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THEMA: Fahrverhalten Lok' s analog

THEMA: Fahrverhalten Lok' s analog
Startbeitrag
Günter König - 22.04.07 09:46
Moin moin,

mal an saublöde Frage an die Analogspezialisten:

warum ist das Fahrverhalten zwischen Vor- und Rückwärtsfahrt unterschiedlich?
Diese Merkwürdigkeit ist bei allen meinen Triebfahrzeugen zu beobachten.

Grüßend
Günter

Moin Günter, das habe ich mich auch schon gefragt.
Hat es vielleicht damit zu tun, ob Haftreifen auf der in Fahrtrichtung vorderen oder hinteren Achse sind ?
Habe mal in einem Beitrag gelesen, daß sich das z.B. auf die Zugkraft in der Steigung auswirkt.
Hallo,

meiner Erfahrung nach ist in 99% der Fälle das Motorlager einer Seite verharzt oder sonst wie verdreckt ist. Aufgrund des Schneckenantriebes wird die Motorachse axial leicht verschoben, dabei wird je nach Fahrtrichtung mal das eine und mal das andere Lager stärker axial belastet.

Wenn das Lager einer Seite nun verharzt oder verdreckt ist, gibt es mit der Fahrtrichtung Probleme, die dafür sorgt, dass die Achse auf das betroffene Lager drückt und somit mit der Verschmutzung verklebt.

Lösen lässt sich das Problem durch Auseinandernehmen und gründliche Reinigung mit Waschbenzin. Anschließend wieder mit nicht harzendem Spezialöl oder -fett schmieren. Das Problem ist ein rein mechanisches.

Viel Erfolg,
Burkhard
Stimmt!

Nach einer gründlichen Reinigung und neuer Kohlenbürsten fahren meine Analogen Loks auch wieder in beiden Richtungen die selbe Geschwindigkeit.

Gruß

Michael
Hallo,

bei Loks, die immer nur in einer Richtung bewegt werden, laufen sich auch die Getriebe einseitig ein, so dass bei gelegentlicher Rückwärtsfahrt dann größere mechanische Widerstände zu überwinden sind. Abhilfe bei Diesel-, E- und Tenderloks: ab und zu einfach mal umdrehen (mit Führerstand 2 statt 1 oder Tender statt Rauchkammer voraus fahren lassen). Schlepptenderloks außerhalb des "regulären Betriebes" immer wieder einmal ein paar Runden rückwärts mit relativ hoher Geschwindigkeit drehen lassen.

Unterschiedliche Geschwindigkeiten je nach Fahrtrichtung rühren auch daher, dass der Kollektor oft nicht ganz exakt "auf Mitte" ausgerichtet ist.

Schönen Sonntag!

Jürgen
Hallo Jürgen,

im Elektromaschinenbau wird der Kollektor schon mal leicht verdreht eingebaut, wenn der Motor nur in eine Richtung drehen soll. Damit reduziert man die Ankerrückwirkung (Einfluss des Ankerstroms auf das Magnetfeld), somit erzeugt der Motor mehr Drehmoment bei geringerer Drehzahl. Für die andere Richtung gilt das umgekehrte
(Drehmomentreduktion und Drehzahlerhöhung).

Allerdings sind sämtliche mir bekannte Modellmotoren ab Werk (verständlicherweise, da die Modelle ja grundsätzlich in beide Richtungen fahren sollen) symmetrisch ausgeführt. Es kann allerdings in seltenen Fällen auch vorkommen, dass sich durch die Reibkräfte der Kohlebürsten bei Bevorzugung einer Fahrtrichtung der Kollektor verschoben hat. Eine Reparatur bedingt dann das Auseinandernehmen des Motors.

Gruß,
Burkhard
Burkhard,

was willst du nun andeuten?

rätselnder Gruß
Günter
@Günter,

ich bin mir nicht bewusst, Andeutungen gemacht zu haben. Eine konkretere Fragestellung würde mir helfen, das, was Dir rätselhaft zu sein scheint, aufzuklären.

Gruß,
Burkhard
Burkhard,
ich meine das:

>
m Elektromaschinenbau wird der Kollektor schon mal leicht verdreht eingebaut, wenn der Motor nur in eine Richtung drehen soll. Damit reduziert man die Ankerrückwirkung (Einfluss des Ankerstroms auf das Magnetfeld), somit erzeugt der Motor mehr Drehmoment bei geringerer Drehzahl. Für die andere Richtung gilt das umgekehrte
(Drehmomentreduktion und Drehzahlerhöhung).
<

Bitte erkläre mir das näher.

Grüße
Günter
Hallo Günther,

in der Regel werden Gleichstrommotoren so konstruiert, dass das Magnetfeld der Ankerwicklung der senkrecht zum Magnetfeld der Erregerwicklung bzw. des Permanentmagneten steht. Dadurch erzielt man das theoretisch höchste Drehmoment.

Nun hat aber der Ankerstrom einen Einfluss auf das Erregerfeld, der aufgrund der magnetischen Nichtlinearitäten dafür sorgt, dass
- das Erregerfeld sich in bzw. gegen die Drehrichtung verschiebt was auch für die Kommutierung problematisch ist und
- sich der Erregerfluss damit auch das Drehmoment verringert, während die Drehzahl steigt.

Bei großen Maschinen reduzieren konstruktive Maßnahmen diese Effekte.
Eine einfache Maßnahme ist das mechanische Verdrehen des Kommutators; diese funktioniert aber nur bei Maschinen, die nur in eine Drehrichtung betrieben werden.
Als Nachteil ist das Betriebsverhalten in der anderen Richtung umso schlechter...

Und hier ist der physikalisch-technische Zusammenhang zu unseren Kleinstmotoren zu sehen:
Sofern der Kollektor leicht aus der Senkrechten gedreht wurde (und die Drähtchen natürlich nicht abgerissen sind), verhält sich der Motor aus besagten elektro-magnetischen Gründen je nach Richtungen unterschiedlich.
Allerdings ich der Meinung, dass in 99% aller Fälle das Problem mechanisch durch Dreck und Verharzung verursacht wird, da die Kollektoren in der Regel hinreichend verdrehsicher auf die Welle gepresst sind.

Gruß,
Burkhard
Hallo Günter,

in der Hauptsache dürften die unterschiedlichen Fahreigenschaften auf die Anordnung der Haftreifen bei Dampflokomotiven zurück zuführen sein. Typische Modelle sind da u.a. die BR 24 von Minitrix. Die BR 24 und die BR 64 von Minitrix haben beide das gleiche Getriebe und den gleichen Motor, nur die BR 24 hat noch auf dem ersten Radsatz Haftreifen. Die BR 64 läuft in beiden Richtungen gleichmäßig, die BR 24 fährt rückärts besser.
Normalerweise sind die Motore in den Modellbahnlokomotiven so aufgebaut, dass sie in beiden Richtungen gleich ánlaufen. Wenn das nicht so ist, dann stimmt die Stellung des Kollektors zum Anker nicht (habe ich beim Motor der Roco BR 80 festgestellt). Das kann man aber nur feststellen, wenn man Motoren des gleichen Herstellers  miteinander vergleicht.

Gruß
Roland


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