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THEMA: Schaden an Hermes Sendung - wie stehen die Chancen?

THEMA: Schaden an Hermes Sendung - wie stehen die Chancen?
Startbeitrag
Freddie - 21.02.26 11:15
Guten Morgen,

ich habe eine Lok über die Bucht verkauft und mit Hermes verschickt. Es war ein relativ großzügiger Karton mit reichlich Luftpolsterfolie im Innern. Nun hat mir der Käufer Fotos von einem Schaden an der OVP gemailt: das Inlay ist komplett gesplittert. Ob die Lok noch einwandfrei läuft steht bisher nicht fest. Auch der Umkarton ist außen beschädigt: er muss direkt auf eine der Ecken gefallen sein, so kam es zu dem Schlag im Innern und Bruch des Inlays.

Die Frage ist: wie stehen die Chance, von Hermes eine positive Regulierung zu bekommen? Hat schon mal jemand die Erfahrung gemacht? Ich weiß noch von früher, dass sich z.B. DHL "rausredet": war wohl nicht ausreichend gut verpackt, aber wie macht Hermes das in einem solchen Fall?

Gruß
Freddie

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Die Inlays von Minitrix brechen öfters (aufgrund des nicht Altersbeständigen Materiales), nichts neues!

Hermes wird sagen, der Käufer soll sich an den Verkäufer wenden um sein Geld zurückzuerhalten, falsch verpackt!

Gruß, Micha
Hallo Freddie!

Ich würde vermuten: Wenn der Empfänger den Schaden nicht sofort bei der Entgegennahme beim Paketboten reklamiert, hast Du nur geringe Chancen. Denn so könnte Hermes den Verdacht äußern, der Empfänger habe den Schaden nachträglich herbeigeführt.

Herzliche Grüße
Elmar
Moin Freddie,

ich fürchte Deinen Chancen stehen schlecht. Hermes wird argumentieren, daß die Verpackung nicht ausreichend war. Da Pakete in Paketzentren automatisch über Sorter und Förderstrecken befördert werden, müssen sie eine Mindestfallhöhe vom 80cm schadlos überstehen. Das Bild des Karton sieht für mich so aus, als sei der Karton ungünstig gefallen, das kann passieren. Der Zustand des Blisters läßt für mich den Schluß zu, daß die OVP im Inneren des Kartons ungebremst auf den Aussenrand des Kartons gekracht ist. Erschwerend kommt hinzu, daß der Blister aufgrund des Alters spröde geworden ist. Du hat also die OVP im Karton nicht ausreichend vor Bewegung geschützt.

Ich würde dem Käufer einen Abschlag auf den Kaufpreis anbieten. Du kannst natürlich auch versuchen, Hermes haftbar zu halten, vielleicht klappt es ja.

LG Rimbert

PS: Ich arbeite in der Logistik, ich weiß also wovon ich rede, wenn es um Haftung für Transportschäden geht
Auf jeden Fall reklamieren, die Fotos sind doch aussagekräftig! Wurde das Paket persönlich übergeben? Wenn es nur abgelegt wurde, stehen die Chancen noch höher. Ich lasse mir bei persönlicher Übergabe immer eine Beschädigung der äußeren Verpackung einen Vermerk entsprechend bestätigen. Außerdem müsste es doch sowieso versichert sein?
Gruß Holger
Hi Freddie,

ist das in Bild 2 gezeigte der einzige Schaden am Karton? Wenn ja, würde ich das als Ursache entweder ausschließen oder auch sagen "unzureichend verpackt".

Der Schlag sollte keinen direkten Kontakt mit dem Inlay gehabt haben. Sonst wäre auch die Plastikhülle der Lok beschädigt - danach sieht es aber nicht aus.

Dass der Karton einen Schlag abbekommen hat, den er idealerweise nicht hätte bekommen sollen, ist deutlich. Aber das dürfte nicht der ursächliche Grund für das gesplitterte Inlay sein.

Da die Lokverpackung selbst nichts abbekommen hat, würde ich von ausreichend verpackt ausgehen, aber von einem "Defekt" des Inlays (wie oben genannt vermutlich einfach spröde aufgrund des Alters).

Was aber auch die gute Nachricht ist, da ich von ausgehen würde, dass die Lok selbst nicht wirklich was abbekommen hat. Die war ja weiterhin durch den Rest des Inlays gehalten.

Ich würde daher als erstes mal mit dem Käufer verifizieren, dass die Lok keinen Schaden hat und dann klären, was ihr mit dem defekten Inlay macht.

Aber Hermes würde ich hier (auch wenn ich die Firma nicht mag), nicht als verantwortlich sehen.

Grüße Micha
Moin Elmar,

Zitat - Antwort-Nr.: 2 | Name: Elmar W.

Ich würde vermuten: Wenn der Empfänger den Schaden nicht sofort bei der Entgegennahme beim Paketboten reklamiert, hast Du nur geringe Chancen



Formal handelt es ich hier um einen verdeckten Schaden, der kann auch nachträglich geltend gemacht werden. Bei Entgegennahme des Paketes war IMHO nicht davon auszugehen, daß die Ware beschädigt ist.

LG Rimbert
Moin Freddie

Grundsätzlich gilt ja bei allen Lieferungen, bei äußeren Schäden sofort beim Empfang den Schaden mit dem Lieferboten aufnehemn.
Ebenso grundsätzlich gilt, du brauchst bei allen Lieferdiensten einen langen Atem und Geduld.

Jetzt kommen wir aber zu einem neuen Problem und das hast ganz explizit HERMES

Wenn man mit Hermes verschickt ist die Sendung automatisch mit 50 bzw 500 Euro versichert. A B E R:

Seit einiger Zeit findet man auf dem Paketschein drei Kästchen mit Gewichtsangaben: bis 10 kg, 11 - 20 kg, 20+ kg

dort muß man dann das Gewicht der Sendung ankreuzen. Und Hermes berechnet dann den Schadensersatz nach diesem Gewicht. Das heißt bei einer Lok mit unter 10 kg wird man dir wohl rd. 15 Euro anbieten.

Da brauchst du Nerven und einen langen Atem. Verbraucherschutz würde ich auf jeden Fall einschalten. Ob ein Anwalt helfen soll hängt natürlich auch vom Wert und einer evtl. vorhandenen RS Versicherung ab.

Ich hab das jetzt zweimal mit Hermes durch. Habe früher immer mit den blauen verschickt, wg. der Versicherung. Aber jetzt nur noch mit DHL.

Viel Erfolg und vllt läßt du uns wissen, wie es ausgegangen ist.

VG
Moin,

ja, natürlich ist das ein verdeckter Schaden.

Denn wie würde das auf Kante und zulasten der Ausfahrer genähte Geschäftsmodell der Kurierunternehmen funktionieren, wenn jeder Empfänger sein Paket sorgsam im Beisein des Fahrers auspacken würde?: Gar nicht!

Aber: Luftpolsterfolie hilft nicht, wenn die Ware darin unfixiert sukzessive während des Transportes nach außen wandern kann. Und davon ist hier auszugehen. Denn sonst hätte das altersschwach ausgehärtete Inlay nicht derartige Splitterschäden davongetragen.

Also erspar Dir besser einen nervenaufreibenden Disput mit (zumal:) Hermes und einige Dich friedlich mit dem Käufer. Zumal die Lok selbst, da vom übrigen Inlay gehalten, kaum Schaden davongetragen haben dürfte.

Beste Grüße, Norrskenet
Moinsens nochmal

Was ich nicht verstehe ist der Schaden am Inlay. Der kann doch nur entstehen, wenn die Lok drauf drückt. Und zwar heftig. Und da sie ja in der OVP lag kommt doch zuerst der Klarsichtdeckel, dann die Lok und dann das Inlay. Also müssen ja zwei "Hindernisse" überwunden werden bevor das Inlay zu Bruch geht. Und dieser Schaden kommt nicht von außen sondern durch die Lokomotive. Und die müßte dann auch "Verletzungen" aufweisen. Zumal der äußere Schaden gering ist.

Ich möchte niemand etwas unterstellen, aber besteht evtl. die Möglichkeit daß der Käufer auf diese Weise nachträglich den Preis drücken will? Ein Schelm der so etwas unterstellt......

VG
Die LuPo Folie war um die Lokschachtel gewickelt und an den Seiten verklebt. Bevor ich etwas final zu klebe, mache ich immer noch einen "Schütteltest" mit dem Karton. Klappert innen noch etwas, dann wird nachgepolstert.
Hier hat nichts geklappert.

Natürlich ist das Inlay durch das Gewicht der Lok gesplittert, sehe ich genau so. Das Paket ist halt ungüstig gefallen.

Ich denke nicht, dass der Käufer hier "nachgeholfen" hat.

Gruß
Freddie
Hi Freddie,

wenn diese etwas gequetschte Ecke am Karton der einzige Schaden ist und die Verpackung der Lok nicht betroffen, sondern einzig das Inlay, dann war das schon extrem spröde oder die Lok konnte sich darin zu viel bewegen.
Da sehe ich Hermes nicht in der Verantwortung sondern dich, denn die Lok mit Verpackung waren nicht richtig verpackt.

Gruß
Gerald
Hi

Ich sehe hier aber auch eine Mitschuld der Käufers. Warum nimmt er das Paket so erst an?

Ich selbst hätte das Paket aus ganz pragmatischen Gründen wegen "äusserlicher Beschädigung" so nicht angenommen. Denn dann könnte der Verkäufer beruhigt sein das der Käufer nichts damit zu tun hat, besser beweisen das es sich um Transportschäden handelt und Hermes auch besser belangen können, da sonst niemand anders das Paket in der Hand hatte. Und wenns nicht zerbrach kann man es einfach nochmal versenden.

LG ChristiaN
Hallo.
In diesem Fall ist es leider kein verschuldeter Transportschaden, sondern Materialverschleiß durch chemische Eigenzersetzung (Hersteller unabhängiges Phänomen!), der sich nun bedauerlicher Weise beim Transport bemerkbar gemacht hat. Das Rütteln und Schütteln der Lok im Karton hat das Inlai dann zerbrechen und zerbröseln lassen. Da half auch keine Luftpolsterunsgfolie mehr. Denn die Blisterhülle und die Lok ist offenbar nicht beschädigt worden. Ihr werdet Euch also einigen müssen. Funktioniert die Lok und ist heile, dann reden wir über eine Kulanz-Erstattung im unteren einstelligen Eurobereich.
Grüße.
Frank
Hallo,
für mich sieht der Karton absolut nicht nach Sturzschaden aus.
Der ist verdrückt worden an was hartem. Noch dazu minimal, wenige cm.
Aber runtergefallen? Schock? Das sieht anders aus.

Grüße Michael
Hallo,

das ist egal: eine Verpackung muss einen freien Fall aus 1,50 mtr Höhe uberleben und den Inhalt schützen. Der Test ist standardisiert.

Sonst war die Verpackung nicht fachgerecht und damit wird von der Versicherung nicht geleistet.
Die Bedingungen sind so.

Ich rate immer eine doppelte Kartonverpackung und den Zwischenraum mit Verpackungschips oder Zeitungsknäuel zu füllen. Der äußere Karton sollte doppelwellig sein. Das Gut im inneren Karton muss durch die Knäuel fixiert sein. Nix Rappel.. die kleine PS-Schachtel ist keine Transportverpackung.

Haltet Euch dran oder bietet nur Abholung an.

Luftpolsterfolie bietet auch keinen Schutz vor punktueller Belastung. Da hilft nur eine Schaum-Luftpolsterfolie oder Wellpappe in höherer Qualität. Gute stabile Kartons haben Autowerkstatten oft zum abgeben.
Btw entstehen die meisten Schäden in den Logistikzentren beim Sortieren: da passiert der freie Fall oder es plumpst dann was schweres auf Deinen Karton!

Peter

Hallo Freddie,

ein Transportschaden ist nicht schön, die Beweislast über die Schuld nicht einfach.

Der Schaden am Außenkarton ist eigentlich nichts, da wird sich Hermes nicht annehmen. So ein Beschädigung darf bei ordnungsgemäßer Verpackung  dem Inhalt nichts anhaben. Und ob die Verpackung - speziell Innenverpackung - Ordnungsgemäß war kann ich so nicht beurteilen. Ob das alter des Inlays schuld ist und ob das aus Altersschwäche zerbrachen ist, das die das so aussieht wie auf dem Bild, wird schwierig sein zu beweisen, Einen Riss könnte ich mir da schon vorstellen.

Wichtig ist aber der Zustand der Lok ist die ok oder nicht? Für das Inlay der Lok eine Schadensminderung in 1-stelligen Eurobetrag anbieten und das ganze unter "Pech gehabt" abhaken.
Aber schon auffällig, der Zustand des Karton und des Inlays wird angemahnt aber kein Wort zum Zustand der Lok.

Die Lok in der OVP und diese zugeklebt, dann in Luftpolsterfolie - die feine mit den kleinen Noppen - gewickelt und selbigen mit Klebestreifen zukleben. Dann mit Füllmaterial im Karton fixieren das sich nichts bewegt. Hier sind im Übrigen die
oben erwähnten Chips ungeeignet das sich der Inhalt im Karton durch Vibration immer noch begegen kann und nach außen rappelt. Zerknüllte große Pappsteifen sind hier besser.

Gruß Detlef
Hallo Freddie,
ich habe fast  meine komplette Moba-Sammlung verkauft und habe als Füllmaterial immer Verpackungschips verwendet., Loks, Wagen und Zubehör noch extra in Noppenfolie eingepackt. Ca. 250 Päckchen versendet mit DHL, nie Reklamation mit Transportschäden.

Gruß
Bernd

Hallo nochmal,

also es war nicht die erste Lok, die ich verschicke. Und das Beste: ich habe einen Karton inkl. des Innenlebens von Modelleisenbahn-gebraucht.de verwendet. In diesem kam eine 011 zu mir, völlig unbeschadet, nur zusätzlich in Küchenkrepp gewickelt und ohne OVP. Und meine Loks sind im letzten Jahr bis nach Italien verschickt worden und heil dort angekommen.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

eine Verpackung muss einen freien Fall aus 1,50 mtr Höhe uberleben und den Inhalt schützen. Der Test ist standardisiert.



Wo kann ich das nachlesen und seit wann sind die 1,50m fix? Bei DHL waren das immer 80cm und das auch nur, weil die Sortierstraßen diese Fallhöhe haben. Steht so etwas etwa in den Hermes AGB?

Aber das dicke Ende kommt: Zitat Empfänger "Die Lok ruckt und rührt sich nicht auf dem Gleis und die beiden kleinen Räder vorn hängen runter und sind nicht am restlichen Fahrgestell befestigt. Ich habe aber auch wohl zu wenig Erfahrung"

Das mal dazu. Vermutlich meint der Käufer den Vorläufer. Ob er bzw. sie digital fährt ist mir nicht bekannt. Analog sollte die Lok auf jeden Fall fahren, aber wenn der Käufer keine Adresse vergibt, dann ruckt und rührt sich nichts, auch klar.

Na egal, der Käufer muss sich Hilfe suchen, das kann ich von hier aus nicht machen, wenn er/sie Bantu versteht und ich Kisuaheli spreche. Für das defekte Inlay würde ich dem Käufer 10,-- EUR Nachlass anbieten.

Gruß
Freddie
Hi,

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Na egal, der Käufer muss sich Hilfe suchen, das kann ich von hier aus nicht machen,



Also wenn es um evtl. Ansprüche gegen den Carrier geht dann kann der Empfänger da garnichts machen weil er nicht der Vertagspartrner ist....das wäre Sache des Versenders.

Grüße, Gerd
Gerd, das hast du falsch verstanden: Hilfe muss er sich suchen, wenn er keine Ahnung hat. Das ging nicht um den Schaden durch Hermes.

Gruß
Freddie
Hallo Freddie,

ist die Lok analog oder digital?
Die Aussage
Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

"Die Lok ruckt und rührt sich nicht auf dem Gleis und die beiden kleinen Räder vorn hängen runter und sind nicht am restlichen Fahrgestell befestigt. Ich habe aber auch wohl zu wenig Erfahrung"


ist natürlich aussagekräftig und braucht keine weitern Erklärungen.

Um die Lok ohne Ahnung ans laufen zu bringen - da kannst du nichts für.

10€ für das zerplatzte Inlay sind ok

Gruß Detlef
Hallo an alle,

vor einigen Jahren habe ich einen eBay - Verkäufer gebeten, eine BR 143 von Trix getrennt von der OVP zu verpacken, anstatt die Lok in der OVP zu versenden. Lok und OVP sind dann intakt angekommen. In diesem Fall wäre die Lok aus den 90er Jahren sonst schwer beschädigt worden. Eine Rückfrage seitens des Verkäufers gab es, ich habe ihm dann ein Foto einer zerstörten BR 143 zugeschickt, die in der OVP versendet wurde. Hier war der Schaden also genau umgekehrt zu Freddies Fall.
Das ist vielleicht eine Empfehlung für das nächste Mal.

Grüße
Der Maikäfer
Hallo,

die Paketversender beziehen sich immer auf den Test des Frauenhofer Institut für Verpackungstechnik. Ich hatte schon mit großen Versendern Diskussionen darüber bei der Verpackungskonstruktion. Es gibt im Gewichtsbereich die Fallhöhenunterschiede nach DIN ISO 2248... Flötepiepen: Die Versandhäuser verlangen 1,50 mtr.

Und ich empfehle meinen Kunden sich daran zu orientieren, denn sonst ziehe ich mich zurück, sollen sich andere die Finger verbrennen

Bei Verpackungschips gibts die Weisheit "viel hilft viel". Es darf nichts mehr rappeln. Wirklich nix. Garnix.

Wer meint das seine Ansicht die korrekte ist - viel Spaß.
Zielführender ist eher https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Vportal/Post/start.html

Peter


Hallo Peter,
welches Füllmaterial ist Deine Empfehlung?

Gruß
Bernd
Zitat - Antwort-Nr.: 23 | Name: 8erberg

Es darf nichts mehr rappeln. Wirklich nix. Garnix.

Genau so und nicht anders! Sobald sich im Karton etwas bewegt, kann es wo anschlagen. Und genau das macht aua. Wenn aus dem Karton beim heftigen Schütteln Geräusche kommen, ist es verkehrt.

Was fast niemand kapiert: dieses Prinzip gilt auch im empfindlichsten Bereich: IN der OVP. Unabhängig von Bröseleinlagen sind viele, vor allem ältere, OVPs grundsätzlich schlecht gestaltet: zum harten Deckel garkein Schutz, Das Modell hat im Tiefzieh-Einsatz viel Luft und der Deckel ist nur lose aufgesteckt. Das Modell kann darin fröhlich umherfliegen und im schlimmsten Fall für noch mehr Platz sogar den Deckel anheben. Die Hersteller haben heute bei Neuware weitgehend dazugelernt: Folien, ein Tiefziehteil auch zum Deckel, den Deckel mit Klebefilm oder Pappschuber gesichert... Bei gebrauchten Modellen sieht es sowohl von (erfahrenen?) Händler und Privat anders aus. Ich hab schon viel defekt erhalten (auch sehr teures, verbogenes Messing), weil der Versender dem Inhalt IN der OVP keine weitere Beachtung geschenkt hat, weil "is ja vom Hersteller original so". Besser machen es vielleicht 10%. Dabei reicht es meistens, das Modell in eine Folie einzuwickeln und lose aufgesetzte Deckel mit zwei stramm sitzenden Gummibändern zu sichern (Zwei, weil billige Gummibänder gerne reißen und eins zur Sicherheit dient). Nicht-Verfügbarkeit ist eine schlechte Ausrede. Passende Folien und Gummibänder gibt es in unserer Plastikmüll-Gesellschaft in jedem Haushalt zur genüge. Richtig fancy kann man auch dünne Schaumstoffplatten oder Luftpolsterfolie zwischen Deckel und Modell geben.

Zum Topic: Das robuste, alte Modell scheint nicht schwer beschädigt. Ein einstelliger €-Betrag für die defekte OVP als Lehrgeld und gut ist. Mit Hermes streiten wäre es mir persönlich nicht wert.

Gruß
Andi
Hallo in die Runde,

ich hatte letztes Jahr einen ähnlichem Fall. Ich hatte bei einem Händler meines Vertrauens eine Fleischmann BR 101 zu einem günstigen Kurs ersteigert.
In dem äußerlich unbeschädigten Paket ( ich weiß aber nicht mehr, welcher Paketdienst geliefert hatte) befand sich in den Verpackungschips die Lokverpackung, welche von außen ebenfalls keine Beschädigungen zeigte. Allerdings war auch hier das Inlay einseitig
total zerbrochen und die Lok auf einer Seite schwer beschädigt (siehe Fotos).
Für mich waren die entstandenen Schäden physikalisch nicht zu erklären, wenn eine Impaktkraft auf den Karton gewirkt hätte, wären die Schäden so nicht entstanden, zumal der Pantograf ja auch total beschädigt war. So begab ich mich ins Reich der Spekulationen und erfand für mich die Geschichte, dass vielleicht der Komissionierer des Händlers eine Kündigung erhalten hatte und seinem Chef noch einmal etwas Schaden zufügen wollte....
Zum Glück konnte ich die Lok zur Gutschrift an den Händler zurückgeben, was schade war, denn ich hatte mich schon sehr auf diese Lok gefreut gehabt.

Zu Hermes sei noch angemerkt, dass ich mir vor Jahren einen Gaming-Monitor mit Touchfunktion bestellt hatte, der auch geliefert wurde, allerdings mit einem äußerlich sichtlich beschädigtem Karton. Innen war dann die Schutzhülle um den Monitor auch noch eingerissen worden, so dass ich natürlich die Annahme verweigerte.
So ging die vermutlich voll funktionsfähige Ware in das Hermes-Retourenlager und nur der Schelm weiß, was damit weiter passierte.

Euch noch einen schönen Abend.

Thorsten

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Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Hallo Peter,
welches Füllmaterial ist Deine Empfehlung?

Gruß
Bernd



Das beste Füllmaterial sind von Flopak die "Bio" Chips. Die "knuffeln" und polstern äußerst gut - als Kunde kippt man die inne Biotonne.
Das ist Mais, man konnt es sogar ins Klo kippen.

Peter
Hallo Peter,
vielen Dank für Deine Antwort.

Gruß
Bernd
Hallo

so mal was zu den Bio-Chips oder auch sonstigen Füllchips.

Packt die mal mit der zu schützende Ware in einen Karton, bis der Voll ist, zukleben und dann mal folgenden Vibrationstest machen.
Schwingschleifer einschalten und von unten gegen den Karton halten, nach ein par Minuten den karton öffenen und schauen wo der Inhalt hingewandert ist.
Ich sag ja nicht das die schlecht sind, aber es ist Füllmaterial und kein Mittel das die Ware im Karton gegen Bewegung  (gerne zum Rand hin) schützt. Es gibt besseres.

Gruß aus der Praxis

Detlef
Hallo,

der Anspruch an Hermes hat sich erledigt: die Lok läuft jetzt (nachdem ich erklärt hatte, dass sie grundsätzlich erst einmal in die Zentrale eingepflegt werden muss, dann auch mit der richtigen Adresse). Das hat er wohl irgendwie hin bekommen. Für das defekte Inlay wollte er keine Gutschrift auf den Kaufpreis, ich habe trotzdem 5,-- € erstattet und er hat sich gefreut.

Ich habe mich auf jeden Fall gefreut, dass die Lok offenbar nichts abbekommen hat und jetzt einwandfrei funktioniert. Zukünftig werde ich die zu verschickenden Loks mit Küchenkrepp mumifizieren und separat von der OVP versenden. Ich denke, dass in diesem Fall tatsächlich das Gewicht der Lok (eine ältere BR 17 aus "Vollmetall") zu dem Schaden an der Packung geführt hat.

Am Ende wird alles gut.

Gruß
Freddie
Zitat - Antwort-Nr.: 30 | Name: Freddie

Loks mit Küchenkrepp

Das ist eine beliebte aber m.E. wenig geeignete Methode. Das Zeug ist recht hart zur Oberfläche, steif und dämpft nur wenig. Kleinteile verhaken sich im rauhen Papier. Zumindest für die Oberfläche vorher in Folie einwickeln. Besser ganz ohne Küchenpapier und gleich in Luftpolsterfolie. Ich heb so Zeug immer auf, wenn ich es geschickt bekomme. Wenn man es kaufen muss ist es nämlich recht teuer. Weiches und flaches Schaumstoffmaterial geht auch.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

welches Füllmaterial ist Deine Empfehlung?

Ich bin zwar nicht Peter aber zwischen OVP und Karton ist m.E. viel Zeug geeignet: Luftposterfolie (auch die mit ganz großen Polstern), Flocken, Schaumstoff, auch kompakt geknülltes Zeitungspapier. Wichtig ist in jedem Fall, dass es kompakt und fest genug "gestopft" wird. Zwei Seiten lockeres Zeitpungspapier reichen normal nicht. Der Deckel vom Umkarton muss mit leichtem Druck geschlossen werden, damit sich im Inneren nichts rührt.

Gruß
Andi


Zum Thema passend eine Anmerkung.
Ich bekomme Loks zur Reparatur geschickt.
Wie die manchmal, oder leider eher oft, verpackt sind, ist haarsträubend.
Besonders beliebt sind wohl die ehemals für Videokassetten erfundenen DHL Schachteln.
Da passen 3-4 Loks rein. Natürlich ohne weiteres Packmaterial!
Gern werden auch Warenkartons benutzt.
Also einlagige Pappe.
Geht gar nicht.
Und fast immer, wohl um zu sparen,  sind die Kartons zu klein. Es passt nicht genug Polstermaterial dazu.
Aber nicht nur Privat wird schlecht verpackt,  auch Gewerbliche packen gelegentlich unzureichend.
Für mich war das beste Material die grünen Chips von Märklin.
Als mein Fachhandel noch darin ertrunken ist, habe ich mir mehrere Kubikmeter geholt und verbraucht.
Heute nutze ich Blasenfolie.
Dazu verstärke ich aber noch Ecken und Deckel mit einer Lage Karton im Karton.
Denn oft werden Pakete gestaucht.
Ein Thema ist inzwischen auch der Warenwert.
Die Versicherungssumme hält mit der Inflationsrate nicht Schritt.
Was sind heute 500€ bei mehreren Loks im Paket, wenn  es nicht ankommt?

Jürgen H.

Zitat - Antwort-Nr.: | Name:

Weiches und flaches Schaumstoffmaterial geht auch.



Trittschalldämmung für Laminat eignet sich hier auch ganz gut.

Grüße, Gerd
Hallo,

Schaumfolie funktioniert auch, gut bei flachiger Belastung.

Das Füllmaterial muss wirklich den Hohlraum komplett ausfüllen. Wenn ich zerbrechliches wie Plattenspieler-Hauben versende kommt das in einen Polybeutel damit es da bleibt wo es soll und nicht verrutschen kann. Zusätzlich nutz ich PE-Schaumprofile (neben den bekannten "Badenudeln" gibt es auch Omega-Profile und L-Profile.

Und immer sollte man einen Innenkarton verwenden.

Peter
Zitat - Antwort-Nr.: 15 | Name: 8erberg

eine Verpackung muss einen freien Fall aus 1,50 mtr Höhe uberleben und den Inhalt schützen. Der Test ist standardisiert.


Möglicherweise gilt diese Anforderung in einem bestimmten Test - üblich beim Paketversand (z.B. bei DHL) sind jedoch 80 cm, welches ein Paket beim Fall auf verschiedene Seiten überstehen muss. Bei sehr schweren Paketen sind es entsprechend weniger cm.
Aber: Ein Paket muss auch stapelbar sein - auf Paletten bis 1,8 m Höhe, was die Anforderung an die Verpackung ebenfalls erhöht.

Zitat - Antwort-Nr.: 32 | Name: Jürgen H.

Ein Thema ist inzwischen auch der Warenwert.
Die Versicherungssumme hält mit der Inflationsrate nicht Schritt.
Was sind heute 500€ bei mehreren Loks im Paket, wenn  es nicht ankommt?


Sollte kein Hindernis sein: Bei der österreichischen Post etwa kann die Summe für die Haftung bei Päckchen und Paketen fast beliebig gewählt werden - kostet halt dann entsprechend mehr. Sicherlich gibt es diese Möglichkeit auch anderswo.

LG Didi
Zum Thema Warenwert: Auch mal einen Blick ins Kleingedruckte der Versender werfen, was natürlich niemand macht. Erstattet wird meist nur der Zeitwert. Musste ich auch erst kürzlich lernen, als ich nach 6 Monaten eine Lok zur Gewährleistungsreparatur an den Händler geschickt habe und das Paket verloren ging. Die 6 Monate wurden bei der Erstattung in Anrechnung gebracht und entsprechend vom Kaufpreis abgezogen.
VG Martin
Hallo,

die Versandhäuser wollen 1,50 mtr. Abwurfhöhe - und das hat seine Gründe.

Nochmal: wer nicht bereit ist in Verpackung und verpacken Material und Grips zu investieren wird halt ab & an bestraft.

Und selten trifft den ausliefernden Fahrer die "schuld".

Peter
Ja Peter, du hast Recht. Ich war einfach zu dumm und blauäugig als ich die Verpackung von Modelleisenbahn gebraucht.de wiederverwendet habe.
Ich dachte tatsächlich, das ein doppelwelliger Karton mit Luftpolsterfüllung ausreichend ist.
Wie konnte ich nur.

Aber die ganze Aktion hat sich als Bagatelle erwiesen und der "Schaden" ist durch mich reguliert. Also schließen wir doch einfach den Thread.

Gruß
Freddie
Hallo Freddie,

das ist nicht böse gemeint.

Nur begegne ich im Paketshop ab & an Leuten die Dinge verschicken wollen in einer Verpackung wo ich mir nur noch denke" aua" - die Lebenserfahrung hat mich gelehrt nix mehr dazu zu sagen...

Es reicht doch schon wenn wir etwas aus den gesammelten Infos hier lernen. Denn jede kaputte Sendung ist doch letztlich eine zuviel.

Peter
Hallo,

ich würde das auch so wie Maikäfer in #22 empfehlen.Bei älteren spröden Inlay`s die OVP und das Lokmodell  jeweils
separat sicher zu polstern.

Liebe Grüße
Werner V.


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