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THEMA: Keramikkondensatoren als Pufferspeicher?

THEMA: Keramikkondensatoren als Pufferspeicher?
Startbeitrag
Tobi_BR85 - 19.06.26 19:03
Hallo,

kann man Keramikkondensatoren als Pufferspeicher verwenden?
Die haben ja keine Polarität, kann man die trotzdem als Alternative für einen Elko einsetzen. Funktioniert da auch die Ladeschaltung bzw. funktioniert die damit auch?

Gruß Tobi

Hallo Tobi,
ja kann man. Die Ladeschaltung ist dabei genauso anzuwenden.
Aber bedenke: Die Kerkos haben ein Derating, d.h. die Kapazität sinkt mit steigender angelegter Spannung.
So hat z.B. ein 100µF/16V Kondensator bei angelegten 16V nur noch ca. 20µF.
Tantal-Elkos haben das Problem nicht. der hat dann immer noch 100µF.
Gruß
Klaus

Kerkos haben den Vorteil, dass sie toleranter gegenüber Überspannungen sind. Sie gehen nicht sofort kaputt oder ‚explodieren‘ gar. —— Aber, das von Klaus genannte ‚Derating‘ ist real und somit durchaus ein Problem. Ich habe (Werbe)Videos gesehen, da rumpeln Loks (scheinbar) problemlos über Weichenstrassen dank einer Handvoll dieser Kerkos. Meiner Erfahrung nach: Marketing!

Um einem 100mA zehrenden Motor wirklich spürbar zu Puffern braucht man einige ‚reale’ Tausend Micro.

VG,
Frank
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Hallo,

diese Kondensatoren (Kerkos) funktionieren prima in Verbindung mit einem Glockenankermotor. Dieser verbraucht signifikant weniger Strom als ein herkömmlicher Motor, so daß auch eine geringere Kapazität zum Puffern gut ausreicht. Bevor ich begann, Tantalkondensatoren zu verwenden, habe ich mehrere Lokomotiven mit Kapazitäten zwischen 500 und 1500 uF (Kerkos/GaM) ausgerüstet, alle laufen signifikant besser als ohne.

Die Kondensatoren haben den weiteren Vorteil, dass sie sehr klein sind und zu Päckchen mit individueller Form zusammengelötet werden können, die Hohlräume in den Lokomotiven besser ausnutzen als größere Tantalkondensatoren.

Aber: Für konventionelle Motoren sind Tantalelkos besser geeignet.

Viele Grüße, Jürgen

Hallo,

habe jetzt Tantalkondensatoren gefunden, leider haben die nur 16V. Wie kann ich die an 18V Digitalspannung betreiben?

Gruß Tobi
Nein, reduziere die Digitalspannung. Höchstens 16,5  V wegen Spannungsabfall an 2 ( Schottky-)Gleichrichterdioden.
Gruß
Klaus
Hi

Was bleibt noch bei 14V? Gibt es dazu eine Kennlinie, ist diese linear?

LG ChristiaN

Hallo,

Copilot sagt: Bei einem Kerko 100 uF / 16 V bleiben typischerweise bei 14 V beim Werkstoff Typ X7R noch 50...70 uF und beim Typ X5R nur 40...60 uF

Für genau Daten muss man den Hersteller und Typ kennen.

Die Kennlinie ist nicht linear.

Grüße, Peter W
Hi,
Hier eine Abhandlung dazu:
https://passive-components.eu/dc-and-ac-bias-de...perature-dependence/
Nein, die Kennlinie ist nicht linear. Bei der Nennspannung beträgt der Einbruch der Kapazität -80%.
betroffen sind nur die sogenannten Class 2 MLCCs, aber das sind genau die mit den interessanten hohen Kapazitäten, z.B. 100 F/16V.
Gruß
Klaus
Hi Tobi,

hier wurde das vor kurzem besprochen.
Ich hatte früher auch viele von den kleinen Keramikkondensatoren verbaut - bei meinen Loks hat es geholfen um keine Soundaussetzer etc. zu haben. Man muß halt schon einen Menge davon in der Lok verteilen(Verkabelungsaufwand !!).
Aber dann hilft es schon - so meine persönliche Erfahrung. Wenn ein Tantal Kondensator passt würde ich den aber vorziehen,


Viele Grüße
Claus


Kleiner Kondensator: 20 V 330 µF
https://www.digikey.de/de/products/detail/kyoce...M020R0100E/10381493?


Thread:
https://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_show.php?id=1505410
Ich habe 420uF 25v Keramik Kondensator da und 220uF 16V Tantal.
Habe auch mittlerweile keine Lust noch weitere zu kaufen, da die kleinen Dinger schweineteuer sind.
Bei Keramik bricht die Kapazität ein bei Tental passt hier die Spannung nicht.
Kann man bei dem Tantal nicht mit einem Vorwiderstand arbeiten?

Gruß Tobi
Zitat - Antwort-Nr.: 11 | Name: Tobi_BR85

Kann man bei dem Tantal nicht mit einem Vorwiderstand arbeiten?



Und was soll der Widerstand dann machen? Der kann nur Strom begrenzen, aber keine Spannung. Du könntest höchstens zwei gleiche Tantals in Reihe schalten, auf Polarität achten! Dann erhöht sich die Spannung(-sfestigkeit), die Kapazität bleibt.
Gruß Holger
#12

Hallo,

die Kapazität halbiert sich bei einer Reihenschaltung.

VG j_jakob
Hallo,

bei den Tantals empfiehlt es sich, eine 16 V Zener Diode parallel zum Elko zu schalten. Einen Lade-Vorwiderstand und Entlade-Diode braucht man sowieso!

Grüße, Peter W
16V Tantal plus das:

https://www.1001-digital.de/pages/basteln-bauen...md-kondensatoren.php

(ich fahre 18V). Ladeschaltungen baue ich aber nur noch sehr selten selbst. Meine Alternative: Zimo MS-Decoder verbauen und Tantals direkt an den Decoder hängen. Da ist die komplette Ladeschaltung mit Spannungsbegrenzung schon drin.

Tantal is aber so oder so nix für "Anfänger". Falsch gelötet oder verdrahtet und sie zeigen ihre explosive Seite.

Wenn es der Platz hergibt, gehe ich noch weiter und verbaue STACO.
Kerko habe ich schon lange nicht mehr verbaut. Bei geringen Strombedarf vom Modell (z.B. Mtx Köf II) merkt man aber auch das. Keine Wunder aber weniger Aussetzer.

In jedem Fall ist es wichtig, dass der Strombedarf der Lok von Haus aus niedrig ist. Eine Pufferung ist einfach effektiver, wenn der Saft nicht unnötig in alten Dreipolern, trockenen Getriebe und ollen Glühfunzeln verbraten wird. Ein GAM kann ohne weiteres Faktor 10 effektiver sein! Meine Loks brauchen mit GAM analog (ohne Beleuchtung) nur um 10mA, maximal 20mA auf dem Testoval. Alte Motoren sind schnell um oder jenseits von 100mA.

Gruß
Andi


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