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THEMA: MkE - Hafenbahn
da anderenthreads Interesse an meinem Gebastel kundgetan wurde, mach ich dafür mal einen neuen Thread auf.
Meine Bahn in Katzbach wurde kürzlich um einen Segmentkasten erweitert, auf dem ich einen Hafen darstellen will. Inzwischen sind die Gleise verlegt, Kreuzungen gelötet und der ganze Kram verkabelt. Nach erfolgreichen Probefahrten kann die Lok endlich wieder zurück in die Schachtel und ich kann mich den interessanten Dingen zuwenden.
Gestrigentags wurde endlich mal wieder gelötet. Aus Schienenprofilen.
Der bisher nur als Hirngespinst existierende Halbportal-Kran brauchte erstmal die Andeutung eines Vorbilds - fündig wurde die Soochmaschine im Berliner Westhafen. Erstaunlicherweise fand sich von Kran No.16 eine Veröffentlichung mitsamt CAD-Zeichnung, die mußte ich nur noch ausdrucken und hatte schon eine Schablone für den Ausleger.
Da ich mein Zeug gerne aus alten Code80-Schienen bastel, hatte ich diesen Gedanken auch für den Ausleger, aber das wäre dann doch zu grob geworden. Immerhin konnte der untere Träger daraus gefrokelt werden, den Rest hab ich anfangs aus 1x1mm Winkelprofil gemacht, das wurde aber für die Spitze zu fummelig, so daß ich mit Klingeldraht weitergemacht habe.
Als Lötlehre hab ich zwei Stückchen Sperrholz auf die Zeichnung gelegt und aufs Bastelbrett getackert. Damit die Lötzinnkleckse auf der Innenseite sind, dasselbe nochmal spiegelverkehrt.
Zwei Seitenteile machen noch keinen Ausleger, das Dingens ist doch deutlich dreidiemsionaler. Die Basis der beiden Ausleger wurde wieder aufs Bastelbrett getackert, anschließend die Zwischenstücke Stück für Stück angelängt und mit Lötzinn eingeklebt.
Nach einigen Stunden Gebastel war das Teil so weit fertig, daß ich mit gutem Gewissen Feierabend machen konnte. Der Hauptträger braucht noch Diagonalverstrebungen, aber darüber mußte ich erstmal eine Runde schlafen.
martiN.
PS: Meine Homepage http://mke.gmxhome.de
mein Bilderalbum auf flickr https://www.flickr.com/photos/captain_joe/sets/72157647828507613
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sieht gut aus!
Code 80-Profile habe ich auch schon verwendet -- das erhält man eine Profilform (H mit langem Mittelsteg), die sonst nicht erhältlich ist. Damit die Schienenform nicht so auffällt, habe ich den Schienenfuß auf etwa Schienenkopfbreite gefeilt und auch den Schienenkopf geringfügig niedriger gemacht. Bei Deinem Kran fällt das aber nicht so auf.
Wie machst Du die Geländer? "Frei Schnautze" selbst gelötet? Oder nimmst Du da was erhältliches?
Zitat - Antwort-Nr.: 0 | Name:
Nach erfolgreichen Probefahrten kann die Lok endlich wieder zurück in die Schachtel und ich kann mich den interessanten Dingen zuwenden.
AHA! Also mehr Bastler als Fahrer
Bastlerische Grüße
Michael
danke für dein Lob :)
Die Profile am Ausleger hab ich zumindest an der Außenseite leicht abgefeilt, damit der Schienenfuß nicht so übersteht. Das hattest Du ja bei deinem "Stellwerk für die Vitrine" schön beschrieben und ich habe es mir abgeguckt.
Um das Geländer hab ich mir noch keinen Kopp gemacht - ich wollte mir diese geländerlose Brücke als Vor-Bild nehmen: https://www.flickr.com/photos/8725928@N02/8590487068/
Die gestern noch fehlenden Diagonal-Verstrebungen hab ich aus plattgeklopftem Klingeldraht gebogen und vorsichtig eingelötet. Auf den Bildern ist es einmal provisorisch aufs Dach des Faller-Krans gestellt, um eine Vorstellung zu kriegen - falls ich das Haus weiterbenutze, muß es auf 2/3 gekürzt werden.
Und damit man die neuen Verstrebungen auch sieht, einmal als deutlich zu großes Ladegut auf einem SSk-Wagen.
martiN.
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hast Du das andernorts geschilderte Problem mit dem "Kupferblechhalbportal" schon gelöst?
Denn bei dem schönen Ausleger sollte schon ein entsprechendes Unterteil drunter sein...
Papier/Karton ist da nichts für Dich? So als Rand um die Holzschablone?
Viele Grüße
Michael
immerhin einer, der sich für mein Gebastel interessiert...
Um dies Forum auf den aktuellen Stand zu bringen: Gestern hab ich ausprobiert, ob ich es hinkriege, das Halbportal aus 0.2mm-Kupferblech zu löten - dieser erste Versuch ist ziemlich gründlich danebengegangen. Ist jetzt nicht sooo schlimm, ich hab noch verschiedene andere Ideen im Hinterkopf bevor ich zu so unfeinen Materialien wie Polystyrol greife. Papier kommt für mich nicht in Frage.
Zwecks Materialbeschaffung war ich heute im Baumarkt, aber was die an Profilen haben, dürfte selbst für Gartenbahner zu grob sein - das war nix. Aktuell bin ich am Zeichnen, wie ich die nächste Idee umsetzen könnte.
martiN.
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Gruß Björn
willst du das Krangehäuse(Kunststoff?) so lassen, oder baust du da auch noch etwas?
Bisher tolle Arbeit. Ich bewundere Leute, die sich für derartige Basteleien soviele Stunden ans Bein binden.
Chapeau!!
Mit vielen Grüßen aus dem "echten Norden"
Michael
über das Gehäuse hab ich mir noch keine ernsthaften Gedanken gemacht, das sind bisher nur halbgare Ideen, die mir im Hinterkopf rumspuken. Eine Möglichkeit dafür ist, das Häuschen so wie meine Imbißbude http://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_show.php?id=788894 aus schmalen Furnierstreifen zu bauen, aber das entscheide ich erst, wenn ich untenrum fertig bin.
Inzwischen fiel mir auf, daß die Beine in der Seitenansicht (Bild 2 im ersten Beitrag) kein umgedrehtes V sind, sondern ein A mit Querbalken - das kann ich eh nicht mit der Blechschere ausschneiden, sondern muß mit der Laubsäge beigehn. Dann kann ich auch zu dem vorhandenen 1mm-Blech greifen und muß mir zumindest hier keine weiteren Gedanken zur Materialbeschaffung machen.
Zu den aufgewendeten Stunden: Dieses Basteln, Grübeln und Ausprobieren macht für mich den Reiz des Hobbys aus. Modellbahn ist ja so vielschichtig, daß jeder seine Nische finden kann :)
@Björn: Danke fürs Lob :)
martiN.
das
Zitat - Antwort-Nr.: 7 | Name:
Zu den aufgewendeten Stunden: Dieses Basteln, Grübeln und Ausprobieren macht für mich den Reiz des Hobbys aus. Modellbahn ist ja so vielschichtig, daß jeder seine Nische finden kann
entspricht auch meiner Philosophie.
Bezüglich Materialauswahl:
Ich bin da immer recht flexibel
Diese Halbbrücke würde ich deshalb aus einem Holzkern mit diversen Ergänzungen aus Papier und Ätzteilen aufbauen. Aber da hat jeder seine Bauweise und Philosophie
Vielleicht ist ja dann eine Idee dabei, die man selber brauchen kann
Zitat - Antwort-Nr.: 4 | Name:
immerhin einer, der sich für mein Gebastel interessiert...
Klar, der Grund steht ja hier oben drüber
Viele Grüße
Michael
Martin, das ist wirklich interessant, wie du das machst, und auch wie die diese Idee umsetzt. Bewundere dich für dein Geschick.
Weiter so, mehr Bilder bitte.
Ich werde weiterhin hier gucken, schauen und mich wundern.
Super
Rainer
es sind nicht nur Deine Basteleien, die interessieren. Allein schon ein Blick auf Deine Anlage. Einfach Klasse, was man mit einem guten Auge und Gespür für das Wesentliche auf zwei Bierdeckel unterbringen kann. Es muß also nicht immer raumfüllend sein.
Reizvoll ist auch die Umsetzung des Halbportals. Ich habe mich ja damit auch auseinandergesetzt und als bekennender Löt-Legastheniker zu Karton gegriffen. Das Kranhaus dürfte aber bei deiner Gesamtkonstruktion wohl das kleinere Problem sein.
Bei mir sehen die Kranhäuser so aus wie angehängt.
LG Brummi
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inzwischen hab ich, wie oben angedeutet, gelaubsägt.
Hab dafür etwa eine Stunde und drei Laubsägeblätter gebraucht. Sehr praktisch ist es, beim Sägen durch die Lupenlampe zu gucken - da sieht dann ein winzig kleiner Schnitt so lang aus, wie er sich beim Sägen angefühlt hat!
Nach oben mußte ich gegenüber dem Ohginahl 2mm draufgeben, die 34mm NEM-Durchfahrtshöhe soll der Kran schon haben! Für die Proportionen hab ich mich an die Winkel und die Abmessungen der Beine der Vorlage gehalten. Rechts und links kommen noch Bleche drauf, auch die oberen 6mm werden noch vom waagerechten Rahmen verdeckt.
Beim Probestellen nicht wundern - bis auf das Seitenteil und den Ausleger sind alles andere noch provisorische Platzhalter, sowohl das Kranhaus wie das Lagerhaus müssen noch gebastelt werden.
Zitat - Antwort-Nr.: 10 | Name: brummi
es sind nicht nur Deine Basteleien, die interessieren. Allein schon ein Blick auf Deine Anlage. Einfach Klasse, was man mit einem guten Auge und Gespür für das Wesentliche auf zwei Bierdeckeln unterbringen kann. Es muß also nicht immer raumfüllend sein.
Wow, was für ein Lob! Danke! Ich bin sprachlos!
@Rainer: Danke für das Lob und dein Interesse an meinem Gepfusche :)
@Michael: Bei der Materialwahl bin ich auch sehr flexibel, ob Messing, Kupfer oder Neusilber ist mir eigentlich wurscht :) Wer eine Null-Euro Bahn mit Resten aus der Bastelkiste baut, darf nicht wählerisch sein ;)
martiN.
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kann mir ein Grinsen nicht verkneifen: Wer eine Null-Euro Bahn haben will....
Aus dem gleichen Grund heißt meine Anlage ALB (Arme Leute Bahn)
Aber Du hast uns ja gezeigt, daß es auch mit weniger Kapitaleinsatz geht. Und ich denke, das kann auch andere Mobahner, die vielleicht mit jedem Euro rechnen müssen ein wenig motivieren.
LG Brummi
Zitat - Antwort-Nr.: 11 | Name:
Bei der Materialwahl bin ich auch sehr flexibel, ob Messing, Kupfer oder Neusilber ist mir eigentlich wurscht
Der war gut!
Die Stütze ist aber gut gelungen von der Proportion her. Bin schon gespannt, wie's weiter geht.
Hm -- "Gepfusche" würde ich Deine "Machwerke" jetzt aber wirklich nicht nennen; dafür sind die viel zu gut!
Viele Grüße
Michael
PS:
Null-Euro Bahn würde ich meine Bahn nicht nennen, aber "Sowenig-Wie-Möglich-Euro" Bahn trifft's wohl...
Und eine gefüllte Restesammlung ähh Bastelkiste hab ich Gott sei Dank auch
die Null-Euro Bahn ist natürlich etwas übertrieben. Für das Stück mit dem Bahnhof Katzbach konnte ich auf die Reste einer zimmerfüllenden Anlage zurückgreifen, wobei ich die Peco-Gleise tatsächlich von einem Freund geschenkt bekommen habe, der sich mit dem kleinen Maßstab nicht anfreunden konnte. Auch einige Häuser, die ich gnadenlos zersäge, wie den Bhf Neuffen, stammen aus dieser Quelle.
Für das Hafenstück war mein Vorrat an Gleisen erschöpft. Auch das Holz hab ich mir im Baumarkt passend zuschneiden lassen. Den Kasten aus altbrauchbaren Schwellen, pardon, Segmentkästen zu bauen, wäre zu übles Flickwerk gewesen, dabei darf ich den WAF nicht außer acht lassen...
Der Untergrund (Gleise und Kasten) hat mich etwa 130€ gekostet, darauf kann ich mich jetzt die nächsten Jahre wieder austoben :)
Ich bin selbst gespannt, wie es weitergeht, weiß ich doch heute nicht, was mir morgen für Ideen in den Kopf kommen ;)
martiN.
viele Grüße, KarsteN
Zitat - Antwort-Nr.: 4 | Name:
... ich hab noch verschiedene andere Ideen im Hinterkopf bevor ich zu so unfeinen Materialien wie Polystyrol greife
Aus! Pfui!
Auch aus Polystyrol kann man feine Dinge kleben...
Gruß
Kai
PS
OK, die Rohre sind aus Metall...
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mit dem "unfeienen" Polystyrol wollte ich nicht ausdrücken, daß man damit keine feinen Basteleien machen kann, bloß ich persönlich greife für filigrane Sachen lieber zu lötbarem Material.
Inzwischen ist zumindest das Seitenteil vorzeigbar. Die Verblendungen sind aus 0.5mm-Kupferblech geschnitten, anschließend habe ich mit der Schusterahle Nietimitationen von der Rückseite her eingepiekt.
Das Fahrgestell ist wie gewohnt auf Küchentischbastelniveau: Die Räder stammen noch von dem Wagen, der sein erstes Drehgestell an die Laufkatze des Bockkrans abgeben mußte. Ich hab sie in die Bohrmaschine eingespannt und freihändig eine Art Rad-mit-Rille draus gefeilt, die Achsen will ich später noch mit der Trennscheibe kürzen. Derzeit sind sie praktisch, damit das Geraffel beim Probestellen einen Halt hat :)
Das Fahrgestell besteht aus einem zweiten Messingstreifen, der hochpräzise auf genau-so-breit-wie-ichs-brauche Millimeter abgeschnitten und in der Mitte auf 3mm gefeilt wurde. Der Abstandhalter wurde aus einem Schraubenschaft gefeilt.
Die Lötlehre, um die seitlichen Verblendungen zu halten, ist wieder Sperrholz aufs Bastelbrett getackert, das Seitenteil mit den Beinen wird mit einem professionellen Andrückholz, auch Schaschlikspieß genannt, gehalten.
martiN.
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das sieht schon mal vielversprechend aus!
Nochmal was zum Material:
Ich verwende für feine Sachen auch sehr gerne "Lötbares", aber bei so flächigen Teilen wie die Einzelteile der Stütze würde ich auf Karton / Papier oder Holz ausweichen -- einfach, weil ich nicht gerne so große Metallteile aussäge. Also reine Faulheit
Allerdings hat man bei dem Materialmix manchmal-Klebeprobleme
Viele Grüße
Michael
auch ich bin ein Freund von solchen Dingen....
und ich finde deine erfolgreichen Arbeiten großartig.
Gruss Thorsten
weiter geht es mit Präzisions-Pfusch.
Inzwischen hab ich mich mit dem waagerechten Teil beschäftigt. Das ist recht filigranes Fachwerk, das 'wie immer' aus Schienenprofilen gebaut wurde. An zwei Stellen kommen, je nach Sichtweise, sechs Träger zusammen bzw kreuzen sich drei Träger. Dafür wurden drei Schienen mittig eingekerbt. Eine von oben um 2/3, eine von unten und die mittlere oben und unten je 1/3. Zusammengesetzt wurde es im 60°-Winkel, gehalten wird es mit einem dicken Tropfen Lötzinn. Beim zweiten Stern hatte ich die Schlitze etwas feiner gemacht und mußte sie nachträglich aufweiten, weil ich nicht bedacht hatte, daß jeweils zwei Schienen da reinpassen müssen.
Heute hab ich zumindest diesen Pfusch zuende gemacht und die beiden Spinnennetze eingesetzt. Da war nochmal gehörig Nachfeilen und -biegen nötig, weil was auf dem Papier wunderbar paßte, stimmte vor Ort dann gar nicht mehr. Aber für Lücken bis 1mm gibt es ja den passenden Lückzinn ;)
Das Seitenteil mit den Beinen ist nur fürs Foto lose untergeklemmt.
@KarsteN und Thorsten: Danke für den Zuspruch. Das motiviert mich, meine Bastelei hier im Forum vorzustellen!
@Michael: Ich bin mit der Stabilität lieber an der oberen Grenze. Das muß ja auch halten, wenn ich aus Versehen eine ganze Lok anhebe!
martiN.
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in der Zwischenzeit war ich nicht ganz untätig, auch wenn mich die Erkältungswelle mit einer Breitseite voll Rotz erwischt hat :/
Das obere Fahrwerk ist ungefähr so breit wie das untere. Ursprünglich hatte ich auch hier nur einen Metallklotz als Abstandhalter zwischen die beiden Blechträger löten wollen, zum Glück fiel mein Blick noch rechtzeitig auf die Zeichnung. Beim Ohginahl ist da die Andeutung von Fachwerk zu sehen - die wurde bei mir dann aus dem Vollen gefeilt und eingelötet, das hat auch schon beim zweiten Anlauf geklappt.
Kaum fertig, fing das untere Fachwerk an zu quengeln: "Will auch Fachwerk haben!!!" Da es mich bei der ersten Iteration eh gestört hatte, daß ich die seitlichen Blenden wegen des schon fertigen Fahrwerks nicht bis in die Ecke löten konnte, hab ich da nicht lange diskutiert, sondern großzügig nachgegeben und auch dem unteren Fahrwerk ein Fachwerk spendiert.
Anschließend kam eine längere Denkpause, weil ich mir klarwerden mußte, wieweit ich es mit der Beweglichkeit treiben will und kann. Es gibt ernsthaft winzige Getriebemotoren, die vermutlich sogar ins Kranhäuschen passen würden. Aber die kosten echtes Geld, ich würde die Disziplin der Küchentischbasteleien verlassen und man bräuchte zumindest rudimentäre Kenntnisse von Elektronik, um sie auch zum Laufen zu kriegen - letzteres war das K.O.-Argument. Ich kann zwar alles mögliche, aber mit transzendentalen Röstoren und Integrierten Chaltkreisen steh ich auf dem Kriegsfuß. Für den Faden wird es wohl auf eine Steckkurbel hinauslaufen, der Rest wird einfach per Hand gedreht.
Nachdem nun geklärt ist, daß ich mich weder um Kabel noch Schleifringe kümmern muß, konnte ich heute das Seitenteil (aka die Beine) mit dem Hauptträger verbinden. Dafür daß es freihändig hingepfuscht ist, sind die beiden Fahrwerke erstaunlich parallel ausgerichtet.
Exkurs: Kai Lahmann monierte neulich in seiner Epoche-2 Güterwagenübersicht, daß die GFN-Bremserhäuser keine durchbrochenen Fenster hätten. Also hab ich flugs zur Minibohrmaschine gegriffen, einen 0.5mm-Bohrer eingespannt und das Fenster freigelegt. Der Pedant wünscht sich an dieser Stelle eine Nadelfeile, der Küchentischbastler freut sich nach einer halben Stunde Bastelspaß am freien Durchblick.
martiN.
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Deine Kranbrücke sieht prima aus!
Mich reizt sowas mit dem "elektrisch bewegen" schon schon, aber die Motoren dazu würde ich unter die Platte verbannen. Dann bliebe nur der Windenmotor für "ins Gehäuse", das sollte auch am Küchentisch möglich sein. Allerdings erfordert das unter der Anlage noch eine Menge Mechanik für die Drehung und das Verfahren der Brücke -- sicher nicht jedermanns Geschmack. Und es ist die Frage, ob sich das überhaupt rentiert, weil die Ladegüter ja sowieso von Hand angehängt werden müssen...
Viele Grüße
Michael
wie weiter oben angedeutet, wird die Fadenrolle mit einer profanen Handkurbel angetrieben. Die Rolle ist, wie könnte es anders sein, aus Einzelteilen zusammengeschwartet. Ich hätte zwar gerne irgendwas fertiges genommen, aber wenn sich partout nichts findet, wird eben gebastelt!
Der Handgriff der Kurbel ist aus einem Pinselstiel geschnitten. Böse Zungen werden jetzt sagen, das ist ja für Riesen, aber ich hab es ausprobiert: Orks gehn auch!!!!
Auf die Unterseite der Bodenplatte wurde ein Drehring mit 2cm Durchmesser gelötet, wie immer freihändig aus Schienenprofil gebogen.
Für die Befestigung des Auslegers auf der Bodenplatte hab ich einen Messingstreifen in Form gebogen und hatte dann die großartige Idee, ihn in der Mitte zu teilen, dann hätte ich zwei gleiche für vorne und hinten. *seufz*
Vor Jahren hatte ich mal geschrieben, daß zu einem ordentlichen Kitbash auch ein Tropfen Blut gehört, aber heute muß ich die Göttes des Kitbashs gründlich verärgert haben. "Oh Hand voll Blut und Wunden!" schrieb schon J.S.Bach in seiner unbekannt gebliebenen Martins-Passion...
Einen Verband später wurde trotzig der Lötkolben angeheizt, in der zweiten Iteration war der Ausleger endllich grade, nur an der Achshalterung mußte noch gefummelt werden, bis es endlich drehbar war.
Fürs Foto steht der Kran auf der Laufschiene des Bockkrans - auf dem Hafenstück hab ich noch keine Beleuchtung.
martiN.
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da bin ich aber fertig, was du da so einfach aus dem NICHTS zauberst! Bin echt begeistert!
Danke, dass du uns an deinen Baufortschritten teilhaben lässt.
gespanntes Grüssle
Jürgen
immer wieder schön und interessant, wenn man sieht, wie sich das entwickelt
Eine Frage habe ich noch: sollte über der vorderen Stütze, wo der Drehpunkt ist, nicht eine durchgehende Platte auf der Brücke sein, damit der Drehkranz etwas hat, wo er sich abstützen kann? Oder kommt da noch was? Gitterplatte? Riffelblech? Das sieht so, wie es jetzt ist, zwar schön "luftig" aus, aber irgendwie fehlt mir da was "dreckiges"... (oder besser: etwas, das später mal dreckig werden kann
Viele Grüße
Michael
vielen Dank für die Kommentare. Die Frage nach dem Riffelblech hatte ich mir auch schon gestellt, war aber weder in meinem Fundus noch bei Eisen-Wulf fündig geworden. Diese Woche kam mir der Zufall zur Hilfe: ein ausgebauter Gasboiler, der auf den Schrott sollte. Durch eine Öffnung im Steuerblock blinzelte mir ein Stück Streckgitter entgegen, ich blinzelte zurück, suchte mein Werkzeug und nur eine Viertelstunde später war ein 35x45mm großes Stück messingglänzendes Riffelblech mein!
Leider nur glänzend wie Messing - was immer das für ein Material ist, es läßt sich nicht löten...
Naja, was ich so treibe ist überwiegend Kleben mit Lötzinn, wenn man die Batzen nur groß genug macht, klebt auch das Alugitter in einem 1x1mm-Winkelprofil!
Für den Laufsteg habe ich zwei 6mm breite Streifen geschnitten und in einen Rahmen aus 1x1 Winkelprofil gelö... ääh... klebt. Stützen und Geländerpfosten wurden wieder aus plattgeklopftem Klingeldraht gemacht, druntergelötet und umgebogen. Das Geländer ist Litzendraht, zwischen zwei Rundhölzern gespannt, damit es wirklich waagrecht wird.
Mal sehn, wie ich es direkt unterm Kranhaus mache, der überwiegende Teil des Hauptträgers bleibt so luftig.
martiN.
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http://www.fks-modellbau.de/shop/Strukturbleche:::23.html
Sehr genial Deine Bastelleien, mir gefallen sie.
Gruß Björn
genau der Laden. Der liegt halt auf dem Weg, ich kaufe da gerne ein - lieber als im Internet.
Den Laufsteg hätte ich auch bei Ndetail fix und fertig bestellen können, aber bei einer Null-Euro-Bahn muß man eben gewisse Kompromisse eingehen und mit dem Basteln, was man hat.
Danke für dein Lob,
martiN.
ich bewúndere deine Ausdauer und Geduld! Wirklich toll, was du aus "Abfall" so zauberst ...
Was den Laufsteg betrifft:
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:
Den Laufsteg hätte ich auch bei Ndetail fix und fertig bestellen können
wenn du den Industrielaufsteg meinst: is nicht! Zur Zeit nicht lieferbar (Wir warten auf Neuware). Deshalb hatte ich meinen vorsorglich in den USA bestellt: http://www.1zu160.net/scripte/forum/forum_show.php?id=840564&sb1=laufsteg
Ist für deine Philosophie natürlich keine Lösung ;o)
Grüssle
Jürgen
der Industrie-Laufsteg wär mir zu massiv, ich dachte an das "Riffelblech mit Geländer"
http://www.ndetail.de//product_info.php?info=p8...-1-160--platine.html
Den anderen Thread hatte ich nicht verfolgt, Versender, dazu noch in Übersee, passen wirklich nicht zu meiner Philosophie :)
Als nächstes ist eine Aufstiegsleiter dran, wobei mir noch nicht ganz klar ist, wie und wo die da oben ankommt. Vielleicht laß ich die auch weg und bau einfach eine Tür in der richtigen Höhe ins Lagerhaus ;)
martiN.
noch als Tipp zur "Null-Euro-Bahn"
Feines Riffelblech in Metall findest Du im Fahrradreparaturset auf der Rückseite der Reparaturflicken; ist aus Metall, nämlich Alu (und daher leider nicht lötbar).
Ich mag ja die Rückseite von Plastik-Hefter ja lieber -- ist größer, und man kann die Struktur nicht so einfach kaputtmachen, aber eben nicht aus Metall
Vielleicht hilft Dir das weiter.
Viele Grüße
Michael
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vielen Dank für den Tip mit den Flicken-Rückseiten. Die Fahrrad-Saison geht ja grade los, da wird bestimmt die ein oder andere Flickstelle auf mich zukommen!
Von den Hefter-Rückseiten schriebst du ja schonmal beim Stellwerk - leider hab ich überhaupt keine Idee, was du da meinst. Kannst Du bitte mal ein Bild vom Ohginahl machen, damit auch ein dummer Mensch wie ich sich was darunter vorstellen kann?
martiN.
aber gern! Hat jetzt nur etwas gedauert, musste etwas suchen; nicht alle haben eine brauchbare Rückseite...
Dafür sind die Bilder ganz frisch
Ha, gerade eingefallen: Vielleicht ist der Begriff "Schnellhefter" gebräuchlicher?
Viele Grüße
Michael
PS: Das "Riffelblech" gibt es mit verschiedenen Mustern: im "Sechseck" (wie auf den Bildern), ich habe aber auch "Vierecke" zuhause (irgendwo...
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danke für die Bilder. Ich hatte zwar bei 'Hefter' an einen Schnellhefter gedacht, aber ich hab vorher noch nie (zumindest nicht bewußt) welche mit dieser Art geriffelter Oberfläche gesehen, deshalb wollte ich sichergehen. Da muß ich mal die Augen offenhalten - Alternativen zu haben ist immer gut!
martiN.
in der Zwischenzeit habe ich im Web Bilder der Kräne am Berliner Westhafen gesucht, auf denen man erkennen kann, wie die Aufstiegsleiter und der Laufsteg zusammenpassen. Wie es scheint, hat das Vorbild einfach eine Lücke im Steg, durch die die Leiter durchsteigt. Eine Lücke kann ich ohne Kollateralschaden nicht mehr herstellen, da muß die reichlich vorhandene Phantasie eine Klappe annehmen.
Die Leiter habe ich aus Klingeldraht (für die Holme) und Litzendraht (für die Sprossen) gelötet. Zum Löten wurde eine kleine Löthilfe angefertigt. Die Holme werden um 3mm-Schrauben gewickelt, für die Sprossen wurden abwechselnd rechts und links, um jeweils 2mm versetzt Nägel eingeschlagen, so daß die Litze nur noch im Zickzack drumgewickelt werden muß. Anlöten, abknipsen, fertig.
Die Leiter wurde dann mit einer einzigen Lötstelle am Kran-Unterteil befestigt.
martiN.
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wie cool ist das denn?!? Gefällt mir.
Grüssle
Jürgen
Gruß Björn
auf die Absturzsicherung wurde ich glücklicherweise schon während der Planung aufmerksam gemacht. Die Kräne im Westhafen sind von 1927, also sehr passend für eine Modellbahn, die im Jahre 1928 angesiedelt ist, und haben bis heute keine Absturzsicherung. Dazu drei Bilder, die ich bei flickr gefunden habe:
https://www.flickr.com/photos/mr172/3997495861/
https://www.flickr.com/photos/wrobbelphotography/4583239469/
https://www.flickr.com/photos/mondrian-berlin/14473410193/
Man erkennt einen Handlauf an der Leiter, einen Fahrmotor auf dem Laufsteg mitsamt einer Ausbuchtung, damit man dran vorbei gehen kann. Zu dem Motor eine waagerechte und eine senkrechte Welle zu den beiden Antrieben... Zu allem Überfluß kann man noch erkennen, daß das Fachwerk innerhalb des Hauptträgers sehr viel filigraner ist, als ich es frech und freihändig aus Schienenprofilen gefrokelt habe.
Was mir bei der ganzen Geschichte den Arsch rettet (Achtersteven soll ich hierzugroup ja nicht schreiben) ist, daß ich nie vorhatte, den Kran akribisch nachzubilden, sondern ihn lediglich als Anregung nutze, um einen glaubwürdigen Halbportalkran zu basteln.
@Jürgen: gefällt mir auch :o) Danke fürs Lob.
martiN.
das passt doch ganz gut! Eine dezente Alterung (=verbogene Sprossen) ist bei der Bauweise einer Leiter gratis inclusive
Und damit für Leute mit weniger reichlich Phantasie alles seine Richtigkeit hat, könntest Du aus Riffelblech ein Viereck ausschneiden und (als Klappe definiert) an der passenden Stelle aufkleben. Von unten sieht das ja sowieso keiner
Viele Grüße
Michael
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