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THEMA: Kanada kündigt Hochgeschwindigkeitsstrecke an

THEMA: Kanada kündigt Hochgeschwindigkeitsstrecke an
Startbeitrag
Neuengland - 22.02.25 01:58
Kanadas scheidender Premierminister hat den Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Toronto und Quebec angekündigt: https://www.youtube.com/watch?v=NEsHzWZzdww bzw. https://www.heise.de/news/Kanada-plant-Hochges...c-City-10289728.html (eigene Strecke, 300 km/h ...) . Es wäre das größte Infrastrukturprojekt aller Zeiten und würde die bisherige Fahrzeit zwischen Toronto und Montreal auf etwa drei Stunden halbieren.

I live in Toronto and there have been high speed rail "studies" since the early 1970s. It's not going to happen when the new conservative government comes in. Even if it does happen, I won't be around to see it in operation since I'm almost 70 years old.
Moin,

Auch ich lebe bei Toronto, und die Nachricht, daß ein Hochgeschwindigkeitszug zwischen Toronto und Quebec City geplant ist, ruft bei den meisten nur ein großes Gähnen hervor. Wie 5411 schon erwähnte, kommen diese Pläne alle Jubeljahre mal aus der Schublade (wenn immer Politiker sich profilieren oder von anderen Problemen ablenken wollen). Dieser neueste Plan sieht vor, die Planungen in einigen Jahren zum Abschluß zu bringen, worauf dann die Gelder für den eigentlichen Bau locker gemacht werden...

In der Zwischenzeit wechseln Regierungen auf allen Ebenen, und alles wird wieder wie immer im Sande verlaufen. Und den Meldungen zufolge sollen die geplanten "Hochgeschwindigkeits"züge die Reisezeit zwischen Toronto und Montreal auf drei Stunden verkürzen. Drei Stunden! Für 540 km! Da kann man ja fast nebenherlaufen... Nicht gerade sehr hohe Geschwindigkeit; in Europa bräuchte man für dieselbe Strecke so um die zwei Stunden.

Der Grund ist wohl, weil sämtliche Orte zwischen Toronto und Montreal bedient werden wollen, und so soll dieser "Hochgeschwindigkeits"zug an jeder Milchkanne halten. Viel besser wäre es, zwischen den beiden Großstädte non-stop durchzufahren, aber dazu wird es aus politischen Gründen nicht kommen.

Also wird es (mal wieder) nichts aus diesen hochtrabenden Ideen, und die Regierungen auf allen Ebenen täten besser daran, das bestehende System zu verbessern, und dazu gehört als erstes, den Vorrang von Güterzügen vor Personenzügen zu eliminieren. Aber ich sehe eher Schweine fliegen als daß das passiert.

Kommentare von anderen Forumsmitgliedern aus Canada?

Gruß,

Andy
Guten Morgen in die Runde,
....nicht nur Canada baut neue High Speed lines - auch der beruehmt-(und unter Dispatchern) beruechtigte Tehachapi Loop in Californien wird bald von einer High Speed Line umfahren werden....
Damit wird - wenn auch nicht in unmittelbarer Zukunft - das Spektakel des Tehachapi Loops der Vergangenheit angehoeren....
Gruesse
FreddieW

https://www.linkedin.com/posts/california-high-...mp;utm_campaign=copy
Ob´s nicht gscheiter wär, die würden Wohnungen bauen statt Spielsachen? Laut kanadischer Nationalbank (oder wie das dort heißt) kostet das Wohnen den Mediankanadier mittlerweile 70% seines/ihres Einkommens. Da kann sich eh keiner mehr die Tickets leisten.

Andras

Grüezi

… deswegen baue ich meine Modellbahn aber nicht um. Und Turbotrains gab es ja schon mal im Modell.
Ich bin gespannt wann die Siemens-Züge im Modell kommen.

Gruess, André
Hallo Andy,

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Der Grund ist wohl, weil sämtliche Orte zwischen Toronto und Montreal bedient werden wollen, und so soll dieser "Hochgeschwindigkeits"zug an jeder Milchkanne halten. Viel besser wäre es, zwischen den beiden Großstädte non-stop durchzufahren, aber dazu wird es aus politischen Gründen nicht kommen.



man kann ja das eine tun, ohne das andere zu lassen. Die Kanadier sollten aus der deutschen Hochgeschwindigkeitsgenese lernen. Hierzulande sind die HGV-Strecken mit vielen Zugeständnissen an lokale Befindlichkeiten entstanden. Natürlich darf auch nicht der Aspekt ausser Acht gelassen werden, dass die deutsche Siedlungsstruktur eine sehr dezentralisierte ist und beispielsweise der Vergleich mit den in Frankreich auf Paris orientierte Verkehrsbeziehungen hinkt.

In den letzten Jahren haben sich hierzulande sehr erfolgreich und beliebt Sprinterverbindungen etabliert, ohne auf Züge zu verzichten, die öfter halten.
So könnte es auch in Kanada sein, indem Direktverbindungen zwischen den Metropolen die Rennstrecke nicht verlassen und »Locals« entsprechend ausgefädelt werden.
Die Erfahrungen zeigen eindrücklich, dass alle Bahnverbindungen unter vier Stunden parallele Flugverbindungen weitgehend obsolet werden lassen. Insofern würden schon die geplanten drei Stunden eine wesentliche Verlagerung auslösen.
Eine Frage dürfte sein, welche zusätzlichen Kosten durch die Kombination aus einer durchgehenden Strecke mit Ausfädelungen versus nur einer alle Orte verbindenden Linie, anfallen würden.

Schöne Grüße, Carsten


PS: von irren Wohnkosten in Montreal habe ich im Freundeskreis auch gehört. Trotz Eigentumswohnung fallen »Nebenkosten« an, die auch heutzutage in D im Bereich »Warmmiete« liegen 🫣
Hallo,

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Also wird es (mal wieder) nichts aus diesen hochtrabenden Ideen, und die Regierungen auf allen Ebenen täten besser daran, das bestehende System zu verbessern, und dazu gehört als erstes, den Vorrang von Güterzügen vor Personenzügen zu eliminieren.



Damit kommt man aber begrenzt weit. Die Kapazität bleibt limitiert und wirklich Schnell wird es auch nicht, d.h. man holt wenig Verkehr aus Flugzeug und Straße auf die Schiene.

Tatsächlich wurde der Auftrag zum Bau und Betrieb vergeben - auch wenn von Ausschreibungsgewinn bis unterschriebener Vertrag stets noch eine Strecke Weg liegt und man ein Projekt stoppen kann, so ist das schon ein gewisser "point of no return". Es sind eben nicht mehr nur Planungen, die man vielleicht irgendwann realisiert oder nicht.
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:



Laut kanadischer Nationalbank (oder wie das dort heißt) kostet das Wohnen den Mediankanadier mittlerweile 70% seines/ihres Einkommens



Das muss man differenzierter sehen, im Schnitt 70% lese ich aus den Daten nicht - Metropolen wie Toronto sind teuer, Singapur, New York, London, Paris dürften aber noch drüber liegen.

Ob mit dem gleichen Invest an andere Stelle mehr senkende Effekte auf die Wohnkosten erzielt werden kann, bleibt fraglich. Mit schnelleren Verbindungen entzerrt man ja.

Zudem erschließt man neu, indem zahlreiche Orte angebunden werden, die von VIA heute nicht bedient werden.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

So könnte es auch in Kanada sein, indem Direktverbindungen zwischen den Metropolen die Rennstrecke nicht verlassen und »Locals« entsprechend ausgefädelt werden.



Ich kenne das Betriebskonzept nicht im Detail, aber soweit ich weiß ist genau das der Plan. Das sieht man auch am Streckenplan, Ottwawa kann umfahren werden - ansonsten sind es gar nicht so viele Halte. Wenn ich mich recht erinnere sind für Torono-Montreal sind die schnellsten Verbindungen mit 2:35 geplant.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

in Europa bräuchte man für dieselbe Strecke so um die zwei Stunden.



In Deutschland sind solche Reisezeiten schon eher die Ausnahme... Italien, Frankreich, Spanien klar, die haben ja auch ein echtes Hochgeschwindigkeitsnetz gebaut. HFR ist ja explizit keine Hochgeschwindigkeitsstrecke, sondern eine "High Frequency Rail", d.h. hier wird der Invest schon massiv reduziert. Sicherlich werden damit auch Chancen vertan...

Viele Grüße,

Simon





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Ging auch um den Median und nicht den Schnitt.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Ging auch um den Median und nicht den Schnitt.



Hast du denn eine Quelle? Auch das kann ich nicht herauslesen aus den mir bekannten Daten.

Viele Grüße,

Simon

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Der Grund ist wohl, weil sämtliche Orte zwischen Toronto und Montreal bedient werden wollen, und so soll dieser "Hochgeschwindigkeits"zug an jeder Milchkanne halten.



Das ist in Japan aber nicht viel anderes - während der Nozomi oft durchrauscht, hält der Kodama auch an Milchkannen wie Aioi (28000 Einwohner) und wird da in 5 Minuten Aufenthalt von zwei anderen Zügen überholt.

/Martin
Hallo allerseits.
Anmerkung zu #3: California baut tatsächlich eine Hochgeschwindigkeitsstrecke, die den Gebirgszug zwischen Nord und Süd via einem Tunnel nahe Tehachapi unterfahren soll - wenn sie denn jemals fertig wird.
Gegenwärtig wird diese zu Recht legendäre (oder notorische) Strecke von Amtrak nicht befahren, dort gibt es nur Güterverkehr, dieser allerdings immer spektakulär.
Wenn man von Sacramento aus nach Süden fahren will, dann verkehrt Amtrak nur bis Bakersfield. Der Coast Starlight nimmt die Küstenlinie und Personenverkehr gibt es in Tehachapi nur in Ausnahmefällen, wenn z.B. die Küstenlinie unterbrochen ist.
Wenn man unbedingt von Bakersfield in die LA-Gegend mit Amtrak fahren will, dann gibt es einen "Thruway", das ist ein Linienbus mit Amtrak-logo, der diese Strecke auf der Strasse überbrückt.

https://www.amtrak.com/content/dam/projects/dot...ystem-Map-020923.pdf

Grüße aus Sacramento, CA
Moin,

Trotz aller guten Beiträge und Anmerkungen hier glaube ich persönlich nicht, daß es zu meinen Lebzeiten noch einen Hochgeschwindigkeitsverkehr zwischen Toronto und Montreal gibt (ich bin 65...). Die Erfahrungen aus der Vergangenheit zeigen, daß es bei solchen Projekten immer nur bei Versprechen bleibt; getan wird so gut wie nichts (außer viel Geld für Gutachten o.ä. ausgeben).

Die nächste Bundesregierung wird (wahrscheinlich) eine andere Farbe haben und wie üblich Versprechen der alten Regierung nicht einhalten (aus welchen Gründen auch immer). Dann kommen natürlich noch irgendwelche Naturschützer ans Tageslicht (hier gibt's auch Tierarten, deren Lebensraum geschützt werden muß), und höchstwahrscheinlich muß auch darauf geachtet werden, daß die geplante Trasse von den Indigenen, über deren Land sie zwangsläufig führt, gebilligt wird. Die Rechtsanwälte reiben sich schon die Hände ob der ganzen Verfahren, die es geben wird...

Ich will mich gerne eines Besseren belehren lassen, und vielleicht können meine Kinder und Enkel sich an dieser Bahnlinie erfreuen (solange sie nicht so ein "White Elephant" wie Montreal's Mirabel Airport wird).

Gruß aus Ontario,

Andy
An Zugverbindungen und -taktungen wird es sicherlich nicht scheitern, wenn eine separate Strecke à la Japan oder Frankreich tatsächlich Realität werden sollte. Montreal wäre übrigens nicht der Endpunkt, sondern läge wie Frankfurt in good old Germany eher auf halber Strecke. Da könnten dann zwischen den beiden Metropolen Toronto und Montreal andere Verbindungen angeboten werden als auf dem östlichen Teil nach Quebec.



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