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THEMA: Zugerkennung mit RFID-Leser
THEMA: Zugerkennung mit RFID-Leser
miloy - 23.12.05 01:56
Hallo,
vor weit mehr als einem Jahr wurde hier im Forum die Verwendung von RFID-Lesern und Transpondern zur Zugerkennung diskutiert. Inzwischen sind die Preise für die Bauteile kräftig gepurzelt (Leser bei C... 29,95, Transponder zumTeil unter 1 Euro) und als Chip (125khz) auch schon im N-Format mit 13 mm gesehen (leider ohne Preisangabe). Da ich meine Anlage digitalisieren will und als Zentraleinheit den DDL-Linux-Server verwenden will, denke ich dass für die Rückmeldung kein Weg an S88 vorbei geht. Deshalb meine Frage an die Elektroniker: Wie kriege ich die Daten aus dem Lesegerät mit TTL-Schnittstelle (was der Leser ausgibt ist dokumentiert) auf den S88-Bus. Irgendwo habe ich gelesen, dass auch die S88-Module TTL als Schnittstelle verwenden. Aber sicher will der S88-Bus die Daten in irgendeiner Norm haben oder gibt er sie nur roh an die parallele Schnittstelle weiter?
Ist ggf ein Anschluss an die serielle Schnittstelle des PC und eine Übergabe der Daten per Software an den DDL-Server einfacher?. Hier schreckt mich derzeit noch das Bauen eines Wandlers von TTL zu RS232 ab.
Ziel meines Projekts ist ein stark automatisierter Zugverkehr mit festen Regeln (z.B. Regionalbahn muss warten, wenn ICE von hinten kommt). Das Lesegerät soll dabei an zentralen Stellen, überprüfen, ob sich die Züge noch da befinden, wo der Rechner sie vermutet und die Software des PCals Reaktion auf den Zug bezogene Schaltungen von Weichen und Signalen sowei Bremsmanöver veranlassen.
Bin dankbar für jeden Hinweis und konzeptionelle Verbesserungsvorschläge.
Michael
vor weit mehr als einem Jahr wurde hier im Forum die Verwendung von RFID-Lesern und Transpondern zur Zugerkennung diskutiert. Inzwischen sind die Preise für die Bauteile kräftig gepurzelt (Leser bei C... 29,95, Transponder zumTeil unter 1 Euro) und als Chip (125khz) auch schon im N-Format mit 13 mm gesehen (leider ohne Preisangabe). Da ich meine Anlage digitalisieren will und als Zentraleinheit den DDL-Linux-Server verwenden will, denke ich dass für die Rückmeldung kein Weg an S88 vorbei geht. Deshalb meine Frage an die Elektroniker: Wie kriege ich die Daten aus dem Lesegerät mit TTL-Schnittstelle (was der Leser ausgibt ist dokumentiert) auf den S88-Bus. Irgendwo habe ich gelesen, dass auch die S88-Module TTL als Schnittstelle verwenden. Aber sicher will der S88-Bus die Daten in irgendeiner Norm haben oder gibt er sie nur roh an die parallele Schnittstelle weiter?
Ist ggf ein Anschluss an die serielle Schnittstelle des PC und eine Übergabe der Daten per Software an den DDL-Server einfacher?. Hier schreckt mich derzeit noch das Bauen eines Wandlers von TTL zu RS232 ab.
Ziel meines Projekts ist ein stark automatisierter Zugverkehr mit festen Regeln (z.B. Regionalbahn muss warten, wenn ICE von hinten kommt). Das Lesegerät soll dabei an zentralen Stellen, überprüfen, ob sich die Züge noch da befinden, wo der Rechner sie vermutet und die Software des PCals Reaktion auf den Zug bezogene Schaltungen von Weichen und Signalen sowei Bremsmanöver veranlassen.
Bin dankbar für jeden Hinweis und konzeptionelle Verbesserungsvorschläge.
Michael
Hallo Michael,
ich fürchte Du weisst nicht so recht was TTL bedeutet...!?
Zum S88 Bus kann ich sagen: Dieser folgt überhaupt keiner Norm. Er wurde mit dem Arnold/Lenz/Märklin Digitalsystem (pre DCC) eingeführt und in das Märklin MM-System übernommen. Dabei handelt es sich im einer primitive serielle Synchronschnittstelle (eigentlich mit CMOS Pegel), die ein einfaches binäres Protokoll (Bit-Stream, kein Parity, kein CRC) und ein spezielles Hardware-Handshake fährt. Die binären Zustände der Eingänge werden gepollt. Dazu werden die Daten per Steuerleitung in den S88-Meldern zuerst gelatched und dann in einem Rutsch hereingetaktet.
Wie gibt denn der RFID Leser aus? Spricht das Ding irgendeine Art von Protokoll? Muss/kann man es pollen? Gibt es die Daten seriell oder parallel, synchron oder asynchron aus?
Grüße, Peter W.
ich fürchte Du weisst nicht so recht was TTL bedeutet...!?
Zum S88 Bus kann ich sagen: Dieser folgt überhaupt keiner Norm. Er wurde mit dem Arnold/Lenz/Märklin Digitalsystem (pre DCC) eingeführt und in das Märklin MM-System übernommen. Dabei handelt es sich im einer primitive serielle Synchronschnittstelle (eigentlich mit CMOS Pegel), die ein einfaches binäres Protokoll (Bit-Stream, kein Parity, kein CRC) und ein spezielles Hardware-Handshake fährt. Die binären Zustände der Eingänge werden gepollt. Dazu werden die Daten per Steuerleitung in den S88-Meldern zuerst gelatched und dann in einem Rutsch hereingetaktet.
Wie gibt denn der RFID Leser aus? Spricht das Ding irgendeine Art von Protokoll? Muss/kann man es pollen? Gibt es die Daten seriell oder parallel, synchron oder asynchron aus?
Grüße, Peter W.
ralfio [Gast] - 23.12.05 07:28
Hallo Michael,
die S88 können dir nur eine digitale Information reinsten Wassers anbieten: Kontakt belegt oder nicht. Weitergehende Informationen sind nicht möglich. Solltest du also Lesegeräte benutzen, musst du diese getrennt anschließen und in die Software einbinden.
Grüße
Ralf
die S88 können dir nur eine digitale Information reinsten Wassers anbieten: Kontakt belegt oder nicht. Weitergehende Informationen sind nicht möglich. Solltest du also Lesegeräte benutzen, musst du diese getrennt anschließen und in die Software einbinden.
Grüße
Ralf
Günter König - 23.12.05 08:11
Hallo Michael,
sieh dir bitte diese Seite mal an:
http://www.helmo.de/
hier gibt es grundlegende Informationen über die Funktionsweise und die Möglichkeiten, die ein solches System bietet.
Wie Ralf schon erwähnte, ist eine Anbindung an den S-88 Bus nicht möglich. Es muss also ein anderer Weg gewählt werden.
Die Entwicklung eines solchen Systems kostet sehr viel Zeit und Gehirnschmalz. Ich habe damit mal angefangen, bin aber über einem Teststadium nicht hinausgekommen. Wobei die Hardware problemlos arbeitete, allerdings haperte es dann bei der softwaremäßigen Einbindung in das Gesamtsystem.
Generell kann ich dir aber sagen:
Halte Abstand von dem 135KHz System!
Lesegeräte mit abgesetzter Antenne sind unbedingt den integrierten Lösungen vorzuziehen!
Die Wandlung eines TTL-Pegels in ein RS232 System ist an sich trivial. Aber ob sich RS232 eignet, Daten aus vielen Lesern Störungsfrei zu übertragen (in allen Belangen) muss bezweifelt werden. Hier ist RS485 aufgrund seiner Störfestigkeit auch bei größeren Kabellängen unbedingt vorzuziehen. Erst am Ende der Kette steht der Controller, der die Signale der Lesegeräte puffert (wichtig bei gleichzeitigen Meldungen), einen sinnvollen Datenstrom erzeugt und eine RS485 --> RS232 Wandlung durchführt. Dieser Controller stellt letztlich die Schnittstelle zwischen RFID-System und der verwendeten MoBa-Software (PC) dar.
Weitere Infos findest du (suchenderweise auf der Seite) auch hier:
http://www.mikrocontroller.net/forum/list-1-1.html
Da wurde schon mal was drüber geschrieben.
Ansonsten solltest du dich evt. mit der Fa. Helmo in Verbindung setzen wegen der Einbindung in deiner gewünschten Anwendung.
Auf jeden Fall ist dies ein Projekt, welches im Rahmen einer Neuentwicklung die Geldkatze eines Standard-MoBahners sprengen wird. Auch ist es fraglich, ob einem die entsprechenden Daten zur Einbindung in bestehende Steuerungsprogramme für die MoBa von den Herstellern zur Verfügung gestellt werden (siehe auch EU-Streit mit Micro-Soft).
Ich empfehle daher, ein fertiges System in Betracht zu ziehen.......
Gruß,
Günter
sieh dir bitte diese Seite mal an:
http://www.helmo.de/
hier gibt es grundlegende Informationen über die Funktionsweise und die Möglichkeiten, die ein solches System bietet.
Wie Ralf schon erwähnte, ist eine Anbindung an den S-88 Bus nicht möglich. Es muss also ein anderer Weg gewählt werden.
Die Entwicklung eines solchen Systems kostet sehr viel Zeit und Gehirnschmalz. Ich habe damit mal angefangen, bin aber über einem Teststadium nicht hinausgekommen. Wobei die Hardware problemlos arbeitete, allerdings haperte es dann bei der softwaremäßigen Einbindung in das Gesamtsystem.
Generell kann ich dir aber sagen:
Halte Abstand von dem 135KHz System!
Lesegeräte mit abgesetzter Antenne sind unbedingt den integrierten Lösungen vorzuziehen!
Die Wandlung eines TTL-Pegels in ein RS232 System ist an sich trivial. Aber ob sich RS232 eignet, Daten aus vielen Lesern Störungsfrei zu übertragen (in allen Belangen) muss bezweifelt werden. Hier ist RS485 aufgrund seiner Störfestigkeit auch bei größeren Kabellängen unbedingt vorzuziehen. Erst am Ende der Kette steht der Controller, der die Signale der Lesegeräte puffert (wichtig bei gleichzeitigen Meldungen), einen sinnvollen Datenstrom erzeugt und eine RS485 --> RS232 Wandlung durchführt. Dieser Controller stellt letztlich die Schnittstelle zwischen RFID-System und der verwendeten MoBa-Software (PC) dar.
Weitere Infos findest du (suchenderweise auf der Seite) auch hier:
http://www.mikrocontroller.net/forum/list-1-1.html
Da wurde schon mal was drüber geschrieben.
Ansonsten solltest du dich evt. mit der Fa. Helmo in Verbindung setzen wegen der Einbindung in deiner gewünschten Anwendung.
Auf jeden Fall ist dies ein Projekt, welches im Rahmen einer Neuentwicklung die Geldkatze eines Standard-MoBahners sprengen wird. Auch ist es fraglich, ob einem die entsprechenden Daten zur Einbindung in bestehende Steuerungsprogramme für die MoBa von den Herstellern zur Verfügung gestellt werden (siehe auch EU-Streit mit Micro-Soft).
Ich empfehle daher, ein fertiges System in Betracht zu ziehen.......
Gruß,
Günter
miloy [Gast] - 02.01.06 17:34
Hallo,
danke für die bisherigen Hinweise, die mir schon viel weiter geholfen haben. Also, mit S88 komme ich nicht weit, das scheint offenbar klar zu sein.
Nach dem Hinweis von Günther König habe ich mich auf die Suche nach Informationen über RS485 im Modellbahnbereich gemacht und bin in den Niederlanden fündig geworden. Dort haben Modellbahner ein Belegtmelde/Rückmeldesystem auf der Basis von RS485 entwickelt. (Link: http:www.miniware.nl - die Seite ist in deutsch geschrieben)
Da auch deren Entwicklungen für die Kommunikation mit DDL/DDW gebaut sind, werde ich mich dort voraussichtlich mit der Basishardware eindecken und versuchen, so ein RFID-Lesegrät in das Bus-System zu integrieren.
@ Günther König
Laut Beschreibung hat das Gerät eine separate Antenne. Wieso ist ein 125 Khz-System problematisch? Die mit höheren Frequenzen senden doch über mehrere Meter, die 30 bis 50 mm Reichweite eines 125Khz-Systems mit kleinen Transpondern sind doch für N völlig ausreichend.
Da ich mir sowieso in den Kopf gesetzt habe, einen webbasierten Client für meinen DDL-Server zu schreiben, ist die Einbindung in die Software sowieso "kein Problem" (theoretisch jedenfalls). Mein Client soll die Informationen der Rückmelder etc an den Schnittstellen auslesen und ggf mit SRCP-Befehlen an den DDL-Server drauf reagieren.
Vielleicht noch ein Hinweis zu meinem Konzept für den Client: Alle Daten über Weichen- und Signalzustände sowie Zugpositionen sollen in einer Datenbank gespeichert werden. Über ein in HTML geschriebenes Gleisbildstellpult, will ich die Anlage per Maus oder Touchscreen-Bildschirm steuern. Ändert sich auf der Anlage etwas, zum Beispiel ein Zugposition, wird dynamisch ein kleines Javascript erzeugt, dass die Objekte der HTML-Oberfläche anmiert/verschiebt. Auf dise Weise kann auf ein Reload des Gleisbildes verhindert werden. Und da sich in der Datenbank zugspezifische Werte wie Bremsverhalten, Privilegien auf der Strecke etc speichen lassen, soll der Client auch auf den Zug bezogene Befehle an das System geben.
Der Nachteil des Systems ist, dass die Zugpositionen theoretisch errechnet werden und bei Handbetrieb einzelner Loks, die Datenbank den Zug verfolgen muss. Um Fehlfahrten zu verhindern, sollen zwei bis vier RFID-Lesegeräte an zentralen Stellen immer wieder Wirklichkeit und Datenbank vergleichen und ggf. korrigieren.
Ich bin derzeit allerdings noch am planen und suchen.
Viele Grüße
Michael
danke für die bisherigen Hinweise, die mir schon viel weiter geholfen haben. Also, mit S88 komme ich nicht weit, das scheint offenbar klar zu sein.
Nach dem Hinweis von Günther König habe ich mich auf die Suche nach Informationen über RS485 im Modellbahnbereich gemacht und bin in den Niederlanden fündig geworden. Dort haben Modellbahner ein Belegtmelde/Rückmeldesystem auf der Basis von RS485 entwickelt. (Link: http:www.miniware.nl - die Seite ist in deutsch geschrieben)
Da auch deren Entwicklungen für die Kommunikation mit DDL/DDW gebaut sind, werde ich mich dort voraussichtlich mit der Basishardware eindecken und versuchen, so ein RFID-Lesegrät in das Bus-System zu integrieren.
@ Günther König
Laut Beschreibung hat das Gerät eine separate Antenne. Wieso ist ein 125 Khz-System problematisch? Die mit höheren Frequenzen senden doch über mehrere Meter, die 30 bis 50 mm Reichweite eines 125Khz-Systems mit kleinen Transpondern sind doch für N völlig ausreichend.
Da ich mir sowieso in den Kopf gesetzt habe, einen webbasierten Client für meinen DDL-Server zu schreiben, ist die Einbindung in die Software sowieso "kein Problem" (theoretisch jedenfalls). Mein Client soll die Informationen der Rückmelder etc an den Schnittstellen auslesen und ggf mit SRCP-Befehlen an den DDL-Server drauf reagieren.
Vielleicht noch ein Hinweis zu meinem Konzept für den Client: Alle Daten über Weichen- und Signalzustände sowie Zugpositionen sollen in einer Datenbank gespeichert werden. Über ein in HTML geschriebenes Gleisbildstellpult, will ich die Anlage per Maus oder Touchscreen-Bildschirm steuern. Ändert sich auf der Anlage etwas, zum Beispiel ein Zugposition, wird dynamisch ein kleines Javascript erzeugt, dass die Objekte der HTML-Oberfläche anmiert/verschiebt. Auf dise Weise kann auf ein Reload des Gleisbildes verhindert werden. Und da sich in der Datenbank zugspezifische Werte wie Bremsverhalten, Privilegien auf der Strecke etc speichen lassen, soll der Client auch auf den Zug bezogene Befehle an das System geben.
Der Nachteil des Systems ist, dass die Zugpositionen theoretisch errechnet werden und bei Handbetrieb einzelner Loks, die Datenbank den Zug verfolgen muss. Um Fehlfahrten zu verhindern, sollen zwei bis vier RFID-Lesegeräte an zentralen Stellen immer wieder Wirklichkeit und Datenbank vergleichen und ggf. korrigieren.
Ich bin derzeit allerdings noch am planen und suchen.
Viele Grüße
Michael
Günter König [Gast] - 02.01.06 17:51
Hi Michael,
es ist kein Reichweitenproblem, aber nach meiner Kenntnis arbeiten die 125 KHz Systeme mit einer Spielart der Amplitudenmodulation ( AM ).
AM ist aber grundsätzlich sehr empfänglich für Funkenstörungen, wie sie bei der Bahn immer recht kräftig auftreten.
Dadurch sinkt der Störabstand und somit die Übertragungsicherheit beträchtlich.
Gruß,
Günter
es ist kein Reichweitenproblem, aber nach meiner Kenntnis arbeiten die 125 KHz Systeme mit einer Spielart der Amplitudenmodulation ( AM ).
AM ist aber grundsätzlich sehr empfänglich für Funkenstörungen, wie sie bei der Bahn immer recht kräftig auftreten.
Dadurch sinkt der Störabstand und somit die Übertragungsicherheit beträchtlich.
Gruß,
Günter
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