1zu160 - Forum



Anzeige:
aat-net - amerikanische und kanadische modellbahnen

THEMA: Zugattentat in Eschwege

THEMA: Zugattentat in Eschwege
Startbeitrag
Wmozart - 14.05.10 01:06
Eschwege Triebwagen prallt gegen Betonring
Kassel (ots) - Am Donnerstag, 13. Mai 2010, gegen 18.20 Uhr, war ein Triebwagen der Cantusbahn unterwegs auf der Strecke vom Stadtbahnhof Eschwege in Richtung Eschwege-Niederhone. Etwa bei Bahnkilometer 46 erkannte der Lokführer ein auf den Gleisen abgelegtes größeres Betonteil und leitete eine Gefahrenbremsung ein. Der Triebwagen kam jedoch nicht mehr rechtzeitig zum Stehen und prallte mit dem Schienenräumer gegen das Hindernis. Die 15 Fahrgäste blieben zum Glück unverletzt. Der entstandene Sachschaden wird vorläufig auf 500,- EUR geschätzt. Nach Begutachtung des Schadens durch den Lokführer konnte dieser die Fahrt nach Bebra mit einer Verspätung von 40 Minuten fortsetzen. Bei dem Betonteil handelte es sich um einen Betonring von ca. einem Meter Durchmesser. Dieser wurde offenbar von einem nahegelegenen Baustofflager herbeigeschafft. Die Ermittlungen hat die Polizeistation in Eschwege aufgenommen. Zeugen werden gebeten, sich mit der Polizei Eschwege unter der Telefonnummer 05651 / 925 280 in Verbindung zu setzen.

Axel Rausch, Polizeihauptkommissar

Moin Werner,
ich bin entsetzt . Das hat mit " Dummenjungenstreich " nichts mehr gemein . Im Hinblick auf den Vatertag kann ich mir , in etwa , vorstellen was da gelaufen ist . Wenn auch der Sachschaden gering ist , stellt das für mich eine Handlung dar , die  schwer bestraft werden muß . Die Täter haben billigend in Kauf genommen das hier  ein Zug entgleist und Menschen erheblich zu Schaden kommen können . Den Schreck / Schock  den der Lokführer erlitten hat ist durchaus als Körperverletzung zu werten . Dem Lokführer gebührt ein Lob für seine schnelle Reaktion . Hoffentlich werden die Schwachmaaten , die das zu verantworten haben ermittelt und einer gerechten Bestrafung zugeführt .

Gruß
Thomas
Hallo

Oh Schreck. Das in meiner alten Heimat!!!
Früher haben wir als Jungen einen Schotterstein aufs Gleis gelegt und dann den Staub nach der durchfahrenden Köf begutachtet. Nur die fuhr halt 45Kmh. War auch Blödsinn
Betonringe sind schon derb und unverantwortlich!
Kann es sein, das es die Jugend (kann auch wer anders gewesen sein) nicht mehr lernt, sich sinnvoll zu beschäftigen????

Gruß marko
Zitat

... und einer gerechten Bestrafung zugeführt .


Da habe ich bei unserer Justiz so meine Bedenken !
Die bestrafen eher eine Küchenhilfe, die beim Abräumen eines Buffets eine übrig gebliebene Frikadelle ißt, mit dem Verlust ihres Arbeitsplatzes, als daß sie Typen, die bewußt Menschenleben in Lebensgefahr bringen, in den Steinbruch schicken.  
"Die bestrafen eher eine Küchenhilfe..."

Ja, genau so schaut´s aus. Das ist es was bei vielen unbeteilgten Beobachtern nach der Bekanntgabe von Urteilen einen Würgreiz auslöst - mich eingeschlossen.

Gruß, Olaf
Auch wenn man nicht weiss, wer die Täter waren, das ist lediglich ein Stück in einem Puzzle. Man erinnere sich an den "Holzklotz-Anschlag".

Vielleicht wird es bald ein Phänomen geben, das man "Alltagsterrorismus" nennt.

Je mehr chancenlose und frustrierte Heranwachsende es gibt (nimmt definitiv zu), desto grösser die Gefahr, das ein Ventil dafür gesucht wird. Ich persönlich habe den Eindruck, dass eine Generation am Kommen ist, die geprägt ist von der Suche nach (weltweiter) Aufmerksamkeit und Bestätigung, hysterischer Selbstbezogenheit, überzogener Selbsteinschätzung bei gleichzeitiger Disorientierung in einer weltweit vernetzten und vernutzten, kalten Welt sowie (ganz wesentlich!!!) ein Bedürfnis nach einer archaischen, absoluten Gerechtigkeit. Das kann in solche "Dummen-Jungen-Streiche" münden, aber auch in einen Aufenthalt in einem terroristischen Ausbildungslager !!!

Dass man wegen einer verschmähter Liebe ein Auto anzündet, ist dann völlig normal und "cool". Man fotografiert es mit dem Handy, stellt es ins Internet, um der Angebetenen zu beweisen, dass man alles auf sich nimmt. Oder man schlägt als Gruppe einen Einzelnen zusammen, nimmt es mit dem Handy auf und verschickt es zur Unterhaltung an andere.

Die Verrohungswelle, die da entsteht, stimmt bedenklich, und irgendwie eine logische Folge der Verrohung, die unsere Terroristen in Nadelstreifen derzeit weltweit vollziehen.

Das wird noch "lustig" in den nächsten Jahren :(

Gruss Ralf
@ Rottweiler

Wieso an "den" Holzklotzanschlag?
Das ist doch schon fast alltag, das Steine und andere harte schwere Gegenstände von Brücken auf fahrende Autos geworfen werden. Genauso der Klau von Gullideckeln von Straßen (zum teil sogar Schnellstraßen). Selbst unter Spannung stehende Fahrleitungsanlagen werden Demontiert/geklaut oder Schienenstücke!
Und wenn einer Erwischt wird?
Entweder er geht Straffrei aus, und muß weiter von Sozialhilfe leben, oder er kommt in den Knast, wo er eine Rundummversorgung hat, Arbeit bekommt (arbeiten Darf!) und eventuell sogar Studieren darf, was er in Freiheit nicht gekonnt hätte!
Da fragt man sich doch, was die größere Strafe ist! Im Knast ein geordnetes Leben zu haben, oder sich in der Freiheit ein Leben mit Existenzängsten und ohne Perspecktiven aus zu setzen!
Ich habe auch schon mal daruber nach gedacht, wie man am sichersten und Bequemsten IN den Knast kommt, damit man wieder mal eine ordentliche Arbeit und  Weiterbildungsmöglichkeiten bekommt! Und mit viel Glück wird man dann sogar Freigänger, und es geht einem noch besser!

Strafen haben doch ihre Abschreckung in dem Moment verloren, wo es einem bestraften in wichtigen Lebensbereichen besser geht wie dem in "Freiheit" lebenden!
Früher haben nur Obdachlose im Herbst unfug angestellt, damit sie im Knast überwintern konnten, heute muß man als Arbeitsloser oft schon einen Menschen erschlagen, um eine feste Arbeit (im Knast) zu bekommen!
@ Nr. 6

Sorry, ptlbahn, aber das der Knast eine lebenswerte (und vor allem: angstfreie) Alternative zur Freiheit ist, dass glauben bestenfalls jugendliche Möchtegern-Gangster-Rapper, bis sie dann dass erste mal tatsächlich einfahren durften.

Ich arbeite 2x die Woche in einer JVA in einem berufsvorbereitenden Kurs und ich kann Dir sagen: Knast ist Null lustig, egal was die Bild-Zeitung so schreibt.

Gruss
Jürgen
@5,6,7

Je "asozialer" das politische System in einem Land angelegt ist, desto roher(dümmer, asozialer)
benimmt sich auch die Bevölkerung. Ohne gebildete, reflektierende und sozial eingestellte Vorbilder
gibt es keinen sogearteten Nachwuchs. In der Prävention liegt der Schlüssel und nicht in der Bestrafung.
Diejenigen die die Strafen verdient haben, sind die Verantwortlichen für die Normen und Umstände
unter denen die Gesellschaft existiert, also die politische Führung.

Den Begriff Terrorismus("Herrschaft des Schreckens") so inflationär zu gebrauchen wie Ralf(#6)
halte ich für sehr gefährlich. Die gleiche Taktik verwendet auch das politisch konservative Lager,
zu denen der Begriff als Handlungsbeschreibung aber viel besser passt, als zu den dummen Jungs,
und so schätze ich dich definitiv nicht ein.

An von Autobahnbrücken geworfene Steine und Gullideckel kann ich mich seit ich Radio höre
erinnern, und das sind immerhin gute 30 Jahre. Dieser aktuelle Vorfall ist nichts anderes.

Viele Grüße,
Uwe
@ 7

Klar ist im Normalfall der Knast keine Alternative!

Nur wir reden hier nicht von Normalfall!
Wenn du den sinnlosen Spielen und der Willkür des Arbeitsverhinderungsamtes ausgesetzt bist, und keine Perspektive hast, eine ordentliche Arbeit zu bekommen, dazu noch voraussichtlich in kürze deine Wohnung verlieren wirst, weil die das Amt wegen fehlender Papiere (die dein Ex-Chef, der auf Jerssy sitzt und dir noch Fahrgeld und Lohn für einige Monate schuldet nicht ausfüllt) nix zahlt, dann ist die Alternative Strick, Brücke oder irgendwie in den Knast zu kommen!
Und bei solchen Aussichten ist in meinen Augen der Knast immer noch die beste Alternative, denn da hast du eine größere Chance Arbeit (im Knast) zu bekommen, oder eine Ordentliche Ausbildung/Umschulung oder Fortbildung zu bekommen!
Wenn du in der Amtsmühle sitzt wie der Hauptmann von Köpenick, dann stellst du auch diese Überlegungen an!
Hallo P.- Thomas (ptlbahn),
das hört sich aber gar nicht gut an . Bezogen auf das was da in Eschwege geschehen ist  klingt Deine Einlassung nahezu so , als wenn Du solch ein Handeln in Ordnung findest wenn derjenige dadurch denn Arbeit im Knast findet .Bezogen auf Deine Situation , die Du hier offensichtlich machst ist das doch wohl keine  Alternative, ich bitte  Dich .
Wenn Du die Arbeit der ARGE als sinnlose Spiele und Willkür ansiehst ist das keine Basis , Dir in irgend einer Form zu helfen . Du mußt einer  Behörde,und nichts anderes ist die ARGE , schon das Recht zugestehen,da sie ja auch unsere Steuergelder verwaltet bzw. einsetzt , Ansprüche durch einwandfreie Belege  manifestiert zu wissen . Schließlich werden die auch von Rechnungsprüfungsamt kontrolliert . Wenn ich entlassen werde bekomme ich, in der Regel , alle meine erforderlichen Papiere im Personalbüro . Es sei denn ich weiß von vornherein das daß der Chef ein windiger Geselle ist, dann muß ich mich nicht wundern . Dein Chef wird auch nicht auf Jersey  sitzen . Und wenn der wirklich die Papiere nicht rausrückt kann das Amt dem auf die Füße treten . Warum Du deswegen Deine Wohnung verlieren solltest ist mir nciht ganz klar . Wenn Du einen ordendlichen Mietvertrag vorlegen kannst , zahlt Dir die ARGE auch die Miete  und anteilig die Nebenkosten . Zumindest im Rahmen der Sozialhilfe . Wegen beispielsweise zwei Monatsmieten im Rückstand fliegt keiner aus seiner Wohnung, die kann man nachzahlen , dann ist selbst eine bereits ausgesprochene Kündigung hinfällig .Ich weiß wovon ich rede da ich seit ca. 20 Jahren ehrenamtlich mit überschuldeten  Menschen und psychisch kranken und labilen Personen zu tun habe . Wenn Du versicherungspflichtig beschäftigt warst ist es kein Problem Deinen Verdienst über Finanzamt oder Krankenkasse zu ermitteln oder etwa über den Rentenversicherer , wenn Dein ehemaliger Chef sich gar nicht rührt . Voraussetzung ist jedoch das Du Dich rührst . Es sind beileibe nicht immer die Anderen schuld . Es ist aber völlig neben der Sache , so bedauerlich Deine Situation sein mag  ( Du bist nicht der Einzige ) , ist es aber , indirekt eine schwere Straftat anzudrohen um andere zum Handeln zu nötigen . Um im Knast  in den Genuß einer  Ausbildung / Umschulung zu kommen müßtest Du langjährig einsitzen und Deine Sozialprognose müßte von vornherein total beschissen sein . Denn der Sinn  unseres Strafvollzuges ist immer noch die angestrebte Resozialisierung des Täters damit er in Zukunft, ohne Straftaten zu verüben , sein Leben in sozial geordneten Bahnen  gestalten kann . Es komme mir jetzt bitte keiner mit dem Aufschrei ; " Und was ist mit den Opfern ? "  Wir reden hier explizit über Täter .
Der Schuster Wilhelm Vogt ( Hauptmann von Köpenick ) war an seiner Situation selber Schuld . Er hatte vorher schon mehrmals Strafen zwischen acht und zwölf Jahren , zuletzt im Zuchthaus , was es heute nicht mehr gibt , verbüßt . Und nichts daraus gelernt .  Damals hatten diese Aspiranten nach der Entlassung noch einige Jahre Ehrverlust was die Wiedereingliederung in die Gesellschaft damals noch mehr erschwerte . Er hatte damals die Lacher  auf seiner Seite , weil er der Gesellschaft gezeigt hat , wie sehr  damals doch  alte preußische Tugenden  und militärischer Schneid ,  Befehl und Gehorsam  an der Tagesordnung waren .

Ich sehe in Deiner Situation keinen rechtfertigenden Grund dafür , die in Eschwege verübte Tat in irgend einer Weise zu billigen , zu beschönigen, oder gar gut zu heißen .
Das kann doch nicht Dein Ernst sein .
Anmerkung: Die Entlohnung im Knast ( Deine Ausdrucksweise ) liegt bei ca. 3 bis 5 Euro am Tag . Ist das für Dich erstrebenswert ?
Wenn Du das einem Amtsarzt erzählst brauchst Du Dir um Frühstück , Mittag , Abendessen und Schlafstatt das nächste halbe Jahr garantiert keine Gedanken zu machen . Arbeiten kannst du dort dann auch in der sogenannten Arbeitstherapie und Taschengeld gibt es auch noch .
Denke bitte mal ein bißchen darüber nach was Du da von Dir gibst .
Ich wünsche Dir dennoch alles Gute.

Gruß
Thomas
@6:

Hallo PTL,

Dein Widerspruch ist eigentlich keiner, Du sagst "das ist schon normal". Eben das sagte ich auch: das wird langsam "normal". Taten dieser Art gab es regelmässig, zumindest seit 1993.

"Als Tatmotiv gaben sie Langweile und Erlebnishunger an." Destruktion als Luxuserscheinung einer sterbenden Wohlstandgesellschaft. "Spätrömische Dekadenz" durch die Hintertür, Herr Westerwelle. Der Mann hat wesentliche Zusammenhänge nicht verstanden.

@Uwe:

Zitat

Den Begriff Terrorismus("Herrschaft des Schreckens") so inflationär zu gebrauchen wie Ralf(#6) halte ich für sehr gefährlich. Die gleiche Taktik verwendet auch das politisch konservative Lager,



Mag sein, Uwe, aber das konservative Lager beschränkt sich im Feststellen von Missständen. Mit dem Erkennen von Ursachen und Zusammenhängen ist dieses "Lager" intellektuell überfodert. Oder aber es will diese nicht sehen, könnte ja sein, dass man darin die Folgen des eigenen Tuns erkennt. Von daher gesehen lasse ich mich nicht in dieselbe Ecke stellen wie dieses Lager, ich denke, meine sonstigen Ansichten sprechen eher dagegen ; -)

GutN8 Ralf
Hallo Zusammen,

leicht grinsend möchte ich auch ganz gerne mal was dazu schreiben.
Vorab: @ptl, grinsen muss ich wegen Deiner Beiträge, wenn man das momentane System etwas überspitzt beschreiben möchte kann man das in der Form wie Du tun. Vorallem ist der Text echt amüsant geschrieben.

Aber letztendlich sollte man doch mal die Grundfrage stellen. Alle beschweren sich, Hartz IV, Schulpolitik, Steuern, Benzinpreise etc, ect etc. dem entgegen steht  z.B. die letzte Landtagswahl:
>>>> 60% Wahlbeteiligung in NRW <<<<!!!
Hallo?? Und dann schaue man sich das Ergebnis an. Der eine alleine darf nicht regieren, der andere auch nicht, dann muss man mit dem dritten oder vierten, dessen politische Richtung absolut gegensätzlich ist und raus kommt letztendlich ein bißchen von allem, was wieder keiner haben will.

Wir sollten uns mal grundlegend überlegen, nehmen wir das System an?, dann sollte man auch wählen oder starten wir einen Staatsboykot (schwachsinn), aber nix machen und mosern ist wohl der falscheste Weg.

Korrigiert mich , wenn ich falsch liege.

Mit besten Grüßen

Jan
@11
Hallo Ralf,
Zitat

ich denke, meine sonstigen Ansichten sprechen eher dagegen

So wollte ich es verstanden wissen. Nur, wie gesagt, hat Terrorismus eine systematische Ausprägung und äußert sich nicht in solchen Einzelfällen.

Viele Grüße,
Uwe
@ 9

ptlbahn, Du hast schlicht und ergreifend etwas zu romantische Vorstellungen vom Leben in einer JVA.
Solche Stories wie "Im Knast kriegt jeder eine bezahlte Arbeit und jeder kriegt Fortbildung" sind schlicht und ergreifend Stammtisch-Nonsens und völlig falsch.
In "meiner" JVA hat nur ein Bruchteil der Leute eine Arbeit (es gibt per Gesetz eine Arbeitspflicht für Inhaftierte, aber kein Recht auf Arbeit, resp. Beschäftigung!)
Fortbildungen kann es je nach Haftanstalt für geeignete (!) Gefangene geben. Als Beispiel: Für den Kurs, den ich in der JVA gebe, bewerben sich jedes Halbjahr 150-200 Inhaftierte. Genommen werden max. elf !
Und zur Vergütung von Tätigkeiten während der Haft: pro Teilnahme-Tag bekommen meine Kursteilnehmer 1,87€ vergütet (wer krank ist, Besuch/Ausführung hat oder aus disziplinarischen Gründen fehlt, bekommt natürlich nichts).
Du kannst ja mal unter www.knast.net schauen, wenn Du Dich über die Verhältnisse tatsächlich informieren möchtest. Da kannst Du dann auch nachlesen, dass Du von dem im Knast verdienten Geld bei weitem nicht alles behalten kannst.

Du kannst aber natürlich auch gerne bei Deinen Ansichten bleiben, ich möchte ja keine Weltbilder ins Wanken bringen.

Gruss
Jürgen

P.S. Bevor jemand auf falsche Gedanken kommt und meint, ich würde zu sehr die humanistische Welle reiten: Ich bin durchaus der Ansicht, dass jeder meiner Klienten sich seine Inhaftierung selbst zuzuschreiben und damit auch verdient hat und ich weiß, dass ich es dort nicht mit verkannten Engelchen zu tun habe.
Ihr habt mich falsch verstanden, und meine Ausführungen bezogen sich auch nicht direkt auf das Attentat sondern auf 4 und 5!

Zu meinen Efahrungen mit dem Arbeitsverhinderungsamt:

Nach der Wende nach  meiner Umschulung zum Industrieelektroniker  Fachrichtung Gerätetechnik (im Prinzip nur eine Wiederholung meiner Lehre mit IHK-Abschluß stats DDR-Abschluß) bot das Arbeitsamt allgemein einen Lehrgang Meßtechnik auf PC-Basis an. Als ich danach fragte, da ich ja Jahrelang DDR-Meßtechnik repariert hatte, und dies eine ideale Ergänzung gewesen wäre, wurde das abgelehnt, da ich gerade erst einige Monate den IHK-Abschluß hatte. Als ich dann fragte, ob ich mich denn um den Lehrgang selbst bemühen könnte, bekam ich zur Antwort, natürlich, aber dann bekommen sie für die Dauer des Leerganges von uns überhaupt kein Geld, da sie dem Arbeitsmarkt ja dann nicht zur Verfügung stehen!
Mitte der 90er war dann klar, das ich keine Tätigkeit mehr in der Reperatur oder Wartung von Elektronischen Geräten mehr bekommen werde, da meist wegwerfen billiger ist wie reparieren. Also fragte ich nach einer Umschulung in die damals Boomende KFZ-Branche, und erhielt vom Arbeitsverhinderungsamt die Aussage, das ich eine Umschulung vergessen kann, da ich als Industrieelektroniker auch als Elektriker auf Baustellen Arbeiten könnte.  Das ich dort aber aus Körperlichen gründen keine Chance habe einen Job zu bekommen interessierte nicht. Da ich also keine Chance auf Arbeit sah, überlegte ich mir dann, mich mit der Erstellung von Kartonbausätzen für die Moba zunächst nebenberuflich Selbstständig zu machen (also im prinzip das selbe, was ich jetzt mit der Ätztechnik angefangen habe!), und fragte beim Arbeitsverhinderungsamt nach was ich zu tun hätte. Die Antwort vom Amt war, entweder sofort voll Selbstständig, und davon Leben, oder aber es vergessen! Als Arbeitslosenhilfeempfänger darf man sich nicht Nebenberuflich Selbstständig machen! Nur wer vor der Arbeitslosigkeit bereits eine Selbstständige Tätigkeit ausführte  darf sie unter Auflagen eventuell weiter führen!

Dann sollte ich einen Leergang  Elektrohelfer mit machen, jedoch bekam ich vor beginn noch ein Stellenangebot wo ich als Werkstattelektriker auch tatsächlich angenommen wurde! Der Hacken war, das die Firma angeblich noch im Aufbau sei, und ich zur Einarbeitung erst ein mal ein viertel Jahr im Westen Arbeiten sollte. Fahrtkosten und Auslöse werden nach den ersten 14 Tagen im Voraus gezahlt. Da ich Glück hatte, das es in der nähe von Verwandschaft sein sollte, brauchte ich auch erst mal nur das Fahrgeld. Auf den Baustellen war man auch mit dem Ossi zufrieden. Aber die Zugesagte Auslöse kam nicht! Dann kam sie nur zu einem Bruchteil zu meinen Verwanten als Verrechnungsscheck geschickt, den ich aber nur in Magdeburg einlösen konnte! Vom Chef kamen dann Stundenzettel zum Ausfüllen, die mit der Firma garnix zu tun hatten (Anderer Firmenkopf usw) und auf die Frage was das soll hieß es, ja das sind noch alte, die mit verwertet werden sollen. Ich hatte aber noch welche von der Firma, wo ich eingestellt war, und habe die weiter aufgebraucht! (zu Glück)
Dennoch ging es ca. 7  Wochen gut, bis die Baustellen in der nähe meiner Verwandten fertig waren, und und ich ans andere Ende der Republik mußte! Mein Geld war aufgebraucht und die Firma zahlte die vereinbahrten Fahrtkosten- und Auslösevorschüsse nicht richtig, also hin zum Arbeitsamt, fragen ab sie einen Fahrtkostenvorschuß zahlen. Antwort vom Arbeitsamt: Das geht uns nix an, Fahrtkostenzuschuss hätten sie vor dem unterschreiben des Arbeitsvertrages beantragen müssen! (Ja wie denn, wenn vorher garnicht bekant das man welche braucht!)
Also noch mal zum Magdeburger Chef, der hat dann Telefoniert und mir dann 100 DM mit den Worten " Hier, damit sie zur Baustelle Morgen hin fahren können, und das Geld wird dann auf die Baustelle geschickt, und sie bekommen es dann in 1-2 Tagen dort" in die Hand gedrückt. Daraufhin sagte ich ihm noch, wenn das Geld nicht kommt, dann muß ich aber wieder zurück kommen, da ich ja nur diese 100 DM fürs Tanken und Essen und Unterkunft habe, und wenn die alle sind ist nix mehr möglich bei mir!
Also getankt, hin gefahren, Zimmermußte jetzt auch sein, und der Zimmeranteil war pro Person 20DM , so das die 100 DM genau für Hin- und Rückfahrt sowie 3 Übernachtungen reichten! Was natürlich nicht kam, war Geld, so das ich Mittwochs auf der Baustelle dem dort verantwortlichen meine Situation erklärte, und ihm sagte, wenn das Geld nicht bis Abends da ist, das ich dann nach Hause fahren muß, da ich dann die Unterkunft nicht mehr Zahlen kann. Das Geld kam natürlich nicht, so das ich nach Hause fahren mußte, und dann gleich am Morgen zum Magdeburger Chef, und mich gemeldet, und ihm gesagt, das kein Geld kam.
Er sagte dann, das er sich darum Kümmere, und ich erst mal nach Hause fahren solle. Ich bin dann nach Hause gefahren, Habe gerade die Wohnungstür Aufgeschlossen, da Klingelt es, und mein Magdeburger Chef steht hinter Mir und Sagt:
"Also, wir sind beide Fristlos entlassen, Du weil du ohne dich ab zu Melden die Baustelle verlassen hast, und gesagt hast, du würdest kein Geld bekommen, und ich weil ich dir nicht mehr gegeben habe!  Aber ich konnte dir nicht mehr geben, weil ich auch seid einem 3 Monaten mein Gehalt nicht bekommen habe!"
Also bin ich sofort zum Arbeitsamt, und denen das ganze Geschildert. Antwort Vom Arbeitsamt "Das Interessiert uns alles Nicht! Wenn sie Fristlos entlassen sind gehen wir von Ihrem Verschulden aus, und sie Bekommen 3 Monate eine Sperre wo sie garnix von uns bekommen! Sie können nur Auf Fristgemäße Kündigung Klagen, und dann können sie das das Arbeitslosengeld/Hilfe Nachgezahlt bekommen"
2 Tage Später bekam ich dann zum Glück die Nachricht, das der Elektrohelferleergang nach 2 Monaten Verspätung nun doch statt findet und ich mich dort zu Melden habe (Bearbeitung des Schreibens vor meiner Entlassung)
So hatte ich nur Glück, das beim Arbeitsverhinderungsamt die rechte nicht weiß, was die Linke tut, und ich statts der Sperre  nun Unterhaltsgeld wegen Lehrgangsteilnahme bekam!

Im Nachhinein bekam ich dann noch herraus, das die Firma 2 Chefs hatte, einen der Wirklich in Magdeburg eine Firma aufbauen wollte, und mit dem ich das Einstellungsgespräch geführt habe, und einen 2., der "Geldgeber" war, schon einmal mit einer Zeitarbeitsfirma in Konkurs ging, und neben der Beteiligung an der Elektrofirma noch eine Zeitarbeitsfirma auf den Namen seiner Frau hatte. Und nun ratet mal, wo die Ihren Wohnsitz hatte? Bingo, auf der Kanalinsel Jerssey!
Und Dieser 2. Chef hatte die Arbeiter der Elektrofirma auf Baustellen der Zeitarbeitsfirma eingesetzt ohne je Gelder dafür an die Elektrofirma für Lohnzahlungen zu überweisen, und die angeblichen alten Stundenzettel gehörten zu der Zeitarbeitsfirma. Da man aber mit der Firma ja keinen Vertrag hatte, hätte man von da sein Geld nie einklagen können, und gegen die Elektrofirma hätte man keine Nachweise über seine Tätigkeit gehabt!
Der Elektrofirmengründer änderte dann die Fristlose Entlassung des Zeitarbeitsfirmenchefs in eine fristgemäße um.
Es wurde dann  aber noch eine Gemeinschaftsklage gegen die Elektrofirma mit Unterstützung der Gewerkschaft zur Lohnnachzahlung und Zahlung der Auslösen  eingeleitet, und nach weiteren 3 Monaten meldete Die Elektrofirma Konkurs an. Nun hatte ich Glück, das ich vorher gekündigt worden bin, und für die Zeit bei der Firma noch Konkursausfallgeld bekommen habe, denn wenn ich genug Geld gehabt hätte um  bis zum Schluß dort zu arbeiten, hätte ich für diese Zeit nicht einmal Konkursausfallgeld bekommen.
Offen Blieben dann bei mir rund 3000 DM Auslöse und Fahrtkostenrückerstattung!
Hätte ich nicht das Glück gehabt, doch noch in den Leergang hinein zu rutschen, hätte ich ab damals wahrscheinlich unter Brücken schlafen können, und da habe ich mir Wirklich Gedanken darüber gemacht, ob es nicht sinnvoller ist, Krumme Touren zu machen, und in den Knast zu gehen!
Nun weier zum Arbeitsverhinderungsamt:

Aber nun hatte ich erst einmal den Leergang (wirklich Leer- und nicht Lehrgang!) als Elektrohelfer  Danach wuste ich aber nun, warum ich garantiert nie eine Stelle als Elektriker auf Baustellen bekommen würde!
Nun war aber gerade der IT-Boom, und ich fragte 2000 nach einer Umschulung in die IT-Branche, Administrator oder Programmierer oder was sonst noch so da rein passt, da ich ja schon seit 1986 mit PC's zu tun hatte.
Es kam wieder die Antwort vom Arbeitsverhinderungsamt, das ich da keine Chanse hätte, da ich ja mit meinen Vorkenntnissen durchaus als Elektriker auf Baustellen  arbeiten könnte!  Nachdem ich dann mit dem E-Helferleergang und essen Ergebnisse das ich Körperlich nicht für Baustellen geeignet bin argumentierte, kam die Aussage, das ich dann erst einmal zum Amtsarzt muß.
Naja schien ja ein Lichtblick zu sein, aber das Ergebnis vom Amtsarzt war, das ich erst einmal zu einer Kur muß, und wenn ich danach nicht auf Normalgewicht komme und meine anderen Gesundheitlichen Probleme weg sind, dann könne man über eine Umschulung nach denken!
Also 1 Jahr auf die Kur gewartet, und dann versucht in 3 Wochen 100Kg ab zu nehmen und meine Rücken- und Knieprobleme (die nur kommen, wenn ich längere Zeit gebückt oder Gehockt arbeiten muß) zu beseitigen, was aber wie eigentlich zu erwarten war nix wurde!
Nach der Kur begann dann der Streit, wer den nun eine Eventuelle Umschulung zu bezahlen hat, das Arbeitsamt oder die Rentenversicherung! Dabei kam dann auch noch heraus, das bei Körperlichen Problemen eigendlich eine Umschulung zum  Industrieelektroniker für mich genau das richtige sei, da man da ja in Werkstätten Elektrogeräte reparieren kann! (Ach wie Witzig!) Nach fast einem weiteren halben Jahr bekam ich dann einen Leergang "Arbeiten an Arbeitsplätzen mit erhöhten PC-Einsatz", um fest zu stellen, ob ich auch in der Lage wäre, am PC zu arbeiten! Der Leergang bestand darin, zu lernen wie man den PC einschaltet, und dann Selbstbeschäftigung mit Computerspielen, gemischt mit Wissenstest nach dem Motte "Was passt nicht zu den Kreisen? (vielleicht das Quadrat?)"
Als ich dann nach diesem Leergang wieder beim Arbeitsverhinderungsamt kam, suchte ich meine Vermittlerin vergebens! Dafür bekam ich die Auskunft, das man die Aufteilung geändert habe, und ich nun zu einem Anderen muß! Auf nachfrage nach einer Umschulung bekam ich von Ihm dann zur Antwort " Nehmen sie ab, dann brauchen sie keine Umschulung!"
Naja, in der Zwischenzeit war der IT-Boom vorbei, und der Markt brach zusammen! Also hatte sich auch in meinen Augen ein weiterer Versuch eine Umschulung in diese Richtung zu bekommen! Nun aber hieß es, Lehrgänge bekommt man nur noch, wenn man eine Firma bringt, die einem nach Abschluß garantiert einstellt! Und die Firmen wollen fertige Leute! Also Ohne Lehrgang keinen Job Ohne Job keine Firma und ohne Firma keinen Lehrgang! (Wie war das beim Hauptmann von Köpenick? Ohne Arbeit keinen Pass, ohne Pass keine Wohnung, ohne Wohnung keine Arbeit!) Kam mir Irgendwie bekannt vor!
In der Zwischenzeit gehört aber zum Grundprofil des Industrieelektronikers SPS-Kenntnisse (das sind die Rechner, die ua. in Wolfsburg die Maschienen an stelle der Arbeiter steuern, damit hinten Autos raus rollen können) , und die werden in Stellenangeboten immer wieder gefordert! Kenntnisse habe ich ja abe wer nimmt die Ernst, wenn man fast 15 Jahre Arbeitslos ist?
Also weiter die (in der Zwischenzeit mehrfach wieder gewechselte) Vermitlerin gelchert!
Da kam dann die Idee, ich soll ein Profiling mit machen, und im Zuge dieses Profilings kann dann ein SPS-Lehrgang eingebettet werden. Klingt ja erst mal gut! wieder ein kleines Licht am ende des Tunnels! Das Profiling lief, der SPS-Lehrgang lief  problemlos, und 14 Tage vor Beginn der Praktikas kam dann der Dozent zu uns und erklärte uns:
"Also, wir haben vom Arbeitsamt die Anweisung bekommen, das die vorgesehenen Praktikas nicht stattfinden werden, und die Prüfung wird auch nicht vom Arbeitsamt bezahlt! Wer eine Prüfung ablegen will, der muß die 300€ aus eigener Tasche bezahlen, ansonsten reicht ein wertungsfreies Zertifikat, das sie am Lehrgang teil genommen haben !" Der Lehrgang hat wohl 1500-1800€ gekostet, und dann gibt es einen Schein, das man diie vorgeschriebene Zeit dort abgesessen hat und sich angehört hat wie die SPS funktioniert!
Also wieder nix mit licht am ende des Tunnels, der mit der Taschenlampe ist abgebogen!
ABER, ich habe ja gehört, das man bei Harz IV jetzt ein Gewerbe anmelden kann!
Also die Idee mit dem Selbstständig machen wieder raus gekramt, diesmal im Wandel der Zeit mit Ätzbausätzen, und ab zum Arbeitsamt um zu klären, was da möglich ist, und was ich machen muß!
Nun hatte ich auch noch eine 1-€-Jobbeschäftigungstherapie bekommen, wo 10 Leute in einem Monat jeder einen alten PC Sauber machen muß, und dort ein neues Betriebssystem auf spielen darf! Naja, damit hatte ich auch etwas mehr Geld, um die Startkosten für das Gewerbe auf zu bringen! Also, was sagt nun das Arbeitsamt? Erst einmal hin zu meiner Vermittlerein! Deren Antwort: "Da sie es nicht sofort als Hauptberuf machen wollen, sondern es als Nebengewerbe betreiben wollen, bin ich nicht Zuständig! Da müssen sie sich an die Leistungsabteilung dann wenden!"
Also Leistungsabteilung angefragt und zu höhren bekommen:
" Da sind wir nicht zuständig, da sie es nur als Nebengewerbe betreiben wollen, bekommen sie sowieso keine Förderung, und da wenden sie sich dann bitte an ihre Vermittlerein!"
Wie war das noch mal in Köpenick? Keiner zuständig da Voraussetzungen nicht erfüllt!)
Hin zur IHK, nach einer Info gefragt. Antwort: Ja, über die Gründung können wir sie beraten, aber was mit dem Arbeitsamt und bei Harz IV zu beachten ist, da müssen sie sich beim Arbeitsamt beraten lassen!"
Und wie Sieht es mit einem Existensgründerlehrgang aus, und was wird da Vermittelt?
"Ja, den können sie bei uns machen, der Kostet (~)20€, und dort erfahren sie, was sie Für Vorschriften zu beachten haben wegen Gewerberäume,  personal- und Kundentoiletten, Parkplätze beantragen, Hygienevorschriften, Lohnbuchhaltung, Sozialabgaben und Einstellung von Personal usw."
Und wie sieht das mit der Ein-Ausgabenrechnung aus?
"Es wird kurz angerissen, was sie bei der Bilanzerstellung und bei der Buchführung bei einem Vollgewerbe beachten müssen!"
Na prima, das kann ich also auch vergessen, ICH WILL NUR ERST EINMAL EIN NEBENGEWERBE BETREIBEN; UND KEIN GRANDHOTEL ERÖFFNEN!
Also, was tun?
Ach, egal, ich habe Harz-IV; und da darf ich ja nun offiziell ein Gewerbe anmelden. Weniger kann es mit 90% Wahrscheinlichkeit nicht werden, also ohne Beratung und BWL-Ausbildung einfach mal ein Gewerbe vor eineinhalb Jahren angemeldet!
Und was will nun das Arbeitsamt?
"Bitte Füllen Sie diesen Fragebogen aus."
Na gut, kein Problem, oder doch?
Wieviele Räume Ihre Wohnung werden für das Gewerbe genutzt?
Räume? Keiner, max 1m² um da eine Kiste mit den Bausätzen ab zu stellen!
Was Erwarten sie an Ausgaben? für Porto, Wareneinkauf, Löhne, Investitionen, Gewerberaummiete, Telefon usw (alles einzeln auf zu führen)
Und was Erwarten Sie an Einnahmen aus Verkauf, Privatentnahme, Kredite usw?
Ja, woher soll ich das denn wissen? Wenn ich nix Verkaufe kann ich auch keine Waren kaufen, und wenn ich viel Verkaufe muß ich ja auch ware nachkaufen!
Na, wenn sie noch keine Zahlen haben schreiben sie irgendwas rein, was Plausibel klingt!
Nun gut, war kein Problem! Schreiben wir halt die Lottozahlen rein!
Nach einem halben Jahr kommt ja eine Abrechnung.
Also nach einem halben jahr alles zusammen gepackt und mit dem nächsen Lottoschein und dem Harz-IV-Verlängerungsantrag hin zum Arbeitsamt.
Die Dame in der Leistungsabteilung:
"Nö, Ihre Abrechnung brauchen wir erst in 2 Monaten"
3 Tage vor Monatsende (noch kein Bescheid, das Harz-IV weiter gezahlt wird) kommt ein Schreiben:
"Bitte geben sie in den nächsten 2 Monaten Ihre Abrechnung ab, sonst kann ihr HARZ-IV -Antrag nicht bearbeitet werden!"
Na Prima, hatte alles Bei, die wollten es nicht, und nun soll mein Antrag, das ich in 3 Tagen Geld bekomme erst weiter bearbeitet werden, wenn ich in den nächsten 2 Monaten den Papierkrieg abgebe?
Also nix wie hin zum Amt, und den Mist noch einmal versuchen ab zu geben! Termin? Mir egal, Ich weiß je wo die Dame sitzt, und wenn die mich nicht dran nimmt, können sie mich mit der Polizei gleich ne Gratiswohnung im Knast geben, denn ohne Gels am 1. kann ich mir sowieso den Strich nehmen!
Aber die Dame schaute mich nur verdutzt ann, als ich sie fragte, was der Bödsinn soll, ich hatte doch alles mit!
Sie antwortete dann " Regen sie sich nicht Auf, Ihre Harz-IV-Bewilligung ist gestern doch raus gegangen, und das schreiben bedeutet nur, das sie Ihre Abrechnung in den nächsten 2 Monaten abgeben müssen, damit wir prüfen können, ob sie nicht im letzten Halben Jahr zu viel bekommen haben, was sie dann zurück zahlen müsten. Dann erst wird abschließend Entschieden, das sie zu Recht Harz-IV bekommen haben!"
Ja, aber warum schreiben die das dann nicht?
Also nächster Termin, zur Abgabe der Abrechnung:
"Wo haben sie Ihre Rentabilitätsbescheinigung vom Steuerberater?"
Steuerberater? was soll das denn? Ich habe noch keine Einnahmen groß , weiß nicht ob ich überhaupt mal Gewinn damit machen werde, und und wie soll dann ein Steuerberater aus den Lottozahlen was sinnvolles errechnen?
Ausserdem habe ich keinerlei Förderung, und wenn ich kein Gewinn mache, dann kostet es dem Arbeitsamt doch auch nix, und die Verluste muß ich ja sowieso aus dem Harz-IV aufbringen!
Naja, nach einigen hin und her hat sie es dann akzeptiert, das ein Steuerberater sinnlose kosten verursachen würde (die sie auch nicht zahlen würden), und  
hat die Abrechnung noch Ihrem Fragebogen Akzeptiert. (Der Fragebogen ist übrigens der selbe, wie der Lottoschein mit der Wettervorhersage, nur steht jetzt nicht "Vorschau" sondern "Abrechnung" drüber!
Dann hat sie ein paar Fragen zu den "Investitionen" gestellt, wozu ich die Filme brauche, und den Drucker.
"Und hier meine "Quittungen und Belege"
Ihre Antwort:
"Die Interessieren uns nicht! Wir wollen dann nur den Steuerbescheid vom Finanzamt sehen!"
Na toll, das nenne ich gründliche Kontrolle!
Das Spiel mit der Abrechnung hat sich dann ein halbes Jahr später wiederholt, nur das ich es jetzt etwas gelassener gesehen habe.
Und nun habe ich im März wieder den Halbjährlichen Verlängerungsantrag abgegeben, da meinte dann die Dame (ein andere) Ich solle doch überlegen, das Gewerbe ab zu melden, wenn sowieso kein Gewinn zu erwarten ist, und ich laut Finanzamtsbescheid ein Negatives Einkommen hatte.
"Ja wo soll denn da nach einem Jahr ein Gewinn herkommen, wenn man sich mit einer Tüte Bonbon auf den Markt stellt, und wenn die verkauft ist erst aus den Einnahmen neue kaufen kann?"
"Na und warum lassen sie sich nicht Beraten?"
Tja, wenn sich keiner zuständig fühlt?
"Wir haben Jetzt seit kurzen einen Speziellen Berater für Selbstständige, holen sie sich da mal einen Termin!"
Also Termin geholt, und wo lande ich? Bei meiner Vermittlerein!
Ich Ihr das erklärt, was die Dame der Leistungsabteilung gesagt hat, und sie dann
"Na das ist Blödsinn, ich bin dafür nicht zuständig, und der Berater auch nur für Selbstständige, die das Gewerbe als Haupteinkommen haben, und davon leben wollen!"
Und nun habe ich noch einen Brief zu liegen, das ich mal wieder meine Halbjahresabrechnung ab zu geben habe, ferner wollen sie wissen, woraus ich das negative Einkommen finanziert habe und alle Quittungen sehen! (Komisch erst wollen sie sie nicht, jetzt doch!)
Den Termin habe ich am 20.. Mal sehen, was da dann wieder für Unfug bei raus kommt! Vielleicht verbieten sie mir doch noch, mein Gewerbe weiter zu führen, weil ich nicht genug Gewinne mache!

So, und nun dürft ihr gerne Versuchen, mich davon zu überzeugen, das ich keinen Grund habe, Leute zu verstehen, denen es egal ist, ob sie in Freiheit weiter diesen Zirkus mit machen, oder lieber im Knast ein Sorgenfreies leben mit einer Chance auf eine brauchbare Fortbildung und Arbeit zu führen?
Zumindert war ich schon mehrfach an der Stelle, wo es mir egal war!

Und dann kommen Politiker, und fordern, das man Initiativen ergreifen soll, und sich nicht in der Sozialen Hängematte ausruhen! Man ist ja nur Sozialschmarotzer!

Allerdings (um auf den Ursprung, das Attentat zurück zu kommen), habe ich immer noch soviel "ehre" besessen, und meine Überlegungen nur auf Sachschäden gerichtet, und nicht nach dem Leben anderer Getrachtet!
Von daher bin ich eurer Meinung, das solche Attentate (wie auch Bomben)  zu verachten sind!

So, und nun bitte entschuldigt den Roman mit Wirtschaftskrimi, aber ich glaube, der war zur Erkäuterung meiner Einstellung und Meinung nötig!
Moin P.-Thomas ,ptlbahn,
das ist wirklich eine Menge Holz die Du da vor Dir herzuschieben hast. Ich erinnere mich jetzt auch an Deinen Internetauftritt mit den Kartonlasenproduckten , und habe jetzt auch Dein Bild im Kopf . Das sah , auf den ersten Blick , doch alles sehr positiv und gut aus . Die Aufmachung Deiner Internett - Seite war sehr gut gemacht . Schade , das daß nicht den von Dir gewünschten Erfolg gebracht hat . Deinen Frust und den damit verbundenen Wutdampf kann ich jetzt besser nachempfinden . Entschuldige bitte , sollte ich Dir zu nahe getreten sein , aber es hatte den Anschein einer ganz anderen Einstellung . Bei der Firma scheinst Du wirklich Betrügern aufgesessen zu sein . Das war aber , leider , nach der Wende Gang und Gäbe, das die Unwissenden  aus den   " neuen Bundesländern " kräftig verarscht und betrogen wurden . Leider bist Du da nicht der Einzige . Beim Arbeitsamt sitzen auch nicht immer gut ausgebildte Fachleute wobei anzumerken ist , das die mit der Zusammenlegung der ehemaligen Sozialhilfe echt überfordert sind . Deine Idee, Dich im Nebenerwerb selbständig zu machen war nicht verkehrt . Jedoch ohne eine entsprechende Kapitaldecke die es Dir ermöglicht  zumindest das erste Jahr zu überstehen  wird das , in der Regel , nicht´s . Ein Geschäft muß erst anlaufen  bis es Gewinn abwirft . Das ist bei Selbstständigen immer die schwierigste Phase . Und mit wenig Geld, welches Du ohnehin zum bescheidenen Leben benötigst , klappt das selten oder nie . Ich gebe Dir durchaus Recht , das ist schon ein Teufelskreis in dem Du Dich da zu behaupten versuchst .Und die Länge Deiner Arbeitslosigkeit macht die Sache nicht besser . wenn ich dann in einem anderen Thread ( Bahnhöfele ) lese, daß da einer eine gute Idee hat , der Bedarf an Eratzteilen durchaus vorhanden ist und derjenige es nicht umsetzten kann oder will, frage ich mich , ob diese Möglichkeit nicht für Dich wie geschaffen wäre . Aber da ist wieder die Sache des Anfangens , woher das Geld nehmen und nicht stehlen ? Wobei , bei Ersatzteile geht es mitunter um Cent - Beträge . Aber wenn ich lese für wieviel die Modellbahner da bestellen , müßte sich das durchaus lohnen . Und natürlich , die Menge macht es . Könntest Du mit Deinen Kenntnissen nicht auch Lok´s warten , reparieren und mit Decodern ausrüsten ? Vielleicht kannst Du Auftragsarbeiten für Modellbahnhändler ausführen . Und , es wäre zu überlegen ob in Magdeburg  für Dich noch Perspektiven vorhanden sind .
Jetzt verstehe ich vieles besser , vor allem Deine Resignation . Gib nicht auf , in Dir steckt eine Menge  Potential .
Das geht nicht so einfach an mir vorbei , daß muß ich erst mal sacken lassen .
Ich wünsch Dir viel Kraft und alles Gute .

Gruß
Thomas
@ptlbahn  

Wenn ich Filmemacher wäre, würde ich deine Story verfilmen! Wirklich krass das alles, da kommt einem die Galle hoch! Und du bist leider nicht der einzige.

Ich wünsch dir alles Gute!

Weltbahner
@ Balu

Ich bin keinem wirklich böse, das er mir eventuell zu nahe getreten sein könnte!
Aber mit dem Lasern liegst du falsch, das was ich damals anfangen wollte waren einfache Kartonbausätze als Preiswerte Alternative zu den Plastbausätzen, und Umbaumodelle auf IMU-Basis, deren Anfänge noch immer  als Umbauten auf meiner privaten Homepage zu sehen sind.
Aber ich muß zugeben, das ich bis Mitte der 90iger auch der Meinung war, das 90% der Arbeitslosen zu faul sind zu Arbeiten, und 10% aus gesundheitlichen Gründen abgelehnt werden!
Heute sehe ich das auch anderst! Und wenn ich heute ehrlich bin, würde ich mich wahrscheinlich selbst nicht einstellen, denn was will eine Firma mit einem Elektroniker, der seit 20 Jahren Arbeitslos ist, und keinerlei Nachweise hat, das er wirklich das kann, was er behauptet. Und für Bauhilfsarbeiten, was wirklich fast jeder könnte, bin ich aus Körperlichen Gründen ungeeignet, da ich nicht die Leistung eines 20-30-Jährigen bringen könnte! Und wenn ich in diesen Leergängen des Arbeitsamtes sehe, was da einige für "Leistungen" bringen, dann ist mir klar, warum immer über die fehlende Bildung und technische Flexibilität bei den Bewerbern geschimpft wird! Dazu kommt dann, das das Arbeitsamt "Arbeitsförderungsmaßnahmen" wie die 1-€-Jobs vergibt, die die Leute eigendlich auf den 1. Arbeitsmarkt vorbereiten sollten, aber sie eher dafür versauen!
Das fing noch harmlos Anfang der 90iger bei einer ABM damit an, das am 1. Tag der Leiter rein kam und Sagte:
"Also, wir sollen im nächsten halben Jahr das zerlegte Teil da draussen entrosten , neu lackieren und wieder zusammen bauen, ABER wenn wir das schaffen, gibt es keine Verlängerung der Maßnahme mehr!"
Mit anderen Worten also, wenn ihr zu schnell Arbeitet seid ihr schneller wieder Arbeitslos! Und in einem anderen 1€-Job habe ich in 10 Wochen effektiv 3 Tage gearbeitet, und davon noch 2 Privat gepfuscht, der Rest der Zeit wurde in irgendwelchen Ecken vergammelt, weil es keine Arbeit gab!
Wer genug solcher Sinnlosen Maßnahmen mit gemacht hat, der ist garantiert für den 1. Arbeitsmarkt nicht sofort zu gebrauchen!
Und wenn ich diesen ganzen Unfug nicht selbst erlebt hätte, dann würde ich davon auch nur die hälfte glauben, Von daher kann ich eigendlich niemanden wirklich böse sein, der auf die Faulen Arbeitslosen schimpft! Was mich aber manchmal Wütend macht ist, das Leute die nie, oder nur mal ein paar Wochen arbeitslos waren, erklären versuchen, das man nur wollen muß,damit man auch wieder in Arbeit kommt, und halt Abstriche machen muß!
Nur wenn man entweder selbst schon einmal solche Erfahrungen gemacht hat, kann man verstehen, das es Situationen gibt, in dehnen es sinnvoller Erscheint etwas zu tun, was man eigentlich im Normalfall nie machen würde!
Und ich muß sagen, das ich auch den meisten Leuten vom Amt nicht böse sein kann, für den Unfug den sie da anstellen! Denn ich bin mir sicher, das sie versuchen nach den Vorschriften zu handeln! Schuld an diesem Unfug sind diejenigen, die so etwas beschließen! Aber auch die wissen es wahrscheinlich nicht besser, denn sie kennen ja garnicht das, worüber sie Urteilen sollen!
Mein Cheff zu DDR-Zeiten hat immer gesagt, "Urteile nie über eine Arbeit, die du nicht selbst schon einmal gemacht hast!".
So, aber ich will nicht noch so einen Roman schreiben! Also, ich nehme keinen  Übel, das er nicht verstehen kann, wie man so wie ich (oder andere )Reagieren.
Hallo,
was Du  zur Zeit erlebst ist schon "krass",
aber beileibe kein Einzelfall.
Eher ein Massenphänomen.

Spreche da aus eigenen Erfahrungen.

Der Abstand zwischen Anspruch und Realität,
wird in der Bundesrepublik  immer größer.


Hans Hans




Moin zusammen ,
das Schlimme bei den vom Arbeitsamt angebotenen Lehrgängen ( Leergängen ) ist meines Erachtens, das es bei den Anbietern viel windige Typen gibt , sieh z.B. den Lehrgang zur Lokführerausbildung. Wenn bei den Anspruchstellern , die nichts weiter beantragen als eine ihnen zustehende Leistung , den letztendlich haben die ja mal in die Arbeitslosenversicherung einbezahlt , so genau alles geprüft wird, erschließt es sich mir nicht , warum nicht auch die Anbieter von sogenannten Schulungsmaßnahmen eingehend unter die Lupe genommen werden . Man kann nur erahnen oder vermuten , was da für Mauscheleien im Hintergurnd ablaufen .
Herbert Wehner hatte  vor vielen Jahren mal ausgesprochen , das die Bundesrepublk Deutschland zur  " Bananenrepublik " verkommt . Wie weitsichtig  dieser Politiker doch damals schon war und vor allem , er hatte auch noch Recht mit dem , was er sagte .

Gruß
Thomas
Hallo,

Betonringe auf Bahnstrecken legen, geht weit über einen Dumme-Jungen-Streich hinaus und kann nicht tolleriert werden.
Leider gibt es bei manchen kaum mehr eine Hemmschwelle, geschweige denn gesunden Menschenverstand. Jedoch sollten wir uns vor Verallgemeinerungen hüten, denn es gibt sowenig »die Jugend«, wie es »den Modellbahner« gibt. Die von Regenbogenpresse und Doof-TV breitgetretenen Cliches machen es natürlich nicht einfacher, den Blick klar zu halten.

<ironie>
Eventuell haben sich in Eschwege (Hessen) ein paar Dreijährige zusammengerottet, um gegen die neuesten Sparideen Roland Kochs, welche sich direkt gegen die Zukunft dieser »Gang« richten, ein Zeichen zu setzen?
</ironie>

@20:
Balu, vermutlich ist die Majorität dieser Fortbildungsmaßnahmen für den Allerwertesten. Eine Bekannte machte vor einigen Jahren eine Fortbildung zum »Mediengestalter«. Sie ist nicht ganz auf den Kopf gefallen und ragt deswegen vermutlich aus der Menge der Massnahmenerdulder heraus.
Nach Abschluß des Kurses - ich meine er dauerte ein Jahr - wurde Sie von der Schule als Dozentin für genau diese Ausbildung angestellt. Als ich das hörte, war mir etwas komisch, ob dieses Erfolgs, so ganz ohne berufliche Praxis...
Das ist ein System welches aus sich heraus genährt und gerechtfertigt wird, eine Art Parallelwelt. Und hier dürften die Bildungsträger, gerne zu irgendwelchen Gewerkschaften gehörend, in der dicksten Nährlösung schwimmen.
Tjaja, wenn sie nicht gestorben sind, dann saugen sie noch heute diesen süßen Nektar.

Mich wundert sehr, wie erfolgreich dieses Land trotz einer Menge ineffizienter Strukturen, Regelungen und bestenfalls mittelmäßiger politischer Führung, immer noch ist. Auch wenn es uns hier noch vergleichsweise gut geht, fühle ich mich schon ganz schön »griechisch«.

Schöne Grüße, Carsten
@ Balu

Meiner Meinung nach haben diese "Maßnahmen" mehrere "Gute Daseinsberechtigungen"!
1. Jeder der so eine Sinnlose Maßnahme absitzt. der zählt nicht mehr als Arbeitsloser, da er ja eine Maßnahme macht!
(= Erfolgreiche statistische Senkung der Arbeitslosenzahlen)
2..Jedem den man mit solcher Gammelei dazu bringt, nicht mehr zu erscheinen, dem kann man die Leistungen Kürzen, was die Wirksamkeit des Systems bestätigt, und was ausserdem zur Kostensenkung beiträgt!
(Mir bekannte Superbeispiele, da mußte ein Analphabet einen PC-Lehrgang mit machen, und einem Dozenten  der jahrelang  Bewerbungstraining gemacht hatte wurde nach seiner Entlassung als 1. zum Bewerbertraining als Schüler geschickt!)
3. Wenn man Alleinerziehende anschreibt, das sie ab dem Nächsten Tag von 7:00- 15:00 teil zu nehmen haben, dann kann man ihnen die Leistungen wegen mangelnder Verfügbarkeit kürzen, wenn sie es nicht schaffen das Kind bis zum nächsten Tag unter zu bringen! Ergebnis ist wie bei 2.
4. Und wenn einer Durchdreht, und vom Dach springt, oder noch die Familie mit killt, weil er keinen Ausweg mehr sieht, dann ist es zwar für die Angehörigen traurig, aber es sind wieder 1 oder mehrere Arbeitslose weniger in der Statistik! Und wer in den Knast geht, weil er es überlebt hat, oder den Vermittler im Arbeitsverhinderungsamt aus Verzweiflung über den Tisch gezogen hat, der ist ja auch ein Arbeitsloser weniger in der Statistik! Und wenn es Opfer gibt, dann sind die doch auch raus aus der Arbeitslosenstatistik, oder machen Ihren Arbeitsplatz frei, wenn sie nicht mehr Arbeitsfähig sind! Also ist das doch alles positiv für den Staat! Wozu also  gegen so etwas mehr einschreiten,  wie es zur Wahrung des Scheines nötig ist?

In unserer Zeit, wo der Mensch nur noch Humankapital für die Wirtschaftsbosse ist, da muß man doch dafür sorgen, das nicht zu viel ungenutztes Humankapitel kosten erzeugt, aber man noch immer genug ungenutztes Humankapital hat, um das genutzte jeder zeit gegen Billigeres aus zu tauschen!

Und als ich bei einem 1-€-Job mal den Chef  fragte, warum eigentlich 20 Leute eingestellt werden, wenn die Arbeit nur für 2  Leute reicht, sagte er mir, das die anderen 18 Leute nur dafür nötig sind, um genug Gelder für Raummiete und Material zu bekommen, damit die 2 wenigstens Arbeit haben! Man ist eigendlich Froh über jeden der sich Krank meldet, weil dann die Arbeit länger reicht.

Ein weiteres Beliebtes Spiel scheint es zu sein, Leuten Stellenangebote zu verpassen, wo sie garantiert nicht eingestellt werden! (zB Punker als Oberkellner)
Entweder sie gehen garnict erst hin, weil es Sinnlos ist, dann kann man Ihnen wieder mal die Gelder kürzen, oder aber der AG lehnt sie ab, dann hat man als Vermittler seine Pflicht getan, und imer noch eine freie Stelle, die man noch einmal vermitteln versuchen kann! (= die Zahl der Freien Stellen wo sich keiner für Findet kann hoch gehalten werden.)

Also verbessern wir die Arbeitslosenstatistik dadurch, das möglichst viele heraus gerechnet werden! Und seid es keine Arbeitslosenhilfe mehr gibt, sondern Hartz IV, fallen auch alle Arbeitssuchenden raus, deren Verwandschaft zu viel Verdient, so das Ihnen kein Hartz -IV mehr zu steht!

Ausserdem werden lieber 2 Leute in 2 Halbtagsjobs vermittelt, vo dehnen keiner leben kann, wie einen in einen Vollzeitjob, denn das währen ja 1. nur halb so viele Vermittlungen, und die Arbeitslosenzahl sinkt auch nicht so schön!
Nicht umsonst leben bei "nur" 3-4 Millionen Arbeitslosen 10-15 Millionen Bundesbürger von Hartz IV (Und da sind die Arbeitssuchenden die wegen zu gut Verdienender Verwandschaft raus fallen nicht mit bei!)

Übrigens gibt es da noch weitere Möglichkeiten die Statistik zu verbessern!
Einmal habe ich im System des Arbeitsamtes 4 Stellenangebote gefunden, die damals für mich halbwegs pasten. Bewerbungen alle bei der selben Dame im Arbeitsamt zur Vorauswahl für den Arbeitgeber ab zu geben. Also, 4 Bewerbungen fertig gemacht, 4 m Lebenslauf und Zeugnisse und alles weitere  fertig gemacht, und hin zum Arbeitsamt zu der Dame. Diese dann gefragt, da sie ja sowieso für die 4 Stellen die Vorauswahl trifft, ob ich denn alles 4 mal abgeben soll,  oder ob zu den 4 Bewerbungen 1 Satz Zeugnisse erst einmal reicht.
Was meint Ihr was ich zur Antwort bekam?
"Nein, einmal reicht! Es ist sowieso nur eine Stelle, ich habe sie nur unter 4 verschiedenen Berufsbezeichnungen eingestellt, damit sich mehr Leute Melden!"
Und heute bei den Privatvermittlern und Zeitarbeitsfirmen hat sich die Wundersame Stellenvervielfachung ja Automatisiert!
Beispiel gefällig?
Eine Firma will eine Stelle besetzen, also fragt sie bei 3-6 Privatvermittlern und Zeitarbeitsfirmen in der Umgebung nach. Jede dieser Zeitarbeitsfirmen und Privatvermittler setzen nun diese Stelle ins Netz als offene Stelle, und fragt bei weiteren 1-2 Zeitarbeitsfirmen nach, ob die für die offene Stelle vielleicht jemanden über haben.
Glaubt ihr nicht? Vergleicht mal die Stellenangebote im Rechner vom Arbeitsamt! Da stehen mitunter 4-5 Stellen mit nahezu Wortgleichen Suchtexten aus der selben Region drin, die aber von völlig unterschiedlichen Firmen sind.

Manchmal habe ich das Gefühl,  das Leute, die bei 1-€-Jobs immer Pünktlich sind, nicht Bummeln und nicht krank feiern auch nicht gern gesehen sind!
Und wer sich immer auf die Sinnlosen Stellenangebote bewirbt, der ist auch nicht gern gesehen!

Ich kann jedenfalls nur jeden empfehlen, möglichst alles zu machen, was das Arbeitsverhinderungsamt verlangt, und sei es noch so sinnlos!
Genau,

bei diesen Massnahmen,
so sinnlos oder idiotisch einem die erscheinen,
einfach voll fleissig mitmachen,
und höchstes(!) Interesse zeigen.

So vergeht die Zeit besser und schneller.

- Wenn man als ehemaliger Fachoberschüler Prozentrechnen erklärt bekommt.
- Als Betriebswirt vermittelt bekommt wie eine Lohnabrechnung aussieht.
- usw...usw.

Trotzdem hätte man schon manchmal  Lust den Käse zum Bahnhof zu rollen.

Hans Hans


Hallo Ihr,

wenn es doch mit den Lehrgängen so einfach wäre. Als Triebfahrzeugführer wollen die mich reinlassen.
Grund: die DB macht sowas selber, Straßenbahnfahrer werden auch von VU's selbst ausgebildet.
Frust: drum konnte ich mich noch nicht in's "gelobte Land" als Lokführer abwerben lassen.
Einen Kraftfahrerlehgang nach EU-Führerscheinrecht bekomme ich auch nicht, obwohl ich die D in allen Varianten 2011 verlängern muß.
Grund: ich habe keine Stelle ich Aussicht, die mich langfristig übernimmt. Porforma-Lehrgang ist zu teuer.
Trost: wenigstens einen Selbstständigenlehrgang habe ich bekommen! Das hilft auch weiter.


Gruß Frank U
Machen wir uns nix vor: da werden vom Arbeitsamt Metzger zu Bäcker umgeschult und Bäcker zu Metzgern.
Unterm Strich ist der ganze Mist rausgeworfenes Geld. Ein Bekannter von mir hat einen recht gut funzenden IT-Betrieb und (da er selbst auch die Mühle des Arbeitslosendaseins kannte) hatte er es es mal versucht mit den aus den Schulungen zu hunderten ausgebildeten "zertifizierten Netzwerkspezialisten": Hilfe. Leute, die keinerlei kaufmännische Grundbildung haben und vorher einen Computer nie genutzt haben sollen dann plötzlich Netzwerkspezis sein, wo das selbst das Grundwassen am PC nur marginal vorhanden ist. Wer denkt sich solche "Kurse" aus? Was soll der Quatsch?

Ich kann jedem Arbeitssuchenden nur einen Ratschlag geben: heult denen bei der Behörde kräftig was vor und versucht es lieber alleine und verlasst Euch nur auf Euch selbst.
Denn aus eigener Erfahrung (ja, ich weiß wovon ich rede, hatte selber eine Nr. beim Arbeitsamt): das hat und kann alles garnix.
Es gibt nämlich genügend Betriebe die aus lauter Frust über diese Behörde ihre offenen Stellen schon gar nicht mehr bei denen melden.
@ Peter
Ja, im Prinzip hast du ja recht!
ABER:
Da werden solche Sinnlosen Zeittotschlageleergänge Finanziert, die keiner braucht und auch keiner will, aber Lehrgänge die der Beruflichen Zukunftssicherung oder der wirklichen Verbesserung der Vermittlungschancen dienen werden verweigert und Sabotiert! (Siehe 24, oder meinen SPS-Leergang)
Und wovon soll ein Hartz-IV-Empfänger selbst solche Lehrgänge finanzieren? Zumal man ja jeder Zeit damit rechnen muß, das das Arbeitsverhinderungsamt sagt, für die Lehrgangszeit bekommen sie von uns keine Leistungen, da sie ja nicht sofort verfügbar sind oder dich mit einer Sinnlosmaßname zwingen den Lehrgang ab zu brechen!

Ich bin der Ansicht, das man bei Lehrgängen vom Arbeitsamt mehrere zur Auswahl angeboten bekommen sollte,  und eventuell auch eigene Vorschläge der Arbeitssuchenden zu berücksichtigen sind, sofern dies möglich ist. Was nützt das 5. Bewerbertraining, wenn  berufswichtige Lehrgänge erst nach Einstellungszusicherung genehmigt werden!

Mein Freund hat sich beim Schulamt beworben. Gesucht wurde jemand, der an den Schulen im Kreis die Rechnernetzwerke unterhält. Beim Vorstellungsgespräch saß er neben einem anderen Bewerber, der vorher am Band Registrierkassen zusammengebaut hatte, nun arbeitslos war und hoffte, dass bei dem Job wenig IT-Kenntnisse gebraucht würden.
Mein Freund wurde aus den knapp 800 Bewerbern ausgewählt. Ich will gar nicht wissen, was da für Leute dabei waren, wenn sogar ein Fließbandarbeiter zum Vorstellungsgespräch eingeladen wurde.

Wenn ein Betrieb wirklich Leute sucht, findet er die auch ohne ARGE. Einfach eine Anzeige in die Zeitung oder die eigenen Mitarbeiter fragen, die werden im eigenen Bekanntenkreis ein paar Arbeitslose/Unzufriedene/Leiharbeiter kennen. Sucht man Spezialisten, wird es schwieriger - aber auch mein AG hat gerade zwei Wochen gebraucht, um vier erfahrene Monteure wiederzufinden, die 2005 nach Beinahekonkurs entlassen wurden und sich bei irgendwelchen Verleihfirmen verdingten.
@26: das scheint von Sachbearbeiter zu Sachbearbeiter unterschiedlich zu sein, vielleicht auch von Arbeitsamt zu Arbeitsamt.

Bei manchen Arbeitsämtern scheint wohl sowas wie ein Kommisston zu herrschen und bei anderen Agenturen betrachtet man das "Gegenüber" am Schreibtisch doch tatsächlich als Mensch.
Da ich heute meinen Termin zur halbjährlichen Gewerbeabrechnung beim Arbeitsverhinderungsamt hatte, will ich hier mal für die, die es vielleicht interessiert noch mit hin schreiben wie es ablief!
Als erstes habe ich Ihr das Formular und monatlichen Auflistungen ab gegeben, da haben sie sich nur beschert, das ich die Verlustzahlen aus den Vormonaten (also vor September) mit aufgelistet habe. Dann war sie eigendlich schon fertig, und ich hätte gehen können. Als ich dann sagte "Ich denke sie wollten noch wissen, woher das Geld für die Verluste kam, und wollten alle Quittungen sehen?"
darauf sie:"Ach ja geben sie mal die Quittungen"
Al ich sie Ihr dann gab, schaute sie mich groß an, und sagte "So viele, das kann ich jetzt aber nicht alles durchsehen!"
Darauf ich " Na mir egal, sie wollten die doch sehen!"
Darauf hin blätterte sie etwas darin, und sagte dann "Die sind ja von 2008!?"
Darauf ich" Ja, die wollten sie ja sehen, um zu sehen woher das negative einkommen kommt, und die Kontoauszüge seid 2008 habe ich auch mit, damit sie nachsehen können, das es keine ungemeldeten Zugänge gab, da sie ja wissen wollten woher das geld kam"
Darauf Sie " Nee, die alten Belege brauche ich nicht, haben sie die Aktuellen auch mit?
Darauf ich, " Natürlich , alles da" und habe ihr einen Dicken hefter gezeigt wo es abgeheftet ist. Darauf sie wieder " Na das kann ich doch jetzt nicht alles durchsehen, und Kopieren schaffe ich das jetzt auch nicht. Kann ich die hier behalten?"
Darauf sagte ich "Das ist ungünstig, weil ich ja auch noch die Steuererklärung mmachen muß"
Darauf sie wieder "Achso, na gut"
Dann druckte sie noch einen Zettel, wo drauf stand, das ich das Negativeinkommen aus dem 1€-Job und meinem Lebensunterhalt finanziert habe, und das alle Kontoauszüge und Quittungen vorlagen, aber nicht geprüft wurden, und ich sie wieder mit nehme, da sie noch für die Steuer benötigt werden, den ich dann unterschreiben durfte.
Dann wollte sie noch wissen, warum bei den Fahrtkosten einige längere strecken bei waren, und warum ich da hin war.
Dann durfte ich den ganzen kram nach 20 min  einpacken und durfte gehen.
Nun mal sehen wie der Zirkus weiter geht!
Zitat

weil ich ja auch noch die Steuererklärung mmachen muß

Aber bitte nicht den Termin verpassen. Sind nur noch ein paar Tage.

Gruß
Tomi
Stimmt, Papa Staat wird pingeliger. Ohne Fristverlängerung kostet es Verspätungszuschlag.
Zitat

Ohne Fristverlängerung kostet es Verspätungszuschlag.

Tja, irgendwoher müssen die das Geld ja bekommen.

Gruß
Tomi


Nur registrierte und eingeloggte User können Antworten schreiben.
Einloggen ->

Noch nicht registriert? Hier können Sie Ihren kostenlosen Account anlegen: Neuer N-Liste Account





Zum Seitenanfang

© by 1zu160.net;