus vermissen lässt - und wozu baut man einen realistischen Bahnhof, wenn es dann keine richtigen Signale gibt. Wovor ich vor Sorge habe, ist, dass das ein Fass ohne Boden wird, von dem ich halt gar nix verstehe.

Andras

Hallo Andras,

es sei Dir vorab gesagt: Das Hobby Modellbahn ist grundsätzlich ein Fass ohne Boden. Du musst Dich nur entscheiden, in welchem Fass Du Dein Geld versenkst.
Österreichische Lichtsignale gibt es meines Wissens von Krois und von Mafen. Du musst Dir halt diese Signale und die dazu passenden Signaldecoder nur kaufen . . . und dann natürlich auch noch anschließen.

Und, obwohl Du viel geschrieben hast, und vor allen Dingen der zweite Satz im zweiten Beitrag leider sehr verschachtelt war, so daß ich ihn mehrmals lesen musste, um ihn überhaupt zu verstehen ( aber ich glaube ich hab's jetzt ), hast Du uns noch nicht mitgeteilt wie Du später überhaupt Betrieb machen möchtest.

Wenn Du komplett händischen Betrieb machen möchtest, dann brauchst Du weiter nichts. ( Außer den oben genannten Signalen und Signal Decodern. ) Dann drückst du auf Deiner Zentrale einfach auf das entsprechende "Knöpfchen" ( auf dem Display Deiner Zentrale ), das Signal stellt sich, Du drehst am Regler ( oder vielleicht auch am Rad ) und der Zug fährt so, wie Du halt möchtest.

Wenn Du aber Automatikbetrieb haben möchtest, so wirst Du aller Voraussicht nach nicht um Gleisbelegtmelder und ein Computersteuerungsprogramm herum kommen.
Und auch wenn die ESU Ecos aufgrund ihres großen Displays eigentlich dafür prädestiniert wäre, kann man mit dieser - soweit ich informiert bin - zusammen mit Gleisbelegtmeldern keinen Automatikbetrieb einrichten.
Und egal für welches System man sich beim Automatikbetrieb entscheidet, Gleisbelegtmelder braucht man immer, denn sie sind in diesem Falle die Augen des Systems.

Und wenn Du nun ein Programm benötigst, werden Dir hier 5 Leute 10 Programme vorschlagen und von 15 abraten.
Welches Programm dann für Dich das Beste sein wird, ist ganz schwierig vorher herauszufinden. Dann wird Dir bestimmt vorgeschlagen mehrere Programme mal auszuprobieren. In meinen Augen ein Wahnwitz, denn man muss sich etwas tiefer in diese Programme einarbeiten, um sie überhaupt zu verstehen und um zu schauen, ob man das, was man realisieren will, damit überhaupt machen kann.

Meine Empfehlung in diesem Falle wäre:
Suche Dir, z.B. über Foren, verschiedene Anwender verschiedener Programme in Deiner Umgebung ( können ja auch H0-Bahner sein ). Lasse Dir Inbetriebnahme, Programmierung und Betrieb zeigen. Jeder Mensch ist unterschiedlich. Man kommt halt mit verschiedenen Programmen - unterschiedlicher Programmierer - unterschiedlich gut klar.
Und jemanden "mal eben" fragen zu können ist immer noch besser, als lange herum zu probieren, ohne dabei der Lösung irgendwie näher zu kommen.

Mfg Oliver
Hallo Andras,

ich möchte mal noch in den Raum werfen, das vorbildgerechte Signalisierung und Automatikbetrieb nicht das gleiche ist.

Vorbildgerechte Signalisierung ist erst einmal, dass die Signale auf der Anlage da stehen, wo sie in echt auch stehen würden und idealerweise auch das Anzeigen, was echte Signale anzeigen. Das geht auch ohne Automatik. Wie Du die Züge dann fährst ist eine andere Geschichte. Das kann sowohl mit einer Automatik machen, aber man kann auch ganz normal mit Regler/Trafo fahren, als wäre man ein Lokführer, der auf die Signale achtet. So ist es zum Beispiel bei mir. Ich bin absoluter Signalperfektionist, trotzdem fahren meine Züge nicht automatisch.

Auf der anderen Seite könnte man aber auch genausogut eine Automatik bauen, ohne dass die Anlage vorbildgecjt signalisiert ist.

Viele Grüße
Dirk
Hallo,

und bei manchen PC-Programmen zur Anlagensteuerung gibt es auch die Möglichkeit eines halbautomatischen oder kombinierten Betriebs.

Im Extremfall ist es dann möglich, dass
1. einige Züge vollautomatisch fahren und der PC dafür die Signale und Weichen stellt,
2. gleichzeitig einige Züge vollautomatisch fahren, nachdem die Fahrstraßen, Weichen und Signale, manuell gestellt wurden,
3. gleichzeitig einige Züge halbautomatisch gesteuert werden - der PC stellt die Fahrstraßen, d. h. die Weichen und Signale und die Züge werden manuell gesteuert   und
4. einige Züge manuell gesteuert werden und auch die Weichen und Signale bzw. Fahrstraßen manuell gestellt werden.

Aaaaaber, wie Du bereits selbst sagtest, und andere haben auch darauf verwiesen, beinahe alles ist möglich und, was man dafür benötigt, Zeit und Geld und Einarbeitung, kann schnell ein Fass ohne Boden sein.

Und nur der Vollständigkeit halber, weil hier schon von Gleisbesetztmeldern (GBM) die Rede war:
Man "muss" solche nicht für einen Automatikbetrieb haben, es gibt Alternativen, aber allgemein gesagt werden Rückmelder benötigt, die an den PC melden, wo sich die Züge, Loks und Wagen befinden. Von diesen Rückmeldern gibt es verschiedene Arten, wobei GBM eine der relativ häufig eingesetzten Arten von Rückmeldern ist.

Gruß Ulrich
Guten Morgen,

das ist vermutlich die zentrale Frage. Ich habe vor kurzem jemandem über die Schulter geschaut, der sich seine Anlage so automatisiert hatte, dass er seine Befehle dem Computer gegeben hat, der dann die Anlage gesteuert hat. Obwohl natürlich beeindruckend, ist das für jemanden, der seine erste Minitrix in den 70ern gefahren ist, nicht so richtig befriedigend. So ein halbautomatischer Betrieb wäre vermutlich das interessanteste, wenn man selbst spielen will. Gibt es da was, wo man sich einmal einlesen kann, ohne dass das in Wissenschaft ausartet?

Danke

A.
Guten Tag Andras,

- handelt es sich um einen Kopf- oder einen Durchgangsbahnhof?
- Gleisplan?
- Liegt/endet er an einer eingleisigen oder zweigleisigen Strecke?
- Welche Art Signale, Form- und/oder Lichtsignale, sollen betrieben werden?

- Wenn Du SPIELEN willst bieten sich in der Zentrale hinterlegte Weichenstraßen
- und Zug- und Signalsteuerung manuell mit Handregler oder Zentrale(ECOS) an.
- Für Triebzüge oder Wendezüge kann mit Bremsmodulen automatischer Pendelverkehr eingerichtet werden
- sofern es die Decoder in den Loks hergeben (ABC-Technik).

Freundlicher Gruß

Hannah




Tatsächlich kann man einen realistischen Betrieb wie Du ihn in #1 geschildert hast relativ einfach nachbilden…und zwar analog. Du benötigst dafür nur einen Arnold Mehrzugsteuerblock aus den 90er Jahren (gibt’s auf ebay zwischen 50 und 100 Euro).

Damit werden die Signale geschaltet, der Zug fährt ein und bremst weich ab, hält so lange im Bahnhof bis der nachfolgende Block frei ist, dann schaltet das Signal und der Zug fährt seidenweich wieder an:

https://youtu.be/gauUYlL9eBA?si=cYdVYdbl2io6Z9MG

Die von Dir in #8 gewünschte Kombination aus halbautomatischem und händischem Betrieb habe ich bei mir realisiert, indem ich meine Anlage einfach hybrid gebaut habe: eine Hälfte digital, eine Hälfte analog. Der analoge Teil läuft auf der Hauptstrecke automatisch, der digitale Teil ist komplett händisch.

LG Mike
Hallo Andras,

dann schrobest Du, daß Du "noch" mit einer ESU Ecos unterwegs bist.
In diesem Fall interessiert mich natürlich das Wort "noch".

Bist Du mit der Ecos nicht zufrieden? Ich selbst kann zur Ecos nicht so viel sagen, da ich persönlich keine besitze. Nur im Bekanntenkreis existiert eine. Der ist Märklinist und fährt auch nur auf einer kleinen Anlage im Kreis und steuert damit einfach nur die Lokomotiven. Keine Weichen, kein Signal. Eigentlich hat er die Ecos nur, damit sich seine Märklin mfx-Lokomotiven da auch anmelden können.

Die Ecos kann zwar Fahrstraßen schalten, aber soweit ich informiert bin, können diese Fahrstraßen nicht durch Aktionen - wie zum Beispiel Rückmelder - ausgelöst werden.
Für eine ( Teil- ) Automatisierung braucht man somit immer Rückmelder, als auch einen Rechner mitsamt Programm.

Eine Teilautomatisierung - ohne Rechner und Programm - ist zumindestens mit Uhlenbrock Komponenten relativ einfach möglich.
Zumindestens auf einem einfachen Niveau. Schwierige und komplizierte Sachen sind halt immer nur mit Rechner möglich.
Je nachdem, wie man die Fahrzeuge steuern will, würde sogar eine ganz einfache kleine Zentrale samt Handregler reichen.
Bei Uhlenbrock können Rückmelder Schaltaktionen auslösen. Z B. nach der Durchfahrt das Signal auf Rot stellen oder nachdem der Block wieder frei ist, das Signal wieder auf Grün stellen. Die Lok regeln, also anhalten und anfahren, muss man natürlich komplett selber machen.
Wenn die Loks auch gesteuert werden sollen, hat Uhlenbrock dafür das Lissy oder das MaRCo-System. Dabei bin ich persönlich der Meinung, daß man für Spur N eher das MarCo System vorziehen sollte, da bei Lissy unter die Loks jeweils ein kleiner Infrarotsender müsste. Bei MaRCo hingegen müssen die Loks aber Railcom fähig sein.
Schön wäre dabei auch, daß man sich - egal wie weit man automatisiert - auch ein echtes haptisches Gleisbildstellpult dazu stellen kann.

Man muss natürlich auch ehrlicherweise sagen, daß diese Lissy als auch Marco Module nicht mal eben programmiert sind. Wenn es dann dabei etwas aufwendiger wird, kann das auch schon eine Wissenschaft für sich werden.

MfG Oliver

Zitat - Antwort-Nr.: 8 | Name: Andras

So ein halbautomatischer Betrieb wäre vermutlich das interessanteste, wenn man selbst spielen will. Gibt es da was, wo man sich einmal einlesen kann, ohne dass das in Wissenschaft ausartet?


Hallo Andras,

ich kenne nur das Steuerprogramm Rocrail und kann nur darüber etwas sagen.

Zur Automatik und Halbaustomatik kannst Du hier etwas lesen:
https://www.rocrail.online/doku.php?id=automatic-de

Dabei ist aber grundsätzlich die Schritt-für-Schritt-Anleitung zu empfehlen, aus der man einiges über diese Software ersehen kann:
https://www.rocrail.online/doku.php?id=stepbystep-de

Falls Du irgendwann in Erwägung ziehen solltest, es mit Rocrail zu versuchen (was sich anbietet, weil es kostenfrei genutzt werden kann, nur bestimmte Funktionen kosten dann einen Jahresbeitrag), aus meiner Sicht 3 extrem wichtige Hinweise:
1. Rocrail ist ziemlich komplex und nicht geeignet, wenn man nicht bereit ist, viel Zeit zu investieren und einiges zu lernen.
2. Am Anfang sollte man entsprechend der Schritt-für-Schritt-Anleitung vorgehen und auf keinen Fall (!!!!) irgendetwas einstellen, was dort nicht beschrieben ist. Probleme tauchen bei nicht so Rocrail-Erfahrenen meistens auf, weil sie irgendetwas eingestellt haben, von dem sie glauben es sei richtig, aber es stand nicht in der Anleitung.
3. Für den Einstieg ist eine kleine Testanlage zum Üben und das Forum zu empfehlen, in dem gerne geholfen wird, wenn einer sich auch an den dort gegebenen Empfehlungen orientiert.

VG Ulrich



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