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THEMA: Reparatur Arnold 2561 "Murnau" wie Gehäuse öffnen?

THEMA: Reparatur Arnold 2561 "Murnau" wie Gehäuse öffnen?
Startbeitrag
Horst_K - 09.06.26 12:01
Hallöchen,

heute habe ich eine ganz spezielle Frage an euch Spezialisten:

Vor kurzem habe ich eine Kleinserienlok von Arnold Nr. 2561 "Murnau mit Torftender" erhalten. Die Lok ist optisch in einem guten Zustand, jedoch blockiert das Getriebe in der Lok, wahrscheinlich irgendwo im Bereich der Antriebsschnecke, erkennbar dadurch, weil die Antriebsräder sich geringfügig bewegen lassen und nur durch die Hemmung der Schnecke sich nicht weiterdrehen. Deshalb möchte ich die Lok öffnen und brauche hierfür euere Hilfestellung. Einen "Waschzettel" scheint es zu dieser Lok allerdings nicht zu geben.
Ein Foto habe ich jetzt nicht beigefügt, da es auf https://www.spurweite-n.de/NDBPics/Arnold/2561.jpg bereits ein gutes Foto gibt.

Unter dem Führerhaus befindet sich links und rechts je eine Schraube, die ich bereits gelöst habe. Eine weitere Schraube ist ein kleines Stück weiter vorne in der Mitte, die man durch das Loch in der Bodenplatte/Deichsel erkennen kann. Nach dem Lösen dieser drei Schrauben lässt sich das Gehäuse (bestehend aus Führerhaus, Kessel, obere Radabdeckungen usw.) auf Höhe des Führerhauses geringfügig anheben, doch dieses scheint irgendwo vorne noch mit dem Fahrwerk befestigt zu sein.
Diese letztgenannte Befestigung vorne finde ich allerdings nicht und ich will natürlich auch keine zu große Gewalt anwenden. Wer hat diese Lok schon einmal geöffnet und kann mir sagen, wo es noch hängt?

Möglicherweise ist die Arnold 2560 "Tristan" insoweit gleich aufgebaut. Auch da wäre ein entsprechender Hinweis willkommen, wenn dort schon einmal jemand einschlägige Erfahrung gesammelt hat.

Als Hinweise noch zur Ergänzung: Die drei gut sichtbaren Schrauben, mit denen die Bodenplatte befestigt ist, sind nur sehr kurz und halten nur diese in ihrer Position, haben also mit der Gehäusebefestigung nichts zu tun, ebenso die beiden Schrauben vorne unter der Befestigungsplatte für die Kupplung. Nach dem Abnehmen dieser Teile kommen leider auch keine weiteren Schrauben zum Vorschein.


Danke für jede Hilfestellung
Gruß Horst

Hallo Horst,

möglicherweise kann der Schlot vom Kessel abgezogen werden. Darunter befindet sich gerne mal eine Schraube. Das würde auch zu Deiner Beobachtung passen.

LG
threedots
Hallo,

auch die KI schließt sich dieser Meinung an. Ich vermute es handelt sich um eines der berühmten Messing-Modelle von Ajin/Korea, zu denen es keinerlei Dokumentation gibt. MTX hatte ja auch schon mal eine "Fineart" Serie oder wie die es nannten, die waren auch sehr schwer zu zerlegen. Mit dieser Vorgabe kommt als Antwort heraus:

Zitat - Antwort-Nr.: | Name: KI

versteckte Befestigung vorne im Kesselbereich
Bei Ajin‑Messingloks (sehr typisch):

eine zusätzliche Schraube unter dem Schornstein oder im Rauchkammerbereich oder
eine Steck-/Zapfenverbindung vorne

Das deckt sich mit allgemeiner Messing‑Praxis:
„große Schraube unter dem Schornstein + kleine am Führerhaus“



Grüße, Peter W.
Moin Horst,

diese beiden Schrauben hast Du sicher schon gelöst?

https://www.spurweite-n.de/ncontent/ndb/ndb-art...ow=5&MaxCount=15

In Bild 5, die beide vordersten Kreuzschrauben, die sind hier wohl gleich Weggelassen worden für den leichteren Zugang? Das Bild ist ein Ausschnitt aus diesem Bild.
Wg Rechte Anmerkung.

Gruß Rolf

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Hallöchen,

als ich meine Anfrage gestartet hatte, war mir sehr wohl bewusst, dass die Resonanz bzw. das Wissen um eine zielführende Antwort sich in Grenzen halten würde. Schließlich besitzt so ein Modell nicht jedermann und dort, wo eines vorhanden ist, befindet es sich allenfalls in der Schachtel gut verstaut irgendwo in der Ecke liegend. Beides, sowohl der hohe materielle Wert, als auch die in Epoche I angesiedelte Vorbildauswahl laden nicht gerade zu einem intensiven Anlageneinsatz ein.
Wenn dann so eine Lok dann mal irgendwo zum Einsatz kommt, dann allenfalls für eine kurze Fahrt auf einem Testkreis, und dadurch ergibt sich noch lange nicht die Notwendigkeit für eine Wartung. Auch wird ganz gewiss niemand nur mal so aus Spaß bzw. aus Neugierde an so einem wertvollen Fahrzeug herumschrauben.

Deshalb möchte ich mich ganz besonders bei Euch für den Versuch einer Antwort bedanken. Die Idee mit dem abnehmbaren Schornstein hatte ich anfangs auch, nur sitzt dieser absolut fest. Auch befindet sich keine Schraube in seinem Inneren; man kommt zwar mit dem Schraubendreher ein ganzes Stück weit in den (innen offenen) Schornstein hinein, aber da ist keinerlei Schraubenkopf vorhanden, weder als Kreuzschlitz noch als einfacher Schlitz. - Einer meiner Freunde ist Zahnarzt und besitzt eine sehr feine Endoskop-Kamera. Er hat damit nach Feierabend in den Schornstein hineingeleuchtet und da ist definitiv nichts.

Die beiden in #3 erwähnten Schrauben sind, wie bereits im Startbeitrag gesagt, nur für die Befestigung der vorderen Kupplungshalteplatte und haben mit der Gehäusebefestigung nichts zu tun. Ansonsten bestätigen die Fotos des "Tristan" meine Vermutung, dass diese Lok und die "Murnau" (abgesehen vom anderen Tender) baulich identisch sind. Nur wurde der Tristan offensichtlich etwas früher gebaut, denn er hat noch blanke Radreifen und weiße Zahnräder auf den Antriebsachsen, während bei der Murnau beides bereits dunkel gefärbt und dadurch unauffälliger sind. Der Tristan hat ja auch mit 2560 eine geringfügig niedrigere Artikelnummer als die Murnau. - Auf dem vollständigen Foto des Tristan bei spurweite-n fehlen soweit erkennbar übrigens auch noch weitere Schrauben, zumindest die beiden vorderen Befestigungsschrauben für das Tendergehäuse.

Ich habe es aber inzwischen dennoch geschafft, die Lok zu öffnen. Zielführend war dabei die von Peter W. generierte KI-Aussage "oder eine Steck-/Zapfenverbindung vorne". Tatsächlich ist es so, das alles was grün lackiert ist und sich oberhalb des Umlaufblechs befindet, zu dem für Wartungsarbeiten abnehmbaren Gehäuse gehört (also das Führerhaus und der größte Teil des Kessels mit den darauf montierten Aufbauten), während alles, was schwarz lackiert ist, am Rahmen verbleibt bzw. fest mit diesem verbunden ist. Zu letzterem gehören insbesondere der vordere Teil des Kessels, wo sich im Original die Rauchkammer befindet sowie der darauf aufgesetzte Schornstein. Auch die (ebenfalls schwarz lackierten) bauarttypischen Radabdeckungen oberhalb des Umlaufs verbleiben bei der Demontage an ihrem Platz.
Man muss also für die Demontage zunächst die eingangs erwähnten drei (!) Schrauben unterhalb des Führerstands lösen, dann kann das gesamte (grüne) Gehäuseteil am Führerstand etwas angehoben und nach hinten aus der feststehenden (schwarzen) Rauchkammer herausgezogen werden.
Besondere Beachtung muss dabei allerdings den diversen freistehenden Handläufen und Kesselleitungen gewidmet werden, denn diese sind teilweise sowohl an den grünen als auch an den schwarzen Bauteilen befestigt, insbesondere die Kesselleitungen, die bis vor zur Rauchkammer gehen sowie die beiden Handläufe entlang der Führerhauskanten links und rechts, die unten am (schwarzen) Bodenblech eingesteckt sind. Der Draht, aus dem diese Teile gefertigt sind, ist zwar einigermaßen stabil, sollte aber dennoch behutsam behandelt und nicht versehentlich verbogen werden.

Nach öffnen des Gehäuses zeigte sich an meiner Lok, dass eine Wartung dringend erforderlich war. Im Inneren hatte sich überall, auch um sämtliche Getriebeteile herum, gefühlt mindestens ein halbes Kilo Filzwolle angesammelt, so wie man es sonst nur von einem Auffangbehälter eines Staubsaugers kennt. Diese war zudem noch an den wesentlichen Stellen mit halb verharztem Haushaltsöl getränkt und so war es dann auch kein Wunder, dass sich die Schneckenwelle keinen Millimeter mehr bewegen konnte.

Der Vorbesitzer hatte also diese Lok nicht nur in der OVP irgendwo liegen gehabt, sondern sie muss ausweislich der vielen Staubansammlungen recht intensiv im Anlageneinsatz gewesen sein, jedenfalls solange sie noch gelaufen ist und das Getriebe noch nicht blockiert hat. Und jetzt weiß ich auch die wahre Bedeutung des Begriffs "Teppichbahner" ... - Auch muss er wohl gewusst haben, dass man das Getriebe gut ölen muss, um so mehr, je schwergängig es wird ...

Falls es interessiert, die besagte Schneckenwelle wird von oben mit einer Halteplatte und zwei Schrauben  in Position gehalten und nach deren Entfernen lässt sie sich für die Reinigung leicht nach oben heraus nehmen. Es sind zwei Schnecken hintereinander verbaut, für jede der beiden Antriebsachsen eine, in welche die auf den Radsätzen montierten vergleichsweise großen (von unten sichtbaren) schrägverzahnten Zahnräder direkt eingreifen.

Und ja, auf der Getriebeabdeckung ist unterhalb des Vorläufers der Schriftzug "MADE IN KOREA FOR ARNOLD" erhaben eingeprägt. Ob der eigentliche Hersteller nun Ajin oder ein anderer Hersteller in Korea ist, kann ich nicht sagen, jedenfalls ist es kein von Railex produziertes Modell, so wie es ein paar andere von Arnold vertriebene Kleinserienmodelle sind. - Was mich jetzt allerdings etwas überrascht hat, ist, dass im Ebel N-Katalog (= Bild 6 zum in #3 zitierten spurweite-n Eintrag für den Tristan) steht, dass die Murnau von Lemke vertrieben worden sei. Das hängt wohl, wenn das richtig ist, mit der Insolvenz der Firma Arnold im Jahr 1995 (?) zusammen und zu diesem Zeitpunkt war dann wohl die Fertigung in Korea bereits in Auftrag gegeben aber noch nicht abgeschlossen gewesen.

Gruß Horst
Hallo,

sieh an, manchmal ist so KI Denkansatz nicht so schlecht, und der  Ebel-Eintrag „Lemke“ lässt Ajin auch nicht ganz verkehrt erscheinen.

Jedenfalls Danke für die Rückmeldung, bislang habe ich auf Messen um solche Modelle einen Bogen gemacht, weil sie mir suspekt erschienen. Damit ist der mechanische Aufbau dieser Modellbauart entmystifiziert.

Grüße, Peter W
Hallo Horst!

Danke für die ausführliche Beschreibung! Bilder wären noch schöner aber ich denke, der Text ist erschöpfend.
Ich habe bei meiner Murnau bisher nur den Tender für Digital+Sound zerlegen müssen. Gut zu wissen, dass es überhaupt möglich ist, auch die Lok zu zerlegen und nun weiß ich auch wie! Das ist nicht bei jedem Kleinserienmodell so (oder ich stelle mich einfach an). Ich bin zum Beispiel bei der Hammerschmid 18.1 und der Lemke CIII gescheitert bzw. habe abgebrochen, bevor was kaputt geht. vermute, dass da bei der Montage jeweils was geklebt wurde. Ich finde übrigens nicht, dass Fine Arts Modelle da besonders störrisch sind. Im Gegenteil: Die Elloks haben sogar Stecker um Lok und Gehäuse trennen zu können. Tatsächlich ist manches Großserienmodell m.E. viel ekelhafter zu zerlegen/montieren. Ganz vorne ist da z.B. die Hobbytrain E63 mit den Laternen, Griffstangen und zu kurzen Kabeln. Die Arnold S 3/6 (neueres Modell mit Motor im Tender) ist sehr frustrierend zu montieren (die Kontaktbleche der Antriebsräer einfädeln). Bei der Piko ES5/E16 muss man Folienleiter ablöten, um die Platine abzunehmen. Bei der MInitrix G12 ist die Blech-Lasche-Drahtkontakt-Konstruktion für das vordere Spitzenlicht eine Katastrophe an Zuverlässigkeit und Montierbarkeit. Beispiele gibt's (leider) genug und da hat jeder Hersteller mehr oder weniger Leichen im Keller.

Gruß
Andi


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