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THEMA: Ungewöhnliches Lok umsetzen

THEMA: Ungewöhnliches Lok umsetzen
Startbeitrag
Ebse00 - 16.10.25 11:41
Hallo,
hier ist eine besonders clevere und mutige Art des Umsetzens der BR 64 zu sehen. Ob das in den oberen Kreisen so Zustimmung gefunden hat, möchte ich bezweifeln...  

ab min 29:30

https://www.youtube.com/watch?v=355JQ5jH9-Q

Spaß und Grüße
Eberhard

das Eslarn-Spezial...

mke
Hoi,
gar nicht so unüblich und nicht auf DE beschränkt. Ich mag mich erinnern, Mitte der 60er eine Beschreibung eines solchen Vorgehens in einer österreichischen Eisenbahn-/Modellbahnzeitung gelesen zu haben. Musste ich dreimal lesen, um es einmal zu verstehen!
Jetzt erinnerte ich mich daran, als mögliche Lösung im Schattenbahnhof.
Struwelpeter
Hallo Eberhard,

vielen Dank für's Zeigen! Umsetzen mit Schwerkraft. Sehr interessant. Hier wird der Vorgang auch beschrieben: https://www.br64.de/galerie-eslarn.html
Mit dem Unterschied, dass der Zug im Video regelrecht hochgeschubst wird. :D

Grüße
Simon
Hallo Eberhard
die Anweisungen wie z.B. Rangierarbeiten stattzufinden haben kommen von "oben". Deswegen wurde dieses Verfahren Jahrelang praktiziert, sonst hätte es Berufliche Konsequenzen für das Örtliche Personal gehabt.
Dieses hier gezeigte Verfahren entsprach den Sicherheitsanforderungen.
Die Wagen rollen in der starken Steigung nicht weit, und werden von Bremsern festgehalten, bis die Aufforderung kommt die Bremsen zu lösen. Die Bremser stehen in den Waggons, daher rollen die Wagen auch nicht unkontrolliert über die Gleise. Sie können jederzeit zum halten gebracht werden.
Sieht auf dem Video Abenteuerlicher aus als es ist

Gruß Stefan
Und wann steigen die Passagiere aus?
Fahren die da mit?


;)
Grüße Michael
Hallo,

Auf Waldbahnen eine allgemeine Methode zum Umsetzen, weil man mit einer einzigen Weiche auskommt. Lok kuppelt vor der Weiche ab, wagen werden handgebremst, Lok fährt in die Verzweigung, Wagen fahren im Gefälle auf den anderen Zweig. Lok fährt vor die Weiche, dann rückt sie auf die Wagen auf. Ankuppeln, fertig.

LG,

Gabor
Hallo,

solche Rangiermanöver im "St0ßbetrieb" fanden ohne Fahrgäste statt. Nach der Ankunft in Eslarn war der Zug so wie so leer. Die Fahrgäste stiegen erst vor der Abfahrt wieder ein und dann stand der Zug schon in der richtigen Fahrrichtung bereit. Offenbar wurde dieser Rangiervorgang als "russisches Rangieren" bezeichnet (siehe Kapitel Anekdoten):

https://www.eisenbahnarchiv.de/bibliothek/deuts...falz/neustadt-eslarn

Es kam selten vor dass mit Fahrgästen an Bord rangiert wurde. Die DB war als Beamtenbahn aber noch sehr flexibel. Es kam durchaus vor das Güterwagen in der Bremsstellung "P" in Personenzügen mit befördert wurden (nicht nur Expressgutwagen).

Bei den offiziellen GmP oder PmG war das Rangieren mit Fahrgästen dagegen ganz normal und alltäglich. Hier musste dann besonders vorsichtig gebremst und angekuppelt werden.

Grüße
Markus
Moin,

ich würde mal behaupten, dass jede Autofahrt - nicht spurgeführt, ohne Indusi, ohne Sifa - weit riskanter ist als dieses einst vor Ort sicher eingespielte Prozedere.

Gewiss ungewöhnlich anmutend, doch in der Sache hocheffizient.

In der heutigen Zeit, in der sehr viele Menschen an mindester Umsicht missen lassen und vielmehr eher auf Handy-Draufsicht formatiert sind - weshalb es zig zusätzliche Reglements und (aufgrund fieser Gewöhnung meist leidlich missachtete) Warnhinweise geben muss - natürlich völlig undenkbar.

Beste Grüße, Norrskenet
Hi,
es überrascht mich jetzt doch, wie vielen Lesern dieser Vorgang bekannt ist und als fast normal eingestuft wird.

Grüße
Eberhard
Die spinnen die Römer!

Ich kannte das Vorgehen nicht, aber sinnvoll.
polle
@Gabor u.a., ,

Das gleiche Verfahren fand auch statt in Oberammergau mit der der E69 aehnliche Eloks : da habe ich mal irgendwo in YouTube schoene Videoaufnahmen gesehen . Das Steuerabteil des Silberlingwagens war dann sogar Zwecklos .


MfG.,
Rae
Hallo Rae,

Oberammergau hatte ich schon lange im Kopf, wie die das wohl hemacht haben, denn doe E69 waren ja nicht wendezugfähig und ich konnte mir auch schwer vorstellen, dass es dort immer eine E69-Reserve gab, zumal  mir E69-Sandwiche auf den Fotos noch nicht entgegengekommen sind. Man siejt schon, dass es immer die theoretische Chance gegeben hätte zum Umfaren, denn im Vorfeld gab es ja solche Gleise aber das sah ja.umständlich aus. Umso mehr Respekt habe ich aber von den Bahn-MA, die in die losen Wagen einstiegen um die Wagen handgebremst zum Prellbock zu fahren... war ja nicht ganz ungefährlich.

Wie ging das bremstechnisch?
- Vor Abkuppeln Handbremse eindrehen
- Absperrhahn der HL zur Lok schließen
- Lok verschwindet
- Handbremse lösen, Wagen fährt los. Oder nur teilweise lösen?
- Anhalten per Hanbremse oder per Notbremse? Die Handbremse wäre zu schwach oder?

LG,
Gabor
Hallo

von einem befreundeten - leider bereits verstorbenen - Bahnbeamten in Vohenstrauß weiß ich, daß das Rangierverfahren in Eslarn allgemein bekannt war.
Da gabs auch noch andere Geschichten zu dieser Strecke...

mke
Moin,

https://www.fahrdienstleiter.net/fdl/rangier-vo...8-abstossen-ablaufen

Das Verfahren steht auch heute so in der Fahrdienstvorschrift und heißt Abstoßen.

Erstaunlich, daß manche es erstaunlich finden😀

Gruß
Klaus
Hallo zusammen,

ich meine mal gesehen zu haben, dass das in Oberammergau auch so gemacht wurde.

Gruß
Jürgen
Hallo,

zu Oberammergau (#11, #12, #15) gibt es ein paar Fotos zu sehen:
https://www.drehscheibe-online.de/foren/read.php?17,4694259

Viele Grüße,

Udo.
#14 Güterwagen ja, aber Personenwagen im Planverkehr? Wäre mal interessant, ob es sowas im Osten bei der DR auch gab, denk nicht.
polle
Moin,

leere (abgesehen von Bahnpersonal als Rangierer) Personenwagen unterscheiden sich letztlich wenig von Güterwagen.

Wenngleich zumindest bei Ablaufbergen im Regelfall wohl eher KEIN Personal AUF den abrollenden Wagen vorzufinden war und ist:

Ich stelle mir gerade vor, wie der auf der Waggon-Bühne mitfahrende Rangierer an geeigneter Stelle den Hemmschuh vor sich aufs Gleis wirft - huih ...

Danke für die Fotos aus Oberammergau; heute sieht es da einfach nur noch garstig (da recht widerliche Hinterhof-Atmosphäre) aus.

Beste Grüße, Norrskenet

Hallo,

Wie oft sah ich auf Personenwagen die Aufschrift "Abstoßen aund ablaufen lassen verboten". Zugegeben, ich habe mir immer gedacht es ginge dort um Ablaufberge und ich dachte, welcher####käme auf die blöde Idee... jetzt kenne ich mich aus :)

LG,

Gabor
Hallo!

Als ich im Jahr 1982 auf der Bh1 der Murtalbahn meinen Amateur Lokführer gemacht habe, haben wir im Nachbarort, es gab nur ein Ladegleis, das stumpf vom Streckengleis abging, so ähnlich umgesetzt. Ich hatte einen Personenwagen am Haken, in dem meine damalige Partnerin und ein paar andere Personen saßen, denen die Mitfahrt erlaubt war.

Damals verlief das Umsetzen so: ich hielt die Fuhre vor der einzigen Weiche an, kuppelte ab und fuhr in das Ladegleis. Dann stellte die Zugmannschaft die Weiche um, der Wagen rollte mit Schwerkraft auf dem Streckengleis über die Weiche, nachdem die Zugmannschaft im Wagen die Handbremse wieder angezogen und die Weiche wieder umgestellt hatte, sind wir wieder raus auf das Streckengleis und nach neuerlichem Umstellen der Weiche habe ich die Lok wieder an den Wagen gesetzt. Nach ankuppeln und Bremsprobe ging es zurück nach Murau.

Gruß

Boris
Hallo Udo #16,

vielen Dank für die Bilder. In irgendeinem Video mit den E 69 hatte ich das gesehen.

Gruß
Jürgen
Hallo,
das kann man mit etwas Glück auch heute noch beobachten, wenn Nostalgiefahrten ohne „Angstlok“ im Bahnhof Thale enden.

Der ist eigentlich nach der Stillegung der Drehscheibe an einem Ende zum Kopfbahnhof ohne Umfahrmöglichkeit geworden und eher auf Triebzüge ausgerichtet.

Abstossen, ablaufen und ungebremst ablaufen, da gibt es noch einige Unterschiede zu beachten und so ist das auch häufig mit Personenwagen machbar.

Beste Grüße
Frank
Naja, ist schon noch ein Unterschied zwischen Reisezug-Planverkehr, reinen Rangierfahrten, ob nun Plan oder nicht, und Sonderfahrten.
Thale kann ich mir vorstellen, in Meißen Triebischtal gänge es nicht, Gefälle falschherum.
Aber sind ja alles Zustände post-2000 ohne Umsetzmöglichkeiten.
polle


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