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THEMA: Märklin - auf dem Weg zur Billigmarke?

THEMA: Märklin - auf dem Weg zur Billigmarke?
Startbeitrag
Günter König - 17.03.07 09:07
http://www.suedwest-aktiv.de/region/nwz/goeppin...bb63c636be4f533eb5db

Was planen die die ' höchststudierten ' wirklich mit Nürnberg?

fragt
Günter

Beitrag editiert am 17. 03. 2007 09:31.

Wenn's um Gewinnmaximierung geht, ist es unausbleiblich, dass Arbeitsplätze auf der Strecke bleiben.
Es wird mehr und mehr sicher, dass Kingsbridge nur hinter dem Namen her war, den sie später versilbern können, wenn der Betrieb schwarze Zahlen schreibt.

Insofern war oder ist Märklin bereits eine Billigmarke.

billige Grüsse,
Claus
Claus, moin auch,

aber was nützen kurzfristig schwarze Zahlen wenn mittelfristig wegen Fachkraftmangels die Qualität noch weiter absackt?
Da nachgewiesen ist, das nur einem Bruchteil aller Manager es möglich ist, verletzungsfrei das kalte und heiße Ende eines Lötkolbens zu unterscheiden, frage ich mich: wer soll denn langfristig die MoBa produzieren?

mit handwerklich lötendem Gruß
Günter
langfristig kommt alles (wirklich alles!!) aus china. mit den preisen, löhnen und rahmenbedingungen kann niemand auf der welt konkurrieren.

hat aber auch sein gutes, nur so sind günstige endverbraucherpreise (zb für hartz4 empfänger) zu realisieren. zb dvd-player für 33 euro oder e10 für 70 euro usw.usw.

kegs
SD70M,

und das werden die deutschen Firmenbosse auch irgendwann begreifen, nämlich dann wenn sie das dort produzierte nur noch dort verkaufen können, was sich bei den Preisen aber keiner dort leisten kann. ich meine das jetzt nicht nur auf die MoBa bezogen. Dort wird gearbeitet, hier konsumiert, das geht auf Dauer nicht. Und dass manche aus diversen Gründen China bereits wieder den Rücken kehren ist bekannt. Meine Firma (Teilbetrieb eines recht großen Medizinkonzerns) betreibt in China auch ein Werk, dort wird einfache Arbeit geleistet. Allerdings erfolgt der Vertrieb auch von dort aus, will meinen es wird auch dort konsumiert. Natürlich wird auch hier geliefert. In unserem Werk ist von der Eröffnung des China-Werkes jedenfalls nicht viel zu spüren gewesen, außer dem Kontakt mit den Chinesen. Hochwertige Technologien werden dorthin jedenfalls nicht exportiert. Gerade in der Modellbahnbranche ist es ja schon passiert dass die Chinesen die Ideen geklaut haben und dann 100m weiter ein eigenes Werk aufmachen und noch die angelernten Arbeitskräfte abwerben. Ich bbin recht zuversichtlich dass Deutschland auch irgendwann wieder ein Billiglohnland wird. Der Statt kann es sich auf dauer nicht leisten immer mehr HartzIV Empfänger zu unterhalten, also entweder einfache Arbeiten (es kann ja nicht sein dass einer bei VW ein Montagearbeiter am Band so hohe Lohnforderungen hat und in anderen Firmen technisch gut ausgebildete, selbständig arbeitende Facharbeiter gerade die Hälfte verdienen. Die Ansprüche mancher an die Bezahlung sind hier auch exorbitant... Ich meine, für einfache Arbeit kann man nicht verlagen so gut bezahlt zu werden dass man sich alles leisten kann. Meiner Meinung muss auch nichjt jeder ein eigenes Haus haben, mehrere Autos in der Familie und dann noch teure Hobby. Klar, wenn es der Wirtschaft gut geht dann sollen alle daran teil haben aber in unserem Land ist da einiges durchaus gut aus den Fugen geraten.

Gruß Torsten
@4

hat nichts mit Moba zu tun, seit 09.03.07 steht die Produktion von Waschautomaten der AEG in Nürnberg still und seit dem 14.03.07 die Produktion von Geschirrspülern, und das nur weil Elektrolux die kosten für den Standort Nürnberg zu teuer war. Die Komplette Produktion wird nach Polen und Italien verlagert, Wäschetrockner werden schon seit ca. mitte 2006 nicht mehr in Nürnberg hergestellt. In der Presse war zu lesen das 1750 Arbeitspätze darann betroffen wären, es sind in wirklichkeit viel mehr Arbeitsplätze verloren gegangen. Fremdfirmen, Zulieferfirmen etc...
Im Versandcenter geht es auch noch einige Zeit weiter. Das AEG Lager im NÜrnberger Hafen bleibt bis 2009

gruß

ein ex AEG Arbeiter

Beitrag editiert am 17. 03. 2007 10:42.
@3
> mit den preisen, löhnen und rahmenbedingungen kann niemand auf der welt konkurrieren. hat aber auch sein gutes, nur so sind günstige endverbraucherpreise

Einverstanden - wenn die Chinesen unter menschenwürdigen Bedingungen produzieren könnten. Das ist jedoch nicht der Fall. Aus der Computer-Zulieferindustrie ist bekannt, dass bis zu 91 Stunden pro Woche trotz Hungerlohn keine Seltenheit sind. Solche Bedingungen sind bei uns seit 150 Jahren verboten - mit gutem Grund.

Felix
der mit Besorgnis nach China (und anderen Billiglohnländern) schaut
@5
> Ich meine, für einfache Arbeit kann man nicht verlagen so gut bezahlt zu werden

Richtig - nur: die einfachen Arbeiten sind bei uns schon längst wegrationalisiert. Automatisiert oder nach China ausgelagert oder beides.

Felix
Kegs,
hast du schon mal erlebt, das Produkte billiger wurden, nachdem die Produktion gen Osten verlegt wurde?

Ich nicht!!

Sie sind preislich in der Regel gleich geblieben um nach einer kurzen Phase dem derzeit üblichem Teuerungsprozess zu unterliegen.
Synchron hierzu findet ein Absinken des Qualitätsstandards statt, was ja auch nicht verwunderlich ist, da hier die Fachleute nun wegrationalisiert wurden.

Zu den Preisen in der U-Elektronik: Hier ist schon abzusehen, was dort läuft. Ein DVD-Player für 33 € klingt verlockend, ist aber auch nicht mehr wert. Sicherlich für den kurzfristigen Bedarf geeignet. Versuche aber mal hierfür Ersatzteile im Repa-Fall zu bekommen......
Entweder wird das Teil umgetauscht (Garantie) oder du schmeißt es weg. Letzteres ist die Regel.
Wobei angemerkt werden sollte, das Lowbudgetfernosthersteller sich einen Dreck um geltende Umweltvorgaben kümmern!
Oder hast du jemals eine Rücksendeadresse im Falle der Verklappung gefunden? Den Importeur wirst du wohl auch nicht mehr finden weil der sich  schon wieder umbenannt hat.

Nun denn,
mein zweites Frühstück wartet, in Kürze gibt es das erste Mittagessen.

Gruß,
Günter

Beitrag editiert am 17. 03. 2007 11:14.
@5 dampfrailfan,

>und das werden die deutschen Firmenbosse auch irgendwann begreifen

Nein, das werden Sie nicht.
Bei vielen Managern kann man nicht mal mehr sicher davon ausgehen, daß sie überhaupt wissen, von welcher Firma sie derzeit leben.
Man läßt sich auf ein Pöstchen heben, bekommt eine Zielvorgabe "Gewinn +x% in y Monaten". Das realisiert man nun schnellstens indem man
a) die Kosten senkt, das geht am schnellsten durch Personalabbau
b) die Erlöse kurzfristig steigert, das geht am schnellsten durch Verkauf von Beteiligungen oder Immobilien

Kenntnisse über den Betrieb oder seine Produkte sind hierbei nicht nötig oder erwünscht. Hat man die Zielvorgabe erreicht, wird man auf die nächsthöhere Position befördert und macht dort genau das gleiche auf höherer Ebene, also mehr Leute rauswerfern und mehr Silber verhökern.
Hat man schließlich den Vorstand erreicht, verkauft man entweder den ganzen Laden (mit entsprechender Provision selbstverständlich) oder man wickelt den Rest ab, zieht sich ein paar anständige Prämien rein, meldet dann Insolvenz an, gönnt sich noch eine kräftige Abfindung und macht in einer anderen Firma weiter.
Bis eben auch die letzte abgewickelt ist...

Man muß nichts wissen und nichts können, man muß nur die richtigen Leute kennen.

LG
Helmut

der leider die richtigen Leute nicht kennt.
Was hier immer alle gegen Studierte und insbesondere Manager haben ...

"Man muss nichts wissen und nichts können, man muss nur die richtigen Leute kennen." Wer so redet, diskreditiert sich selbst.

Ein Manager muss nun mal nicht wissen, wo die heisse bzw. kalte Seite eines Lötkolbens ist, dafür gibt es schließlich die Person, die mit dem Lötkolben arbeitet (und entsprechend dieser Qualifikation entlohnt wird).

Und außerdem: welcher Lötkolbenbediener kann denn eine kurz- bis mittelfristige Liquiditätsplanung, die Absicherung von Währungsrisiken, eine Kostenkalkulation oder die steuerlichen Auswirkungen unterschiedlicher Auslandsinvestitionen auch nur ansatzweise nachvollziehen?

Und zum Welthandel: sicherlich sind Wochenarbeitszeiten von 90 Stunden einerseits menschenunwürdig, darüber aber dass die meisten Deutschen bspw. ihren Kaffee nur deshalb so günstig erwerben können, weil die "Kaffeekonzerne" aufgrund ihrer Macht die Kaffeeanbauer irgendwo weit weg von Deutschland menschenunwürdig entlohnen, beschwert sich keiner.

Getreu dem Motto: Vorteile aus dem Welthandel gerne, Nachteile aber bitte nicht.

MfG

Jens
Hallo,

In meinen Augen muß ein Mager sehr wohl wissen, wie das ganze funktioniert, über das er bestimmt.
Leider sind die Manager aber wirklich so verblödet, daß sie wirklich von Maschinenlaufzeiten von 24 Stunden am Tag und 7 Tagen in der Woche ausgehen. Daß man auch Zeit benötigt, ein fertiges Teil asuzuspannen und ein neues einzuspannen, das interessiert sie nicht. Wozu auch, man kann ja mit Entlassung drohen.

Gruß Lothar
Hallo Jens! Ich verstehe schon was Du sagen willst. Du setzt dabei aber stillschweigend etwas voraus: Das nämlich der Arbeiter klasse Lötstellen hin bekommt und (!) der Manager sein Geschäft ebenso klasse versteht. Man kann ( um es vorsichtig auszudrücken) Zweifel daran haben, ob dies bei den letzten zwei Geschäftsführern der Fall war. Der vorletzte hat den Fachhandel die Lager vollgedrückt und uns (bis zum Zusammenbruch seines Systems) jährlich mit unglaublichen Zuwachsraten überrascht. Der letzte hat uns Kunden besonders deutlich zu verstehen gegeben (auch öffentlich, man denke an den für mich nach wie vor legendären Auftritt in Köln) , dass wir ihn nicht interessieren. Bis die Kunden genauso reagierten. Das alles spricht weder von Produkt- noch Marktkenntnis noch von besonderer Qualifikation. Wobei ich Herrn Adams durchaus zugute halte, dass er gegen die zerstrittenen Familienstrukturen einfach nicht ankam und durchaus auch qualifizierte Sanierungsansätze entwickelte. Man kann daher schon die Frage stellen, ob jemand, der verstanden hätte wie (der Lötkolben) und was da produziert wird nicht geeigneter gewesen wäre. Damit will ich die Misere nicht einseitig werten. Die Arbeitnehmerseite hat schon auch einen Teil dazu beigetragen - wir wollen lieber nicht diskutieren, mit welcher Qualifikation dort Einstellungen erfolgten (Stammbuch?) oder ob eine Reinmachefrau nach IG-Metall-Tarif bezahlt werden sollte (das würde manchen Facharbeiter auf die Palme bringen). So oder so - ohne die neue Firma gäbe es die alte nicht mehr. Nachdem dort aber inzwischen wieder so etwas wie Strategie zu erkennen ist, sollten wir der Firma nun auch etwas Zeit geben. Wer allerdings glaubt(e) Märklin-Alt würde wieder entstehen liegt nicht nur falsch. Es würde nämlich das endgültige Ende bedeuten. Und die Preise müssen runter, sonst geht es nicht. Wir selbst kaufen doch bei CONRAD und haben uns über Märklinmodelle weit im vierstelligen Eurobereich aufgeregt. Und wenn die Firma nur als Billiganbieter überlebt? Na und? Wollen wir wetten, dass zwei andere hinten dran stehen und evtl. Lücken ausfüllen. Sind wir doch mal ehrlich: Der Markt hat doch inzwischen eine große Breite, wo jeder seinen Detailierungswunsch und seine Technik für seinen Geldbeutel findet. Ich verstehe nicht, dass man das ganze immer noch so auf einzelne (alte) Firmennamen, wie Märklin oder z.B. auch ARNOLD fokussiert. Die Zeiten, wo ein Firmenname Gewähr für einen Fertigungsstandard waren gehen eh langsam zu Ende. Wir werden zukünftig tatsächlich jedes Modell einzeln bewerten müssen. Gruß Bernd
Mann, hab ich Zeit heute... Jetzt aber Kehrwoche )

Beitrag editiert am 17. 03. 2007 13:15.
@11 Jens
> dass die meisten Deutschen bspw. ihren Kaffee nur deshalb so günstig erwerben können, weil die "Kaffeekonzerne" aufgrund ihrer Macht die Kaffeeanbauer irgendwo weit weg von Deutschland menschenunwürdig entlohnen, beschwert sich keiner.

Falsch! Es gibt Fair-Trade-Label, die dafür sorgen, dass die Menschen an den Produktionsstandorten fair entlohnt werden. (Honig, Bananen, Kaffee, Schokolade, Rosen, Baumwolle... es werden immer mehr) Der Mehrpreis dieser Produkte beträgt weniger als 10%.

Günter (Nr.9) hat recht: Ein DVD-Plärr für 33 Euro ist nicht mehr wert. Nur: Das Gerät das 100 Euro kost und einen Markenkleber drauf hat, ist auch nicht mehr wert, bzw. die Arbeiter werden genau so schlecht entlöhnt... Bei einem teureren Gerät landet der "Mehrwert" im Sack der Mänäger.

Felix


Beitrag editiert am 17. 03. 2007 13:47.
Also Fair-Trade-Label sind eine gute Idee, wohl aber eher ein Tropfen auf den heißen Stein, mal abgesehen von der nicht ganz unproblematischen Frage danach, wer eigentlich die fairen Preise bestimmt.

zu Nr. 12:
Ein Manager muss eben nicht alles wissen, das ist ja gerade der Vorteil (und halt manchmal auch der Nachteil) der hierarchischen Arbeitsorganisation. Und ein Manager, der 24 Stunden/Tag Maschinenlaufzeit einplant, ist halt genauso verblödet, wie jemand, der denkt, dass er mit einer 35-Stunden Woche und 6 Wochen Urlaub im Jahr in Deutschland mehr als doppelt oder dreimal soviel verdienen muss, wie seine ungarische Konkurrenz (bei gleicher Produktivität).

Was ich damit meine ist, dass Manager zwar oft als Sündenbock herhalten müssen, nicht immer aber auch die Verursacher der Probleme sind.

MfG

Jens

Beitrag editiert am 17. 03. 2007 16:27.
Hallo!
Ist jetzt etwas OT aber ich habe mir vor etwa 3 Jahren ein Autoradio für 295 gekauft.Marke Blaupunkt,jetzt  hat es den Geist aufgegeben.Hätte ich mir ein Gerät für weniger als 100 von einer NoName Fa.gekauft hätte es genauso lange gehalten.Beispiele könnte ich noch weitere bringen.Von "Markengeräten"habe ich die Nase voll.Das gleiche ist mit Märklin.Sitzen auf dem hohen Ross und verlangen Mondpreise,für was denn???Qualität bleibt auf der Strecke.Da braucht man sich nicht wundern wenn es mal so traurig endet.
Gruss Rudi.

Beitrag editiert am 17. 03. 2007 16:44.
Jens,
auch wenn ich von den ' höchststudierten ' spreche, heißt das nicht automatisch, das ich von einer verstandsmäßig minderbemittelten Kaste spreche !!
Obwohl in der Managementebene mittlerweile eine besondere Häufung dieses Menschenschlages vorzufinden ist!
Wer allerdings die Tatsache

"Man muss nichts wissen und nichts können, man muss nur die richtigen Leute kennen."

mit den Worten kommentiert:

>
Wer so redet, diskreditiert sich selbst.
<

hat etwas nicht verstanden, oder ist lernresistent, vielleicht noch zu jung oder ein Manager, der nie einen Posten im Ausland bekommen wird. Oder, wenn es ganz dicke kommt: er ist Politiker !!!

Jens, ich kann dir sagen, das 60% aller deutschen Haushalte von den Leuten besser und langfristig betrachtet geführt werden als 85% aller deutschen Firmen!

Und deine Äußerung mit dem Kaffee haut schlichteweg dem Fass den Boden aus!! Ist das Wunschdenken von dir oder lebst du auf einem anderen Stern?

@Felix #14
schlimm ist, das der DVD-Player für 100€ oftmals den gleichen Inhalt trägt wie der für 33€ .
Wobei 100€ nicht die oberste Grenze ist ...........
Ansonsten stimme ich dir zu.

Gruß an euch alle,
Günter
@11:
>> Getreu dem Motto: Vorteile aus dem Welthandel gerne, Nachteile aber bitte nicht.

Das gilt aber genauso für die Industrie, nicht nur für den Konsumenten !!

Da soll von globaler Produktion profitiert werden, die Märkte aber sollen möglichst national gehalten werden. Damit bloß nicht die Preise in einzelnen Ländern kaputtgemacht werden (schönes Beispiel in Deutschland: Überteuerte Arzneiprodukte.)

Oder was war mit VW, die ihre Vertreter u.a. in den Niederlanden drangsaliert haben, keine Autos an Deutsche zu verkaufen.  Die 150 Millionen Euro Strafgeld waren noch viel zu wenig...

MfG,
Till
Günter,

ich weiss zwar nicht, woher Du Deine Daten beziehst, aber auf Dich kann jeder Statistiker neidisch sein ;)

Und was ist an der Äußerung mit dem Kaffee bodenausschlagend? Das ist kein Wunschdenken, sondern eine schlichte Feststellung, dass wir hier von der Marktmacht unserer Kaffeekonzerne profitieren. Aber das Vereinnahmen von Vorteilen (Bsp. Kaffee) und im Austausch dazu die Hinnahme von Nachteilen (bspw. Aufgabe der Subventionierung der europäischen Landwirtschaft) ist halt unangenehm.

Zu Nr. 18:
Da stimme ich voll überein, solches Verhalten (VW, Pharmaindustrie) ist verachtungswürdig, genauso wie bspw. die Preisgestaltung in der deutschen Energiebranche oder das z.B. Frankreich seinen Energiemarkt gegenüber ausländischen Anbietern abzuschotten versucht.

Um dem Rahmen zur Moba wieder zu spannen: genauso ist es verachtungswürdig, wenn Moba-Hersteller UVPs vorgeben und durch Druck über Vertrieb oder sonstwas versuchen, eine freie Preisbildung zu verhindern.

MfG

Jens


Jens,

bevor du über die Energiebranche meckerst, informier dich mal wie der Preis den du zahlst zusammengesetzt ist.

Grüße
Roberto
Das Problem mit dem Kaffee (und mit anderen "tropischen" Produkten) ist, dass Grosskonzerne Verträge mit Regierungen haben, und auch auch in der Lage sind, Schmiergelder zu bezahlen. Chiquita hat momentan Probleme, da sie diese Zahlungen an die falschen Leute geleistet haben. Auch der Bananekrieg zwischen USA und EU ging auf Chiquita zurück, da sie sich bei der US Regierung beschwerten, dass die zollfreie Bananeneinfuhr aus den französischen Kolonien im Pazifik sie in die Pleite führten. Die Burschen haben einfach zuviel Macht.

Hier kommen nun die "alternativen" Anbauer. diese sind zumeist non-Profit Genossenschaften, die natürlich nicht in der Lage sind, diese Bestechungsgelder zu bezahlen, und deshalb nicht gerne gesehen sind. Im guatemalischen Bürgerkrieg waren diese Produzenten oftmals das Opfer (will man zynisch sein, frage man sich jetzt "warum"?).
Die Anbauer haben ein gewisses Einkommen, da sie nicht so sehr unter dem Druck der Konzerne stehen. Die Vertreiber im "Westen" machen natürlich ihren Schnitt, aber die Gewinne sind nicht so obszön, wie die von Tschibo oder Eduscho, oder Chiquita.

Man kann als Konsument sehr wohl etwas tun, die menschenunwürdigen Bedingungen abzuschaffen: Kauft nur Produkte, die euch ruhig schlafen lassen (wenn's euch überhaupt interessiert).

Umweltschutz in China? Wir haben hier Smogwarnung wg. Partikeln die von Südostasien kommen (3000km weg von hier)

gekommene Grüsse,
Claus
@11
"Ein Manager muss nun mal nicht wissen, wo die heisse bzw. kalte Seite eines Lötkolbens ist, dafür gibt es schließlich die Person, die mit dem Lötkolben arbeitet (und entsprechend dieser Qualifikation entlohnt wird)."

Ich denke, diese Sichtweise ist es, die uns in vielen großen Unternehmen die vielen Probleme beschert. (Ich glaubte immer, dass man von dem, was man tut, etwas verstehen müsse, was meinen früheren Chef zu der Bemerkung veranlasste: Hören Sie auf damit, Wissen behindert den Verkauf). Dabei gäbe es viele dieser Unternehmen überhaupt nicht, wenn deren Gründer (die noch echte Unternehmer waren) im übertragenen Sinne nicht mit dem Lötkolben hätten hantieren können. Oder glaubst Du, dass z. B. Werner v. Siemens als Manager gestartet ist? Nein, er verstand vor allen Dingen etwas von dem, was später sein Unternehmen ausmachte.

Ich jedenfalls unterscheide strikt zwischen echten Unternehmern und Managern. Zu letzteren zähle ich diejenigen, die bei ihrem Wirken kein Risiko tragen, hohe Gewinne (in Form ihrer Gehälter) kassieren und bei Mißerfolg gehen und andere die Zeche zahlen lassen. Oder hast Du schon je davon gehört, dass ein Missmanager persönlich pleite ging?

Für mich macht - bis jetzt - genau das den Unterschied zwischen Märklin und Fleischmann aus. Bleibt zu hoffen, dass solide Unternehmer nicht den "Heuschrecken" zum Opfer fallen; ob das bei Märklin der Fall sein wird, bleibt abzuwarten.

Gruß
K.U.Müller
zu Nr. 20:

Hallo Roberto,

keine Sorge, über die Strompreisbildung der Konzerne bin ich ausreichend informiert und ich kann Dir versichern, dass die mit freier Preisbildung de facto nichts zu tun hat. Dass das nach außen hin natürlich anders kommuniziert wird, ist aus Sicht der Stromversorger nachvollziehbar.

Und zum Thema Märklin meine ganz persönliche Meinung als Außenstehender: vielleicht erkennt Kingsbridge irgendwann mal das wahre Potential der Marke MTX im N-Bereich (nicht nur auf Europa bezogen). Wenn man gewisse hier im Forum oft diskutierte Mängel reduziert, gleichzeitig aber weiter das (aus meiner Sicht) durchaus attraktive Produktangebot ausbaut, steht einer positiven Zukunft von MTX und damit auch der überwiegenden Anzahl inländischer Arbeitsplätze nichts entgegen.

MfG und schönen Sonntag

Jens
Wir sind doch selber Schuld. In keinem anderen Land ist die "Geiz ist Geil" Mentalität so groß wie bei uns. Statt Produkte aus deutscher Produktion zu kaufen, greift jeder nach dem billigsten und nicht nach dem Preiswertesten und das kommt derzeit aus Asien. Selbst stattliche Unternehmen und Einrichtungen verwenden keine deutschen Produkte mehr, siehe Postautos, etc. Wie also wollen wir deutsche Qualitätsarbeitsplätze erhalten, wenn wir nicht selber dafür sorgen?
@#24
Schlauberger!
Erkläre bitte, wie jemand sich deutsche Produkte seiner Begierde leisten soll, wenn er selbst mit jedem Pfennig rechnen muss.
Und auch: Nenne mir bitte ein einziges rein deutsches Produkt. Ich sage dir, du wirst keines finden.
Was auch schon vorher mal gesagt wurde: Warum soll ich für ein teueres mit deutschem wohlklingen Namen viel Geld abdrücken, wenn ich das gleiche Gerät in etwas anderem Design mit anderem Namen aber mit 100% gleichem Innenleben für 30% des Preises kaufen kann?
Was meinst du, wie der OEM-Markt boomt !

Grüße zum Sonntag
Günter
Hi Ihr,

ich kann das Wort Geiz ist Geil nicht mehr hören. Wenn dies so wäre müssten Firmen wie Saturn oder Media-Markt (ist der gleiche Konzern) schon lange Pleite sein, da diese Firmen zu 90% Listenpreise verlangen

Mit solchen Sprüchen soll uns nur erzählt werden - wie billig alles angeblich in D sein soll.

Wenn man die Preise in D sieht dann muß ich sagen - Viele Preise haben sich trotzt Globalisierung und Produktionsverlagerung ins Ausland verdoppelt. Dabei sinken die Löhne in D seit über 10 Jahren. Viele Bürger in unseren Land kämpfen bereits ums nackte überleben.

Ziel der Konzerne war und ist:

1., Auslagerung in Billigstandorte

2. keine eigene Produktion mehr ( Bekleidung usw.) Damit brauche ich mich um keine Umweltbestimmungen, Löhne, Kinderarbeit und so weiter kümmern . Oh ich habe einen Fußball für 1€ Lohnkosten ( da der billigste) der dann in D für 100€ verkauft wird fertigen lassen - Aber ich (der Konzern) wusste nichts von Kinderarbeit usw.

3. Anpassung der Löhne in D an China - Wenn eine Putzfrau in China für 50 Cent die Stunde arbeitet muß das auch in D möglich sein.

4. Kombilöhne in D - die Firmen stellen Leute für 1€uro die Stunde ein - den Rest soll der Steuerzahler zahlen.

5. Natürlich keine Steuern mehr zahlen.

Das alles werden wir, nach meiner Meinung, demnächt auch bei Märklin erleben.

Wenn diese Ziele jetzt bald Wirklichkeit sind - dann Gute Nacht D und die restliche westliche Welt.

Früher wäre keine Regierung auf die Idee gekommen zuzulassen, dass fast die kpl. Produktion in ein kommunistisches Land verlagert wird.

Demnächst werden wir noch die Schauffeln für unser eigenes Grab importieren müssen.

Sind wir langsam so verblödet (ganz vorne die westl. Regierungen) ?

Viele Sonntagsgrüße
Dieter Ludwig

PS: Wer meint eine Putzfrau oder einen Frisör für 1€ haben zu wollen, der sollte sein Haus in China bauen bzw. dorthin zum Frisör fiegen.
Ni Hao
@26 . "Anpassung der Löhne in D an China - Wenn eine Putzfrau in China für 50 Cent die Stunde arbeitet muß das auch in D möglich sein"--Also eins mal vorweg. Um gute qualifizierte Mitarbeiter zu bekommen in China....., denn die Arbeiten schon nach dem Westlichen Prinzip fuer US Dollar. ....
-"Wer meint eine Putzfrau oder einen Frisör für 1€ haben zu wollen, der sollte sein Haus in China bauen bzw. dorthin zum Frisör fiegen" Wuerdest du den Westlichen Frisoer nehmen fuer 20 Euro, nur weil er wella benutzt?Was soll der Schwachsinnige vergleich?
-Natürlich keine Steuern mehr zahlen---Wuerdest du doppelt Steuern zahlen??bestimmt nicht

Vielleicht solltet Ihr alle mal euren Neid und Hass gegen China ueberdenken, denn ihr seit es ja auch die alles billig haben wollt ...
Das schreibt einer der schon seit Jahren in China lebt und nicht nur weil der Geiz Geil ist...also hoert mal auf zu jammern und packt an----das ist das selbe jammern was ich jedesmal wenn ich in D bin zu hoeren bekomme und mir echt auf dem Sa.. geht. Oder geht doch mal im Ausland arbeiten..
Gruss
Marcus
Nur mal zum Vergleich:
-Mein Haus kostet hier 2000 Euro Miete und das ist nicht mal in Beijing/Shanghai/Guangzho
-Ein gutes Steak kostet auch um die 14 Euro falls es western food sein sollte.
-Sprit ist auch bei 50 Cent der Liter
-Lebensmittel kosten auch ein Vermoegen wenn sie aus D kommen
Mit anderen Worten es liegt an einem selber wieviel und was man ausgeben moechte..oder?
Bin ich am jammern...nein ganz und garnicht..weil ich es akzeptiere....weil dann ich ja wieder nach D kommen wo jeder mein jammern versteht = mit meinen Leidensgenossen
Gruss
Marcus
Hi Markus,

ich nehme alles zurück:

China - ist kein kommunistischer Staat bzw. eine Diktatur

In China gibt es keine Fabriken mit Kinderarbeit und Dumpinglöhnen

In China sind die Menschenrechte das höchste Gut und es gibt natürlich auch keine Zensur.

Und China ist natürlich das Hochlohnland auf dieser Welt

PS: Ich bin und war nie einen Neidisch auf seinen Lohn. -  Habe aber ein Problem damit wie unser Staat kaputt gemacht wird.

Viele Grüße
Dieter  
Dieter,
ich behaupte nicht das alles gut ist das mal vorweg.
Ich habe bisher noch nie Zensur hier erlebt wie zb. Bildschirmstoerungen oder anderes wie es haeufig berichtet wird und was ich haeufig gefragt bekomme
Ich kann dich ja gerne mal Einladen falls du in China bist (soll sehr beliebt sein fuer Urlauber aus aller Welt) und dann kannst du dir mit deinen eigenen Augen ein Vergleich/Bild machen. Wie gesagt ich mag es nicht wenn Leuten nur mit Verurteilen daher kommen, da man es so ja in vielen Zeitugen lesen kann wie schlecht doch dieses Land ist. Zur Politik moechte ich nur sagen das es wohl die einzige Moeglichkeit ist einen Staat solcher groesse zu regieren, im vergleich zu dem Kaperltheater mit der Deutschen Plotik wo auch immer gegeneinander gearbeitet wird und sich gegenseitig  die Schuld zu geschoben wird..
Viele Gruesse
Marcus
Hallo Marcus...

also, wenn mein bester Freund, übrigens ein Namensvetter von Dir (wenn auch mit k), nicht völligen Blödsinn erzählt, dann bist Du entweder Blind und Taub oder Du willst gar nicht sehen was in China passiert. Natürlich habe ich keine Erfahrungen gemacht, da ich dort nicht gelebt habe, aber bin doch aus erster Hand, eben durch Markus und auch seine chinesische Frau, darüber informiert. Wenn man mitbekommt wie zB im Internet regelmässig nach irgendwelchen Unglücken bestimmte Nachrichtenseiten mit einmal nicht mehr erreichbar sind und Informationen über die inländischen (chinesischen) Medien verfälscht oder gar nicht gesendet werden kann man ja nun sehr wohl von Zensur sprechen. Oder wie würdest Du so etwas nennen. Die Beiden sind nicht einfach so nach Deutschland gezogen und haben China verlassen...

Zudem ist es ja nun auch so das es in China eine systematische Ausbeutung von billigen Arbeitskräften gibt und der chinesische Staat nicht wirklich daran interessiert ist etwas dagegen zu unternehmen, auch wenn dies (natürlich) in der Öffentlichkeit anders dargestellt wird. Die Heere der Wanderarbeiter sind nun einmal ein großes Problem. Sie sind nicht gemeldet und haben auch keine großartigen Rechte in den Städten.
Das größte Problem das auf China in den nächsten Jahren zukommt ist eigentlich das Gravierenste... Die Überalterung in China!!! Durch die 1 Kind-Politik in China steht man jetzt vor dem großen Problem das es bis heute in China eigentlich kein Sozialsystem gibt. Die bisherige Versorgung der Älteren durch Ihre Familien wird nicht mehr funktionieren. Das sind Probleme über die weder hier im Westen noch in China bisher wirklich mal jemand nachdenkt...
Ich denke das wird noch einen großen Knall geben. Vielleicht früher oder später, aber kommen wird er...

Grüße, Sven
Hi Sven,

was soll ich sagen...bin nicht blind/habe auch eine Chinesische Frau/arbeite seit 7 Jahren hier/weiss das es auch nicht so gute Sachen hier gibt...Ich sage ja nicht das alles gut ist hier, aberwarum hoert man eigenmtlich nur negatives? Deswegen habe ich ja auf Dieters posting geantwortet.Also dioe ein Kind Problematik ist nicht so richtig beschrieben!! Du kannst schon mehr haben, aber dafuer muss man einen betrag bezahlen um zu zeigen das mann das Kind auch grossziehen kann.Ist das so schlecht?? Internet muss ich sagen habe ich oder weder meine Frau noch nie Probleme gehabt...kann ich eigentlich nicht beurteilen das hier so zensiert ist
Unter dem Strich bleibt meine Antwort:
Wem es nicht gefaellt...mei wenti dann bleibe zu Hause
Er ist nicht zufaellig Fa Lun Gong verfallen dein Bekannter,oder??Wo lebt er denn?
Gruss mit einem Frieden

Marcus
@DLudwig: Ja, muß man sagen: das Land waird kaputtgemacht von einer Minderheit (nicht von China, sondern von einigen Entscheidern und vielen Unterlassern im okönomischen/politischen Betrieb hierzulande).

Letzten Endes wirkt sich das von der BWL* so propagierte "vernünftige Verhalten" dieser achso rationalen Marktteilnehmer als höchst unvernünftig aus.

[Polemik an]:
*BWL: die wissenschaftliche Veredelung der menschlichen Niedertracht.
[Polemik aus]

Beitrag editiert am 18. 03. 2007 16:44.
http://www.wuv.de/news/unternehmen/meldungen/2007/03/57577/index.php
http://www.wendlinger-zeitung.de/?action=shownews&id=737524

So sieht dann also die Planung aus.......
Grüße,
Günter

Nachtrag:
Vielleicht wird Märklins ICE dann tatsächlich dort gefertigt, wo der von PIKO auch herkommt

)

Beitrag editiert am 19. 03. 2007 17:50.
Noch' n Gedicht:

http://www.suedwest-aktiv.de/region/nwz/goeppin...779b03c71d26153396bf

So so, "als die Sache zum ersten Male ins Gespräch kam, habe die Kalkulation noch ganz anders ausgesehen ......."

Das errinnert mich an meine Volksschulzeit in den frühen 60er Jahren nach einer Mathe-Arbeit: exrtremst euphorisch, der absolute Hit schlechthin. Dann das bittere Erwachen wegens Nichtbeherschung der Grundrechenarten !

Nun, damals war man der Klassenkasper und trug zur allgemeinen Belustigung enorm bei. Heute wird mit Existenzen gespielt ................

Wann haut endlich mal einer diesen Brüdern ordentlich eines auf die Omme ????

Grüßend,
Günter


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