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THEMA: Händler Modellbauland in Fulda schliesst
"Der Zug ist abgefahren": Modellbauland verliert gegen Internet und Handy:
https://m.osthessen-news.de/beitrag.php?id=11772183
Grüße Andreas
Wie wärs wenn wir ihm €60.000 spenden würden? Ginge es dann noch weiter?
LG ChristiaN
so traurig es ist, zeigt es aber auch, daß dieser Händler den Anschluß (eben den ins "world wide web") schon lange verpasst hatte! Man kann mit den Gegebenheiten hadern, klar. Aber wenn ich als Kaufmann überleben möchte in der heutigen Zeit führt kein Weg daran vorbei, auch in den "neuen" Medien präsent zu sein.
Keine "First-Level-Domain", sondern ein unterirdischer Webauftritt bei einem Seitenbereitsteller mit Second-Level-Domain. Und dann noch ausgerechnet dieser, "Wix.com"!
https://modellbaulandfulda.wixsite.com/modellbauland-fulda
Und dabei scheint der Händler durchaus kompetent, die Bilder zeigen eine Auswahl auch jenseits des "Mainstreams", MKB hat nicht jeder am Lager! Und die Bilder zeigen auch Dioramen, die durchaus vorzeigbar sind. Entweder erstellt von ihm selbst oder vielleicht auch treuen Kunden, das weiß man ja nicht. Auf jeden Fall wäre wohl das Potential für einen brauchbaren Fachhandel vor Ort, zu dem man gerne mal geht, gegeben.
Andererseits ist da natürlich eine Bekanntheit auch überregional heute überlebenswichtig. Und, natürlich nicht zuletzt über die Schaufenstergestaltung könnte man noch mal nachdenken *g*. Ich weiß nicht, ob ich einen Händler präferieren würde, bei dem die Kloschüssel im Schaufenster steht *lol*. Aber das sind eher Peanuts.
Werbetrommel rühren in den Medien, über Seminare in Verbindung mit Urlaubsaufenthalten nachdenken, Fulda und Umgebung bieten ja vieles für einen angeregten Fremdenverkehr. Partner suchen, die Pensionszimmer mit Seminarbesuch vermieten. Fratzenbuch, Fremdenverkehrsvereine, regionale Presse, und, und, und... - viel Aufwand, ja. Und er hätte wohl schon 10, 15, 20 Jahre früher damit starten müssen.
Daneben natürlich auch der obligatorische Webshop, auch der fehlt komplett. Keine "eyecatcher", typische Sonderangebote, die auch Schnäppchenjäger gelegentlich mal auf die Webseite locken. Aber auch "Oppa", der vielleicht schon 30 Jahre Stammkunde ist, aber jetzt nicht mehr gut zu Fuß/Auto/Nahverkehr, seine Gelüste weiterhin bei "seinem" Händler zu stillen. Und das soll ja ein immer noch wachsender Kundenkreis sein *rotfl*...
Jedenfalls scheint dort ein echtes regionales Original mehr die Flügel zu strecken. Oder Sohnemann hat die Lust verloren, wie der Vater vorher einen 16h-Tag 6 Tage die Woche für dann vielleicht umgerechnet 5 € die Stunde abzuarbeiten...
meint grüßend
Roland
das war nun auch der letzte Modellbahnladen in Fulda.
Als Hr. Glebe sich 2016 oder 2017 aus Altersgründen zurückzog, wunderte ich mich bereits, daß Wolfgang Bohn noch den Mut aufbrachte, dort neu einzusteigen; hatte aber den Eindruck, daß auch er versuchte, sein Hobby zum Beruf zu machen. Der Laden ist noch in der Innenstadt, jedoch etwas abseits, was Laufkundschaft nicht zuträglich ist. Der Verzicht auf einen überzeugenden Internetauftritt wunderte mich damals schon und gab mir Anlaß zur Frage, wie lange das wohl gutginge. Angesichts dessen staune ich, daß er überhaupt so lange durchgehalten hat.
Es gab in den 80er Jahren 3 Läden in Fulda, für eine 60.000-Einwohner-Stadt damals eine Menge.
Grüße, Jürgen
interessanter Satz am Ende des Artikels: Die Zielgruppe stirbt aus. Und ich denke der Autor hat damit nicht unrecht. Es geht zwar langsam, sodass es kaum wahrgenommmen wird, aber ich denke es stimmt. Und die Bestellungen im Internet machen die Sache ja auch nicht besser (ich nehme mich da nicht aus).
Heutzutage muss alles schnell gehen, schnelle Befriedigung verschaffen, also wird TikTok und Instagram geschaut, da hat keiner mehr Zeit ein Modell oder gar eine ganze Anlage zu bauen.
Gruß Ronny
natürlich ist das Wegsterben der modellbahnaffinen Generation ein Argument, der Hauptgrund für das Händlersterben jedoch heißt m.E. Internet.
Wenn ich zurückdenke: Früher ging man auf der Suche nach einem bestimmten Artikel von einem Moba-Laden zum anderen (auch in Kaufhäusern fand man oft eine entsprechende Abteilung); fand man nichts, wälzte man Kataloge und bekniete den Stammhändler, es für sich zu bestellen; anschließend hieß es u.U. wochenlang warten. Warum? Die Hersteller selbst belieferten keine Privatpersonen, und über Geschäfte jenseits des eigenen Bewegungsradius gab es kaum Informationen.
Heute hat man mit einem Klick Zugriff auf das gesamte Spektrum des Verfügbaren, warum sollte man sich dann noch die Mühe machen, in die Innenstadt zu gehen, wenn der letzte verbliebene Händler den gewünschten Artikel nicht vorrätig hat und selber erst bestellen muß? Das kann man im Gegensatz zu früher heute genausogut selber erledigen, dazu billiger und bequemer. Selbst Läden wie Media-Markt, die früher aufgrund der aus damaliger Sicht Riesenauswahl und günstiger Preise der Schreck der Fachhändler waren, sind heute aufgrund des im Vergleich zum Internet eingeschränkten Angebots in den Läden bereits uninteressant. Weiterhin ist das Spektrum zwielichtiger Zeitgenossen, die die Innenstädte heute bevölkern, der Lust auf einen Stadtbummel nicht wirklich zuträglich.
Wenn ich es vermeiden kann, in der Stadt einkaufen zu müssen, werde ich es nicht tun. Fach (nicht nur MoBa-) geschäfte, bei denen die eigene Anwesenheit keine handfesten Vorteile bringt (mehrmaliges Zurückschicken ist umständlicher als Anprobieren direkt im Schuh- oder Bekleidungsladen), sind ein Auslaufmodell und werden aussterben.
Grüße, Jürgen
So unschön das ist wenn ein Mobahändler aufgeben muß.Aber zur Wahrheit gehört einfach dazu,das Moba heute
nicht mehr den Stellenwert hat wie früher und das sich viele Moba heutzutage auch nicht mehr leisten können.
Das viele sich zur Coronazeit wieder der Moba erinnert haben war nicht von Dauer.
Gruß
Frank
"der letzte Modellbahnladen in Fulda" stimmt so aber nicht, es gibt in Fulda noch den Peter Müller, "Modellbahnwelt Fulda", in der Florengasse.
Viele Grüße,
Uwe
Andererseits geht dem Hobby an sich die Puste aus, die Jugend heute, will schnelle Ergebnisse, und da gehts nur Digital, wer will schon im Keller sitzen und Bäumchen bauen, und für eine fertige Anlage tausende von Euros investieren?
Au Grund der fehlenden kritischen Masse der Käufer, werden die Stückzahlen immer geringer, die Preise höher, und die Qualität immer mauer. EIn Triebzug kostet soviel wie eine Konsole, Eine Soundlok soviel wie 6 Mario Spiele, etc. etc. Mit den Kindern (wenn es überhaupt noch welche gibt ) spielen die Eltern nicht mehr, da dafür keine Zeit mehr ist. Das geht nicht nur der Modellbahn so.
Auch im Sport ist dieser Wandel zu bemerken, Statt Tennis zu lernen, spielen die Leute heute Paddle-Tennis, schnell gelernt, erfordert kaum Technik, man kann sofort loslegen, die Platzmiete wird unter 4 Leuten geteilt, ein Clubbeitrag ist nicht mehr nötig, die Plätze müssen nicht intensiv gepflegt werden, Etc, also werden wir auch hier ein Sterben erleben.
Oder eben, das was man Fortschritt nennt, denn nicht alles was früher war, ist zwingend besser, und so passt sich unsere Freizeit an unseren Lebensstil an, für die die wir es nicht anders kennen, traurig, für die die dazukommen, ist es eben deren Lebensstil.
Wir sind ja in einem Moba Forum und daher richtet sich der Fokus naturgemäß auf dieses Genre.
Aber setzt sich dieser Trend nicht auch in vielen anderen Branchen fort? Immer mehr Einzelhändler geben auf, nicht nur wg fehlender Internet Präsenz sondern auch, weil die Konkurrenz im Netz zu groß geworden ist.
Wer von euch hat beispielsweise schulpflichtige Kinder? Kauft ihr Hefte, Blöcke und Stifte im Schreibwarenladen oder beim wöchentlichen Einkauf im Supermarkt dort gleich mit?
Es ist wohl ein Zeichen unserer Zeit daß der Einzelhandel an der Ecke langsam aber sicher verschwindet.
Und wie diese Entwicklung aufhalten, ich habe kein Rezept dazu.
Gruß
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
. Auch im Sport ist dieser Wandel zu bemerken, Statt Tennis zu lernen, spielen die Leute heute Paddle-Tennis, schnell gelernt, erfordert kaum Technik, man kann sofort loslegen, die Platzmiete wird unter 4 Leuten geteilt, ein Clubbeitrag ist nicht mehr nötig, die Plätze müssen nicht intensiv gepflegt werden, Etc, also werden wir auch hier ein Sterben erleben.
Wobei man das nicht mit den Modellbahnläden vergleichen kann. Paddle spielen eher die Leute, die auch so gar kein Tennis spielen würden. Ist also eher eine komplett neue Sportart wie Squash und Tischtennis. Das sieht man ja auch an den Zahlen. Ist eher ein Vergleich wie Modellbahn und Slot Racing.
A.T. (nicht E.T. oder AT-AT)
stimmt, an den hatte ich gar nicht mehr gedacht - aber auch das ist ein Punkt: Die Lage ind Florengasse würde ich nicht mehr als innenstadtnah bezeichnen, zufällig wird man dieses Geschäft beim Stadtbummel eher nicht entdecken. Weiterhin sind die eingeschränkten Ladenöffnungszeiten dem Publikumsverkehr nicht förderlich - aber anders wird es bei kleinen inhabergeführten Geschäften auch nicht mehr möglich sein - Ein Teufelskreis...
Viele Grüße, Jürgen
vielleicht sollten die Händler genau andersrum werben, auch mit eigener Webshop. Aber mit dem Hinweis, das man auch vor Ort mit zusätzlichem Rabatt in Höhe von 5% kaufen kann.
Dann würde mit großer Wahrscheinlichkeit auch viele kommen, der positive Nebeneffekt ist, dann die dann vielleicht auch mehr kaufen als geplant.
Wie komme ich auf 5%, ganz einfach, der Händler spart Arbeits- und Materialkosten beim Verpacken für den Onlineversand.
Grüße Henning
Kommt mal nach Hanau: Meine Frau hat einen der WENIGEN "normalen" Läden dort: EINFACH NUR SCHLIMM, Keine Übertreibung/eher Untertreibung, es gibt auch keinen anderen passenden Ausdruck dafür ! Das schreckt nicht nur alten Leute ab (die allerdings vollständig).....
Mit "meinem" Hobby setze ich auch auf RUHE (die ich beruflich freiwillig, weil "für Andere helfend tätig", nicht habe)...und dann so einen Stadt"besuch" ???
Gruß
Gert
Ja, es ist das Internet UND die Maßnahmen zu Korona gaben den Rest. Wir erinnern uns an die 10km Ausgangssperre, an die sich der größte Teil hielt. Der Verkauf über die Hintertür wurde durch einen Besorgten Fremdkümmerer, der "Nummernschilder guckte" zur Anzeige gebracht! Mein Händler des Vertrauens in bester Lage an einer Einkaufsstraße hat sich davon nicht mehr erholt und muss sich seither bis zur Rente schleppen. Das sind nicht mehr ganz 5...höchstens aber 7 Jahre.
Wenn der einen Internetshop aufmachen würde, müsste er sich in Anbetracht seiner Lage schon fragen: Wovon, Womit, Fürwen.
Mein Bau steht, weil mir 2 Weichen eines verbreiteten Systems fehlen, welches auch andere Hobbybahner benötigen könnten. Vierzehn Tage vor Weihnachten (angeblich) bestellt, bis heute nicht da! Wann? Wenns da ist! ...so die knackige Antwort. Es ist seine Stärke, aber ICH kann damit umgehen und amüsiere mich sogar.
Ich kann jedoch bei Kaufland eine Kato E69 mit 2 Anhängern für 52 Euro kaufen und mit der Karte auch noch rabattieren lassen.
Jetzt noch so eine Korona und die Krämerläden sind ein Fall für die Bilderwand im Heimatmuseum, aber ......der Wurm tickt sowieso und bald steht der Mann mit den Papiertüten vor der Tür und bringt was zu essen für eine Woche.....
...und Fulda, wurden da nicht die Eleven der Bahn auf die Zukunft eingeschworen, aber aus Kostengründen nun nicht mehr weil über Teams am Küchentisch billiger? War das nicht der Händler, der noch Auhagen in der vergilbten grauen Kiste hatte, weil dort nur Faller gekauft wird? War bei den Eleven jemand Modellbahner und fand bei ihm das Gesuchte?
Fazit:
Foto machen, Heimatmuseum übergeben, Internetausstellung angucken und bedenken: Urlaub gibt's bald auch nur noch am Küchentisch....😬
Gruß Sven
Der liebe Mann von Amazon kommt around the clock, ........
@ Loktiger, bei mir im Tennisclub, gehen die Kinder erstmal alle zum Tennis, und mit 12 jahren wandern sie ab, zum Paddle (Tischtennis ist hier kein Thema), viele Erwachsene aus dem Tennisbereich wandern ab, weil Tennis einen Club braucht, und Paddle eben nur eine APP und wenig Technik. (Bei und gibt es eine APP um Spiele zu organisieren, die für jedermann herunterzuladen ist)
Jetzt Spaß beiseite.
Ich habe vor 15 Jahren noch während meinen Dienstreisen bei Gelegenheit jeden kleinsten Mobaladen durchgefilzt auf der Suche nach älteren Modellen die in irgendeinem verstaubten Regal noch lagen, oft mit Erfolg.
Heutzutage gibt es diese kleine Händler in verschlafenen Dörflein gar nicht mehr, schon gar nicht irgendwelche lagernde ältere Artikel.
Schade. Auch schade fürs Modellbauland.
Deshalb ist mir der Verkaufswert meiner Modelle auch egal. Ich investiere in meinen Geist und Freude, nichts weiter. Als Investition, wie noch einige denken, ist das nichts. Die Nachfrage schwindet täglich, und bei der aktuellen Überpreisung ist da erst recht nichts mehr zu holen.
LG ChristiaN
Zitat - Antwort-Nr.: 17 | Name: MobafaN160
Als Investition, wie noch einige denken, ist das nichts. Die Nachfrage schwindet täglich, und bei der aktuellen Überpreisung ist da erst recht nichts mehr zu holen.
Hallo Christian,
Schwindende Nachfrage macht Überpreisungen bei Neuware riskant.
Überpreisungen bei Neuware stärken üblicherweise die Gebrauchtpreise.
Gestärkte Gebrauchtpreise begünstigen Investitionen in diese Waren.
Alles gleichzeitig klingt nicht logisch.
VG Freetrack.
ich wundere mich immer, wenn geschrieben wird, man hätte gegen das Internet verloren. Es gibt zahlreiche etablierte Läden, die einen vernünftigen Internetauftritt haben und das für alte Ladenlokal. Und die Läden verlieren nicht gegen das Internet, sondern sind Teil davon!
Wer heute meint, er könne den Online Handel komplett ignorieren, der wird halt gehen müssen. Aber das Internet ist nicht die böse Konkurrenz, sondern nur ein Medium zur Kommunikation mit den Kunden. Und man nutzt diese oder lässt es halt.
Das Internet schafft halt Transparenz. Jeder kann in Sekunden Preis, Lieferbarkeit und weitere Dinge vergleichen und sich dann seinen Lieferanten aussuchen. Nicht mehr, nicht weniger.
Um so mehr müssen sich die Händler durch guten Service, zusätzliche Dienstleistungen und auch durch eine gewisse Freundlichkeit am Markt behaupten. Für Bestellung an den Hersteller durchreichen, umpacken, abschicken allein, zahlt heute keiner mehr was extra, nur weil der Laden in der eigenen Stadt liegt.
Was den meisten bis heute nicht gelungen ist, ist es eine Vermarktungsstrategie für Dienstleistungen umzusetzen. Wenn sich Leute kostenlos im Laden stundenlang beraten lassen und dann im Internet wo anders billig einkaufen, dann ist diese Art des Diebstahls ein sehr gewaltiger Griff in die Kasse! Bei den heute immer komplexer werdenden Produkten, gerade im Digitalbereich, sollten sich die Händler über kostenpflichtigen aber sehr guten Service bemühen! Nur als ein Beispiel! Auch Produktpräsentationen, kostenpflichtig, mit Bastelseminar usw. sind Leistungen, die durchaus angeboten und nachfragt werden. Aber Kiste auf Kiste zu und dann 30% Mehrwert generieren? Nee, das geht nicht mehr.
Nebenbei: wenn Händler nicht Mal mehr gängige Ersatzteile haben, Motorkohlen, Radreifen usw. dann brauche ich den Händler auch nicht mehr.
Ich bezahle für Leistung, nicht für das Durchreichen von Waren. Daher geht der Trend auch klar in Richtung Direktvertrieb und Exklusivvermarktung.
Das Gejammer über das Internet kann ich jedenfalls nicht mehr hören.
Gruß
Klaus
Letztes Jahr war in Deutschland der meistgefeierte Geburtstag der 60., der am seltensten gefeierte Geburtstag der 6.
"Der Zug ist abgefahren" ist somit ein gesamt-gesellschaftliches Problem, welches von Jahr zu Jahr grösser wird..
LG Mike
Gruß Andreas
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
Schwindende Nachfrage macht Überpreisungen bei Neuware riskant.
Überpreisungen bei Neuware stärken üblicherweise die Gebrauchtpreise.
Gestärkte Gebrauchtpreise begünstigen Investitionen in diese Waren.
Alles gleichzeitig klingt nicht logisch
Hi Freetrack
Wenn du Gewinn machen möchtest dann musst du teurer verkaufen.
Nur wird das schwer wenn es kaum Leute gibt die dein Artikel noch möchten, und dann €800 zahlen sollen für eine Lok die neu €400 gekostet hat. Ich glaube nicht das diese Rechnung aufgeht, auch wenns Ausnahmen gibt.
LG ChristiaN
Heute ist der Markt überschwemmt und man bekommt fast nichts mehr dafür. Den Punkt haben wir bei der Modellbahn noch nicht erreicht, ist aber gut möglich, daß es in 20 Jahren auch so ist. Und ich bezweifle, daß bis dahin auch alle Hersteller durchhalten.
A.T. (nicht E.T. oder AT-AT)
die Geschäftsaufgabe ist bedauerlich und schade auch für die Geschäftstreibenden.
Ich denke aber, dass es zu pauschal ist, nur das Internet und die wegsterbende Klientel zu betrachten.
Es sind auch Dinge, wie die Standortgunst in der Region, in der man einen Laden betreibt.
Ist überhaupt genug potenzielle Kundschaft vorhanden? Ist es kaufkräftig oder preissensibel?
Und zuletzt vertrete ich die These, dass ein Webshop es noch nicht macht, weil der Aufwand dafür sehr hoch ist.
Nur wenige Händler haben einen hochwertigen Laden mit Laufkundschaft UND einen hochwertigen Webshop.
Das möchte ich gerne begründen und versuche da mal viele Eurer Argumente zu einem Gesamtbild zu fassen:
Es entsteht sehr wohl eine neue Generation, aber mit anderen Zielen.
Die klassischen Sammler und Horter sterben aus und damit auch abzusetzende Masse.
Deren Nachlass liegt bei Gebrauchthändlern und auf Börsen wie Blei, wenn er aus den 80ern stammt.
Läden mit Markenfokus setzen noch auf diese Klientel -> deshalb auch die vielen Neuentwicklungen bei MäTrix dieses Jahr. Die Altmodelle will keiner mehr.
Die jüngere Generation hortet nicht mehr und braucht zugleich eine famlientaugliche und realitätsnahe MoBa:
- Alle sollen angesprochen werden. Geschichten, Details, Atmosphäre und Erleben werden wichtiger, aber auch kindertaugliche, aber nicht kindische Hobbymodelle.
- Viele KSH sind in den 30ern oder 40ern und produzieren das, was ihnen als Kinder im Fachhandel fehlte. Sie betreiben selber Webshops und bieten Dinge, die nur einzelne, spezialisierte stationäre Händler auf Lager nehmen können.
- Die jüngere Klientel hat nur teilweise eine feinmechanische Ausbildung gehabt und möchte zielgerichtet Zeit aufwenden, mit raschem Erfolgserlebnis.
Sebb 1zu187 sagte in einem Interview, dass er den Herstellern bei Rollmaterial empfiehlt, sowohl eine abgespeckte, als auch eine High-End-Variante anzubieten, die alles kann. Damit seien beide Seiten befriedigt, die technik- und preissensiblen, aber auch diejenigen, denen es um das Erlebnis der Miniaturisierung geht, auch ohne feinmechanisches Geschick oder die Zeit dafür.
- was früher die Glasmachers-Schnecke und der Faulhabermotor waren, ist nun die Digitalprogrammierung und das Supern von Modellen mit 3D-Druck anstatt Messingschleuderguss.
Das sind neue Schwerpunkte und neue Möglichkeiten.
- Hier im Forum sind viele der preis- und techniksensiblen Kunden sichtbar, die den Preis zu Bedarf und Leistung in Relation setzen und dabei auch die technische Laufleistung beachten. -> diese Kundschaft will örtlich sehen und achtet auf Berichte und kauft aber preissensibel online.
- In der jüngeren Generation kommt das Thema Erleben für kurze Zeiträume und Individualität stärker zum Tragen. Was kann die Lok? Was bewegt sich und wie vorbildgerecht ist das? Welches Zubehör macht die Szene einzigartig und realitätsnah? Welches Gleissystem ist verfügbar, leicht zu verarbeiten oder lässt sich schnell auf- und wieder abbauen? -> diese Kundschaft sucht lokal ein funktionstüchtiges Grundsortiment zum Einstieg, ist aber empfänglich für schönes Zubehör. Die Spezialisierung erfolgt dann online.
Das erklärt den Run auf Soundloks, die Abkehr von den gleichen, groben Plastikbausätzen und die Beliebtheit für fertig lackiertes und gebautes Zubehör.
Jedoch zwei Gegenbeispiele:
Lokale Händler, wie den in meiner Nähe, haben nur eine Webvisitenkarte, punkten aber mit der Chance, gesuchte Modelle noch zu finden, die im Netz ausverkauft sind. Es sind ausländische und besondere Vorbilder in der Vitrine und seltene Hersteller im Sortiment. Die Leute kommen deshalb von weit her.
Dadurch gibt es kaum Ladenhüter (nach 2-3 Jahren ist es definitiv weg) und der Laden hält sich seit Jahrzehnten, obwohl er nicht in der Innenstadt liegt.
Wenn Modelle nicht taugen, schicken sie Ware zurück, bestellen ab oder geben es in den Abverkauf, wie manche UIC-X von FLM.
Arnold wurde z. B. erst angeboten, als ein Vertrieb in Kontinentaleuropa gegeben war.
Zubehör wird sehr defensiv beschafft. Bei Plastikbausätzen achtet man auf Modelle, die für Enkel oder Kinder interessant sind, also Rettungsdienste, Betriebswerk, Brücken, Häuser, die Geschichten erzählen.
Man verkauft nur, was man versteht.
Ein Gebrauchthändler erklärte mir jüngst, dass sie nur noch Dinge ankaufen, von denen sie nach 30 Jahren Erfahrung überzeugt sind, dass sie diese bei der Kundschaft vor Ort im Laden oder auf dem wöchentlichen Flohmarkt rasch los werden. Auch sie suchen lieber seltene, ausländische Vorbilder und Marken, wie Lemke, MU, LSM, ACME, als deutsche IC-Wagen von vor 30-40 Jahren oder "limitierte" Sammeleditionen, die keiner haben will.
Zum Internet:
Ein großes Ladengeschäft wie Schweickhardt reduzierte die Öffnungszeit, um den Webshop zu pflegen, aufgrund des Aufwands.
Meine Thesen:
- Man kann aus den Gegenbeispielen ableiten, dass es darauf ankommt, ein Gespür zu behalten, was gefragt ist, wertig bleibt und wie man sich selber vor Ungemach mit Herstellern und unzufriedener Kundschaft schützt.
- Der klassische Laden, voll mit Märklin, Trix, Roco, Faller, Noch, Preiser und Viessmann verliert und behält einen vollen Laden, wenn das Rollmaterial im Netz deutlich billiger ist.
- Wer das Besondere bietet, bleibt im Geschäft, selbst abseits der Hauptstraßen, wenn es zur erwartbaren Kundschaft passt und zumindest einigermaßen erreichbar ist.
Damit meine ich:
- Gibt es kaufkräftige, versierte und für das Thema offene Kundschaft? Kommen sie dafür auch von weiter her? In der Rhön sähe ich das weniger als in wirtschaftsintensiven Regionen, wie NRW oder Stuttgart.
- Gibt es die nicht, spielt IMHO das Internet eine größere Rolle und da dann Preis oder exklusive Auswahl aus einer Hand entscheiden, bevor man bei mehreren Webshops, jeweils Porto zahlt.
Überspitzt gesagt, würde ein Hünerbein als Laden vermutlich in Fulda auch nicht laufen, aber vielleicht ein Webshop. Im Dreiländereck D/B/NL hält er sich mit dem Alleinstellungsmerkmal eines internationalen Angebots auch vor Ort. Preissensibilität wird relativ, wenn man für ausländische Ware hohes Porto zahlt und der Laden verkehrsgünstig in einer großen, grenznahen Stadt liegt.
Kurz: die erfolgreichsten Läden haben alle Alleinstellungsmerkmale, die ein Wiederkehren oder ein Besuch des Webshop interessant machen.
Trotzdem schade, wenn ein Laden zu macht. Ich wünsche den Inhabern eine gute Abwicklung.
Viele Grüße
Firefox
dieser Trend wird weiter gehen und sich in den nächsten Jahren wohl noch verstärken.
Ich sehe es auch so, daß die Generation die wirklich in einen Laden geht - nur in den Laden geht - und nicht im Internet kauft ausstirbt.
Die jüngeren Hobbyisten (da meine ich aber nicht die 20jährigen) kaufen zumindest überwiegend im Internet.
Auch ein Indiz für mich, daß die Modellbahner weniger werden: Mir war auffällig wie viele Hobbyaufgaben/Sammlungsauflösungen und Nachlässe hier im Kleinanzeigenteil im letzten halben Jahr zu finden waren. Zeigt auch, daß der Gebrauchtwarenmarkt zusehends geflutet wird. Nur, wer soll das alles kaufen? Die "alten Hasen" haben meistens selbst die angebotenen Modell im Bestand, und die "jungen Kaninchen" interessieren sich für Analog-Loks aus 80er/90er Jahren nicht, egal ob technisch oder vom Vorbild her.
Ich weiß nicht, ob es für einen Händler so klug ist, sich auf Modellbahn-Gebrauchtware zu verlegen, wird doch vieles davon auf diversen elektronischen Marktplätzen angeboten und ins Haus geschickt.
Ohne Internet/guten Onlineshop wird ein Modellbahnhändler auf Dauer nicht überleben können, schon alleine weil es in seinem Einzugsgebiet nicht mehr ausreichend potentielle Kunden gibt. Er muß zumindest zweigleisig fahren (z. B. wie Menzel). Dementsprechend wird das Händlernetz in den nächsten Jahren geographisch noch sehr viel dünner werden.
Viele Grüße
Christian Strecker
Nur ist trotzdem die Vielfalt der zur Verfügung stehenden Artikel wesentlich gewachsen im Vergleich zu den 80ern, was es dem örtlichen Händler auch nicht einfacher macht.
Grüsse
Robert
In meiner Kindheit, ich bin BJ 64, hatten fast alle Schulfreunde eine Märklin 3 Leiter Anlage, und ich war der Einzige mit einer 2 Leiter HO. es gab in meinem Ort einen Händler, der eigentlich nur Märklin verkaufte, dann aber auch ROCO ins Sortiment aufnahm, irgendwann in den 1980 Jahren verkaufte er den Laden, und der neue Inhaber setzte die Modelleisenbahn auf den Grabbeltisch und dann gab es nur noch Lima Kaufhausware in so einer Art Kaufhaus, aber auch nur ein paar Jahre, dann war es denen wohl auch zu bunt, 2 Leiter Ware in einer 3 Leiter Welt zu verkaufen.
Aber es gab ja noch die nahe Landeshauptstadt München, und da gab es mit Egon Wiedling einen der besten Spielwarenläden der Welt, die machten schon damals mit Versand, und wir guckten uns die Nasen platt in der MOBA Abteilung im ersten Stock über den Teddybären, der hatte MOBA aus der ganzen Welt, und importierte Rivarossi, und fast alle amerikanischen und französischen sowie manchen britischen Hersteller, ein Paradis. Hinzu kamen Obletter, Fischer, ein Händler in Laim, etc. alle mit riesigen Angeboten, und auch Modellbahn Wagner, der auch sehr viel rare Modelle gerade in Spur N hatte. Egon Wiedling in der Theatinerstraße schloss als man den Theatiner Hof umbaute, obwohl es einen Nachfolger für das Geschäft gab, Fischer in der Sonnenstrasse gibt es heute nicht mehr und Obletter führt nur noch gängiges Material, aber eben nicht mehr optisch schön präsentiert.
Alle diese Händler hatten eine Anlage, einen Ausschnitt, etc in fast allen Baugrößen und der Einkauf war ein Erlebnis, man sah was man kaufte und konnte es Anfassen. Meine Rivarossi HO BR 18.5 von Egon Wiedling habe ich heute noch.
Und heute, da liegt das Zeug übereinander gestapelt, derjenige der es verkauft, weiss nix mehr vom Produkt, bei manchen Geschäften wird man vom Verkäufer nicht für voll genommen, und in grossen Geschäften geht schon ein Raunen durch den Laden, wenn man da als Erwachsener Mann eine Lok zum Schmuckpreis kauft.
Internet hat viele dieser Probleme nur offengelegt, und nebenbei ist es auch transparent was die Preise angeht, die Ware kommt diskret nach Hause, und da ich beim Händler eh nix mehr erlebe, muss ich da auch nicht hin.
Ich bin aber der Meinung, dass der Händler der sich spezialisiert auch Kunden auf der ganzen Welt finden wird, die die kommen, die die im Netz kaufen, aber für alle muss man ein Erlebnis schaffen, das zufriedenstellend ist.
Das andere Thema, ist der Gebrauchthandel, in Barcelona gab es in der Calle Pelayo einen grossen MOBA Händler der schon immer mit Gebrauchtware gehandelt hat, und zudem natürlich auch neue Produkte verkaufte, es war für alle eine Win to Win Situation, denn man konnte auch mal was neues mit Zuzahlung kaufen und bekam noch Geld für seine Loks und Wagen und sogar Häuser.
Allerdings hatten die Hersteller zu jenen Tagen auch ein festes Sortiment, und dieses wurde im Laufe der Jahre ausgebaut, die nicht mehr verkäuflichen Produkte ausgesondert, aber ein gewisser Sockel war immer vorhanden. Heute versuchen die Hersteller gerade bei SNCF, SBB, RENFE und ÖBB das Angebot kurz zu halten, man bietet mal für 2 Jahre einen Coralwagen an, danach nimmt man ihn aus dem Sortiment, und schon gehts bei Ebay los wie im Casino von Montecarlo, also wird der Preis bei der Wiederauflage nach 5 Jahren eben gleich verdreifacht, man lasse sich mal auf der Zunge zergehen, dass die Woche ein Arnold SNCF Packwagen 115 euro erbrachte, und Du für zwei Corailwagen von PIKO um die 100€ auf den Tisch legen musst, ein ganzer Zug dann mal eben 1500€, das wird auf dauer nicht funktionieren. Und aus dem deutschen Sortiment fehlen tw schon nach kurzer Laufzeit die alltäglichsten Loks und Wagen. Das ist ein Irrenhaus geworden, dem kaum noch einer folgen kann.
LG Patrick
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