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THEMA: dampflok verkehrt ???

THEMA: dampflok verkehrt ???
Startbeitrag
christian aus wien [Gast] - 14.06.03 16:07
hallo aN alle!

ich habe mal eine frage zu dampflokomotiven. beim lesen des eisenbahnkurier 06/2003 gibt es (wieder einmal) ein photo einer dampflok mt 4 personenwagen, bei der die ziehende dampflok (lt. rauchfahne) "falsch" bzw. "verkehrt" fährt (seite 71, bild nahe freudenstadt mit viadukt, T18).
welche betrieblichen situationen führten zu so einer kombination ? wieso wurden dampfloks so eingesetzt. wurden z.B. dampflokomotiven auch am ende des zuges "verkehrt" eingesetzt ? ich nehme an, dass loks mit kohlentender so NICHT geführt wurden, oder ?
vielen dank aN Euch und schönes wochenende!

christian aus wien

Soviel ich gelesen habe, wurden Tenderloks dann mit Rauchkammer vor Zug eingesetzt, wenn es am Endbahnhof keine Drehscheibe gab. Die meisten Tenderloks haben sowieso bei Vorwärts- und Rückwärtsfahrt die gleich zugelassenen Höchstgeschwindigkeit. Ich habe allerdings auch schon ein Foto gesehen, bei dem eine BR50 so angekuppelt war, übrigens wegen des gleichen Grundes, obwohl sie bei Rückwärtsfahrt nur eine zugelassene Geschwindigkeit von 50 km´/h hat. Da es sich in dem Falle aber um einen Güterzug handelte, war das nicht tragisch, da die Geschwindigkeit dieser normalen Güterzüge damals ohnehin nicht hoch war. Bei 80 km/h sprach man nämlich schon von einem Eilgüterzug.
Reinhard, der dies alles mal irgendwo gelesen hat
@Christian, ich bin zwar kein Experte aber die Erklärung dürfte in etwa so sein: Steuerwagen waren damals selten, und Loks die damit gesteuert werden konnten auch.
Die Lok zog ganz normal (Schornstein voraus) ihren Zug von A nach B. In B gibt es keine Wendemöglichkeit (Drehscheibe, Gleisdreieck) sondern nur mind. 2 Weichen. Die Lok kuppelt ab und fährt über die 2 Weichen am Zug vorbei an das andere Ende und kuppelt dort "falschrum", also mit der Schornsteinseite wieder an.
Das gabs nicht nur mit Tenderloks wie der T 18 sondern auch mit Schlepptenderloks wie der pr. P 8 und der BR 50.
Auch könnten die evtl. vorhandenen Drehscheiben außer Betrieb oder zu klein sein.
Gruß, Reiner
Hallo,

stimmt alles, bei kleinen Nebenbahnen war das Höchsttempo sowieso meist nur 40 km/h, sodass das keine Rolle spielte.
Steuerwagen kamen  erst Ende der 60er auf, es wurden einige Dampfloks auf die Hagenuk-Fernsteuerung umgebaut, bei der der Heizer dann alleine in der Lok war... der Lokführer war im Steuerwagen.

Ansonsten wurde die Lok umgesetzt (kann man noch täglich in Kühlungsborn oder Bad Doberan bei der "Molli" sehen).

Peter A.
Die Erklärung ist ganz einfach:
Tenderdampfloks fürfen in beide Richtungen gleich schnell fahren, auch wenn die Vorwärtsfahrt etwas angenehmer für das Lokpersonal ist.
Wenn keine Drehscheibe vorhanden ist, entfällt das Drehen ohnehin.
Schlepptenderloks dürfen häufig rückwärts nur deutlich langsamer als vorwärts fahren:
Br.01: 130/50 kmh
Br.44: 80/50 kmh
Br.23:  110/85 kmh
Br 41:  110/80 kmh
Es gab aber auch Ausnahmen:
Br 50:  80/80 kmh
Deshalb wurden Schlepptenderloks wann immer möglich vorwärts fahrend eingesetzt
Grüße
Klaus
@ ivaralex,
die BR 50 konnte Vor-wie Rückwärts mit 80 km/h fahren. Diesen Umstand verdankt diese Universaleinheitslok auch ihr große Einsatzmöglichkeiten. Ich habe noch in den frühen siebziger die BR 50 auf der Strcke zwischen Gießen und Koblenz im Einsatz erlebt. Egal ob vor oder Rückwärts, galt Tempo 80.
H-W
Seit einigen Jahren dürfen Schlepptenderloks generell mit Tempo 80 Tender voraus verkehren. Der Grund dafür ist die geringere Bertriebsbehinderung und die Tatsache, dass das Lokpersonal nicht tagtäglich unter diesen Bedingungen arbeiten muss.

Gruß, Volker
Hallo,

was hier über Dampfloks teilweise zusammengekrakelt wird ist ja echt abenteuerlich
Wie schnell eine Schlepptenderdampflok rückwärts fahren durfte hängt nicht davon ab wie lange das Personal damit unterwegs ist (so ein Schwachsinn) sondern von der Tenderbauart, denn er muß als 1. Fahrzeug in der Lage sein Führungskräfte im Gleis zu übernehmen. Das ist auch der Grund, daß es die P8 (BR38) als Wendezuglok nur mit Wannentender gab, denn dieser war a) in der Lage die erforderlichen Führungskräfte zu übernehmen, b) massenhaft in relativ gutem Zustand vorhanden (von abgängigen Loks der BR42/52)
Steuerwagen gab es damals überhaupt nicht für Dampfloks, diese kamen erst nach dem Krieg (von Sonderlösungen mal abgesehen z.B. LBE mit Dosto und MickyMaus) und waren bei der DB nur in folgenden Baureihen vertreten:
23 - 38 mit Wannentender - 65 - 78

Tenderloks hatten in der Regel vorwärts wie rückwärts die selbe Höchstgeschwindigkeit (Ausnahmen gab es auch hier)

Folgende Tender lassen als V/max bei Rückwärtsfahrt zu:

50km/h:
2´2T30/2´2´T32/2´2´T34/2´3T38/2´2´T40
gekuppelt mit Baureihen:
01/01.5/01.10/03/03.10/05/10/41/43/44

80km/h
2´2´T26/2´2´T28/2´2´T30Wanne
gekuppelt mit Baureihe
23.10(35.10)/42/50/50.35/50.40/52/52.80

85km/h
2´2´T31
BR23 der DB

Länderbahn-Schlepptenderloks hatten teilweise weniger als 50km/h bei Rückwärtsfahrt.

Heute dürfen alle Schlepptenderloks nach EBA-Vorschrift nur noch 50km/h rückwärts fahren !!!!

-=K=-
Hallo Freunde !
Wie herum Dampfloks an einen Zug gekuppelt werden, hängt auch von der  Topographie der Fahrstrecke ab. Ein Streckenstück mit einer Steigung  sollte eine Dampflok nur mit Rauchkammer voraus befahren, damit gewährleistet wird, daß in der Steigung, also bei Schieflage der Lok, immer genügend Wasser über der Decke der Feuerbüchse liegt, damit die Feuerbüchsdecke nicht ausglüht. Das Ergebnis wäre eine Kesselexplosion. Analog gilt das Gleiche für ein Gefälle. Da eine Dampflok schneller Wasser säuft als unsereiner Bier, kann es auf Steigungsstrecken schon bald zu Wassermangel im Tender kommen. Außerdem ist es für den Heizer nicht unbedingt ratsam, den Dampfdruck im Kessel durch Kaltwassereinspeisung zu vermindern, wenn in der Steigung ohnehin Dampfdruck benötigt wird. Ich empfehle Interessierten die Betriebsvorschriften der DRG zur Lektüre oder das Buch " Die Dampflok im Betrieb" aus der Eisenbahnlehrbücherei der DB.
MfG
Herbert
@ Klaus: Wer kritisieren meint zu müssen, der sollt' es wirklich besser wissen

Richtig ist, dass 2- und 3-achsige Tender nicht über ausreichende Führungseigenschaften verfügen, um Rückwärts schneller als 50 km/h laufen zu dürfen. Bei 4- und 5-achsigen Tendern war es ausschließlich durch die Bauart des Führerhauses, bzw die Ausbildung der Tenderrückwand bedingt, welch Hg rückwäts zulässig war. Hier galt, bei hinten offenem Führerhaus Hg 50 km/h. Dies hatte durchaus arbeitsmedizinische Gründe, denn ein Lokführer oder Heizer, der regelmäßig in solch ungeschützter Weise dem Fahrtwind bei höheren Geschwindigkeiten ausgesetzt ist, insbesondere bei ungemütlicher Witterung, wird schnell (dauerhafte) Gesundheitsschäden erleiden, also nix mit abenteuerlich.

Eine EBA-Verfügung, dass Schlepptenderloks rückwärts nurmehr mit 50 km/h fahren dürfen, ist mir nicht bekannt, wohl aber eine EBA-Verfügung, die die Hg rückwärts auf  80 km/h anhebt, wenn bestimmte Voraussetzungen (Führungseigenschaften, Ausrüstung der Loks mit Indusi für beide Fahrtrichtung, etc.) erfüllt sind.

Ansonsten bitte nicht in den MIBA-Forums-Ton verfallen, es ist nicht jeder Experte, auch nicht jeder der hier andere Beiträge kritisiert.

Gruß, Volker
@Volker
Habe ich Dich kritisiert????
ist mir nicht aufgefallen
Klaus
@ Klaus: Entschuldigung, vertippt (oder verlesen), ich hatte =K= gemeint nicht Dich!


Nix für Ungut, Volker
@Volker

Das mit den Höchstgeschwindigkeiten steht in schlauen Büchern der DB, DR und DRG und da geht es ausschließlich um technische Dinge und dort ist erklärt, warum die V/max bei 50km/h liegt, am Wohlwollen der Verwaltung gegenüber dem Personal lag es jedenfalls nicht.
Die Verringerung der V/max auf 50km/h bei Wannentendern ist eine Verfügung des EBA, so wurde es mir von mehreren heutigen Dampflokführern erklärt.

@Klaus,

das mit dem Berg und Steigungen gilt aber nur für längere bzw. dauernde Steigungsabschnitte oder hast Du schonmal Dampfloks gesehen, die extra gedreht wurden wenn es mal ein Stück bergab ging ?

-=K=-


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