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THEMA: Graue Kriegsloks nach 1945
THEMA: Graue Kriegsloks nach 1945
Nimmersatt - 30.12.25 12:07
Hallo,
einige Kriegsloks 44ÜK, 52, 42 dürften 1945 noch ziemlich frisch lackiert gewesen sein. Wie lange gab es noch Graue, eventuell sogar noch 1950? Hat das USTC Graue beschlagnahmt und beschriftet? Mir ist nur die bekannte 03.10 (Minitrix 11601) geläufig. Wer kennt andere Fotos?
Viele Grüße
Nimmersatt
einige Kriegsloks 44ÜK, 52, 42 dürften 1945 noch ziemlich frisch lackiert gewesen sein. Wie lange gab es noch Graue, eventuell sogar noch 1950? Hat das USTC Graue beschlagnahmt und beschriftet? Mir ist nur die bekannte 03.10 (Minitrix 11601) geläufig. Wer kennt andere Fotos?
Viele Grüße
Nimmersatt
Hallo Manuel,
...dieses Thema sprengt vermutlich das 1zu160 - Format und ist bei den "Historischen" besser angesiedelt
Eckpunkte:
Bestandserfassung, Reparationsansprüche, Zuordnung, Rückführung....das alles führte zu massiven Abstellungen egal ob mit und ohne Fristen.
Dazu kamen die Zonen und Protektorate wie das Saarland, wo umgehend nach französischen Gepflogenheiten, amerikanischen oder sowjetischem Farbempfinden Loks für die administrativen Verfügungen umlackiert wurden.
Nachgewiesen ist, dass viele Loks nur örtlich gestrichen wurden, wo die Propagandasprüche oder Symbole zu überdecken waren. So konnte eine Tenderwanne und ein Führerhaus schwarz, der Rest aber grau sein.
Mit Durchsetzung der Spaltung zur Sicherstellung von Wahlen, abschließender Klärung finanzwirtschaftlicher Kontinuität im Westen und damit einhergehend einer notwendigen eigenen Bahnverwaltung mit eigenen oder abgeleiteten Regelwerken, dürften dann die "abgelaufenen" Fahrzeuge für den Betriebsdienst den neuen (zT. alten) Farbregelungen gefolgt sein.
Am "Rand" verblieben bis zur letzten Abführung die abgestellten Loks in vandalisiertem Kriegszustand.
Der Osten war bis dahin defacto vollständig deindustriealisiert, sodass auf den eingleisig von den eigenen Leuten unter Zwang (....gegen Sonderration Marken....) rückgebauten Strecken kaum Verkehr herrschte. Alten sw- Bildern ist nicht eindeutig zu entnehmen, ob die im Binnenverkehr verwendeten Loks wo ständig Dichtungsmaterial fehlte...betriebsverschmutzt oder Grau waren.
Mit besagten Ausnahmen tippe ich für die DR - USSR Zone bis etwa 1950 auf Kriegsloks in schwarzgrauer Farbgebung, was mit den Fristen hinkommen könnte. (Kessel/Tender schwarz, Radsätze grau)
Das Feuerrot wurde schrittweise von den beschlagnahmten aber von deutschem Personal gewarteten DR- Loks im Dienste der sowjetischen Militäradministration abgezweigt und später offiziell in die Regelwerke hinein abgeleitet....natürlich ohne silbern glänzende - blank geputzte oder weisse Radreifen, was bei eingefleischten DR- Bahnern noch heute einen Brechreiz erzeugt.
Ich tippe, dass im Westen bereits spätestens zum 01.01.1949 keine graue Lok mehr im Einsatz war (ausser Saarland) und im Osten etwa zum 31.12.51 keine "Graue" mehr in DR - Diensten stand, wenngleich der optische Zustand dies auch weiterhin vermuten ließ.
Ab hier greifen dann die wirtschaftlichen Dynamisierungsmassnahmen für die mitteldeutschen Gebiete also der nie anerkannten DDR, deren deutsche Initiativen mit extra ausgedachten sowjetischen Namen wie Lunin, Bassow, Nina Nassererowa usw usf.....einhergingen und es zog spätestens ab 1953 unter anderem damit.... auch hier endlich Ordnung ein!
Gruß Sven
...dieses Thema sprengt vermutlich das 1zu160 - Format und ist bei den "Historischen" besser angesiedelt
Eckpunkte:
Bestandserfassung, Reparationsansprüche, Zuordnung, Rückführung....das alles führte zu massiven Abstellungen egal ob mit und ohne Fristen.
Dazu kamen die Zonen und Protektorate wie das Saarland, wo umgehend nach französischen Gepflogenheiten, amerikanischen oder sowjetischem Farbempfinden Loks für die administrativen Verfügungen umlackiert wurden.
Nachgewiesen ist, dass viele Loks nur örtlich gestrichen wurden, wo die Propagandasprüche oder Symbole zu überdecken waren. So konnte eine Tenderwanne und ein Führerhaus schwarz, der Rest aber grau sein.
Mit Durchsetzung der Spaltung zur Sicherstellung von Wahlen, abschließender Klärung finanzwirtschaftlicher Kontinuität im Westen und damit einhergehend einer notwendigen eigenen Bahnverwaltung mit eigenen oder abgeleiteten Regelwerken, dürften dann die "abgelaufenen" Fahrzeuge für den Betriebsdienst den neuen (zT. alten) Farbregelungen gefolgt sein.
Am "Rand" verblieben bis zur letzten Abführung die abgestellten Loks in vandalisiertem Kriegszustand.
Der Osten war bis dahin defacto vollständig deindustriealisiert, sodass auf den eingleisig von den eigenen Leuten unter Zwang (....gegen Sonderration Marken....) rückgebauten Strecken kaum Verkehr herrschte. Alten sw- Bildern ist nicht eindeutig zu entnehmen, ob die im Binnenverkehr verwendeten Loks wo ständig Dichtungsmaterial fehlte...betriebsverschmutzt oder Grau waren.
Mit besagten Ausnahmen tippe ich für die DR - USSR Zone bis etwa 1950 auf Kriegsloks in schwarzgrauer Farbgebung, was mit den Fristen hinkommen könnte. (Kessel/Tender schwarz, Radsätze grau)
Das Feuerrot wurde schrittweise von den beschlagnahmten aber von deutschem Personal gewarteten DR- Loks im Dienste der sowjetischen Militäradministration abgezweigt und später offiziell in die Regelwerke hinein abgeleitet....natürlich ohne silbern glänzende - blank geputzte oder weisse Radreifen, was bei eingefleischten DR- Bahnern noch heute einen Brechreiz erzeugt.
Ich tippe, dass im Westen bereits spätestens zum 01.01.1949 keine graue Lok mehr im Einsatz war (ausser Saarland) und im Osten etwa zum 31.12.51 keine "Graue" mehr in DR - Diensten stand, wenngleich der optische Zustand dies auch weiterhin vermuten ließ.
Ab hier greifen dann die wirtschaftlichen Dynamisierungsmassnahmen für die mitteldeutschen Gebiete also der nie anerkannten DDR, deren deutsche Initiativen mit extra ausgedachten sowjetischen Namen wie Lunin, Bassow, Nina Nassererowa usw usf.....einhergingen und es zog spätestens ab 1953 unter anderem damit.... auch hier endlich Ordnung ein!
Gruß Sven
Beitrag editiert am 30. 12. 2025 14:07.
Hi Nimmersatt und alle,
die Frage nach den grauen Loks ist schwer zu beantworten.
Im Eisenbahn-Kurier Special 141 „Deutsche Kriegslokomotiven“ gibt es ein Kapitel „Kriegslok im Frieden“ mit vielen Bildern und Bestandstabellen. Die Farbgebung ist kaum beschrieben und auf den S/W Fotos auch nicht zu identifizieren. Auf S. 80 gibt es ein Bild von einer ÖBB 52 im Jahr 1953, die mit US-Flaggen markiert ist.
Wolfgang Diener „Anstrich und Bezeichnung von Lokomotiven“ hilft bei der Frage auch nicht weiter. Immerhin gibt es auf S. 142 ein Bild von einer im Oktober 1945 gelieferten 42 in schwarzgrau mit der Schrift „Allied Forces“ auf dem Tender.
Guten Rutsch
Karl
P.S. Arnold HN 2333 K Baureihe BR 42 DRB Tenderlok schwarz-grau.
die Frage nach den grauen Loks ist schwer zu beantworten.
Im Eisenbahn-Kurier Special 141 „Deutsche Kriegslokomotiven“ gibt es ein Kapitel „Kriegslok im Frieden“ mit vielen Bildern und Bestandstabellen. Die Farbgebung ist kaum beschrieben und auf den S/W Fotos auch nicht zu identifizieren. Auf S. 80 gibt es ein Bild von einer ÖBB 52 im Jahr 1953, die mit US-Flaggen markiert ist.
Wolfgang Diener „Anstrich und Bezeichnung von Lokomotiven“ hilft bei der Frage auch nicht weiter. Immerhin gibt es auf S. 142 ein Bild von einer im Oktober 1945 gelieferten 42 in schwarzgrau mit der Schrift „Allied Forces“ auf dem Tender.
Guten Rutsch
Karl
P.S. Arnold HN 2333 K Baureihe BR 42 DRB Tenderlok schwarz-grau.
Beitrag editiert am 30. 12. 2025 17:08.
Nimmersatt - 30.12.25 17:03
Hallo Sven und Karl,
danke für die Hinweise. Weitere Aspekte: Neue Farbe war bis 1949 schwer zu bekommen, in den BWs gab es aber noch schwarzgrau. Andererseits dürfte das Grau mäßige Qualität und dünneren Auftrag bedeutet haben.
Historiker: Ich habe das 1zu160 Problem, dass ich 3 Graue zu liegen habe und die im Frieden (IIIa) fahren möchte. Da gibt es (vielleicht) 4 Möglichkeiten:
1. Nur der Reichsadler wird mit weißem Quast flüchtig überpinselt.
2. Auf den Tender:
TRANSPORTATION CORPS
US
und auf das Führerhaus z.B.:
USTC
52 1xxxx
3. auf das Führerhaus:
Deutsche Reichsbahn
US-Zone
52 1xxx
4. oder ganz frech:
Deutsche Bundesbahn
52 1xxx
und vielleicht noch schwarze Ausbesserungsflächen. Alles ist möglich?
Danke Karl. Den Diener habe ich noch nicht nachgesehen
.Viele Grüße
Nimmersatt
danke für die Hinweise. Weitere Aspekte: Neue Farbe war bis 1949 schwer zu bekommen, in den BWs gab es aber noch schwarzgrau. Andererseits dürfte das Grau mäßige Qualität und dünneren Auftrag bedeutet haben.
Historiker: Ich habe das 1zu160 Problem, dass ich 3 Graue zu liegen habe und die im Frieden (IIIa) fahren möchte. Da gibt es (vielleicht) 4 Möglichkeiten:
1. Nur der Reichsadler wird mit weißem Quast flüchtig überpinselt.
2. Auf den Tender:
TRANSPORTATION CORPS
US
und auf das Führerhaus z.B.:
USTC
52 1xxxx
3. auf das Führerhaus:
Deutsche Reichsbahn
US-Zone
52 1xxx
4. oder ganz frech:
Deutsche Bundesbahn
52 1xxx
und vielleicht noch schwarze Ausbesserungsflächen. Alles ist möglich?
Danke Karl. Den Diener habe ich noch nicht nachgesehen
.Viele Grüße
Nimmersatt
BoggieWoggieBoy - 30.12.25 17:16
Hallo Nimmersatt,
es dürfte in jeder Besatzungszone anders gewesen sein.
Mit der Nachkriegszeit in der amerikanischen Besatzungszone habe ich mich in anderem Zusammenhang intensiv beschäftigt. Leider gibt es aus dieser Zeit wenig brauchbare Unterlagen.
Auf deutscher Seite hatte man damals ganz andere Sorgen und wenig Neigung zu einer umfangreichen Dokumentation.
Bei den amerikanischen Akten, gibt es für den Zeitraum Sommer 1945 bis ca. 1948/49 kaum Unterlagen. In vielen Fällen haben mir die National Archives USA auf meine Anfrage hin geantwortet, dass es keine Aktenbestände gibt. So im Sommer/Herbst 1945 enden die Akten, zuletzt nur noch sehr oberflächlich geführt. Erst so ab 1948 wird die Aktenlage langsam wieder besser.
Anhand von Fotos lässt sich belegen, dass in der amerikanischen Besatzungszone alle Lokomotiven und viele Wagen mit der Aufschrift "ALLIED FORCES" beschriftet wurden. Die beschriftung wurde in grober Schablonenschrift ausgeführt. Die ursprüngliche Farbgebung wurde beibehalten, aufgemalte Propaganda-Sprüche und Hoheitsabzeichen wurden, soweit erkennbar, übermalt.
Wie lange dies beibehalten wurde ist nicht dokumentiert, dürfte aber so bis 1948/49 gewesen sein.
Neulackierungen wurden bei kriegsbeschädigten Fahrzeugen in Rahmen der Instandsetzung durchgeführt. Es ist also anzunehmen, dass einsatzfähige Fahrzeuge zunächst unverändert weiter im Einsatz waren und erst wenn Ersatz aus Instandsetzung verfügbar war, eine Umlackierung durchgeführt wurde. Somit dürften bis um 1950 die letzten Loks in dunkelgrau verschwunden sein.
Die Farben waren bis zuletzt von guter Qualität allerdings nicht mehr alle Farbtöne verfügbar. Selbst im Frühjahr 1945 gabe es nochmal eine neue Vorschrift für die Ausführung von Lackierungen mit Änderung der Farbtöne für Tarnanstriche.
Grüße
BWB
es dürfte in jeder Besatzungszone anders gewesen sein.
Mit der Nachkriegszeit in der amerikanischen Besatzungszone habe ich mich in anderem Zusammenhang intensiv beschäftigt. Leider gibt es aus dieser Zeit wenig brauchbare Unterlagen.
Auf deutscher Seite hatte man damals ganz andere Sorgen und wenig Neigung zu einer umfangreichen Dokumentation.
Bei den amerikanischen Akten, gibt es für den Zeitraum Sommer 1945 bis ca. 1948/49 kaum Unterlagen. In vielen Fällen haben mir die National Archives USA auf meine Anfrage hin geantwortet, dass es keine Aktenbestände gibt. So im Sommer/Herbst 1945 enden die Akten, zuletzt nur noch sehr oberflächlich geführt. Erst so ab 1948 wird die Aktenlage langsam wieder besser.
Anhand von Fotos lässt sich belegen, dass in der amerikanischen Besatzungszone alle Lokomotiven und viele Wagen mit der Aufschrift "ALLIED FORCES" beschriftet wurden. Die beschriftung wurde in grober Schablonenschrift ausgeführt. Die ursprüngliche Farbgebung wurde beibehalten, aufgemalte Propaganda-Sprüche und Hoheitsabzeichen wurden, soweit erkennbar, übermalt.
Wie lange dies beibehalten wurde ist nicht dokumentiert, dürfte aber so bis 1948/49 gewesen sein.
Neulackierungen wurden bei kriegsbeschädigten Fahrzeugen in Rahmen der Instandsetzung durchgeführt. Es ist also anzunehmen, dass einsatzfähige Fahrzeuge zunächst unverändert weiter im Einsatz waren und erst wenn Ersatz aus Instandsetzung verfügbar war, eine Umlackierung durchgeführt wurde. Somit dürften bis um 1950 die letzten Loks in dunkelgrau verschwunden sein.
Die Farben waren bis zuletzt von guter Qualität allerdings nicht mehr alle Farbtöne verfügbar. Selbst im Frühjahr 1945 gabe es nochmal eine neue Vorschrift für die Ausführung von Lackierungen mit Änderung der Farbtöne für Tarnanstriche.
Grüße
BWB
Beitrag editiert am 30. 12. 2025 17:32.
Nimmersatt - 30.12.25 18:58
Super!
Bei 1zu180 braucht es keinen Historiker. Wenn ich mal die Informationen hier und Diener/Anstrich… zusammenfasse, ergibt sich folgendes Bild:
Die Anstriche waren bis 1945 von guter Qualität.
Der Vogel und andere Hoheitszeichen entfielen ab 1942.
Die Nummer war entweder direkt auf die Führerhauswand oder auf ein Blech gemalt und angeschraubt (war bequemer).
Ab 1947 entfielen in der Bizone (US/GB) alle Sonderanschriften wie Allied Forces, USA etc.
Ab 1948 wurden die Nummern aus Siluminguss gefertigt, also silberweiße Schrift auf schwarzem Grund. Lässt sich in 1:160 von weißer Schrift auf schwarzem Blech nicht unterscheiden.
Über der Nummer gab es wahlweise DR, Deutsche Reichsbahn oder nichts.
Der Zusatz ÜK entfiel 1947.
Wenn ich meine grauen Loks 1948/49 ansiedele, bekommen sie einfach schwarze Schilder mit (silber-) weißer Nummer, Schrifthöhe 1mm, Mittel. oder Breitschrift Din 1451 und nicht weiter.
Danke und viele Grüße
Nimmersatt
Bei 1zu180 braucht es keinen Historiker. Wenn ich mal die Informationen hier und Diener/Anstrich… zusammenfasse, ergibt sich folgendes Bild:
Die Anstriche waren bis 1945 von guter Qualität.
Der Vogel und andere Hoheitszeichen entfielen ab 1942.
Die Nummer war entweder direkt auf die Führerhauswand oder auf ein Blech gemalt und angeschraubt (war bequemer).
Ab 1947 entfielen in der Bizone (US/GB) alle Sonderanschriften wie Allied Forces, USA etc.
Ab 1948 wurden die Nummern aus Siluminguss gefertigt, also silberweiße Schrift auf schwarzem Grund. Lässt sich in 1:160 von weißer Schrift auf schwarzem Blech nicht unterscheiden.
Über der Nummer gab es wahlweise DR, Deutsche Reichsbahn oder nichts.
Der Zusatz ÜK entfiel 1947.
Wenn ich meine grauen Loks 1948/49 ansiedele, bekommen sie einfach schwarze Schilder mit (silber-) weißer Nummer, Schrifthöhe 1mm, Mittel. oder Breitschrift Din 1451 und nicht weiter.
Danke und viele Grüße
Nimmersatt
Beitrag editiert am 30. 12. 2025 19:52.
Hallo zusammen,
ob es wirklich bis 1949/50 graue Loks im Westen, später DB gab.... ich hab Zweifel. Lege meiner Überlegung Post Nr. 4 von BWB zugrunde, erscheint mir grundsätzliche plausibel.
Die letzten 42er/52er wurden Anfang 1945 in grau abgeliefert. Normale Frist bis zur HU waren 4 Jahre = 1949. So weit, so gut. Aber die Wartung der Loks wurde in den Kriegsjahren schon sehr vernachlässigt und wurde 1945/46 auch nicht viel besser. Es wurde mit dem gefahren, was irgendwie von selber fahren konnte. Betriebsfähig war nicht einmal die Hälfte des Bestandes. Ich schätze was Mai 1945 betriebsfähig war lief vielleicht noch ein oder zwei Jahre dann standen diese Loks auf w oder z weil schadhaft. Andere aufgearbeitete Loks (durchaus neu lackiert) kamen in Betrieb. Die vorherigen bekamen zu gegebener Zeit eine Reparatur/Untersuchung, wohl mit Neulackierung.
Ob es da ab 1947 noch viele graue Loks im Betrieb gab? Ich glaube bestenfalls Einzelstücke.
Viele Grüße
Christian Strecker
ob es wirklich bis 1949/50 graue Loks im Westen, später DB gab.... ich hab Zweifel. Lege meiner Überlegung Post Nr. 4 von BWB zugrunde, erscheint mir grundsätzliche plausibel.
Die letzten 42er/52er wurden Anfang 1945 in grau abgeliefert. Normale Frist bis zur HU waren 4 Jahre = 1949. So weit, so gut. Aber die Wartung der Loks wurde in den Kriegsjahren schon sehr vernachlässigt und wurde 1945/46 auch nicht viel besser. Es wurde mit dem gefahren, was irgendwie von selber fahren konnte. Betriebsfähig war nicht einmal die Hälfte des Bestandes. Ich schätze was Mai 1945 betriebsfähig war lief vielleicht noch ein oder zwei Jahre dann standen diese Loks auf w oder z weil schadhaft. Andere aufgearbeitete Loks (durchaus neu lackiert) kamen in Betrieb. Die vorherigen bekamen zu gegebener Zeit eine Reparatur/Untersuchung, wohl mit Neulackierung.
Ob es da ab 1947 noch viele graue Loks im Betrieb gab? Ich glaube bestenfalls Einzelstücke.
Viele Grüße
Christian Strecker
BoggieWoggieBoy - 30.12.25 19:14
Hallo Nimmersatt
Nur bei neuen Fahrzeugen, bei vorhandenen Fahrzeugen wurde dies nur nach und nach umgesetzt und war bis Kriegsende nicht abgeschlossen
Ab 1947 !
Güterwagen mit Bizone-Beschriftung gab es noch bis 1954,
Für "ALLIED FORCES" wurde auch US-Schablonenschrift verwendet.
https://www.militarystencils.com/Type-Faces.aspx
Grüße
BWB
Nur bei neuen Fahrzeugen, bei vorhandenen Fahrzeugen wurde dies nur nach und nach umgesetzt und war bis Kriegsende nicht abgeschlossen
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
Ab 1947 entfielen in der Bizone (US/GB) alle Sonderanschriften wie Allied Forces, USA etc.
Ab 1947 !
Güterwagen mit Bizone-Beschriftung gab es noch bis 1954,
Für "ALLIED FORCES" wurde auch US-Schablonenschrift verwendet.
https://www.militarystencils.com/Type-Faces.aspx
Grüße
BWB
Nimmersatt - 30.12.25 19:58
Hallo Guenther,
meine Angaben in #5 beziehen nur auf Dampfloks und waren so möglich, aber nicht zwangsweise so. Z.B. gab es ja noch die'Spitzschrift'.
Viele Grüße
Nimmersatt
meine Angaben in #5 beziehen nur auf Dampfloks und waren so möglich, aber nicht zwangsweise so. Z.B. gab es ja noch die'Spitzschrift'.
Viele Grüße
Nimmersatt
Zitat - Antwort-Nr.: 5 | Name: Nimmersatt
Bei 1zu180 braucht es keinen Historiker.
1:18 - Thread-bezogene Freudsche Fehlleistung?
VG Freetrack
....also die ÜK- Loks bekamen vornehmlich in den Westzonen keine Lokschilder wurden auch zügig abgestellt und zumeist auch nicht wieder in Betrieb gesetzt.
Die Mtx 52 ist da schon damals vorbildlich gewesen hatte demnach auch kein Hoheitszeichen und dem idealen Bild einer Dampflok folgend, jedoch erstmal rote Räder.
Insofern würde ich das Jahr 1949 bzw den 7. September als Stichtag sehen, ab dann von Ausnahmen abgesehen, grundsätzlich mit karminrot/schwarz gefahren werden musste.
Sind also graue Loks im Bestand, dann würde ich für das Gebiet "West" die ÜK- Loks ohne Hoheitszeichen fahren lassen, sie mit einem " washing" in vorzugsweise seidenglanz (nicht matt) schwarz oder ggf rotbraun für Räder
....und matt anthrazit für den Kessel tönen.
Dazu würde ich mit Pulverfarben einen Betriebszustand herausarbeiten, wobei Reglerzüge, Pumpen, Hähne, der Aschekasten und die Pfeife stets glänzen sollten, sind sie doch in Betrieb und nicht tot....
Bitte beachten, dass Wagen für den Interzonenverkehr weiterhin mit zB "DR US- Zone" bzw gänzlich ohne Zonenangabe, aber DB- Ordnungsnummern durchaus noch mitliefen,.... ja sogar mussten!
Gruß Sven
Die Mtx 52 ist da schon damals vorbildlich gewesen hatte demnach auch kein Hoheitszeichen und dem idealen Bild einer Dampflok folgend, jedoch erstmal rote Räder.
Insofern würde ich das Jahr 1949 bzw den 7. September als Stichtag sehen, ab dann von Ausnahmen abgesehen, grundsätzlich mit karminrot/schwarz gefahren werden musste.
Sind also graue Loks im Bestand, dann würde ich für das Gebiet "West" die ÜK- Loks ohne Hoheitszeichen fahren lassen, sie mit einem " washing" in vorzugsweise seidenglanz (nicht matt) schwarz oder ggf rotbraun für Räder
....und matt anthrazit für den Kessel tönen.
Dazu würde ich mit Pulverfarben einen Betriebszustand herausarbeiten, wobei Reglerzüge, Pumpen, Hähne, der Aschekasten und die Pfeife stets glänzen sollten, sind sie doch in Betrieb und nicht tot....
Bitte beachten, dass Wagen für den Interzonenverkehr weiterhin mit zB "DR US- Zone" bzw gänzlich ohne Zonenangabe, aber DB- Ordnungsnummern durchaus noch mitliefen,.... ja sogar mussten!
Gruß Sven
In Österreich gab es nachweislich eine Lok nach dem 2. WK in grau, und die hatte sogar 2 verschiedene Töne. Zuerst ein helles, später ein Eisengrau.
Wird Dir aber überhaupt nix helfen, es handelte sich dabei um die 52.100 des 1. Ösek, und die fährt (bzw. fuhr) nur im Museumsbetrieb in Österreich.
lG
Norbert
Wird Dir aber überhaupt nix helfen, es handelte sich dabei um die 52.100 des 1. Ösek, und die fährt (bzw. fuhr) nur im Museumsbetrieb in Österreich.
lG
Norbert
Guten Abend,
die Loks wurden grau gestrichen (manchmal auch nur Teilweise) wenn sie Fotografiert werden mussten. Das war doe sogenannte Fotografielackierung. Meist wenn die Loks aus dem Werk kamen. Neue Baureihe, Umbau, Änderung oder Bilder für Unterlagen.
Sie hatten dann meist noch keine Beteichnungen und Lokschilder dran.
Durch die Farbe waren die Bilder detaillierter und kontrastreicher.
Meist war es Wasserfarbe die danach einfach abgewaschen wurde.
Gruß Tobi
die Loks wurden grau gestrichen (manchmal auch nur Teilweise) wenn sie Fotografiert werden mussten. Das war doe sogenannte Fotografielackierung. Meist wenn die Loks aus dem Werk kamen. Neue Baureihe, Umbau, Änderung oder Bilder für Unterlagen.
Sie hatten dann meist noch keine Beteichnungen und Lokschilder dran.
Durch die Farbe waren die Bilder detaillierter und kontrastreicher.
Meist war es Wasserfarbe die danach einfach abgewaschen wurde.
Gruß Tobi
BoggieWoggieBoy - 30.12.25 21:14
Hallo Tobi!
Dies gab es spätestens ab Frühjahr 1943 nicht mehr. Ausgehend von der HM 181 vom 18.02.1943 wurden bis auf wenige Ausnahmen für alles zivile und militärische Großgerät zentrale Vorschriften für die Lackierung und Tarnanstriche eingeführt. Auch für Lokomotiven gab es entsprechende Vorschriften. Im Verkehrsmuseum in Nürnberg hängt in der Ausstellung ein Auszug aus Vorschrift, der für Elektrolokomotiven. Wenn ich jetzt noch total falsch liege, habe nicht extra nachgelesen, war RAL 7021 der vorgegebene Farbton.
Die Farben war damals bereits sehr gut genormt, deshalb gab es kaum Variationen im Farbton.
Grüße
BWB
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
die Loks wurden grau gestrichen (manchmal auch nur Teilweise) wenn sie Fotografiert werden mussten. Das war doe sogenannte Fotografielackierung.
Dies gab es spätestens ab Frühjahr 1943 nicht mehr. Ausgehend von der HM 181 vom 18.02.1943 wurden bis auf wenige Ausnahmen für alles zivile und militärische Großgerät zentrale Vorschriften für die Lackierung und Tarnanstriche eingeführt. Auch für Lokomotiven gab es entsprechende Vorschriften. Im Verkehrsmuseum in Nürnberg hängt in der Ausstellung ein Auszug aus Vorschrift, der für Elektrolokomotiven. Wenn ich jetzt noch total falsch liege, habe nicht extra nachgelesen, war RAL 7021 der vorgegebene Farbton.
Die Farben war damals bereits sehr gut genormt, deshalb gab es kaum Variationen im Farbton.
Grüße
BWB
Zitat - Antwort-Nr.: 13 | Name: BWB
Die Farben war damals bereits sehr gut genormt, deshalb gab es kaum Variationen im Farbton.
Hallo,
die Abkürzung RAL steht für ReichsAusschuss für Lieberbedingungen. Die Farbtöne wurden in den dreißiger Jahren festgelegt und so gewählt dass sie alle im damaligen Deutschen Reich ohne Importe aus dem Ausland gefertigt werden konnten. Die meisten Farbhersteller lagen nach 1945 auf dem Gebiet der BRD. Auch ein Grund warum die DDR als Ersatz für RAL das eigene TGL-System verwendete.
Die graue Farbgebung der Kriegsloks hatte außer dem Grundfarbton nichts mit der grauen Fotografierlackierung aus der Vorkriegszeit zu tun. Und das grau ist nicht gleich grau wissen wir nicht erst seit Loriot
1943 liefert Henschel 19 graue 52er nach Rumänien. Und graue Kriegsloks verblieben also nach 1945 mit ziemlicher Sicherheit auch im Ausland.
Die DB konnte dank vieler 44er und 50er früh auf ihre 52er verzichten. Ab 1954 begann bei der DB die Ausmusterung der Baureihe 52 welche 1963 abgeschlossen war, Es wurden nur noch ca. 250 Loks der Baureihe 52 von der DB eingesetzt. Wann es die letzte graue 52er bei der DB gab konnte ich aber auch nirgendwo heraus bekommen.
Grüße
Markus
....während meine BRAWA-Loks deutlich hörbar schwerste Kesselwagenzüge über die Rampe brachten, studierte ich fast einen Meter Literatur, entdeckte die BBÖ-DRB Baureihe 12 und stellte fest, dass es die Historiker mit der "Epoche IIc".... nicht soooo haben.
Mit den ÜK- Loks aus der Fertigung nichtdeutscher Hersteller scheint es nicht nur ein vornehmlich französisches Alliiertenproblem zu geben, sondern eines der Zulassung und Abnahme, die buchstäblich nicht korrekt abgelaufen sind.
Was in den sowjetisch besetzten Gebieten wegen des hohen Schadbestandes schlichtweg ignoriert wurde, scheiterte an der korrekten Buchführung bei der Abführung von Loks auf westliche Alliiertengebiete, die als waghalsige Nachtundnebelaktionen noch weit nach offiziellem Kriegsende ausgeführt wurden.
Solche Loks gingen ebenso wie ungeklärte Loks fremder Eigentümer oder Schadloks auf den Rand und wurden per Sonderdekret dann 1954 bei der DB verschrottet.
Lokzüge mit demolierten und vergammelten grauen ÜK's sind demnach noch 1954 im Westen denkbar!
Ein anderes Buch zeigt im September 1944 eine 01.10 völlig schmucklos ohne Streifen, vermutlich dunkelgrau..So standen sie nach Kriegsende herum und wurden erst 1949 aufgearbeitet!
Es scheint demnach so zu sein (Basis Reparaturbericht 1944), dass eine Reihe Loks vornehmlich im untergeordneten Binnenverkehr eingesetzt, nie grau waren, die Radsätze schlichtweg nicht gereinigt wurden.und bei der DR- "West" im Laufe des Jahres 1949, spätestens aber bis zur Gründung der DB, alle Loks wieder in den Standardfarben eingesetzt wurden, ....wenn sie nicht als Heizanlagen oder Schadbestand ruhend abgestellt waren.
Manch abgestellte Lok hatte da auch noch die weißen Ecken, woran scheinbar keiner denkt....
Gruß Sven
Mit den ÜK- Loks aus der Fertigung nichtdeutscher Hersteller scheint es nicht nur ein vornehmlich französisches Alliiertenproblem zu geben, sondern eines der Zulassung und Abnahme, die buchstäblich nicht korrekt abgelaufen sind.
Was in den sowjetisch besetzten Gebieten wegen des hohen Schadbestandes schlichtweg ignoriert wurde, scheiterte an der korrekten Buchführung bei der Abführung von Loks auf westliche Alliiertengebiete, die als waghalsige Nachtundnebelaktionen noch weit nach offiziellem Kriegsende ausgeführt wurden.
Solche Loks gingen ebenso wie ungeklärte Loks fremder Eigentümer oder Schadloks auf den Rand und wurden per Sonderdekret dann 1954 bei der DB verschrottet.
Lokzüge mit demolierten und vergammelten grauen ÜK's sind demnach noch 1954 im Westen denkbar!
Ein anderes Buch zeigt im September 1944 eine 01.10 völlig schmucklos ohne Streifen, vermutlich dunkelgrau..So standen sie nach Kriegsende herum und wurden erst 1949 aufgearbeitet!
Es scheint demnach so zu sein (Basis Reparaturbericht 1944), dass eine Reihe Loks vornehmlich im untergeordneten Binnenverkehr eingesetzt, nie grau waren, die Radsätze schlichtweg nicht gereinigt wurden.und bei der DR- "West" im Laufe des Jahres 1949, spätestens aber bis zur Gründung der DB, alle Loks wieder in den Standardfarben eingesetzt wurden, ....wenn sie nicht als Heizanlagen oder Schadbestand ruhend abgestellt waren.
Manch abgestellte Lok hatte da auch noch die weißen Ecken, woran scheinbar keiner denkt....
Gruß Sven
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