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THEMA: Was hat diese Achse blockiert?
THEMA: Was hat diese Achse blockiert?
hubedi - 02.12.24 18:24
Hallo zusammen,
in den letzten Tagen rollte eine FLM BR 011 mit blockierten Treibrädern auf meinen Basteltisch. Der Besitzer hatte die Lok im Vorfeld selbst mehrfach in SR24 gebadet, aber die Blockade wollte sich nicht auflösen.
Die dritte Treibradachse saß komplett fest und ließ sich nur mit Hilfe einer Stahlachse vorsichtig austreiben. Zum Vorschein kam eine weiße, bröselige Masse, die eine kristalline nach Salz aussehende Struktur aufwies (siehe Bilder). So etwas ist mir noch nicht begegnet und es sah definitiv nicht nach einem verharzten Öl aus.
Ich dachte sofort an eine Oxydation oder gar an Zinkpest. Als ich die Buchse mit Hilfe von Interdentalbürstchen und Isopropanol gereinigt hatte, war die Innenseite aber metallisch blank und es zeigten sich sogar noch Lackreste am inneren Rand der Buchse. Die Achse selbst reinigte ich mit einer Filzscheibe. Es blieben allerdings ein paar dunkle Stellen übrig, die schon an eine Oxydation erinnerten.
Nun würde es mich interessieren, ob Ihr schon einmal eine ähnliche Pampe an einer Achse gefunden habt und um was es sich handeln könnte?
LG
Hubert
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in den letzten Tagen rollte eine FLM BR 011 mit blockierten Treibrädern auf meinen Basteltisch. Der Besitzer hatte die Lok im Vorfeld selbst mehrfach in SR24 gebadet, aber die Blockade wollte sich nicht auflösen.
Die dritte Treibradachse saß komplett fest und ließ sich nur mit Hilfe einer Stahlachse vorsichtig austreiben. Zum Vorschein kam eine weiße, bröselige Masse, die eine kristalline nach Salz aussehende Struktur aufwies (siehe Bilder). So etwas ist mir noch nicht begegnet und es sah definitiv nicht nach einem verharzten Öl aus.
Ich dachte sofort an eine Oxydation oder gar an Zinkpest. Als ich die Buchse mit Hilfe von Interdentalbürstchen und Isopropanol gereinigt hatte, war die Innenseite aber metallisch blank und es zeigten sich sogar noch Lackreste am inneren Rand der Buchse. Die Achse selbst reinigte ich mit einer Filzscheibe. Es blieben allerdings ein paar dunkle Stellen übrig, die schon an eine Oxydation erinnerten.
Nun würde es mich interessieren, ob Ihr schon einmal eine ähnliche Pampe an einer Achse gefunden habt und um was es sich handeln könnte?
LG
Hubert
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Beitrag editiert am 02. 12. 2024 22:04.
Hallo Hubert,
Ich bekam gebraucht eine Minitrix Mak bei der sich eine gleiche Masse im Getriebe und in den Schneckenwindungen befand. Diese ließ sich auch nicht mit gängigen Reinigern entfernen, sondern nur mit mechanischer Reinigung. Ich vermutet "getrocknetes" Fett im Laufe der Zeit angereichert mit Schmutz. Deswegen glaube ich bei Betrachtung der Bilder an ähnliches in deinem Fall.
Beste Grüße
Thomas
Ich bekam gebraucht eine Minitrix Mak bei der sich eine gleiche Masse im Getriebe und in den Schneckenwindungen befand. Diese ließ sich auch nicht mit gängigen Reinigern entfernen, sondern nur mit mechanischer Reinigung. Ich vermutet "getrocknetes" Fett im Laufe der Zeit angereichert mit Schmutz. Deswegen glaube ich bei Betrachtung der Bilder an ähnliches in deinem Fall.
Beste Grüße
Thomas
Ralf aus Berlin - 02.12.24 18:58
Hallo Hubert,
So was hab ich an einer Lok auch noch nicht gesehen. Ausgelaufene Batterien sehen auch so aus. Welche chemische elektro Prozesse dazu führen weiß ich nicht. Da müsste man einen Chemobiologenelektriker fragen.
Die Antwort würde mich aber auch interessieren.
Gruß aus Berlin
Ralf
So was hab ich an einer Lok auch noch nicht gesehen. Ausgelaufene Batterien sehen auch so aus. Welche chemische elektro Prozesse dazu führen weiß ich nicht. Da müsste man einen Chemobiologenelektriker fragen.
Die Antwort würde mich aber auch interessieren.
Gruß aus Berlin
Ralf
Hallo
das sieht nach Labelle 106 oder ähnlichem weißem Schmierfett aus
https://www.menzels-lokschuppen.de/Modellbahnen...toff-freundlich.html
gruß Detlev
das sieht nach Labelle 106 oder ähnlichem weißem Schmierfett aus
https://www.menzels-lokschuppen.de/Modellbahnen...toff-freundlich.html
gruß Detlev
Nimmersatt - 02.12.24 19:09
Hallo Hubert,
die Masse sieht nach Zinkoxid aus - aber Du sagst, die Lager im Zinkdruckguss sind unverändert. Sonst könnte sich bei Verwendung von säurehaltigem Fett das Zink aufgelöst haben, als Lokalelement, Luftsauerstoff wird am Stahl reduziert und Zink unter Bildung von Zinkoxid bei heftiger Volumenvergrößerung aufgelöst. Das Zeug sollte sich dann in Essig auflösen.
Wenn man mit Lebensmittelöl (Leinöl, Rapsöl) schmiert, wird das nach ein paar Jahren auch steinhart (Ölgemälde). Beim Herausschlagen könnte es vielleicht so zerbröseln.
Vielleicht auch beides zusammen?
Viele Grüße
Nimmersat
die Masse sieht nach Zinkoxid aus - aber Du sagst, die Lager im Zinkdruckguss sind unverändert. Sonst könnte sich bei Verwendung von säurehaltigem Fett das Zink aufgelöst haben, als Lokalelement, Luftsauerstoff wird am Stahl reduziert und Zink unter Bildung von Zinkoxid bei heftiger Volumenvergrößerung aufgelöst. Das Zeug sollte sich dann in Essig auflösen.
Wenn man mit Lebensmittelöl (Leinöl, Rapsöl) schmiert, wird das nach ein paar Jahren auch steinhart (Ölgemälde). Beim Herausschlagen könnte es vielleicht so zerbröseln.
Vielleicht auch beides zusammen?
Viele Grüße
Nimmersat
Moin,
ich würde auch auf Elektrokorrosion tippen.
Besonders, weil auch die Stahlachse dunkle Flecken nach der Reinigung aufweist.
Auf unserem ehemaligen Aluboot haben wir Anti Seize für die V4A-Schrauben benutzt.
Diese Paste soll das Festfressen der Schrauben verhindern. Hat es auch!
Bemerkenswert finde ich den Umstand, dass es diese Lok in großer Stückzahl gibt, und hier noch
nicht darüber berichtet wurde. Andere Loks sind nach gleicher Bauart gebaut und zeigen diese
"Korrosion" auch nicht.
Es muss noch ein weiterer Faktor eine Rolle spielen (Öle und Fette schließe ich aus, denn da würde man noch Spuren finden)
meint
Günter
ich würde auch auf Elektrokorrosion tippen.
Besonders, weil auch die Stahlachse dunkle Flecken nach der Reinigung aufweist.
Auf unserem ehemaligen Aluboot haben wir Anti Seize für die V4A-Schrauben benutzt.
Diese Paste soll das Festfressen der Schrauben verhindern. Hat es auch!
Bemerkenswert finde ich den Umstand, dass es diese Lok in großer Stückzahl gibt, und hier noch
nicht darüber berichtet wurde. Andere Loks sind nach gleicher Bauart gebaut und zeigen diese
"Korrosion" auch nicht.
Es muss noch ein weiterer Faktor eine Rolle spielen (Öle und Fette schließe ich aus, denn da würde man noch Spuren finden)
meint
Günter
Hallo zusammen,
vielen Dank für Eure Antworten. Säurehaltiges Fett scheint mir eine durchaus plausible Ursache zu sein. Die Ähnlichkeit mit oxydierten Batteriekontakten ist ebenfalls gegeben. Ein Volumen einforderndes Oxydationsprodukt liest sich ebenfalls recht wahrscheinlich. Zumal die Lagerbuchse des dritten Treiradsatzes wenig Spiel aufweist. Nur die zweite Achse läuft mit einem gewissen Höhenspiel in einer ovalen Buchse.
Rätselhaft bleibt für mich das metallisch blanke Aussehen der Buchse im Chassis wo immer noch die Lackreste wahrscheinlich aus der Produktion zu erkennen waren. Mit den üblichen Reinigungsmitteln war dem Zeug nicht beizukommen. Nur die mechanische Reinigung mit der Filzscheibe und dem Bürstchen führte zum Erfolg.
Ich weiß nicht, ob es einen Zusammenhang gibt, aber merkwürdig erschien mir auch, im Tender waren im Motor beide Permanentmagnete lose und am U-förmigen Trägerblech zeigte sich ein leichter Rostansatz.. Der Kleber, mit dem die Magnete fixiert wurde, hatte seine Wirkung komplett verloren. Ob die Lok mal über längere Zeit in einer feuchten Umgebung gestanden hat? Ich kenne die Vorgeschichte der Lok nicht.
LG
Hubert
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vielen Dank für Eure Antworten. Säurehaltiges Fett scheint mir eine durchaus plausible Ursache zu sein. Die Ähnlichkeit mit oxydierten Batteriekontakten ist ebenfalls gegeben. Ein Volumen einforderndes Oxydationsprodukt liest sich ebenfalls recht wahrscheinlich. Zumal die Lagerbuchse des dritten Treiradsatzes wenig Spiel aufweist. Nur die zweite Achse läuft mit einem gewissen Höhenspiel in einer ovalen Buchse.
Rätselhaft bleibt für mich das metallisch blanke Aussehen der Buchse im Chassis wo immer noch die Lackreste wahrscheinlich aus der Produktion zu erkennen waren. Mit den üblichen Reinigungsmitteln war dem Zeug nicht beizukommen. Nur die mechanische Reinigung mit der Filzscheibe und dem Bürstchen führte zum Erfolg.
Ich weiß nicht, ob es einen Zusammenhang gibt, aber merkwürdig erschien mir auch, im Tender waren im Motor beide Permanentmagnete lose und am U-förmigen Trägerblech zeigte sich ein leichter Rostansatz.. Der Kleber, mit dem die Magnete fixiert wurde, hatte seine Wirkung komplett verloren. Ob die Lok mal über längere Zeit in einer feuchten Umgebung gestanden hat? Ich kenne die Vorgeschichte der Lok nicht.
LG
Hubert
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Beitrag editiert am 02. 12. 2024 19:54.
Moin Hubert,
ist es denn nur diese eine Achse?
Hast du die anderen Achsen auch kontrolliert?
VG
Günter
ist es denn nur diese eine Achse?
Hast du die anderen Achsen auch kontrolliert?
VG
Günter
Hallo Günter,
die beiden anderen Achsen drehten relativ frei und waren nicht von diesem Belag betroffen. Natürlich habe ich nach meiner Entdeckung auch hier ein Rad abgezogen und nachgeschaut. Es gab zwar trotz der laut Besitzer ausgiebigen Bäder in SR24 eine gewisse Verschmutzung, die sah aber eher "klassisch" aus.
Die Achsen im Vorläufergestell und im Tender waren tatsächlich sogar blitzblank.
LG
Hubert
die beiden anderen Achsen drehten relativ frei und waren nicht von diesem Belag betroffen. Natürlich habe ich nach meiner Entdeckung auch hier ein Rad abgezogen und nachgeschaut. Es gab zwar trotz der laut Besitzer ausgiebigen Bäder in SR24 eine gewisse Verschmutzung, die sah aber eher "klassisch" aus.
Die Achsen im Vorläufergestell und im Tender waren tatsächlich sogar blitzblank.
LG
Hubert
Beitrag editiert am 02. 12. 2024 21:55.
Hallo Hubert,
eine Fleischmann 038 habe ich mit zwei von drei fest sitzenden Kuppelachsen gebraucht erworben. Nur die mittlere (Pendel-)Achse mit dem Langloch saß nicht fest. Vielleicht hat Fleischmann temporär ein schlechtes Fett im Einsatz gehabt?
Bei Loks welche regelmäßig auf der Anlage im Einsatz sind kommt das nicht vor. Das sind meiner Meinung nach eher Standschäden von Vitrinenloks,
Grüße
Markus
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eine Fleischmann 038 habe ich mit zwei von drei fest sitzenden Kuppelachsen gebraucht erworben. Nur die mittlere (Pendel-)Achse mit dem Langloch saß nicht fest. Vielleicht hat Fleischmann temporär ein schlechtes Fett im Einsatz gehabt?
Bei Loks welche regelmäßig auf der Anlage im Einsatz sind kommt das nicht vor. Das sind meiner Meinung nach eher Standschäden von Vitrinenloks,
Grüße
Markus
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Hallo Markus,
ja, ich habe leider auch schon viele Loks mit verharztem Öl - speziell von Fleischmann - auf meinem Basteltisch gesehen. Das ist leider fast ein Klassiker. Und es ärgert mich als Techniker ziemlich, dass die Hersteller dieses seit Jahrzehnten existierende Problem offenbar nicht in den Griff bekommen ... oder gar bekommen wollen.
Bei den von Dir gezeigten Bildern hätte ich auch sofort auf verklebte Ölrückstände getippt. Aber dieses bröselige, wie Salz auskristallisierte Zeug scheint mir doch eine andere Ursache zu haben. Mir scheint, dahinter steckt ein mir unbekannter, chemischer Prozess. Ich fürchte, die wahre Ursache ließe sich nur mit einer chemischen Analyse feststellen. Aber dazu fehlen mir die Mittel und die Fachkenntnisse. Meine Hoffnung war, jemand von Euch hätte das schon mal gesehen und wüsste, was es ist, wie es entsteht und vor allem, wie man solche Schäden verhindert.
Glücklicherweise scheint es ein Einzelfall zu sein, der vielleicht durch besondere Umstände entstanden ist. Es wird wohl ein Rätsel bleiben und ich hoffe, er wird nicht mehr auftreten. Die Lok ist inzwischen repariert zu ihrem Besitzer unterwegs und er hat hoffentlich noch viel Spaß mit seiner 011er.
LG
Hubert
ja, ich habe leider auch schon viele Loks mit verharztem Öl - speziell von Fleischmann - auf meinem Basteltisch gesehen. Das ist leider fast ein Klassiker. Und es ärgert mich als Techniker ziemlich, dass die Hersteller dieses seit Jahrzehnten existierende Problem offenbar nicht in den Griff bekommen ... oder gar bekommen wollen.
Bei den von Dir gezeigten Bildern hätte ich auch sofort auf verklebte Ölrückstände getippt. Aber dieses bröselige, wie Salz auskristallisierte Zeug scheint mir doch eine andere Ursache zu haben. Mir scheint, dahinter steckt ein mir unbekannter, chemischer Prozess. Ich fürchte, die wahre Ursache ließe sich nur mit einer chemischen Analyse feststellen. Aber dazu fehlen mir die Mittel und die Fachkenntnisse. Meine Hoffnung war, jemand von Euch hätte das schon mal gesehen und wüsste, was es ist, wie es entsteht und vor allem, wie man solche Schäden verhindert.
Glücklicherweise scheint es ein Einzelfall zu sein, der vielleicht durch besondere Umstände entstanden ist. Es wird wohl ein Rätsel bleiben und ich hoffe, er wird nicht mehr auftreten. Die Lok ist inzwischen repariert zu ihrem Besitzer unterwegs und er hat hoffentlich noch viel Spaß mit seiner 011er.
LG
Hubert
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