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THEMA: Oberleitung Demontage

THEMA: Oberleitung Demontage
Startbeitrag
Joachim04 - 25.02.25 09:21
Guten Morgen,  ich habe ein Problem wegen der verbauten Oberleitung.  Ich habe mir eine modellbahn mit der Größe 3,82x2 m gekauft. Diese ist fast auf der ganzen Fläche mit einer Oberleitung überspannt. Da die Anlage in 3 Teile geteilt werden muss ist meine Frage wie kann man die Oberleitung ohne größeren Schaden anzurichten trennen. Über hilfreiche Antworten würde ich mich freuen.
Joachim04

Moin Joachim,

um welche Oberleitung handelt es sich? Üblicherweise müsste man die Fahrdrähte an den Trennstellen aushängen können.

Gruß
Jürgen
Die Oberleitung ist von Sommerfeld
Die Oberleitung von Sommerfeld wird oft gelötet. Du kannst also probieren, die Oberleitung an den Masten zu entlöten. Wenn das nicht geht, dann bleibt dir nichts übrig als die Stellen zu trennen und dann später diese Abschnitte neu verbinden.
Danke für die Antwort,  dann werde ich das mal probieren
Hallo Joachim,

die Sommerfeldt Oberleitung muss gelötet sein, anders geht das nicht. Das Ganze ist eine ziemliche Herausforderung, ich empfehle dir vor dem Zerlegen der Anlage dich mit der Anleitung von Sommerfeldt zu beschäftigen. Als ich meine Anlage gebaut habe gab es außer Sommerfeldt nur Vollmer, ich habe mich für Sommerfeldt entscheiden und auch die Anleitung gekauft. Wo ich die gelassen hab weiß ich leider nicht. Auf jeden Fall sollte man das Prinzip verstehen, auch wenn man "nur" eine fertige Oberleitung erhalten möchte.
Dennoch jetzt mal kurz das Wichtigste für den Umzug:

Wenn der Erbauer richtig nach der Sommerfeldt Anleitung gebaut hat dann sind die Drähte, wie beim Vorbild, abgespannt. Das macht man an speziellen Masten, an denen dann ein Radspannwerk angebaut ist. So sehen die aus:

https://www.jb-webshop.de/WebRoot/Store12/Shops.../28B8/1746/so408.jpg

In der Nachbildung des Betonteiles ist eine feine Feder eingebaut, diese wird sich beim bloßen Trennen und daraus folgendem Entspannen der Fahrleitung auch entspannen und evtl. aushängen. Damit du beim späteren Transport diese Federn nicht verlierst solltest du folgenderweise vorgehen:

Von deiner vorgesehenen Trennstelle aus musst du die Fahrleitung verfolgen und zwar bis zu diesem Radspannwerk. Zieh dann dort das Betongewicht nach oben, so dass die Feder frei wird. Hänge sie beidseitig aus und sichere sie in einer Tüte. Beim Aushängen solltest du merken, dass die Fahrleitung jetzt bis zum nächsten Festpunkt lose wird. So lose müssen alle Drähte an deinen Trennstellen sein damit du keine Feder übersiehst.
Bevor du den Fahrdraht trennst (wie auch immer, durchschneiden, vom Mast ablöten etc) miss seine genaue Länge zwischen den beiden Auslegern und schreib dir das auf. Wenn du die Anlage trennst und dann wieder zusammen baust muss der neue Fahrdraht oder der wieder angelötetete wieder genau diese Länge haben ansonsten musst du die Abspannung neu machen. Und das ist eine fummelige Angelegenheit.

Hoffe, dass ich das ausreichend erklärt habe.

In Bereichen, die du nicht trennen musst, kannst du die Federn drin lassen. Ich habe sie bei meinem Umzug trotzdem ausgebaut weil beim Transport evtl. noch mehr Spannung in die Fahrleitung kommen kann und die dir die Masten umreißen könnte. Außerdem kann sich so eine Feder beim Transport auch aushängen wenn durch Bewegung die Fahrleitung entspannt wird... Diese Federn neu zu besorgen ist echt schwierig, also gut drauf achten.

Grüße Torsten
Hallo Torsten,

das stimmt doch nur zum Teil. Die alte Sommerfeldt-Oberleitung wurde nicht gelötet, sondern die Drahtelemente nur eingehakt. Erkennbar sowohl an den Masten (die Fahrdraht-Halterung ist nach unten ausgebeult), als auch an den Drähten, bei denen Fahrleitung und Tragseil am Ende nicht offen sind, sondern als Ganzes quasi einen Ring darstellen, am Ende also ineinander übergehen und somit einfach eingeclipst werden können.
Ein Beispiel ist hier zu sehen: https://www.ebay.de/itm/305786943916
Bzw. die passenden Masten: https://www.ebay.de/itm/126958242357

Da man das aber auch auf den ersten Blick erkennt, gehe ich hier bei Joachim auch von dem neueren Modell aus, wo die Drähte verlötet sind. Sonst hätte sich die Frage gar nicht gestellt.

Viele Grüße
Falco
Hallo Falco,

interessant, verstehe, wieder was dazu gelernt... aber, muss lange her sein, denn:

als ich meine Oberleitung vor 30 Jahren geplant habe gab es praktisch fast das gleiche Sortiment wie jetzt auch.
Alle Fahrdrähte waren 0,5mm dick, den heute erhältlichen mit 300mm Länge gab es damals glaube nicht, bin mir aber nicht sicher.
Es gab einen langen Fahrdraht mit offenen Enden und verschiedene Längen mit den geschlossenen. Daran, dass bei dem langen Fahrdraht die Enden unten umgebogen waren, daran kann ich mich nicht erinnern.

Die Ausleger hatten damals nicht den Bogen unten, da stand in der Anleitung, dass man ihn unten entsprechend dem Zickzack zurecht schneiden muss. Mit den Bögen hat es auch noch einen kurzen geben müssen, deswegen heißen die auf dem von dir verlinkten Angebot vermutlich 401 L.

Ich habe auf meiner Anlage ausschließlich mit den langen Fahrdrähten gearbeitet. Die Anleitung sprach damals ausdrücklich von löten und spannen. Wobei ich schon sehe, dass man mit dem System der geschlossenen Drähte auch einfach durch stecken, umbiegen usw eine haltbare Oberleitung hin bekommen könnte wenn man die Masten mit den Bögen hat. Die scheint es aber schon seit damals nicht mehr zu geben, außer auf dem Gebrauchtmarkt.

Neuer scheinen mir die sogenannten Profi-Drähte mit 0,4mm Durchmesser zu sein, die gab es damals ganz sicher nicht, ansonsten hätte ich die verbaut. Und die sind alle offen.

Wie auch immer, gelötet oder gesteckt... wenn gespannt dann auf jeden Fall auf die Federn achten, das war mein Anliegen unter #5

Grüße Torsten
Jo, ist sicher schon etwas länger her. Ob sie sooo alt sind, weiß ich aber nicht. Der ganze Haufen, den ich mal gekauft, aber bisher noch nicht verbaut habe, sieht jetzt nicht derart antiquiert aus. Vielleicht waren die beiden Modelle auch eine Zeit lang parallel im Handel. Jedenfalls bekommt man diese Drähte auch als Neuware noch vergleichsweise oft angeboten.

Mit ensprechender Kreativität kann man sowieso alle Systeme irgendwie kombinieren. Ich habe gerade 3D-gedruckte Masten und vor allem Ausleger entworfen, an die man Viessmann-Drähte clipsen kann. Sind jetzt zwar deutlich wabbeliger, weil eben Plastik, funktioniert aber durchaus, zumindest im Testbetrieb. Die Viessmann-Masten kann man ja fast nicht bezahlen.
Hallo Falco,

richtig, auch die Sommerfeldt-Masten waren damals ein massives Kostenobjekt.
Außerdem haben die Turmmasten diese Armierung, auch die Abspannmasten.
Von den Kosten der Quertragwerke war ich damals auch geschockt. Was tun?
Masten hatte damals als Ätzbausatz auch eine andere Fa, ich weiß nicht mehr wer das war aber ich hatte damals schon Erfahrungen im ätzen und löten konnte ich auch schon. Also, Masten selber gezeichnet und geätzt.
Die Quertragwerke, zu klobig und zu teuer, Kleinteile gezeichnet und geätzt, dann erst mal einen Plan gemacht, daraus abgeleitet dann die Quertragwerke zusammen gelötet. Lange Rede kurzer Sinn, die Bilder sagen mehr als 1000 Worte.

Grüße Torsten

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Das sieht toll aus, aber der Aufwand ist ja schon erheblich. Man meint, die Oberleitung ist weit aufwendiger als der Gleisbau.
Hallo Falco,

das stimmt, vor Allem der Erhaltungsaufwand... da geht immer mal was kaputt und muss repariert werden.
Und ich bin immer noch nicht fertig. Im Untergrund kann ich leider noch nicht mit gehobenen Stromabnehmern fahren weil ich da an einigen Stellen einfach nicht genug Platz nach oben habe. Da hatte ich schon mal mit einer Tunneloberleitung angefangen aber das ging auch nicht überall. Irgendwann muss ich da noch mal ran und Platz nach oben schaffen, besonders an den Segmentübergängen. Dann ein paar Fangstellen um die Stromabnehmer wieder untern den Draht zu bringen, also wieder abzusenken. Beim Umbau meiner Loks auf neue Schleifleisten hab ich in die Stromabnehmer gleich eine Höhenbegrenzung eingebaut, das muss dann noch bei den nicht umgebauten gemacht werden. Und dann gibt es noch die neuere Arnold-Loks. Die haben schmalere Schleifleisten, damit werde ich nicht unter der nach den Sommerfeldt Vorgaben gebauten Fahrleitung fahren können. Da ist das Zick-Zack einfach zu groß.

Übrigens der Plan im ersten Bild unter #9 ist eine 1:1 Zeichnung. Die hab ich direkt nach dem Gleisbau auf die Gleise gelegt und dann mit einem Filz die Gleise in das Papier gedrückt und dann mit dem Bleistift nachgezeichnet. Nach der Planung dann das ganze wieder auf die Gleise und die Anrisse für die Masten direkt durch das Papier auf die Platte gebracht.

Ja, das war alles aufwendig... aber das ist auch nicht an einem Wochenende passiert. Wie gesagt, vor fast 30 Jahren angefangen.

Grüße Torsten
Hallo Torsten,

das Problem mit der Höhe an einigen Stellen hatte ich auch. Ich habe einfach leicht u-förmige dickere Pappstreifen angeklebt. Damit werden die Stromabnehmer an den Stellen nach unten gedrückt. Das funktioniert zuverlässig. Im Tunnel sieht man es ja nicht.

Gruß
Jürgen


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