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THEMA: Standort Signalfernsprecher

THEMA: Standort Signalfernsprecher
Startbeitrag
WeBe - 08.02.25 08:03
Hallo,

auf meiner Anlage ist ein Bahnhof an einer Hauptbahn mit abzweigender Nebenbahn dargestellt.
Es soll die Situation in den 70- bis 90-er Jahren bei der DR darstellen.
U. a. sind alle Einfahrtgleise mit Formsignalen gesichert. Diese Signale sind etwa gleich weit von der Einfahrtweiche entfernt, stehen also „nebeneinander“.
Es gibt noch Telegrafenmasten.
Ein Einfahrtgleis der Hauptbahn und das der Nebenbahn verlaufen in ein Stück vor dem Bahnhof parallel.
Neben den zugehörigen Einfahrtsignalen soll(en) Signalfernsprechbude(n) aufgestellt werden.

Meine Frage: Reicht eine neben dem Hauptsignal und man mutet dem Lokführer des Zuges der Nebenbahn bei Bedarf das (durchaus vielbefahrene) Gleis der Hauptbahnhof zu überschreiten und den Signalfernsprecher der Hauptbahn zu benutzen?
Oder müssen 2 Buden aufgestellt sein, weil die Fernsprechleitungen für Haupt- und Nebenbahnen getrennt sind und somit 2 Fernsprecher nötig sind?
Oder wegen des Arbeitsschutzes 2 Buden, damit das Überschreiten des Gleises vermieden wird?

Ich hoffe, es gibt jemanden, der sich in diese Situation versetzen kann und mir eine sachdienliche Antwort geben kann.
Vielen Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen
WeBe


Moin,

ohne es zu wissen, aber ich würde wenn dann den Tf der Hauptbahn das Nebengleis überschreiten lassen. Dann reicht eine Bude.

meint
Roger
Hallo Bernd,

also ich würde aus sicherheitstechnischen Gründen 2 aufstellen.
Kannst Du bitte mal ein Foto von der Situation einstellen.

Gruß Matthias
https://matzes-dr-n-bahn.de.tl/
Hallo,

im Original war die Situation etwa wie im Bf. Wechselburg aus Richtung Chemnitz-Küchwald bzw. Glauchau. Dort standen auch 2 Einfahrtsignale nebeneinander. Allerdings weiß ich nicht über Signalgernsprecher.
Heute finden dort Fahrten mit dem „Schienen-Trabi“ statt und viele Gleise u. a. sind abgebaut worden.

Ein Bild von der Situation auf meiner Anlage ist angefügt. Dort ist zurzeit eine Fernsprechbude.

Mit freundlichen Grüßen
WeBe

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Hallo Bernd,
.. dass die Signale für 2 Strecken in einem Planum stehen ist ungewöhnlich. Auszuschließen ist es vermutlich nicht, aber:

Die Kilometrierung einer Strecke beginnt am Abzweig des eigenständigen Planums der, in dem Falle " Nebenstrecke". Man erkennt das daran, dass die Strecke etwas tiefer oder höher, aber mindestens mit einem eigenen Damm neben der Hauptstrecke verläuft (2x NEM 122). Da kannst du NICHT den Regelabstand der Hersteller für 2- gleisige Anlagen ansetzen. Jede Strecke ist separat! Beispiel wäre Großpostwitz dereinst ohne den Plan jetzt genau zerlegen zu wollen.

Infolge dessen ergibt sich ganz automatisch, dass es sich um eine Einmündung der Nebenbahn handelt und erst danach die Einfahrweiche in das Bahnhofsvorfeld kommt. Daher ist auch über eine Schutzweiche nachzudenken.
Dieser Abzweig jedenfalls benötigt vermutlich auch einen eigenen Wärterposten der Nebenbahn (kleines Stellwerk) und hat somit den Meldeweg darüber, wenn er nicht schon zu ZOE,- Zeiten abgeschafft wurde.

Vor dem Abzweig steht auch das "Marzipanbrot" für das Ende des Rangierbereiches.

Fazit
Ob dafür natürlich auf kleineren Bahnen überhaupt noch Platz ist, steht auf einem ganz anderen Blatt und ich wette, dass zu meinen Überlegungen jetzt gleich ein "Dopelhöcker" mein Gras abfrisst und das Gegenteil beweist. 😆
Ich würde es aber eben so angehen....

Trotzdem ganz klar: 2 Telefonbuden!

Gruß Sven
Hallo Sven,

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

ich wette, dass zu meinen Überlegungen jetzt gleich ein "Dopelhöcker" mein Gras abfrisst und das Gegenteil beweist. 😆



Dann fang ich mal an:
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Die Kilometrierung einer Strecke beginnt am Abzweig des eigenständigen Planums der, in dem Falle " Nebenstrecke".


Nein, die Kilometrierung einer Strecke beginnt in der Regel an der Abzweigweiche des Hauptfahrweges. Wenn dies in einem Bahnhof in Fahrtrichtung auf eine andere Strecke schon vor dem Bahnsteig wäre, dann ist selbst das Bahnsteiggleis als durchgehende Hauptgleis der abzweigenden Strecke definiert und trägt deren Kilometrierung.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Infolge dessen ergibt sich ganz automatisch, dass es sich um eine Einmündung der Nebenbahn handelt und erst danach die Einfahrweiche in das Bahnhofsvorfeld kommt. Daher ist auch über eine Schutzweiche nachzudenken.


Einmündungen von Nebenbahnen in eine Hauptstrecke braucht in der Regel keine Schutzweichen. Schutzweichen sollen die Strecke vor ablaufenden Wagen sichern, die nicht auf Signale oder in moderneren Epochen auf Zugsicherungen reagieren. Nur bei speziellen Neigungsverhältnissen und verkürzten Schutzabständen oder bei Geschwindigkeiten über 160km/h braucht beim Zusammenlauf von 2 Strecken Schutzweichen. Das ist ein häufig im Modellbahnumfeld gelesener/gesehener Mythos. Ich würde mal sagen, dass die Anzahl der Abzweige mit Schutzweiche beim Vorbild im niedrigen einstelligem Prozentbereich liegt.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Dieser Abzweig jedenfalls benötigt vermutlich auch einen eigenen Wärterposten der Nebenbahn (kleines Stellwerk)


Beziehst Du Dich auf das Bild in 3? Wo siehst Du da einen Abzweig? Das ist eine ganz normale Bahnhofseinfahrt und hinten rechts sehe ich das Stellwerk.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Vor dem Abzweig steht auch das "Marzipanbrot" für das Ende des Rangierbereiches.


In einem Abzweig steht keine Rangierhalttafel, weil in einem Abzweig nicht rangiert wird. Da es sich hier aber ganz offensichtlich um einen Bahnhof handelt, könnte man natürlich durchaus eine aufstellen.

Grundsätzlich sind die Einfahrsignale zu nah an der ersten Weiche, wobei es immerhin schön ist, dass sie nicht direkt davor stehen. Wenn das hinter dem Telegrafenmast die Fernsprechbude sein soll, würde ich die Position nochmal ändern. Sie stehen normalerweise rund 10- 20m vor dem Signal, da sie meist noch zu Dampflokzeiten aufgebaut wurden und man dann Kessel voraus aus dem Führerstand nicht so weiß laufen muss.

Viele Grüße

Dirk




Hallo Dirk,

du bist offenbar ein Kenner der Materie.
Ja, die Situation auf meiner Anlage ist so wie von dir beschrieben.

Im Moment steht die Fernsprecherbude, gesehen aus Einfahrtrichtung hinter dem Telegrafenmast. Das ist falsch, ich werde es ändern.
Aber die Frage bleibt noch: Gehört an das Signal, was auf dem Bild links steht - bei mir ist das die abzweigende Nebenbahn - auch eine Signalfernsprecherbude oder nicht?

Danke für alle bisherigen Ratschläge.

Mit freundlichen Grüßen
WeBe
Ich hab es bei den moderneren F-Kisten (also keine Bude sondern die Kisten mit dem kleinen Dächlein dran) schon gesehen, dass zwei Stück direkt nebeneinander rechts des rechten Gleises stehen, Für jedes Signal einer. Warum hier nicht ein Telefon reicht, ist mir aber auch nicht ganz klar.

Carsten
Moin,

Strecken- und Signalfernsprecher waren in die Fernsprechleitung der Strecke ("Fs-Leitung") zwischen beiden Bahnhöfen eingeschaltet. Insofern hatte auch eine weitere Strecke eigene Fernsprecher. Der Fdl wusste also bei Eingehen eines Rufes immer, von welcher Strecke der Ruf kommt. Bei Gleiswechselbetrieb standen i.d.R. auch an Gegengleis an den Einfahrsignalen Fernsprecher. Es gab auch Ausnahmen, z.B. direkt nebeneinander, oder auch nur ein Fernsprecher, dann musste der Fdl den Lokführer fragen, vor welchen Signal er hält, um den Standort eindeutig zu bestimmen.

Grüße
Andreas
Hallo Andreas,

danke für die erhellende Antwort.

Dann erkläre ich die Situation auf meiner Anlage zu einer Ausnahmesituation:
Der Fdl fragt nach, vor welchem Einfahrtsignal der Lokführer hält. Da der Fdl im Stellwerk arbeitet, kann er durch Augenschein prüfen, ob diese Angabe wahr ist.
Um zur Fernsprecherbude zu gehen, hat sich der Lokführer bei Halt am Einfahrtsignal der Nebenbahn (im Bild linkes Gleis) vor dem Überschreiten der Gleise zu vergewissern, dass er sich nicht durch Zugverkehr auf der Hauptbahn in Gefahr begibt. Dafür achtet er u. a. auf die Stellung des Einfahrtsignals der Hauptbahn (im Bild rechtes Gleis).

Nochmal Dank für die Antworten,

Mit freundlichen Grüßen
WeBe






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