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THEMA: Kurvenüberhöhung auch in Überholgleisen?

THEMA: Kurvenüberhöhung auch in Überholgleisen?
Startbeitrag
Lio - 15.06.10 20:07
Mein Bahnhof liegt in einer weiten Kurve, die alle Gleise schneidet. Dass ich die Durchfahrgleise im Bogen erhöhe, steht außer Frage. Dass ich die Ladestraßengleise /nicht/ überhöhe, auch. Aber was ist mit den übrigen Gleisen?

Ich habe drei Überholgleise. Da in der gewählten Epoche II hier signalmäßig keine Durchfahrten möglich sind, würden (Güter-)züge dort lediglich mit mäßigen Geschwindigkeiten auf Halt bremsen bzw. wieder anfahren.

Mal unabhängig vom Radius gefragt (der beim Modell eh´ immer zu klein ist): Würde man solche Gleise überhöhen?

Viele Grüße
Frank

Edit: Habt ja recht, ich meinte keine Nebengleise --> Thema geändert


Zitat

Würde man solche Gleise überhöhen?



Ich denke schon.

Gruß

(auch) Frank
Zitat

Mein Bahnhof liegt in einer weiten Kurve, die alle Gleise schneidet.



Bitte? Verstehe ich nicht. Kannst du ein Bild oder eine Skizze posten?
Gleise mit Weichen werden jedenfalls nicht überhöht. Liegt eine Bahnhof oder Haltepunkt in einer Kurve werden die Stationsgleise vor der Kurve von den Durchgangsgleisen getrennt. Danach erhalten die Bahnsteiggleise keine/nur sehr geringe Überhöhung und die Durchgangsgleise ohne Weichen können normal überhöht werden.

Ich hoffe dass ich deine Frage richtig verstanden habe.

Gruß, Felix B.
Hallo Zusammen

Zitat

Danach erhalten die Bahnsteiggleise keine/nur sehr geringe Überhöhung

Richtig. Soweit ich weiss, ist bei Bahnsteiggleisen eine Überhöhung von 6 cm als Maximalwert vorgesehen (Ausnahmen bestätigen die Regel). Es kommt nämlich auch immer darauf an, um welche Strecke es sich handelt. Fahren durch diesen Bahnhof auch Züge mit höherer Geschwindigkeit, so MUSS auch eine entsprechende Überhöhung vorhanden sein.

Zitat

...und die Durchgangsgleise ohne Weichen können normal überhöht werden.

Auch wenn daneben Gleise ohne Überhöhung liegen??? Ich war bisher der Meinung, wenn ein Gleis überhöht ist, muss das danebenliegende Gleis auch überhöht sein. Wie es bei Abstellgleisen aussieht, weiss ich leider nicht.

Zitat

Gleise mit Weichen werden jedenfalls nicht überhöht

Soweit ich weiss, gibts auch im Weichenbereich Überhöhungen.

Gruß
Tomi
Die Überholgleise würde man eher nicht überhöhen, wenn man die Kurven auch ohne Überhöhung mit den vorgesehenen Geschwindigkeiten schafft.

Weichen können natürlich auch in der Überhöhung liegen, nur die max. zulässige Überhöhung ist etwas niedriger als bei normalen Gleisen, wenn ich es richtig im Sinne habe.

Carsten
wenn keine Durchfahrten vorgese´hen sind, dann keine Überhöhung

bis 40 km/h geht alles auch ohne. Anfahren und bremsen bei den Geschwindigkeiten unter denen zur Überhühungpassenden gibt Probleme bei den Radsätzen und übermäßigen Verschleiß.
--> in diesen GLeisen die Überh. weglassen und Ep2 schon gar nicht

Mke
Überhöht werden nur Durchgehende Hauptgleise.

mfg
Andre
Hallo Andre

Zitat

Überhöht werden nur Durchgehende Hauptgleise

Sind damit auch abzweigende, aber trotzdem durchgehende Hauptgleise gemeint oder meinst Du damit nur die beiden Bahnsteiggleise, die direkt in der Strecke münden bzw. die beiden Streckengleise, die direkt in den Bahnsteiggleisen enden? Ich bin mir zwar nicht sicher, aber ich denke, dass auch abzweigende Gleise, ja sogar Stumpfgleise in einer Kurve, mit einer Überhöhung ausgestattet sind.

Gruß
Tomi
Zur Begriffsklärung:

Hauptgleise: Alle Gleise auf denen Zugfahrten unterwegs sein können, also überlicherweise die Gleise mit Hauptsignalen

Durchgehende Hauptgleise: Die Hauptgleise, die in Verlängerung der Streckengleise liegen (und daher meist mit unbeschränkter Geschwindigkeit befahren werden können)

Nebengleise: Gleise auf denen nur rangiert wird

Carsten
Hallo,
wir befinden uns in der Epoche II.
Der "Guten Alten Zeit".

Eine Epoche,
die geprägt ist von den beiden verlorenen Weltkriegen und vorallem deren Auswirkungen.

Damals war man froh überhaupt Nebengleise zu haben.

Und diese stammten überwiegend noch aus den Länderbahnzeiten,
wenn nicht aus den Gründerzeiten,
mit entsprechend schwacher Balastbarkeit.

Dazu kamen noch die unzähligen "Flickstellen".

Da machten sich nur "Illusionisten" irgendwelche Gedanken über Gleisüberhöhung auf Nebengleisen.


Hans-G.
Guten Abend,

@Hans-G. ja mit der Gleisgeometrie der Epoche II bin ich mir da auch nicht sicher. Ich weis nicht wie schnell damals in der Nachkriegszeit gefahren wurde. Davor ist man ganz ohne LZB ja schon richtig schnell unterwegs gewesen Ich weis nur wie heute Gleise verlegt werden.

Die Gleisüberhöhung wird angewendet um Fliehkräften bei Kurvenfahrt teilweise entgegen zu wirken. Unabhängig davon ob das Gleis ein Bahnsteiggleis ist oder nicht. Liegt das Bahnsteiggleis in einer Kurve wo mit einer hohen Geschwindigkeit gefahren werden darf, wird es bis zu einem bestimmten Grad überhöht. Denn anhaltende Züge dürfen ja wegen der nun fehlenden Fliehkraft nicht umkippen.
Auf der Sachsen-Franken-Magistrale gibt´s mehrere Haltepunkte, die in Kurven liegen. Da knarrt es in den haltenden Dostos wie auf nem alten Segelschiff, wenn die in so ner Kurve halten. Leicht beängstigend.

Zitat

...und die Durchgangsgleise ohne Weichen können normal überhöht werden.


ganz richtig. Ohne Berücksichtigung der Nachbargleise. Das Lichtraumprofil kippt hier zwar je nach Grad der Überhöhung deutlich zur Seite weg. Um eine Überschneidung der Lichtraumprofile auszuschließen werden die Gleise hier ein wenig von einander abgerückt. Es können also Hauptgleise (mit Vmax befahren) direkt neben unüberhöhten Gleisen durch einen Bahnhof oder Haltepunkt geführt werden.

So ist aber eben bei der heutigen Bahn. Zu Epoche II muss ich mich jedoch zurückhalten. Da war ich noch nicht mal Quark im Schaufenster...

Gruß, Felix
Hallo Felix

Zitat

Liegt das Bahnsteiggleis in einer Kurve wo mit einer hohen Geschwindigkeit gefahren werden darf, wird es bis zu einem bestimmten Grad überhöht

Meines Wissens ist der Maximalwert hierfür 6cm.

Gruß
Tomi
Zitat

Meines Wissens ist der Maximalwert hierfür 6cm.


dem muss ich leider widersprechen. Auf normalen Steckengleisen wird normal überhöht, auch wenn da Bahnsteige dran sind. Ich muss mal schauen ob ich irgendwann dazu komme Bilder zu suchen oder von der Sachsen-Franken-Magistrale welche zu machen. Kleinschirma und Oederan sind hier nur zwei Halte wo dies deutlich zu sehen ist.

Aber wie gesagt, alles Epoche V-VI

Gruß, Felix B.
Hallo Felix

Ok, wie gesagt, ich hab das irgendwie in Erinnerung und weiß das nicht 100%. Aber es ging ja eigentlich auch um eine Überhöhung in einem Bahnhof. Auf Streckengleisen mit Bahnsteig (was ja dann ein Haltepunkt wäre) kann das natürlich wieder anders aussehen.

Gruß
Tomi
Vielen Dank bisher! (Ich hätte nicht gedacht, dass es so eine rege Diskussion gibt.)

Ganz einig seid ihr euch nicht, manche relativieren auch ihre Antwort bezüglich der Epoche.

Aber ich verstehe die Mehrheit so, dass nicht überhöht wurde (was mir entgegenkommt: 1) ersparte Arbeit, 2) es sieht "schöner" aus, wenn der im Gleis stehende [zu überholende] Güterzug "aufrecht" steht -- während es "schöner" aussieht, wenn der durchfahrende Reisezug im durchgehenden Hauptgleis sich zur Seite neigt).

Im Sinne von #8 sind die Gleise des Fragegenstandes nichtdurchgehende Hauptgleise.

Viele Grüße
Frank
Hallo nochmal

habe gerade das hier gefunden:
http://gleisbau-welt.de/site/vermessung/geometrie.htm
Vielleicht bringt das noch ein paar Erkenntnisse.
Da stehen z.B. auch die mir bekannten 6cm im Bereich von Bahnsteiggleisen.

Viele Grüße
Tomi
Nur mal zum Klugschei....

Durch Nebengleise (Überschrift) fahren keine Züge sondern nur Rangierfahrten und damit Vmax 25 km/h. Also ganz sicher keine Überhöhung. Die Hauptgleise des Bf werden selten Überhöhung haben, wird doch die Durchfahrt, falls überhaupt möglich typisch mit Vmax = 40/60 km/h sein. Da wäre wohl Überhöhung eher gering, wenn überhaupt. Die durchgehenden Hauptgleise können auch im Bf überhöht sein. Das Nachbargleise von überhöhten Gleisen ebenso zu überhöhen sind, ist nicht richtig. Es kommt nur drauf an, daß das Lichtraumprofil frei bleibt. Ggf. muß somit das innen liegende Nachbargleis zum überhöhten durchgehenden Hauptgleis einen größeren Abstand haben. Da aber in Bf ohnehin die Gleise weiter auseinander liegen (wg. des Rangierens und der dabei außen mitfahrenden Rangierer und der Personen die sich zwischen den Gleisen befinden, z.B. zum Bremsen prüfen, Hemschuhe legen usw. ) kommt das Lichtraumprofil sich kaum so nah, daß man damit eine weitere Abstandserhöhung begründen kann.

Mein Fazit:
Durchgehende Hauptgleise kann man überhöhen, den Rest würde ich plan legen.

Hallo,
Nebengleise mit durchfahrenden Güterzügen,
wären nur bei einem Alliiertem Luftangriff möglich gewesen.

Die Franken-Sachsen-Magistrale ist ein gutes Beispiel.
Ist deren Mittelspange zwischen Reihenbach und Hof dafür berühmt,
dass hier so gut kein normales gerades Stück Gleis verbaut ist.
Auch dann auf Fränkischer Seite (Bayrisches Staatsgebiet von Napolionischen Gnaden)
wird die kurvenreiche Trassenführung bis zum Fusse der "Schiefen Ebene" eingehalten.

Bin ich doch in Hof in einer Eisenbahnersiedlung aufgewachsen.

Ein Hofer "Vorortbahnhof" in einem engeren Bogen lag sozusagen direkt vor meinem Fenster.
Aber das war bereits die zweite Hälfte der Eboche III.

Natürlich sind die Gleise überhöht und alle durchfahrenden Züge passieren die Bahnsteige mit ungebremster Geschwindigkeit.
Daneben lag dann noch ein drittes Gleis zum Verschiebe-Bahnhof Veita vor Oberkotzau.
Das Planum  für ein Breitspurgleis war bereits in der Trassierung des daran anschließenden Viaduktes.
Lediglich Abschnitte die von schnellen Zügen ("Fliegende Cheesburger; Henschel-Wegmann-Dampfer ; oder dgl.) heimgesucht wurden,
dürften einer Überhöhung unterzogen worden sein.

Hans-G.


Abend,

ich wollte jetzt schon in entsprechenden Bauvorschrieften und Planungsgrundlagen für den Gleisbau nachsehen. Aber ich schätze aus Epoche II ist nichts mehr da

Ein Bild eines Haltepunktes auf der Sachsen-Franken-Magistrale habe leider nicht finden können. Dafür aber Eines von der Saaletalbahn.
http://www.bahnbilder.de/name/einzelbild/number...s%FCberh%F6hung.html
hier sieht man die Überhöhung an der schrägen 143er sehr gut. Das Bild stammt aber definitiv nicht aus der Epoche II, weshalb ich mich da jetzt gern aus dem Funkverkehr raushalte
In Epoche V-VI wird aber eben auch am Bahnsteig voll überhöht. Wie das in der Epoche II war kann ich nicht sagen.

Gruß, Felix B.
Hallo,

Foto vom ehemaligen Bahnhof Hof-Moschendorf,
der Ludwigs Süd-Nord-Bahn,
mein Elternhaus im Hintergurnd.

Nichts erinnert mehr an die Bahnsteighallen die die Flüchtingszüge aus dem Osten aufnahmen.

http://www.bahnbilder.de/name/einzelbild/number...iff/Moschendorf.html

Es gibt noch viel ältere Aufnahmen.
Sogar eine Farbaufnahme mit einer bay. 18 aus der Vorkriegszeit.


Aber ging´s hier nicht um Nebengleisen?

Hans-G.


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