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THEMA: Grundsatzfrage

THEMA: Grundsatzfrage
Startbeitrag
Christian [Gast] - 14.05.03 15:18
Hallo zusammen,

auf http://www.luciusnet.de/private/fjl51/index.html
lese ich:

"Ein durch Lokdecoder angesteuerter Motor verschleißt nach glaubwürdigen Berichten bis zu zehnmal schneller als ein analog angesteuerter."

Hat jemand von Euch schon Erfahrungen in diese Richtung gemacht? Gibt es da Unterschiede zwischen SX und DCC (immerhin ist die Spannung bei SX höher)? Wäre dem tatsächlich so, wären meine Loks alle schon hinüber. Aber vielleicht habe ich nur Glück.
Eure Meinung würde mich sehr interessieren.
Vielen Dank!

Christian

Hallo alle miteinander,

der Christian über mir bin nicht ich!



Gruß

Christian
Ja, ich binb vorsichtig, wenn es um "glaubwürdige" Berichte geht, diese aber nicht mit Quelle angegeben werden.
Die Frage ist auch, ob solche empirisch erfassten Daten auch einer Überprüfung standhalten. Eigentlich müsste man die gleich Lok unter den Gleiche Bedingungen nochmal analog "zu Schrott fahren", um die Aussage zu überprüfen. Nun kann ein Motor aus vielen Gründen sterben: Kohle/Kollektor runter, Überlast mit Überhitzung, Lagerschaden, Gietriebeschaden, Schmutz/Fett/Öl, Materialfehler und was weis ich.
Die G+H Steuerungen sind auch nix anderes als ein geregelter Lokdecoder, daher sollten auch hier die Loks kürzer leben.
Vielleicht liegt es auch daran, dass jemand weniger digitale Loks als analoge hat und ein Ausfall viel früher auffällt. Schließlich ist dann die Laufleistung pro Tfz höher.
Sicher sind moderne Decoder mit 32 kHz Ansteuerung und parametrisierbarer Regelung nicht schädlicher als ein Fahrpult mit Impulsbreitensteuerung und Regelung, da das Motorsignal durchaus vergelichbar ist.

Edward
wenn dem so wäre oder ist, müßten die Hersteller eigentlich alle Analogloks aus dem Programm nehmen und nur noch Digiloks verhökern. So könnten sie ja viel schneller Ersatz liefern. Da müßte ich Analogi ja schnell noch beim Lokkauf zuschlagen
H-W
Ich würde mich freuen, wenn hier mal jemand, der sich wirklich auskennt, die Frage klärt.

Ich kenne das von den EMS-Loks, die ständig herumgefiept haben. Also liegt auch ständig Spannung an während eine Analoglok Ruhepausen geniesst. Ob sich die frequente Spannung jetzt auf die Lebensdauer auswirkt, interessiert mich. Der Motor kriegt doch im Fahrbetrieb durch die Spitzen jedesmal eine gepatscht während sie im Analogbetrieb konstant entsprechend der Reglerstellung bleibt.

Es geht mir nicht um Pro oder Contra, sondern um das Funktionsprinzip und die Auswirkungen.

Gruss
Cox
@Cox:
ich habe mich mal intensiv mit dem Eigenbau von Impulsbreiten geregelten Gleichstrommotoren befasst:
Es ist schon so, dass bei der Impulsbreitensteuerung dauernd eine Spannung am Motor liegt. Wenn die 'Geschwindigkeit' hochgefahren wird, werden die Abstaende zwischen den Impulsen kleiner, die Leistung (I x A) steigt somit an. Bei voller Geschwindigkeit werden die Abstaende praktisch 0, sodass der Motor (=die Wicklung) die volle Leistung verkraften muss.
Beim Analogbetrieb folgt die Leistung der Spannung: bei Stillstand liegt auch keine Spannung an uns somit wird die Wicklung auch nicht belastet.....
Uff, so etwa war's...
Sepp
Im Punkt davor steht:

# Ein Mischbetrieb digital und analog angesteuerter Loks ist  hingegen generell nicht möglich, da Lokdecoder ständig mit Strom gespeist werden müssen, während analoge Loks nur bei ausgeschaltetem Strom anhalten.

Ist das aus gleicher glaubwürdiger Quelle? Nicht dass ich einen Mischbetrieb für gut halte, aber es ist "generell möglich"

Im Club haben wir öfters Ausstellungsbetrieb. Alles digital, Motoren (das meiste ist KATO, dazu GFN und ein wenig Arnold) sind uns noch keine abgeraucht. Dagegen sind Arnoldzahnräder gebrochen und Stromabnahmeschleiferchen bei einem ganz üblen Kurzen verkohlt.
@ Sepp,
das habe ich nicht gewusst. Ich dachte, die Frequenz wäre konstant, aber nach Deiner Aussage ist die Spannung bei der Fahrt also "glatt"?

Gruss
Cox
Ich glaube das Thema hatten wir schon einmal, als resumee wurde festgestellt, dass der Motor im allgemeinen nicht das schwächste Glied, obwohl er einer höheren Belastung ausgestzt ist und eher das Getrieb "hinüber" ist.

HeNdrik
Hallo,

also ein gemischter Betrieb wie er bei DCC funktionieren soll(te) wird sogar von den MoBa-Herstellern nicht empfohlen - ich glaube Roco hat sogar mal davor gewarnt.

Bei Sx funzt das sowieso nicht. Da müssen alles Loks digitalisiert sein.
Bei Sx habe ich herausgefunden, dass die älteren Trix-Motoren bei Digital mehr "Kohle fressen", jedoch die neuen Motoren ganz normal laufen. Haben andere im Forum andere Erfahrungen?

Peter A.
Hallo,

Wird der Motor mit Impulsen angesteuert, sind dieses meist Impulse mit Maximal-Spannung.(manche Digitalsysteme haben eine für N Fahrzeuge unnötig hohe Gleisspannung, die zusätzlich die Motoren belastet)
Ein sich drehender Motor produziert eine der Drehzahl proportionale Spannung. Die Differenz zwischen dieser Spannung und der Spannung am Gleis treibt den Strom durch den Motor. Bei niedriegen Drehzahlen ist im Impulsbetrieb die Differenz (wärend des Impulses) sehr groß. Insbesondere der Kommutator (da wo die Kohlen drauf laufen) bekommt dieses zu spühren mit stärkerer Funkenbildung -> mehr Verschleiß.
Im analogen Betrieb liegt die Gleisspannung nur wenig über der vom Motor produzierten Spannung und somit ist die Differenz relativ gering.
Je schneller gefahren wird, desto geringer sollten die unterschiede sein zwischen Impuls- und Gleichstrom Ansteuerung.
Die Frequenz spielt bei der Impulsansteuerung folgende Rolle:
Der Motor stellt mit seinen Wicklungen eine Spule dar. Deren wirksamer elektrischer Widerstand ist abhängig von der Frequenz. Je höher die Frequenz wird desto größer wird der Widerstand. Das bedeutet, die Spulenwirkung reduziert den möglichen Stromfluß und somit kann der Kommutator des Motors geschont werden.
Durch diese Spulenwirkung sieht der Motor auch keine rechteckigen Impulse sondern mehr oder weniger stark abgerundete Impulse.
Da Glockenankermotoren aufgrund ihres Aufbaus nur eine geringe Spulenwirkung haben, ist eine höherfrequente Ansteuerung nötig um den Verschleiß am Kommutator im zulässigen/gewünschten Rahmen zu haben. (16-32 kHz sind ratsam - auch schon aus akustischen Gründen, damit man die Impulsanregung nicht hört)

JEns


Hallo Christian,

frag doch mal beim "Modulbau Team Köln Bonn" nach deren Erfahrungen. Die fahren meines Wissen ausschließlich digital mit Selectrix.

http://www.wienzirz.de

Gruß Holger


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