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THEMA: Open Source für Modellbahn-Software
ich möchte die Diskussion darüber gern vom eigentlichen Thema trennen.
Daher antworte ich hier darauf. Da auch andere (Franzi, Klaus) dort schon zum Thema etwas geschrieben hatten und das offenbar interessiert, wäre das hier die richtige Stelle zum Weiterdiskutieren.
Daher auch hier meine Antwort auf deinen Beitrag https://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_show.php?id=1495280#aw15 :
Ich weiß nicht, ob du "schaut her was ich habe aber ihr kriegt es nicht" auf mich beziehst. Wenn nicht, überlies bitte den Rest.
Man zeigt etwas, weil man es anderen zeigen möchte und stolz darauf ist. Beispielsweise die vielen Beiträge hier, die Lokumbauten, Anlagen, etc. darstellen. Da ist "ihr kriegt es nicht" drin enthalten, es ist schließlich materiell.
Bei Software scheint die Erwartungshaltung anders zu sein. Ich habe mich eben so entschieden, niemand muss FRANKYdiana nehmen, ich verschenke die Software installiert auf dem Gerät (welches vom Interessenten beigestellt wird) fertig installiert. Ich kann nichts Schlimmes dabei finden.
Viele Grüße
Frank
sorry, daß ich in Deinem Thread da auch ein wenig off-topic geworden bin. Ich sehe das ja genauso, wie ich dort schon schrieb. Ich will Peter (von dem stammt der Spruch) jetzt nicht zu nahe treten, aber dieser Spruch geht genau in die Richtung meiner Erfahrungen. Durch Open Source, Freeware oder auch sonst kostenlos verteilte Software wird der Software nur noch wenig Wert beigemessen und führt im Worst Case zu einem Anspruchsdenken, ob bewußt oder unbewußt. Bei Hardware ist jedem klar, daß da man das nicht so einfach haben kann, sondern mit Kosten verbunden ist. Aber bei der Software kostet ja das Kopieren nichts! Wenn Du das nicht hergibst, dann brauchst Du das erst gar nicht zu zeigen!
Auch wenn ich selber Deine Software nicht nutzzn werde (habe ja ein eigenes Projekt), wäre es dennoch schön, wenn Du Dich durch die Diskussion nicht beirren läßt, was andersherum ja auch nicht heißt, keine Anregungen aufzunehmen. Man bekommt ja durchaus dann nicht nur negativen Feedback, sondern natürlich auch viele positive Meldungen. Darüber kann man sich dann auch freuen. Aber aus meiner Sicht sollte man seine Erwartungshaltung da etwas reduzieren. Wer Open Source-/Freeware-Software veröffentlicht hauptsächlich aus Ruhm und Ehre und Dankbarkeit der Nutzer, der sollte vielleicht sein Vorhaben überdenken.
Klaus
Als Erstes: Mir geht es nicht darum, dass sich Eventuell Irgendwer In die Mitte stellen und sich feiern lassen will.
Das kann jeder Nutzer selber für sich entscheiden.
Mein Thema: Wenn der Ersteller - aus welchen Gründen auch immer - plötzlich nicht mehr greifbar ist, bzw die Software nicht weiterentwickelt, ist für mich mit zunehmendem Alter der Hardware nicht oder nur noch teilweise nutzbar.
Weil: Sich die Spezifikationen, oder die Nutzungsgrundlagen ändern.
Ich hätte gerne bei einem Projekt die Software weiter gewartet, aber die Erben bleiben drauf sitzen (verstehen wahrscheinlich auch gar nichts davon - was ja nichts Schlimmes ist)
ICH sehe es nicht so, dass die Software als "nichts wert" angesehen wird, nur weil sie nichts kostet ... sie kostet viel: Die Arbeit, die Mühe der vielen Beteiligten.
Ich habe so gut wie Alles, woran ich Arbeite auf GitHub in Public Repos liegen.
Ein paar Dinge, an denen ich herumprobiere, sind Private.
Ich freue mich darüber, wenn es irgendwer nutzt und einen Mehrwert für sich daraus zieht.
Als Beispiele: Ob ich nun an DCC-EX, OpenRemise oder anderem herumbaue:
Ich kann von Anderen lernen, mir meine Kleinigkeiten, die ich gerne Ändern möchte einbauen und mich über mich selber Ärgern, wenn ich mir an selber eingebauten Fehlern die Zähne ausbeiße.
Es ist aber auch möglich, dass Andere User mir sagen du hast an Stelle XYZ Blödsinn eingebaut.
Am Ende: Ich schreibe meine Software mit dem Wissen (Bibliotheken usw) von Anderen.
Da bin ich der Meinung, kann ich mein Wissen auch zur Verfügung stellen.
Wenn zu Arges Anspruchsdenken dagerkommt, kann man demjenigen auch mal eine Ansage machen.
Weil es wieder zu viel Durcheinander war:
FÜR MICH ist das Anliegen dass das Wissen - in dem Fall die Software - nicht verschwindet, wenn der ursprüngliche Entwickler keine Zeit mehr hat (aus welchen Gründen auch immer)
Viele Grüße, Franzi
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
Was euer Open Source - Projekt betrifft, ist das bei der Komplexität sicher ein guter und richtiger Ansatz. Für mich brächte er Zusatzaufwand.
DCC-EX ist komplexer weil DC-PWM ist eigentlich nur ein Nebenprodukt. Allerdings ist es möglich DCC-EX so zu konfigureren dass es startet ohne DCC zu zeigen. Und wenn dann im Hintergrund noch ein DCC idle Paket gepackt wird dass niemand anwendet - wen schert das?
Natürlich bist du flexibler was "features" anbelangt, z.B. bei der Anzeige, weil du brauchst ja keine Rücksicht nehmen auf den Rest. Auch ist PWM viel toleranter und langsamer als DCC, so deine Timer können viel simpler gestrickt sein. Auch eine Sache die man abwägen muss.
Ich würde mir nicht die Arbeit antun für andere Software aufzuspielen. Das kann jeder mit einem PC mit USB heutzutage selber.
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
Der Funktionsumfang ist nicht komplex und die Entwicklungszeit bald "auserzählt" und die Software dann stabil.
Teilweise hast du recht - Ich habe meinen Geschirrspüler (Bj 2001) auch noch nicht "upgedated" und da gibt es auch keinen Grund dazu wenn jemand vor 2001 genug Tests gefahren hat damit das Teil nicht mitten beim Wasser einlassen sich aufhängt (mit offenem Wasser). Dann wird Software nur fertig wenn sich das Umfeld nicht ändert. Mein Geschirrspüler bekommt seine Kommandos von 4 Tasten, deine Mobasoftware bekommt ihre Kommandos von einem anderen Gerät über ein Protokoll dass sich beim Update des anderen Geräts so ändern kann dass bei dir Probleme auftauchen an die du noch nicht gedacht hast. Soll man dann die Maus wieder "downgraden"?
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
... man wird beschimpft und es werden Forderungen (ja!) gestellt – bis hin zu ganz klarem Mißbrauch – Fremdveröffentlichungen und Code-Klau ohne Würdigung meiner Wenigkeit.
ich muß mal verschiedene Lizenzmodelle anschauen. Da gibt es Möglichkeiten
Mach dir keine zu großen Hoffnungen. Die Dummheit ist unendlich und es gibt auch gewisse Medien die Dummheit mehr anziehen als andere. DCC-EX ist GPL aber ich mache mir keine Illusionen dass das zu 100% gegen Missbrauch hilft. Ist zumindest ein Signal dass wir nicht wollen dass es jemand in seinem Produkt anwendet ohne etwas der Community zurück zu geben. MIT-Lizenz ist da ja anders, das ist "macht was ihr wollt"..
Ein neues Problem sind irgendwelche Trittbrettfahrer. Also Leute die aus diversen Teilen die man billigst bei Ali oder so bestellen kann dann in ihrem Kämmerchen DIY Clones nachbauen, mit sehr verschiedener Qualität, und es dann als (meistens) Privatverkauf auf Ebäh anbieten. Privat, keine Rückgabe u.s.w. Immer so in Mengen 4-10 Stück. Lustigerweise nicht mal aus Fernost wo ich es vielleicht noch verstehen könnte dass sich die Geschäftsidee lohnt und das Risiko geringer ist. Trotzdem schwer zu verhindern, außer man will Anwälte beschäftigen.
Mit dem Resulat:
* Wenn es nicht funktioniert kommen sie zu uns (also den Softwareentwicklern) gelaufen und wollen Support, da sie aber das Teil nicht selber gebaut haben wissen sie nicht ob sie einem Pfusch aufgesessen sind oder nicht. Oft kommt es auch erst später ans Licht woher die Hardware stammt.
* Da oft DCC-EX drauf steht ist das keine gute Reklame (mal gelinde gesagt). Bis jetzt ist zumindest noch kein solches Teil abgefackelt.
* Die Preise konkurrieren mit Produkten von ehrlichen Verkäufern die Steuern bezahlen und Support und Rücknahme anbieten und auch nen Dollar oder zwei für die DCC-EX Softwareentwicklung abtreten.
Wie gesagt, es gibt auch gute Verkäufer und die wir kennen und offiziell DCC-EX draufschreiben sind bei uns auf der Homepage gelistet.
Grüße,
Harald.
ja, mit den Lizenzen hast Du prinzipiell schon recht. Es heißt ja nicht umsonst, Papier sei geduldig. Und für Bits und Bytes gilt mindestens das gleiche. Man sollte das sich jedoch dennoch sie als Munition für mögliche Streitereien zurücklegen. Tatsächlich hat es ja auch schon Rechtsstreitigkeiten um Open Source gegeben, gerade um die GPL-Lizenz und die Verpflichtung, Änderungen zu veröffentlichen, sobald man die geänderte Software vertreibt.
Das mit den Namen und den Trittbrettfahren ist ja schon eine üble Sache. Nicht ohne Grund tragen manche großen Projekte auch Markennamen ein (so hat Linus Torwalds das Markenrecht an Linux). Ich weiß nicht, was das hier in Deutschland kostet, ich weiß nur, daß man sein Markennamen auch aktiv gegen Mißbrauch verteidigen muß, typischerweise juristisch, sonst verliert man das Recht an der Marke. Allein von daher kann das schon ziemlich teuer werden.
Es ist halt schon schade, daß es böse Leute gibt, die entweder Projekte torpedieren, weil es ihnen nicht gefällt (auch aus Konkurrenz heraus), oder die daraus ohne größere Eigenleistung Kapital schlagen wollen. Und die Frage ist halt, wie man das mit möglichst wenig Geld und Aufwand eindämmen, wenn auch nicht verhindern kann.
Klaus
Zitat - Antwort-Nr.: 4 | Name: KMal
Es ist halt schon schade, daß es böse Leute gibt, die entweder Projekte torpedieren, weil es ihnen nicht gefällt (auch aus Konkurrenz heraus), oder die daraus ohne größere Eigenleistung Kapital schlagen wollen. Und die Frage ist halt, wie man das mit möglichst wenig Geld und Aufwand eindämmen, wenn auch nicht verhindern kann.
Es geht aber auch andersrum. RocRail war mal OpenSource, dann hat Rob die Lizenz geändert. Und dann Schritt für Schritt Features kostenpflichtig gemacht. Erst nur die Steuerung per Browser, dann die Steuerung per App, dann die Steuerung per WLAN-Maus. Und natürlich muss man dafür jedes Jahr neu bezahlen.
Und der blöde Bug, dass F0 ausgeschaltet wird, wenn man bei einer an Rocrail angeschlossenen WLAN-Maus die Fahrstufe ändert, ist auch nach 8 Jahren noch vorhanden.
Viele Grüße
Rico
ja, solche Schritte gibt es durchaus, auch bei den "Großen". Ein paar der Open Source No-SQL-Datenbanken sind zu restriktiveren Lizenzmodellen gewechselt, nachdem ihre Produkte von großen Cloudanbietern mißbraucht worden sind. Ich kenne die Geschichte bei Rocrail überhaupt nicht, ich weiß nicht, was der Grund damals war. Das Problem ist ja manchmal auch tatsächlich, daß aus einer "Spielerei" ein gefragtes Produkt wird. und dann eben nicht mehr mit einer halben Stunde am Feierabend gepflegt werden kann (Harald kann sicher ein Lied davon singen). Natürlich gibt es auch Alternativen zu einer Beendigung der Open Source-Strategie, aber es ist halt eine Option.
Klaus
Zu #5: @rico: meinst du ernsthaft, du bezahlst Rob mit einem Jahresbeitrag von 12,- für die Extra-Funktionen?
Rocrail funktioniert auch ohne Unterstützerschlüssel, daher sehe ich diesen Beitrag auch nur als wirkliche symbolische Unterstützung an, den ich gern zahle.
Dein Problem mit der Wlanmaus solltest du nochmal neu im Forum ansprechen.
Herzliche Grüße Alf
Zitat - Antwort-Nr.: 5 | Name: RF
Es geht aber auch andersrum. RocRail war mal OpenSource, dann hat Rob die Lizenz geändert. Und dann Schritt für Schritt Features kostenpflichtig gemacht...
.... Und natürlich muss man dafür jedes Jahr neu bezahlen.
Servus,
wenn, dann ist aber nicht Rob, sondern die RR-Community selbst schuld am Status Quo.
Hätte nicht jeder aus der Community zu dem Zeitpunkt, als Rob die Lizenz verändert und kostenpflichtige Features eingebaut hat und natürlich auch das System an sich weiterentwickelt hat, den bis dahin unter GPL v3 veröffentlichten Code als OpenSource weiterentwicklen können?
Eben. Also jetzt nicht jammern. Du kannst den GPLv3-Code von 2015 noch heute verwenden wie er damals war und weiterentwickeln und so jedes Jahr 12 Euro sparen.
Dann kannst du gleich den Bug mitbeheben.
VG Freetrack
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
Hätte nicht jeder aus der Community zu dem Zeitpunkt, als Rob die Lizenz verändert ...
Die Lage mit der GPL ist von der Lizenz her so, dass Rob eigentlich nur Sourcecode den er selbst produziert hat oder eben von Personen die ihm das erlaubt haben mit in sein "nicht-GPL" Projekt nehmen hätte dürfen. Das das so gelaufen ist (also dass alle die einst beigetragen haben alle haben OK gesagt haben) glaube ich aber nicht. Sondern da war dann einfach plötzlich überall die GPL rausgestrichen als wär sie nie drin gewesen und auf irgendwelche Fragen was dass denn soll wurde nicht geantwortet. Ich hatte dann keine Lust mich mit so jemanden rumzustreiten, da gibt es lustigeres. Hätte ich damals schon eine Anlage mit RocRail in Betrieb gehabt, hätte das anders ausgesehen.
Bei DCC-EX wird es auch in Zukunft die GPL bleiben weil wir da mehrere Entwickler sind die das so haben wollten und wollen und jetzt sind es schon über 40000 Zeilen Programmkod (34 Entwicker wovon 16 größere und von denen wieder 7 die meisten Beiträge geleistet haben, Kommandozeile für die Nerds: $ git log | awk '/Author/ {print $NF}'| sort | uniq -c | sort -n)
Grüße,
Harald.
Das ist genau der Grund, warum ich keine Contributions (!= Bugreports) annehmen würde. Ich möchte mir zumindest die theoretische Möglichkeit eines Rückzugs nicht nehmen lassen.
@Freetrack:
Nicht jeder hat die Zeit und vor allem nicht die Fähigkeit, nicht nur Bugs zu berichten, sondern auch gleich die Lösung mitzuliefern. Dieser übertriebenen Erwartungshaltung bei OSS-Entwicklern bin ich leider auch schon begegnet.
Klaus
Zitat - Antwort-Nr.: 9 | Name: haba
Bei DCC-EX wird es auch in Zukunft die GPL bleiben weil wir da mehrere Entwickler sind die das so haben wollten und wollen und jetzt sind es schon über 40000 Zeilen Programmkod (34 Entwicker wovon 16 größere und von denen wieder 7 die meisten Beiträge geleistet haben
Hallo Harald,
wo siehst du DCC-EX technisch gesehen in 5 Jahren?
VG Freetrack
ich denke, auch Du möchtest nicht, daß man Deine Leistung und den meist nicht sichtbaren Arbeitsaufwand, geringschätzt. Ich habe das allerdings auch schon erlebt, daß ein Maintainer einer OSS ziemliche Allüren hatte und sich einen Bug-Report erst gar nicht angeschaut hat, wenn er nicht mindestens gegen das allerneueste Release gestestet war und nicht einen Beispielcode, der den Fehler reproduziert, enthielt. Am Ende haben dann meine Kollegen und ich beschlossen, dessen Software komplett herauszuschmeißen, was ziemlich aufwendig war, sich aber am Ende ausgezahlt hat.
Klaus
Zitat - Antwort-Nr.: 13 | Name: KMal
Hallo Vincent,
ich denke, auch Du möchtest nicht, daß man Deine Leistung geringschätzt. Ich habe das allerdings auch schon erlebt, daß ein Maintainer einer OSS ziemliche Allüren hatte und sich einen Bug-Report erst gar nicht angeschaut hat, wenn er nicht mindestens gegen das allerneueste Release gestestet war und nicht ein Beispielcode, der den Fehler reproduziert, enthielt. Am Ende haben dann meine Kollegen und ich beschlossen, dessen Software komplett herauszuschmeißen, was ziemlich aufwendig war, sich aber am Ende ausgezahlt hat.
Klaus
Was habt ihr auf Basis dieses OSS Projekts entwickelt? Ein anderes OSS Projekt oder etwas proprietäres?
ich arbeite beruflich hauptsächlich im Java/Server-Bereich. Das war eine ORM-Bibliothek für Datenbanken namens Datanucleus. Wir hatten immer wieder Konsistenzprobleme trotz striktem Transaktionsmanagement und bei Bearbeitung größerer Datenmengen in Transaktionen zeigten sich auch erhebliche Performance-Einbußen. Wir sind dann auf klassische SQL-Programmierung zurückgegangen, was uns dann am Ende auch noch Optimierungen gegenüber unserer Hausdatenbanksoftware PostgreSQL erlaubte.
Klaus
Ihr habt offenbar ein kommerzielles Produkt auf Basis dieses OSS Projekts entwickelt. Laut GitHub hatte der "core" binnen 13 Jahren heiße 26 Contributions, die aber alle one-time-only waren, sprich ein Bug oder Feature und dann weg. Das heißt das gesamte Projekt wurde seit 2013 von einer einzigen Person getragen.
Wie viele Commits hast du und dein Team damals zu dem Projekt beigetragen?
das ist genau die fehlerhafte Erwartungshaltung seitens der Maintainer, von der ich oben sprach. Ich habe schon Stunden damit verbracht, um festzustellen, ob der beobachtete Fehler in unserem Code liegt, und dann weitere Stunden, um dann halbwegs innerhalb Datanucleus das Problem zu lokalisieren und im Bugreport das Problem hinreichend detailliert zu dokumentieren, damit der Arbeitsaufwand seitens des Maintainers so gering wie möglich gehalten wird. Aber Datanucleus war und ist eine hochkomplexe Software mit vielen Seiteneffekten. Wenn man da nicht intensiv drinsteckt, und damit meine ich, daß man sich mit der Implementierung monatelang beschäftigt, dann kann man nicht so einfach einen Patch zusammenklöppeln. Das ist illusorisch. Daran liegt das auch, daß dort so gut wie keiner mitmacht, neben der Arroganz, die so manchen sicherlich abschreckt. Ich sehe das selber an bei mir an Code, den ich vor fünf, zehn Jahren oder noch länger geschrieben habe. Ich muß mich selbst da erst einmal eine Stunde wieder damit vertraut machen, damit ich bei einem Fix nicht ein Dutzend neuer Bugs produziere. Zudem verwenden wir (mit den transitiven Abhängigkeiten) hunderte OSS-Bibliotheken. Da kann man sich bei einem Bug nicht jeweils tief in das Projekt einarbeiten, speziell, wenn das nicht trivial ist. Es ist ja auch Sinn und Zweck von Bibliotheken, damit man nicht alles selber implementieren muß und sich das dazu notwendige Know-How aneignen muß. Und die kommerzielle Nutzung ist völlig legitim. Ich weiß nicht, womit Du mit dieser Bemerkung hinauswillst. Damit sind keine weiteren Verpflichtungen verbunden, auch nicht moralische (man hätte sie sonst in die Lizenzbedingungen hereinschreiben müssen).
Bei anderen Projekten kommt ja teilweise noch hinzu, daß man sich nicht nur mit der Materie selber nicht so gut auskennt, sondern daß dort auch ganz andere Programmiersprachen verwendet werden. Ich habe trotzdem schon Bugs in Go-Programmen lokalisiert, obwohl ich Sprache faktisch nicht kenne.
Klaus
Ich möchte gar nicht wissen wie viele unbezahlte Stunden der Maintainer da hineingesteckt hat...
Trägst du selbst zu OSS Projekten bei? Mir deucht viele Leute haben einfach keine Ahnung was für ein Aufwand da dahinter steckt.
natürlich. Bei einem Open Source-Projekt, das für unsere Firma wichtig ist, habe ich selber neben diversen Bug-Reports auch Neuerungen beigetragen. Da habe ich auch das notwendige Fachwissen dazu..Eine kleine Bibliothek veröffentlichen wir auch selbst, die von einer Handvoll Mitbewerbern(!) kommerziell genutzt wird. Was andere Bugs betrifft: Wenn ich das Problem genug beschreiben kann, dann öffne ich auch Bugs-Reports natürlich auch bei Oracle (Java) oder Mozilla. Wenn die Code-Änderung dazu trivial ist, dann schreibe ich da auch mit hinein. Aber ich sehe keine Verpflichtung, einen Patch beizubringen. Guter Wille und ein bißchen Anstrengung, das sollte man schon erwarten können, aber auch respektieren, daß die Möglichkeiten und Fähigkeiten unterschiedlich sind.
Das mit der neuesten Version hört sich so einfach an. Aber gerade bei Datenucleus und einer Nutzung in einem großen Projekt war es nicht trivial, mal schnell die Version hochzuziehen. Es war nicht sicher, ob dann noch wirklich alles lief. Einfach zu fragil.
Klaus
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
Das ist genau der Grund, warum ich keine Contributions (!= Bugreports) annehmen würde. Ich möchte mir zumindest die theoretische Möglichkeit eines Rückzugs nicht nehmen lassen
Jedes Projekt bestimmt selber unter welcher kompatiblen Lizenz man Beiträge annimmt. Ich bestimme ob ich dann was beitragen will. Trage ich unter MIT etwas bei dann nehme ich in Kauf dass es anderweitig verwendet wird. Deswegen ist die Wahl der Lizenz am Anfang wichtiger als man oft denkt.
Dann gibt es auch noch die sowas überhaupt nicht juckt. Siehe Software zu einem Z21 Selbstbauclone die man runterladen kann.
Grüße,
Harald
Danke für den Hinweis, der Username kommt mir bekannt vor, aber das Projekt kannte ich noch nicht.
Allerdings wäre es vielleicht ratsam, statt der AVR einen leistungsfähigeren Prozessor zu nehmen.
Muss ich mir einmal näher ansehen,
Grüße, Peter W.
DCC-EX geht zur Zeit auf AVR, ESP32 und STM32 F4 - oder wir meinst du Peter?
Grüße,
Harald.
Zitat - Antwort-Nr.: 8 | Name: Freetrack
Hätte nicht jeder aus der Community zu dem Zeitpunkt, als Rob die Lizenz verändert und kostenpflichtige Features eingebaut hat und natürlich auch das System an sich weiterentwickelt hat, den bis dahin unter GPL v3 veröffentlichten Code als OpenSource weiterentwicklen können?
Hättehätte. Gab im Forum wohl genügend böse Texte, ich war damals da noch nicht mit bekannt.
Zitat - Antwort-Nr.: 8 | Name: Freetrack
Eben. Also jetzt nicht jammern. Du kannst den GPLv3-Code von 2015 noch heute verwenden wie er damals war und weiterentwickeln und so jedes Jahr 12 Euro sparen.
Dann kannst du gleich den Bug mitbeheben.
Und das ist ein typischer Denkfehler: ich muss kein Huhn sein, um ein faules Ei zu erkennen. Warum nutze ich denn die Software? Weil ich meine Zeit lieber mit anderen Dingen verbringe als etwas, das jemand schon mal entwickelt hat, nochmal zu entwickeln.
Viele Grüße
Rico
P.S.: Wenn ich Zeit hab muss ich mir mal JMRI angucken. Das kann das, was ich machen will - die Z21 entlasten indem sich WLAN-Mäuse an einem vorgeschalteten Software-Client anmelden statt an der Z21 - ohne extra 12€ pro Jahr zu bezahlen.
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
Hätte nicht jeder aus der Community zu dem Zeitpunkt, als Rob die Lizenz verändert und kostenpflichtige Features eingebaut hat und natürlich auch das System an sich weiterentwickelt hat, den bis dahin unter GPL v3 veröffentlichten Code als OpenSource weiterentwicklen können?
Außerdem war das 2015 noch viel schwerer als die Entwicklung oft so funktionierte dass man ab und zu einen Zip runtergezogen hat und den dann mit der vorigen Version verglichen hat u.s.w..... Heute haben wir "alles" (naja, fast) auf Github und wenn mich ein Projekt intressiert klicke ich auf "clone" und dann kann ich selber weitermachen wenn ich will. Mir werden bei DCC-EX 132 Clones angezeigt, also nur die auf Github. Wieviele einen Clone auf ihrer HD haben weiss ich nicht, also total. Github sagt mir "270 uniq cloners last 14 days". So da ist es dann viel leichter weiterzumachen wenn man will. Kommt natürlich auch etwas darauf an wie der Quellkod geschrieben und strukturiert ist und ob gescheite Sachen in der History stehen. Also nicht nur "updated file".
Grüße,
Harald.
Zitat - Antwort-Nr.: 23 | Name: RF
Und das ist ein typischer Denkfehler: ..... Warum nutze ich denn die Software? Weil ich meine Zeit lieber mit anderen Dingen verbringe als etwas, das jemand schon mal entwickelt hat, nochmal zu entwickeln....
.....ohne extra 12€ pro Jahr zu bezahlen.
Servus Rico,
ist nachvollziehbar, man könnte es aber auch so sehen:
dafür ist dir deine Zeit zu kostbar.
Die Zeit, die es andere Leute kostet, damit du deine MoBa dennoch steuern kannst, ist dir monatlich aber nicht mal 1,00 Euro wert?
VG Freetrack
Zitat - Antwort-Nr.: 25 | Name: Freetrack
Die Zeit, die es andere Leute kostet, damit du deine MoBa dennoch steuern kannst, ist dir monatlich aber nicht mal 1,00 Euro wert?
1. geht es da ums Prinzip. Ein Shareware-Prinzip bei OpenSource (bzw. früherer OpenSource!) ist etwas, das mich persönlich stört. Wenn mir etwas wert ist spende ich gerne dafür. In Stralsund ist z.B. die Gemeinde der Nikolaikirche (die ist zentral in der Innenstadt) auf die Idee gekommen, Eintritt für die Kirche zu verlangen. Da haben wir die Besichtigung bleiben lassen und sind in die Marienkirche gegangen. Ame Ende hab ich da am Verkaufsstand und in der Spendenbüchse über 100€ gelassen. Weil es mir das wert war, aber ich möchte selber entscheiden, ob und wie viel.
2. geht es da nochmal ums Prinzip. Eine Funktion erst verfügbar zu machen und danach hinter einer Bezahlschranke zu verschließen lässt sich nur mit Gier begründen. Vor allem, wenn die Funktion keine signifikante Änderung erfahren hat.
3. geht es immer noch ums Prinzip. Ein wesentliches Merkmal der OpenSource-Bewegung ist, die Software eben gerade nicht aus finanziellen Gründen zur Verfügung zu stellen.
4. Ist alleine die Grundannahme "es ist dir nicht mal 1€ pro Monat wert..." falsch. Oder anders: was würdest Du sagen, wenn dieses Forum hier plötzlich kostenpflichtig wäre? Und Ismael Geld verlangen würde, damit Du Beiträge anderer Nutzer sehen kannst. (Die Nutzer haben diese Beiträge kostenlos geschrieben).
Viele Grüße
Rico
Zitat - Antwort-Nr.: 26 | Name: RF
Eine Funktion erst verfügbar zu machen und danach hinter einer Bezahlschranke zu verschließen lässt sich nur mit Gier begründen. Vor allem, wenn die Funktion keine signifikante Änderung erfahren hat.
Servus Rico,
wir reden aneinander vorbei.
Wenn die Funktion nach Einführen einer Bezahlschranke zum Zeitpunkt X keine signifikante Änderung erfahren hat: was hindert dich dann, diese immer noch gratis weiternutzen mit dem Stand vom Zeitpunkt X.
Wenn der Hauptentwickler von Rocrail zum Zeitpunkt X entschieden hat, weitere Arbeit in die Software nicht mehr quelloffen und völlig kostenfrei hineinzustecken, dann war das sein gutes Recht und seine freie Entscheidung.
Wenn andere frührere Entwickler sich damals damit benachteiligt gefühlt haben, hätten sie sich rechtzeitig wehren müssen.
Ohne über die Interna zum Zeitpunkt X nicht gut Bescheid zu wissen, würde ich nicht wagen, Rob ganz offen Gier zu unterstellen. Vor allem ist eine monatliche Gebühr von 1 Euro für Zusatzfeatures keine für gierige Menschen charakteristische Preisgestaltung. Die langen da ganz anders zu.
Ein fähiger und gieriger Entwickler könnte - schätze ich mal - mit dem Zeitaufwand, den Rob immer noch in Rocrail zu stecken scheint, mit anderen Projekten ungleich mehr verdienen.
Natürlich ist es erlaubt, sich jetzt "aus Prinzip" darüber zu ärgern.
Zitat - Antwort-Nr.: 26 | Name: RF
was würdest Du sagen, wenn dieses Forum hier plötzlich kostenpflichtig wäre? Und Ismael Geld verlangen würde, damit Du Beiträge anderer Nutzer sehen kannst. (Die Nutzer haben diese Beiträge kostenlos geschrieben).
Was sollte ich sagen? Ich würde ab Zeitpunkt Y zahlen oder gehen.
Ob es juristisch gedeckt wäre, Gratis-User-Beiträge aus dem Zeitraum vor Zeitpunkt Y nur mehr für Eintritt sichtbar zu machen, ist eine ganz andere Frage.
VG Freetrack
Zitat - Antwort-Nr.: 27 | Name: Freetrack
Wenn die Funktion nach Einführen einer Bezahlschranke zum Zeitpunkt X keine signifikante Änderung erfahren hat: was hindert dich dann, diese immer noch gratis weiternutzen mit dem Stand vom Zeitpunkt X.
Im Zweifelsfall hab ich dann zwei Versionen im Einsatz. Eine für Funktion X vom Zeitpunkt X, eine für neuere Funktionen aber ohne Funktion X. Ganz großes Kino. Und schlimmer noch: die Software von Zeitpunkt X hat vielleicht eine Sicherheitslücke die erst in einer späteren Version geschlossen wird.
Zitat - Antwort-Nr.: 27 | Name: Freetrack
Wenn der Hauptentwickler von Rocrail zum Zeitpunkt X entschieden hat, weitere Arbeit in die Software nicht mehr quelloffen und völlig kostenfrei hineinzustecken, dann war das sein gutes Recht und seine freie Entscheidung.
Natürlich ist das sein gutes Recht. Aber es ist auch mein gutes Recht, das zu kritisieren. Insbesondere wenn der bisher offene Quelltext (der letzten freien Version) so weit wie dem Autor möglich gelöscht wird. Und wenn ich die Beiträge richtig interpretiere gab es wohl auch Versuche, geklonte Repos mit diesem Quelltext löschen zu lassen.
Übrigens, weißt Du, was großer Bockmist bei zeitlich beschränkten Lizenzschlüsseln ist? So rein Raspberry, der immer nur Strom bekommt, wenn er läuft, hat nie die korrekte Uhrzeit beim Starten. Und wenn dieser Raspberry in einem geschlossenen System hängt gibt es auch keinen Zeitserver, von dem er sich die korrekte Uhrzeit holen kann. Also sitzt man als User da und muss erstmal die Zeit einstellen, damit der Lizenzschlüssel funktioniert. Da zahle ich doch gerne.
Viele Grüße
Rico
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
4. Ist alleine die Grundannahme "es ist dir nicht mal 1€ pro Monat wert..." falsch. Oder anders: was würdest Du sagen, wenn dieses Forum hier plötzlich kostenpflichtig wäre? Und Ismael Geld verlangen würde, damit Du Beiträge anderer Nutzer sehen kannst. (Die Nutzer haben diese Beiträge kostenlos geschrieben).
Das ist es, was mich an unserer heutigen Gesellschaft stört. Man erwartet das alles kostenlos zur Verfügung steht. Wenn Ismael hier um Spenden bitten würde oder eine geringe Gebühr für die Deckung der Kosten erheben würde, hätte ich überhaupt kein Problem damit.
LG Rimbert
Zitat - Antwort-Nr.: 29 | Name: RJK
Das ist es, was mich an unserer heutigen Gesellschaft stört. Man erwartet das alles kostenlos zur Verfügung steht. Wenn Ismael hier um Spenden bitten würde oder eine geringe Gebühr für die Deckung der Kosten erheben würde, hätte ich überhaupt kein Problem damit.
LG Rimbert
Rimbert, Du übersiehst die Feinheit: es ist nämlich schon ein Unterschied:
- ob Ismael um Spenden bittet
- ob Ismael um Spenden bittet und nur Spender dürfen schreiben
- ob Ismael um Spenden bittet und Spender bekommen einen roten statt blauem Nutzernamen
- Ismael eine Gebühr für die Nutzung erhebt (wer nicht zahlt, kann weder lesen noch schreiben)
Viele Grüße
Rico
mal eine bescheidene Frage: Wovon ernährst Du Dich und Deine Lieben? Ich meine Deinen Brot & Butter-Job.
Warum ich die Frage stelle: Von den ganz großen Projekten wie Linux einmal abgesehen, leiden nahezu alle Open Source Projekte daran, dass jeder die Leistung gerne nutzt, aber niemand einen angemessenen Preis zahlen möchte. Viele Firmen verdienen gut an Software, die auf OpenSource aufsetzt, aber kaum eine Firma gibt etwas dafür. Privatleute zahlen schon zweimal nicht: "das ist ja nur privat, ich verdiene damit nichts".
Eine Software auf die Beine zu stellen, ist ungefähr 20% des Aufwands. Sobald sie das erste mal veröffentlicht ist, geht die Arbeit richtig los:
- Schreibst Du zum Beispiel Software für die Steuerung einer Modellbahn, dann brauchst Du unter Umständen Equipment zum Testen, etwa Zentralen oder Loks verschiedener Baugrößen und Hersteller, Handys verschiedner Hersteller und Betriebssysteme. Schau' Dir nur mal den Zoo an, der von Rocrail unterstützt wird. All das kostet allein schon Unsummen.
- Du musst eine Website für Downloads, Anleitungen und ähnliches haben, ein Forum betreiben, dort und per Mail für Fragen zur Verfügung stehen, den Müll Deiner Forsten entsorgen (Ismael kann sicher ein Lied davon singen) und und und.
- Leute melden sich, die ein Problem haben und dies pronto-pronto gelöst haben wollen (kaum jemand macht sich die Mühe, den Quellcode zu laden und es selbst zu versuchen). Die musst Du in angemessener Zeit bedienen.
- Du musst die Software ständig aktualisieren, weil die Bibliotheken, auf denen heute jede Software aufbaut, ständig verbessert werden. Tust Du das nicht, ist der Ruf Deiner Software schnell versaut: "Die ist unsicher weil …".
- Nutzern kommen mit Verbesserungsvorschlägen oder ganz neuen Ideen. Die wollen verstanden und bewertet werden, denn sie könnten Dein Projekt einen Schub nach vorne geben.
Und das ist längst noch nicht alles. All das kostet Zeit. Zeit, in der Du keine Zeile Nutzcode schreibst. Und Geld, dass die meisten Nutzer nicht sehen oder nicht sehen wollen: "Ich steuere ja nur meine Anlage mit der Z21, den Rest brauche ich nicht".
Open Source funktioniert auf Dauer nur, wenn gewährleistet ist, dass die Autoren der Software davon auch leben können – so wie Du von Deinem Job lebst. Wenn jeder ohne Murren freiwillig mehr als nix oder ein paar Euro fuffzig geben würde, dann wäre das kein Problem. So aber bleibt den meisten Gründern nur einer von 2 Auswegen: Entweder verlieren sie das Interesse und lassen ihre Software sterben, oder sie gehen zu Closed Source über und führen Zwangsgebühren ein.
Mit der Hand voll Freiwilliger, die wie Du mal einen Hunni in den Klingelbeutel werfen, ist das alles nicht zu leisten. Von denen, ihr Restkleingeld reinwerfen auch nicht. Es gibt im Bereich Kultur kaum einen Veranstalter, der bei Spende statt Eintritt auf sein Kosten kommt, etwa Musiker oder Darsteller angemessen bezahlen kann. Die Leute zahlen deutlich weniger, als wenn sie Eintritt zahlen müssten.
Mit OpenSource Software ist das keinen Deut anders. Leider.
Von daher habe ich vollstes Verständnis, wenn jemand wie bei RocRail anfängt Teile seiner Software nur noch gegen Geld herauszugeben. Oder wenn iTrain, wie gerade geschehen, für ein Upgrade auf die neue Version Beträge zwischen 40 und 100 Euro aufruft. Von irgendwas müssen die Hersteller auch leben.
Grüßle
Ralf
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
Wenn der Hauptentwickler von Rocrail zum Zeitpunkt X entschieden hat, weitere Arbeit in die Software nicht mehr quelloffen und völlig kostenfrei hineinzustecken, dann war das sein gutes Recht und seine freie Entscheidung.
Wenn andere frührere Entwickler sich damals damit benachteiligt gefühlt haben, hätten sie sich rechtzeitig wehren müssen.
Ja, das kann er über seine Arbeit entscheiden. Aber nicht über die Arbeit der anderen weil er damit nämlich das RECHT VERLIERT die Arbeit der anderen anzuwenden. So ist die GPL formuliert.
Wenn er damit gegen die GPL verstößt ist das leider für Rob erst ein Problem wenn sich jemand Zeit und Energie in die Hand nimmt die GPL durchzusetzen, immer mit dem Risiko dass man leer ausgeht oder draufzahlt. Wenn jemand DCC-EX nehmen würde und ein Derivat anbietet, dass gegen die GPL verstößt, dann würde ich wahrscheinlich probieren zu meinem Recht zu kommen. Ich hoffe, dass das nie notwendig wird.
Zu den Vergleichen mit dem Forum sag ich nix weil das als Vergleich sowas von hinkt.
Grüße,
Harald.
Zitat - Antwort-Nr.: 31 | Name: rka-stgt
mal eine bescheidene Frage: Wovon ernährst Du Dich und Deine Lieben? Ich meine Deinen Brot & Butter-Job.
Ich bin IT-Projektleiter, habe Informatik studiert und neben dem Studium als Softwareentwickler gearbeitet.
Die lange Ausführung zu Softwareentwicklung hättest Du dir also sparen können, das ist mir alles bestens bekannt. Genauso, wie Softwareentwicklung funktioniert. Weiß ich. Kenn ich. Hab ich schon gemacht. Lehre ich sogar.
Zitat - Antwort-Nr.: 31 | Name: rka-stgt
Viele Firmen verdienen gut an Software, die auf OpenSource aufsetzt, aber kaum eine Firma gibt etwas dafür. Privatleute zahlen schon zweimal nicht: "das ist ja nur privat, ich verdiene damit nichts".
Dafür gibt es z.B. duale Lizenzen. Für Privatanwender kostenlos, für Firmen (bzw. gewerbliche Nutzung) kostenpflichtig. Das wurde nicht erst gestern erfunden.
Zitat - Antwort-Nr.: 31 | Name: rka-stgt
Open Source funktioniert auf Dauer nur, wenn gewährleistet ist, dass die Autoren der Software davon auch leben können
Und das ist grundlegend falsch. Das ist nie Ziel der OpenSource-Bewegung gewesen, im Gegenteil. Die Idee dahinter ist, dass Leute gerade deshalb gut sind, weil sie damit *kein* Geld verdienen sondern aus ihrem innersten heraus gute Software entwickeln wollen. Und da gibt es z.B. auch in der Maker-Szene genügend Beispiele. Denn in dem Moment, wo die Arbeitszeit an OpenSource zu bezahlter Arbeitszeit wird passiert das, was bei kommerzieller Software auch passiert: BugFixes und Features bekommen einen Geldwert. Und genau das ist die Idee hinter OpenSource: Features und Bugs eben gerade nicht deshalb entwickeln oder fixen, weil es x€ bringt oder kostet.
Nach der Logik müsste ja dann jeder, der sich an der Entwicklung beteiligt, auch ein Stück vom Kuchen abbekommen. Warum soll sich jemand an einem OpenSource-Projekt beteiligen, wenn der Chefentwickler dafür Geld bekommt und man als kleiner Beitragender nicht? Eben. Genau deshalb funktioniert das nicht, dass ein OpenSource-Projekt dem Lebensunterhalt dient.
Oder gehen wir das weiter: Modellbahnvereine. Da bezahlen die Mitglieder sogar noch Geld dafür, an der Modellbahn zu bauen. Und wollen das aus eigenem Antrieb gut machen und nicht, weil sie dafür bezahlt werden.
Zitat - Antwort-Nr.: 31 | Name: rka-stgt
Von den ganz großen Projekten wie Linux einmal abgesehen,
Ich empfehle ganz dringend, dir mal anzugucken, ab wann Linus Torvalds für das (Weiter)entwickeln von Linux bezahlt wurde.
Zitat - Antwort-Nr.: 31 | Name: rka-stgt
Wenn jeder ohne Murren freiwillig mehr als nix oder ein paar Euro fuffzig geben würde, dann wäre das kein Problem. So aber bleibt den meisten Gründern nur einer von 2 Auswegen: Entweder verlieren sie das Interesse, oder sie gehen zu Closed Source über und führen Zwangsgebühren ein.
Das Problem: in dem Moment, wo ich für die Software bezahle habe ich natürlich auch eine gewisse Erwartungshaltung. Ein nerviger Bug bei einer Software, die kostenlos ist (und bei der ich theoretisch sogar den Bug selber beheben könnte) ist anders als der gleiche Bug bei Software, für die ich Geld bezahle.
Viele Grüße
Rico
erstmal: Ich bin Solution-Architekt, also auch vom Fach. Wie Du Informatiker und mittlerweile mehr als 30 Jahre im Beruf. Ich habe Linus’ Biografie gelesen und auch die Paper von Richard Stallman (für die Mitleser: Das ist der Mann der einer, wenn nicht •der• Begründer von Open Source war). Ich weiß also sehr wohl, wovon ich schreibe.
Schön, dass Dir das alles klar ist, was ich beschrieben habe. Vielen Mitlesern wahrscheinlich nicht. Vielleicht nimmt der eine oder die andere nun mit, dass in einer gut funktionierenden Software weit mehr drin steckt, als der Download auf dem Rechner.
Viele OpenSource-Projekte starten mit tollen Ideen und jede Menge Elan. Sie werden bekannt und wenn sie Glück haben, dann bildet sich ein Netz von Nutzern, Helfern und vielleicht auch Förderen. Nur wenige füllen sich damit die Taschen, die meisten freuen sich schon, wenn sie für Server und Equipment nichts zubuttern müssen oder jemand mal Geld für eine Runde Pizza spendiert. Nach Deiner Argumentation ist das dann schon für Bugfixing bezahlen? Nein. Das ist ein Danke für einen tollen Job!
Zu den Wurzeln von OpenSource: Als OpenSource anfing, war das ein Thema der Hochschulen. Als Richard Stallman GNU gründete, war er ordentlicher Prof und machte OpenSource kurzerhand zu seinem Forschungsthema. Bezahlt wurde (in Deutschland) vom Steuerzahler, Hosting machten die Unis für umme. Da ist dann gut reden von Spaß und darf nix kosten. Otto Normalautor verdient dagegen sein Geld woanders, muss womöglich eine Familie ernähren und macht das in seiner (wenigen) Freizeit. Das geht anfänglich gut, aber ab einer gewissen Bekanntheit und Größe geht das eben nicht mehr. Das wird Dir jeder bestätigen, der sein Hobby oder eine Idee zum Beruf gemacht hat. Und da hilft dann auch keine Rede von wegen das sei nie Ziel der Bewegung gewesen.
Natürlich kann man per Lizenzmodelle Geld von den Profis einsammeln, aber das muss man erstmal wissen. Gerade die richtig guten Entwickler sind selten auch gut in der (Selbst)Vermarktung. Und wer glaubt, dass solche Regeln allgemein respektiert werden, der irrt. Viele Projektleiter, denen ich begegnet bin, ignorieren die Lizenzregeln, frei nach dem Motto „das kriegt ja eh keiner mit“. Und außerdem ist das Budget ja ohnehin zu klein, also her mit der Kosteneinsparung! Wenn da im Haus kein Nachweis gefordert wird, dann war‘s das mit dem Verdienst für den Autor.
Und auch Dein letztes Beispiel hinkt: Alle Modellbahnvereine, die ich in Stuttgart und Umgebung kenne, machen Ausstellungen und kassieren Eintritt. Auch die können nicht nur von Lust und Liebe und den Vereinsbeiträgen leben, sondern brauchen Geldquellen, um sich ihr Hobby leisten zu können.
Grüßle
Ralf
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