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THEMA: Qualitätskontrolle

THEMA: Qualitätskontrolle
Startbeitrag
Noidea - 07.07.07 16:13
Ich weiss nicht warum Alle über Qualitätskontrolle im Osten meckern. Ich find das Klasse:
http://www.youtube.com/watch?v=BaF5JCMC-ts

Jetzt aber mal Tacheles zur Qualität: Qualitätskontrollen machen nur dann Sinn, wenn Toleranzen festgelegt werden. Wenn solche Toleranzen vorhanden sind, macht QC, ausser für Stichproben, keinen Sinn, da die Monteure am Band diese Toleranzen kennen und trainiert sind, diese einzuhalten.
Obiges ist kein Schwachsinn, sondern in etwa, was mir mein damaliger Chef in Bezug auf Qualitätskontrolle erklärt hat. Was er meinte, dass QC zu teuer wäre, und wenn es damit Probleme gebe, heisse das, dass die Monteure am Band ihre Arbeit nicht richtig machen und besser trainiert und motiviert werden müssen.

Das ist in China nix Anderes. Ein Kamerahersteller, der sehr viel auf die Qualität seiner Produkte hält, lässt seine Einsteiger Reflexmodelle in China fertigen, besser gesagt, er fertigt si selbst in einer eigenen Fabrik. Ziel: 100% Fehlerfreiheit. Um diese Ziel zu erreichen wurden Mitarbeiter trainiert und Motiviert. Ergebnis: 100% Fehlerfreiheit.
Qualitätskontrolle wurde in dieser Fabrik bis auf eine Stichprobenkontrolle abgeschafft.

Wenn also westliche Unternehmen ihre Produktion irgendwo in den Osten verlegen wollen, dann sollten sie den Qualitätsanspruch mitverlegen. Das heisst ihre östlichen Mitarbeiter zu trainieren.

Dann klapptas auch mit der Moba....

MfG,
Claus

Ja, den Spot kenne ich - kam im Fernseh ...(XXP - Senderlogo!)
Es kommt halt leider nicht so rüber, mit welcher Wucht die da draufhauen - der Ton fehlt.
Der Beregungstest ist Klasse !
Aber hier wär jeder West-QC´ler wohl in Ohnmacht gefallen...

Grüsse
Martin
Eine Qualitätskontrolle hat nur dann Sinn, wenn das QS "lebt", aktzeptiert wird (nicht nur von den Mitarbeitern, auch von der Geschäftsleitung) und ständig weiterentwickelt wird. Schon in der Konstruktion sollte eine "fehlerfreie Produktion" berücksichtigt sein.

Leider ist dieser Denkansatz in vielen Betrieben unüblich. Stolz das "Iso-9000 Zertifikat" anne Wand und dann weiterpfuschen wie bisher.
Wohl war, Peter,
wohl wahr!

Viele denken, mit der Zertifizierung haben sie auch die Qualität mitgepachtet. Leider geht dann oft die Pfuscherei erst richtig los ........ .

Schließlich ist man ja zertifiziert !!

mit zertifiziertem Gruße
Günter
Eigentlich gipfelt das in dem, was ich in der Firma auch immer sage: ISO 9000 ist schon recht. Es zwingt einen, die Arbeitsprozesse zu dokumentieren und das ist wertvoll. Aber ISO 9000 produziert keine Qualität - die wird immer von den Mitarbeitern produziert.

Felix
Das stimmt Felix ,
ISO 9000  zwingt einen, die Arbeitsprozesse zu dokumentieren und dann einzuhalten. Aber nur die eigene in der Dokumentation vorgegebenen richtlinien muß "Ich" einhalten und die lege "Ich" selber fest.

Es gab seinerseits auch bei uns im Unternehmen einen riesen Aufwand um die
ISO 9000 FF, heute kräht de akein Hahn nach. Und einen haufen Geld kostet das auch noch. Hauptsache wir haben eine Urkunde/Zertifikat an der Wand.

es grüßt Detlef,
der für vernünftige Normen ein offenes Ohr hat.
Kann ich zustimmen, das Krankenhaus in dem ich arbeite wurde letztes Jahr im Dezember nach DIN/ISO 9001 zertifiziert. Und das Ergebniss hat nichts mit Qualität zu tun, nur daß die Quantität des Papierkriegs zugenommen hat, obwohl die das QM (Qualitätsmanagment) eigentlich das Gegenteil bewirken sollte.
Hallo alle zusammen!

Dem oben geschrieben kann ich soweit erstmal nur zustimmen.
In der Frima (Baustoffhandel), in der ich seit 18 Jahren arbeite, haben wir überhaupt keine ISO 9000 Zertifizierung, aber haben einen sauguten Ruf bei der Kundschaft. Soviel schon mal zur Zertifizierung.

Meine Meinung (Sichtweise) zur Ost-Produktion:

z. B. Roco: Roco produziert in der Slowakei - in einem eigenen Werk - kann somit mehr Druck (Motivation) auf die Belegschaft ausüben - die Qualität, die die Modelleisenbahn-GmbH in N jetzt hat, ist doch nicht schlecht - und der Preis? - und die Produktion ist soweit einigermaßen gesichert (ist ja wenigstens EU)

z. B. Hornby/Arnold: Die haben die alten Formen nach China verschoben und lassen dort produzieren - sicher nicht in einem eigenen Werk - wer weiß über wieviel Ecken das in China da noch geht - also kann Hornby da wenig Druck ausüben - was da rauskommen kann, sieht man ja z. B. an der V 80 -- wenn die Beziehung Hornby-China in die Brüche ginge, dann können ja die Chinesen die Türe in ihrem eisernen Vorhang zumachen, die Formen sind in China und kommen nicht mehr raus und Hornby/Arnold ist dann am Ende (?)

Das sind so meine Gedanken dazu. Hat zwar vielleicht direkt nicht mit QC zu tun, ist aber durchaus ein Grund für die Auslieferungsqualität.

Was mir noch zu China einfällt (übertragenerweise): In meiner Firma handeln wir auch mit Chinesengranit. Der Granit kommt per Schiff als Balast (für die Textilladung) nach Europa (Frachtkosten sind daher relativ gering). Bis Ende 2006 hat die chinesische Regierung den Granitsteinbruch gefördert. Jetzt wo das Geschäft brummt, hat die Regierung die Förderung eingestellt und erhebt Ausfuhrzölle. Der Granit ist bei uns jetzt ca. 30 - 40 % teurer geworden. Übertragen auf die Fertigung in China von Elektronik (und auch Modellbahn) - ich will gar nicht daran denken....
Gruß aus Zolling

Christian Strecker
Dann guck mal in Italien (Toskana, rund um Carrara und Massa), die chinesische Konkurrenz hat dort tiefe Spuren hinterlassen: einige Steinverarbeiter sind pleite, andere kurz davor. Und die Chinesen können (noch) keine wirklich gute Steinmetzarbeit leisten. Fast direkt vor unserer Haustür ist ein Händler, der etliche westfälische Wappentiere (Pferde natürlich) made in China stehen hat. Die Pferde "grinsen" regelrecht, hat mit einem echten Gaul vonne Wiese gerade mal die 4 Beine gemeinsam...

Na ja, die "Welt" wollte Globalisierung, weil es ja besser ist viele Leute in Hartz 4 zu stecken und statt dessen T-Shirts für 50 Cent aus Asien zu importieren und im Laden für 6 - 7 Euro zu verticken... Wenn spätestens Siemens die Waschmaschinen aus Asien nach hier holt und die Buden in Europa zumacht wissen wir Bescheid. Hauptsache zertifiziert, obwohl das Zertifikat in China nur ein paar Bestechungsgelder kostet.
Noch mal ein paar Worte zu ISO 90xx und der Zusammeng mit QM/QC:

Ich habe dieses ISO - Theater in den letzten 10 Jahren  zweimal mitgemacht und kann nur sagen: Viel Rauch um nichts!
Wie Detlef (BR65) schon sagte, kostet es in erster Linie einen Haufen Geld und hat mit dem System des gelebtem QM relativ wenig zu tun. Anders wäre es, wenn mit dem Audit und der abschließenden Zertifizierung weiter gearbeitet werden würde. Aber die Normalität ist, das man zum Audit ein transparentes, sauber dokumentiertes Fertigungsprotokoll mit allen Parametern vorlegt und gut ist es dann......
Beim erstenmal (1996)war es so, das nur ein Produkt aus einer ganzen Palette herausgegriffen wurde und dies wurde dann bewertet.
Ergebnis: Zertifikat!
Beim zweitenmal (2002) wurde schon intensiver eingestiegen. Auch hier das Ergebnis: Zertifikat.
Diesmal aber mit gravierenden Folgen. Das Ressort QM/QC wurde aufgrund wirrer Gedanken des Managements personell reduziert. Dies geschah speziell im Bereich der Techniker die bereits während der Entwicklung eines Produktes die Faktoren QM/QC mitbestimmt haben.
Lustigerweise waren das auch die Techniker, die maßgeblich zur Erlangung des ISO - Zertifikats beigetragen haben........

Fakt war letztlich: Es wurde nach alten Unterlagen gefertigt, die Vorgaben konnten auch eingehalten werden, aber Änderungen und erforderliche Test´s konnten mangels Personals nicht qualifiziert durchgeführt werden obwohl nach ISO-Vorgaben aber genau dies vorgeschrieben ist !!

Der ISO-Gedanke an sich ist ja nicht schlecht, wird aber in jedem verantwortungsvollen Fertigungsbetrieb sowieso praktiziert. Alleine der gesunde Menschenverstand führt automatisch dazu.
Den Schabernack ISO jedenfalls konnte ich meinem jetzigen Chef erstmal austreiben nachdem ich ihm mal die Anforderungen, die entstehenden Kosten zur Zertifizierung und unsere derzeitige Handlungsweise in der Produktion dargestellt habe. Und das übertrifft die ISO-Story bei Weitem!!
Zumal unsere Kundschaft in der Regel im außereuropäischem Ausland angesiedelt ist, und da zählt nur die glasharte effektive Qualität und nicht das, was mal irgendwann für horrendes Geld zertifiziert wurde.

mit kopfschüttelndem Gruß
Günter

Nennt  mich nun naiv, blauäugig oder was auch immer, aber eigentlich war ich davon ausgegangen, dass ein in Deutschland konstruiertes Produkt schon auf Grund der Konstruktion eine gewisse Grundqualität besitzt ... oder bin ich wirklich schon zu lange weg von DE?

ISO 9000? Pfft, rausgeschmissenes Geld!

MfG
Claus
Claus,
wenn Techniker ein Produkt kreiert, kannst du davon ausgehen, das es durchdacht ist.
Aber, ein Techniker ist in der Regel kein guter Kaufmann.
Schlussfolgernd daraus kann ein Kaufmann in den seltensten Fällen ein guter Techniker sein.
Ein Beispiel:
Ich hatte eine kleine Fertigung in Rumänien zu konzipieren, was eigentlich kein Problem darstellte.
Problem war nur, das durch äußere Einflüsse (Netzstörungen, Schwankungen der Spannung usw.) eine sichere Arbeitsweise nicht gewährleistet war.
Meine Konzeption sah vor, äußere Störungen durch die Verwendung eines anständigen Datenprotokolls und hochwertige Kabel zu verhindern. Klappte auch gut.
Aber, ein Jung-BWL'er meinte, bei den Kabeln könnte man sparen.......
In der lt. ISO90xx hierfür von mir erstellten erforderlichen Dokumentation tauchte die Änderung aber niemals auf!!
Die Probleme während des Betriebes waren gewaltig!
Das mal nur so nebenbei zum Thema ISO - schießmichtot- bemerkt ....

Grüßend
Günter

Beitrag editiert am 08. 07. 2007 14:30.
> ... oder bin ich wirklich schon zu lange weg von DE?

Bei uns in der Firma - Sondermaschinenbau, natürlich zertifiziert - geht vieles über gewachsene Machtstrukturen. Wer unantastbar ist, nimmt sich entsprechend viel heraus, und Konsequenzen werden daher selten gezogen.
Aktuelles Beispiel: Die Fertigung hält sich nicht an eine Montageanweisung, auf der Zeichnung vorgegebene Werkstücktemperaturen zum Einpressen einer Buchse (Außendurchmesser 650 mm, Gewicht knapp 200 kg). Die Buchse bleibt stecken, es wird versucht a) nachzukühlen und b) die Buchse mit Gewalt einzupressen (ein Rohteil - geschätzte Masse 5 t - wird an den Kran gehängt und im Eilgang auf die Buchse abgelassen). Das Bauteil, das auszubuchsen ist, wird dabei teilweise zerstört.
Schaden: ca. 15.000 €. Fehlerursache: Materialfehler - aber erst, nachdem man bei Berechnung und Konstruktion (das war teilweise meine Arbeit) keinen Fehler finden konnte.
Dem Kollegen, der sich üblest über diese Vorgehensweise beschwerte, wurde vom Betriebsleiter bedeutet, er solle sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, und die Fertigung hätte eben ihre eigenen Erfahrungen.

Sorry, aber die Story musste 'raus.

MfG,
Till
ich schlage mich mit "durchdachten" zeichnungen von angeblichen technikern herum, welche fertigungstechnisch gar nicht umzusetzen sind ...und wenn doch, dann nur mir erheblichen kostenaufwand von spezial werkzeugen, welche in der einzelteilfertigung in unserer firma nicht zu amortisieren sind.

ich lach mir manchmal echt einen ast, wenn ich sehe was manch techiniker sich zurecht malt.

gruß
andy
Günter, die Story musste mir jetzt noch Mal ganz genüsslich-gemütlich durchlesen.

Interessanterweise haben wir letzten Freitag in der BWL (Magister) Vorlesung noch vom Professor gehört, dass wenn Techniker reden, sollten Mänätscher ausnahmsweise Mal die Schnauze und sich zurück halten - insbesondere wenn es um Betriebsausgaben für Effizienz geht.
Hätte dein Jung-BWLer mal wissen sollen.

Glücklicherweise sind die von mir geplanten Anlagen nur in zivilisierten Ländern gelaufen ...

MfG
Claus
Vielfach ist ein Problem, dass die Zuständigkeiten tatsächlich im Betrieb aus Anno-Tuck sind und an den alten Machtstrukturen nicht gerüttelt wird. In einem Betrieb, wo ich ISO einführen sollte (der Cheffe wollte das) wurde ein Expertenteam (Unternehmsberater) ausgesucht, die bereits mehrere Firmen bei der Zertifizierung unterstützt haben, aber von der Branche überhaupt keine Ahnung hatten. Anstatt sich erst einmal alles anzuhören, sich anzuschauen wurde im Büro die Fertigung umgekrempelt. Zwischendrin hatte ich die Schnauze so voll, dass ich lieber ging. Inzwischen hat der Laden den fünften Fertigungsleiter, alle haben selber gekündigt -> Nase voll von Einem der alles weiß und nix kann..

Ein Fisch fängt mit dem Stinken auch am Kopp an...



Beitrag editiert am 08. 07. 2007 15:33.
Hallo Peter,
Du hast genau beschrieben, wie es derzeit und schon seit etwa 10 Jahren in D abläuft.
Riesen Erfahrungsschatz aus 25 Jahren Berufserfahrung mit entsprechendem Störfallmanagement ( Energieversorgung eines ehemaligen mittleren Stadtwerkes ) zählen alles nichts mehr. Da kommen so neunmalkluge Schleimspuren hinterlassende Abnicker und schon hast Du, ein kritisch und vorausschauend denkender Techniker größte Probleme. Alle dokumentierbare Belange, daß die neuen Ideen, teilweise unmöglich technisch machbar sind, werden hinweggeblasen. Da wird die erfahrene Mannschaft herunterdegradiert, in ihrern Aufgaben, Kompetenzen und auch stark spürbar im finanziellen Bereich. Die neue von 2 BWLer geführte Mannschaft erfährt wirkliche Probleme. Allerdings ohne Auswirkung, das wird sich schon einspielen sind die Sprüche. Da die bisherige Mannschaft zu dem Zeitpunkt der totalen Umkrempelung alle über 50 Jahre sind, ist es mit einem Wechsel nicht leicht. Trotz verschiedener Versuche, gibt es für die über 50 jährigen nichts mehr, außer dem Harzer 4 fach Roller. Der Laden wird in der Technik und somit Versorgungssicherheit immer weiter runter gefahren, da kaum noch Investitionen und Erneuerungen und Unterhaltungen erfolgen,allerdings top Renditen 15 % und mehr. Tolles Management, was in spätestens 5 Jahren nicht mehr da sein wird, aber den Laden gegen die Wand gefahren hat. Allerdings als Gegenleistung für rd. 10 Jahre gute Ergebnisse erzielt. Die Nachfolger werden dann wohl nichts mehr machen können, der Betrieb wird dann an einen der 4 großen Stromer, von welchen der tolle Mannschaftsführer kam, verschleudert werden. Toll, wie die Städte ( Eigentümer alle Bürger ) mit kurzfristigen Gewinnen ihr Tafelsilber in die Ecke werfen. Natürlich auch alles ISO Zertifiziert , wofür allerdings, ist die große Frage. So ist es in D seit einigen Jahren.
Die Altlasten, wie die über 50 jährigen bezeichnet werden, dürfen das Ende vielleicht noch miterleben. Stimmt zwar traurig, aber irgendwie ist es auch dann Gleichgültig. Bleibt nur zu hoffen, daß es mit der Rente noch einigermaßen rundläuft.
H-W
Noch mal so ein bisschen zum sinn und Zweck von ISO 9000 FF und ein weing Begriffserklärungen:

ISO
Kurzform für International Organization for Standardization, eine Institution, welche die Normung international koordiniert. - Also etwas was im allgeneinen sehr Sinnvoll ist. Heirzu ein gutes Beispiele ist die Normung von Schrauben - wenn ich eine bestimmte größe brauche, kann ich mich unabhänig vom Hersteller darauf verlassen das sie auch paßt. Die Normung von Papiergrößen ist auch sehr sinnvoll.

ISO
wurde 1946 gegründet und ist eine freiwillige (nicht per Staatsvertrag geregelte) Organisation mit Sitz in Genf, deren Beschlüsse nicht den Charakter international verbindlicher Verträge haben. Sie hat als Ziel, internationale Standards zu schaffen. Stimmberechtigte Mitglieder sind fast alle nationalen normgebenden Institutionen der 89 beteiligten Staaten. Daneben gibt es noch andere Mitglieder mit Beobachter- und Beraterstatus.

Mitglieder von ISO sind z.B.:

ANSI - American National Standards Institute: www.ansi.org. ANSI ist die Standardisierungsorganisation der USA (entspricht dem deutschen DIN).
BSI - British Standard Institute: www.bsi.org.uk
DIN - Deutsches Institut für Normung: www.din.de
SNV - Schweizerische Normenvereinigung: www.snv.ch
AFNOR - Association Francaise de Normalisation: www.afnor.fr
NNI - Nederlands Normallisatie-Instituut www.nni.nl
JISC - Japanese Industrial Standards Committee: www.hike.te.chiba-u.ac.jp/ikeda/JIS

Soweit zur Theorie

wenn es jedoch bei der DIN ISO 9000ff so ist, das ich, als zertifiziertes Unternehmen, mich nur an meine mir selbst aufgelegten Vorgaben halten muß, wo ist dann de da was von einer wirklichen Normung vorhanden.

Fa. A & B stellen das Gleiche her:
Fa. A stellt an sich niedrige Ansprüche, Mitarbeiter können die umsetzen -> Zertifiziert
Fa. B stellt an sich hohe Ansprüche, Mitarbeiter setzen diese zum Zeitpunkt der Prüfung zur Zertifizierung mal nicht um, sonst aber immer  -> NICHT  Zertifiziert

nach außen hin - hat ja Zertufikat - ist A der Gewinner - aber was hat das mit Normung nach ISO zu tun? meiner Neinung nach nichts.

Gut, jeder im Unternehmen und auch aussenstehende Personen können sich jederzeit Einblick in die selbst erlassenden Verfahrensanweisungen, geben lassen - aber wer tut das?

Irgendwie kommt mir da im Moment der Vergleich der Sterne in der Gastronomie in den Sinn  -> je mehr Sterne desto teurer. Aber die "Läden" von unabhängigen Testern unter die Lupe genommen. Adererseits hat ein 3* Hotel irgendwo in Afrika eine ander Qualität als ein 3* Hotel in DE. Da gilt dann auch nur wieder ein nationalen Vergleich.

Fazit: Da wo Normen Sinn machen -> Ja, her damit, ansonsten -> Nein,danke

@Peter, den Fisch kannte mein Opa schon, und der ist schon vor über 30Jahren  im hohen Alter verstorben  

mal so zu MoBa:
ich fahre zwar nur analog, wenn ich aber mal so das Schnittstellenproblem mitbekomme, frage ich mich wo da denn konsequent eine Norm der Hersteller eingehalten wird? hier stecken, da löten, der Dekoder paßt in dem Modell nich in einem anderen aber sehr gut, zu dick, zu groß, zu lang, zu klein, etc.

QM bei MoBa ist an sich sehr einfach, müßte nur wirklich von Qualifizierten Menschen gemacht werden. Und damit meine ich jetzt nicht den Endverbraucher. Aber das kostet dann Geld - Reklamationen annscheinend nicht

mal so eine Idee dazu:
Einheitlich Anlagen bei jedem Hersteller aus einer kombination sämtlicher Gleise, Radien und Weichen der verschiedenen Hersteller. Gibts keine Probleme bei der Testfahrt -> Bestanden  

Gruß Detlef
Habe auch einige nette Geschichtchen aus meiner aktiven Zeit als Metallbearbeiter. Da muss ich Andy #13 völlig recht geben. Es wurden Schraubfüsse bestellt, Schraube M16 mit Kopf ohne Schlüsselfläche, also rund. Um die bei Montage drehen zu können sollten zwei Bohungen im ersten Drittel des Schaftes durchs Gewinde gemacht werden. Ganz einfach, Pin durch gesteckt und gedreht. Bohr ich aber zuerst und schneide dann Gewinde, brechen die Schneidplatten. Also erst Gewinde, dann bohren. Auwändig zu entgraten, evtl nach schneiden. Material : Säurefester Edelstahl 4371 oder so. Alles in Alles sehr teuer zu machen. Also Gespräch mit Montageabteilung : Näh, wir nehmen immer eine Wasserpumpenzange , geht schneller. Säurefest ? Wozu ? Rostfrei reicht. Fazit : Material 4305 (?) keine Querbohrung , 90 % gespart.
Oder es werden Gewindeausläufe gezeichnet, die keine Maschine kann, weil der Bremsweg zu lang ist, bzw. der Auslauf zu kurz. Weniger Drehzahl geht aber nicht wegen der Materialwahl und der gewünschten Oberflächenqualität. Es war ein ewiger Kampf mit den Konstrukteuren. Die waren damals dermaßen Weltfremd, hätten mal ein Praktikum an der Maschine machen sollen.
Passungen : Bolzen mit o bis minus 1/10 gezeichnet. Bohrung mit 0 bis 1/10 plus. Kein Problem bis sie aud die Idee kamen Bolzen nicht bei uns zu kaufen. Passten plötzlich nicht mehr. Komisch.
Lange Rede ...Unsinn .
Qualität erzeugt man am Besten, wenn man alles aus einer Hand fertigt. dann passen die Brocken zusammen und Qualitätssicherung erfolgt direkt an der Maschine, wenn der Bediener eine Schieblehre lesen kann.

Jürgen H.
Andy,
es ist für mich jetzt etwas schwer, zu beurteilen, warum du Probleme mit den "angeblichen" Technikern hast.
Für mich ist ein Techniker jemand, der

a.) die entsprechende Qualifikation und
b.) die entsprechende Berufserfahrung

besitzt.

Fehlt eines davon, ist ein solcher Mensch weder in der Konstruktion noch in der Arbeitsvorbereitung ohne Aufsicht einsetzbar!
Leider ist dies aber in D die Regel und die Folge des Wunschdenkens

"Techniker gesucht, max. 30 Jahre alt mit 25 Jahre Berufserfahrung gesucht".

Andy, ich habe es auch mit FH/TH - Absolventen zu tun, denen man erklären muss, wo das warme Ende eines Lötkolbens ist.
Aber immerhin wissen viele dieser Leute schon beim Bewerbungsgespräch, wo das Heil der Firma in der Zukunft liegt ....

In der Tat sind Zeichnungen und Ideen von Technikern oftmals in der Rubrik "Weltfremd" anzusiedeln, manchmal sind sie auch so abgehoben, das sie kurzfristig nicht durchschaubar sind.
Hier hilft oftmals ein klärendes Gespräch.

Peter, wenn es schon mit einer Firma soweit gekommen ist, das externe Beratungskasper hinzugezogen werden, die in der Regel nicht in der Lage sind langfristige Strukturen zu beurteilen, ist der Laden meist schon vorher faul geworden und
wie du sagst,
fängt von oben an zu stinken.
Man trennt zwar dann den Kopp vom Rest, hebt aber dussligerweise nur den  Kopp auf .....

Generell ist es Interessant zu beobachten, das auch immer mehr mittelständische Unternehmen in Deutschland in den Genuß der Heimsuchung von diesen Scharlatanen
kommen. Geht eine gewachsene Firma darauf ein, bedeutet es oftmals:

Entlassung von gestandenen Mitarbeitern,
Umkrempeln der gewachsenen Strukturen (auch: ISO 90xx),
Gewinnoptimierung durch geringere Lohnkosten,
Gewinnoptimierung durch neue Einkaufsquellen,

Was oft eben dazu führt, das weniger qualifiziertes Personal zur Verfügung steht,
das minderwertiges Material verarbeitet wird.
Lustigerweise steht das aber wiederum in krassem Gegensatz zu jedweder ISO90xx Richtlinie.

Claus,
ich denke mal, das es einen Großteil von Jung-BWLern gibt, denen der Unterschied zwischen Effektivität und Effizienz gar nicht bekannt ist!

Jedenfalls danke ich dem Herrgott, das mein Chef ein Französischer Staatsbürger ist. Mitläufertum ist ihm fremd, ISO konnte ich ihm ausreden. Fertigung konnte im letzten Jahr optimiert werden, die Qualität des Einkaufs wurde verbessert und Abläufe wurden optimiert und dokumentiert.
Das QM/QC wurde dem japanischen Standard angepasst (Toyota, Matsushita) und wir liegen jetzt bei einem Schwund von < 0,5% gegenüber vorher von knapp 20% .
Hierzu bedurfte es nicht irgendwelcher Scharlatane, nicht ISO 90xx oder der Einstellung von jungem und dynamischen Personals sondern
einfach nur der Einsatz von gestandenen und erfahrenen Technikern, Kaufleuten die wissen, wovon sie reden und dem gesundem Menschenverstand !!

Das sowas funktionieren kann, spiegelt sich am Monatsende auf meiner Abrechnung wieder und schlägt sich auch positiv in der Bilanzierung nieder.

Gruß denn

Günter
> gesundem Menschenverstand

Eben das ist es doch. Und eben das kann ISO 9000 nicht ersetzen. Darum geht es auch gar nicht!

So, wie ihr hier die Zertifizierungen beschreibt, geht es nur darum, irgend ein "Label" zu kriegen, das man an die Wand hängen bzw. aufs Offertformular drucken kann.

Aber das ist doch gar nicht der Sinn von ISO 9000. Man  muss den GMV auch nicht zwangsläufig abschaffen. ISO 9000 sagt: Schau mal genau hin in deiner Firma, und schreib auf, was "man doch einfach weiss". Damit wird es für neue Mitarbeiter einfacher, die Dinge richtig zu machen.

Idealerweise ist ISO 9000 ein Vehikel, um Know-How dauerhaft zu machen, womit die Know-How-Verluste bei Fluktuationen verkleinert werden können. Der verkleinerte Know-How-Verlust führt dann (indirekt) zu einer verbesserten Qualität.

Felix
Hi Felix,

ist ja richtig, was du da schreibst.
Nur klaffen zwischen dem Grundgedanken und der Realität leider mittlerweiler Welten.

In diesem Sinne
Günter

Beitrag editiert am 08. 07. 2007 20:00.
Felix,
ich muss doch noch mal tiefer auf deine Worte eingehen:

du schreibseltest

>
So, wie ihr hier die Zertifizierungen beschreibt, geht es nur darum, irgend ein "Label" zu kriegen, das man an die Wand hängen bzw. aufs Offertformular drucken kann.
<
Leider ist das mittlerweile oft so üblich!!

>
Aber das ist doch gar nicht der Sinn von ISO 9000. Man  muss den GMV auch nicht zwangsläufig abschaffen. ISO 9000 sagt: Schau mal genau hin in deiner Firma, und schreib auf, was "man doch einfach weiss". Damit wird es für neue Mitarbeiter einfacher, die Dinge richtig zu machen.
<

Effektivität und Effizienz?

>
Idealerweise ist ISO 9000 ein Vehikel, um Know-How dauerhaft zu machen, womit die Know-How-Verluste bei Fluktuationen verkleinert werden können. Der verkleinerte Know-How-Verlust führt dann (indirekt) zu einer verbesserten Qualität.
<

Genau das ist das Problem! Wer verursacht denn die Fluktuation? Wobei es hier wohl um personelle Fluktution geht, denke ich mal.
Wie entstehen " Know How Verluste "?

Felix, ISO 90xx ist ein teures Geschäft. Und zwar dann, wenn die Leute fehlen, die es pflegen können.

So denn,
Günter

P.S.: der nichts gegen generelle Zertifizierung hat ......


Eigentlich war die Zertifizierung nach ISO 900x dafür gedacht, dass in den Betrieben etwas nachvollziehbar verläuft. Jeder gescheite Unternehmer macht es so.  
Leider gibt es allerdings vor allen Dingen im Mittelstand viele Unternehmer die sich über und das Personal unterschätzen. Dann läufts nicht rund und die meisten Mitarbeiter haben "innerlich gekündigt" und sind bei der nächsten Möglichkeit weg. Damit Wissen & Können. Allerdings lernen anscheinend die heutige Generation von BWLern nur, dass Mitarbeiter kosten und weniger Mitarbeiter gut sind. Nur was mach ich mit ner Handvoll BWLer, die keinerlei Praxiserfahrung haben.

Da fängt der große Knackpunkt an: ein Qualitätssystem muss "leben" und "gelebt" werden. Vielfach allerdings bei der heutigen Auswahl von Mitarbeitern (billig und wenig Erfahrung ist immer gut) nicht machbar.

Ich hab "nur" Industriekaufmann gelernt und mein alter Chef war noch der Meinung, dass einer vom Büro auch wissen muss, wie der Malocher in den Hallen das Geld verdient. Ich war je eine Woche in der Spulerei, Vorwerk, Weberei, Zuschneiderei, Näherei (ja, Textilfabrik mit 700 Leuten, wir machten die damals bekannten "Sheriff"-Jeans, waren der 2-größte deutsche Hosenhersteller). Das würde machen Studis auch mal guttun, mir hat es nix geschadet, bis heute kann ich noch den Weberknoten.
Hi Peter,
du fragst ernsthaft:

>
Nur was mach ich mit ner Handvoll BWLer, die keinerlei Praxiserfahrung haben.
<

An den Webstuhl setzen !!!

Dann wissen diese Meineidbrüder endlich mal wovon sie reden !!!!

Sorry,
Günter
Günter, das wird schwierig. Ebendiese Webstühle wurden von diesen Meineidbrüdern ja bereits vor Jahren erfolgreich abgeschafft.

MfG
Claus


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