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THEMA: Formsignale tags. beleuchtet?

THEMA: Formsignale tags. beleuchtet?
Startbeitrag
eifelbahner - 06.12.04 17:07
N'abend zusammen.

Mal ne Frage an die Historiker unter euch.

Ich verdrahte gerade meine Beleuchtung auf der Anlage neu, um Häuser, Straßen- und Bahnbeleuchtung etc. getrennt schalten zu können. Bei den Formsignalen stellt sich mir die Frage ob diese beim Vorbild dauerhaft beleuchtet waren (Epoche 1 bis 2) oder nur bei Dunkelheit.

Wenn ich davon ausgehen darf, daß Formsignale zu Anfang des letzten Jahrhunderts wohl eher mit Petrolium- oder Karbidlampen als elektrisch beleuchtet waren, wird doch nicht etwa jemand damit beschäftigt gewesen sein die Lampen tagsüber ab und abends wieder aufzuhängen. Oder doch?

Fragt sich Thomas,
der in der einschlägigen Literatur nichts genaues gefunden hat.

Formsignale wurden nur bei Nacht und schlechter Sicht beleuchtet.
Es gibt Vorschriften, wann der Wärter/Fahrdienstleiter  die Signale zu beleuchten hat. Daneben gibt es noch unzählige Handlungsanweisungen, was die Laternen betrifft.

BTW: Arbeitszeit war damals billiger als der Brennstoff.

Edward
Hi
Moment mal; heisst das dass da einer rumrannte, die Gasererlaternen runterkurbelte, zündete und dann wieder hoch; Morgens s Gegenteil usw?!?!
Krass!
CU
WE
Wutz: genau! Kost' nix.
@2
Noch schlimmer: Der hatte z.B. regelmäßig das Glas und den Reflektor zu putzen.
Tja, die Bahn war damals so ne Art ABM

Edward
Liebe Laternenanzünder,

da handelt es sich wohl um ein Märchen aus ganz, ganz alten Tagen, als alle paarhundert Meter ein Bahnwärter "seine" Strecke permanent kontrollierte und die Weichen in den Bahnhofköpfen noch von flitzenden Weichenstellern umgelegt wurden. Diese Zeiten dürften seit  70 bis 80 Jahren weitestgehend vorbei sein (von sicherlich wohl dokumentierten exotischen Ausnahmen abgesehen).

In den letzten Jahrzehnten jedenfalls brennt das Dauer-Gaslicht in den Formsignalen. Das Lampenputzen passierte beim Wechseln der Gasflaschen. So habe ich es jedenfalls "in echt" gesehen. Die Vorschriften kenne ich nicht.

Es grüßt

Karl Schotter
Man sollte alle Beiträge lesen, bevor man sich einmischt. Tschuldigung.
Es wurde nach Epoche 1 und 2 gefragt.

Wenn meine Überlegungen @ 5 stimmen, müsste  die Umstellung auf "Dauerlicht" in der Epoche 2 erfolgt sein.
Sicher wird jemand die entsprechenden Vorschriften ausgraben.

Es grüßt

Karl Schotter
@ 4 - die Bahn war tatsächlich lange Zeit größter Arbeitgeber in Deutschland.
Norman.
Ich glaube nicht, dass der Übergang schon in Epoche 2 war. Selbst 1935 wurde noch sauber nach Tag und Nachtzeichen unterschieden und die Bahn war sparsam. Arbeitskräfte waren nicht nur billig, sondern auch überall vorhanden. Solange Signale von Hand gestellt wurden, war auch in unmittelbarer Nähe ein "Bediener" beheimatet. Es war also kein Problem Lampen auf und abzulassen - schließlich mußte da niemand hochklettern und es war in 1 Minute erledigt. Das Problem ist, dass die entsprechenden Signalordnungen hierzu nichts hergeben, da dort nur " .... zeigt nachts oder bei unsichtigem Wetter ein xy Licht ..." etc. vermerkt ist. Später mit Propangas gab es sogar zum Flaschenwechseln einen eigenen Zug. Allerdings gibt es auch Bauformen mit simpler elektrischer Beleuchtung - wo dies eben möglich war. Gruß Bernd
aus Bl u StV 1951; Anhang 8 [StV§15(16)]
Merkblatt für die Bedienung und Unterhaltung der Petroleum-Signallaternen

3. Reinigung
a) Täglich: Glaszylinder putzen, Docht sauber und gleichmäßig abputzen. Brenner im Inneren säubern....

5. Anzünden etwa 1/2 Stunde vor Gebrauch, Flamme zunächst ganz niedrig stellen....
Wegen Feuersgefahr den Lampenraum nicht verlassen, solange darin Lampen brennen....
Beim Aufstecken der Laternen an Haupt und Vorsignale auch die Blendengläser putzen. usw...

Also: Es gab einen extra Lampenraum, die Lampen blieben nicht an dem Signal. Für elektrisch beleuchtete Signale gab es Reservepetroleumlampen.

Die Propengaslaternen brannen m.W. nach durch, so c.a. 2 Wochen lang. Dazu habe ich aber im Moment nix gefunden. Steht aber sicher irgendwo.

Edward
Die Umstellung von Petroleum auf Gaslaternen kam Ende der Fünfzigerjahre, Grund war tatsächlich die Personaleinsparung, aber nicht wegen der Kosten, sondern wegen des Wirtschaftswunder-bedingten Arbeitskräftemangels. Größere Bahnhöfe hatten eigene "Lampisten".

Gruß, Volker
ja ja die Bahn.........
Sateliten kreisen um uns; Autos haben Navi.
Abgespacete teile jagen mit enormer geschw von uns in den Raum...
Und die Bahn hat noch Gaslampen
CU
WE
Was ich gestern noch vergessen habe:

In der Vorschrift von 1977 findet sich ein nahezu gleicher Anhang zu den Petroleumlampen.
Der Abschnitt wurde noch ergänzt durch Propanlampen. Da steht auch was von Brennzeit 3 und 6 Wochen.

Edward
Hallo Wutz
Die moderne DB AG ist gerade dabei einige Neubau E-Lok Baureihen zu verabschieden. Nach dem sie dieses Jahr die Baureihe E50 entgültig abgestellt hat (Baujahre ab 1956) sind noch einige fast gleichalte Lokomotiven im Betriebsdienst:
E10-114 1957
E10-122 1957
E40-001 1956
E41-067 1958

Gruß Dirk
Aufwachen Wutz! Propangaslampen gibt es schon seit einigen Jahren nicht mehr, stattdessen wurden die formsignale noch mal für viel Geld auf LED-Lampen umgestellt, teilweise aus dem Stromnetz gespeist, bei besonders entlegenen Signalstandorten sogar mit Solarzellen und Pufferbatterie betrieben.

Gruß, Volker
@14

Doch! In Eutin/Schleswig-Holstein sind die Formsignale noch mit Propangas beleuchtet, jedoch gehen die Signale am 14.12.04 mit Inbetriebnahme eines elektronischen Stellwerks außer Betrieb!
Also ich kann mich noch gut daran erinnern ,dass mein Onkel der in einem Bahnwärterhaus wohnte (an der Schwäbischen Eisenbahn Ulm -Friedrichshafen) noch in den sechziger Jahren tagtäglich die Lampen reinigen und anzünden musste.War für mich damals immer sehr interessant wenn ich meinen Onkel dabei begleiten durfte,und meistens dann noch eine Dampflok unmittelbar direkt an der Nase vorbeirauschte.

Gruß Erich Nothhelfer
Danke für eure regen und informativen Beiträge. Es scheint sich wieder zu bestätigen, daß "die gute alte Zeit" wohl doch nicht immer so rosig war.

Wenn ich dann demnächst die Beleuchtung meiner Formsignale auf einen Streich per "Knopfdruck" ein- und ausschalte, werde ich wohl jedes Mal ehrfurchtsvoll an die Männer denken, die da jeden Tag bei jedem Wetter draußen die Laternen gewartet haben.

Thomas
Hallo , danke an alle die sich daran beteiligt haben.
Daran habe ich nicht gedacht ,ich habe alle Signale einfach fest an die Betriebsspannung angeschlossen.
Werde ich jetzt ändern !


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