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THEMA: Identifizierung Loktyp

THEMA: Identifizierung Loktyp
Startbeitrag
RhönbahNer - 07.10.10 20:44
Hallo,

ich brauche mal eine zweite Meinung (meine eigene gebe ich hier noch nicht bekannt, will niemanden beeinflussen): Um welchen Lokomotivtyp könnte es sich hier handeln? Das Foto ist wahrscheinlich Ende der 40er Jahre auf einer Nebenbahn in Osthessen aufgenommen worden. Leider ist die Bildqualität nicht berühmt.

Für sachdienliche Hinweise bedankt sich

Jürgen

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Hi Jürgen !

Ich tippe auf eine ehemalige Berliner Stadtbahnlok BR 74.

http://www.modellbahnmarkt-online.de/Lockarchiv/Dampfloks/BR_74/br741230-sb.jpg

Gruß Thomas
Servus Jürgen,

oha, ganz schön schwer.

Mein Eindruck, ohne jetzt der Gescheiter zu sein geht in Richtung pr. T14 (BR 93). Glaube eine Nachlaufachse unter dem Tender erkennen zu können. Aber für eine T 14 erscheint die Lok mir andererseits wieder etwas zu kurz.

Wenn es Hessen ist, ist eine preußische Lok vom Einsatzgebiet nicht unwahrscheinlich und die T 14 lief auch auf Nebenbahnen.


Gruß aus Zolling

Christian Strecker
Hallo,

hast Du das Bild schon bei DSO im Historische Bahn-Forum eingestellt?

RF
Dann schmeiß ich einfach mal die BR 75 auf den Markt. Die ist kürzer als die BR93.

Gruß Tjorben
Bad. VIc passt von der Domanordnung nicht ganz:

http://www.wehratalbahn.de/Suedbadenbahn/BadVIc/VIc.htm

Andreas
Hallo Tjorben,

eine 75er, nicht abwegig. Aber für eine württembergische, badische oder sächsische Lok ist Hessen nicht gerade ein typisches Einsatzgebiet.

Das Führerhaus würde mich aber schon eine bad. 75er erinnern.

Aber bei diesem Foto sieht halt man leider viel was sein kann, wohl aber nicht ist (war).

Was mir auch noch einfällt: Es heißt ja hier osthessische Nebenbahn. Also muß es ja nicht unbedigt eine Staatsbahn gewesen sein, sondern kann eine Privatbahn auch als Grundlage gewesen sein. Wenn es 40er Jahre in der Kriegszeit (Pufferkringel) war, waren ja damals die Privatbahnen von der DRB schon "eingemeindet". Vielleicht liegen wir mit einer Staatsbahnloktype bis hierher auch daneben.


Gruß
Christian
Hallo,

wenn es auf einer NE-Bahn sein sollte, kämen auch die ELNA-Typen 2 und 5 in Frage.
Beides sind 1'C Lok für Privatbahnen.

Viele Grüße ÷ Udo

ELNA 2: http://blog.weinert-modellbau.de/wp-content/uploads/2010/07/4292_Elna_livo.jpg
ELNA 5: http://img90.imageshack.us/img90/8266/jkb152bn2.jpg

Hallo zusammen,

habe das Bild noch etwas nachbearbeitet. Könnte es nicht auch eine BR 74 sein?



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Hallo !

Schließe mich em200a  an.
Das mit der Nachlaufachse glaube ich auch zu sehen.
BR93 (Pr.T14.1 ) ?

Gruß : Werner S.
Hallo zusammen,

ich würde hier auf eine BR 74 oder 75 tippen.
Die Lok ist definitiv ein D-Kuppler. Für eine T14 erscheint mit die Lok zu kompakt. Zudem passen Schlot und Dome nicht zur T14.

Viele Grüße
Heidi
Hallo,

oha, das gab ja mächtig Resonanz...  danke für die Antworten!   Meine Überlegungen waren im Grunde ähnlich:

1) von der Silhouette her evtl. eine BR74 (pr. T12), aber dazu paßt der Nachläufer (wenn es denn einer ist) nicht.
2) BR 93 (pr. T14.1): Die Lok erscheint mir dafür zu gedrungen, das Führerhausdach zu flach, nicht "rund" genug.
3) BR 75: Tja, aber eine badische Lok in dieser Gegend?
4) Französische Beutelokomotive???  Auch solche Typen sind dort nachgewiesen.

Anderereseits gab es auf dieser Strecke nichts, was es nicht gab. Die Aufnahme stammt aus der ersten Nachkriegszeit von der ehemaligen Ulstertalstrecke Wüstensachsen - Tann - Vacha (später durch die innedeutsche Grenze unterbrochen), auf der besonders in der Zeit zwischen und nach den Weltkriegen eine für Nebenbahnen außergewöhnlich große Typenvielfalt anzutreffen war.
Ich betreibe gerade einige Recherchen zu dieser Strecke, aber das Material ist spärlich. Bislang bin ich auf den Einsatz der folgenden Maschinen gestoßen:

In der Frühzeit:
pr. P2, P4.1 ,G3 ,G4.2 ,G5.2 ,G5.4 ,G7.1 ,G7.2

später regelmäßig:
BR 50, 52 ,55 ,56.2 ,57 ,58 ,64 ,74 ,78 ,86 ,91 , 93 ,94, V20 ,V36 ,V60 ,V100 ,V160,  Köf 2 und Köf3, VT95 ,VT98

sporadisch bzw. versuchsweise:
BR 38 ,44 (!!) , 92, 95, VT135, 628 ,614, SchiStraBus, Wittfeld-Akkutriebwagen

Besonders bemerkenswert finde ich den Einsatz der Jumbos in den 60er Jahren auf einer Nebenbahn.

Insgesamt ist das Streckennetz dieser Nebenbahnen übrigens ein sehr dankbares Modellbahnthema, z.B. der Bhf. Hilders, an dem die Strcken nach Fulda, Wüstensachsen und Tann/Vacha zusammenliefen sowie der Bhf. Wenigentaft-Mansbach, an dem die Hünfelder Linie mündete, die seinerzeit aus militärischen Erwägungen zweigleisig trassiert war, jedoch immer nur über ein Gleis verfügte.

Insgesamt findet hier fast jeder Loktyp sein Einsatzalibi. Es fuhren schwere Kali- und Schotterzüge z.T. mit Schiebebetrieb; es gab Holz- und  Stückgutverkehr, mehrere Schotter/-Zementwerke an der Strecke, den 30m hohen Clausmarbacher Viadukt sowie den mit 1173 m Länge längsten Nebenbahntunnel Deutschlands.

Bzgl. des Bildes darf übrigens weitergerätselt werden!

LG Jürgen

PS.: Über ELNA-Typen in dieser Gegend ist mir bislang noch nichts zu Ohren gekommen.

Hallöchen,

ich habe diesen Thread erst jetzt entdeckt, nachdem bereits einige Antworten zusammengetragen wurden. Dadurch ist es nun für mich auch etwas einfacher geworden, die eigenen Gedanken zu dem Foto etwas besser zu ordnen.

Wie ich finde, ist das nachbearbeite Bild in #8 deutlich weniger geeignet als das Originalfoto, da die wenigen einigermaßen erkennbaren Details noch weniger klar zutage treten. Aber auf dem Original lassen sich mit etwas gutem Willen schon einige Details erkennen, deren Vorhandensein dann doch die eine oder andere genannte alternative Loktype definitiv ausschließen, da sie dort einfach nicht passen würden:

Zunächst ist der besonders deutlich erkennbare Werkzeugkasten unter dem Tender zu erwähnen, der hier durch die Lichtwirkung stark hervorgehoben wird. Dieser Werkzeugkasten ist von der Form her auffallend hoch im Verhältnis zur Länge. Somit fallen alle die Loks heraus, die gar keinen solchen Werkzeugkasten oder nur einen relativ schmalen besitzen, incl. der erwähnten bad. oder württ. Typen der BR 75.

Ferner erkennt man den Lichtreflex an der Rundung am Fuß des hohen Kohlebunkers, ebenso die dunklere Färbung durch den schräg nach außen gehenden oberen Trichter dieses Kohlebunkers. Die Form eines solchen Tenderaufbaus sieht man relativ häufig und wurde auch bei etlichen Loks nachträglich angebracht, aber meines Wissens bei keiner Lok der BR 74.

Auf dem Führerhausdach sieht man den großflächigen Lüfteraufsatz, zu erkennen an der lang gezogenen Schattenlinie in Längsrichtung. Solch einen Lüfteraufsatz sieht man ebenfalls häufig, vor allem bei Loktypen neuerer Bauart. Aber für einige andere Typen, die einen solchen Lüfteraufsatz nie besessen haben, ist das ein eindeutiges Ausschlusskriterium.

Auf dem Kessel meint man zwei Dampfdome erkennen zu können. Die demgegenüber etwas kleineren Sanddome kann man allerdings nur erahnen, es könnten zwei aber theoretisch auch nur einer sein.

Dann die Radsatzanordnung. Während das Laufrad unter dem Tender noch relativ gut zu erkennen ist, kann man die Anzahl der anderen Achsen eigentlich nur erahnen. Ich tippe allerdings auf eine 1-D-1 Lok. Wenn das wenigstens mit dem Nachläufer allerdings richtig ist, dann fallen auch hier wieder einige Loktypen weg, die keinen Nachläufer besitzen, incl. der erwähnten ELNA-Typen.

Nun aber das aus meiner Sicht eindeutigste Merkmal: Zwischen dem seitlichen Umlaufblech und dem darüber befindlichen Wasserkasten erkennt man eine deutliche dunkle Schattenlinie. Das deutet eindeutig darauf hin, dass der Wasserkasten nicht direkt auf dem Umlauf aufsitzt, sondern etwas höher angebracht ist. Man könnte sogar meinen, dass man die senkrechten Streben innerhalb dieser "Schattenfuge" erkennen kann. - Und dann bleibt in der Tat nur noch eine Loktype übrig, auf die dieses letztgenannte Merkmal wirklich zutrifft; welche andere hat noch eine solche Anordnung der Wasserkästen wie die T14.1 bzw. BR 93 5-12?

Somit steht für mich fest, dass es eine solche BR 93.5 gewesen sein muss. Zu diskutieren bleibt noch die auf dem Foto relativ gesehen zu gedrungen wirkende Länge der Lok. Hier handelt es sich aber sehr wahrscheinlich nur um eine optische Täuschung aufgrund der stark perspektivischen Ablichtung. Es fällt auf, dass die Gleistrasse im vorderen (= linken) Bildbereich relativ steil nach oben geht. Andererseits hat der Fotograf die Kamera schon gerade und nicht etwa schräg gehalten; das sieht man an den senkrechten Kanten des Personenwagens. Wenn also dann die Trasse so stark nach oben geht, dann könnte das entweder auf eine unrealistisch große Steigung zurückzuführen sein, oder eben dass die Gleistrasse recht schnell vom Betrachter weg nach hinten verläuft. Dann kommt es aber genau zu einer solchen gestaucht wirkenden perspektivischen Verzerrung.

Ich vermute, dass das Gleis an dieser Stelle eine relativ starke Rechtskurve einnimmt, wodurch sich diese starke perspektivische Wirkung erklären ließe. Diese Vermutung wird erhärtet durch die stark perspektivisch zueinander zulaufenden Personenwagen-Dachkanten am rechten Bildrand. Wenn Jürgen (RhönbahNer) den Streckenabschnitt kennt, dann kann er vielleicht den genauen Fotostandpunkt ausfindig machen und einen solchen Trassenverlauf mit der Rechtskurve bestätigen.

Der Hinweis, dass auf der genannten Strecke allgemein so gut wie jede Loktype ein Einsatzalibi haben mag, ist wohl richtig, zumal es sich ja auch noch um die Situation während des Krieges handelt. Allerdings handelt es sich hier ja gerade nicht um einen der weit herumgekommenen Güterzugeinsätze (von denen ja einige beispielhaft erwähnt wurden), sondern um einen wohl typischen, trotz des Krieges normalen, Nebenbahn-Personenzug. Und ob dieser mit einer französischen Beutelok o. ä. bespannt worden wäre, würde ich eher für atypisch halten.

Gruß
Horst
Hallo Horst,

habe mir das Bild bzgl. Deiner Kommentare noch einmal angesehen und tendiere jetzt auch zur T14.1; besonders die Eigenheit des Wasserkastens ist tatsächlich charakteristisch für diese Lok - dies war bei mir in dieser Form nicht mehr präsent.

Bezüglich der Gleisführung hast Du recht, am von mir vermuteten Aufnahmeort machte die Strecke eine S-förmige Verschwenkung, in deren erste Rechtskurve die Maschine offenbar gerade einfährt.

Einzig die Domanordnung paßt noch nicht zum mir bekannten Bild der 93.5, aber ich will nicht ausschließen, daß es auch bei diesem Typ diesbezüglich Varianten gegeben haben könnte.

Auch allen anderen vielen Dank für die Hinweise und Vermutungen.

LG Jürgen


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