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FKS-Modellbau Gerd Gehrmann

THEMA: Umgang mit Kreischmotoren

THEMA: Umgang mit Kreischmotoren
Startbeitrag
RhönbahNer - 20.04.26 08:16
Guten Morgen zusammen,

es geht um das bekannte Problem der trockenen Motorlager. Manche Modelle laufen jahr(zehnt)elang problemlos mit dem ersten Motor, bei anderen tritt bereits nach kurzer Zeit das bekannte Kreischgeräusch auf, als dessen Ursache oft trockene Sinterlager und als Abhilfeempfehlung ein Tropfen Öl an selbige genannt werden.
Meine Erfahrung ist, daß Ölen dieses Geräusch zwar kurzfristig beseitigt, der erzielte Effekt aber selten von langer Dauer ist, bevor das Symptom erneut auftritt. Ich vermute, daß die eigentliche  Ursache weniger Ölmangel, sondern vielmehr zu große Toleranzen zwischen Welle und Sinterlager bzw. ausgeschlage letztere sind. Da ständiges Zerlegen den betroffenen Modellen wenig zuträglich ist und ich nicht riskieren möchte, mir durch ein Zuviel an Öl zugeschmierte Kollektoren und in Folge defekte Decoder einzuhandeln, bin ich seit einiger Zeit dazu übergegangen, betroffene Motoren zu entsorgen und durch neue Glockenankermotoren zu ersetzen.

Wie geht Ihr mit dem beschriebenen Problem um?

Viele Grüße

Jürgen

Hallo Jürgen,

meine persönliche Vorgehensweise:
Motor zerlegen, reinigen, ggf. mit Druckluft (sehr vorsichtig!) ausblasen und restlos von jeglichen Ölrückständen befreien. Dazu die Kohlen "ausglühen".
Einer meiner bewährten Grundsätze lautet: Niemals und unter keinen Umständen Öl an Modellfahrzeugen verwenden. Bei mir werden die Motorwellen leicht mit Trix-Fett benetzt. (Die Tube ist schon über 30 Jahre alt und reicht immer noch - nur um einen Eindruck von den homöopathisch anzuwendenden "Fettmengen" zu vermitteln...)
Motorausfälle erlebte ich trotz meiner doch nicht gerade kleinen Fahrzeugsammlung so gut wie nie, aber immer wieder landen verölte Exemplare auf meinem Werktisch und ich bin jedesmal entsetzt.
Wenn ein Motor aber selbst nach dieser gründlichen Behandlung wieder kreischt, dann ist ein Austausch nötig. Die noch brauchbaren Motorteile werden dann ggf. in anderen Motoren wieder verwendet.
Der Umbau auf GAM ist ebenfalls eine willkommene Alternative.

Viele Grüße
uNdercover

Hi,

Ich kann das nicht nachvollziehen.
Ein lauter Motor erhält einen Tropfen Öl an die Lager, wird probegefahren und im Bedarfsfall nochmals nachgeölt.
Dann ist Ruhe für lange Zeit.
Ich nutze Faller Öl.
Manchmal muss man den Motor nicht einmal ausbauen.
Erfahrungsgemäß neigen Trix Motoren häufiger als andere zu Lagergeräuschen.
Fett an Sinterlagern widerspricht jeder Empfehlung aus dem Maschinenbau.


Jürgen H.
Moin Jürgen,

so, wie es es unser weiterer Namensvetter in #2 macht, löse ich das auch. Etwas Faller Spezialöler an die Lager und der Motor schnurrt wieder.

Jürgen
Hallo,

zu #2:
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Ich kann das nicht nachvollziehen.

das mag sein.
Meine Erfahrung zeigt jedoch, dass geölte Motoren und deren extrem hohe Drehzahlen das Öl vernebeln und deshalb die Kollektoren - und je nach "Ölfreudigkeit" des Handhabenden - mitunter auch die Wicklungen betroffen sind.
Also stellt sich nicht die Frage der allgemeinen Empfehlungen des Maschinenbaus, sondern vielmehr wirksamer und pragmatischer Einzelmaßnahmen. Was nützt mir eine allgemeine Konvention, wenn sich der Kollektor verabschiedet und im Falle einer digitalen Lok auch der Decoder in Gefahr ist?
Meine persönliche Konsequenz daraus ist: Öl gehört nicht an diese winzigen, schnellaufenden Elektromotörchen.

Aber Letztlich muss das dann jeder mit sich selbst ausmachen. Von mir aus kann jeder seine Motoren in Öl baden, frittieren und danach noch dreimal in der Pfanne wenden - das ist mir persönlich echt egal.

Letztlich wurde in dem Startbeitrag aber nach dem eigenen Umgang mit der Problematik gefragt.
Bitte sehr: Fett und absolut kein Öl ist eben meine Philosophie, Öl und kein Fett ist Deine Lösung. Das gilt es gegenseitig zu respektieren. Aber stelle meine jahrzehntelange Erfahrung hier nicht in Frage - das steht Dir nämlich nicht zu.

Viele Grüße
uNdercover


Hallo

ich mach das seit ein paar Jahren auch so wie uNdercover. Kein Öl mehr in Loks Verwenden. Beispiel Fleischmann Motoren.
Dieser wird aus der Lok Ausgebaut und Zerlegt. Alles was zu reinigen ist wird mit Isopropanol gereinigt. Der Kollektor wird ebenfalls mit Isopropanol gereinigt. Die Ritzen im Kollektor werden mit einer Stecknadel vorsichtig gereinigt. Dann die Lager vorne und hinten des Motorgehäuses etwas gefettet ( Trix Fett ) und anschließend alles wieder zusammengebaut. Ich habe keine Kreischenden Motoren und und auch das Bürstenfeuer habe ich nicht mehr. Es gibt noch einen Nebeneffekt den ich Feststellen konnte. Meine Schienen sind nicht mehr so dreckig .

Grüße

sandra
Absolut d'accord zur Ansage von undercover.

Ich wüsste nicht, wie die Federgabeln meines Oldtimers oder eine  mechanische Lenkung oder Kugellager allgemein mit Öl "wie geschmiert" laufen sollten!
Einerseits sind es die entstehenden Temperaturen, die Öl am Siedepunkt ausflocken lassen - tja...es verharzt und Faller ist wieder schuld......-  und letztlich ist es auch die fehlende Eigenschaft in gewissem Maße gar technisch erforderliche Toleranzen damit auszugleichen.

Gleitlager oder Gleitflächen aus gleichem (!) Material würde man unter Abstreifung und automatischer Nachspeisung ölen  
Aber was sage ich: Ölwechsel in Motor und Getriebe sind Mythos der Ölindustrie::::🤔

Wellen ölt man nicht, da sie in Lagerschalen (...nennt man das....) aus unterschiedlichem Material zur effektiveren Wärmeverteilung laufen und daher Brückenelemente - Kugellager usw.  - benötigen die eben je nach Bauart sparsam oder ausreichend gefettet werden.

Richtig ist, dass aber auch BENUTZTES Fett verhärtet und verharzt.

Ich würde daher nach Laufzeiten von 50h oder mehr als 10Jahren MIT gelegentlicher Fahrzeit empfehlen, die kleinen Motoren  außen zu reinigen und neu zu "verschmieren" und/oder eben vor längeren Einsätzen das Fett auf ein MIndestmaß zu reduzieren.

Wer mag aber auch Platz dafür hat, kann sich noch eine Schwungmasse drehen und montieren. Die ist dann zum auswuchten da und macht Gewicht oder man wechselt für die nächsten 200 Betriebsstunden zum GAM, wie es Jürgen plant.

Gruß Sven


Hallo,

mein aktueller Kandidat ist eine V80 von Arnold (HN2010), bei der das Ölen rein gar keinen Effekt hatte. Ich vermute hier, wie bereits erwähnt, eine zu große Toleranz zwischen Motorwelle und Lager.

Die Methode von Undercover (Fett statt Öl) kannte ich in diesem Zusammenhang bisher nicht, aber sie macht mich neugierig. Möglicherweise kann das Fett ja Toleranzen in bestimmtem Umfang etwas ausgleichen. Da für diese Lok im Rahmen des anstehenden Digialumbaus ohnehin ein GAM geplant ist und am Serienmotor dadurch nichts mehr verschlimmert werden kann, werde ich das vorher einmal ausprobieren. Habe dazu eine Tube Tillwich B52-Uhrenfett, welches recht dünn ist - mal sehen, ob es funktioniert.

Viele Grüße, Jürgen
Hallo zusammen,

vielleicht ist es der Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Ich kann nur aus meiner Erfahrung berichten, dass die wenigen Motoren, die mal zu Kreischen anfingen, durch kleine Tröpfchen Öl Faller Spezialöler bis heute problemlos laufen. Ich habe keine weiteren Maßnahmen ergreifen müssen. Es gab auch keine nachträglichen Ausfälle.

Wie nennt man das in der Wissenschaft so schön, das Zerlegen und Reinigen des Motors ist hinreichend, aber nicht notwendig.

Gruß
Jürgen

Eine Frage in diesem Zusammenhang noch: Wenn Ihr solche Motoren per Fett/Öl ruhiggestellt hattet: Gab es da eine Tendenz, welches Lager der Unruhestifter war? War es die Abtriebsseite mit der Schnecke, die gegenüberliegende oder gab es keine Präferenz?

Viele Grüße, Jürgen
Hallo Jürgen, also Röhnbahner 😊,

Du schreibst
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Habe dazu eine Tube Tillwich B52-Uhrenfett, welches recht dünn ist - mal sehen, ob es funktioniert.


Das ist der entscheidende Punkt: Es soll eben nicht zu dünnflüssig sein, sondern eher etwas viskoser, damit es nicht umherschleudert und auch lange trägt. Deshalb rate ich Dir ab, irgendwelche anderen Fette zu nutzen, als das bewährte Trix-Fett. Das hat genau die richtige Viskosität und es ist schließlich auch keine finanzielle "Anschaffung". Solch eine Tube reicht für Jahrzehnte.
Das ist zumindest mein Rat an Dich, aber natürlich auch keine Garantie, denn wie Du schon selbst sagst, spielt der Verschleiß und die Toleranzen natürlich eine entscheidende Rolle.

So, jetzt ruft der Tagesablauf...

Viele Grüße
uNdercover



In der Natur eines Sinterlagers liegt nun mal, dass es nur mit Öl so funktioniert, wie es gedacht ist. Es wird bei der Herstellung unter Zuhilfenahme von Vakuum wie ein Schwamm mit Öl getränkt. Das hält lange Zeit, aber irgendwann ist es auch mal ausgetrocknet. Dem kann man nur mit einer winzigen Menge Öl abhelfen, welches idealerweise wieder hinein diffundieren soll. Fett ist da kein Ersatz. Wird zwar auch irgendwo helfen, weil es schmiert, aber der Sinn des Sinterlagers geht damit verloren.
Ich konnte bisher bei keiner solcherart behandelten Lok ein Problem beobachten. Man muss eben wirklich wenig Öl nehmen und das genau zwischen Welle und Lager applizieren, z.B. mit der Spitze einer Stecknadel. Die Welle sollte hinterher nicht ölig sein.

Viele Grüße
Falco
Hallo,

die Frage ist, ob Fett überhaupt in ein Motorlager hineingeht. Kann ich mir nicht vorstellen.
Der Spalt zwischen Welle und Lagerbohrung ist im Micrometer-Bereich.

Grüße, Peter W.
Alternativ kann man natürlich auch das Tillig-Fett benutzen. Zumindest verwende ich es.
https://geizhals.de/257381981?hloc=de&hloc=...EEAQYASABEgKNqPD_BwE
Ob nun Näpfchen oder nicht, ist da vollkommen Tube. 😆

@Jürgen #9....nach meiner Ansicht ist es zunächst erst mal so, dass diese kleinen Motoren durchaus eine gewaltige Unwucht haben und das merkt man auch, wenn man sie auf dem Probiertisch frei laufen lässt. Ein gut ausgewuchteter Motor würde sich nicht wesentlich vom Fleck rühren!
Wie schon geschrieben, war daraufhin die Idee mit dieser Schwungmasse um eine Art Auswuchtung vorzunehmen und eben auch Gewicht auf die Lok zu bekommen.

Ausgeleierte Anker rutschen jedoch mit der Schnecke ein gehöriges Stück in das Zahrad hinein. quasi ähnlich dem Spulenantrieb in Weichenantrieben.
Arnoldfahrer wissen dann zu berichten, wie rückwärts eine 41er klingt, die immer vorwärts fährt.
Wie bei allen diesen Motoren ist die Arretierung am Anker/Kommutator zum Lager hin,.....um das Spiel zu reduzieren (kleine Messingscheibe), oft abgerieben ooooder nicht so genau gesetzt (Scheibe pendelt - vor allem wenn gut geölt....) und saut dann den Motor wie eine Pumpe voll.

Vielleicht hat noch jemand so eine hauchdünne Scheibe herumliegen. Jetzt weiß er wofür sie war!

Die rotierenden Ankermassen bei GAM oder Minimotoren sind durch den geringen Durchmesser erheblich kleiner.
HIer kann eine schlecht ausgewuchtete Schwungmasse sogar das Gegenteil verursachen und den Motor beschädigen. Gibts nicht? Doch! Ich habe so eine Lok als billige Messeware unwissentlich erworben die dieses typische singen hat und deren gut gefetteter Motor ganz gewiss - aber nicht wegen des Fettes - beizeiten aufgibt.

Gruß Sven


@ Peter#12
Sinterlager müssen grundsätzlich nicht gefettet werden.
Der Fettfilm um die Welle herum schützt jedoch vor Schmutz wie ein Simmerring .....und bei Erwärmung tritt auch eine schmierende Wirkung ein, die ein Quietschen verhindert.

Gruß Sven
Hallo,

die Aussage von uNdercover klingt für mich plausibel. Bei hoher Drehzahl des Motors mit entsprechender Wärmeentwicklung wird Öl (egal von welchem Hersteller) anfangen zu verdampfen und sich an ungewollter Stelle niederschlagen. Ich selbst habe bisher immer einen winzigen Tropfen Lubra metallic zur Schmierung verwendet (mit einer Stecknadel aufgebracht). Meine Motoren haben zwar nie unschöne Geräusche entwickelt, aber ich werde bei einer meiner kommenden Wartungen trotzdem mal auf das gleiche Fett (Shin Etsu G 501 Silikone, weiß) verwenden, mit dem ich sonst immer die Getriebe in den Loks fette. Es ist speziel zur Schmierung von Kunststoffen entwickelt, für die Zahnräder und Schnecken in den Antrieben also ideal. Zumal es auch gut haftet und nicht durch die Lok geschleudert wird. Ab einer bestimmten Temperatur (150°) wird es "flüssig" und sollte von der Motorwelle ins Lager kriechen.

Schaun mer mal, mehr als nicht klappen kann es ja nicht.

Gruß
Freddie
Hallo uNdercover,

mit dem Ausdruck "recht dünn" hat der Rhönbahner wohl etwas übertrieben. Dieses B52 Fett, das auch als Modellbahnfett verkauft wird, nutze ich so wie du dein Trix-Fett ausschließlich und teile ansonsten deine Erfahrungen, die du mit dem Trix-Fett hast. Öl gibt bei mir auch nicht. Bei mir verharzte und verklebte bisher nichts.

Dennoch zum Thema Kreischen: ich hatte ein Problem mit Roco 143 bzw 112. Das klang so, dass ab einer bestimmten Geschwindigkeit das Geräusch plötzlich "kippte", also die Frequenz sich plötzlich änderte. Das hat mich viele Jahre genervt, ein wenig Fett an das Lager in Richtung Schwungmasse, danach war eine Weile Ruhe. Leider nicht lange. Das hat mir keine Ruhe gelassen. Der Fehler wurde gefunden, und zwar gibt es dort eine Anlaufscheibe, die plötzlich anfängt zu schwingen. Macht man da etwas Fett dran, dann ist Ruhe. Gefunden hab ich das indem ich diese Scheibe einfach mal mit einem Zahnstocher festgehalten habe. Aber wie kommt man dem dauerhaft bei? Motor zerlegen, die Scheibe ein wenig wölben, eventuell eine weitere Scheibe besorgen um das Spiel in Längsrichtung zu verringern.

Grüße Torsten
Hallo Torsten,

Vielen Dank für die Mühe das herauszufinden,  und die Problemlösung zu teilen.  Dazu kommt bei den wenigen Serien wo Roco es mit schräg genutetem Abker versucht hatte, meiner Meinung nach noch ein "Schreien" des Ankers selbst. Die Roco Motore dürften eine wesentlich höhere Drehzahl haben als etwa Fleischmann,  da singt das alles prinzipiell heller und lauter.

Grüße,  Peter W
Hallo,

Vorsicht, ich würde das nur machen wenn das Lager wiederholt kreischt! Dann ist es häufig ausgeschlagen. Das Fett kann es stabilisieren, erzeugt aber möglicherweise eine Anlauf- Bremse, Wo ein nicht Temperatur stabiles Schmierfett in die Lager gekrochen ist, klebt es im kalten Zustand. Das könnte vielleicht die Ursache sein für den bekannten Effekt, dass so mancher Antrieb nach dem Warmlaufen schneller wird.

Grüße,  Peter W
Hallo zusammen,

Hier im Forum gab es den Tipp Trockenschmiermittel mit Teflon.
Ich habe das vor Jahren gekauft und verwende es für die Motorlager.
Es kreischt sehr lange nichts mehr.
Ansonsten gilt, alles was sich schnell dreht, mit Fett behandeln. Mit dem angesprochenen Fett von Trix habe ich ebenfalls sehr gute Erfahrungen gemacht.

Viele Grüße
Enrico


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