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THEMA: Kabelquerschnitt für Litze zum Drehgestell?

THEMA: Kabelquerschnitt für Litze zum Drehgestell?
Startbeitrag
GrafKrolock - 18.04.25 15:13
Hallo,

ich muss mal eine blöde Frage bringen: Bei einer gebraucht erworbenen Roco V200 hat einer der Drähte vom Drehgestell zur Platine das Zeitliche gesegnet. Keine Ahnung, was der Vorbesitzer da gemacht hat, aber der Draht ist förmlich weggebröselt.
Nun muss also neuer her, aber so dünne Litze habe ich nicht vorrätig. Also will welche bestellt werden.
Weiß jemand, welcher Querschnitt da der richtige ist? Ich meine, Strom ginge auch durch einen Lackdraht genügend, aber es soll schon richtig gemacht werden, aber die Leitung auch nicht zu dick sein.

Viele Grüße
Falco

...Drähte vom Drehgestell zur Platine....
das sind wohl keine Drähte, sondern Litzen. Ein Modellbahner hat sowas doch in Mengen in der Bastelkiste

....es soll schon richtig gemacht werden....
Lackdraht würde da ganz schnell brechen, da nicht flexibel

ab o,5 mm geht da alles
Hallo Falco,

Decoderlitze ist völlig ausreichend.

Grüße Michael Peters
Nehme da Decoderlitze, dünn, flexibel. ausreichend.
Hallo.

Wenn bei uns so etwas passiert, werden alle flexible Leitungen, wenn die Lok schon offen ist, ausgetauscht gegen Silikon Litzen gleicher Größe.
Somit passiert da nichts mehr.
Die Litzen in den Größen sind leider nur in CN erhältlich, also bestellen und warten.

Gruß Klaro
Danke, Decoderlitze ist wohl das richtige Stichwort. 0,014 mm2 bei 0,28 mm Außendurchmesser. Das deckt sich mit dem, was in der V200 serienmäßig verbaut ist.

Ist bestellt.

Gruß
Falco
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Das deckt sich mit dem, was in der V200 serienmäßig verbaut ist.



Hallo Falco,
nur daß die von Roco verbauten Litzen sehr Steif sin und eher die Eigenschaften von Klingeldraht haben, GFN ist da bei den Litzen zwischen Lok und Tender nicht besser.

Grüße Michael Peters
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

0,014 mm2 bei 0,28 mm Außendurchmesser.

Ich glaube kaum, dass Roco das verbaut hat, weil das zu zu wenig ist. 0,014mm² kann gerade mal 200mA. Für eine LED oder Motorleitung kann man das hernehmen, aber für eine Leitung zum Drehgestell muss da mehr drin sein, sonst fängt's da bei nem Kurzschluss das Brutzeln an. Übliche "Decoderlitzen" für Spur N haben 0,04 bis 0,06mm².

Gruß
Andi
Bedenke, dass beide Drehgestelle angeschlossen sind, also pro Seite zwei Litzen hoch zur Platine gehen.
Nun ja, man wird sehen. Nötigenfalls besorge ich eben noch dickere Leitung. Das, was da serienmäßig verbaut ist, ist jedenfalls schon ziemlich dünn und besteht nur aus sehr wenigen Einzeldrähten.
Ist ja ein rein analoges Modell aus den 80ern.
Hi Falco

Desto dünner und flexibler umsobesser. Das wirst du mit der Zeit merken. Alles richtig.


LG ChristiaN
Hi,

da nicht alle Mitleser hier sich mit Strom wirklich auskennen, eine Warnung vor zu pauschalen Aussagen.

Grundsätzlich/Eigentlich muss die Litze den Strom aushalten, der fließt kurz bevor die Zentrale abschaltet.

Im Normalbetrieb fließen da vermutluch nur so max. 500mA und das bei idealen Bedingungen über beide Drehgestelle.

1. Stufe: Verschmutzung auf Gleis, daher fließt der gesamte Strom über ein Drehgestell
2. Stufe: Motor ist verschmutzt und braucht mehr Strom -> max. Decoderstrom
3. Stufe. ungünstiger aber noch nicht komplett Defekt (z.B. Kondensator hat Kurzschluss oder sowas), Lok zieht maximalen Strom aber geringfügig weniger als der Abschaltstrom der Zentrale bzw. die Widerstände auf dem Weg dahin sind hoch genug, dass der Abschaltstrom nicht erreicht wird
4. Stufe. satter Kurzschluss - Zentrale schaltet ab - das ist ok

Im Fall 3 wird die Lok das schmoren/brennen anfangen, bei zu dünnen Litzen...

Grüße Micha
Hallo

Zitat - Antwort-Nr.: 8 | Name: kein Name

Bedenke, dass beide Drehgestelle angeschlossen sind, also pro Seite zwei Litzen hoch zur Platine gehen.

Genau das ist das Problem. Wenn ein Drehgestell entgleist und mit der falschen Gleisseite in Verbindung kommt, dann fließt über diese Leitungen der Kurzschlussstrom.

Dietrich
Hallo n-bahnfreunde,

ich verwende für in der Lok immer das 0,05mm2 Kabel. Es ist leicht, dünn und flexibel.
Noch nie hatte ich in all den Jahren Probleme damit.
ich verwende meist diese Dekoderlitze von Brawa 32400 bis 32409 in verschiedenen Farben.
Einzig die gute Verlegung mus berücksichtigt werden, so das sich nichts aufscheuern oder abquetschen kann.

Gruß n-bahnhermann
Leute, meine Lok ist ANALOG und von 1986 oder so. Kein Decoder, keine Zentrale, keine Dauerspannung am Gleis, nichts dort ist Digital.

Da die Leitung offenkundig angeschmort war, muss es beim Vorbesitzer in der Tat mal einen Kurzschluss irgendeiner Art gegeben haben. Aber dieses Strippchen da drin ist ja Original und hat in seinem Innersten nur kaum wahrnehmbares Kupfer. Daher war ja die Frage, mit was ich das am besten ersetze. Wenn 0,05 mm ok ist, habe ich ja zumindest einen Anhaltspunkt.

Viele Grüße und ein schönes Fest
Falco
Hallo,

bei einem Kurzschluss ist es letztendlich egal welchen Querschnitt das Kabel oder welche andere Möglichkeit zur Stromübertragung verbaut ist (Federblech, Spiralfeder, o.ä.) - wenn die Spannung nicht rechtzeitig abgeschalten wird raucht es. Mir ist schon ein komplettes Drehgestell von einem Arnold Steuerwagen auf einem Metallherzstück einer falsch gestellten Weiche weg geschmolzen. Der geflossene Strom war nicht hoch genug und die Zentrale hatte nicht abgeschalten. Auch die Stopweichen-Funktion welche das verhindern sollte war wirkungslos da der geschobene Zug länger als der isolierte Abschnitt war. Mir fiel das erst auf als es nach Ampere roch. Das Drehgestell (mit Schleiffedern zur Stromübertragung) und die Piccolo-Weichen waren danach Schrott. Mit einem Drehgestell mit Kabeln wäre das Resultat vermutlich nicht anders gewesen.

Zitat - Antwort-Nr.: 0 | Name: GrafKrolock

Bei einer gebraucht erworbenen Roco V200 hat einer der Drähte vom Drehgestell zur Platine das Zeitliche gesegnet. Keine Ahnung, was der Vorbesitzer da gemacht hat, aber der Draht ist förmlich weggebröselt.



Hallo Falco,

das hört und liest man immer wieder. Die Roco V200 ist vermutlich auch schon ein paar Jahrzehnte alt. Kabel können im Laufe der Zeit auch durch Alterung brüchig werden. Ich würde hier bei der Gelegenheit auch gleich alle vier Kabel erneuern.

Grüße
Markus
Hi,

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:


bei einem Kurzschluss ist es letztendlich egal welchen Querschnitt das Kabel oder welche andere Möglichkeit zur Stromübertragung verbaut ist (Federblech, Spiralfeder, o.ä.) - wenn die Spannung nicht rechtzeitig abgeschalten wird raucht es.



da geb ich Dir nur zum Teil recht. Effektiv kommt es auf die Stromleitfähigkeit an, die von material und Querschnitt abhängt. Ob das ein Blech oder eine Litze oder ein Draht ist, ist dabei witrklich egal. Und es ist auch egal, ob das analog oder digital ist.

Ein zu dünner Querschnitt hat hier allerdings zwei mögliche Einflussfaktoren:

1. Strom für den Querschnitt zu hoch -> die Erwärmung ist so stark, dass das Ding anfangen kann zu brennen
2. (das ist bei digital relevant): der Querschnitt ist zu gering, so dass der Spannungsfall zu groß ist. Das hat zur Folge, dass zwar viel Strom fließt, aber eben nicht genug, dass die Zentrale den Kurzschluss erkennen kann und daher auch nicht abschaltet. Das ist bei Deiner Weiche vermutlich passiert,

Der Punkt 2 ist derjenige, der im normalen Betrieb überhaupt keine Probleme macht, aber z.B. bei einer Entgleisung an ungünstiger Stelle dann massive Schäden verursachen kann. Hierbei ist auch noch zu beachten, dass das auch von der Leitungslänge abhängt. Da das aber eben nur im Havariefall eine sichtbare Auswirkung hat, werden gerne immer wieder zu zu geringe Querschnitte verwendet.

Da sind die Hersteller auch nicht gerade hilfreich, da hier auch oft nur sehr dünne Litzen verwendet werden, welche ausreichend für den normalen Strombedarf des Verbrauchers sind, aber viel zu dünn für eben die Abschaltung oder auch in Bezug auf die mögliche Lieferleistung.

Als Daumenregel würde ich in einer Lok *vor dem Decoder* nur im absoluten Notfall  unter 0.14mm² gehen.

Grüße Micha
Hallo zusammen,

gerade die letzten beiden Einträge bringen mich dazu auch noch was dazu zu schreiben.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

bei einem Kurzschluss ist es letztendlich egal welchen Querschnitt das Kabel oder welche andere Möglichkeit zur Stromübertragung verbaut ist (Federblech, Spiralfeder, o.ä.) - wenn die Spannung nicht rechtzeitig abgeschalten wird raucht es


Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Mir ist schon ein komplettes Drehgestell von einem Arnold Steuerwagen auf einem Metallherzstück einer falsch gestellten Weiche weg geschmolzen.


Die Übertragungsmöglichjkeit ist nicht egal, gerade wenn ich was von Arnold Steuerwagen und Spiralfeder lese. Mit ist es selber bei einen beleuchtet Arnoldwagen passiert das der - nur - auf einer richtig gestellten Bogenweiche entgleist ist. Das Dreghestell hing dann so unglücklich auf den Gleisen das es zu Kurzschluß kam und die Federn der Beleuchtung wie Glühfäden einer Lampe zu glühen begannen und sich das Drehgestell in Rauch auflöste. Mit Schleifern an den Kontakten der Stromübertrageung wäre das eher nicht passiert, das das mehr Material an den Kontaktflächen vorhanden ist. und das ganze im Analogbetrieb mit einem Fleischmann Trfao 6755 (max. 1,1A)

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Die Roco V200 ist vermutlich auch schon ein paar Jahrzehnte alt. Kabel können im Laufe der Zeit auch durch Alterung brüchig werden. Ich würde hier bei der Gelegenheit auch gleich alle vier Kabel erneuern.


Dem kann ich nur zustimmen.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Da sind die Hersteller auch nicht gerade hilfreich, da hier auch oft nur sehr dünne Litzen verwendet werden, welche ausreichend für den normalen Strombedarf des Verbrauchers sind, aber viel zu dünn für eben die Abschaltung oder auch in Bezug auf die mögliche Lieferleistung.

Als Daumenregel würde ich in einer Lok *vor dem Decoder* nur im absoluten Notfall  unter 0.14mm² gehen.



Und was ist wenn die Lok analog ist? Bis wohin soll dann die viel zu dicke Litze gehen?
Zum einen ist eine 0,14mm² Litze viel zu steif für eine Verbindung von Drehgestell zur Lok, und dann dürfte die auch zu dick sein um in der Lok verlegt zu werden. Von da her sind die Decoder Litzen von 0,4mm² oder 0,5mm² sehr wohl zu verwenden

Im Alten Arnold ET420 ist zu Beispiel gar kein Platz in den Drehgestellen um vom Mittelwagen eine Verbindung zu den Steuerwagen mit 0,14mm² zu realisieren, 0,05mm² von Brawa hat seiner Ziet aber problemlos funktioniert. Zuwohl vom Durchmesser als auch von der Beweglichkeit.
Bei alte Lima ET 403 ist die Verkabelung im inneren auch mit viel zu dicker Litze ausgeführt, so das es zu Problemen mit dem vorderen Drehgestell kommen kann. auch da habe ich beim Motortausch Decoderlitze zu Neuverkabelung genommen.
Auch bei Neuverkabelung von Drehgestellen zur Platine habe ich bei Schäden Decoderlitze genommen.

Gruß Detlef
Hi,

das ist effektiv eine rein physikalische Sache.

In unserer Baugröße befinden wir uns halt leider ab und zu in der Situation, dass wir auf der einen Seite für die Sicherheit größere Querschnitte bräuchten, diese aber halt die genannten Probleme (zu starr, zu wenig Platz etc.) mit sich bringen

Eine Unterschreitung der Grenzen ergibt halt ein höheres Risiko . Wenn man entsprechende Rahmenbedingungen hat ("Litze passt nicht rein"), bleiben effektiv nur die beiden Möglichkeiten Risiko tragen (deshalb schrieb ich oben "nur im Notfall") oder durch andere Maßnahmen entschärfen.

Da muss dann jeder effektiv selbst schauen.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:


Und was ist wenn die Lok analog ist? Bis wohin soll dann die viel zu dicke Litze gehen?



Bei analog hört die Strecke halt dann beim Motor auf. Und auch die muss ich *eigentlich* auf den maximal möglichen Strom auslegen. Den maximal möglichen Wert kann ich ggf. aber durch äußere Maßnahmen noch reduzieren (z.B. durch Zwischensicherungen, entsprechende Strombegrenzer etc.)

Ist bspw. (Zahlen aus der Luft gegriffen) der maximal benötigte Strom, der für einen Gleisabschnitt (Lok+beleuchtete Wagen oder sowas) bei 500mA liegt, könnten die Gleiszuleitungen mit 1A (flink) abgesichert werden und dann genügen auch Litzen, die nur 1A abkönnen

Wenn ich Litzen verbaue, die nur 1A vertragen, über die Zuleitung aber 5A geliefert werden können und diese auch nicht abgeschaltet wird,  laufe ich halt Gefahr, dass diese 5A irgendwann über meine Decoderlitze fließen - und muss die Konsequenzen tragen.

Und ja - natürlich "funktioniert" eine Lok auch mit 0,05mm². Solange da nur die üblichen max. 300mA fließen ist das auch kein Problem. Es wird halt dann zu einem, wenn mal ein viel größerer Strom fließt. Da muss ich dann entweder

- verhindern, dass der Strom in der Höhe überhaupt fließen kann (max. Leistung des Trafos, Zwischensicherungen etc.)
- den Querschnitt entsprechend anpassen (z.B. ggf. durch zwei parallele Litzen)
- das Riskio tragen (und mit den Konsequenzen im Fall der Fälle leben)


Physikalische Gesetze gelten halt nunmal auch auf der MoBa und lassen sich nicht im Maßstab 1:160 verkleinern, auch wenn wir das manchmal gerne hätten.

Grüße Micha
Hallo zusammen,

ich habe mir das einmal durchgelesen. Ich verwende auch immer Decoderlitzen. Wenn ich einen Decoder mit Litzen einlöte, fließt doch der gesamte Strom der Lok über rot und schwarz. Dann müssen doch solche Litzen auch geeignet sein, Verbindungen zu den Drehgestellen herzustellen. Da können doch keine höheren Ströme fließen. Oder mache ich hier einen Denkfehler?

Gruß
Jürgen
Hi Jürgen

Das funzt seit es die Moba gibt bis heute, Hersteller machen es auch nicht anders.
Lassen wir mal die Kirche im Dorf.


LG ChristiaN
Hi Jürgen,

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Wenn ich einen Decoder mit Litzen einlöte, fließt doch der gesamte Strom der Lok über rot und schwarz. Dann müssen doch solche Litzen auch geeignet sein, Verbindungen zu den Drehgestellen herzustellen. Da können doch keine höheren Ströme fließen. Oder mache ich hier einen Denkfehler?



Die Decoder begrenzen im Regelfall den Strom Richtung Motor. Diese Begrenzung kann aber natürlich erst ab dem Decoder auch wirken. Wenn "kurz vor dem Decoder" noch Strom am Decoder vorbei fließt (z.B. aufgescheuerte Litze oder sowas), kann es passieren, dass hier mehr Strom fließt als vom Decoder Richtung Motor/Beleuchtung.

Grüße Micha
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Dann müssen doch solche Litzen auch geeignet sein, Verbindungen zu den Drehgestellen herzustellen. Da können doch keine höheren Ströme fließen.

Eben schon! Wenn zum Beispiel Strom von einem Drehgestell zum anderen Drehgestell fließt (typisch für Entgleisung) oder sich so eine Litze am Rahmen aufscheuert oder ein Kontaktblech am Rahmen angeht. Alles, was sich nicht bewegt oder wo im Havariefall keine großen Ströme fließen können, kann auch fein ausgeführt werden. Beispiel: Vom Decoder zur Beleuchtung darf fein sein. Auch von der Platine zum Decoder darf fein sein, sofern der Strombedarf vom Decoder und Motor gering genug ist! Im Havariefall (Entgleisung) geht der Strom nämlich an dieser Stelle vorbei!

Nochmal, weil hier ohne genau zu lesen Zeug durcheinandergeworfen wird: oben war von 0,014mm² die Rede. Die Dinger sind hauchfein und können nur 200mA. DAS ist für eine Drehgestelllitze m.E. zu wenig! "Decoderlitzen" haben meist 0,04 bis 0,06mm². DAS wäre in hochflexibel passend. 0,14mm² ist für unsere Spurweite zu fett.

Sicher hat Hersteller XY das schon immer so gemacht. Auch sind die Kontaktbleche viiiieeel gefährlicher und "bei mir ist noch nie was passiert" (TM). Aber man muss doch so etwas nicht mutwillig unsicher bauen als nötig?

Gruß
Andi
Hallo Micha,

Strom ist Strom. Nach Deiner Aussage müsste er sich massiv in Wärme umwandeln. Am Decoder fließt auch nichts vorbei. Wohin auch. Der Decoder versorgt den Motor und die Beleuchtung. Und die Energie dafür holt er sich vom Gleis.
Und wenn es einen Kurzschluss gibt, schaltet sich die Zentrale ab. Mir ist denfalls noch nie irgendwo ein Kabel abgebrannt. Umgekehrt müssten ja auch Schleifer am Drehgestell festbacken. Das habe ich auch noch nicht erlebt. Meine neueren Loks mit Kabeln haben auch keine dickeren Litzen. Die müssen ja auch beweglich sein.

Und wie ChristiaN schrieb, das funzt, seit es die Moba gibt.

Gruß
Jürgen
Hi Jürgen,

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Strom ist Strom. Nach Deiner Aussage müsste er sich massiv in Wärme umwandeln. Am Decoder fließt auch nichts vorbei. Wohin auch.



Bis auf die Umwandlung in Bewegungsenergie und ein bisschen Licht wird der Strom bei uns im Wesentlichen in Wärmeenergie umgewandelt. Und je mehr Strom, desto mehr Wärme. Im Normalbetrieb ist der Strom niedrig genug, dass da nichts passiert (auch nicht mit den dünnen Litzen).

Probleme können aber halt bei entsprechenden Defekten (aufgescheuerte Leitung), Entgleisungen oder was auch immer auftreten.

Nehmen wir das Beispiel Entgleisung, so dass die Drehgestelle einen Kurzschluss verursachen. Nehmen wir weiterhin an, dass von jedem Drehgestell jeweils eine Litze für jedes Gleis zum Decoder geht und diese erst am Decoder zusammengelötet sind.

Damit haben wir dann die Situation "Gleis links -> DG1 -> Decoder-Lötpunkt -> DG2 -> Gleis rechts und damit den maximal möglichen Strom, den Trafo/Zentrale liefern kann über die Drehgestell-Anschlusslitzen.

Wenn Trafo/Zentral diesen Kurzschluss erkennen können und auch rechtzeitig abschalten passiert nichts. Jetzt sind wir hier aber analog unterwegs mit je nach Trafo keiner Kurzschlusserkennung oder die Digitalzentrale erkennt aufgrund zu hohem Spannungsfall durch zu geringen Anschlussquerschnitt den Kurzschluss nicht und schaltet dadurch auch nicht ab.

Und wenn das dann auch der Bediener nicht erkennt, ist schnell die Wärmeentwicklung zu hoch, so dass zumindest die Lok schaden nimmt (Kunsttoff schmilzt nun mal auch schnell).

Passiert vielleicht nicht oft, passiert aber. Und ja: ChristiaNs Aussage ist da auch korrekt, birgt aber nunmal ein gewisses Rest-Risiko. Dies kann man akzeptieren, sollte sich dessen aber zumindest bewusst sein.

Wer sich mit Eletrik und Physik nicht so auskennt, ist sich dessen eventuell gar nicht bewusst und nimmt eben dann irgendeine Litze "je dünner desto besser", mit der die Lok noch fährt und denkt, da ist alles in Ordnung.

Und auch wenn hier ggf. leicht andere Ursachen sind, zum Zeigen, dass das durchaus auch real sein kann:

https://www.youtube.com/shorts/uw-xmmP5NJs
https://www.youtube.com/watch?v=GV2Iuy-DzyQ

Grüße Micha
Moin,

Das Kurzschlussverhalten einer Lok ist eine Funktion mit vielen Variablen/Unbekannten.

In einem Stromkreis sollte eigentlich die Kurzschlusssicherung das schwächste Glied sein - und nicht z.B. die Kabel vom Drehgestell an die Lok-Platine.
Werden dünne Kabel im Kurzschlussfall überlastet, werden diese heiss und der Widerstand des Kabel vergrößert sich - es fließt dann etwas weniger Strom, aber aufgrund des nun höheren Spannungsabfalls am heißen Kabel wird immer noch viel Leistung am Kabel in Wärme umgesetzt. Wenn man einen leistungsfähigen Trafo hat, liegt der Strom nun im ungünstigsten Fall wieder im Nennbereich und die Kurzschlusssicherung spricht nicht an....

Wenn ich mich richtig entsinne, sind daher Modellbahntrafos auch etwas weicher ausgelegt - d.h. die Ausgangspannung nimmt bei starker Belastung deutlicher ab, so dass weniger Energie an einer Kurzschlussstelle umgesetzt wird und dann sollte möglichst bald die thermische Sicherung im Trafo ansprechen....
Aber da der Trafo auch eine gewisse Leistung im Nennbetrieb zur Verfügung stellen soll, gibt es Fälle wo im Kurzschlussfall  noch nicht mal die Nennleistung überschritten wird und es trotzdem schmort - dazu reichen auch wenige Watt aus.
Da Trafos und Booster in den meisten Fällen nicht speziell auf die Belange der "kleinen" Spur N Fahrzeuge ausgelegt sind - sondern eher Spur H0 oder noch größer   - ist das elektrische Verhalten nicht immer optimal für feine Spur N Räder, Schleifer und Kabel,...    
Da also die Kurzschlussüberwachung bei leistungsfähigen Trafos und Boostern meist nicht feinfühliger wird, sollte man diese nicht zu sehr überdimensionieren - oder den fetten Gartenbahnbooster ohne Anpassungen nutzen, weil man ihn gerade herum liegen hat....

zurück zur Litze vom Drehgestell:
zu dünn ist beim Kurzschluss und für die Haltbarkeit ungünstig...zu dick ist die Litze, wenn die nötige Beweglichkeit fehlt.... Den Querschnitt der Leiterbahnen auf der Lokplatine oder der Schleifer deutlich zu übertreffen macht auch wenig Sinn....

Richtig etwas ausrechnen kann man da auch schlecht (ausser der Nennbelastung plus Sicherheit) - da im Kurzschlusskreis zu viel Unbekannte vorhanden sind ( diverse variable Kontaktwiderstände, sich ändernde Leiterlängen, wechselde Trafos/Booster....)

Man könnte aber auch etwas praktisch testen:
mit einem Stück Kabel, welches man zu verwenden gedenkt, macht man auf den Gleisen der Anlage einen Kurzschlusstest (Vorsicht Kabel könnte heiß werden). Löst die Kurzschlusssicherung aus und das Kabel bleibt heile, sollte es für die allermeisten Fehlerfälle eine gute Lösung sein - kleines Restrisiko bleibt aber immer, weil der Test ja nicht alles abdeckt.

mit Grüßen
Jens
Guten Morgen zusammen,

ich denke, man muss hier deutlich zwischen Analog- und Digitalbetrieb unterscheiden. Im Analogbetrieb kann so eine Überlast stärker sein. Die Sicherung sitzt im Trafo und löst nur verzögert aus. Eine Digitalzentrale löst recht schnell bei einem Kurzschluss aus und schaltet die Spannung dauerhaft bis zum Wiedereinschalten ab. Und dann hängt es davon ab, wo sich der Kurzschluss befindet. In der Regel direkt am Drehgestell nach einer Entgleisung. Dann fließt der Strom dort direkt und nicht über die Lok und somit durch die Litzen. Nur ein Schluss auf der Platine oder im Motor würde die Litzen belasten. Kurzschlüsse beim Analogbetrieb würden zunächst einmal die Drehgestelle beschädigen, wenn überhaupt.

Dann sollte man auch berücksichtigen, dass die Leistung das Produkt aus Spannung und Stromstärke ist. Das bedeutet, beim Digitalbetrieb fährt man mit einer konstanten und wesentlich höheren Spannung. Dadurch fließt auch nur ein geringerer Strom.

Verdeutlichen kann man sich das an der Fahrleitung beim Vorbild. Beim 15 kV Betrieb hat man dünnere Fahrleitungen und auch die Stromabneher können einfacher gehalten werden. Vergleicht man die Fahrleitung z.B. mit der in den Niederlanden mit 1,5 k V Betrieb sieht man den Unterschied. Der Fahrdraht ist stärker und auch die Stromabnehmer sind wuchtiger ausgelegt, da hier wesentlich höhere Ströme fließen.

Bei der Modellbahn sollte man aber auch schauen, was die Hersteller so anbieten. Modelle, wie z.B. die neue 211/212 von FLM, der Taurus von FLM und diverse neuer Modelle von MTX haben Kabelverbindungen zwischen den Drehgestellen und der Platine. Alle in der Stärke von Decoderlitzen. Also, was kann daran falsch sein? Und MTX baut ja auch noch die berühmt berüchtigten Polyswitche ein, die eine zusätzliche Sicherheit bieten.

Gruß
Jürgen
Moin
Moin Jürgen #25

Es ist gar nicht so unwahrscheinlich, das ein Drehgestell komplett in eine falsch gestellte Weiche fährt. Dann fliesst der Kurzschlussstrom komplett durch die Litzen vom vorderen Drehgestell zum hinteren Drehgestell.

mit Grüßen

Jens


Moin Jens,

zunächst wird es bei einer Drehgestelllok so sein, dass die beiden Achsen den Kurzschluss im Drehgestell beim Einfahren in eine falschgestellte Weiche verursachen werden. Meine Zentrale schaltet dann sofort ab.

Und dann ein Gegenfrage. Wie kann es sein, dass die im Bild gezeigte Lok das überlebt? Man erkennt vorne und hinten jeweils eine rote und eine schwarze Litze zum Drehgestell. Wie kann es sein, dass diese Lok, trotz aller Bedenken hier, noch fährt? Und wieso wird sie so verkauft, wenn das doch alles zu schwach dimensiniert ist?

Gruß
Jürgen

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Moin Jürgen,

Wie weit ein Drehgestell in einen Kurzschluss fährt, hängt z.B. von der Fahrgeschwindigkeit ab. Wenn ein guter Booster schon beim ersten Radsatz abschaltet -  ist das gut - und so sollte es sein.  Aber nicht jeder Booster reagiert so fein und so schnell - zumal auch verdreckte Räder/Schienen eine Kurzschlusserkennung erschweren können.
analoge Modellbahntrafos sind da meist auch nicht so gut im Kurzschlussverhalten.

Ja - In der Regel reichen Dekoder-Litzen in der Verkabelung der Lok aus. Das liegt auch daran, dass sich die Kurzschluss-Last über viele Leiterelemente verteilt:  Kabel zu den Einspeisestellen am Gleis - verschiedene Schienenstücke mit Gleisverbindern - Radschiene_Kontakt- Radschleifer_Kontakt - Schleifer - Litze - Lokplatine - Litze - Schleifer -Radschleifer_Kontakt - Radschiene_Kontakt - Schiene - eventuell_Schaltkontakte_in_Weiche - Schienen - Kabel zum Trafo /Booster - Innenwiderstand(Booster/Trafo) ...

Im Kurzschlussfall erwärmen sich alle Leiter bis der schwächste Teil gefunden ist oder irgend etwas den Strom wegschaltet (je schneller desto besser) -  verhindern lassen sich solche Kurzschluss Situationen nie ganz - oft bleiben die Schäden auch gering - aber eben nicht immer (und manche Trafo/Booster und Verkabelungen begünstigen den Schaden-Verlauf)

mit Grüßen

Jens
  
OK, ich bin überzeugt, dass 0,014 mm2 zu dünn ist. Das Röllchen kam gestern und die Litze ist kaum Dicker als Baumwoll-Zwirn 😃.
Werde jetzt nochmal 0,04 mm2 ordern.

Viele Grüße
Falco
Ich habe 0,05 mm² Litzekabel eingelagert um genau für solche Notfälle gerüstet zu sein. Bei den alten Roco Modellen zerbröselt über die Jahre die Ummantelung der Originallitzekäbelchen. Und viel Platz haste meistens zwischen DG und Chassis auch nicht und es soll sich auch das DG leichtgängig bewegen können. Eine DB V200 habe ich auch auf der Anlage, mal sehen wie lange die noch durchhält. Daneben habe ich eine DB 215er von Roco. Bei letzterer wurden im Rahmen des Decodereinbaus auch die DG Kabelanschlüsse aus überschüssigen Kabelresten ersetzt. Viel Spaß beim Umbau und Fahren.
Danke. Beim Anlöten der Drähtchen bin ich eigentlich schon recht routiniert. Muss man ja öfter mal machen, wenn man die Platine abnehmen möchte. Zuweilen löst sich auch was am Drehgestell.

Alles in allem finde ich die Roco-Konstruktionen ziemlich unrobust und nicht gerade langlebig. Gerade habe ich schon wieder eine „ruckelnde“ 215 für 20€ geschossen, bei der ein Zahnrad auf der Radachse malad war (zum Glück kann man das entfernen, die 215 zieht auch hinreichend mit drei angetriebenen Achsen).
Kein Wunder, dass die Loks in den 80ern vergleichsweise preisgünstig waren. Die 215 lag unter 70 DM, nur die damals neu erschienene V200 war ziemlich teuer, obwohl die vom Aufbau her sehr ähnlich ist.
Hallo,

hier nochmal die finale Rückmeldung: Die jetzt gelieferte 0,04 mm2-Litze hat es heile gemacht. Die V200 läuft wieder wie geschmiert.

Viele Grüße
Falco
Hi Falco

Mit dieser Litze bist du unterwegs wie 99% aller N Loks.


LG Christian


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