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THEMA: Empfehlungen zu bleiHALTIGEM Lötzinn?

THEMA: Empfehlungen zu bleiHALTIGEM Lötzinn?
Startbeitrag
aaron - 23.06.26 08:19
Hallo Ihr,

damit es übersichtlich bleibt, kommt diese Frage in einem extra-Thread.

In bestimmten Anwendungsfällen möchte ich noch auf bleiHALTIGES Lötzinn zurückgreifen.

Sehr bewährt hat sich bei mir Stannol Radiolot F-SW26,  S-SN60PB39CU1.

Das gibt es aber nicht mehr, jedenfalls nicht in "normalen" Mengen und an Endkunden. Und mein Vorrat geht zur Neige.

Also muss Ersatz ran - wenn auch hier jemand etwas empfehlen kann, was heute noch im Handel ist (!).

Auch hier Schwerpunkt Löten von dünnen Kabeln auf z.B. Lokplatinen, Schnittstellenadapterplatinen etc.

Viele Grüße!


Hallo,

sehr schwer zu kriegen, Google hat mir diesen Anbieter gebracht:
https://eleshop.de/hochwertiges-lotzinn-60-40-bleihaltig.html
Ist reines Sn60Pb40 ohne Cu, was mit Dauerlötspitzen kein Problem ist.

Grüße, Peter W.
Ich kann dich absolut verstehen!
Ich persönlich löte auch nur bleihaltig.

Leider ist es verboten bleihaltiges Lötzinn an Privatkunden zu verkaufen, von da her wird es sehr schwierig werden hier noch was zu finden.
Hallo,

darf es eigentlich ein Verein kaufen?

Grüße, Peter W.
Hi

Falls eingetragen, ja.

LG ChristiaN
Moin,

selbst Firmen dürfen es nur kaufen, wenn sie nachweisen, dass es bleihaltig sein muss. Da gibt es eine abschließende Liste von Tätigkeiten, wofür Blei noch verwendet werden darf.

Wir durften als Firma letztes Jahr einen solchen Nachweis schreiben. Da wir auch noch alte Stellwerke reparieren, gab es da kein Problem.

Privat stelle ich fest, dass bleifrei kein Problem ist. Höhere Temperatur, gutes bleifreies Zinn, und ggf. separates Flussmittel. Letzteres aber nur dann, wenn Altgeräte repariert werden müssen. Bei neuen Leiterplatten hatte ich nie Probleme ohne zusätzliches Flussmittel, egal ob SMD oder "durchs Loch".

Gruß
Klaus
Moin,

hier:

https://www.ebay.de/itm/318369310777?_skw=l%C3%...tkp%3ABk9SR7Sn2rfeZw

steht nicht dabei, dass es bleihaltig ist, aber 60/40 dürfte genau das bedeuten.

Grüße Torsten
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Das gibt es aber nicht mehr, jedenfalls nicht in "normalen" Mengen und an Endkunden



Da wir als Gelegenheitsbastler jährlich so 10 exp-3 kg verbrauchen und zwischen Lötstelle und Nase keine Arbeitslupe haben, ist bleihaltiges Lot extrem gesundheitsgefährdend.

Man kann auch alles überregulieren. Arme EU

Grüße Michael Peters
Zitat - Antwort-Nr.: 7 | Name: Michael Peters

Man kann auch alles überregulieren. Arme EU



Und das treibt ja leider auch extreme Blüten. Ein Beispiel aus meiner Praxis: ich bin Organist. Orgelpfeifen bestehen meist aus sogenanntem Orgelmetall, das ist eine Legierung aus Zinn und Blei. Das Material ist relativ weich, damit es gut bearbeitet werden kann, es geht da z.T. um Zehntel Millimeter, die zwischen gutem und schlechtem Klang entscheiden. Zudem hat die Wahl der Legierung selbst auch Einfluss auf den Klang, je weicher die Pfeife umso weicher klingt sie auch.

Warum erzähle ich das jetzt hier? Orgeln funktionieren mit Druckluft, die wurde früher mit manuell betätigten Blasebälgen erzeugt, heute macht das eine Windmaschine, quasi ein großer Ventilator mit Motor dran. Und da sind wir beim EU-Problem, denn der Motor ist natürlich elektrisch. Und deshalb zählt die Orgel als ganzes, auch wenn sie sonst keine andere Elektronik (Spielhilfen, Traktur, Setzeranlage) enthält, als Elektrogerät. Und Elektrogeräte dürfen kein Blei enthalten. Halt gar nicht, auch nicht wenn das Blei gar nicht im Lötzinn steckt sondern elementarer Bestandteil des Gerätes ist...

Momentan behilft man sich mit einer Ausnahmeregelung, die immer wieder verlängert wird. Aber wenn das mal jemand vergisst dann hat sich das. Dann gibt es keine neu gebauten oder groß umgebauten Orgeln mehr. Alles nur, weil Blei ja böse ist...

Viele Grüße
Rico
Bestell es in Holland oder knapp außerhalb auf der Insel mit der Währung Pfund 😎

Gruß, Mich
Hallo Klaus,

Zitat - Antwort-Nr.: 5 | Name: teppichbahner

Privat stelle ich fest, dass bleifrei kein Problem ist. Höhere Temperatur, gutes bleifreies Zinn, und ggf. separates Flussmittel.  



Würdest du uns mitteilen, mit welchem bleifreien Produkt konkret du keine Probleme hattest? (ggf. gerne auch im anderen Thread "bleifrei").

Danke dir!

Viele Grüße!

Hi in die Runde,

wie sieht es eigentlich aus, wenn derlei Lötzinn von "privat" an "privat" weitergereicht wird?

fragt grüßend
Roland
Hallo,

--> "wie sieht es eigentlich aus, wenn derlei Lötzinn von "privat" an "privat" weitergereicht wird?"

Dann darf aber niemand seine Nase da reinstecken (wegen der giftigen Gerüche)...

antwortet grüßend
Horst
Bleihaltiges Lot hatte ich im Frühjahr beim Chinesen bestellt und an meine Adresse in Asien schicken lassen.
50g für 3€ incl. Porto und von dort dann mitgebracht.
War zuerst skeptisch wegen Qualität, aber es ist gut.
Mit vorhandenen Resten und den neuen 50g werde ich wohl auskommen, da die Anlage fertig ist und ich den Ruhestand geniessen will.

Jürgen H.
Moin,

Zur Nachfrage nach dem von mir verwendeten  bleifrei Material:

Felder
Sn95.5 Ag3.8 Cu 0.7
20840720 Art. Nr

Damit reparieren ich auch alte Platinen, die im Original mit Blei gelötet waren. Eigene Leiterplatten mit SMD geht völlig problemlos. Genau genommen merkt man kaum einen Unterschied. Öfter Mal Spitze sauber machen, das war es auch.


Ich empfinde mittlerweile die Kommentare, das Blei harmlos sei, absolut menschenverachtend. Die Schäden, die Blei verursacht, sind gravierend. Das ist kein Spaß! Und das Löten ist nicht allein das Problem, sondern für ganze Lebenszyklus. Also und gerade das Thema Müllverbrennung. Und da landet nun Mal der meiste Abfall dank der ach so unbesogten Mitmenschen.

Sorry, zitieren auf dem Handy... Bin ich zu doof zu!

Gruß
Klaus
Also Klaus,
mal abgesehen davon, dass die fehlende gesundheitsfördernde Wirkung von Blei Fakt ist, nervt die angestrengte moralische Emotionalität ("menschenverachtend"). Es gibt deutlich größere Gefahren. Für den Kundigen ist Blei ein sehr gut zu beherrschender "Werkstoff", wenn man richtig damit umgeht (und so etwas gilt nicht für alle gefährlichen Stoffe).
Auf offenem Feuer ohne Filter geröstet werden die Platinen nicht in der MVA M-Nord, sondern auf der Müllkippe in Nigeria oder beim Recycler in Indien. Die Jungs kriegen aber auch anderes gesundes Zeugs ab von Kabeln und Platinen.

Horst,
wer etwas mit Blei weitergibt, also auch privat verschenkt, muss mitteilen, wo wieviel Blei enthalten ist (z.B. "enthält bleihaltiges Lot 40%Pb" Da gibt es wunderschöne Regeln dafür). Damit man sich drauf einrichten kann.

Im Übrigen schüttet die EU mMn mit ECHA, Green Deal und ihrer Chemikalienpolitik das Kind mit dem Bade aus und gefährdet unseren Wohlstand durch Deindustrialisierung. (siehe Ricos Erlebnisse. Allerdings: Reparatur und Denkmalschutz geht doch. Es gibt aber überall übereifrige Leute, die gern anderen das Leben schwer machen wollen)

Wenn wer noch Sn62Pb36Ag2 ergattern kann
z.B. https://www.buerklin.com/de/p/felder/loetdraehte/18720520/11L4370/
das ist noch besser, aber auch seltener und teurer als 60/40.

Grüße Klaus
Moin,

Ich hab mir das Thema Orgel gerade nochmal angesehen. Seit 2017 sind Orgelpfeifen von der Rohs dauerhaft ausgenommen. Also schon lange keine Zitterpartie mehr bei diesem Thema.

Geht doch

Gruß
Klaus
@15 gusbajer:

... na dann ist ja - für uns - "alles gut", wenn das nur die Jungs auf der Müllkippe in Nigeria oder beim Recycler in Indien abbekommen. Die kriegen ja sowieso viel anderes ungesundes Zeugs ab von Kabeln und Platinen, da ist dann sowieso alles egal.
Also hauen wir noch 'ne Schippe drauf, denn sonst werden wir ja deindustralisiert.

=> Hmh, jetzt wirklich???

Und ja, natürlich sind insbesondere solch "übereifrige Leute" bei der EU echt menschenverachtend ...

=> Hmh, jetzt wirklich???

Und "Es gibt größere Gefahren" nennt man - glaube ich - neudeutsch Whataboutism.

=> Hmh, alles Satire oder ernst gemeint???

Sorry, wenn das jetzt "angestrengt moralisch 'rüberkommen sollte ...
[quote nr=inhalt name= ] Wenn wer noch Sn62Pb36Ag2 ergattern kann
z.B. https://www.buerklin.com/de/p/felder/loetdraehte/18720520/11L4370/
das ist noch besser, aber auch seltener und teurer als 60/40. [/quote]
Die verkaufen das aber nicht an Privatleute.

Jürgen H.
Zitat - Antwort-Nr.: 16 | Name: teppichbahner

Ich hab mir das Thema Orgel gerade nochmal angesehen. Seit 2017 sind Orgelpfeifen von der Rohs dauerhaft ausgenommen. Also schon lange keine Zitterpartie mehr bei diesem Thema.

Geht doch  



Mitnichten. Die Grenzwerte sind ja nicht in Stein gemeißelt, ebensowenig die Ausnahmen. Siehe z.B.: https://www.medienservice.sachsen.de/medien/news/1066378 oder auch https://www.musik-in-dresden.de/2023/05/23/ein...-garantie-ausgelegt/

Also doch wieder Zitterpartie.

Zitat - Antwort-Nr.: 14 | Name: teppichbahner

Die Schäden, die Blei verursacht, sind gravierend.  


Jeder Orgelbauer weiß, wie er Bleipfeifen zu behandeln hat um sich keine Bleivergiftung zu holen. Und im eingebauten Zustand wird kaum jemand hingehen und die Pfeifen ablecken...

Viele Grüße
Rico
Kommen wir zum Thema Blei in Starterbatterien - offiziell in der EU seit dem Jahr 2000 verboten, immer noch in fast jedem Auto drin... ...und keinen stört das wirklich - aus guten Gründen.

Gruß
Eglod
Hi

Mir sind viele Haare ausgefallen, die Augen sehen nicht mehr so gut, ich vergesse manchmal was ich grad machen wollte und manchmal tröpfelt es da unten..

Kann doch nur vom Blei kommen?

LG ChristiaN

Sagen wir es einmal so: Du hättest die mit bleihaltigem Lot verlöteten Lebensmitteldosen besser entsorgt als sie dann doch noch zu verzehren...

Gruß
Eglod
Guten Abend, ich habe eine ungebrauchte Rolle (1,0mm, 500 Gramm, Legierung Pb38Cu2). Darf ich die unter Kleinanzeigen einstellen?

Gruß
Franz
Wirklich schädlich für Menschen sind Bergbau und Verhüttung von Bleierz. Durch das Bleiverbot der EU hat man den Dreck minimiert und den Rest in arme Länder verlagert.

Gruß von Aron
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

EU #24aron - 24.06.26 22:01
Wirklich schädlich für Menschen sind Bergbau und Verhüttung von Bleierz. Durch das Bleiverbot der EU hat man den Dreck minimiert und den Rest in arme Länder verlagert.

Gruß von Aron



Moin,
interessantes Wissen. Habe noch von keiner Bleivergiftung aus dem deutschen Bleibergbau gehört, obwohl ich mein Berufsleben lang mit Bleibergbau zu tun hatte. Aber Du hast sicher bessere Quellen als ich.
Liebe Grüße
Lothar
Fakt ist z.B. auch, dass China 2011 über 1000 Stück Bleibatteriefabriken hat schließen lassen, "um die massiven Boden- und Wasserverseuchungen durch Blei und giftige Säuren zu stoppen" (Heavy Metal Pollution Comprehensive Prevention "Twelfth Five-Year" Plan).

Gruß
Eglod
Kollegen,
das hat jetzt auch sowas von viel mit "Empfehlungen zu bleihaltigem Lötzinn" zu tun.

Ist das schon erwähnt worden?: wenn ich an einem neuen Board, Chip etc löte, das ja ROHS-konform ist, geht man da nur bleifrei ran. Ist das ein altes Schätzchen, das garantiert noch mit 60/40 bestückt wurde, dann verwende ich auch 60/40, Wenn das schon klar ist: sorry dafür...  

Franz,
spar Dir den möglichen Stress mit Verkauf über Internet.. Gib die Spule einem vertrauenswürdigen Kollegen, ohne jede Veröffentlichung.

Ciao    Klaus

Danke Klaus
ich habe deinem Rat befolgt

Gruß
Franz


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