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THEMA: "nez cassé" Lok im DB-Netz

THEMA: "nez cassé" Lok im DB-Netz
Startbeitrag
MarcX - 10.01.25 11:34
Hallo an die SNCF Spezialisten

Ich wollte die Frage in die Runde werfen ob wer zufällig dazu sachliche Hinweiße geben kann,
welche SNCF-Lok mit der gebrochenen Nase sich auf im Grenzbereich auf der deutschen Seite aufgehalten hat?

Hatte dazu mal einen schönen Artikel gefunden, aber leider wie es so ist, finde ich diesen in der Tiefe des Netztes nicht mehr

Vielleicht gibt es da auch ein passendes Modell in unserer Spurweite?

Danke schon mal und Grüße

Hi,

elektrisch gab es bis auf Testfahrten keine SNCF-Lok, die das gemacht hat.
Die CC40100 war zwar als Viersystemlok konzipiert, aber bis auf wie gesagt Testfahrten, und Präsentation auf der IVA in München, nie auf deutschen Gleisen unterwegs.
Die SNCB hatte eine von der CC 40100 abgeleitete Baureihe 18
Diese fuhr regelmäßig bis nach Köln.
Ein Modell davon gibt es aber bisher nicht, zumindest nicht daß mir etwas ausser von Selbstbauten bekannt wäre.

Bei den Dieselloks gab's die CC 72000 bzw. 72100, die sind zumindest bis Basel gekommen. Ob noch weiter rein nach Deutschland weiß ich nicht, aber da es ja Diesel ist, wäre es auch zu anderen Grenzbahnhöfen sicher möglich.
Modelle davon gab es von Trix, und aktuell von Arnold.

Gruss
ChristiaN

Moin,

mir sind keine planmäßigen Einsätze der gebrochenen Nasen in Deutschland bekannt. Der Grund ist einerseits das unpassende Stromsystem als auch die ungleichen Sicherungseinrichtungen.
Daher wurde immer im Grenzbereich umgespannt: Straßbourg, Metz, Lauterbourg, Forbach.

es grüßt Michael
Moin,

einzig die Baugleichen Loks der NS Niederlande Reihe 1600 / 17000 /1800 kommen bis Bad Bentheim und bis vor ca. 10 Jahren bis Emmerich, dort konnte die Oberleitung von 1.500 Volt DC auf 15 kv AC umgeschaltet werden. Ansonsten nur Aachen Hbf, dort planmäßig nur SNCB Lokomotiven, Die Reihe SNCB 18 fuhr bis Köln-Deutz bis ca. ins Jahr 2000 und davor teilweise bis Dortmund Hbf. Die Systemwechsel-Bahnhöfe zur SNCF liegen auf französischem Gebiet. Bleibt nur noch Basel SBB.

Gruß Carsten
Hallo,

die Bentheimer Eisenbahn hatte kurzzeitig die 1835 der NS in ihrem Besitz (BE E01). Zwar nicht aus eigener Kraft, wurde die Lok über die Gleise der BE nach und vom Depot in Nordhorn bewegt.

Viele Grüße,
Uwe
Hallo,

vielleicht  hier:

https://www.bahnbilder.de/name/galerie/kategori...html#google_vignette

Viele Grüße    Stefan
Hallo,

neben der CC 40100 gab es noch ein paar weitere Mehrsystemloks, die auch unter 15 kV 16 2/3 Hz fahren konnten. Die hatten aber keine Nase (BB20100, BB 20200), kamen allerdings auch nach Kehl:
https://www.flickr.com/photos/42309484@N03/53318823297/in/pool-sncf/

Gruß Engelbert
Hallo Christian,

die SNCF CC40100 und SNCB 18 gab es von AIM trains´n Co als Fertigmodell

https://www.spurweite-n.de/ncontent/ndb/ndb-art...ow=6&MaxCount=11

https://www.spurweite-n.de/ncontent/ndb/ndb-art...ow=5&MaxCount=11

und zuletzt von HFR160 als Bausatz

https://hfr160.fr/produits/kits-locos/kit-cc40100-hle18/

Gruß Tom
Hallo zusammen,

analog dazu kamen DB-Mehrsystemloks ja auch nicht weit nach Frankreich oder Belgien, in die Niederlande gar nicht. Also in den Zeiten, über die wir hier reden. Für wenige Jahre kam die 410/184 bis Lüttich. aber das passte technisch nicht, was andere besser erklären können.

Die 181 fuhr bis Straßburg oder Metz, wo m.W. Lok- und Richtungswechsel war. Außerdem natürlich bis Luxemburg, die durchgängig mit DB-Loks bespannt wurden.

Fernzüge von/nach Paris über Aachen fuhren i.d.R. über Charleroi und mussten in Lüttich Richtung und Lok wechseln. Zwischen Ostende und Deutschland gab es m.W. keinen Richtungswechsel, weshalb SNCB-Loks bis Köln und zeitweise auch bis Dortmund fuhren.

Gruß

Frank
Guten Abend,
planmäßig fuhren nur "nez cassé" der SNCB, also die Loks 1801 bis 1806 bis Köln und auch bis Dortmund.

Die französische CC 40101 kam im Rahmen einer Sonderfahrt hinter einer SNCB-Diesellok bis Aachen Hbf. Dort machte der Zug einen Richtungswechsel. Dabei bewegte die CC 40101 sich mit dem Zug aus eigener Kraft und zog die Mistral-Wagen ein Stückchen vor. Das ist zwar kaum der Rede wert, aber immerhin eine "nez cassé" der SNCF unter deutschem Fahrdraht.
Diese Szene ist hier ab 8:55 zu sehen:
https://www.youtube.com/watch?v=rC7se0m6FNg&t=1202s
Viele Grüße
uNdercover
Hallo,

Die Lok fuhr aber nur auf Gleis 9, das ist umschaltbar 3 kV = / 15 kV ~. Da dürfte sie unter Gleichstrom gefahen sein.

Gruß Engelbert
Guten Abend,

man kann es kaum erkennen, aber es sieht so aus, als wären die beiden inneren Stromabnehmer am Draht. So ist sie später im Film auch in Amsterdam zu sehen. Also dürfte die von Engelbert #10 geäußerte Vermutung zutreffend sein.

Ich verstehe allerdings nicht, wie die Lok mit beiden Stromabnehmern am Draht fahren konnte, jedenfalls dann nicht, wenn die Angaben von wikipedia stimmen ...

https://de.wikipedia.org/wiki/SNCF_CC_40100#Technik

Gruß

Frank
Hallo Frank,

der zweite wird nur für die sehr leistungsintensiven Anfahrt benötigt.

Zweisystemloks der SNCF heben im Gleichstromnetz mangels zweitem Gleichstromabnehmer dann den Wechselstromabnehmer zum Anfahren, der dann später wieder eingezogen wird.  Es liegt dann nur noch der Gleichstrompantograph an.

Gruß Tom
Servus Tom,
Genau so ist's. Unter Gleichstromfahrleitung in B und NL (nicht Italien) durfte der dritte Stromabnehmer angelegt werden, der dennoch fürs DB-ÖBB-Netz bestimmt war, aber eine gleich breite Wippe und gleiches Höhenspiel hatte. Vgl. den Mehrsystem-ICE3, der in B und den NL mit dem gleichen Stromabnehmer wie in D und A auskommt, dessen Höhenspiel in den Nl  allerdings gedrosselt sein muss.
Dass es beim Ansetzen unter 1500 V= noch kühner zugehen kann, zeigen Bilder abfahrbereiter BB22200 der SNCF in Ventimiglia, deren 25-kV-Stromabnehmer mit um 500 mm schmalerem Schleifstück kurzzeitig benutzt wird. Siehe https://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_sho...Ventimiglia#x1330194
Grüße von Valéry

Wie hieß es einst bei BAP: "Weil du häss Ahnung vun dä Technik, Vun der ich nix verstonn."

Habe ich es am Ende richtig vertsanden, dass die verschiedenen Stromabnehmer wegen der verschiedenen Fahrleitungstypen nötig sind und nicht wegen der verschiedenen Stromsysteme ... ?!?

Also kann z.B. die CC 40100 mit allen Stromabnehmern auf alle Stromsysteme zugreifen, aber nicht unter allen fahren, außer ein paar Metern vielleicht ... ?!?

Dann könnte die CC 40100 in Aachen natürlich auch 15 KV abgreifen, aber unter 15 KV wären ja eigentlich nicht zwei Stromabnehmer nötig ...

Gruß

Frank
Zitat - Antwort-Nr.: 14 | Name: Frank

dass die verschiedenen Stromabnehmer wegen der verschiedenen Fahrleitungstypen nötig sind und nicht wegen der verschiedenen Stromsysteme

ist richtig. Vergleiche die Schweiz, die zwar das gleiche Bahnstromsystem wie Deutschland, Österreich und Schweden hat, jedoch ein eingeschränktes Oberleitungs-Lichtraumprofil, das auch Norwegen verwendet. Im gleichen Sinne teilen sich z.B. Belgien, Italien, Slowenien und Polen das gleiche 3 kV-Stromsystem, jedoch nicht das gleiche Lichtraumprofil; daher unterschiedliche Stromabnehmer für B bzw. It auf der CC40100 sowie dem Schweizer RAe/RABe.
Entspannte Grüße, Valéry

Guten Abend,

... dass die verschiedenartigen Stromabnehmer aufgrund der unterschiedlichen Oberleitungs-Systeme erforderlich sind, stimmt grundsätzlich.

Ergänzend jedoch der Hinweis, dass unter lediglich 1.500 bzw. 3.000 Volt Gleichstrom aufgrund der insbesondere beim Anfahren extrem großen fließenden Ströme (Ampere) grundsätzlich Stromabnehmer mit Doppel-Wippe/-Palette verwendet werden sollten:
Mit lediglich Solo-Wippe(n)/-Palette(n) ist unter Gleichstrom entsprechend sanft anzufahren.

Randnotiz: Auch z.B. beim RhB-Allegra-Triebwagen sind im Gleichstrombetrieb grundsätzlich die beiden äußeren Stromabnehmer zu verwenden und im Wechselstrombetrieb der mittlere.
Im Eisregen- oder Havarie-Fall z.B. darf aber auch dort von diesem Grundsatz abgewichen werden; technisch ist diese Ausnahme-Konstellation daher dezidiert wählbar.

Beste Grüße, Norrskenet

Hallo,

kleine Ergänzung: Neben dem lichten Raum ist auch noch der Zick-Zack wichtig. Schweizer Stromabnehmer sind insgesamt schmaler, haben auch schmalere Wippen als deutsche. Schweizer Stromabnehmer können unter deutscher Fahrleitung nicht fahren, weil die Wippen für den deutschen Zick-Zack zu schmal sind, und deutsche Stromabnehmer können wegen des lichten Raumes nicht in die Schweiz. Nur im Grenzgebiet ist die Fahrleitung nach deutschem Lichtraum und schweizer Zick-Zack verlegt, da können dann deutsche und schweizer Stromabnehmer fahren.

Gruß Engelbert
@17: Hallo Engelbert,

das aber sind keineswegs voneinander unabhängige Sachverhalte / Rahmenbedingungen, sondern das eine folgt aus dem anderen:

Der schmalere Zickzack-Kurs der Oberleitung ist (u.a. in der tunnelreichen Schweiz) dem schmaleren Lichtraumprofil dort oben geschuldet:

Genauer: Der schmaleren lichte Raum dort oben bedingt schmalere Stromabnehmer-Wippen/-Paletten und das wiederum bedingt den schmaleren Zickzack der Oberleitung.

Beste Grüße, Norrskenet


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