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THEMA: Erfahrungen mit geräuschdämmender Gleisverlegung

THEMA: Erfahrungen mit geräuschdämmender Gleisverlegung
Startbeitrag
RhönbahNer - 17.03.25 09:03
Hallo zusammen,

nachdem im Parallelfadennach nach Methoden zur Gleisverklebung auf Kork gefragt wurde, möchte ich über (m)eine Erfahrung zu einem ähnlichen Thema berichten. Nachdem ich ich bereits vor 30 Jahren im Rahmen einer ersten Anlage die Gleise mit der bekannten Kork-Schotter-Holzleim-Methode verlegt hatte, wollte ich 2020 bei der im Bau befindlichen BW-Erweiterung ausprobieren, ob sich durch Verwendung von Gummigranulatmatten („Resorb“) und Verwendung von dauerelastischem Schotterkleber auf Latex-Basis die Rollgeräusche der Fahrzeuge tatsächlich reduzieren lassen.

Diese Gummimatten habe ich auf dem Gleisbrett mittels Pattex verklebt, die Gleise mit Stecknadeln fixiert und mittels Schotter und Latexkleber verklebt. Auf diese Weise ist die Verarbeitung relativ aufwendig und im Vergleich zur „klassischen“ Methode deutlich aufwendiger.

Das Ergebnis der Mühe: Für mich ernüchternd! Die Reduzierung der Rollgeräusche fällt – wenn überhaupt – nur marginal aus und ist den Mehraufwand m.E. in keiner Weise wert; trotz des Versuchs, Schallbrücken zu vermeiden, scheint dies in der Praxis nur schwer möglich. Der verbleibende Rest letzterer scheint einen Großteil der Mühe zunichtezumachen. Möglicherweise brächte der Verzicht auf Kontaktkleber zwischen Gummimatte und Trassenbrett Verbesserung, aber dann wird es wahrscheinlich richtig aufwendig – und gleichzeitig instabil.
Weiterhin ist der dauerelastische Kleber nicht annähernd so fest wie das ausgehärtete Wasser-Leim-Gemisch; man muß später bei Reinigen der Gleise aufpassen, den Schotter nicht versehentlich mit wegzurubbeln, denn er wird mehr fixiert denn verklebt.

Alles in allem ist das Ergebnis für mich enttäuschend, so daß ich im vorletzten Jahr bei der weiteren Erweiterung der Anlage wieder zur wesentlich einfacheren und zeitsparenderen Methode mit Pattex/Kork/Weißleim zurückgekehert bin. Im Ergebnis ist kaum ein Unterschied in puncto Geräuschentwicklung festzustellen; die Züge fahren dort nicht wesentlich lauter.

Viele Grüße

Jürgen

Ich mach garnix. Ich liebe das Geräusch der fahrenden Züge. Spart auch Sounddecoder 😜

LG Mike

P.S. eine Modellbahnanlage ist i.d.R. - ähnlich wie z.B. eine Gitarre - ein hohler Resonanzkörper. Normalerweise Sperrholz auf Holzrahmen. Die Schwingungen der fahrenden Züge übertragen sich auf diesen Resonanzkörper. Wenn man jetzt von aussen 1-3mm Kork o,ä. auf die Gitarre klebt, bringt das nicht besonders viel. Wenn man die Geräusche minimieren will, muss man den Hohlraum dämmen, also die Unterseite der Fahrstrecken/Platte/Rahmen mit dickem Noppen- bzw. Zackenschaumstoff bekleben. Also genau da, wo sich i.d.R. unsere Verkabelung und Elektroinstallation befindet. Das geht natürlich eigentlich erst, wenn die Anlage fertig ist - und muss abnehmbar gestaltet sein, damit man zur Not an die E-Installation rankommt.

Oder man belegt von vornherein die Platte mit 5cm dickem Schaumstoff, was ja auch viele machen - um z.B. auch Landschaft ausarbeiten zu können. Darauf verklebt man dann auch die Gleise. Dann unterbindet man tatsächlich die Übertragung der Schwingungen auf den evtl. noch darunter befindlichen Hohlkörper.
Hallo Zusammen,

...diese Schaumstoffe unter den Gleisen, wie sie zB auch von Auhagen angeboten werden oder gar eine Schaumgummimatte haben die Eigenart bei Klimaänderungen besonders gern auszudünsten, zu verhärten und dann zu zerbröseln.
Oldtimerfaher können davon ein Lied singen, wenn der Himmel herunterkommt oder die Schonbezugunterlage das Polster verfärbt und krümelt und krümelt und krümelt....

Für Gelegenheitsfahrer mal für'n Enkel so oder das eigene Kind für mal drei oder vier Jahre....., dämmt das Katogleis genial und braucht keinen Schotter.

Ansonsten gelten die hier immer wieder tausendmal diskutierten und angesagten Schallbrücken als besonders riskant.

Jürgen, nun hatte ich eine kleine Fotoreihe fertig gemacht und weiß nun nicht in welchen Faden ich das einstellen und erklären soll.

Wollen wir hier also nur allgemein "mal drüber reden" oder aktuelle Erkenntnisse einstellen, die sich mit dem anderen Faden jedoch überschneiden:
Klebung der Schalldämmung und deren Material, Klebung des Schotters und dessen Material und Kniffe gehören zwingend zusammen und sind nun über zwei Fäden irgendwie zerteilt!

Grübelnde 🤔 Grüße Sven

.
Hallo,
Ich verwende Trittschallmappen aus dem Baumarkt.

https://www.amazon.de/Laminat-Trittschalld%C3%A...k/dp/B07TYGFSWC?th=1

Kann das Zeugs auch noch zum Gestalten verwenden, z.B. Troitoirs, Randsteine uvm.

Gruess Beat
Hallo

naja, die Böschung des Kato Gleises ist schon ein Resonanzkörper an sich. Bei mir ist der Anstieg des Geräuschpegel deutlich, wenn die Züge von den Gleisen mit Gummikorkunterlage auf die Katoweichen fahren. Laminat - Trittschalldämmung habe ich im SHBF. Bringt auch nicht viel.

Ich habe ausser bei den Katoweichen überall Gummikorkunterlage drunter. Ich muss aber auch sagen, dass das Ergebnis ernüchternd ist. Die leiseste Stelle auf meiner Anlage ist der Bahnhof, wo die Gleise noch nicht geklebt, sondern nur mit ein paar wenigen Schrauben befestigt sind, bis alle Funktionstests durch sind.  Der Unterschied des Geräuschpegels zu den geklebten Steckengleisen ist frappierend. Und die Gleise sind nicht mal eingeschottert. Das kann also nur noch schlimmer werden.

Gruss

Stephan
Hallo,

ich habe zum Thema Geräschdämmung schon so viel geschrieben, dass es eigentlich kaum einen Aspekt gibt, der noch nicht geschrieben wurde.
Mit Resorb (nicht Kofferraummatten) lässt sich bei Beachtung der anderen Eckpunkte (elastische Verklebung der Komponenten) ein wirklich gutes Ergebnis erzielen: Bei mir hat sich nach inzwischen über 20 Jahren auch noch kein Resorb zerbröselt. Das Ausmaß der Geräuschdämmung ist natürlich auch abhängig vom Aufbau. Eine offene Rahmenbauweise ist etwas anderes als größere Abdeckungen mit Resonanzkörper.
Eine Einschränkung ist jedoch noch hervorzuheben: Beim Bettungsgleis von Kato / Tomix scheitert die unterlagenbedinge Schalldämmung, da die unterlagenbedinge Schalldämmung lediglich die Vibrationen und Übertragungen vom Gleis auf den Untergrund verhindern, aber nicht die Geräuschentwicklung des Gleises selber - und das Bettungsgleis von Kato / Tomix ist ein HOHLKAMMER-Bettungsgleis !! Eine unterlagenbedingte Dämmung ist nicht in der Lage, die Geräuschentwicklung des Gleises selber zu eliminieren.

Viele Grüße
Frank

  

Hallo,

angefangen hatte ich ohne Geräuschdämmung in meiner Jugend.

Später dann Kork verwendet. Effekt begrenzt, Lerneffekt: alles mit Planatol geklebt gibt einen gewissen Effekt, mit Ponal Holzleim nur minimaler Effekt.

Die aktuelle Anlage ist mit Trittschalldämmung unterlegt. Da ist nicht nur die Geräuschdämmung viel besser als bei Kork, sondern auch die nachträgliche Bearbeitbarkeit, um z.B. ein Kabel zu verstecken oder eine Vertiefung zu gestalten. Auch hier wirkt Planatol besser als Ponal - Ponal hat eben den Vorteil, dass es problemlos wieder abgeht, v.a. die Reste an rückgebauten Gleisen. Nachteil: das Material ist recht weich, was bei der Gleisverlegung v.a. am Segmentübergang zu beachten ist.

Jetzt habe ich im Thread der diesem hier vorausgeht gesehen, das einige Gummigranulatmatten verwenden. Das erscheint mir perfekt zu sein. Fester als die Trittschalldämmung, in der Dämmung sollte es mindestens genausogut sein und einen Kabelkanal o.ä. bekommt man ggf. auch reingeschnitten... Die gibt es auch praktisch auf der Rolle für eine Strecke.

Da ich meine Anlage umfassend umbaue bzw. erweitere , ist das tatsächlich wieder ein Thema bei mir...

Viele Grüße,

Simon

Hallo

Die Gummimatten sind ja schwarz. Was macht ihr, um diese bemalen zu können? Dürfte eher schwierig sein.
Ich möchte diese eigentlich auf einem Modul punktuell fixieren. Bei einem Umbau lässt sich die Matte abziehen und neu beginnen, ohne dass die Module neu gebaut werden müssen. Eine zusätzliche Lärmdämmung wäre dann noch eine Zugabe.
Ich bedanke mich schon mal für das Mitteilen euerer Erfahrungen und Ideen.

Grüsse
ROBERT
@7

Hallo Robert,

da die Matten ein gewisses Gewicht mit sich bringen, empehle ich das Material nur dort einzusetzen, wo tatsächlich auch Gleise liegen. Bei Streckengleisen ist im Regelfall nur ein schmaler Streifen erforderlich, der keiner "Bemalung" bedarf, weil eine Komplettabdeckung mit Schotter erfolgt. Sollte man trotzdem Matten großflächig verlegen  - aus welchen Gründne auch immer (Bahnhofsbereich, BW, etc.) - dann kann man die die Oberfläche mit Haftgrund o.ä. - ruhig mal bei Hr. J. Brandl schauen    -  streichen. Ich verfahre jedoch selbst bei Streifen so, obwohl es dort kein Muss ist. Unbehandelte und/oder nicht fettfreie Oberflächen können sonst einer guten Verbindung mit dem Auftrag im Wege stehen.

Viele Grüße
Frank  

Hallo Jürgen.

Wir haben sehr gute Erfahrungen mit einem Filsstoff, 1 mm dick.
Dieser kann man mit doppelseitigen Teppich-Klebeband auf die Platte aufkleben und Ruhe ist im Karton.
Somit wird der Resonanzkörper Modelleisenbahnplatte eliminiert.
Den Stoff bekommt man überall im Handel in fast allen Farben.

Gruß Klaro
Hallo Klaro,

Filz klingt interessant. Womit habt Ihr die Gleise eingeschottert, ohne den Filz zu durchtränken und damit wieder eine Geräuschbrücke zu erzeugen?

Grüße, Jürgen
Moin,

ich arbeite ausschließlich mit Resorb (bezogen von Frank/PoetRandy). 3mm Unterlage und dann nochmals 3mm für das Gleisbett /Schotterunterlage. Der verwendete Kleber hat nach meiner Beobachtung kaum Auswirkung auf die Geräuschentwicklung (auch wenn die Theorie/der Profi etwas anderes sagt). Inzwischen verwende ich nur noch Patex-Montagekleber Power. Viel wichtiger ist der Unterbau, wie auch in #5 schon geschrieben. Dort, wo ich auf einen offenen Rahmen nur die Trasse für die Schiene gelegt habe, ist es leiser, als z.T. im Schattenbahnhof, wo eine ganze Platte auf dem Rahmen liegt. Aber auch dort hört man kaum etwas.  Im Schattenbahnhof habe ich flächig 6mm Resorb liegen, mein Eindruck ist, auch die Dicke hilft zur Geräuschdämmung.

LG Rimbert

Wer für die Geräuschdämmung mehr ausgeben möchte als für die Moba, könnte zu so einem System greifen:

https://www.isonoe.com/wp-content/gallery/audio-isolation-system/01_iso_feet.jpg

Hi, ich habe meine Anlage auf mindestens 5cm Styrodur aufgebaut. Zuerst gab es ganz wenig Geräusch. Nach dem Einschottern mit Weißleim wurde es deutlich lauter.
Grüße
Sebastian
Hallo Jürgen.

Den Fils gründlich imprägnieren, naß in naß. Danach unbedingt Tests durchführen bevor Anwendung.

Klaro
Hallo,

vom Material her sind weder Filz, noch Styropor, Styrodur, Schaumstoff oder Kork für efektive Schalldämmung und Abkopplung von Vibrationen geeignet..........das spezifische Gewicht bzw. die Dichte / die Masse ist zu gering. Ich erlaube mir auf die alten Ausführungen zur Schwingungstechnik zu verweisen.

Viele Grüße
Frank
Hallo Jürgen (RhönbahNer),

danke fürs Teilen Deiner Erkenntnise.
Man entscheidet sich ja im Normallfall für eine Lösung und hat dann keine Möglichkeit zum Vergleich.
Daher sind Deine Erkenntnisse nicht nur nützlich, sondern auch interessant.

Schöne Grüße
Ralf aka Randor
Hallo,

stellt euch doch mal neben ein viel befahrene Eisenbahnstrecke und setzt den Geräuschpegel mal ins verhältnis zu dem eurer Moba.
Macht auch mal einen Probeaufbau mit einem Oval auf verschiedenen Holzplatten: Der Aufbau auf einer OSB-Platte wird der leiseste sein, da durch die Struktur der Fasern die Rollgeräusche nicht weitergeleitet werden.

Grüße Michael Peters
Hallo,

kann die hier mehrfache Empfehlung für Trittschalldämmung aus eigener Erfahrung nur bestätigen.

Liegt bei mir seit mehreren Jahren ohne Alterungsprozeß. Konstengünstig und leicht zu verarbeiten mit Cutter-Messer. Kleben mit Leim o.ä. geht sehr gut. Damit läßt sich leicht ein Trassenprofil gemäß NEM erzeugen. Auch der Schotter klebt darauf gut.

Wie auch schon erwähnt, sind kleinere Vertiefungen einfach: Z.B. hatte ich neben der Trasse einen Wassergraben eingeritzt.

Schöne Grüße aus Hildesheim

Ulrich Analogfahrer

    
#15 Hallo Frank.

Kaufe dir einfach einen Filsstoff und probiere dies mal aus.
Dann weist du, was Laufruhe bedeutet.

Gruß Klaro
Hallo

ein grosser Nachteil der Trittschalldämmung ist, dass bei punktueller Belastung sich diese verformt. da hat man schnell eine Delle drin, wenn man sich kurz auf z.B. einer Strecke abstützt. Und meine Erfahrung bzgl. Schalldämmung ist eher ernüchternd.

Ich habe auf meiner Anlage 3 Abschnitte:

1. Kato Weichen mit Böschung mit doppelseitigem Klebeband auf Trittschalldämmung geklebt: am lautesten
2. SHBF: böschungslose Gleise auf Trittschalldämmung: immer noch ziemlich laut, aber leiser als 1.
3. böschungslose Gleise auf Gummikork. die leiste unter den drei Optionen, aber weit weg von sehr leise.  

Wenn 4 Züge gleichzeitig fahren, ist kein Sounddekoder mehr zu hören


Gruss

Stephan

@20

Hallo Stephan,

deine Erfahrung mit Trittschalldämmung kann ich gut nachvollziehen, aber genau deshalb hat "Trittschalldämmung" auch relativ wenig bis gar nichts mit "Schalldämmung" zu tun.

Die Beschreibung der 3 Abschnitte ist logisch nachvollziehbar. Kato ist ein Hohlkammergleis und bringt daher einen eigenen Resonanzkörper mit sich, der durch eine Unterlagendämmung nicht zu beeinflussen ist. Im Schattenbahnhof liegt kein Hohlkammergleis, aber die Gleise liegen im "Schatten", also in einem wahrscheinlich überbauten Raum (Klangkörper). Der dritte Abschnitt wurde mit Gummikork versorgt, wobei Kork der Trittschalldämmung zugerechnet wird und nicht der Schalldämmung. Eine Verwendung von Resorb (kautschukgebundenes Gummigranulat) würde sicherlich bessere Werte erzielen - natürlich auch hier in Abhängigkeit vom Aufbau.

Da ich Resorb verwende und meine Triebfahrzeue auf GAM umrüste, hört man wirklich nur das Rollen der Räder auf den Profilen und dass empfinde ich als sehr angenehm. Auf einen Schattenbahnhof habe ich bewußt verzichtet.

Wenn sich jemand für wirkungsvolle Geräschdämmung interessiert (es gibt ja auch Modellbahn-Kollegen, wo das kein Thema ist, was absolut ok ist), dem empfehle ich einfach vor dem Bau der Anlage verschiedene Materialien zu testen.
Natürlich biete ich auch individuelle Beratung an oder man kommt einfach bei mir nach Voranmeldung vorbei.

Viele Grüße
Frank

Hallo Frank

ich bin noch im Rohbau, daher bildet die Landschaft noch kein Hohlraum. Da ich mit Schaum arbeite, wird es hoffentlich mit der Landschaft etwas leiser, da die Züge dann hinter dem Berg fahren

Gruss

Stephan



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