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AP Modellbahn - Die Modellbahnverwaltung

Thema: Rangierbeleuchtung bei Triebwagen und Wendezügen
Elmar W. - 03.09.16 21:08

Hallo!

In meinem Heimatbahnhof Emden enden täglich zahlreiche Züge. Sie kommen aus südlicher Richtung. Wenn sie anschließend in die Abstellanlage gefahren werden, müssen sie dazu nördlich - also in gleicher Fahrtrichtung - aus dem Bahnhof hinaus aufs Streckengleis, das hier auch als Ausziehgleis fungiert. Dann fahren sie in Gegenrichtung in die Abstellanlage. Da mein Weg zur Arbeit genau parallel zum Bahndamm verläuft, kann ich dies genau beobachten.

Am Mittwoch sah ich einen Triebwagen der Westfalenbahn (Flirt 3). Er fuhr mit derselben Beleuchtung auf das Ausziehgleis, mit der er auch in den Bahnhof gekommen war. Nachdem der Zug zum Stehen gekommen war, schaltete der Triebfahrzugführer die Beleuchtung des Führerstandes auf rotes Schlußlicht um. Bis der Triebfahrzeugführer am entgegengesetzten Führerstand angekommen war, hatte der Triebwagen nun also an beiden Enden (!) rotes Schlußlicht. Bevor der Zug in die Abstellgruppe fuhr, wurde am nun führenden Führerstand das weiße Dreilicht-Spitzensignal eingeschaltet.

Gestern beobachtete ich einen IC2 bei demselben Manöver. Bei der Ausfahrt auf das Ausziehgleis war alles wie beim Flirt-Triebwagen. Für die Einfahrt in die Abstellgruppe wurde allerdings nichts umgeschaltet. Der Zug fuhr also mit rotem Schlußlicht voraus und mit weißem Dreilicht-Spitzensignal hinten in die Abstellgruppe.

Nur bei einzeln rangierenden Lokomotiven beobachte ich, daß sie mit beidseitigem Dreilicht-Spitzensignal fahren.

Meine Frage an Euch: Wie ist es nun eigentlich richtig? Gelten für Rangierfahrten von Triebwagen und Wendezügen andere Beleuchtungsregeln als für Lokomotiven. Und wie war es früher, z. B. zu Zeiten der BR 614 und 624. Sind die mit beidseitigem Dreilicht-Spitzensignal rangiert oder auch mit rotem Schlußlicht?

Herzliche Grüße und einen schönen Sonntag
Elmar



Guten Morgen,

auf dem Netz der DB ist die Signalisierung von Rangierfahrten an sich recht simpel und einheitlich geregelt, und zwar mit dem Signal Fz 1 - Rangierlokomotivsignal. Tagsüber gibt es kein besonderes Zeichen, als Nachtzeichen gibt es jeweils vorne und hinten ein weißes Licht, i.d.R. auf Pufferhöhe.

Hier und da wird z.B. in den örtlichen Zusätzen oder sogar schon im Streckenbuch (zwei Vorschriften die Besonderheiten für jede einzelne Betriebsstelle regeln) eine abweichende Signalisierung von Rangierfahrten vorgeschrieben, oft und gerne das Signal Zg 1 - Spitzensignal, als Nachtzeichen Zg 1a (was man irrwitzigerweise auch tagsüber zu führen hat). Das sind dann die vertrauten drei weiße Lichter in Form eines A vorne am ersten Triebfahrzeug oder am ersten Steuerwagen, die eigentlich zur Kennzeichnung der Spitze eines Zuges gedacht sind.

So, das war die Vorschrift. Was draußen gemacht wird ist wie du selber bereits festgestellt hast oftmals eine andere Sache. Man muß auch dazu bedenken, daß die Fahrzeuge teilweise z.B. das Signal Fz 1 eventuell gar nicht erst zeigen können. Ich kenne etwas ältere Werkslokomotiven die signaltechnisch wahrlich eine Schaltung a'la Märklin haben, also voraus drei weiße Lichter, hinten zwei rote, und beim ändern der Fahrtrichtung schaltet das ganze direkt mit um.

Bei Triebwagen ist die Schaltung der Signalisierung manchmal auch unglücklich gelöst, etwa weil man von einem Führerraum aus die Signalisierung nicht an beiden Enden ändern kann, sondern zum jeweils anderen Ende laufen darf wenn's sein muß. Bei Wendezügen wie z.B. der IC2 ist das glaube ich eine andere Kiste, weil die Wendezugsteuerung irgendwie mit dem Zugschlußsignal zusammenhängt wenn ich mich recht erinnere. Von anderen betrieblichen Fällen wie z.B. der Übergang einer Rangierfahrt in eine Zugfahrt und umgekehrt sehe ich erstmal ab.

Früher war das soweit mir bekannt ist nicht anders, wobei es damals wie heute auch Besonderheiten gab. In Frankfurt am Hbf z.B. sah das ganze vor Inbetriebnahme des ESTW so aus: abgestellte Lokomotiven hatten Fz 1 eingeschaltet, Rangierloks Zg 1b (zwei weiße Lampen vorne und hinten, wie beim Auto) und die Streckenloks die im Zu- oder Ablauf von einem Zug waren zeigten Zg 1a. So konnte man damals als Fahrdienstleiter auf dem großen Stellwerksturm erkennen was draußen rumstand- oder fuhr. Man mag zwar auf dem Stelltisch sehen, daß hier oder da ein Gleis besetzt ist, aber grad da wo richtig viel los ist hat der Blick nach draußen seinen Wert wenn man wissen will was genau da steht. Doch wie gesagt, es war einmal.


Gruß,
Frederic

Hallo,

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Gestern beobachtete ich einen IC2 bei demselben Manöver. Bei der Ausfahrt auf das Ausziehgleis war alles wie beim Flirt-Triebwagen. Für die Einfahrt in die Abstellgruppe wurde allerdings nichts umgeschaltet. Der Zug fuhr also mit rotem Schlußlicht voraus und mit weißem Dreilicht-Spitzensignal hinten in die Abstellgruppe.


Ich vermute mal, ohne jemandem zu nahe treten zu wollen,
da hat der Lokführer das einfach "vergessen" das umzuschalten.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Ich kenne etwas ältere Werkslokomotiven die signaltechnisch wahrlich eine Schaltung a'la Märklin haben, also voraus drei weiße Lichter, hinten zwei rote, und beim ändern der Fahrtrichtung schaltet das ganze direkt mit um.


Ich auch !
Die Rangierlok der Erdölraffenerie in Lingen / Holthausen hat eine solche Schaltung drin. Das habe ich selber schonmal beobachtet. Wenn die Lok am rangieren ist, und die richtungen wechselt, kann man das rote und weiße Lichtwechseln wunderbar sehen.
Zieht die Lok einen Zug, hat sie an der Zugspitze das weiße Spitzenlichtsignal, und hinten strahlt sie den Zug rot an.
Also ist die Märklinsche Schaltung sogar ein bißchen vorbildtreu
Interessant wäre, ob es bei den Loks denn auch abzuschalten ginge....

Mfg
Christian W.

Hallo Frederic, hallo Christian!

Vielen Dank für Eure Antworten. Ich möchte aber trotzdem noch einmal nachfragen: Mit welcher Beleuchtung rangierten früher Triebwagen wie BR 614 oder 624, oder auch ETA 515 oder die Limburger Zigarre?

Herzliche Grüße
Elmar

Hallo,
dein "Phänomen" beidseits ROT könnte folgenden Grund haben:

Bei Zugverbänden - sprich Wendezüge bzw Triebwagen und Triebzügen - ist oftmals eine sogenannte Parkschaltung des Spitzensignales/Zugschluss.
D.h. ist kein Führerstand aktiviert, so leuchtet beidseits rot.

Bespiele: 411er, WZ mit 101er,...   häufig bei Neubaufahreugen zu beobachten.
Bei der ÖBB haben dies alle Triebwagen ausser 5047, aber auch sämtliche Wendezüge bis hin zum Railjet. So ist auch erkennbar, ob das jeweilige Fahrzeug fernsteuerbereit abgestellt ist.

Mfg

Hallo Christian!

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Interessant wäre, ob es bei den Loks denn auch abzuschalten ginge



Vielleicht solltest Du denen ein Angebot machen, diese Lok zu digitalisieren? Du kannst mich gerne als Referenz-Empfehlung für Deine Fahrzeugumbauten angeben.

Einmal nicht 1:160 sondern 1:1, wär das nix?

Liebe Grüße

Boris

Guten Tag,

Zitat - Antwort-Nr.: 3 | Name: Elmar W.

Mit welcher Beleuchtung rangierten früher Triebwagen wie BR 614 oder 624, oder auch ETA 515 oder die Limburger Zigarre?



die Signalisierung von Rangierfahrten ist zumindest seit Einführung der ESO gleich geblieben, also werden die dort früher mit dem Signal rangiert haben was zu der Zeit vor Ort vorgeschrieben war. Tagsüber nichts und Nachts entweder Fz 1 oder Zg 1a.


Gruß,
Frederic Webster

Ein aktuelles Beispiel mit BR 628 zeigt Doppel-A, ab min 2:32 und 6:40 und 18:55
Oder Rot vorne ab 7:20
https://youtu.be/AOl5wFWwLLg

hallo Andreas,

sieht schon wild aus. bei fast jeder rangierbewegung anderes Signal vorne.
aber eins ist klar, wenn die Br218er den zug zurückgedrückt wird zum beladen, kann der lokführer an dem angehängten vt das spitzen-/Schlusssignal von seinem Führerstand nicht ändern. er müsste am ganzen zug entlangehen und dann im vt die Signalisierung ändern, dann zurück zur 218er, den zug zurückdrücken, danach wieder zum vt gehen, das Schlusslicht einschalten, dann wieder zur 218er gehen.
das macht keiner.

grüsse ho

p.s. zu dem doppelrot bei abgestellten Fahrzeugen: ein ehemalige lokführer hat mir gesagt, ein abgerüstetes Fahrzeug lässt man nicht mit licht ein stehen. da werden die Batterien entladen. da gibt es anscheinend sogar eine schutzschaltung, die nach 15 Minuten o.ä  den Strom abschaltet.
zumindest in Deutschland scheint das so zu sein.

Hallo,

Das Abstellen mit doppelseitig Schlußbeleuchtung wird auch nur bei ET oder Ellok+WZ-Garnitur gemacht, wo die ganze Zeit die Energieversorgung über die Fahrleitung sichergestellt ist. Aus diesem Grund wird auch bei Lokzügen (außer bei allein fahrender Lok) selten Schlußlicht eingeschaltet sondern am letzten Fahrzeug eine oder zwei Blechtafeln angebracht. Ansonsten wäre schnell die fahrzeugeigene Batterie leer.

Gruß Max

Hallo!

Da der vor über vier Jahren von mir begonnene Thread im aktuellen Thread über den ETA 515 von Fleischmann verlinkt wurde, möchte ich zum Ausgangsartikel (#0) etwas ergänzen.

Ich habe in der Zwischenzeit einen pensionierten Lokführer getroffen und zu dem Thema befragt. Und der erklärte mir den Vorgang so:

Die IC 2 wurden damals nicht vom Lokführer, sondern von einem Rangierer rangiert. Rangierer sind nicht befugt - oder waren es zumindest damals nicht - die Spitzen- und Schlußbeleuchtung umzuschalten. Deshalb fuhren die Züge mit rotem Schlußlicht voran in die Abstellgruppe.

Der Lokführer sagte, auch früher schon habe man Triebwagen mit beidseitig rotem Schlußlicht abgestellt, damit man beim nächsten Aufrüsten des Zuges nicht vergaß, am anderen Zugende die Schlußbeleuchtung einzustellen. Wörtlich: "Sonst bekam man am nächsten Bahnhof einen Anruf vom Fahrdienstleiter: Du hast keinen Zugschluß."

Inzwischen scheint in Emden das Rangieren der IC 2-Züge Aufgabe der Lokführer geworden zu sein. Sie schalten die Beleuchtung beim Rangieren um.

Herzliche Grüße
Elmar

Hallo zusammen,

Ich kenn es von unseren 425/426, 440 u Twindexx kein Führerpult aktiv aber aufgerüstet an der Oberleitung beidseitig Zugschluss.

Sobald 1 Führerstand aktiv ist hat der das 3 Fach Spitzenlicht und der nichtaktive den Zugschluss. Der IC 2 unterscheidet sich in der Hinsicht nicht von den Twindexx.  Da sich der IC2 ja Steuerungstechnisxh einen Triebzug gleich zusetzen sein sollte.

Andi

Hallo zusammen,

bei Fahrtrichtungswechsel lässt sich beim Flirt 3 das Rangierspitzensignal nicht beidseitig einschalten. Geht nicht. Stadler eben.

Viele Grüße
Andreas


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