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THEMA: Reichs-Kursbuch 1899 für Deutschland, Österreich-Ungarn & CH

THEMA: Reichs-Kursbuch 1899 für Deutschland, Österreich-Ungarn & CH
Startbeitrag
Dirk (LBF) - 02.01.26 23:43
Guten abend,


hier ein Scan Reichs-Kursbuch Ausgabe 1899, nicht nur für das deutsche Kaiserreich, sondern laut Titel-Seite auch für Österreich-Ungarn, die Schweiz und noch mehr 'bedeutenden' europäische Verbindungen:
https://timetableworld.com/ttw-viewer.php?token...a2-a0da-20d58e1e05ba

Extra aufgeführt auch die Luxuszug-Verbindungen.
Eine auflistung der 'Durchgehenden Wagen' = Kurswagen wie in anderen Kursbüchern habe ich bisher noch nicht gefunden.

Vielleicht kann der eine oder andere hier das Kursbuch zu Zugbildungs-Anregungen gebrauchen.

EDIT : gerade gesehen dass das Kursbuch von StaNi schon mal im Forum verlinkt wurde:
https://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_show.php?id=1347713#aw8

Schöne Grüße

Dirk


Hi.

ach ja, Eisenbahnfahren war damals noch eine auch für Wohlbetuchte eine Herausforderung. Man deckte sich damals mit warmen Schuhen, Pelzen und wohlwarmen Handschuhen ein. Nicht umsonst war der Winter - der damals noch einer war - mit einem stark ausgedünnten Fahrplan ausgestattet.... der Winter war keine Reisezeit, sondern man blieb tunlichst zu Hause und heizte den Kamin ordentlich ein....
Die Straßen waren bestenfalls Kopfsteinpflaster mit sehr tiefen Randsteinen, Höhenunterschied mindestens 50 cm /so verschrottet man sein Auto, wenn man in den "Randstein" fuhr, und niemand dachte an "gschwind nach Spanien fahren" (z.B.), das konnten sich sich die allermeisten schlichtweg nicht leisten. Man besuche einfach mal das Technikmuseum in Mannheim.....Für meine Mutter (88) kam eine Bahnfahrt von Chemnitz nach Zwickau ann0 1942 eine unerschwingliche Weltreise vor.... 5 Kinder, Lebensmittelkarten. der Vater im Krieg,,, und damals wusste sie noch nicht, dass sie ab 3 Jahre später zum "Hamstern" gefahren ist, war mitunter 5 Tage von zu Hause und den Kindern weg (so meine Tante mit ihren 92 Jahren), fuhr auf Trittbrettern und Waggondächern von Chemnitz bis nach Halberstadt, um dort das sehr bescheidene Familiensilber gegen Kartoffeln zu tauschen, um ihren Mädchen was zum Futtern zu bieten,,,,,

"Bereisen", das war damals weitgehend ein Fremdwort..... heute suhlt  man sich eher in weinerlichem Selbstmitleid.....

Viele Grüße
Andreas




Wobei Andreas,

es standen nicht 300k Touristen mit tragbaren Phototelefonen vor einem roten Mascherl, das an einer Hausfassade montiert war, um dieses auf Instagram zu verewigen. Außerdem war der Zugang zu allen möglichen Rauschmittel, die damals allesamt noch legal zu erwerben waren, nicht zu unterschätzen. Das mag die eine oder andere Fahrt durchaus verkürzt haben.

Die 1880er hatten nicht nur Nachteile.

Andras
Servus,

Nur etwas früher hatte ich in "Sontiges" schon gepostet.
Bitte dort letzter Satz vor dem Endgruß beachten https://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_show.php?id=1345658 .

Grüße,
StaNi
Hallo Andreas, hi in die Runde,

Zitat

ach ja, Eisenbahnfahren war damals noch eine ... Herausforderung



Ich weiß nicht... - sicher sind die Verbindungen selbst in keiner Weise mit den Angeboten und Möglichkeiten von heute vereinbar. Aber das "Stranden" an einem Bahnhof war sicher wesentlich "angenehmer", als oft heutzutage, gerade auch im WInter. Selbst die kleinste Station war betriebstechnisch besetzt, Bahnangestellte, wie der Bahnhofsvorsteher, wohnten in der Regel im Bahnhof oder direkter Nähe in Dienstwohnungen. Es gab eigentlich immer irgendwo einen "Gasthof zur Eisenbahn", meist auch mit ein paar Fremdenzimmern. Und wenn "alle Stricke rissen", war eben wenigstens noch ein Eisenbahner zur Stelle, der einen wenigstens unbürokratisch im Bahnhof/Dienstgebäude Unterschlupf gewähren konnte. Um vor den Unbilden des Wetters geschützt zu sein.

Strandest du heute selbst an größeren Bahnhöfen, wird es zwar nicht mehr so lange dauern, wie "anno dunnemal", bis da wieder was vorbeifährt. Aber diese "Zeit der Überbrückung" kann mitunter wesentlich unangenehmer ausfallen, als früher!

Gestern erst wieder, Hofheim im Taunus; nicht gestrandet, nur Warten auf den Zug. Erstes Schild, DB Store im Bahnhofsgebäude "wir danken... aber geschlossen, blabla". Kein Kaffee, keine Getränke, nix zum Beißen, dafür stehen die Leute sogar in der Unterführung, um auf den Zug zu warten, weil "oben" gerade der Neuschnee stürmt und auch vor den zugigen Glascontainern auf dem Bahnsteig nicht Halt macht! Der Bahnhof selbst ist ja im "Privatbesitz", der Anbau, wo der Store drin war, natürlich geschlossen, schöne neue Welt!
Aber mir ist es auch schon passiert, im Herbst, Gegen Mitternacht in Sondershausen gestrandet, weil ein Unwetter irgendeinen Bahnübergang auf der weiteren Strecke Richtung Nordhausen geflutet hatte. Alle Gehsteige hochgeklappt in dem Kaff, alle Versuche des (rührigen!) Abellio Personales seitens der DB oder auch ihres Arbeitgebers Möglichkeiten aufzutun, uns weiter zu transportieren, verliefen im Sande! Die beiden Leute von Abellio, Lokführer des Triebwagens und Zugbegleiterin, organisierten dann ein Großtaxi von einem Bekannten, da beide vor Ort waren. Der uns wenigstens bis Nordhausen brachte, verteilt auf zwei Fuhren. "Richtiges" Taxi oder gar Großtaxi waren um die Zeit dort überhaupt nicht aufzutreiben, die DB in Halle machte auf "Nichterkennen", warf den Lokführer letztlich aus dem Netz, nachdem er erfolglos ein paar Mal versucht hatte, dort jemand munter zu machen! Und gingen dann nicht mehr ans Telefon! Es waren immerhin 13 Menschen, die gestrandet waren und eigentlich gerne weiterwollten, nach Hause oder, wie ich, nach Halle ins _bezahlte_ Hotel! Und einer wollte ursprünglich sogar noch bis nach Leipzig kommen . Und standen dann in einem gottverlassenen Kaff, Bahnhofshalle über Nacht verschlossen "wegen Vandalismus", gehörte der Gemeinde, klar. Und danke an die hirnlosen Blagen...

Die Räume von Abellio dürften nicht von Betriebsfremden benutzt werden, der Lokführer hatte versucht, von seinem Cheffe, die Erlaubnis zu bekommen, uns vorübergehend in den Diensträumen zu beherbergen! Er ließ uns dann wenigstens auf eigene Verantwortung (!) die Toiletten benutzen. Ansonsten rund drei Stunden warten auf die erste S-Bahn nach Halle auf zugigen Bahnsteigen ohne Schutz bei etwa 10 zugigen Graden und Regen. Und als Resumee hatte man uns im Nachgang lausige 13 € pro Person angeboten! Der Vorgang liegt übrigens noch beim RA, bzw. Gericht! Denn wenigstens die Zimmerkosten möchte ich erstattet bekommen! Ich habe es bezahlt, Rücktritt war ja nicht mehr möglich; und konnte es nicht nutzen, da ich gegen 7:00 Uhr meinen Termin in Cossebaude hatte! Als ich dann nach Halle kam, konnte ich direkt nach Dresden weiterfahren, mir dort noch eine halbe Stunde für einen Kaffee "gönnen" und weiter nach Cossebaude . Und höhere Gewalt lasse ich dabei nicht gelten! Denn, wie meist, war das Problem des gefluteten BÜ bestens bekannt seit Jahren! Aber man streitet ja lieber zwischen Bahn und Land, wer zuständig wäre für eine Sanierung! Über Jahre...

Und, ja, das hätte auch früher, 1899, passieren können... - aber da waren die Anliegergemeinden noch keine wirtschaftlichen Friedhöfe...

meint grüßend
Roland


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