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THEMA: FLM VT11.5 missachtet Blockstrecken - Halteabschnitte

THEMA: FLM VT11.5 missachtet Blockstrecken - Halteabschnitte
Startbeitrag
NMike - 16.04.25 20:29
Hallo zusammen, den o.g. Zug gibt es momentan als analoge Gasturbinen-Variante im Angebot, und weil ich den schon immer geil fand habe ich zugegriffen. Ich muss dazu sagen, dass ich das 35 Jahre alte Roco Modell bereits seit… 35 Jahren besitze.

Nun ist es nicht so, dass der neue Zug nicht gut laufen würde, im Gegenteil! Aber er missachtet meine (analogen) Blockstrecken - Halteabschnitte.

Mir war bewusst, dass der erste Wagen hinter dem Triebkopf durch eine stromführende Kupplung ebenfalls zur Stromabnahme herangezogen wird. Ich würde also erwarten, dass er stehenbleibt sobald der erste Wagen hinter dem Triebkopf den Halteabschnitt erreicht hat. Aaaaaber! Er hält erst, wenn der letzte Wagen den Halteabschnitt erreicht hat. Zum Testen habe ich die Bremsverzögerung des Arnold MBS/ABS auf Null gestellt. Resultat: Er bremst bei Erreichen des Halteabschnittes mit dem Triebkopf kurz ab, um nach dem Bruchteil einer Sekunde wieder loszufahren. Das gleiche Spiel beim nächsten Wagen, insgesamt 8 mal!

Wie zum Teufel leiten die hinteren Wagen den Fahrstrom weiter, so dass er immer wieder anfährt bis er dann vollständig im Halteabschnitt steht???

Mein alter Roco bleibt brav stehen, sobald seine Schwungmasse ausgerollt ist.

LG Mike

Hallo Mike!

Fleischmann hat von Roco die Konstruktion übernommen, daß alle Drehgestelle über zwei Leiterbahnen im Wagenboden die Innenbeleuchtung mit Strom versorgen. Das bedeutet, daß die beiden Drehgestelle jedes Wagens elektrisch miteinander verbunden sind.

Es kann nun sein, daß der Zug erst im Halteabschnitt zum Stehen kommt, wenn bereits die erste Achse des folgenden Wagens sich ebenfalls in diesem Abschnitt befindet. Dadurch überbrückt der Wagen die Trennstelle - der Zug fährt weiter.

Herzliche Grüße
Elmar
Hallo Elmar! So ganz verstehe ich das nicht, denn das ist ja nur Strom für die Innenbeleuchtung. Wie kommt dann der Strom an den Motor? Ich habe ja auch andere Züge mit beleuchteten Wagen oder Schlussbeleuchtung… da passiert das nicht. Bei meinem alten Roco VT11.5 auch nicht!

Ich habe - nur testweise - den Zug manuell zurück über die Trennstelle zwischen Halteabschnitt und Fahrabschnitt gezogen. Sobald die erste Achse des nicht angetriebenen Triebkopfes am Ende des Zuges auf dem Fahrabschnitt stand, bekam der Motor Strom und fuhr zurück in Richtung Halteabschnitt.

Nach Deiner Theorie würde das nun bedeuten, dass das Drehgestell Halte- und Fahrabschnitt überbrückt, zumindestens sekundenweise, und damit den gesamten Block kurzzeitig zum Fahrabschnitt macht? Das würde auch erklären warum das Blocksignal des nachfolgenden Blockabschnittes A „schnattert“ und während der Überfahrt vom Halteabschnitt Block B zum Fahrabschnitt Block C hin- und herschaltet. Denn der MBS registriert dann jedes Drehgestell wieder als neuen Zug in Block B, so dass Blocksignal A die Fahrt in Block B verhindern will?

Ich glaube ich hab‘s kapiert. Aber was mach ich nun mit dem VT, damit er sich wie ein „normaler“ Zug verhält?

LG - und wie immer vielen Dank für Deine guten Hinweise!

Mike
In der alten Bedienungsanleitung aus den 80ern steht der Fall meiner Erinnerung nach drin. Kann gerne morgen mal nachsehen. Damit das funktioniert, muss man bei mindestens einem Wagen die Stromabnahme abknipsen.

Gruß
Falco
Hallo Mike,
habe ich es richtig verstanden: Du schaltest die Blockstrecken analog, fährst aber digital?
Wenn ja: ich hatte auch so ein Problem mit dem VT11.5. Der ist mir immer in den SX-Halteabschnitten durchgesemmelt. Abhilfe: ich habe die Innenbeleuchtung deaktiviert: einfach die Kabel an den Radschleifern abgelötet, das geht ohne das Gehäuse runterzunehmen und ist wieder reparabel.
Inwischen habe ich mich von SX verabschiedet bremse mit ABC.
VT11.5 mit einem Wagen entsprechend so eingestellt, dass er im vorgesehen Abschnitt hält. Alles super.
Dann aber alle Wagen angehängt und er ist mir wieder durch den Bremsabschnitt gesemmelt.
Ursache war, dass der VT in den ABC-Abschnitt einfährt, anfängt zu bremsen und dann aber der 2. Triebkopf in den ABC-Abschnitt kommt und die Trennstelle aufgrund des Schlusslichtes überbrückt. Der vordere Triebkopf bekommt wieder "normalen" Strom und denkt: Super ich darf wieder losrasen, Gleich darauf ist auch der 2. Triebkopf im Bremsabschnitt und der VT fängt wieder an zu bremsen. Jetzt ist aber der Bremsabschnitt zu kurz......
Abhilfe:
Grundsätzlich ist das Problem ja bei jedem Wagen der mit seinem Radsatz über die Trennstelle fährt. Nur ist die Überprückung des Bremsabschnitts so kurz, so dass der Decoder darauf nicht reagiert.
In den ESU-Decodern kann man diese Zeitdauer des nichtreagierens verlängern, so dass der Decoder beim einfahren des 2. Triebkopfes nicht auf das überbrückte Bremssignal reagiert. Nachteil: soll der VT wieder lossfahren, so fährt er erst mit einer  Verzögerung los, da der Decoder ja wartet ob das wirklich ernst gemeint ist.
Ich hoffe, dass das verständlich ist und evtl. ist das für Dein Problem hilfreich ist.
Gruß
Uli

Hallo Falco& Uli, danke für Eure Erklärungen! Nein, der VT fährt vollkommen analog und wird auch über analoge Blockstellen gesteuert. Meine Anlage besteht im Prinzip aus zwei spiegelbildlich angeordneten, elektrisch und auch physisch vollkommen voneinander getrennten Ovalen. Eins ist digital, eins ist analog. Der Grund dafür?

a) kann ich so meine alten Analog Loks weiterfahren, die ich nicht unbedingt digitaisieren will
b) Automatiksteuerung ist analog viel einfacher und billiger
c) manche Modelle (wie der VT) bieten digital keine Vorteile: das Düsentriebwerksgeräusch geht einem nach wenigen Minuten auf den Zeiger, ganz im Gegensatz z.B. zum Dampflok-Sound. Deshalb fahre ich Dampfloks gerne digital, aber E-Loks und Gasturbinen lieber analog 😉 denn da spart man ja auch gutes Geld 😎

Ich werde also versuchen, einen Wagen unbeleuchtet zu lassen… mal sehen ob es klappt. Dafür bietet sich eigentlich der extra Barwagen an, den es gratis dabei gab 😉

LG Mike
… aber vermutlich wird ein unbeleuchteter Wagen nur reichen, wenn ich die Bremsverzögerung des ABS Bausteines auf Null setze? Denn ansonsten hat er ja durchaus 20-30cm Bremsweg, so dass wieder ein beleuchter Wagen über die Trennstelle fährt?

… fragt sich Mike
Hallo Mike!

Die Sache mit dem Überbrücken ist etwas differenzierter: Wie ich oben schon schrieb, sind ja BEIDE Drehgestelle eines Wagens elektrisch miteinander verbunden. Die Trennstelle wird also nicht nur innerhalb eines Drehgestells überbrückt, sondern auch über das zweite Drehgestell des Wagens. Ich würde Dir folgendes vorschlagen:

Soweit ich weiß, sind der führende Triebkopf und der erste Mittelwagen bei Fleischmann elektrisch miteinander gekoppelt. Das muß auch so bleiben. Beim dritten Wagen solltest Du das vordere Drehgestell elektrisch vom Rest des Wagens trennen. Auf diese Weise hat der Zug genug Auslauf. Das vordere Drehgestell wird vermutlich komplett im Bereich der Trennstelle zu stehen kommen. Aber das hintere Drehgestell erreicht die Trennstelle nicht mehr, und so findet keine Überbrückung statt. Das hintere Drehgestell versorgt auch weiterhin die Innenbeleuchtung mit Strom. Es kann vielleicht sein, daß die mal etwas flackert. Du brauchst sie aber deshalb nicht ausbauen. Das nützt auch nichts, denn die Stromschienen im Wagenboden bleiben ja erhalten, und die sind die eigentlichen "Übeltäter".

Herzliche Grüße
Elmar
Hallo Mike,

du lernst gerade, das deine Aussag "b) Automatiksteuerung ist analog viel einfacher und billiger" nur für den Fall von 1 Lok mit Wagen ohne Stromführung gilt.

Das Problem mit dem VT 11.5 macht es deutlich.

Dabei ist es nahezu egal, ob der Zug analog oder digital gefahren wird.
Fakt ist - jeder Wagen überbrückt die Trennstelle und leitet damit das Stecken Digital Signal oder die Strecken Fahrspannung in den Bremsabschnitt.

Ich erkläre es etwas vereinfacht - deswegen, weil das tatsächliche Bremsen das Verhältnis minimal beeinflusst, was aber vernachlässigbar ist.

Mess einmal das Maß von der ersten Achse eines Wagen bis zur letzten Achse des Wagens.
Dann kuppel zwei Wagen zusammen und mess das Maß von der letzen Achse des ersten Wagens bis zur ersten Achse des zweiten Wagens.
Hab die MAße nicht im Kopf, aber so aus der Hüfte würde ich sagen ca. 10 zu 2,5cm ( lässt sich auch besser rechnen).
Also Verhältnis von 4:1.

Diese beiden Maße ergeben ein Ein / Ausschaltverhältnis für deinen Bremsabschnitt.
4Teile eingeschaltet, 1 Teil ausgeschaltet.

Motorwagen fährt über die  Trennstelle. Sobald das vordere Drehgestell im Bremsabschnitt ist, fängt der Zug an zu Bremsen mit der eingestellten Bremsrampe.
Dann kommt der erste Wagen und überbrückt die Trennstelle für 4 Zeitanteile - Zug beschleunigt wieder mit der eingestellten Rampe für 4 Zeitanteile.
Dann ist der erste Wagen ganz drin im Bremsabschnitt. - jetzt bremst der Zug wieder für 1 Zeitanteil - Kupplungsbereich - da wird nix überbrückt.
Dann kommt das erste Drehgestell vom zweiten Wagen. Jetzt wird wieder für 4 Zeitanteile überbrückt und beschleunigt und danach für 1 Zeitantel wieder gebremst.

beschleunigen 4:1 bremsen - so kann der Zug nicht zum Stehen kommen.

Das Verhältnis 4:1 verschlechtert sich noch mal deutlich in Richtung Beschleunigen, sobald der erste Wagen über die Trennstelle am Ende der Bremsstercke gefahren ist - dann überbrückt auch dieser Wagen das Bremssignal / Fahrspannung. und verändert das Ein / Ausschaltverhältnis u.U. bis dauernd eingeschaltet.
Das spielt dann warscheinlich auch damit rein, wenn dein NAchfolgeabschnitt anfängt zu Schnattern.

Wenn es dein Blockstellenbaustein hergibt, kannst du den Steckenbereich vor dem eigentlichen Bremsabschnitt mit einem Relais zum Bremsabschnitt dazuschalten, sobald der Bremsabschnitt erreicht wird.

Du wirst aber auch dann immer noch Unterschiede beim Bremsen zwischen Loks mit und ohne Schwungmasse bemerken - das hast sicherlich auch jetzt schon bemerkt.

Gruss Klaus
Hallo Mike,

ich habe zwar nur den alten von Roco, da war die Stromabnahme beidseitig über Bleche in den Drehgestellblenden, ist laut Anleitung von Fleischmann immer noch so.
Zieh ein Drehgestell ab, dann siehst Du in den Blenden zwei Bleche oben herausragen.
Im Fahrzeugkasten sind federbleche, die den Strom aufnehmen.
Die musst Du an einem Drehgestell einfach abkleben, dann tritt der Effekt, den Klaus beschrieben hat, nicht mehr auf.

So ist das ganze beschädigungsfrei und reversibel.

LG

Manfred
Gute Idee, Manfed! Was muss ich beim Abziehen der Drehgestelle beachten? Irgendwelche clips oder Bozen lösen?

LG Mike
Nein, nur vorsichtig abziehen.
Moin zusammen, ich habe zunächst mal eine ganz einfache Lösung gefunden…. einfach alle Blockabschnitte am MSB/ABS Steurblock in den Rangiergang schalten und dann den VT entgegen der Standardfahrtrichtung fahren lassen. Dann sind alle Signale ruhig und er läuft problemlos um die komplette Anlage. Sobald ich wieder Automatikbetrieb mit mehreren Zügen wünsche, kommt der VT auf ein Bahnhofsgleis, ich schalte den Block wieder auf Automatik und fahre mit mehreren Lok/ Wagenkombinationen.

Ist eine temporäre Lösung bis ich die Stromabnahme an mindestens zwei Wagen gekappt habe, aber immerhin kann ich ihn so schon mal kreisen lassen. Er fährt übrigens sehr schön!

LG Mike
Moin Mike,
vielleicht hilft dir diese Überlegung für deinen Zug

https://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_show...etztmeldung#x949540. #10

Gruß Lutz

Hallo Lutz, vielen Dank! Ich musste das erst mal genau durchlesen um es zu verstehen. Meine Situation ist insofern anders, als…

- ich in diesem Stromkreis analog fahre
- keine Gleisbesetztmelder habe
- die gesamte Steuerung derBlockstrecken vom Arnold Mehrzugsteuerblock übernommen wird.

Da alle anderen Züge korrekt bremsen und beschleunigen, müsste ich also eine Relaisschaltung einbauen die NUR von diesem Zug geschaltet wird, also z.B. durch Reedkontakte - dann darf aber auch kein anderer Wagon einen Magnet am Boden haben. Und eine Roco V200 dürfte auch nicht fahren, denn die hat so einen starken Motormagnet dass sie immer alle Reeds schaltet.

Ich glaube, das ist mir zu kompliziert. Ich denke, dass ich tatsächlich Manfred‘s Lösung bevorzuge und 1-3 Wagons hinter dem Triebkopf und dem fahrstromführenden ersten Wagon mittels Isoliertape der Stromversorgung beraube.

Trotzdem vielen Dank, dass Du Dir Gedanken über mein Problem gemacht hast und extra einen 9 Jahre alten Thread ausgegraben hast!

LG Mike


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